Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 57 (24.7.1931)
- Date
- 1931-07-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 57, 24. VH.!951 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 353 Die Kongre&debatte über die Universität ״Auf der Wacht des nationalen Geistes“. Wir haben bereits berichtet, daß der Kongreß am 13. Juli bei Beratung des Berichtes der Erziehungskommission den folgetiden Beschluß angenommen hat: ״Der Kongreß mißbilligt den Geist des Verzichtes auf nationale Ideale, der in der Leitung der Universität zum Ausdruck gekommen ist und beauftragt die Exekutive, auf der Wacht des nationalen Geistes in der Leitung der Universität zu sein.“ Die Debatte und Abstimmung über diesen Antrag gehörte ru den erregtesten und dramatischsten Szenen des Kongresses. Wir geben nachstehend den genaueren Bericht über den Verlauf dieser Sitzung wieder. Nach Einbringung des Antrages, der von der Kommission abgelehnt und dann als ״Minderheitsvotum Fränk e 1“ .vor das Plenum des Kongresses kam, stellte Ussischk 1 n den Antrag auf Uebergang zur T agesordnung, mit der Begründung, die Sache sei zu ■wichtig, um so nebenbei behandelt zti werden. Dieser Antrag wird, nachdem Frankel dagegen gesprochen hat, mit 72 :6« Stimmen abgelehnt. Darauf erhält der Antragsteller das Wort zur Begründung seines Antrags. Del. Fränkel (Revisionist) begründet das Minderheitsvotum etwa folgendermaßen: Die Hebräische Universität ist heute eine Burg des Anti Zionismus, ihre Leitung verzichtet aut den zionistischen Geist und die führenden Personen liefern unseren Feinden Material, wie in Angelegenheit der Klagemauer, wo einige Dozenten den Arabern Material lieferten. 700 Studenten, die die Mittelschule in Jerusalem und Tel-Awiw beendet haben, müssen im Ausland studieren. Im Namen der vereinigten zionistischen Studentenschaft protestiere ich gegen den Geist des Verzichtes auf nationale Kultur und nationale Ideale in der Hebräischen Universität. (Zurufe: Warum sprechen Sie nicht hebräisch?) Während Del. Fränkel spricht, tritt Del. Weis! zu ihm neben die Rednertribüne und raunt ihm zu: Sprechen Sie mögliehst lange, ich werde inzwischen unsere Leute aus den Couloirs hereinrufen! Gegen das Minderheitsvotum erhält das Wort B e r 1 K a z n e 1 s 011 (Arbeiterpartei). Del. Berl Kaznelson: Diese Resolution wird sicher durch eine zufällige Mehrheit von Delegierten angenommen werden, schon auf Grund der Fraktionsdisziplin. Ich warne Sie! Es handelt sich hier um eine sehr wichtige Sache. Es geht hier nicht darum, ob wir mit diesem oder jenem Professor 6ympathisieren, ob dieser oder jener Professor richtig handelt, es geht um die Frage der Freiheit des Geistes und der Freiheit unserer Kultur. (Beifall, Zwischenrufe.) Sie können mich sicher stören, darin sind Sie sicher sehr gewandt, aber Sie werden meine Treue zu unserer Kultur und meine Besorgnis um unsere politische Situation nicht bezweifeln. Wenn wir hier die Frage der Universität überhaupt behandelt hätten, untersucht hätten, ob sie gut oder schlecht ist, ob der Lehrplan, der Plan der Fakultäten den Bedürfnissen des Jischuw in Erez-Israet entspricht, ob sie den Bedürfnissen des Aufbaues und den Bedürfnissen der Volkskultur angepaßt ist, hätte ich die Universität scharf kritisiert. Ihre Resolution behandelt aber eine ganz andere Sache. Sie bedeutet, daß der Kongreß berechtigt sein soll, die politischen Anschauungen von Leuten zu beurteilen, die sich mit wissenschaftlicher und kul- ׳•ttfrefter 'Arbeit*b'efaSseh.’