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Jüdische Rundschau · 1931-07-17 · Heft 55 (17.7.1931) · page 2

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Seite 338 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 55, 17. VII. 1031 ries Systems und der Leitung der Zionistischen Organisation auch einen Wechsel der Personen zur Voraussetzung hat. Wir glauben, daß durch diesen Wechsel der Personen eine von uns bekämpfte Tendenz ihren Abschluß gefunden hat. Nachdem wir aber noch keine Kenntnis von der Zusammensetzung und dem Programm der künftigen Leitung haben, erklären wir, daß unsere Haltung zur künftigen Exekutive durch unsere Stimmena bgab e bei der Präsidentenwahl in keiner Weise f e s t g c I e g t ist. Wahl de* Aktion* ~ Comites Berichterstatter Dr. Halpern: Ich komme jetzt zu unseren Vorschlägen für die Wahlen in das A.-C. Bevor wir diese vornehmen können, müssen wir aus formellen Gründen § 47, Abs. f des Organisationsstatutes dahin abändern, daß es dort an Stelle von ״höchstens 52“ jetzt heißen soll ״höchstens 58 vom Kongreß gewählten Mitgliedern“. (Der Antrag wird angenommen.) Dr. Halpern: Das A.-C. zerfällt wie bisher in Virilisten und in Mitglieder von Parteien und Landsmannschaften. Ich tese zunächst die Namen der Virilisten, die lauten: Dr. Chaim Weizmann (langandauernder stürmischer Beifall links), Leo M o t z k 1' r. (lebhafter Beifall, Ovation der Rcvisionisten), Menachem Ussischkin (Beifall), Dr. Arthur Ruppin (Beifall), Dr, Schmarjahu Levfn (Beifall), J- Nafditsch (Beifall), Dr, Victor Jacobson (Beifall). Jetzt kommen die Namen der nach Landsmannschaften und Fraktionen gewählten Mitglieder. Zunächst die Allgemeinen Zionisten: Adolf Bernhard (Bukarest), Kurt Blumenfeld (Berlin), Prof. S. Brodetsky (Leeds), A. J. Freiman (Ottawa), Ab. Goldberg (New York), Dr. Alexander Goldstein (London), Jacob de Haas (New York), Dr. Georg Halpern (Berlin), Mrs. Edward Jacobs (New York), Dr. Alexander Licht (Zagreb), Louis Lipsky (New York), Dr. Benzion Mossinsohn (Tel-Awiw), fsaac Ochberg (Capetown), Dr. Josef Rufeisen (Mährisch-Ostrau), Dr. Emii Schmorak (Lemberg), Dr. J. Schwarzbart (Krakau), Dr. Osias Thon (Krakau). Die Gruppe der Poaie Zion (vereinigt mit den Zionisten-Sozialisten): M. Jarblum (Paris), Berl Locker (New York), lug. S. Kaplansky (London), Anselm Reiß (Warschau). Es fehlen noch die Namen von 11 Linken der verschiedenen Gruppierungen, die noch keine Zeit hatten, die Listen einzureichen und die der Ordnung halber in der heutigen Nachtsitzung nachgeholt werden. Revisionisten; Meir GroBmann (London), Jacob Hoflmann (Riga), Jacob Kahan (Warschau), Jona Machower (London), Israel Rosoff (Tel-Awiw), Josef Schechtmann (Paris), Selig Soskm (Genf), Robert Stricker (Wien), B. Weinstein (Tel-Awiw). r Rabbl Meir Berlin (Jerusalem), Hesche Farbstein (Warschau), Dr. Simon Federbusch (Lemberg), Rabb Wolf Gold (New York), Elimelech Nejfeld (Warschau), Dr Markus Nurok (Riga), Moses Schaplra (Jerusalem). Radikale Zionisten: Izchak Gruenbaum (War schau), Dr. Nahum Goldmann (Berlin). Vertreter des Waad Leumi: Berhgne, D. Bert Gurion; Stellvertreter: Ostrowsky, Mitglieder: 1Eiiah! Josef