Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 65 (21.8.1931)
- Date
- 1931-08-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 400 מי ]ÜRIICWI RUNDICÜÄU Nr. §5, fl.VIIL 1031 Vom Leben Bundeslager des Zcirc Misrachi Ans Kreisen des ״Zeire Misradii“ erhalten wir nachstehcnden Bericht; Vom 26. Juli bis 4. August fand auf dem Boden unseres Lehrgutes Oehrjngshof (früher Rodges) das IV. Bundesla«r des Deutschen Zehe Misrachi statt. Zirka 130 Auswartige und über 80 Chaluzim des Oute« und unseres Arbeiter» Zentrums Burghaun, Fulda, sowie 15 Chawerim aus dem Esra als Tagesgäste beteiligten sich am Lager. Dieses Lager war unser bisher bestgelungenstes. Erhebliehe Bedenken standen in dieser Notzeit seiner Verwirklichung gegenüber, viele Gruppen konnten wegen Geldmangels nur wenige Chswenm und Chaweroth entsenden, dennoch gaben diese Tage Uns selbst einen Einblick in die großen Möglichkeitftt unseres Bundes. Hauptsächlich war es der Initiative und der Arbeitskraft unseres Chawers Richard Laso w* ki- Hamburg zu verdanken, dal es zustande kam. Unter seiner obersten Leitung konnte es diesen guten Verlauf nehmen. In den dreieinhalb Jahren seines eigentlichen Bestehens ist hier ein Bund mit eigener Prägung geworden.' Ueberali «tpd npr erst Ansätze zur Arbeit. Während die praktische zionistische Arbeit (Chaluziuth, KKL, Arbeit in der Z, V. f. 0.) bereits große Fortschritte gemacht hatte, ist die besondere Erziehungsarbeit im Bund bisher vernachlässigt worden. Die Devise ״Tora wa Awoda“, von stärkster Verpflichtung, hat bisher nicht viel mehr als eine etwas oberflächliche Hinwendung zum Gedanken jüdischer Bildung und zum Ideal eines jüdischen Gemeinschaftslebens auslösen können. Tiefere Fundierung, wirkliche Konsequenz fehlte noch. Es war das besondere Verdienst der 1030 gewählten Zentrale des Bundes, ii! der Pr. Leibowitz und Grete Winter führend waren, hier zur Selbstbesinnung aufgerufen und rücksichtslos jede Phraseologie aus dem Bund verdammt zu haben. Einen Erfolg dieser erzieherischen Tätigkeit stellt das diesjährige Lager dar. Noch niemals spürten wir so stark, wie eng uns alle schon die Gemeinschaft ues Bundes umschließt, Mehr noch als in den Arbeitsgemeinschaften, Schiurim, Referaten, Schot usw. kam es uns in den mehr privaten Diskussionen zum Bewußtsei», da״ unsere Menschen schon berelt*8ind, sieh für alle Ziele des Bundes einzusetze», daß ihre theoretische und mensehliehe Bildung sie zu umfassenderer Tätigkeit verpflichtet als bisher. Die Verbundenheit mü unseren Pealim (Poel HjinisraeM) in Erez-Israel ist stark gewachsen. Persönliche Beziehungen knüpfen viele an die 40 Chawerim de» deutschen Bundes, die bereits zur Alijah gekommen sind, zu den 120 Chawerim unseres Brith Chaluzim datijjni. Das Lager wurde hiervon ein starker Auwruck• Es fand, wie schon erwähnt, auf dem Gebiet« unseres Lehrgutes statt, zwei Chawerim aus Erezdsrael, darunter eia Mitglied der Leitung unsere» Brith Olamith und des Poel Hamwachi, Awraham Kegt en ba um , nahmen an ihm aktiven Anteil, viele Arbeitsgemeinschaften und Referate wurde« von unseren Chaluzim abgehalten, . Das geistige Leben dieser Tage war äußeret anregend. Em besonderer Bericht über dje Aussprachen wird vom Bund btrauspgeben werden, hier seien nur die Themata genannt: Mendel Führer- Burghaun sprach über! Judentum und Sazialismus; Mosche Eiaig-Chemnit* über; Unser Verhältnis zur Tradition; Seppl Feuchtwanger• Burghaun über: Erziehuugafragen