Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 67 (28.8.1931)
- Date
- 1931-08-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 67, 28. VH1. 1931 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 411 (I. 1931 'ersönlicJijüdischen d erbert gesagt zu les neuen r die für nglischem vahrt hat, Palästina j hervor* düng der politisch, ber 1930, at erst i» stinawerk irend der Rat, son* fency zur : der Pa* 211 schaft). tegierung in a,fragen ichkeiten gen mit- 1 Außeneuen Rehat, wo lissjonen Agency, cht ohne ge s in rhindert. otstandsr — am ienesung irde das National- Unt e r- Iso auch rion erklungen, es mehr ß» wenn ng einind vor and des :r Wille, stärker 4t. :«meldet, Palästina toßes in en nachdie Er-!gen das Jen und für den ganzen worden, •ch, daß Ichen :n Ge - rabische jüdische rnungen 1 Viertel!bischen treikten!bischen jngen nmen. irabiit einer den in urchzu- :. Nach ten der er Araaß eine ekutive werden ekutive ׳ leitenwurde , überen des ten zu tuchen!stoß *ekom- 1. mit- :h Zuregelte etende n befeuern, iyles 1ußten IltSr setzte, n der Ruhe- Mithaftet worden. Sie werden sich wegen Aufruhrs zu verantworten haben. Vor der Pollzeistation, in der die Verhafteten testgehalten wurden, sammelte sich ein etwa 200kßpflger Mob an, der lärmend! die Freigabe der Verhafteten forderte. Als die Menge sich auf polizeiliche Aufforderung nicht zerstreute, ging die Polizei mit dem Knüppel vor, wobei eln'ge Demonstranten leicht verletzt wurden. Die Zusammenroft'ing konnte aber erst, nachdem die Polizei eine Schrecksalve in die Luft abgegeben hatte, aufgelöst werden. Um 1 UKr mittags war die Ruhe wieder hergestellt. Die verhafteten Auf'ü1 rer wurden nach Jerusalem gebracht und dort vom Po’I ׳erlebter einem ersten Verhör unterzogen. Die Verhandlun׳ ״*e׳*en sie wurde für diese Woche angesetzt. Am Tage nach dem arabischen Generalstreik bot das Leben in ganz Palästina ein vollkommen normales Bild. Aus allen Tellen des Landes treffen Berichte ein, die übe*c:nct!mmend den Eintritt vollkommener Ruhe bestätigen. Auch in Nablus ist nach 48 Stunden fast ununter- J. Ch. Brenner Zorn Gedächtnis seines fünfzigsten Geburtstags (17. Elul 5691.) Von Dr. Max Mayer (Jerusalem). Seit seinem 20, Lebensjahre umflattern ihn Ahnungen eines frühen, unnatürlichen Todes. Die Helden seiner Romane stehen fast alle vor der Alternative: Selbstmord oder Wahnsinn. Sie stehen dem Tode näher als dem Leben. Sie suchen zwar durch Dialektik sich selbst diesen Tatbestand auszureden. Auch ist ihre Lebenszähigkeit häufig die ihres Schöpfers. Sie finden, daß gerade darin, wenn alles zum letzten, unentweichbaren Ende gekommen ist, es möglich, ja notwendig sei, zu leben. Aber wir wissen, wie es in Wahrheit um sie steht. Wissen, daß es keinen Ausweg für sie gibt, am wenigsten einen rein dialektischen. Wissen, daß morgen sie ihre Lebensmüdigkeit neu übermannt, bis eines Morgengrauens, nach brocliener Unruhe die Ordnung vollkommen wiederhergestellt. Alle Geschäfte wurden morgens wie gewöhnlich geöffnet. Polizeioffizier Kyles, der am Sonntag Nachmittag im Kampfe gegen die arabischen Demonstranten verwundet worden ist, wurde zur Durchleuchtung des Kopfes und des Brustkorbes nach Jerusalem gebracht. Er dürfte schwere innere Verletzungen davongetragen haben. Die ersten Urteile gegen Demonstranten Am Dienstag, dem 25. August, wurden die ersten Urteile gegen die Teilnehmer an den Ausschreitungen in Nablus gefällt. 