Baratz, Rav Vertreter des Jewish Colonial Trust: Dr. Berthold Fenvel (London). Vertreter des Keren Kajemeth LejisracI: Salman Schocken (Berlin). Vertreter des Keren Hafessod: Dr. Arthur Hantke. Ersatzmiiglieder des Aktion* •Comftts . ,A 1״Se״ eZionisten: Fritz Bernstein (Rotter dam). Miß Pearl Franklin (Chicago), Rev. J. K. Goldbloon (London), Dr. Angelo Goldstein (Prag), Moscheh Kaha! (Kowno), Ing. Naphtali Landau (Lemberg), Dr. Siegfrie! Moses Berlin), Joachim Neiger (Tarnow), Alfons Pacific (Fiorenz), P. Policansky (Cape Town), Dr. J. Rosenblat (Lodz), Felix Rosenblüth (London), Mrs. Archibald Siivermam (Providence R. I.), Elihu Stone (Boston), J. Suprasky (Tel Awiw), Abraham Tulin (New York), Meyer W. Weisga (Toronto). Poaie Zion (vereinigt mit den Zionisten-Sozialisten): J. L. Cohen (London), J. Idelsohn (Tel-Awiw), Dr. S. Friedmann (Kowno), Jischua Chefetz (Warschau). Es fehlen die Namen von 11 Linken, die nachgetragen werden. Revisionisten: B. Arditti (Sofia), Max Bodenheimer (Köln), Mosche Leiserowitsch (Warschau), Jacob Rothmann (Lemberg), Moses Schwarzmann (London), Zinowic Tiomkin (Paris), Abraham Weinschall (Haifa), Wolfgang v. Weisl (Jerusalem), Dr. Rabinowitsch (Brünn), Propes (Warschau). Misrachi•. Lazarus Barth (Berlin), Aron Blum (Warschau), Rabbiner Samuel 'Brodt (Tomaschow, Maz.), Rabbi Leib Fishmann (Jerusalem), Erich Michaelis (Hamburg), Rabbiner Isaak Rubinstein (Wilna), Dr. Oskar Wolfsberg (Berlin). Radikale Zionisten: Dr. Emil Margulies (Leitmeritz), Dr. Max Soloweitschik (Berlin). Die Liste wird eil bloc angenommen. Kongreßgericht: Vorsitzender Rechtsanwalt S. Gronemann (Berlin). Stellvertretender Vorsitzender: Dr. Michael Ringel (Lwow). Mitglieder: Rechtsanwalt Kozower (Berlin), Jona Machover (London), Dr. Leopold Plaschkes (Wien), Ing. Anselm Reiß (Warschau), Dr. Adolf Süberschein (Warschau), Dr. Samuel Spann (Tarnow), Rechtsanwalt Dr. Wahrhaftig (Warschau), Dr. Theodor Weißeiberger (Cernauti). Kongreßanwalt: Dr. Aron Barth (Berlin). Stellvertreter: Rechtsanwalt Max Jacobsohn (Breslau). Ehrengericht: Vorsitzender: Rechtsanwalt S. üronemann (Berlin). Mitglieder: Dr. Marcus Cohn (Basel), Dr. Oskar Cohn (Berlin), Dr. Schimon Feldblum (Krakau), Dr. David Schreiber (Lemberg), Dr. Samuel Wolf (Wien), Dr. Oskar Wolfsberg (Berlin). Revisor: Robert Solomon (London). Stell- Vertreter: Percy P. Baker (London), B. Jänner (Cardiff). — Die Liste wird en bloc angenommen. Dr. Halpern: Wir kommen nunmehr zur Wahl der Mitglieder des Councils der Jewish Agency. Bevor wir diese Wahl vornehmen, müssen Sie eine Reihe formeller Aenderungen bestätigen, und zwar lauten die Aenderungen wie folgt: ״ln Abänderung des vom XVL Kongreß gefaßten Be- Schlusses über das Verhältnis von A.-C. zum zionistischen Teil des Councils der Jewish Agency sollen folgende Reso• lutionen angenommen werden: 1. Die Zionistische Hälfte des Councils der Jewish Agency besteht aus 48 vom Kongreß gewählten Mitgliedern des A.-C., sowie wetteren 62 Mitgliedern, also zusammen 110, die vom Kongreß zu wählen sind. 2. Alle Fragen, die sich aus der Bestimmung ergeben, daß die zionistische Hälfte des Council in ihrer numerischen Stärke der nichtzionistischen Hälfte des Councils entsprechen soll, werden dem A.