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Jüdische Rundschau · 1931-07-03 · Heft 51 (3.7.1931) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 51 (3.7.1931)
Date
1931-07-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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rSr. 51, 3. Vif. 1931 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 317 ״Kflostler anter sich“ (Jüdische Künstler der Berliner Sezession.) ״Künstler unter sich", nannte die Berliner Sezession ihre diesjährige große Ausstellung, die eine interessante Schau von Individualitäten, ausschließlich Künstlerporträts brachte. Maler und Bildhauer haben ihre Kollegen aus der bildenden Kunst und aus den Nachbarkünsten (Dichtung, Musik und Bühne) konterfeit. Kein Wunder daher, daß diese Ausstellung zu den lebendigsten und sehenswertesten des Sommers gehört. Es sprüht Funken und gibt Spannungen ganz anderer Art als bei allgemeinen Porträts, wenn die Kollegen sich gegenseitig sitzen. Aber man blieb gar nicht so ganz unter sich, wie die Ueberschrift der Ausstellung besagt —: man lud als Eröffnungsredner Alfred Döblin ein, und dieser zog, was wohl kaum gewünscht war, gegen die Kunst von heute vom Leder. Dieser bekannte, in Berlin lebende jüdische Arzt und geistvolle Romancier sagte den Malern einige kräftige Wahrheiten, zweifelte die Existenzberechtigung der heutigen Malerei an und bezeichnete sie sozusagen in ihrer jetzigen Form als einen unnötigen Luxus. Diese impulsiven Aeußerungen, die entschieden über das Ziel hinausschossen, stießen aber mutig auf entscheidende Fragen über die Wege der Gegenwartmalerei vor und regten zur eingehenden und klärenden Diskussion an. Wenn hier von jüdischer Seite theoretisch ein wesentlicher Impuls ausging, so tritt auch praktisch auf der Sezessionsausstellung das jüdisclie Element stark und interessant in Erscheinung. Unter den Malenden sowohl wie unter den Oemalten. Zum Besten und Stimmungsvollsten gehört Eugen Spiros ,,Pianistenbild von Franz Osborn (dem Sohne des Berliner Kunstkritikers Max Osborn). Ein ganz jüdisches Bild ist sein ״Ludwig Hardt liest Heine“ — Heines beflügelter Geist lebendig werdend in dem begeisterten Interpreten, gedeutet vom spezifischen Verständnis des jüdischen Malers. Zu den eigenartigsten jüdischen Porträtköpten, die man seit langem aut Ausstellungen sah, gehört Pas eins, des kürzlich verstorbenen, bedeutenden französisch-jüdischen Malers Porträt ״Isaac Grünwald“. (Es handelt sich um den aus dem Osten stammenden, lange in Schweden lebenden Maler Grünwald, der in der schwedischen Malerei der Gegenwart eine führende Stellung hat.) Das faszinierende leidvoIl-Ostische, das skeptisch-jüdische dieses einprägsamen Kopfes hat Pascin in seiner höchst bemerkenswerten Leistung getroffen. Ein Bild jüdischen Humors schuf Charlotte Berend in dem Porträt des Schau- Spielers Paul Graetz, voll zwinkernder Heiterkeit und gemütvoller Schalkhaftigkeit. Leo Michelsons Selbstbildnis mit einem Malerkollegen zeigt sprühendes Temperament und Farbe. Eine ■weniger ehrfurchtsvolle, aber prächtig gelungene Satire ist das vielbeachtete Gemälde des jungen Felix Nußbaum ״Der tolle Pariser Platz“, ein gelungener Scherz auf die Akademic der Künste am Pariser Platz. Ergreifend ein neues Selbstbildnis Lesser Urys mit dem sich wehrenden Temperament des Künstlers hinter dem Schleier der Altersmüdigkeit. Unter den Plastiken ist des Frankfurters Benno Elkan Maske von Pascin eine hervorragende Leistung. K. H. Isensteins Porträtskizze Alfred Döblins (des obengenannten