22 Rädelsführer der Unruhen wurden zu Q e f ä n gnisstrafen von drei bis zwölf Monaten verurteilt. Weitere zwanzig Personen, die wegen Teilnahme an den Ausschreitungen in Nablus verhaftet worden sind, wurden ins Untersuchungsgefängnis nach Jerusalem gebracht. Die bei den Straßenkämpfen Verwundeten sind in Jerusalemer Spitäler eingeliefert worden. Jerusalem, 25. August. (J. T. A.) In Nablus macht sich ein wachsender Widerstand der besonnenen alteren arabischen Führer gegen die ungezügelte Propaganda der jugendlichen Elemente bemerkbar. Die friedliche arabische Bevölkerung verurteilt die Ausschreitungen in der Stadt; insbesondere sind die strenggläubigen Moslems darüber erbittert, daß auch Frauen an den Straßenkundgebungen teilgenommen und Steine gegen die Polizei geschleudert haben. Es wird erwartet, daß die Mißstimmung׳ in den Kreisen der älteren orthodoxen Mohammedaner eine Gegenbewegung fegen die extremen Nationalisten auslösen werde mit dem iel, die jugendlichen Heißsporne endgültig zur Ruhe zu bringen. In der letzten Sitzung der Arabischen Exekutive trat der Sekretär der Exekutive, Dschemai Hussein!‘, dafür ein, daß die Araber in Palästina die Taktik der Non- Cooperation mit der Regierung, wie sie von der indisehen Bevölkerung durchgefünrt wurde, einschlagen. Er erklärte, die bisherige arabische Taktik habe versagt und daher sei es notwendig, neue politische Methoden anzuwenden, auch wenn diese zu Massenverhaftungen wie in Indien führen sollten. Wie verlautet, werden die Beratungen der für den 20. September nach Nablus einberufenen arabischen Landeskonferenz diesen Gedanken erörtern. Die Konfer«tWll4jI• weigerwri'-g,■3״er talt zu den toArabischen Exekutive gefaßten Geheimbeschlüssen gehören soll, Stellung zu nehmen haben, m Im Leitartikel seiner Nummer vom 24. August nimmt ״Manchester Guardian“ zu den Unruhen, die sich in Palästina an dem Tage des Generalstreiks ereignet haben, Stellung. In dem Artikel wird u. a. ausgeführt: Gestern war der zweite Jahrestag der Unruhen in Palästina, die zahlreiche Menschenleben gekostet und zu einer gründlichen Ueberprüfung unserer Politik in diesem Lande geführt haben. Trotz dieser Ueberprüfung mit ihrer freundliehen Haltung gegenüber den arabischen Beschwerden ist es der Regierung nicht gelungen, Unruhe und gefährliche Agitation zu beseitigen. Der Hauptgrund der gegenwärtigen Agitation ist der Beschluß der Regierung, den exponierten jüdischen Kolonien ״versiegelte Waffenlager“ zur Verfügung zu stellen. Unter den herrschenden Verhältnissen ist diese Vorkehrung notwendig, denn das Gefühl der Unsicherheit ist unter den Juden Palästinas so verbreitet, daß vor kurzem der amerikanische Konsul die Frage der Sicherheit der amerikanischen Juden in Palästina vor unseren Behörden zur Sprache brachte. Wenn auch, heißt es in dem Artikel weiter, versiegelte Waffenlager derzeit unvermeidlich sind, so sind sie doch an und für sich höchst unerwünscht. Selbstverteidigung von Zivilisten ist immer ein gefährliches Ding, auch wenn sie, wie es hier der Fall ist, sorgfältig überwacht wird. Die richtige Methode der Sicherung von Leben und Eigentum ist die Aufrechterhaitung einer Polizeimacht von genügender Größe und Aktionsfähigkeit, um zu gewährleisten, daß Verbrechen nicht verübt werden können, ohne daß Verhaftung und Bestrafung der Täter gewiß ist. Aber unsere schwankende Politik seit 1929 hat viele Araber fälschlich, wenn auch nicht ganz