-C. zur Regelung überwiesen. 3. Ueber die Reihenfolge des Einrückens von Ersatz- Vertretern an Stelle ausscheidender Mitglieder in der ziomstischen Hälfte des Council entscheidet auf Grund eines Vorschlages der betreffenden Gruppe das Aktions-Comite.“ Die Aenderungen werden angenommen: Dr. Halpern: Ich schlage Ihnen die Wahl folgender Herren zu ordentlichen Mitgliedern des Councils der Jewish Agency vor: die ordentlichen gemäß § 46, Abs. f des Statutes gewählten Mitglieder des Aktions-Comitcs, mit Ausnahme der Revisionisten, also 48 Mitglieder. Die Revisionisten wünschen sich an dieser Wahl nicht zu beteiligen und stellen ihre Plätze den anderen Parteien zur Verfügung. Ferner: A. Allgemeine Zionisten: Isaac Allen (New York), Izchak Berger (Chisinau), Sam Cohen (Luxemburg), Haim Farchy (Sofia), Dr. Berthold Feiwel (London), D. Florentin (Saloniki), Nathan Gesang (Buenos Aires), Rev. J. K. Goldbloom (London), Dr. Oskar Grünbaum (Wien), Dr. Anselm Halpern (Sfanislau), M. Hindes (Warschau), Dr. Ede Iszak (Budapest), Ing. Naftali Landau (Lemberg), Leon Levite (Warschau), Judge Julian W. Mack (New York), Lazar Margulies (Budapest), Simon Marks (London), Jochim Neiger (Tarnow), B. Nemeschansky (Heisingfors), Emanuel Newman (New York), Alfons Pacifici (Florenz), P. Policansky (Ceptown), Mrs. Sol. Roscnbloom (New York), Felix Rosenblüth (London), Dr. Martin Rosenblüth (Berlin), Morris Rothenberg (New York), Harry Sacher (London), Jean Schramek (StraBburg), Rabbi Abba Hillel Silver (Cleveland- Ohio), Robert Szold (New York), Mrs. Robert Szold (New York), J. Thursz (Casablanca), Josef Weiß (New York), Rabbi Stephan S. Wise (New York). B. Poaie Zion (Vereinigt mit Z. S.): Meir Braun (New York), Melech Neustadt (Tel-Awiw), Nathan Grünblatt (Kowno), sowie 13 noch zu nominierende Vertreter der Arbeiterpartei. C. Misrachi: Lazarus Barth (Berlin), Aron Blum (Warschau), Rabbi Samuel Brodt (Tomaschow, Maz.), Rabbi Leib Fishmann (Jerusalem), Erich Michaclis (Hamburg), Rabbiner Isaac Rubinstein (Wilna), Dr. Oskar Wolfsberg (Berlin). D. Radikale Zionisten: Dr. Max Soloweitschik (Berlin), Dr. Emil Margulies (Leitmeritz). E. Für das Direktorium des Keren Kajemeth Lejisrael: Salman Schocken (Berlin). Diese Liste wird vom Kongreß en bloc angenommen. Präsident Motzkin schließt um 3/48 Uhr abends die Sitzung. Um 8 Uhr abends findet dann die Eröffnungssitzung des Council der Jewish Agency statt. Für 11 Uhr wird eine weitere Sitzung des Kongresses^ zwecks Wahl der Mitglieder der Exekutive einberufen. Die Sitzung kommt jedoch nicht zustande, obwohl die Kongreßteilnchmer die ganze Nacht warten, während der Permanenzaussehuß tagt. Um 7 Uhr früh teilt Präsident Motzkin mit, daß die Sitzung für Mittwoch, 5 Uhr nachmittags, verschoben werden muß. * Nach ununterbrochener vierstündiger Arbeit des Permanenzausschusses und der Fraktionen gelingt es endlich, in der Frage der Exekutive eine Einigung herbeizuführen. Der Kongreß kann sich Mittwoch nachmittag, nach Schluß der Agency-Sitzung, zur Schlußsitzung versammeln. Die Schluß'Sitzung Der Beginn der Sitzung verzögert