unseres Bundes; Eugen Michaelis» Ham־;b«rg über•• Wir und die Schulet .Rudi. H erz»öfhringsh®f: ׳ Bericht über den Esm-Bundestag; Ilse La *arm» Gehringshof: Gemeinschaftserziehung (für Mädchen); Awraham Kestenbaum»Jerusalem über; Die O?schichte des Poel Hamwachi, er entwickelte seine Auffassung über ״Tora w8 awoda“ und berichtete über die Basler Konferenzen und den Kongreß. Fortlaufende Arbeitsgemeinschaften wurden abgehalten; Dr. F tiedtnann - Chemnitz; Schulchan aruch unter Anlehnung an die Mlschna; Max Scheres e h e w s k i - Chemnitz: Neuhebräische Literatur (Perez); Josef BU eg- Leipzig: Pirke awoth und zionistische Geschichte; Benno Offen hu rg-Hamburg: Palästina, Land und Leute; Seppl Feuchtwan g er - Burghaun; Erziehung zur Gemeinschaff 1 Mas es Eisig-Chemnitz; Bubers Schriften, Fortlaufende Schiurim wurden gehalten über; Mlschnaffth Tanith, firke awoth, Chumlsch mit Raschi, Tnach, die laufende Sidra. Täglich fanden mehrere nach dem Können abgestufte sichat iwrioth sowie Singstunden und sportliche Spiele statt. Mehrere Lagerfeuer wurden abgebrannt, Die Führerschaft des Brith Hanoar, des Jüngerenbundes des Zeire Misrachi trat täglieh fu Sitzungen zusammen, aut denen Erziehungaprableme des Bundes erörtert wurden- Die bisherige Zentrale legte ein genau ausgearbeitetes Erzjehungsprogramm filr den Brith Hanoar vor, das Gegenstand längerer Diskussion war. Es wurde in seinen Grundziiget! akzeptiert und wird, da es vielleicht auch anderen Bünden nützlich sein kann, auch der weiteren Qeffentlifhkejt zugänglich gemacht werden. Es wurde beschlossen, die Brith-Hanoargruppen Unter einer Filhrersdiaftsleitung besonders zusammeiizufassen; Ws zur undgültigen Konstituierung der Führerschaft wurde Benno Offenbürg-Hamburg zum Führerschaftsleiter gewählt. Der Rücktritt der bisherigen Zentrale stellte das Lager vor die Notwendigkeit (obwohl dafür nicht autorisiert), für eine provisorische Geschäftsführung bis zum Zusammentritt einer Delegiertentagung Sorge zu tragen. Das Lager wählte Chawer Gffenburg einmütig zum provisorischen Geschäftsführer des Bundes. Die Neuwahl der Zentrale wird wahrscheinlich auf dem Blindes- oder Delegiertentag zu -Weihnachten vorgenommen werden. ' eumi. Palästinensische Jugendbewegung Bericht filier eine Austpredtc Während ln Basel die Diskussion über die politischen und materiellen Grundlagen unserer Existenz in Palästina vor sich gegangen ist, wurde in Palästina• selbst ein wichtiges internes Problem erörtert, das an die Grundlagen unserer Jugender/iehung im Lande rührt. In drei Sitzungen zwischen Eltern, Lehrern und Vertretern der Jugendbewegung wurden nämlich die Ziele der Jerusalemer ״Zofim“ sowie gewisse Mißstände, die nach Meinung der Elter« bei ihnen zutage getreten sind, besprochen. Um die Bedeutung dieser Aussprache über die Ziele und Lebensrichtung ' der palästinensischen Jugend ganz zu würtilgen, muß man sich den großen Wert klarmachen, den eine richtig geleitete, von Uebertreibungen freie Jugendbewegung gerade für palästinensische Kinder hat. Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, daß die palästinensische Schule, beatmders das Gymnasium, aus Gründen, auf die hier nicht eingegangen werden soll, den Schülern nicht genügend geistigen und noch weniger seelischen Inhalt bietet. Hier wird ein Lehr- Pensum erledigt, ohne daß die Schüler neben dem Wissen eine Erziehung zu einer bestim inten Lebensanschauung erhalten, ohne daß sich ein persönliches, über die Schulstunden hinaus fühlbar.