unverständlicherweise, zur Ueberzeugung geführt, daß wir im geheimen mit ihrer feindlichen Haltung gegenüber den Juden sy mpathisieren. An der Notwendigkeit versiegelter Waffenlager läßt sich das Versagen der Regierung ermessen. Jerusalem, 16. August. (J. T. A.) Aus dem Gefängnis in A k k o sollten am 13. August drei Araber, die in dem Oefängnis ihre Strafen wegen Teilnahme an den judenfeindlichen Ausschreitungen im August 1929 verbüßen, nach Jerusalem gebracht werden. Die übrigen Insassen des Gefängnisses protestierten stürmisch gegen diese Maßnahme der Gefängnisverwaltung. Es kam zu einer Revolte, die erst, nachdem sie einen halben Tag gedauert hatte, unterdrückt werden konnte. Die Gefängnisleitung hat sich genötigt gesehen, ihre Absicht, die Verurteilten nach Jerusalem zu bringen, fallen zu lassen. durchquälter Nacht, ihr Dasein gänzlich unterhöhlt ist. Dann spielt das Rasiermesser am entblößten Halse. Wenn auch der plötzlich eintretende Freund den erschreckten Todeskandidaten am Tun verhindert und der Fuß das Messer noch einmal hastig unters Bett stößt, wir wissen: übermorgen wird die Schlinge des Stricks, Gift oder Stromwasser das Unvermeldliche vollbringen. ־־’■ Einige tage vor seine!n;töde1''¥agte BrenneFtt'beMg'*auf' seinen von ihm über alles, beinahe krankhaft geliebten Sohn zu Freunden: ״Seitdem mir Uri geboren ist, habe ich mit dem Leben einen Bund geschlossen und werde ihn nicht brechen.“ Er konnte diesen Vorsatz nicht erfüllen. Als einige Tage darauf, wahrend der Mai-Unruhen 1921, Freunde ihn aus dem arabischen Viertel bei Jaffa, in dem er wohnte, mit einem Automobil retten wollten, weigerte er sich, mitzukommen. Er hätte der Flucht zugestimmt, wenn auch die Familie, bei der er wohnte, hätte gerettet werden können. Am nächsten Tag wurde er zusammen mit dem alten Jatzkar erschlagen am Zaun des Gehöfts aufgefunden. Nicht bloß Menschenliebe, die in ihm stärker war als sein Selbsterhaltungstrieb, erklärt sein Verhalten: in ihm lebte, trotz aller Zähigkeit, mit der er am Leben hing und all die Krisen seines Daseins überstand, ein dunkler Drang nach Auflösung, nach Erlösung vom Zwiespalt seines Bewußtseins. Er hatte nicht die Fähigkeit des überlegenen Geistes, die Erscheinungen des Lebens von zwei oder mehreren Seiten aus zu betrachten und sich eine Meinung zu bilden Meinungen haßte er glühend, besonders solche, die Lösungen zu geben glaubten. Vielmehr sind die Für und Gegen sprechenden Gedankenreihen bei ihm nicht logischem Nach einander des Denkens, sondern einer fatalen Gleichzeitigkeit entsprun gen. Vorder- und Rückseite der Medaille sind bei ihm auf dieselbe Seite geraten und ineinander geprägt. Seine Kunst bestand darin, dieser heillosen Verwirrung (״Mein Gehirn ist nicht intakt, mein Schädel dreht sich!"), eine Form der Dar■ Stellung zu geben, die uns trotz ihrer künstlerischen Unvoll■ endetheit und trotz unserer Weigerung, zu folgen, anzieht und erschüttert. Brenner ist wie keiner in unserer Literatur der Dichter der seelischen Verwirrung. Brenners Romane haben nicht bloß autobiographischen Charakter, so sehr dies auch auf den ersten Blick scheinen mag. Sie sind zugleich großartige Geschichtsdokumente einer leidenden jüdischen Generation um die Wende des 19. Jahr hunderts. Die Jugendzeit dieses Geschlechts steckt noch tief in der Vorstellungswelt des osteuropäischen Aufklärungszeitalters. Die Haskala gleitet hinüber zu den Ideen