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Jüdische Rundschau · 1931-08-14 · Heft 63 (14.8.1931) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 63 (14.8.1931)
Date
1931-08-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 390 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 63» 14. VIII, 1031 Die neue Exekutive : --—- Bert Locker (Arbeiterpartei) Sfil Wm Henkel laxbsietn (Misrachi) sÄS;׳i wßß,‘i:i wmsm. wmwesUmmm mmm ggf* Dr. Ch. Ariosoraff (Arbeiterpartei) Prof. Selig Btodeizky (Allgem. Zionist) Emanuet Newnum (Allgem. Zionist) lllllll[liflllllll1n1llll[IMII|[|llllllllllllllllll1n1lllllllllllll|MMIII|[n1tllllHlllliln1lllllllllll|[^IIIIIIHIII1n1llb[lllllll|[llll[|||||IIIIIHlilHillll|l1n1llllllll»IHIIII!lll1r|1nl1nMI[|MI[1n1IIIIIHIIIIililllll(llllilllllllHHIIIIIHIIHIIIIIIItll[||||[lillllllllllll1ni?!ll||ni||||HIIIH[|||il Vor der Rosdi Hrt 5 dl an ah-Aktion des KKL Brith Haolim und Nationalfonds. Nach einem Referat über ״Die Lage im Zionismus“ in dem die schwierige Lage des zionistischen Aufbauwerkes und die besondere Verpflichtung der zionistischen Jugend zum Ausdruck gekommen waren, faßten die zum Bundestage in Wendershausen am Ludwigstein vereinigten 480 Mitglieder des Brith Haolim einstimmig folgende Beschlüsse (3. August 1931): 1. ״Der Bundestag des Brith Haolim erblickt besonders in der ernsten Situation, in der sich die zionistische Bewegung und ihr Aufbauwerk in Erez-Israel befindet, eine entscheidend wichtige Aufgabe in der Stärkung des Keren Kajemeth Lejisrael. Durch vergrößerten Einsatz der Kräfte jedes Einzelnen und der gesamten zionistischen Jugend muß der Bodenfonds der zionistischen Bewegung die Mittel erhalten, neues Land für den jüdischen Einwanderer, neue Sicherheit für das Befreiungswerk unseres Volkes zu schaffen. Treu ergeben dem KKL und seinen Forderungen, und in Erkenntnis der entscheidenden Aufgaben, die der zionistischen Jugend gestellt sind, entbietet der Bundestag des Brith Haolim dem KKL seine Grüße und verpflichtet sich, mit allen Menschen des Bundes und mit Einsatz aller Kräfte das Werk des KKL zu stärken und an allen seinen Aktionen tätigsten Anteil zu nehmen.“ H. .,Der Bundestag bestätigt die Beschlüsse des Jungführerlagers vom Mai 1931 über den KKL und beauftragt die Bundesleitung, für die Durchführung dieser Beschlüsse zu sorgen.“ Die Beschlüsse des Rüdersdorfer Jungführerlagers des Brith Haolim über den KKL vom 30. Mai 1931 lauten: ״Das Jungführerlager hält die Arbeit für den KKL für eine der wesentlichsten nationalen Erziehungsmittel in allen drei Schechawoth. Es glaubt, daß — besonders im Hinblick auf die gegenwärtige Lage des KKL, in der schwere Angriffe den Fonds bedrohen, — der Bund ganz besondere Anstrengungen unternehmen muß, um seine Arbeit für den KKL zu intensivieren. Hierzu schlägt das Jungführerlager besonders vor: 1. Der Bundestag (Bundesrat) möge die Selbstbesteuerung aller Chawerim und Chaweroth zugunsten des KKL beschließen. 2. Alle Mitglieder, besonders die älteren, sollen zur Arbeit für die Büchsenleerung und die Aktionen des KKL herangezogen werden. 3. Es sollen in möglichst großem Maße Imi-Taschen innerhalb des Bundes verbreitet werden. 4. Der Bund soll bei eigenen Veranstaltungen regelmäßig einen größeren Teil des finanziellen Ertrages dem KKL zuwenden.