־' Jede?"von1 ׳■äh#׳ist‘׳seftiStvefstä)18ftch berechtigt, einen Ideenkampf mit Jedem Teile des Jischuw, mit jedem Juden zu führen, auch mit den Personen, die einen öffentlichen Posten bekleiden. Jeder von uns ist berechtigt, mit seinen! ganzen Eifer und der ganzen Konsequenz für seine Ideen zu kämpfen. Wir haben aber kein moralisches Recht, irgendeinen wissenschaftlichen Mitarbeiter, sei cs ein Mathematiker, Historiker oder Philosoph, als illegitim zu erklären, wenn wir mit seinen politischen Ansichten nicht einverstanden sind. (Zwischenruf Uri Zwi ürünberg: ״Aber sie sind Verräter!“) Auch ich führe einen Ideenkampf mit vielen Personen, die im Lande wichtige und verantwortungsvolle Posten bekleiden. Aber so lange sie ihre eigentliche Aufgabe ehrlich erfüllen, werde ich die politische Diskussion nicht auf das Gebiet ihrer wissenschaftlichen und kulturellen Arbeit verlegen. Es handelt sich hier nicht um Kontrolle und Posten, sondern um eine der wichtigsten Fragen: welchen Geist wir in den Zionismus und in seine kulturelle Arbeit hineinbringen, ob Sitten, wie sie jetzt in vielen Universitäten üblich sind, wo man jeden Professor daraufhin untersucht, ob er Sozialist, Patriot, Militarist oder Antimilitarist ist, auch bei uns eingeführt werden sollen. Ich glaube, daß das keine Frage der Universität und der Professoren ist, sondern eine Ehrenfrage für den Kongreß, eine Ehrenfrage für den Zionismus, die Frage der Freiheit der geistigen Atmosphäre, die den Leuten im Lande, auch wenn sie anderer politischer Ansicht sind als der größte Teil des Jischuw, solange sie nur ihre wissenschaftliche Arbeit treu leisten, ermöglicht, ihre Arbeit in aller Ehre durchzuführen. Seien Sie um die Ehre des Kongresses besorgt und verletzen Sie nicht die Ehre des jüdischen kulturellen Schaffens. (Beifall bei den Arbeitern, Pfuirufe bei den Revisionisten.) Der Antrag Fränkel wird mit 87 gegen 74 Stimmen angenommen. (Beifall bei den Revisionisten, Zwischenrufe seitens der Arbeiter.) Die Arbeiterpartei verlangt nochmalige namentliche Ab- Stimmung. Vors. Vizepr. Kaplan erklärt im Namen des Präsidiums, daß keine namentliche Abstimmung erfolgen kann, da die Ab- Stimmung deutlich war und der Antrag über namentliche Ab- Stimmung erst nach der Abstimmung gestellt wurde. Del.!. Merentinskl (Arb ): Wir bezweifeln die Abstimmung und verlangen namentliche Abstimmung. (Von den Bänken der Arbeiterpartei wird auf Präzed <!1 z f ä 11 e hiiigewiesen, in denen zweifelhafte Abstimmungen wiederholt wurden, und zwar sogar namentlich. Auch auf diesem Kongreß hat es einen Präzedenzfall dieser Art gegeben, als die Revisionisten nach der Abstimmung nochmalige namentliche Abstimmung verlangten, was der Kongreß- Präsident auch bewilligt hat.) Nach Beratung des Präsidiums teilt Vors. Vliepr. Kaplan mit, daß das Präsidium beschlossen hat, den Antrag aut namentliche Abstimmung abzulehnen. Del. Dr. Arlosoroff: Ich will im Namen der Arbeiterfrakiien zu der eben erfolgten und bestätigten Abstimmung eine Erklärung abgeben: Wir betrachten diese Abstimmung als eine Kulturschande des Zionistischen Kongresses. (Stürmische Zwischenrufe von rechts.) Vors. Vizepr. Kaplan: Ich fordere Sie auf, den Ausdruck zurückzunehmen! Del. Arlosoroff: Ich ziehe auf Ersuchen des Präsidiums den Ausdruck zurück. Wir kämpfen an allen Universitäten der Welt dafür, daß Menschen aller Gesinnungen und Juden aller Gesinnungen auch unabhängig von ihrem jude-sein und vön politischen Strömungen Lehr- und Gedankenfreiheit