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Jüdische Rundschau · 1931-08-14 · Heft 63 (14.8.1931) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 63 (14.8.1931)
Date
1931-08-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 63, 14. VIII. 1031 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 387 Durch verschiedene Brillen Ausblick Von Dr. Moritz Bileski. In seiner Würdigung des Kongresses in der ״Jüdischen Rundschau“ hat es der Führer der B-Gruppe der Allgemeinen Zionisten als das von ihm planmäßig herbeigeführte Verdienst seiner Fraktion und als das positive Ergebnis des Kongresses bezeichnet, daß es gelungen sei, alle Teile des Kongresses mit Ausnahme der Revisionisten in der Wahl der neuen Leitung zusammenzuführen und so eine hollnungsvolle Einheit der Organisation herzustellen. Ist aber mit dieser nach Wochenlangem Kongreß-Großkampf einigermaßen überraschenden Einmütigkeit der Wahl der Organisation wirklich ein Dienst geleistet worden? Vielleicht ist die Linie, auf der der Kampf zwischen den Parteien zum Stehen kam, so gewählt, daß von ihr aus eine konstruktive Fortsetzung der Arbeit nur schwer möglich erscheint? Diese Frage der Zukunft müßte doch zunächst beantwortet werden, bevor man sich entschließt, den Schluß des Kongresses als befriedigend zu begrüßen. Mindestens zu Zweifeln muß der tiefe Zwiespalt Anlaß geben, der nicht nur in den Verhandlungen des Kongresses, sondern auch in den Ergebnissen mit äußerster Deutlichkeit zu spüren ist Die Resolution über das Endziel mag außer Betracht bleiben: sie könnte, wenn man nur ihren Text ansieht, fast als eine Absage an den Judenstaats-Flügel des Kongresses angesehen werden, da sie weder vom Judenstaat, noch von jüdischer Mehrheit spricht, diese Begriffe also bei der FormuKerung des Zieles ausschaltet, und damit in eine Richtung weist, die von Debatte-Rednern der Mehrheit mit Vorliebe als ״liquidatorisch“ bezeichnet wurde. Aber eine solche Auslegung verbieten nicht nur die Reden der Mehrheits-Delegierten, die später dieser Resolution zustimmten, ihr steht vor allem die autoritative Begründung des Berichterstatters der politischen Subkommission entgegen, in der mit unbegreiflicher Deutlichkeit die Undeutlichkeit der Resolution als beabsichtigt erklärt, ihr Inhalt als der unzulängliche Ausdruck einer anderen, wahren Meinung der Mehrheit bezeichnet und auf diese Weise der Beschluß wegen seines Widerspruchs zur Ansicht der Beschließenden kompromittiert wurde. Wenn man daher mit dieser so lange umkämpften Resolution bei einer Würdigung der politischen Entscheidungen des Kongresses kaum etwas besseres wird tun können, als sie beiseite zu legen, so bleibt die Ablehnung des politischen Programms Weizmanns, das in seinem Bericjrt und dann nochmals mit aller Deutlichkeit in der Antwort auf die Interpellation über das bekannte Interview vorgetragen wurde. Weizmann stellte diesmal neben den Gedanken der Kooperation mit Eng- 1 and das Ziel eines Ausgleichs mit den Arabern auf der Grundlage der staatspolitischen Parität beider Völker in Palästina in den Mittelpunkt. (Es sei hier auch auf die ganz hervorragende prägnante Darstellung seines politischen Systems durch Weizmann in der knappen Rede im Coundl hingewiesen, deren Existenz allein es schwer verständlich erscheinen läßt, wenn der Kampf gegen Weizmann zu der Operation der Beseitigung einer unerwünschten Person herabgewürdigt wird, wie man es leider als Aeußerung eines Triumphators in der Rundschau lesen konnte.) Diese Entscheidung des Kongresses gegen das System Weizmann mag man bedauern, aber sie ist an sich klar, ln vollem Gegensatz dazu steht aber die Zusammensetzung und auch die Programm-Erklärung der neuen Exekutive, die ja, wie bereits mehrfach bemerkt wurde, ein typisches ״Weizmann-Programm“ verkündete. Auch sie hat freilich das ihrige dazu getan, um die Unklarheit gleich weiter zu steigern, indem sie ihren ersten Regierungsakt ״auf grund der