“ Das bekannte jiddische Drama ״Der Golem“ von H. Lei vik wurde zum Textbuch einer Oper verarbeitet, die im Herbst d. j. in Chicago uraufgeführt werden soll. Das Jahr des Jfldiiehen Frauenbundes Der Kalender des Jüdischen Frauenbundes, der in vielen jüdischen Häusern bereits zum unentbehrlichen Hausfreunde und vielbefragten Begleiter durch die Stunden des Jahres geworden ist, hat sich in diesem Jahre, da er zum sechsten Male vor seine Freunde tritt, einen besonders glücklichen Gedanken zum Leitstern gewählt. Eigentlich sind es zwei Gedanken, die aber tief innen Zusammenhängen. ״Jüdische Gemeinschaften und Juden als Führer“ veranschaulichen die wie immer klug ausgewählten Bildbeigaben, denen sich hier und da jüdische Kernworte aus alter und neuer Zeit anschließen. Bilder der jüdischen Gemeinschaften, ob sie nun von der Natur oder von gedanklicher Bindung und gemeinsamer Arbeit zusammengefügt wurden, leiten von Tag zu Tage: ״Familie“ wird durch alte meist gelungene Wiedergaben von alten Originalen aus dem Besitze der Jüdischen Kunstsammlung in Berlin oder von Schöpfungen neuerer Künstler — besonders begrüßt man das schöne Familienbild von Joseph Budko — gekennzeichnet. Religiöse Vereinigung erscheint in Bildern von Bethaus und Jeschiwoh. Dazu aber gesellen sich Darstellungen der neuen Gemeinschäften unserer Zeit, der Jugendbünde und Siedlungen. Ben Schemen, der Einstein-Wald, erscheinen in photographischer Wiedergabe. Gern glauben wir, daß es schwer war, bei dem beschränkten Raum eine Auswahl der Köpfe zu treffen, die als ״Führer“ das Geistesleben unseres Volkes verkörpern sollten. Nicht nur jüdische Künstler und Gelehrte, sondern auch Juden als Politiker, Rechtslehrer, Aerzte begegnen uns auf diesen Blättern; und die ausdrucksvollen Köpfe unserer führenden jüdischen Frauen, unter denen Henrietta Szold nicht fehlt, zeugen für die Gewalt der geistigen Bewegung, der sie ihr Leben weihten. — Den gewandten und geschmackvollen Herausgeberinnen Lisbet Cassirer und Hannah Karminski gebührt Anerkennung und Dank für ihr mühevolles und schön gelungenes Werk — ein Dank, der sich von Tag zu Tag und von Woche zu Woche erneuern wird... Grade weil wir alle diesen Kalender seit Jahren lieben und nützen, sei auch einmal ein oft aus dem Kreise der Nutznießerinnen gehörter Einwand gegen das wertvolle und praktische Kalendarium vorgebracht: Der alte Rabbi in Perez ״Goldener Kette“ macht keine Hawdoloh, um den Sabbat ewig währen zu lassen. Aber warum nimmt der Jüdisehe Frauenbund an, daß die Frauen in Berlin, Breslau, München den Sabbat nicht beginnen lassen wollen?! — Nur die glücklichere Frankfurterin erfährt die Zeit des Sabbatbeginns (auch sie übrigens erst vom Schabbos Schuwoh an!) — die anderen müssen sich mit der Hawdoloh begnügen! — Solche Schuld mag ihnen im nächsten Jahre — dem Erlaß-Jahre des Frauenbundkalenders! füglich erlassen werden. B. B.-S. % In Berlin wurde eine ״Großdeutsche Buchgemeinde und Nationale Verlagsgesellschaft m. b. H.“ gegründet. Punkt 1 ihres Programms lautet: ״Bewußter Angriff auf die übrigen samt und sonders verjudeten Buchgemeinden, um deren Einfluß zu schwächen und darüber hinaus zu brechen.