zugesichert erhalten. Die Judenheit der ganzen Welt ist elementar interessiert daran, daß dieser Kampf um Lehrfreiheit und Gedankenfreiheit zugunsten unserer Forderung entschieden wird. Wir haben immer geglaubt, daß die Universität Jerusalem ein Beispiel für die Lehrfreiheit und Gedankenfreiheit hätte sein sollen. Jetzt bleibt uns nichts übrig, da wir in der Minorität geblieben sind, als zu sagen, daß wir diesen Beschluß mit Entrüstung zurückweisen. Del. B. Weinstein (Revisionist): ich will im Namen unserer Fraktion erklären, warum wir für den Antrag Fränkel gestimmt haben. Es ist banal, auf einem Zionistenkongreß für die Meinungsfreiheit eines jeden Lehrers und eines jeden Professors zu sprechen. Wir haben für die Resolution gestimmt, weil die Professoren an der Jerusalemer Universität zum größten Teile diese wissenschaftliche Tribüne und ihre Posten für einen politischen Kampf gegen den Zionismus und gegen den Jischuw benützen. (Zwischenruf Ben Gurion: Lüge!) Und sie ergreifen politische Maßnahmen gegen den Zionismus. Sie haben es in den schweren Tagen des Jischuw getan. Der Kongreß, der Jischuw und der Zionismus sind gegen diese Gruppe ehrenvoller Leute, deren wissenschaftliche Ehre hier nicht zu besprechen ist, die aber die Universität für Zwecke benützt, die weder mit dem Zionismus noch mit ihrer wissenschaftlichen Aufgabe etwas zu tun haben. (Beifall bei den Revisionisten.) Damit ist diese Aussprache abgeschlossen. Die Finanzlage der Agency In der zweiten Sitzung der Council-Tagung hielt Dr. Werner Senator, der Schatzmeister der Jewish Agency, sein Referat über die Finanzlage. Wir geben nachstehend den Gedankengang wieder. Als im Jahre 1029 die erweiterte Jewish Agency gegründet wurde, wollten wir das Budget um 50 °/0 erhöhen. Im Bericht der Joint Survcy Commission war ein Minimalbudget von einer halben Million Pfund in Aussicht genommen. Die politischen Ereignisse und vor allem die Welt- Wirtschaftskrise der letzten zwei Jahre haben diesen ganzen Plan nicht zur Ausführung gelangen lassen. Ein Grund liegt aber auch darin, daß cs uns noch nicht gelungen ist, unsere Organisation so auszubauen, wie wir cs 1929 dachten. Nur eine innerlich starke Organisation kann in der Lage sein, die nötigen Fonds zu beschaffen. Schon im September 1929 wurde es klar, daß das Z ü - r i c h e r Budget nicht durchgc führt werden könne. Es setzten bekanntlich damals die großen Sammlungen für die Opfer der Unruhen ein, die den riesigen Betrag von £ 600.000 ergaben, durch die aber die Sammlungen des Keren Hajessod außerordentlich litten. Die Exekutive sah sich daher genötigt, das Budget in zwei Etappen von £ 750.000 aut £ 550 000 herabzusetzen. Diese Reduktion genügte nicht, da statt der erwarteten Eingänge (Amerika £450.000, nichtamerikanische Länder £350.000) die tatsächlichen Einnahmen £ 130.000 und £ 220.000 betrugen. Die Exekutive wäre schon damals in eine schwierige Lage gekommen, wenn nicht die Herren Warburg und Wassermann durch Anleihetransaktionen geholfen hätten. Die ,Erfahrungen des Budgetjahres 5690 verjmlaßten das Administrative Committee, im August 1930 ein viel kleineres Budget von £ 545.ÜOO, darin .£ 145.000 für die Zahlung von Verpflichtungen, aufzustellen. Auch dieses Budget wurde nicht erreicht. In diesem Jahre werden unsere Eingänge £310 000 bis 320 000 betragen, gegenüber einem Voranschlag von £ 545 000. Die Lage hat sich auch in den letzten Monaten nicht gebessert, aber auch unter den gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten muß es möglich sein, cjje tninim^l|1^ Beträge aufzubringen, die zur Erhaltung unserer‘ Position״ TüTt-ande ‘ notwendig sind. Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas berechtigt uns zu großem Optimismus und gibt das Recht, zu sagen, daß diese Arbeit ihre geistigen und materiellen Früchte trägt. Trotz der starken weltwirtschaftlichen Depression und der besonders schwierigen Lage in Palästina hat das Land in den beiden letzten Jahren einen geradezu bewundernswerten Aufschwung genommen. Es ist das einzige Land, wo Juden tagtäglich wirtschaftliche Positionen gewinnen. Die Arbeitslosigkeit von nur 3000 Menschen könnte bis zum Frühjahr mit etwa £30.000 liquidiert werden. Die in der Frage der Finanzierungsmethoden entstandene Diskussion ist fruchtbar und notwendig. Ohne hier im einzelnen zu den verschiedenen Projekten Stellung zu nehmen, ist meine Meinung, daß der Aufbau Palästinas sich vollziehen muß durch gegenseitige Ergänzung der Privatinitiative und nationaler planmäßiger Wirtschaftspolitik, wobei durch das Nationalkapital Vorbedingungen für erfolgreiche Investierung des individuellen privaten Kapitals geschaffen werden müssen. Ohne die Grundlage der Arbeit unserer Fonds ist die Durchführung weitgehender wirtschaftlicher Pläne nicht möglich. Ich möchte mich, schließt Dr. Senator, an Sie und ins־ besonders an unsere Freunde aus Amerika wenden. Der Aufbau Palästinas ist unmöglich ohne eine adäquate Beteiligung des Gesamtjudentums und des amerikanischen Judentums, das nach seiner Zahl ein Drittel, seinem finanziellen Gewicht aber weit mehr als die Hälfte des Judentums darstelit. Wir haben die Hoffnung, daß die gegenwärtige schwierige Situation, die wir mit unserer Umwelt durchmachen, überwunden werden wird durch Opferwilligkeit und Bereitschaft. Presseschaii Die englische Zeitschrift ״The Near East and In• dia“ bespricht in ihrer Nummer vom 16. Juli, also offenbar vor Bekanntwerden des Rücktritts Dr. Weizmanns, die Vorgänge des Zionistenkongresses folgendermaßen: ״Man kann nicht behaupten, daß irgendein Engländer die Berichte, über die Reden des Basler Kongresses mit Vergnügen lesen kann. Seine beherrschenden Gefühle dabei dürften sein: erstens Aergernis darüber, daß die widerliche Anschuldigung, die Engländer hätten die Unruhen zwischen Arabern und Juden erzeugt, in dieser Versammlung ausgesprochen werden durfte, und zweitens: Staunen darüber, daß so viele Zionisten noch in Wölkenkuckucksheim leben. Die Art und Weise, wie die Frage einer jüdischen Mehrheit im Heiligen Land behandelt wurde, gibt denen wenig Hoffnung, die den Zionisten große staatsmännische Fähigkeiten zuschreiben. Denn, das soll hier kategorisch wiederholt werden, die Möglichkeit einer jüdischen Mehrheit in Palästina besteht nur in der Phantasie gewisser Zionisten. Kluge Zionisten, wie I>. Weizmann, der von seinen Erfahrungen bei diesem Kongreß tief deprimiert sein muß, begreifen' natürlich, daß ein jüdisches Nationalheim, das eine origineüe palästinensische Kultur hervorbringt, nicht van einer jüdischen Mehrheit in Palästina abhängt. Aber Dr- Weizmann scheint eine recht einsame Seele auf diesem Kongreß zu sein. Die Extremisten beherrschen das Feld; eine Tatsache, die der zionistisehen Bewegung ä la longue nur Schaden bringen kann. Bald dürften wir die Reaktion der Araber jn Paiästina auf all dies gefährliche Gerede in Basel zu sehen bekommen. Dann» aber vielleicht erst dann, dürften die Zionisten begreifen, daß sie durch dies Gerede von einer jüdischen Mehrheit die Möglichkeit einer arabisch-jüdisehen Zusammenarbeit nur noch weiter in die Ferne rücken, zu der sie sich alle mit den Lippen bekennen, die aber für so viele von ihnen lange, lange nach andern Rücksichten kommt.