«* RMisänIichp VfirhalfMS *wische» Uhr«*» und der Jugend\ Schülern entwickelt. Dazu kommt, daß die jungen Palästinenser abgeschnitten von den Quellen europäischen Geisteslebens sind, ohne bereits genügend im Orient zu wurzeln, um von ihm neue geistige Werft zu erhalten. Als ein weiteres die palästinensische Jugend beeinflussendes Element kommt hierzu; eine vielleicht allzu große Leichtigkeit ihrer äußeren und inneren Lebensbedingungeji! unter den Schülern der böherep Schulen sind 11ur wenige, die — wie das bei vielen Eltern der fall war — sieh selbst ihren Weg zu einer höheren Bildung durch harte Arbeit und Entbehrungen erkämpfen müsse«. Auch finden sie das zionistische Ideal,' das Ihre Eltern sich erst mühsam er» ringen und um dessentwillen sie den Kampf mit ihrer Umwelt aufnehmen mußten, bereits fertig vor und brauchen sich nicht zum Kampfe zu stählen, um so mehr, als die mejsten palästlnensischen Eltern in dem Begriff vollständiger ״Freiheit“ für ihre Kinder geradezu schwelgen (denen sie damit ein leichteres Leben schaffen wollen als sie selbst hatten). Alle diese Bedingungen legen die Gefahr nahe, daß die palästinensische Jugend in einem intellektuell und seelisch hohlen Levanttnismus versink♦• Von der Mehrzahl der (u einer Diskussion der Jerusalemer Zofim-Bewegung in der Zofim-Baraeke erschienenen fftern wurde dankbar anerkannt, daß diese Zofim-Bewegung dem Lehen der Kinder viel neuen Inhalt gegeben una in ihnen mancherlei Werte wachgerufen hat, die ihnen ohne diese Zugehörigkeit wahrscheinlich versagt geblieben wären. Gleichzeitig aber wurden einige sehr ernste Bedenken gegen gewisse Formen, welche die Bewegung besonders in der letzten Zeit angenommen hat, laut. Ein Hauptbedenken der Eltern richtet sich gegen die Verbindung der Zofim-Bewegung mit der Schot»er Haza'rr- Bewegung und die zutage getretene Tendenz, die Kinder direkt zum Eintritt in die Kwuzah als angeblich einzige wirklich moralische Lebensform zu erziehen. Unter den diskutierenden Eltern waren viete, die sicherlich keinen Einwand dagegen er• liehen werden, wenn ihre erwachsenen Kinder sich eines Tages für dje Kwuzah entscheiden sollten; es wurde aber El«״ spruch dagegen erhoben, daß die noch ungereiften jungen Mensehen von vornherein auf eine politische Partei festgelegt und ein moralischer Zwang auf ihre Berufsentscheidung ausgeübt wird, gleichviel, ob sie körperlich und seelisch für das Kwuzahdasefn geeignet sind, und wahrend gleichzeitig ihre Schulausbftdung sie in keiner Weise für dieses Dasein vorbereiten kann. Charakteristischerweise wurde in dieser Debatte der Name ״allgemeiner Zionismus“ mehrfach geradezu als ein Sinnbild färbloser bürgerlicher Gesinnung ausgesprochen. Ein zweiter von den meisten Eltern erhobener Einwand fegen die jetzige Form der Zofim-Bewegung ist die starke ntftemdung der Kinder von Schule und Haus, die sie mit sich bringt. Von den Eltern, bei denen in den letzten Wochen dieses Thema nicht nur Innerhalb der drei Dräkussionsabende, sondern auch im Privatgesnräch lebhaft erörtert wird, besteht natiir» lieh Verständnis dafür, daß dieser Einwand gegen jede Jugendbewegung auch in anderen Ländern erhoben wird. Was hier diese Entfremdung besonders ernsthaft macht, ist die bei den Diskussionen zutage getreten« Tatsache, daß nicht nur seitens der Klnd*r selber, sondern auch von Erwaeheuen, unter deren Einfluß »je stehen, dieser Gegensatz des Kindts zu