“ Briefe an die Redaktion An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“. Die VI. Weltkonferenz der Wizo hat unter anderen Beschlössen die folgende Resolution gefaßt: ״Die VI. Konferenz der Wizo verschließt sich keineswegs den Forderungen ihrer religiösen Mitglieder nach einer Ausbiidungsstätte in Palästina, in der die g e s e t z e s t r e u e n Ch aluzot h die Möglichkeit haben, ein ihrer Art und lieberzeugung gemäßes Leben zu führen. Die Konferenz erklärt sich demgemäß bereit, innerhalb der bereits bestehenden Ausbildungsstätten einen Meschek für die Chaluzoth des Mapoel Hamisrachi bereitzustellen. Alle Bedingungen, die damit im Zusammenhang stehen, werden in Palästina, an Ort und Stelle, von den in Betracht kommenden Instanzen vereinbart werden.“ Der Beschluß der Wizo-Konferenz, einen Meschek mit Chaluzoth des Hapoel Hamisrachi zu beschicken, veranlaßt uns, die Bedeutung der Sache zu beleuchten. Die Meschakim, die von der Moazoth Hapoaloth im Verein mit der Wizo geleitet werden, tragen selbstverständlich den äußeren Formen des Gesetzes Rechnung. Die meisten Chaluzoth sind aber persönlich nicht religiös, daraus erklärt sich, daß die Atmosphäre derart ist, daß den gesetzestreuen Chaluzoth der Aufenthalt in diesen Meschakim sehr erschwert ist. Wir begrüßen es, daß die Wizo unseren berechtigten Forderungen Rechnung getragen und diese Resolution ohne Debatte angenommen hat. Nach Rücksprache mit den Vertreterinnen der Moazoth Hapoaloth und der Exekutive der Wizo wissen wir, daß diese Resolution in kürzester Zelt in die Tat umgesetzt werden wird. Wir stellen mit Genugtuung fest, daß wir mit unserer Forderung bei der Wizo sofortiges Verständnis und bereitwilliges Entgegenkommen gefunden haben. Selma Winter, Köln a. Rh. Marg. Flörsheim, Hamburg. C. L. Rosenfelder, Köln a. Rh. * Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin W15. Köln, 12. August 1931. Sehr geehrte Redaktion! Ich bitte um Veröffentlichung folgender Erklärung: Die Liste der zionistischen Ersatzmitglieder des Councils der Jewish Agency enthält auch meinen Namen als misrachistischen Vertreter. Meine Nominierung ist ohne mein Wissen und gegen meinen Willen erfolgt. Da meine Bitte an das Zentralbüro des Misrachi wegen einer diesbezüglichen Riehtigstellung keinen Erfolg gehabt hat, lege ich Wert darauf, auf diesem Wege festzustellen, daß ich es a b 1 e h n e, als Vertreter des Misrachi zu figurieren und daher die Wahl nicht an nehme. Mit Zionsgruß Dr. J. Leibowitz. Ortsgruppen Breslau (Revisionisten). In der revisionistischen Ortsgruppe Breslau berichtete Frau Edith Lachmann (Brestau) über den XVII. Zionistenkongreß. Sie gab eine Uebersicht über die Vorgänge auf dem Kongreß und über die Verhandlungen und Beschlüsse der revisionistischen Union. An diesen Bericht schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion besonders auch darüber, welche Wege der Revisionismus für die Zukunft gehen soll. Die Versammlung war sich darüber einig, daß sie jetzt alle Kräfte auf die praktischen Arbeitsmethoden, die der Revisionismus fordert, zu konzentrieren hat, um dem Revisionismus so bald als möglich zu seinem Ziel zu verhelfen. Schon jetzt sollen die ersten Debattenabende beginnen. Die Breslauer Revisionisten treffen sich jeden Dienstagabend *49 Uhr auf der vorderen Terrasse des