״ Das neue Administrative Committee Das vom Council der Jewish Agency gewählte neue Administrative Committee, das bis zur nächsten Council-Tagung die Geschäfte zu führen hat, bestellt aus folgenden Personen: Nichtzionistische Mitglieder: Dr. Cyrus Adler, James Becker, Henry Wincraan, Irving Lehman, Horacc Stern, Solomon Lowenste in, Alexander Kahn, Lee K. Frankel, Dr. W. Fild ermann, Dr. Grigori Wolf, Dr. Leo Baeck, O. E. d’Avigdor G 0 1 d s rn i d , Nathan Laski, ein noch zu benennendes französisches Mitglied, Dr. Samuel Goidfiam, Dr. Parnes, Dr. Ader, Direktor Oscar Wassermann, Dr. Imanuel Loew, Dr. Joseph Popper, Zionistische Mitglieder: M. Brown, Gedeljah Bub lick, Dr. Berthold Fciwel, Elieser Kaplan, Ing. S. Kaplansky, M. Karp, Berl Kaznelson, Leo M ot z k i n , Felix Rosenblüth, Morris Rothenberg, David Rem e s , Salman Schocken, Dr. Emil Schmorak, Dr. Adolf Silberschein, Dr. Max Soloweitschik, Joseph S p r i n z a k , Robert S z o I d , Raw T eitelbaum, M. M. Ussischkin, Dr. Stephen S. W i s e. Nichtzionistische Ersatzmitg11 eder; Major Nathan, Miß Netti Adler, Charles W. Cohen, Sir Meyer Spielman, Dr. Samuel Daiches, Bruno Asch, Dr. J. Blau, Dr. H. Ashkenazy, Dr. Bernhard Kahn, Dr. Joseph Landau, Rabb. Dr. Isak Unna, Mr. Mushkatt, Dr. Einhorn, Oskar Kohn, Raphael Landau, F. Schleicher, Rabbi J. Lipschitz, Schalom Asch, H. L. Gluckmann, R. Bollag, Mr. Jcfroykin, Dr. Alexander Mayer, Dr. Hermann Horawitz, David Florentin, Alfred M. Cohen, Dr. Henry Cohen, Hon. Albert Cohn, Howard S. Cullman, Bernhard B. Given, J. Kiser, Samuel Klaus, Dr. Nathan Krass, Joseph C. Hyman, M. L. Rrentis, Joseph L. Schanfeld, Morris D. Waldmann, Samuel C. Lamport, Mr. Aisenstadt, Leo Simon, Albert H. Liebermann, Henry Monsky, Simon Lyon. Zionistische Ersatz mit glieder: Lazarus Barth, David Ben üurioii, Jizchak Berger, Rabbi Meir Berlin, Rabbi Brodt, Kurt Blumenfeld, Dr. Oskar Cohn, Adda Fishman, A. J. Freiman, Dr. Nahum Goldmann, Dr. Alexander Goldstein, Dr. Oskar Grünbaum, Abraham Harzfeld, Dov Hos, Mrs. Edvard Jacobs, J. Lerner, Dr. Sch mar ja Levin, Leon Levitc, Levi Lewin-Epstcin, Dr. Alexander Licht, Judge Julian W. Mack, Lazar Margulies, Simon Marks, I. Mereminski, Dr. Benzion Mossinsohn, Joachim Neiger, Isaak Ochberg, Ing. Anselm Reiß, S. Rubaschow, Dr. Josef Rufeisen, Dr. Arthur Ruppin, Harry Sacher, S. Z. Schragai, Dr. j. Schwarzbart 11, Rabbi A. H. Silver, Daniel Sirkis, A. Spicrer, I. Suprasky, Levi Szkolnik, N. Twersky. * Der neugewählte Vorsitzende desCouncil, Osmond Elim d’Avigdor Goidsmid, wurde 1877 in Wien als Sohn von Elim d’Avigdor, Vorsteher der sephardischen Gemeinde in London und Führer der englischen ״Chowewe Zion“, geboren. Er erbte 1896 von dem Vetter seines Vaters, Sir Julian Goidsmid, dessen Güter und erhielt die Erlaubnis, seinem Namen den Namen Goidsmid hinzuzufügen und das Wappen der Goldsmids zu führen. Im Weltkriege wurde er zweimal militärisch befördert und mit dem Rang eines Oberleutnants entlassen. Von 1921 bis 1926 war er Präsident der Anglo-Jewish Association, seit!926 ist er Präsident des Board of Deputies of the British Jews. Er ist auch ein führendes Mitglied des Conseil der jewish Colonisation Association und des Economic Board for Palestine. Die Ziele der zionistischen Bewegung hat er politisch und praktisch sehr gefördert. Der Mitvorsitzende des Council Lee Käufer Frankel wurde 1867 in Philadelphia geboren, war Dozent für Chemie und ist heute Vizepräsident einer der größten amerikanischen Lebensversicherungsgescllschaften, der ״Metropolitan Life insurance Company“. Er ist Präsident der ״American Public Health Association“ und einer der Gründer des ״National Health Council“. Seit 1912 ist er Vorsitzender der ״National Conference of Jewish Charities“. 