Elternhaus und Schule bewußt unterstrichen Und fast zu einem Postulat der palästinensischen Jugendbewegung erhoben wird. Diese Entziehung der Kinder voni Einfluß der Eftern und Lehrer wird von vielen Zofim-Eltern als um so er»§ihafter empfunden, da sie ihre Kinder durch die Bewegung nicht ge• nijgend an Können und Wissen gefördert finden* Sic pro testieren gegen die zu geringe Anleitung m praktischer Arbeit zum Wandern und Naturheohachten, sowie dagegen, daß inner• halb der Zofim-Kreise sehr viel über seelische Probleme diskuriert wird, ohne daß diese Diskussionen durch Leute von Wissen und Erfahrung geleitet werden- Einige Eltern wendete« sieh besonders gegen die führerlose Diskussion der sexuellen Frage unter de« Knaben und Mädchen. Presseschau Während kehl« «kr ffpße» englischen »ad amerikanischen Monatsschriften, »wett Ihre August-Nummern bisher vorliegen, 1 Kfugreß St«||«ngj nimmt, veröffentlicht die ,J§ m p i r e v!ew“ — ein sehr seriöses Organ — einen merkwürdigen Aufsatz von K. B. Aikman ״Der Zionismus und die Bibel“. Da sich die vom Völkerbund anerkannten jüdischen Ansprüche auf Palästina auf die biblischen Verheißungen stützten, sei es wichtig zu untersuchen, inwiefern die biblischen Verheiftungen tatsächlich die zionistischen Ansprüche rechtfertigte«. Aikman kommt zu dem Resultat, daß d*e Verheißungen an Abraham, daß das Land ihm und seinem Samen gehören solle, den heutigen Jude» keineswegs ein Recht zur Verdrängung oder Beh errieft»lf d» Araber gäben, den» zum Samen Abrahams gehörten auch die?• Araber als Nachkommen Ismaels und sogar die Türken als Nachkommen Esaus. Bei der wechselnden Herrschaff von Juden, Arabern und Türken über Palästina sei also biiher die Verheißung genau in Erfüllung gegangen! Nun seien allerdings Jakob und Isaak in besonderem Sinne Erben und Träger der Verheißungen gewesen, und Jakob habe Juda das Szepter und die Kanigslinie versprochen, aber keineswegs den ausschließlichen Besitz des Landes. Dieser sei vielmehr ajien zwölf Söhnen und ihren Nachkommen •Vermacht ward«». Daher hätten wohl dje zwölf Stämme zusammen das Vorrecht auf Palästtna, .•ber die heutigen Juden seien keineswegs die N«chkommen der ganzen zwölf Stämme, sondern nur der drei Stämme Judati, Benjamin uni Levy. Ferner heiße es bei Ezechiel, daß Gott die zehn Stämme wieder aus der Zerstreuung zurückführen werde; infolgedessen dürfe man den Zionisten nicht gestatten, jetzt das Land in ausschließlichen Besitz zu nehmen und andere Nachkommen Abrahams auszuschließen. Gerade auf Grund der Bibel hätten auch die Söhne der Ha gar, die Araber, ein Recht darauf, ״in Anwesenheit ihrer Brüder zu wohnen“. Dagegen hätten die Türken kein Anrecht mehr auf das Land, weil Es§u sei» Erstgeburtsrecht an Jakob verkauft habe. Daraus ergebe sich für dje heutige Mandatarmacht die politische Pflicht, Araber 1»1d Juden als gleichberechtigt zu behandeln! So ist also der gegenwärtige Kurs der englischen Palästina-Politik nicht nur durch die Interessen des Empire gerechtfertigt, sondern auch durch richtige Bibelinterpretation! Daß eine ernste politische Zeitschrift in England so etwas aufnimmt, erscheint uns als ebenso bezeichnend, wie daß der politische Instinkt der Eng-!ander selbst bei der Bibelinterpretation nicht vefsagt. Allerdings hat nicht einmal Aikman die biblische« Verheißungen herausgefunden, die — die Engländer in Palästina für sich geltgnd machen können! 