Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 65 (21.8.1931)
- Date
- 1931-08-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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N?, 01, 21, vjn. taai JÜDISCHE IüHDSCHäU Sei«; 401 A*r• ChatiEtllöf, ei«« stärk f»׳e Unteamehmungafreudigkeit gemp< weil 4m> wirtschaftlich•» RentskUitll«;AusaiGht«a 1»!«׳ wßl*n. lipd gerade diese Aufgabe, die Rentabilitäts-AueBtehten zu steigern und d#du«h dfe Ahüie bungskra ft und Fassungskraft d»8 Landes?4 vcrgrä Bern, bäbe« wir veinarhlassigt. Wir haben «ns auf ein Wunder verlassen. Und nun sagt mi«, d§8 tollt, f!aeb #« politischen Schlägen des letzten Jahres, kein• ArWtsinbglichkeit vofhan־ den sei. Auch dies lut eint Jcq«v«t>tl011«Ue Lüge. Sogar innerhalb der verengten Schranken, trotz der׳ durch unsere Feinde geschaffenen Hindernisse, gibt es noch genug Möglichkeiten, was not tut, is| nur guter Wille, intilligenz, große ^ittel und gute Qrganis»* t i o n. Die Sachverständigen haben geirrt l Palästina i»t picht darum arm, weil kein Bade® % die reliadien da ist» sondern weil keine Fellachen für den Boden da «ind. Sa gibt Raum für ungeheure Arbeit, W«ti» Wir «MT imitaiwe wäre». Diese Arbeit würde auch die Gegnerschaft unserer Nachbarn, die in unserer ״Politik“ soviel Nahrung finden, beseitigen. In einem weiteren Artikel beklagt der Verfasser die durch die Agitation von noMi und Haies entstandet»» Varhetzung der jüdischen Jugend. Er spielt dabei auf die bekannte Rede U»sis§bletn« a«, der rühmend getagt hat, die Arbeiterpartei und die Revisionjsfen hält« die Jugend wieder zu gewinnen verstanden. Win •lebt aber diess Jugenderziehung aus? Als Illustration erzählt der Verfasser zwei kleine Erleb־ nlsse während einer Eisenbahnfahrt: Ein fünfjähriges Mädchen sang ein Lied, Worin es Meß: ״ln Petajh Tikwah Araber, in N»ß jEt«1ab Beduinen. ״ Als ich sie fragte: ״Liebes Kind, gibt es in Petaeh Tikwah keine Juden?“, kam die apodiktische Antwort des Rindes: ״Nicht einen einzigen.“ — upa ein andermal, in de» Tagen des Kongresses, fahren wir in der Eisenbahn, alles ist in die Zeitung versunken. Eine kleine Gruppe von Schulkindern liest den revisionistischen ״Haam“, W|r fährett an Tul-Kerem vorbei. Einer der Schüler erklärt: ״Seht da die laiidwlftschaftiiehe Schule, die die Regierung gebaut hatH1itctep1Qek|e, das sie uns gestohlen hat.,,..“ Ein Mitreisender a»gt' ״Die Regierung hat eine Schule % die Araber gebaut und baut die zweite für die Juden, gemäß dem Willen des Speitoers.“ — ״Ja, ja, die Verräter haben die Hälfte unseres Landes den Arabern gegeben“ — ״Wfr sind die?“ — ״Welzmann und seine Clique r — Nicht nur die Kinder, so schließt der Artikel, werden hier nachgezogen, sondern auch die Kindischkeit. * Das Orgs» d« liberalen!agljicfiiu Juden ״T h e J e w i s h Guardia«״ spricht sein Bedauern darüber aus, daß Colonel Kisch von seinem Am♦ ייי Palästina?»rijekgetreteu ist. Die Karriere dieses befähigten, aus dem britischen Verwaltung- und Militärdienste hervori#f»«§e»en Juden im öffentlichen Leben könne sicherlich nicht bei einem Alter von 43 Jahren abgeschlossen sein, Bej dieser Gelegenheit klagt das Blatt auch darüber, d»9 i« der britische» Verwaltung Palästinas die Zahl der Juden jti verantwortlichen Stel- Jungen immer geringer wird. Es sei höchst zweifeihalt, ob