Dichfers) ist von sprechender Aehnlichkeit. Besonders fiel Isensteins neue Heine-Büste auf, die der Künstler für den Deutschen Dichtergarten in Cleveland (Ohio) geschaffen hat; in dieser interessanten Auffassung ist nicht zuletzt das Jüdische In, der Physiognomie dieses genialen Kopfes unterstrichen. Eine große Reihe weiterer jüdischer Maler und Bildhauer sind mit beachtlichen Leistungen vertreten. Alle Namen zu nennen, würde zu weit führen. Aber wir dürfen als wichtig feststellen, daß diese, eine der ergiebigsten Berliner Aus- Stellungen dieses Jahres, wesentliche und allgemein anerkannte Schöpfungen jüdischer Künstler zeigt. Will P1 c ß. Ans den Gemeinden Verband der Synagogen-Gemeinden Westfalens. Am Sonntag, dem 21. Juni 1931/ fand in Bielefeld der 23. Gemeindetag unter Leitung des Herrn Dr. Katzenstein־ Bielefeld statt. Ihre besondere Note erhielt die Tagung dadurch, daß der Verband sein 40jähriges Jubiläum feiern konnte. Es waren die Delegierten von 20 Gemeinden anwesend. Als Vertreter des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden nahm Herr Direktor Kar eski-Berlin an den Verhandlungen teil, der auf die bedeutsamen Leistungen des Provinzial-Verbandes anerkennend hinwies. Dortmund. Die hiesige Jüdische Gemeinde ist die größte Westfalens. Die liberale Mehrheit ist, wie Ausführungen des Gemeindevorsitzenden vor kurzer Zeit und wie die Landes- Verbandswahlen 1925 bestätigen, sehr knapp. Vor den Gemeindewahlen 1927 verpflichteten sich die Liberalen, das Verhältniswahlrecht einzuführen. Sie hielten die Zusage jedoch nicht, wiederholten sie aber schriftlich vor den Wahlen im Jahr 1930 und brachten auf diese Weise die Ostjüdische Vereinigung zu einem Kompromiß. Die Aenderung der alten Satzungen, die in mehreren Punkten gegen das Gesetz verstoßen, wurde weiter verzögert, bis schließlich die Regierung der Gemeinde eine letzte Frist zum 15. Oktober 1931 setzte. In der Repräsentantensitzung vom 24. Juni legte der liberale Gemeindevorstand endlich einen Satzungsentwurf vor. Dieser behält das Mehrheitswahlrecht bei und verschlechtert es noch dadurch, daß entgegen der Vorschrift des Judengesetzes von 1847 das Wahlalter von 21 Jahren auf 24 Jahre erhöht wird. Die ostiüdischen Kompromißgenossen wurden überrascht durch Abschaffung des gleichen Wahlrechtes und Einführung einer fünfjährigen Karenzzeit für die Wählbarkeit von Ausländern, eine Bestimmung, die die Gemeinde Düsseldorf vor mehreren fahren infolge des Protestes der Gemeindemitglieder beseitigt hat. Das Frauenwahlrecht wird nur unvollkommen eingeführt, Frauen sind in den Vorstand nicht wählbar. Die Bezeichnung ״Synagogengemeinde“ wird in ״Jüdische Religionsgemeinde“ verdünnt. Der Entwurf enthält noch viele reaktionäre Be- Stimmungen. In der Sitzung vom 24. Juni gab der erste Vorsitzende der Gemeinde die Begründung für den liberalen Wortbruch. Man dürfe sich nicht der Gefahr aussetzen, durch das Verhältniswahlrecht die Geschicke der deutschen Gemeinde in die Hände der Zionisten zu legen. Der völkische Zionismus erstrebe die Macht. Ueberall, wo Zionisten am Ruder gewesen seien, hätten sie die Gemeinden ruiniert. Er — Redner — habe sich beim Oberpräsidenten und Minister verfewissert, daß jede Satzung, die man beschließen würde, von er Regierung genehmigt werden würde, selbst die Entrechtung von Ausländern. Der Präsident des Preußischen Landesverbandes, Kammergerichtsrat Wolff, habe ihm geschrieben, der Preußische Landesverband habe sich für das Verhältnis- Wahlrecht entschieden, habe aber später die Mängel dieses