sich, da die einzelnen Fraktionen nur allmählich den Saal betreten. Allmählich füllen sich die Bänke, nur die Sitze auf der Linken sind noch leer, da gerade Dr. Weizmann in der Arbeiterfraktion weilt, wo verschiedene Ansprachen an ihn gehalten werden. Um 6.15 Uhr tritt von der linken Seite Dr. Weizmann In den Saal. Stürmischer Jubel begrüßt ihn, die meisten Delegierten und Gäste erheben sich von den Sitzen und klatschen minutenlang Beifall. Dr. Weizmann nimmt unter den Delegierten auf einem Sitz der Linken Platz. Erst allmählich verebben die Akklamationen und Präsident Motzkin Rann eröffnen. Prlsident Motzkin: Ich begrüße aufs herzlichste Herrn Dr. Weizmann. (Die stürmischen Akklamationen wiederholen sich.) Ich knüpfe daran die Hoffnung, daß die Verhandlungen gut zu Ende geführt und von nun an Harmonie und Eintracht in unseren Reihen herrschen werden. Das Wort hat der Berichterstatter des Permanenzausschusses. Dr. Georg Halpern: Im Anschluß an den Bericht des Permanenzausschusses, den ich gestern erstattet habe, nenne ich zunächst eine Reihe von Wahlvorschlägen, die gestern noch nicht eingebracht waren. Zunächst die Mitglieder des Aktions-Comftüs für die Arbeiterparteien, soweit sie gestern noch nicht bekannt warenvon der Arbeiterpartei Palästinas: Berl Katzenelson (Tel-Awiw), Elieser Kaplan (Tel- Awiw׳), N. Twersky (Tel-Awiw), Israel Mereminsky (Tel- Awiw), Abraham Harzfeld (Tel-Awiw), David Rem es (Tel- Awiw), Salman Rubaschow (Tef-Awiw). Vom Haschomer Hazair: Meir Jaari (Merchawia), von der Hitachduth: Dr. Kopel Schwarz (Lemberg), Josef Sprinzak (Jerusalem), Dr. Arje Tartakower (Lodz). Stellvertreter: Bevi Schkolnik (Tel- Awiw), Ada Fishman (Tel-Awiw), Dow Hos (Tel-Awiw), Moscheh Schettok (Tel-Awiw), lakob Hellmann (Riga), Jakob Chasan (Mischmar Hacmek), David Rebelski (New York), Dr. Natan Melzer (Lemberg), Lewi Garfunke! (Kowno), Dr. Georg Landauer (Berlin). Die vorgeschlagenen Listen 'werden en bloc angenommen. Dr. Halpern: Sodann haben wir noch die Ersatz mitglieder der Zionistischen Mitglieder im Council der Jewish Agency zu wählen. Auf jedes Council-Mitglied entfallen drei Ersatzmitglieder, also, da 110 Council-Mitglieder entsendet werden, 330 Ersatzmitglieder. Der Permanenzausschuß schlägt vor, daß der Kongreß die dem Präsidium übergebene Liste als approbiert ansieht. Die Liste wird in der ״Kongreßzeitung“ veröffentlicht werden. (Wird angenommen.) Ich habe nunmehr die Ehre, Ihnen im Namen des Permanenzausschusses die Wahl folgender Herren in die Exekutive der Zionistischen Organisation vorzuschlagen: Dr. Chaim A r I o so ro f f, Prof. Selig Brodetsky, Heschel Farbstein, Berl Locker, Emanuel Newman. Ich stelle namens des Permanenzausschusses den Antrag, diese Liste en bloc anzunehmen. Die vorgeschlagene Liste der Zionistischen Exekutive wird mit 103 gegen 42 Stimmen gewählt. .