Normalt!entwich als Q«»wal8f»atsanwalt und Hyamson als Leiter des Inimigrationsdepartenienfs von ihrem jetzigen Urlaub auf ihre Regten zprüfekkehfen werden. Professor Laski habe diese Politik des Kelonialarntes auf die Voreingenommenheit Lord Passfields zurückgeführt. Auf alle Fälle, so schreibt ״The jewish Guardian״, muß man diese Entwicklung als Zeichen der Zeit festhalten. Die Regierung welle offenbar durch diese Politik die Araber gewinnen uni die moslemisch« Welt beruhigen. Diese Politik hat!her ieft Jyden iijvijf zugfmutet und kann «fcKt aufreehterh»Iten bleiben. ״Friede durch Religion“. Am 12• August wurde in Genf die Sitzung des Exekutivkomitees der ״Weltkonferenz für den Frieden durch die Religion^ eröffnet. Ajs Vertreter des jüdischen Glaubens nehmen an den Beratungen Rabbiner Pr. Stephen S. Wise (New Vork) und Rabbiner Rubinstein (wiina) teil. Anläßlich der Sitzung d®ß Exekutivkomitees fand in Genf eine öffentliche Kundgebung statt, iii der Vertreter verschiede- 11er Religionen, unter ihnen auch Stephen S, Wise über das Thema ״Entwaffnung *fe ethisches Problem“ sprachen. — Am 14. August wurde dl» Sitzung des Exekutivkomitees geschlossen, Unter den drei Regnern, denen Schlußreferate übertragen worden waren, befand sich auch der Oberrabbiner von Wilna, Ru bin st ein. Er erklärte, die Frage des Friedens stelle kein Problem für sieb dar, sonder» sei mit allen übrigen ethischen Problemen und Geboten eng verknüpft, Besonders eingehend befaßte sieb der Redner mit der Auffassung des Friedens durch die jüdischen Propheten. Er legte de״ unterschied zwischen biblischer Wd nichthiblischer Konzeption des Rechtes dar. Während für die Römer hi« Macht die Grundläge des Rechtes W»r und das Schwert sein Symbol, haben die Propheten das Recht auf der durch göttliches Gesetz geforderten Idee der Gerechtigkeit aufgebaut. Nach jüdischer Auffassung muß der Frieden sich auf Wahrheit und Recht gründen, Recht Und Wahrheit seien die Wege, »HP Frieden. — D#s Exekutivkomitee setzte di« Einberufung' des Weit- Kongresses für den Frieden durch die Religion für November 1932 fest. Die Beteiligung der Vertreter der neun größten Religionen ist bereits gesichert. Dem gemeinsamen Äktionsausschuß der Religionen gehören U. 9■ als Vertreter des Judentums Prof. Albert Ejustein, der auch Vizepräsident des Kongresses sein soll, als Vertreter der Katholiken der ehemalige österreichische Bundeskanzler Prälat Dr. Seipel, als Vertreter der Brahmanen Rabindranath Tagore an. Der internationale Orient-Kongreß in Leiden. An dem 18. internationalen Orientkongreß, der in der Zeit vom 7. bis 12. September d. J. in Leide» (Holland) stattfinden wird, werden auch einige jüdische Gelehrte tejluehmen. Aus Amerika kommen Professor Richard James Horazio Gottheil, der bekannte Orientalist der Columbia University, der in den Jahren 1909/10 di« American Schpol of Archaeology leitete und auch durch seine Betätigung in der zionistischen Bewegung bekannt ist, sowie Professor Max Leopold Margeliest der 1924/25 Vorlesungen an der Hebräischen Universität Jerusalem gehalten hat. Außerdem werden sich an dem Kongreß Professor E. IHtmanp (Deutschland), Dn E, Lev» Rravencal (Marekko), der Präsident der Sektion für Papyrus-Kunde Qr. D. Ca he 11- Amsterdam und dar Prisidtnt der Sektion für semitische Sprachen Prof. Pr. J. L. P