Wahlrechts erkannt. Der Vorstand habe beschlossen, unabänderlich bei der Ablehnung des Verhältniswahlrechts zu bleiben, auch wenn die Repräsentanz das Gegenteil beschließen werde. Ohne Zustimmung des Vorstandes gebe es keine Satzungsänderung. Aus der Repräsentanz wurden von liberaler Seite aus gegen den Bruch des Abkommens, soweit das Verhältniswahlrecht in Frage kommt, Einwendungen erhoben, während man sich mit der Verschlechterung des Wahlalters und der Beschränkung des Frauenwahlrechts zufrieden geben wollte. — Am 5. Juli wird Dr. Alfred Klee, Berlin, über den neuen Satzungsentwurf hier in großer öffentlicher Versammlung sprechen. Ortsgruppen Frankfurt a. M. Der neugewählte Vorstand der F. Z. V. konstituierte sich in seiner Sitzung am 28. Juni. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr' Dr. Siegfried Auerbach gewählt. Die Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden wurde ausgesetzt, da der in Aussicht genommene Herr wegen Krankheit nicht erscheinen konnte. Zum Kassenwart wurde Herr Jacob Wodowski, zum Schriftführer Herr Dr. Martin Plessner gewählt. Ferner besetzte die Vorstandssitzung die Arbeitskommissioneu und beschloß insbesondere auf einen Vortrag des anwesenden Generalsekretärs des KKL, Herrn Dr. Mechner, sich der KKL-Arbeit in Frankfurt a. M. mit ganz besonderer Intensität anzunehmen. Leipzig. (Ortsgruppenbericht.) Die Leitung der Ortsgruppe hatte sich als Programm für ihre Arbeit bei Antritt ihres Amtes zwei Punkte gestellt: 1. die Erziehung des Nachwuchses und damit insgesamt die Arbeit in und mit der Jugend, und 2. die Verlebendigung der Gesamtgruppe. In einem vor kurzem hier veröffentlichten Bericht wurde schon dargetan, wie sich diese Jugendarbeit abwickeltc. So wie auf diesem geistigen Gebiete die zionistische Initiative zu verheißungsvollen Anfängen geführt hat, so hat in einem mehr technischen Bezirk das euergische Arbeiten einiger hiesiger Zionisten es zuwege gebracht, daß wir seit wenigen Wochen ein geräumiges, schönes Jugendheim in einem zu diesem Zweck ermieteten ganzen Hause besitzen, das von der Jüdischen Gemeinde Leipzig unterhalten wird und in dem alle jüdischen Jugendbünde Leipzigs und auch das Chaluzheim untergebracht sind. — Es bedarf keiner weiteren Mitteilung, daß im Dienste für Keren Hajessod und Keren Kajemeth die Ortsgruppe viel Zeit und viel Kraft aufwendet. Wenn die Ergebnisse für den K. H. in dem letzten Jahr nicht so günstig wie früher waren, so spricht gewiß hier das Wirtschaftliehe Moment entschieden mit. Aber man sollte meinen, daß in der Stunde der Gefahr die Energien sich noch mehr entfalten müßten; denn nur in den Zeiten der Not kann sich erst unsere Idee durch wirkliche Leistung bewähren. Das in der Masse vorhandene Dumpf-Gefühlsartige, Undifferenzierte /u formen und zu gestalten, das ist die eigentliche Aufgabe der politischen Erziehung. Wenn diese Auffassung sich nicht durchsetzt, dann erleben alle noch so gut angelegten und durchgeführten Aktionen das gleiche Schicksal wie die in Leipzig im letzten Jahre abgehaltenen zwei großen Protestversammlungen, die sich mit der Einwanderungssperre und mit der Veröffentlichung des englischen Weißbuches beschäftigten und die von einem demonstrativen Empörungswillen, angefacht durch die packenden Reden von Nahum Goldmann, getragen waren. Mit dem Verlassen des Saales ist bei den meisten die Wirkung verpufft Immerhin hat die starke politische Erregung innerhalb der zionistischen Welt sich auch hier in allen unseren Aussprachen Und Veranstaltungen kundgetan. Die Schekel- Propaganda, die auf dieser Grundlage ringeleitet wurde, batte darum auch das hocherfreuliche Ergebnis, daß 956 Schekalim abgesetzt und wirklich einzeln verkauft wurden. Die eigentliehe Keren Hajessod-Arbeit wurde durch Werbevorträge von Dr. Alexander Goldstein und Moses Waldmann sowie auf dem traditionellen Leipziger K. H.