(Lebhafter Beifall.) Del. Großmann: Im Namen der Revisionisten-Fraktion habe ich folgende Erklärung abzugeben: ״Die Zusammen- Stellung der neuen Exekutive zwingt uns, in schärfste Opposition zur künftigen zionistischen Leitung zu treten. Die Reden, die auf dem Kongreß von den Vertretern der Linksgruppen gehalten wurden, welche einen Teil der Exekutive bilden, haben so nahe Verwandtschaft mit dem Brith Schalom, das von irgendwelchem Vertrauen und von Mitarbeit unsererseits keinerlei Rede sein kann. Die Zusammen- Setzung der Exekutive gibt uns keine Hoffnung darauf, daß das materielle und politische Vertrauen in die Zionistische Organisation wieder hergestellt wird. Wir bedauern tief den Kompromißgeist und die Unentschlossenheit der übrigen Gruppen, welche Vertreter in die neue Exekutive entsendet haben. Sie haben nicht den nötigen Mut gefunden, dem polb tischen und finanziellen Regime ein Ende zu setzen, dal uns zu dem gegenwärtigen miserablen Zustand des Zionismus gebracht hat, wie er so scharf und klar im Verlaufe des Kongrosses sich enthüllt hat. Der Weg zu neuem Zionismus, zum Zionismus des Judenstaates, zum Zionismus des schöpferischen konstruktiven Aufbaues (Lachen links) ist bis heute noch nicht frei. Der Welfverband der Zionisten-Revisionisten wird seinen Kampf gegen den defaitistischen Geist fortsetzen, der, wie es scheint, in den zionistischen Reihen noch verblieben ist, und sich in der neuen Exekutive verkörpert. Dr. Soloweitschik: Namens der Radikalen Fraktion habe ich folgende Erklärung abzugeben: In der vom Kongreß eben gewählten Exekutive erblicken wir den ersten unter überaus schwierigen Umständen erfolgten und daher unvollkommenen Schritt aut dem Wege zur Ueberwindung des Systems, welchem Jahre hindurch unser Kampf galt. Wir wünschen und hoffen, daß die neue Exekutive in sich die Kraft finden wird, auf allen Gebieten der Politik und der jetzt besonders schwer bedrohten Aufbauarbeit in Palästina Positives zu leisten und daß sie durch ihre Erfolge und durch ihre besonnene Haltung zur Befriedung innerhalb der Organisation beitragen wird. Als eine an der Koalition nicht beteiligte und daher für die Exekutive keine Verantwortung übernehmende Partei haben wir uns bei der Abstimmung der Stimme e n t h a 1 - t e n. Wir wollten damit zum Ausdruck bringen, daß wir die Exekutive nach ihren Taten, insbesondere nach ihrer Haltung in den politischen Fragen, die jahrelang den Gegenstand erbittertster Kämpfe innerhalb der Organisation bildeten, bcurteilen werden. Unsere Partei hat bewiesen, daß sie in einer Zeit, da die höchsten Interessen der Bewegung es erforderten, selbst einer Exekutive, zu der sie in ausgesprochener parlamentarischer Opposition stand, ihre tatkräftige Unter- Stützung nicht versagt hat, um so mehr wird auf unsere Unterstützung diese Exekutive rechnen können, falls sie mit Energie unsere politischen Rechte verteidigen wird und es verstehen wird, den Zionismus in dem Sinne zu vertreten, wie er dem Geiste der Majorität dieses Kongresses entsoricht. Kurt Blumenfeld: Namens der Gruppe A der Allgemeinen Zionisten habe ich folgendes zu erklären:• Unsere Gruppe kämpfte und kämpft für die Fortführung einer realistischen Politik der Verwirklichung der zionistischen Ideale. Wir bedauern auf das tiefste, daß der Versuch, eine klare Ent- Scheidung des Kongresses in den grundsätzlichen politischen Fragen herbeizuführen, mißlungen ist. Wir bedauern, daß diejenigen Kongreßgruppen, die um eines taktischen, in