a I * <3 b «׳ Amsterdam beteiligen. ־״־ Die Pallstinareflifung wird auf dem Kongreß durch Dr, L. P. M #y «r vfrtrit«» ««in- New V«rk, 14• August. (J.T-A.) David A• Brown, der in den letzten Jahren ««I dem Gebiete vpn Sammelaktionen für philanthropische Zweck« hervorragend tätig War und Insbesondere als Leiter der Campaign für den Stiftunpfaad» des Jewish Theological Seminary of America bekannt ist, wurde als Nachfolger von Bernhard Edelhertz, der vor kurzem Selbstmord begangen hat, zum Präsidenten und Herausgeber des ״American rlebrew Magazine“ gewählt. Als Chefredakteur du Blattes tungiert weiter Rabbi Isaac Landmaa Aus den Gemeinden Zur Sitzung der Berliner HeprSscutauten -Versammlung A»1 leitender Stelle der vorliegende» Numm«r wird der Beschluß der letzten Sitzung der Berliner Repräsentantenver*ammlung über den Lehrstuhl in Jerusalem von Pr- Alfred Klee gewertet. Dieser Beschluß war von symbolischer Bedeutung. Er zeigte, da® bei der gegenwärtigen Mehrheit ia der Berliner Repräsenlantenversaremlung ein erstaunliches Unverständnis fttr die Lagerung der Richtungen innerhalb der deutschen Judeqhelt und der Berliner jüdischen Bevötkerung herrscht. Dieses Unverständnis zeigte sich auch In der Behandlung der Anfrage über dfe Beziehungen der Jüdischen Gemeinde zur Jewish Agency, worüber wir in der vorigen Nummer kurz berichtet haben. Die verstorbenen Vorsitzenden des Councils der Jewish Agency, Louis Marshall und L, K, Frankel, sind bedeutende Führer des liberalen Judentums in Amerika gewesen. Trotzdem haben *je es mit ihrer jüdisch-liberalen Gesinnung durchaus im Einklang gefurtden, sich sogar an die Spitze der wichtigsten Institution der Jewish Agency zu stellen. Die Berliner Liberalen sind in dieser Hinsicht anderer Ansicht und, wie die letzten Ver- Handlungen in der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde beweisen, auch unbelehrbar. Ueberhaupt zeigt das Verhalten der liberalen Fraktion wenig Verständnis für die Gesamt»nteregsen unserer Gemeinschaft. Immer kehren in Anträgen und Erklärungen, die von liberaler Seite gestallt oder kräftig unterstützt werden (z. B. die Anträge und Anfragen d«8 Ultraliberalen, außerhalb der Fraktion stehenden Woyda), Ausdrücke und Wendungen wieder, die von Gehässigkeit Und einem unbegreifliche» Unverständnis fii'r gegnerische Anschauungen zeuge». Dadurch werden die privaten und rein menschlichen Beziehungen zwischen den Mitgliedern der Qemeindekörpersehaften vergiftet und unheilbar zerstört. Zwei Beispiele für sehr viele Vorkommnisse: In einer prinzipiell außerordentlich bedeutsamen Aussprache (über die Frage des Lehrstuhles der Berliner Gemeinde in Jerusalem) beantragt Dr, Fleischer Schluß der Debatte ohne Anhörung der vorgemerirten Redner, und dieser Guillotiuc-Antrag wird angenommen. Wir sind mit all denjenigen ejpig, die bestrebt sind, zu verhindern, daß di« Repräsentanten- Versammlung eine ״Schwatzbude“ werde und sind für eine sachliche Geschäftsführung. Wir halten es für durchaus angebracht, daß ein Ältestenrat — das Präsidium verstärkt durch zwei hi» drei Mitglieder — vqu Fafj zu Fall lieh darüber schlüssig־ werde, in welcher Weise die »uf der Tages- *>rdnnng stehenden Punkt« behandelt, werden seilen- VnmSglieh ist jedoch der Zusbpd, daß d1#eh brutalen Machtwillen der Mehrheit irgend«»« Debatte