-Tee-Abend durch die Herren Salman Schocken und Ministerialdirektor Hermann Badt dankenswerterweise sehr gefördert. Nachdrücklicheren Wert legte man aber nicht so sehr auf die Abhaltung großer Versammlungen, die in einer solch großen Gemeinde wie Leipzig natürlich notwendig sind, sondern auf die Zusammenfassung und Intensivierung unserer Kräfte. Ausgehend von dem Gedanken, daß die Betätigung des Zionisten nur aut Grund von wirklichem inneren Beteihgtsein stattfinden kann, haben wir es versucht, durch die Herstellung eines engeren Kontaktes zwischen den einzelnen Ortsgruppen-Mitgliedern und die auf dieser Basis sich aufbauenden zwanglosen AusSprache-Abende den Kreis der immer bereiten und arbeitsfreudigen zionistischen Menschen zu kräftigen und zu erweitern. Es wurden allmonatlich zwei solcher engeren Abende veranstaltet, auf denen wichtige politische, jüdisch-wirtschaftliche und organisatorische Fragen besprechen wurden. Wir hatten so Aussprachen über Britn Scha- 10m (mit Ernst Simon, Jerusalem), über Revisionismus (mit Klinow, Berlin), über die jüdische Wirtschaftsnot, über Antisemitismus u. a. Als Abschluß der Veranstaltungen dieser Art sei hervorgehoben eine Diskussion über das Verhältnis von Ortsgruppe zur Zentrale, bei der der Vorsitzende der Z. V. f. D., Herr Kurt Blumenfeld, zugegen war, und die allen Teilnehmern wegen des Ernstes und der Sachlichkeit der Auseinandersetzung in nachhaltigster Erinnerung bleibt. Man darf hoffen, daß diese Einrichtung der engeren Abende sich wirklich zu dem auswächst, was man von ihnen erhofft: zu einem starken Zentrum zionistischen Lebens in Leipzig. Die Parteizersplitterung machte sich in der Arbeit der Gruppe im ganzen nicht störend bemerkbar, weil bei allen wirklichen Mitarbeitern der ernste Wille bestand, die Gesamtaufgaben der zionistischen Tätigkeit in erster Linie durchzuführen. Daß die Vorbereitung zu dem im Februar geplanten Kongreß jedoch aus diesem Rahmen herausfiel, ist natürlich. Eine große Wahlversammlung, in der Redner von fünf verschiedenen zionistischen Gruppierungen sprachen, hinterließ nicht den günstigsten Eindruck. Dies sei betont, obwohl sich die Leitung der Ortsgruppe für diese Veranstaltung eingesetzt und sie entgegen vielfacher Widerstände einberufen hatte. Mag schon der sachliche Wert derartiger ״Massenvorführungen“ fraglich sein, so ist mehr noch die Nach- Wirkung auf viele ernste Zionisten zu beklagen, die von dem sich an jenem Abend überbietenden inneren Zank der Zionisten entsetzt waren. Und das alles in einem Augenblicke schwerster zionistischer Not, da vielmehr alle Kräfte zusammengefaßt werden müßten. In einem Augenblick, da die einzige Parole nur ״Arbeit“, Schaffung von neuen Positionen, lauten dürfte. Es war darum ein glücklicher Wurf, daß wenige Wochen später Schmarjah Lewin hier vor einer großen Zuhörerschaft sprach. In seiner weltoffenen und weltweisen Art, die aus tiefster Jüdischkeit heraus gespeist wird, verstand er es, Augen und Herzen unserer Menschen zu öffnen und alle auf das eine, uns letzten Endes doch einigende Ziel zu lenken: auf Erez- Israel und auf unsere unaufhebbare Lebensaufgabe, die in der Arbeit für Palästina ihre Lösung findet. — Es muß eine Hauptaufgabe