Tolstois, Schopenhauers, Nietzsches (alle zumeist gleichzeitig und, was noch charakteristischer ist, nicht gerade kontradiktorisch!), führt zum Ideal des persönlichen Individualismus. Bei Beginn der nationalen Entwicklung stellt sich die Intelligenz begeistert in den Dienst dieses neuen Ideals, wird aber ebenso schnell ins breitere Flußbett antibürgerlicher, sozialrevolutionärer und marxistischer Ideen gerissen. Nur wenige haben die Kraft, sich zu jener Distanz und Reservation gegenüber dem internationalen Kosmopolitismus durchzuringen, ohne die die Existenz eines nationalen Judentums und die kämpfende Sorge um es sinnlos erscheinen. Die ideologische Brücke von einem in sich selbst nicht sicheren jüdischen Galuthsozialismus zur zionistischen Palästmaidee zu schlagen fällt dieser Generation nicht leicht. Antijüdische Gesetzgebung und Ausschreitung entheben sie freilich — unglückseligerweise — dieser Aufgabe. Die judenfeindliche Haltung europäischer Politik schlägt die Pfeiler dieser Brücke. Jüdische Ideoiogieversuche hinken nach. So wird auch Brenner aus dem russischen Hexenkessel nach London und von dort (über Galizien) nach Palästina ״verschlagen“. Die Feder sträubt sich, hier einen anderen Ausdruck zu gebrauchen. Wer diese Lebensgeschichte aufmerksam verfolgt, weiß, daß trotz der höheren Logik, die in diesem Ereignis steckt, nur eine Kette zufälliger Umstände Brenner 1909 nach Palästina gebracht hat. So wahr es ist, daß der starke Instinkt diesem Manne den rechten Weg gewiesen hat, so wenig dürfen wir in seinem Entschluß, nach Palästina auszuwandern, die zielstrebige Konsequenz seiner Ideen sehen. Palästina bleibt gewissermaßen auf dem Wege der negativen Wahl übrig. Mit ihm wird auch sein Held nach Palästina verpflanzt. Der Jeschiwa-Bachur und viclgeplagte Extraneer Jirmija Feiermami, der (״Im Winter“) trotz des furchtbaren Erbes, das ihm eine qualvolle Jugend hinterlassen hat, ״beschließt“, daß der zweite Teil seines Lebens anders sein soll (wie oft ״beschließt“ der Brenner-Held, von Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen gepeitscht, ein neues Leben zu beginnen!), verwandelt sich in den neurasthenischen Lehrer- Schriftsteller Abramson, der nach langem Kreisen ״Rings um den Punkt“ (der ״Punkt“ —■ eine junge intelligente Btindisiin, die er zu seiner zionistischen Anschauung zu bekehren weder die Kraft noch den Willen hat) im Schmerz um den Tod seines geliebten Freundes, eines hochbegabten, zu philosophischer Spekulation hingezogenen Nihilisten und Selbstmörders, den Verstand verliert. Chanina Minz, die neue Metamorphose des Brenner •Heiden, leistet dann (״Ein Jahr“) russischen Militärdienst, flicht, wird auf der Flucht gefangen und in neuer Namensvvandiung per Etappe ״V o n A. bis M. ־, von Gefängnis zu Gefängnis geschleppt. Ein weiterer Fluchtversuch bringt Brenner über die deutsche Grenze und weiter nach London, wo wir ihn (״J e n s e i t s der Grenzen“) in dem von Dekadenz nicht wenig an gekränkelten, tuberkulösen Literaten Jochanan Maharschak, dem unglücklichen Sohn und Epigonen einer berühmten Gelehrtenfamilie, wiedertreffen, der als Emigrant in der englischen Hauptstadt mit seinem Bruder eine Kneipe führt, Treffpunkt des Ea^t-Ender ostjüdischen Proletariats. In Palästina führt dann der Brenner-Held als ״Owad Ezoth“ (״Ratlos“) über ״Da und Dort“ (Galuth und Palästina) ein erschütterndes Tagebuch, aus dessen Blättern uns die namenlose Verzweiflung des inneren Verfalls entgegenschreit (״Ich kann nicht nicht schreien!