11 Die Wiener cfiHjdlfch-soziaie Zeitschrift ״Schönere Zu» ku nf t“, deren eifriger Antijionismus hier schon charakterisiert wurde, schreibt neueste»« über einen ״Traum von einem ״pansemitischen Reich“: Die Zionisten schienen unersättlich zu sein. D«s jo Paris erschienene Buch von Kadmi Kohen, einem Anwalt 1« die Mehrzahl jedoch war der Ueberzeugung, daß hier zwar einige äußerst wertvolle Ideen und Lebensformen den Kindem — unter denen es prächtige Führernaturen gibt — vermittelt werden, daß aber gerade jetzt die Bewegung durch ihre Politisierung und durch aen prinzipiell konstruierten Gegensatz des angeblich reinen und wahren Jugendkreises zu dem angeblich unwahre» und bourgeoisen Eifernhau! vor der Gefahr einer Uebertreibung steht, die ernste Folgen für die geistige und seelische Entwicklung der palästinensischen Jugend haben kann. Die Eltern wünschen dringend, zu einem enger«! Kontatet mit den Zofim zu gelangen, um die Bewegung, die das Leben ihres Kindes so stark erfüllt, daß sie jede andere seeiische Bindung überwuchert, davor zu bewahren, daß sie in Ueberheblichkeit und Unduldsamkeit gegen alles Anderssein verfällt und die Kinder vom ernsten Ringen um Kenntnisse Und Ausbildung ihrer Fähigkeiten ablenkt. Helene Hanna T h 0 », übertrumpft noch bei weitem die Pläne der Revisionisten, da es für die Errichtung eines Bansemitischen Reiches eintrete, das Palästina, Transjordanien, Wadi el Arisch, die Sinaihalbinsel, den Libanon und Syrien umfassen solle. Der neue Staat solle kein Judenstaat, sondern ein jüdisch-arabischer Staat sein, eine solche ju4lsch»arabische Verschmelzung sei bei der nahen Vetwandtsehaft der beiden Völker in Sprache, Religion, Kulturauffussung und seelischer Haltung nicht unmöglich. Allerdings sei ei»e solche Gründung nur bei Ablösung der jüdischen Politik von der des britischen Empire möglich; aber der Verfasser lasse ״duffbklickenrdali־licb.d« Zionismus in Zukunft mehr auf Frapkrejeh stutzen soll®. — Die ״Schönere Zukunft“ bemerkt 4a*V, m|n dürfe diese Ideen nicht als Phantasien abtun, wie inan es früher mit dem Zionismus getan habe, sondern müsse sie als neues Dokument des ״jüdischen Imperialismus“ auffassen. A. P. in de» ״Sozialistische« Monatshefte«“ (Herausgtber Josef Blech, August-Heft 193D berichtet Theodor Kapp Stein, der bekannte christliche Schriftsteller, Über die Eindrücke seiner Palästina-Fahrt, dis er im April ««d Mal dieses Jahres unternommen hat Kapptein hat Tel-Awiw besucht una steh über die sjpiustischen Bestrebungen orienderen lassen. Er spricht mit großer Anerkennung von dem, wa» er im Lande gesehen hat, und von den mannigfachen Zentralstelle für jüdisches Pflegestellenwesen und jüdische Adoptlonsvermittlung. Im Juli fand im Gemeindehaus Wuppertal-Elberfeld die Vowtandssltzung unter Leitung von Frau Clara Samuel statt. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß im Berichtsjahr insgesamt 228 Fälle bearbeitet wurden, davon waren 172 Neumeldungen, verschiedentlich wurden ärztliche Gutachten bei dem ärztlichen Beirat der Zentrale, Frl. Prof. Dr. med. Selma Meyer-Düsseldorf, eingeholt, ferner Transporte übernommen und bei dieser Gelegenheit Pflegestellen besucht. In einer besonderen Aussprache mit dem auf erbbiologischem Gebiet vielfach tätigen Herrn Sanitätsrat Dr. Leven-Elberfeld und Frl. Prof. Dr- Meyer-Düsseldorf wurde versucht, nach neueren Erkenntnissen auf dem gesundheitlichen Gebiete Aufgäbe und Verantwortung der 2 elternschaft zu umgrenzen und zu erweitern, Ein neues Unterriehtsbueh ״Eiadawat“ von J. Herzberg (unter Mitwirkung einer Lehrergemeinschaft). Ein hebräisches Elementarbuch für Kinder nach der deiktiscb-phonetischem Methode. In 38 Lektionen erlernt da« Kind das Hebräisch» lesen und -schreiben und die Anfangshegriffe der hebräischen Sprachein werteren 3ß Lektionen (zusammen ei« Unterrichts-!ahr) erlernt das Kind in kurzen Sätze« und kleinen Geschichten aus dem Lebe» des Kindes und seiner Umgebung 860 he» hräische Worte. 