abgehackt wird, ebne daß inan auch nur im geringsten versucht hätte, mit der Gegenpartei zu einem Einvernehmen zu gelangen. In einer Rede eine« liberalen Repräsentanten wurde in bezug auf einige Vplksparteiler die Wendung gebraucht, daß di«a« eip ^sqhifch- ־ feg' ־ Qetviss«»״ ' habt«.'' Wpfj»; soll«« derartig«' unlÄltl, ehrenrührige und unwürdige Verunglimpfungen führen? Die Volksparteiler haben mit Rücksicht auf die Notzeit schon i» der erst«» Sitzung der neuen Wahlperiode betont, daß sie 2» einer ruhigen und sachlichen Arhett bereit sind, Diesem Wünsche ist leider von der liberalen Mehrheit nicht Rechinnig getragen worden- Di« Judenheit Berlins bildet in der gegenwärtigen Situation nicht nur eine Glaubens-, sondern auch eine Schicksals- und Notgemeinschaft. Diese Grundtat- Sache seilte von keiner Seite vergessen werden. Wir sind kampfgewohnt »nd scheuen keine Auseinandersetzungen. Man wird uns ohne weiteres das Zcupi« »umstellen können, daß wir uns *u schlagen, und zwar gaa* kräftig zu schlagen wissen.* Wir suchen aber nicht den Kampf um des Kampfes Wille», Wir wollen Auseinandersetzungen von Mann zu Mann, gegenseitige Beeinflussung und wechselseitige Rücksichtnahme, Diesen Prinzipien widerstrebt aber die gegenwärtige Methode der liberalen Mehrheit. Der starre Fraktionszwang, der von den Liberalen unter dem Einfluß ihrer Ueberradikalen (und »»eh formal Außenstehender) geübt wird, ist kein _geeignet«» Mittel, «in« jüdische Gemeinde in Ruhe und sachlich ZU verwalten. Nur durch Kooperation aller Richtungen, bei aller Wahrung der prinzipiellen Unterschiede, kann inan über di« gegenwärtigen schweren Zeiten hinwegkomman. Wenn die Liberalen das nicht einselien wollen und nicht ihre Ultras zu bändigen imstande sind, dann werden sie die Verantwortung dafür tragen müssen, wenn die Verhältnisse in der Berliner Jüdischen Gemeinde in ein Chaos ausarten. Es ist bedauerlich, daß durch die Delegierung der besonnensten Elemente der liberalen Richtung in eien Geroeinclevbrstand di« liberal« Fraktion in der Repräsentantenversammlung des Korrektivs beraubt ist, das in Persönlichkeiten wie dem verstorhenen Professor Dr. Moritz Türk ein Sicherheitsventil darstellte, welches verhinderte, daß unerfahrene überliberale KampfhShnc gegen die Qesamtinteresseu der jüdischen Getnrinschaft in Berlin sündigen. mw. Zu unserem Berichte über die letzte Sitzung der Reprisentanten-Versammlung in der vorigen Nummer seien noch, nach der JTA., folgende Einzelheiten nachgetragen: In der Debatte Übfr die Subvention ihr den Lehrstuhl ii» Jerusalem ergriff nfch den Reden ijes Interpellanten bzw. des Antragstellers, Dr. Alfred Klee und Bruno woyda, und nach einer Vorstandserklämng des Kammergerichtsrats Wal ff der Führer der Liberalen, R,-A. Heinrich Stern, das Wort. Er führte u. a. aus; Die Bemerkung Dr. Klees, die Handlungsweise der liberalen Vertreter stehe mit Treu und Glauhen nicht in voltetändijpm Einklang, habe »h» tief getroffen. Der Vorsitzende dieser Ver- Sammlung sei über den Verdacht erhaben, sich für Dinge einzu$efzen, durch die sich eine Fraktion hintergangen fühlen könnte. Die liberalen Unterhändler bei den Zwischenparteiliehe» Vereinbarungen hätten erklärt, daß sie sich im Hinblick darauf, daß sie night wüßten, welche Fraktionen in der nächsten Legislaturperiode in der Repräsentantenversammlung