für uns sein, auf neue Möglichkeiten der Ausbreitung unserer Bewegung zu sinnen. Die heutige Jugend muß anders erfaßt werden als Menschen der Vorkriegszeit. Das Wort wirkt mehr in dieser Stärke wie früher. Wirklichkeitsnaheres oder zumindest der Verwirklichung Näheres muß an die Jugend herangetragen werden. Wo früher das logisch durchdachte Argument von bewegendem Einfluß war, tritt heute vielfach Ursprünglicheres, Primitiveres, Gefühlshaftes an dessen Stelle. Wie vor 20 bis 25 Jahren aus dem damals Bruchstückhaften, Ungeordneten z. B. Kurt Blumenfeld den ideologisch-zionistisehen Bau wesentlich gestaltet hat — es sei hier nur von deutsch-zionistischen Verhältnissen die Rede — und auf ganze Reihen von jüdischen Menschen bis in die letzten Jahre hinein lebensbestimmenden Einfluß gewonnen hat, so müßte auch heute wieder ein Gestalter auftreten, der aus den Strebungen, Wünschen und Weltbildträumen der jetzt lebenden Jugend Faßbares. Wirksames und Bleibendes in ihrem Gerichtetsein auf die zionistische Tat zu formen vermag. Der holländische Zionist (jetzt Revisionist) Prof. Dr. L. S. O r 11 s t e i n wurde von der Regierung zum Rektor magnificus der Staatlichen Universität Utrecht für das Studienjahr 1931/32 ernannt. Vermischtes Rabbiner Dr. Max Grunwald 60 Jahre. Am 2. Juli 1931 vollendete der bekannte jüdische Gelehrte und Rabbiner am Großen Leopoldstädter Tempel zu Wien, Dr. Max Cirunwald, sein 60. Lebensjahr. Grunwald wurde 1871 in Mindenbürg (Oberschlesien) geboren, wurde 1895 Rabbiner in Hambürg und 1903 Rabbiner in Wien. Er veröffentlichte zunächst religionsgeschichtliche und philosophische Abhandlungen, u. a. ״Spinoza in Deutschland“, trieb später geschichtliche Studien, veröffentlichte Abhandlungen über Portugiesengräber auf deutscher Erde, Hamburgs deutsche Jugend, Samuel Oppenheimer und seinen Kreis, steuerte zu der 1914 erschienenen ״Geschichte der Stadt Wien“ den Beitrag ״Die Juden Wiens 1624—1740“ bei, veröffentlichte 1926 ״Geschichte der Wiener Juden“, gründete die ״Gesellschaft für jüdische Volkskunde“ und gibt das ״Jahrbuch für jüdische Volkskunde“ heraus. Auf dem Gebiet der jüdischen Folklore ist Grunwald eine anerkannte Autorität. Für Palästina hatte er stets aktives Interesse. Frau Fanny Rosenblüth dankt allen Freunden und Bekannten, die ihrer am 70. Geburtstag gedacht haben. ״Jüdische Rundschau“ in Basel. Während der Tagungen des Zionistenkongresses und der Jewish Agency ist die ״Jüdische Rundschau“ in Basel beim Bücherstand der Buchhandlung Kedem im Kongreßgebäude erhältlich. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Jugendverbände. Die vor etwa einem Jahre gegründete interterritoriale Arbeitsgcmeinschaft jüdischer Jugendverbände, deren Sekretariat sich in Genf befindet, hat die in der Arbeitsgemeinschaft vertretenen Verbände und auch diejenigen, die ihr bisher noch nicht beigetreten sind, aber mit ihr in Verbindung stehen, zu einer Tagung für den 5. J u l i d. J. nach Basel eingeladen. Palästina-Amt Berlin. Ab 1. Juli sind die Sprechstunden des Palästina-Amtes nachmittags von 1/24 0 i s 5 Uhr, Meinekcstr. 