Kongreßbeschlösse“ abgab, während er richtigerweise ״im Gegen- Satz zu den Kongreßbeschlüssen“ hätte formuliert werden müssen. Wenn man sich schließlich erinnert, daß für diese Erklärung die — von einem Vertreter der Mehrheit! — beantragte Billigung des Kongresses nicht zu erhalten war, so urteilt man wohl nicht zu scharf, wenn man das sachliche Ergebnis des Kongresses als ein völliges Durcheinander bezeichnet. Aber vielleicht könnte man sich auch damit abfinden, wenn die von dem Führer der B-Gruppe so hoch gepriesene Einigkeit der Organisation wirklich auf diese Weise stabilisiert wäre. Es ist indessen zu befürchten, daß der trübe Sumpf, mit dem man leider das Ergebnis des Kongresses vergleichen muß, sich auch in dieser Beziehung nicht als geeigneter Baugrund erweisen wird. Schon die ersten Diskussionen über das Kongreßergebnis bedrohen die Einigkeit. Man kann sich nicht vorstellen, daß der linke Flügel der neuen Exekutive ohne Widerspruch Auslegungen des KongTeßergebnisses hinnehmen kann, wie sie etwa von Dr. Soloweitschik versucht werden. Danach hätte sich die Linke durch den Eintritt in die Leitung zur ״Beseitigung eines persönlichen Regimes Weizmann“ hergegeben, das ״eher im Rahmen eines psychologischen Essays als eines politischen Artikels definierbare Merkmale“ getragen habe; und es wird von ihr erwartet, daß ״auch die Komponenten der neuen Leitung, die aus der alten übernommen wurden, sich in der neuen Gruppierung und in der durch den Kongreß geschaffenen Atmosphäre umstellen und neue Wege versuchen“ werden. War das — im Sinne der früheren Opposition — die Absicht der Linken, als sie in die Exekutive ging? Wie wird es aber erst um die Einigkeit stehen, wenn die aktuellen Aufgaben der Organisation ihr Recht verlangen? Das wird sehr bald geschehen. Das Leben steht nicht still, und es ist vielleicht der Hauptirrtum des Führers der B-Gruppe, daß er diese einfache Wahrheit verkannt, statt dessen aber geglaubt hat, das durch geschickte Regie zum Schluß des Kongresses aufgebaute lebende Bild werde sich bis zum nächsten Male nicht rühren und mit dem Zauber seiner Schönheit weiter wirken. Wir können diese Hoffnung nicht teilen. Das arabische Problem verlangt von uns eine deutliehe Antwort, die wir, wenn wir sie schon nicht grundsätzlich geben, in nächster Zukunft bei mannigfachen konkreten Anlässen in einzelnen Entscheidungen werden’ geben müssen. Die Erklärung der neuen Exekutive ist zwar auch in diesem Punkte mit den Erklärungen Weizmanns gut zu vereinigen, ja, sie ahmte die von ihm selbst Ws vor kurzem regelmäßig gewählte Ausdruckswelse glücklich nach. Aber man könnte auf den Gedanken kommen, in ihr wegen ihrer allgemein gehaltenen Fassung eine jener ״beschwichtigenden und seichten Friedensdeklarationen“ wiederzufinden, die der neue Präsident soeben abgelehnt hat. Was heute nottut, sind konkrete Aeußerungen. Allgemeine Belehrungen der Araher und der politischen Welt über den Segen, den das jüdische Werk auch den ״nichtjüdischen Gemeinschaften Palästinas“ bringt — übrigens ein etwas merkwürdiger, das Problem unzweckmäßig verhüllender Ausdruck: es dürfte mit der Zeit bekannt geworden sein, daß es in Palästina ein jüdischarabisches Problem gibt, das man deutlich mit diesem Namen nennen und als solches behandeln sollte — genügen nicht mehr. Die lobenswerte Absicht der Zusammenarbeit auf Wirtschaftlichem Gebiet kann hervorragend nützlich werden. Auch sie muß aber konkretisiert werden und sie setzt vor allem voraus, daß auf dem politische! Gebiete wenigstens die gröbsten Hindernisse beseitigt erden. Wenn man diese ruhig weiter bestehen läßt, wird auch eine wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht möglich sein. Der Versuch, die politischen Hindernisse zu beseitigen, verlangt Aktivität von unserer Seite, die wir Jahre hindurch schmerzlich vermißt haben, und die leider auch für die nächste Zeit nicht zu erwarten wäre, wenn die neueste, ganz auf Abwarten