Friebeberg. Frankfurt a. M. (Revisionisten.) Zu Beginn der Sommerarbeit fand am Donnerstag, dem 30. Juli, eine Mitglieder- Versammlung statt, deren Tagesordnung sich mit der Stellung der Revisionisten zur Zionistischen Weltorganisation, insbesondere im Hinblick auf die durch den Ausgang des Kongresses geschaffene Situation, befaßte. Als erster Redner vertrat Dr. Arnsberg den Standpunkt, daß es erforderlich sei, innerhalb der Organisation zu verbleiben und die wenn auch heute noch geringen Erfolge revisionistischer Propaganda im Rahmen der Gesamtbewegung unter stärkster Kräfteentfaltung weiter auszunutzen. Demgegenüber glaubte Dr. Harry (Wiesbaden) als zweiter Redner des Abends feststellen zu müssen, daß die Bewegung in ihrer heutigen Form nicht geeignet sei, weiterhin produktive praktische und politische zionistische Arbeit zu leisten. Den Revisionisten bliebe daher nichts anderes übrig, als eine völlige Loslösung von der Zionistischen Organisation und die Schaffung einer selbständigen politischen Bewegung. Die sich anschließende sehr rege und fruchtbare Diskussion ergab, daß die anwesenden Parteimitglieder ungefähr in zwei gleich starke Lager zerfielen betreffs der Frage: Austritt oder Verbleiben in der Organisation. — Unsere Parteimitglieder, Dr. Arnsberg und Ernst Hamburger, wurden aufgefordert, im Jüdisch- Liberalen Jugendbund und im Verein Montefiore einen Bericht über den Zionistenkongreß zu halten. Vermischtes Ostseebad Arendsee. Das zufällige Zusammentreffen einiger hervorragender, zionistisch stark interessierter Herren am hiesigen Strande, wie Dr. Torczyner, Dr. Egon Rosenberg und Dr. Lelever aus Berlin sowie Dr. Viktor aus Wandsbek u. a. führte zu einem regen Gedankenaustausch. Ein neuer jüdischer Mittelpunkt ist hier in dem Erholungsheim für jüdische Akademiker geschaffen; die Villa Hausmann, i!1 der es gelegen ist, bietet in ihren prächtigen Räumen und ihrem ausgedehnten, herrlichen Park einen außerordentlich anziehenden Aufenthalt. In dem Hause findet auch regelmäßig Sabbat- Gottesdienst statt. Bei genügender Beteiligung und rechtzeitiger Anmeldung soll der Gottesdienst auch während der bevorstehenden honen Feiertage abgehalten werden. Kadlmah, Bund jüdischer Jugend, teilt mit: Die Bundesanschrift ist nicht mehr Jacques Mendelsohn, Kaiserallee 180, sondern ab 1. August Dodik Kadinsky, W 15, Kurfürstendämm 47. — Der Kadimah mußte zu seinem größten Bedauern den anläßlich seines Bundestages in der Nähe von Dessau geplanten KKL-Nescnef ausfallen lassen. Der Grund für diese Maßnahme war die Möglichkeit der Verbreitung einer ansteckenden Krankheit, die es nach ärztlichem Urteil geraten erscheinen ließ, das Lager sofort abzubrechen, ohne daß es möglich gewesen wäre, die erwarteten Gäste davon noch zu benachrichtigen. Palästina-Reisende, Achtung! Ausnahmsweise fährt der 16 000-Tonnen-Dampfer ״Compiegne“ der Messageries Maritimes auf seiner Fahrt nach dem Fernen Osten am 19. August über Beiruth und Jaffa. Da der Dampfer die Strecke in fünf Tagen zurücklegt und ausnahmsweise billige Preise berechnet werden, besteht hier eine besonders günstige Fahrtgelegenheit. Anfragen an Palestine & Orient Lloyd, Berlin N 24. Friedrich- Straße 121.

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