erster Linie innerzionistisch motivierten Vorgehens willen einen folgenschweren Kongreßbeschluß verursacht haben, nicht die Fähigkeit und nicht den Mut gehabt haben, auch die Verantwortung für eine den Konsequenzen dieser Abstimmung entsprechende neue Leitung und künftige Politik des Zionismus allein zu übernehmen. Wir versichern Dr. Ghaim Weizmann, den scheidenden Präsidenten der Zionistischen Organisation, unseres unerschütterlichen Vertrauens und sagen ihm unsere Unterstützung zu, wo immer er seine Kraft in den Dienst unserer Sache stellen wird. Nachdem die neue Exekutive, in deren Zusammensetzung wir eine für eine einheitliche und politisch konsequente Arbeit ungeeignete Konstruktion erblicken, als Plattform für ihre Tätigkeit ein Programm angenommen hat, das in wesentlichen Punkten unseren Forderungen entspricht, erklären wir, daß wir für sie gestimmt haben, ohne jedoch als Gruppe die Mitverantwortung für die Tätigkeit der Gesamfexekutive zu übernehmen. Wir werden auch in Zukunft mit unserer ganzen Kraft für die zionistische Arbeit zur Verfügung stehen. Namens unserer Gruppe und vielleicht im Namen weit größerer Teile des Kongresses möchte ich hier den ausgeschiedenen Mitgliedern der Exekutive, Miss Szold, Col. Kisch, Harry Sacher, Felix Rosenblüth, Louis Lipsky, Arthur Ruppin, Kaplanski und Sprinzak bei dieser Gelegenheit für ihre Arbeit unseren Dank aussprechen. Das Programm der neuen Leitung Präsident der Zionistischen Organisation, Nahum Sokolow, verliest folgende Erklärung: ״Namens der Exekutive gebe Ich folgende Erklärung über die auf Grund der Beschlüsse des Kongresses von der Exekutive ln Aussicht genommenen Richtlinien für das Programnt ihrer Arbeit: 1. Fortführung despraktischenAufbauwerkes in Palästina unter allen politischen Umständen durch Förderung einer ununterbrochenen Einwanderung und Kolonisation. 2. Systematische Anstrengung zur Verstärkung der nationalen Fonds und Vorbereitung neuer finanzieller Aktionen zwecks Stärkung der nationalen Kolonisation und Schaffung der Vorbedingung für die Entwicklung der Privat- Wirtschaft unter Wahrung des Grundsatzes organisierter jüdischer Arbeit. 3. Konsolidierung der bestehenden Wirtschäften, Fortführung der nationalen Arbeitersied- I u n g und aktive Maßnahmen zur Heranziehung des Mittelstandes in landwirtschaftlicher Kolonisation und Industrie. 4. Anerkennung der Gleichberechtigung aller sozialen Formen der Kolonisation unter der Voraus- Setzung ihrer Wirtschaftlichkeit. 5. Energische Verteidigung der durch das Mandat dem jüdischen Volke gewährten Rechte und Kooperation mit der Mandatarmacht, zwecks voller Verwirklichung des Mandates und insbesondere zwecks Unterstützung der Mandatarregierung und der Palästina-Administration im Aufbau des jüdischen Nationalheims. 6. Aktive Maßnahmen auf ökonomischem, sozialem und politischem Gebiet, um friedliche Beziehungen und die Annäherung zwischen Juden und Arabern in Palästina herbeizufahren, von dem Grundsatz ausgehend, daß ohne Rücksicht auf die numerische Stärke keines der beiden Völker das herrschende, keines das beherrschte sein soll.‘

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