aufgebaute Erklärung des Präsidenten zur arabischen Politik wirklich die Riehtschnür der Exekutive sein sollte, da ihr Inhalt bedeutet, daß eine aktive Araber-Politik wiederum verschoben, statt jetzt sofort begonnen werden soll. Die dringenden Fragen, di« in nächster Zukunft vor uns stehen, werden wir nicht richtig vorbereiten können, wenn wir diesen beiden Erfordernissen unserer arabischen Politik — Konkretisierung und Aktivität von unserer Seite — nicht gerecht werden. Wie werden wir in der Frage der Verfassungsreform Palästinas handeln, die ja nicht deswegen aus der Welt verschwunden ist, weil sich der Kongreß nicht mit ihr beschäftigt hat? Wie werden wir uns zum Landentwickiungsplan der Regierung, zu ihrer grundsätzlichen Auffassung und zu den vielen, daraus sich ergebenden Einzelfragen stellen? Werden wir es wiederum nur als unsere einzige Aufgabe ansehen, unmittelbar unseren Anteil möglichst groß zu machen, oder werden wir ־— gerade um dies zu erreichen — die Aufgabe einer Gesamtentwick- Jung Palästinas, die nicht allein von unseren Ansprüchen bestimmt sein kann, als legitim anerkennen und an ihrer Erfüllung mitarbeiten? Auf solche Fragen wird die neue Exekutive bald Antwort geben müssen. Die wesentliche Bedeutung des von Weizmann verkündeten Programms der staatspolitischen Parität bestand gerade darin, daß es den Uebergang zu einer Periode konkreter und aktiver Behändlung des arabischen Problems von unserer Seite ankündigte. Dieser entscheidende Vorzug ist bei der Besprechung des Programms auf dem Kongreß völlig außer acht gelassen worden, als die Vertreter der Mehrheit die Diskussion darüber nur in der ideologischen Sphäre führten. Gewiß erfaßte dieses Programm auch die ״Zielsetzung“, insofern es für das staaispolitische Ziel des Zionismus eine für die jüdisehen Bedürfnisse noch ausreichende, für die arabischen Tendenzen noch erträgliche Formel aufzustellen suchte. Aber zeigt dieses Ziel die ״Zielsetzung“ nicht in allererster Link als einen Versuch, den Notwendigkeiten der praktischen Politik, so wie sie unter den Bedingungen der Wirklichkeit Palästinas gestaltet werden kann, den Notwendigkeiten der Verwirklichung des Zionismus also, gerecht zu werden? Der Kongreß hätte die Aufgabe gehabt, das von Weizmann vorgetragene System einer realen Politik des Zionismus als solches zu diskutieren. Er antwortete mit Beteuerungen über den Inhalt und die Größe der zionistischen Idee, die er nicht ״verkleinern“ lassen wollte, wobei er ganz vergaß, der größten Eigenschaft dieser Idee — ihrer Fähigkeit, Wirklichkeit zu werden — Hilfe zu leisten. Es kann hier nicht weiter darauf eingegangen werden, daß auch die Vorstellungen von Inhalt und Größe der zionis:!sehen Idee, welche die Diskussionen beherrschten, einer näheren Betrachtung nicht als zulänglich erscheinen. Die Lücke, die der Kongreß nach der Ablehnung des Weizmann-Programms gelassen hat, ist von den Einheits- Mechanikern nicht ausgefüllt worden. Müssen sie nicht befürchten, daß von hier aus ihr Werk sehr bald bedroht sein wird? Oder glauben sie, ohne ein Programm für die praktische Politik — wenn nicht das Weizmanns, dann ein anderes, das seine Stelle vertreten kann, wenn es ein solches gibt — auskommen zu können? Die Liste der Fragen ist ja übrigens keineswegs auf das politische Gebiet beschränkt. Der Versuch einer neuen propagandistischen Offensive, durch welche die Stagnation unseres Werkes und unserer Kräfte überwunden werden könnte, wird nicht unternommen werden können, wenn nicht vorher neue Klarheit über die attraktiven Kräfte des Zionismus geschaffen wird. Welches ist die Be- Ziehung zwischen Zionismus und Judennot, was hat der Zionisntus zum Wanderungsproblem zu sagen? In welchem inneren Zusammenhänge steht der Gedanke der Freiheit des jüdischen Volkes mit dem Staatsbegriff? Das sind nur einige der großen Fragen, die auf dem Kongreß wohl gelegentlich gestreift wurden, aber lediglich in einer Weise, die die