“). Und schließlich, gleichsam ein stilles Einsinken und Verlöschen, ereilt Jecheskel Chefez, den Helden des letzten großen Romans Brenners in ״Verwaistheit und Verfall“ das langerwartete Schicksal: völlige körperliche und geistige Auflösung. Seine Auflehnung gegen dies grausame Schicksal, die scheinbare Kraft, alles zu überstehen, ist nur letzter Zuckungsreflex einer schon längst verfallenen Seele. Das ist, in kurzem, das Lebensdrama. Eine dieser Roman- «garen hat ׳sich seifest im Verdacht, ttafjer ständigen Hecvorhebüng seines ,jNlehtheldentums‘* eine Art Koketterie *zugründe liege. Wir glauben, er täuscht sich. Der Brenner-Held ist in der Tat im Grunde ein ״Nichtheld“, jemand, der auch nicht die geringste Fähigkeit besitzt, des Lebens Herr zu werden, sich gegen die Macht seines eigenen zersetzenden Denkens zu schützen. Fast scheint es, als ob der Schöpfer dieser Gestalten der Kraftlosigkeit, Passivität, Zerstörbarkeit seiner ״Helden“ bedürfe, um selbst ihren Untergang zu überleben. Etwas von dem Verhältnis des jungen Goethe zu seinem Werther steckt darin. Aber vielleicht ist das eines der großen Geheimnisse des Schaffens überhaupt. Anders ist es kaum erklärbar, daß dieser Mann, dessen Seele tausendfach zerfetzt und zerfressen war, außer der großartigen Selbstanalyse, die er uns in seinen Romanen gegeben hat, eine Reihe bedeutender objektiver Leistungen vollbracht hat, für die ihm die hebräische Literatur und die jüdische Arbeiterschaft ewig dankbar sein werden. Dem fanatischen, beinahe krankhaften Subjektivismus gesellte sich eine überraschende und bewunderungswürdige Fähigkeit, sich rein sachlichen Arbeitsanforderungen weit über das gewöhnliche menschliche Maß hinaus gewachsen zu zeigen. Zeuge dafür ist der Londoner ״Hameore r“, die einzige ansehnliche hebräisch-literarische Zeitschrift jener Tage, die er in den Nachtstunden (er lernte in London das Setzerhandwerk) selbst setzte, druckte, zum Versand brachte und zum großen Teil auch selbst schrieb. Zeuge ist seine vielseitige Tätigkeit als Redakteur von ״Haadama“, der Monatsschrift von ״Achduth-Haawoda“. Ueber seine staunenswerte Produktiv!- tat auf publizistischem Gebiet legen die letzten drei starken Bände der im Stybl-Verlag erschienenen achtbändigen Gesamtausgabe seiner Schriften beredtes Zeugnis ab. Gleichgültig, ob man immer seinen Gedankengängen ohne Widerspruch folgen kann oder nicht — aus ihnen spricht eine gewaltige geistige Kapazität, ein für Angelegenheiten des öffentlichen und geistigen Lebens aufgeschlossener Geist. Die Sorgfalt, mit der er als Redakteur der manchmal unbeholfenen Sprache des einfachen Arbeiters zum Ausdruck verhalt, die Liebe, mit der er junge Talente förderte, ist mustergültig. Brenner war von dem unerschütterlichen Glauben besessen, daß die schöne Literatur dazu da sei, die letzten Rätsel des Lebens zu lösen. Sein heißes Bemühen war es, in seinen Werken einen Beitrag zu dieser ״Mission“ der Literatur zu liefern. Eine befriedigende Lösung auf seine Fragen wußte er nicht zu geben. Unter ungeheueren Konvul• sioner! gibt er dies seinem Leser auch offen zu verstehen. Das Bewußtsein dieser Unzulänglichkeit macht seine Tragik aus. Anfangs hielt er es für sein persönliches Versagen. Daß es in Wahrheit das Versagen einer ganzen Generation GLÜCKWUNSCH-ABLÖSUNG ZU ROSCH-HASCHANAH SONNTAG DER ERSTE HAUPTSAMMELTAG DES KKL!