250 farbige Bilder erklären Worte und Be- Kiffe ohne jede Uebersetzung. Schullehrer, Vereine und iterrichtsansttlten erhalten ein Probeexemplar gratis, J. Heuberg, Wien, II., Karmelitergasse 5 -9. was in den letste» Jahren in den ״Sozialistischen Monatsheften“ mir Palästina-Frage veröffentlicht war. Die ״Sozialistischen Monatshefte“ haben bekanntlich schon vor dem Krieg und auch nachher eine freundliche Haltung gegenüber den zionistischen Bestrebungen eingenommen. Wiederholt sind Zionisten wie Qbasanowitseh, Julius Berger, Fritz Naphtaü, Helene Hanna Thon, zu Wort gekommen, ferner haben Mitarbeiter aus dem engsten Kreis der Zeitschrift, Ludwig Quessel, Julius KaH&ki, Hermann Kranold u. a. sich zu zionistischen Fragen geäußert und die jeweilig« Probleme behandelt. Kappstein rekapituliert auch die letzten Ereignisse der zionistischen Politik und spricht zum Schluß die ueberzeijgimg aus, daß ein jüdisches Palästina sich zukunftsreich entwickeln kann, wenn nicht die britische Grientpolitik ihm ״neue listige Fallen «teilt** und die Araber zu Widerstand ermuntert oder gar ״zur Gewalttat aufreizt״ — Bekanntlich vertreten die ״Sozialistisehen Monatshefte“ seit Jahren konsequent auf allen Gebieten der Weltpolitik die Anschauung, daß England seine Macht- Stellung zur Störung einer wiridicheti Befriedung gebraucht und diese antienglische Grundhaltung kommt auch bei «Jen rionistenfmmdlicben AeuBerunge» der Zeitschrift zur Palästina-Frage zum Durchbruch. Die Wochenschrift des palästinensischen Kolonlrfei T ■ *,T e v» 1 11« «*•יי(»b>u w 9 זין ■«י versucht, die Aufmerksamkeit 4er jüdischen Welt von d< theoretisch« Diskussionen zur Wirklichkeit Paiästi 11 as zurückzuführen. Was hat, so fragt das Blatt, dieser Kai greß zu den Leiden des Emek zu sage» gehabt, was über d Lage der Pflanzer, was hat er über die Zukunft der Koloni arbeite und über dje aus dem Budgetmangel sich ergebend« Gefahren gesagt? Nicht durch äußere Eingriffe, aondei durch unsere innere Schwäche wird die Kolonisation in Sta< und Land gedrosselt, Der Kongreß aber blickt wie verzrn Bert nur auf die Politik und lauscht den ״politischen“ Rede! Eine Unfruchtbarkeit sondergleichen sei das Charal tertahkum dieses Kongresses, vom Standpunkte des schaffende Palästina aus gesehen. Ehe Zionisten tun, als ob man sich üb« di« Tage des Messias streiten würde, während das tägljcf I ä»nä*!l COino pArrfzitiiinrraM ■»40JU 1 T«rl ioamm a,״״. ,‘ .L. j_ __ Das liquidierende Büro des XV|f. Zionistenkongresses in Basel ist bereits geschlossen. Zuschriften sind von nun ab zu lichten an: Büro des XVII. Ziam'stenkangresses zu Händen von Dr. Franz Kahn, Mor. Ostrava (CSR.), Hviezdoslavgasse 29, *groSeh Taten für Palästina bewegen.” Di!״״.־••■- ־•ז•■ •Je, Lüge. Denn einerseits sii diese Taten nach der Balfour-Deklaratjon und nach San Rem als der politische Glanz noch ungetrübt war, ausgebiiebe andererseits hat sich gerade in einer Zeit politischer Stagnatio am Ende der Regierung Plumc« und m Beginn 4