Not- Wendigkeit einer ganz anderen, gründlichen und verantwortungsvollen Diskussion deutlich machte, in der der Zionismus zu beweisen hätte, daß er die Entwicklung der Welt und des Geistes bis ins Jahr 1931 mitgemacht hat. Auch Fragen dieser Art, in denen wirklich die zionistische Ideologie aufs neue auf die Probe zu stellen ist, werden kaum die Homogenität der Exekutive oder eine uniforme Einheit der Organisation fördern. Aber man kann sie nicht liegen lassen, um das Gut der Einigkeit so lange als möglich vor dem Zerbrechen zu bewahren. Bei diesem Rezept würde die Organisation zugunsten einer rein äußerlich aufgefaßten Einheitsvorstellung auf ihre Funktion im Leben des Judentums verzichten müssen. Sk wäre nicht mehr der lebendige Ausdruck der zionistischen Bewegung, sie wäre der Gegensatz zu jeder Form von Bewegung überhaupt. Diese Perspektive aber ist so unerträglich, daß bald auch die eifrigsten Verfechter von Ruhe und Ordnung, des Gesetzes der Mitte — also etwa unsere B-Grupp? ihren Widerspruch zum Wesen des Zionismus empfinden werden. Der Weg, den diese Gruppe für die Organisation gewählt hat, Verwirrung und Unklarheit und darauf aufgebaute Einigkeit, führt uns nicht weiter. Wir werden es umgekehrt versuchen müssen, zunächst Klarheit zu schaffen bei uns selbst und über unsere Beziehungen zu der Welt, die uns umgibt. Wenn wir uns in dieser Weise aus dem Nebel befreit haben, den man irrtümlich für eine dem Zionismus gedeihliche Atmo- Sphäre hält, werden wir darauf rechnen können, einen wirklieh großen Teil der Bewegung für einen festen Kurs und ein deutliches Ziel zu gewinnen. Die Fragen der nächsten Zukunft, auf die hier hingedeutet wurde und es ist nur ein Teil der brennenden Aufgaben erwähnt worden werden der Bewegung noch kein otium cum dignitate gönnen. Es ist zwecklos, ihr ein ausgeklügeltes Kongreßergebnis, das dem starken Wind des Lebens nicht standhaltcn kann, als tragbare Grundlage für einen inneren Frieden schmackhaft machen zu wollen. Die zionistische Bewegung steht, nicht weniger als vor dem Kongreß, vor schwersten äußeren Aufgaben und vor scharfen und ernsten inneren Auseinandersetzungen. Die Wizo- Konferenz Von Mirjam Scheuer. Die 6.*Weltkonferenz der Wizo bedeutete in der Art ihres Verlaufes, der Intensität ihrer Arbeit und der Mitbeteiligung aller Delegierten am Zustandekommen der Ergebnisse die Er- Öffnung eines neuen Kapitels in der Geschichte der Wizo. Auf allen bisherigen Konferenzen war die Unbeholfenheit und Schüchternheit des Plenums so groß, daß es keinen großen bestimmenden Anteil an den Ergebnissen nehmen konnte. Seine Rolle beschränkte sich auf nicht immer fruchtbare Beratungen und die Herstellung einer ungefähren Stimmung, die diesen oder jenen Vorschlag unterstützte. Aber maßgeblich war für die Ergebnisse der Konferenzen fast immer die kleine Schar der standigen Führer, die durch die Unzulänglichkeit der Delegierten zu einer unfreiwilligen Diktatur gebracht wurden. Die Basler Konferenz wurde von Delegierten abgehalten, deren Energie, Einsicht und Arbeitskraft jeden wunder nehmen mußte der (wie ich) sämtliche früheren Konferenzen in Erinnerung hatte. Ich habe aufrichtig bedauert, in Frau Blumenf e I d s Bericht an die ״Jüdische Rundschau“ eine so abschätzige Beurteilung der Delegierten zu lesen. So ist es.sehr bedauerlieh, wenn sie aus der einzigen Tatsache, daß in einer Kornmissionssitzung zwei Damen nach einer (namentlichen) Abstimmung erklärten, sie hätten infolge Mißverständnisses talsch votiert (die Abstimmung wurde reassumiert), wenn sie hieraus folgert: Bei der entscheidenden Abstimmung stellte es sich heraus, daß die Delegierten die Anträge mißverstanden hatten und gegen ihre wirklichen Absichten stimmten.