vertreten se|n und welche Verhältnisse herrschen würden, nur bis zu den Wahlen im Jahre 1930 binden können, Auch sie hätten nicht damit gerechnet, daß der Lehrstuhl nur für zwei Jahre geschaffen werden sollt«, Es müsse aber zwischen Errichtung und Erhaltung des Lehrstuhls unterschieden werden, Alle Vereinbarungen seien damals aus- (irücklich befrist« getroffen worden. Entscheidend für «eine jetzige Stellungnahme in dieser Frage aber sei der Beschluß des Zionistenkongresses über die Universit ä t. Auch wenn er nicht aus finanziellen Gründe!» sieh feien die Gewährung des Beitrags in diesen! Zeitpunkt wenden müßte, würde es ihm die in der Resolution des Kongresses aijsgesprochene Einschränkung der Voraus! ctzungslosigkeit zur Forschung an der Uniyergifät unmöglich machen, für ihre weitere Förderung durch die Berliner Gemeinde einzutreten. Die Gemeinde, die in ihrer überwiegenden Mehrheit nicht nationaljüdisch sei, sei nicht pur nicht verpflichtet, sondern sogar gar nicht berechtigt, ej» |nstitut zu unterstützen, das nicht die Wissenschaft, sondern den nationalen Geist fördern (I) «pU. Er hoffe, daß künftighin diejenige» Kreise, die die U»ivi»s»tä1 als Hort nationalen Geistes wünschen, für die Erhaltung des• Lehrstuhl« Sorge tragen werden. Die Liberalen seien keinesweg« Gegner der Palästina-Arbeit. Denn wer liebte nicht das Land, aus Rem wir gekommen sind? Nur die gegenwärtige Art des Aufbaus mache den liberalen Juden in Deutschland die Beteiligung am Palästina-Werk unmöglich. Sie hoffen jedoch, daß e« ihnen einst möglich sei» werde, auch an dieser Arbeit teilmnfhm@n, Nachdem noch R,-A. Dr. K 011 e t» s c h e r als Versitzender der Kommission, dl« die Vorbereitungen zur Schaff»«!« des Lehrstuhls getroffen hat, darauf hingewiesen hatte, d«p pan sicher nicht im Juli!930 die Besetzung des Lehrstuhls verte- Hemmen bitte, wenn damit gerechnet worden wäre, daß per Lehrstuhl nur bis Dezember desselben Jahres beatehin aaifte, hielt Dr. Klee das erste Schlußwort. Das zweite Schlußwort hielt Bruno Woyda. Er erklärte, für eine demokratische Kör- . P4iä«tina,Werkw> solange es nationaljüdisch und zionistisch sei, nicht Hache dar Gemeinde sein könne. E» folgt« dienamentliche Abstimmung über den Antrag Woyda. Im eigenen Name», sowie im Namen des Vertreters der Ueb«rp»rte1I»ehen Vereinigung Dr. Joseph Hirsch gab sodann Dr. Alfred Wiener (Reh Mittefp.) die Erklärt»»« ab, ar habe sich der Stimme nur im Hinblick auf di« Finanzlage der Gemeinde enthalten. Die außerordentlich wichtige Arb«'®, die d»e Universität 1m Vorderen Grient leistet, muss« von jedermann anerkannt werden; Er wünsche, daß sich die Finanzlage der Gemeinde bald andere, damit eine so hervorragende wissenschaftliehe Arbeit wie die der Jerusalemer Universität auch von der Berliner Jüdischen Gemeinde wieder gefördert werden könne. _ Frankfurt a. M. Die Organisation der Wohlfahrtspflege der Israelitischen Gemeinde ist bereits seit einigen Monaten durch di* Wirtschaftskrise ernstlich gefährdet. Das Gemeindeparlament hat sich in seiner letzten Sitzung genötigt gesehen, die sofortige Einleitung einer Notstandsalctlon zu beschließen. Inzwischen hat sich die Lage durch die letzten Wirtschaftsereignisse weiter zugespitzt, so daß der gänzliche Zusammenbruch aller Wohlfahrtsinstitutionen der Gemeinde in