1927 besuchte er Palästina ais Mitglied der von Louis Marshall und Dr. Weizmann einberufenen Experten-Kommission. Er ist auch ein Führer des liberalen Judentums und hat an der Weltkonferenz des liberalen Judentums in Berlin 1928 teilgenommen. Jabottnsky ״beurlaubt“ Basel, 17. Juli. (J. T. A.) Der Präsident der Weltuuion der Zionisten-Revisionisten, Wladimir Jabotinsky, wurde bis zu der im Dezember 1931 stattfindenden ordentlichen Weltkonferenz der revisionistischen Union beurlaubt. Es verlautet, daß der Urlaub Jabotinskys im Zusammenhang mit der von den revisionistischen Vertretern Im Aktions-Comite abgegebenen Erklärung über die Beziehungen der revisionistischen Fraktion zur zionistischen Gesamtorganisation steht. Die bei den Revisionisten über diese Frage bestehenden Meinungsverschiedenheiten sollen auf der im Dezember d. J. zusammentretenden revisionistischen Weftkonterenz endgültig geklärt werden. * Palästina-Reisen. Der Palestine & Orient Lloyd Berlin gibt bekannt: Für alle diejenigen, die in der nächsten Zeit nach Palästina zu reisen wünschen und die durch die Lage in Deutschland und die Notverordnung Schwierigkeiten zu erwarten haben, teilen wir folgendes mit: 1. Ausreisegebühr. Von der Ausreisegebühr von 100 M. sind alle diejenigen, die nicht deutsche Staatsbürger sind, nicht betroffen. Ebenfalls sind von ihr befreit Auswanderer sowie Rückwanderer, auch wenn sie deutscher Staatsangehörigkeif sind. — 2. Schiffskarten können bei uns gekauft werden, sowohl gegen bare ausländische Noten, wie gegen Devisen (Schecks). Die Bezahlung kann jedoch auch in deutscher Reichsmark erfolgen, wobei die Umrechnung zu den normalen Kursen der Deutschen Reichsbank erfolgt. -. 3. Alle die mit dem Kauf der Schiffskarten verbundenen Geschäfte sind uns von seiten der zuständigen Behörden ausdrücklich gestattet. Wir haben auch das Recht, ausländische Zahlungsmittel in deutsches Geld umziiwechseln. — 4. Jeder, der ins Ausland reist, Ausländer ebenso wie Inländer, erhält von Banken und Wechselstuben, am besten aber von der Reichsbank selbst (Devisenhandelssteile), Kurstr. 49, I, im gewissen Umfange ausländische Noten gegen deutsches Geld. Hierzu ist die Vor- Weisung des Passes bzw. der Auslandsvisen, sowie der Bahn- und Schiffskarten notwendig. - 5. Alle diese Bestimmungen, informationen gelten gemäß den heutigen Verordnungen der Regierung. Aenderungen werden von uns regelmäßig bekannt gegeben werden. Eine jüdische Genossenschaftsbank in Chemnitz, in Chemnitz i. Sa. wurde am 14. Juli die Gründung einer ״Volksbank Iwria e. G. m. b. H.“ vollzogen. Der Aufsichtsrat der Bank besteht aus den Herren Jacob Mirski, ais Vorsitzendem, Isomer Schwebel, als stellvertretendem Vorsitzenden, Max Baumöhl, Joseph Salem, Direktor Konstantin Apter und Dr. med. Paul Holzer. Zum Vorstand wurde Rudolf Weißkopf gewählt. Ein weiteres Vorstandsmitglied soll in der Person eines Bankfachmannes noch ernannt werden. Die Bank wird in der allernächsten Zeit mit ihrer Tätigkeit beginnen. j