“ Hier erweckt der Bericht den Eindruck, als wären die entscheidenden Beschlüsse der Konferenz von Irrtümern gezeitigt. (Ich wiederhole: dies war ein einmaliger Vorfall und die Abstimmung wurde repetiert.) Und es ist ebenso ungerecht, wenn Frau Blumenfeld einen ״erstaunlichen Gleichmut“ ln der Art sehen will, in der die Konferenz sich von den demissionierten Exekutivmitghedern verabschiedet hat. Frau Blumenfeld könnte das besser wissen, — ein jedes Mitglied der Konferenz kann berichten, wie die ganzen Verhandlungen eine Woche lang mit Rücksicht auf angedrohte Demissionen geführt wurden und mit welcher Bereitwilligkeit man immer und Immer wieder sich an erneuten, bald korporativen, bald einzelnen Demissionsdrohungen orientierte. Die Konferenz ging so weit als es nur möglich war, um nur ja keine einzige kostbare Arbeitskraft emzubußen. Sie konnte aber nicht sachliche Entscheidungen immerzu an Personenfragen zurechtbiegen. Sie versuchte auch das wir können es offen gestehen -: wertvolle Personen aus dem Kreise unserer Führerschaft kann man, ohne sentimental geschölten zu werden, mit allen Kräften zu halten, versuchen, auch wenn dabei Konzessionen gegen die eigene Einsicht gefordert werden. Aber es sind hierbei Grenzen gezogen, die man nicht überschreiten kann, ohne die Konferenz zur Farce ־zu machen. Was geschah auf der Konferenz? Die Sammelpunkte ihres Interesses waren das Arbeitsprogramm für Palästina, die Propaganda im Galuth (hierbei hervorzuheben die Zusammenarbeit mit den Mädchen) und die Atfiliation der beiden palästinensischen Verbände, sowie die Ver- Handlungen mit Hadassah. . , , . Die Debatte über Propaganda weckte viel Interesse; sie war von ausgezeichneten Referaten eingeleitet. Sie bewies, daß wir nicht nur über überraschend gute propagandistische Anregungen, sondern systematisch vorbereitete, gut unterbaute Pläne verfügen und über Kräfte, sie auszuführen. Hoffentlich werden sic in der kommenden Arbeitsperiode ihre Früchte zeitigen. Das Budget. Heute, wo fast eine jede Föderation in tiefer Sorge um ihre Aufbringungen ist, waren diese Beratungen wohl die schwierigsten der Konferenz. Keinesfalls aber gestaltete sich die Frage künftiger Arbeitsziele zu solch einem Dilemma, wie es Frau Blumenfeld berichtet; man stand nicht vor der Entscheidüng, ob man 3000 Pfund für Kindergärten oder 5000 Pfund für die Mischke Hapoaloth geben solle, sondern bei den Meschakim bewilligte man fünfhundert Pfund. Frau Blumenfeld hätte gerade auf diesen Teil ihres Berichtes mehr Sorgfalt verwenden sollen, da er zu den wichtigsten Teilen der. Verhandlungen referiert und da sie doch Vorsitzende der Finanzkommission war. Die Unvollkommenheit des Berichtes ist im gleichen Punkt noch weiter zu beklagen, denn es bleibt in ihm unerwähnt, daß mit Vollmacht der Konferenz Exekutive und Council am 30. Juni beschlossen: ״Die neue Exekutive wird ermächtigt, das Budget im Rahmen der vorhandenen Mittel zu kürzen. Die Auszahlung der durch die Resolution der Finanzkommission bewilligten 500 Pfund für die drei Meschakim tritt nur dann in Kraft, wenn das Minimum für die Wizo-lnstitutionen für vier Monate im voraus gedeckt ist. Die neue Exekutive soll sofort nach Wiederaufnahme der Arbeit in der Agency sich mit ihr in Verbindung setzen lind während der nächsten zwei Jahre untersuchen, ob und wie weit eine Konsolidierung der Meschakim nötig ist, und das soll der nächsten Councilsitzung vorgelegt werden.“ Hält man sich demnach vor Augen, um welche Summe es sich in Wirklichkeit, nicht in dem entstellenden Irrtum Frau Blumenfelds handelte, als auch mit welcher Vorsicht diese Verpflichtung von Council und Exekutive in Vollmacht der Konferenz behandelt wird, dann werden Frau Blumenfelds Schlüsse hinfällig, da sie auf falschen Voraussetzungen stehen. Und in der Tat war dies nicht der ״Ausdruck zweier Richtungen“, wobei die Exekutive für die Kindergärten, die Konferenz für die Meschakim eingetreten wäre, wie Frau Blumenfeld meint. (Im Budgetvoranschlag für das Jahr 1031/32 hatte die Londoner Exekutive zu Punkt 16: Kindergärten £ 3000“ hinzugesetzt: ״Als unmöglich erachtetl“).

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