bedrohliche Nähe gerückt ist. Die Israelitische Gemeinde hat deshalb in einer Sonderausgabe ihres Ciemeindeblattes folgenden letzten Hilferuf a!1 die GemeindemifgHeder gerichtet: ,/Die jüdische Wohlfahrtspflege befindet sich in einer Katastrophe! wenn ihr nicht in ausreichendem Maße von alle» Kreisen der Frankfurter jüdischen Bevölkerung in großzügiger Weise Mittel zur Verfügung gestellt werden, muß sie in kurzer Zeit ihre gesamte rürsorgetätigkeit einstellen. Das bedeutet: Hunderte jüdischer Familien, Männer, Frauen und Kinder werde« auf der Straße liegen; hunderte körperlich geschwächter Kinder werden für ihr ganzes Leben gesundheitlich geschädigt werden; hun- Gerte geistig oder körperlich gefährdeter junger Menschen werden der Verwahrlosung verfallen. Tausende müssen hungern! Eine Verwahrlosung wird einsetzen, deren Folgen nicht abzusehen sind! Schnelle Hilfe tut not! Jeder muß helfen!“ * Während eines starken Gewitters, das am 16. August über Eberswalde niederging, schlug der Blitz in die dortige Synagoge «n. Die Kuppel der Synagoge verbrannte und durch den «inatrömenden wolkenbruchartiger! Regen wurde die Inneneinrichtung der Synagoge stark beschädigt. Unter den neuen Mitgliedern der Preußischen Akademie* der Künste, die am Verfpstmgtag auf Vorschlag des preußischeu Minister» G r i m »»« in die Abteilung für die bildenden Künste beruf«» wurden, befindet sieh auch Erich Mendelssehn, der Schöpfer einer Reihe repräsentativer Bauten wie dgs Verla|shausea Rudolf Masse in Berlin, der Kaufhäuser Schocke« m Nürnberg und Stuttgart, des Einstein-Turms in Potsdam U. V. *. Auch auf die jüdische Architektur in Pa- Isst (na h»t Mendelssohn durch seine» Entwurf für ־ die Kraftstation der Palestine Electric Corporation in Tel-Avviw richtunggebend gewirkt. Die iiniige außerhalb Palästinas ßerausgegebene hebräische Tageszeitung, JSH a z e f i % « h“ in Warschau, hat am ll. August ihr Erscheinet» infolge finanzieller Schwierigkeiten «ingestellt. Man muß wirklich die Frage auf werfen, warum immer wieder mit unzureichenden Mitteln diese Versuche der Herausgab® hebräischer Tageszeitungen gemacht werden, die keinen Bestand haben können. Man könnte die Gelder zur Pflege der hebräischen Sprache nützlicher ausgeben. Wie wir bereits kurz gemeldet haben, ist der griechischorthodoxe Patriarch in Jerusalem, D a «n a 11 i a s , gestorben. Der Verstorbene hat sein Amt seit dem Jahre 1897 bekleidet. Seiner geistlichen Jurisdiktion unterstanden etwa 70 000 Angehörige per griechisch-orientalischen Kirche in Palästina und Trans- Jordanien, zum größten Teil Araber. Auf politischem Gebiet ist der Verstorbene nicht hervqrgetreten. In Kapstadt ist im Alter von 54 Jahren EI» Buirski, eines der Vier jüdische» Mitglieder de! südafrikanischen Pariament* und aktives Mitglied des Ausschusses der jüdischen Gemeinde, am 14. August plötzlich an Herzschlag gestorben. Der bekannte junge jüdische Geiger Jehudi Men uh in ist durch Verleihung des ersten Preise! des Conservatoire Nationale de France in Paris ausgezeichnet worden. Gleichzeitig wurde er Ehrenmitglied der Association amicale de prix de Violon du Conservatoire in Paris, Der Präsident des Mlsrachi-Weltverbandes, Rabbi Meir B e r 1 i n, hat sich »1ach Südafrika begeben, um die Leitung der dortigen Kampagne für die Misrachi-Fonds zu übernehme». §