10. Herzl-Nacht 1931: 30. August. Die diesjährige Herzl-Nacht des Bar Kochba-Hakoah findet am 30. August auf dem Sportplatz Westend statt. Dieser Tag ist von allen sonstigen Voranstaltungen freizuhalten, da die Beteiligung sämtlicher ziemistischer Jugendbünde Berlins vorgesehen ist/ Auskunft erteilt das Büro des Bar Kochba-Hakoah, N 24, Oranienburger Str. 60/63. Das Zentralbüro des Misrachl für Deutschland teilt mit: Wir bitten Gesinnungsgenossen und Interessenten, die bisher mit der Berliner Zentrale noch nicht in Verbindung standen oder deren Adresse wir noch nicht besitzen, uns gefl. umgehend ihre Adresse aufzugeben. Zuschriften erbitten wir an das Zentraibüro des Misrachl für Deutschland, Berlin N 24, Monbijouplatz 10. Arbeitsnachweis. Wir geben bekannt, daß während der großen Ferien vom 1. Juli bis 3. August 1931 die Sprcchstunden der Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung ausfallen. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise, Abt.: Berufsberatung. Berlin N24, Auguststr. 17 (Weidendamm D. 2, 5936). Stellenvermittlung. Für ein Herrenkonfekt i onsgeschäft (Berufskleidung, en gros) in Stettin wird per bald ein junger Mann gesucht, der einem Stofflager selbständig vorstehen und für fünf Filialen disponieren kann. Gut bezahlte Position. Ferner wird ein junges Mädchen gesucht, das perfekt in Buchführung, Stenographie und Schreibmaschine ist (evtl, auch ein junger Mann). Bewerbungen mit Bild unter ״K. & Co.“ an die Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Meinekestr. 10. Das Bild ״Die Thora“ von Zygmunt Menkes, das im Frühjahr 1930 auch in der Berliner Kunsthandlung Hartberg ausgestellt war, ist jetzt in einem Farbenlichtdruck im Verlag Franz Hanfstaengel, München, ln der Größe von 100 x 76 cm erschienen. Menlces, 1896 in Lemberg geboren und jetzt in Paris lebend, ist einer der begabtesten jüdischen jungen Kunstler. Das Thora-Bild ist von einer gewaltigen religiösen lnbrunst und künstlerischer Vollendung. Der Preis des Farbendruckes beträgt 40 M. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 3. Juli 1931, abends, in den Synagogen mit allem Ritus und AHerversorgungsunstal ten: 7.80 Uhr; Synagoge Prinzrogentenstraße: 7.15 Uhr; in den übrigen Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr. Predigt: Synagoge Prinzregentenstraße: Dr. Salomotwki. In den übrigen Orgelsynagogen: Ansprache des Rabbiners. Sonnabend, den 4. Juli, morgens: Alto Synagoge: 8.30 Uhr; alle anderen Synagogen mit altem Ritus und Alterversorgungsanstallen: 9 Uhr; Frühgottesdienst: Synagoge Kottbusser Ufer (Ahawas Reim): 6.30 Uhr; Synagoge Rykestraße: G.45 Uhr. In den Synagogen mit neuem Ritus: Frühgottesdienst (außer Synagoge Friedensternpol) 7.30 Uhr; Hauptgottesdienst: 10 Ulir; Synagogo Friedenslempel: 9.30 Uhr. Predigten: Synagoge Kaiserstraße: Dr. W. Lowy; Synagoge Fasanenstraße: Dr. Bergmann. Schrifterklärung: Synagoge Münchener Slraße: Dr. A. Levy, Sabbat-Ausgang: 9.32 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen, abends: in allen Synagogen: 7.30 Uhr; morgens: Alto Synagoge, Synagogen Kaiserstraßo, Rykestraße, Koltbusser Ufer (Ahawas Reim): 6.30 Uhr: Synagogen Münchener Slraße, Peslalozzistraße, Grunewald und Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr. Beth-Am Iwri. Am Mittwoch, dem 15. Juli, abends 8V3 Uhr, findet im Beth-Am, Kurfürstendamm 61, eine Aussprache über: ״Die hebräische Weltkonferenz in Berlin“ statt. Einleitung: Dr. Heller, Dr. Pines u. a. Gäste willkommen. Der Hebräische Jugendrat veranstaltet am Sonntag, dem 5. Juli, abends 9 Uhr, eine Herzl-Feier. Iin Programm: Ansprache. M. Goldschein und Sereni; Rezitation: Margalith Blum; Klavier: Raja Chavivith, Chor des J. J. W. B. Die Feier findet in den Räumen des Beth-Am Iwri statt. Gäste willkommen. ״Massad“. Am Freitag, dem 3. Juli, 9 Uhr abends, veranstaltet der hebräische Studentenklub ״Massad“ im Beth-Am, Kurfürstendamm 61, einen Diskussionsabend über ״Probleme der Universität in Jerusalem“. Einleitung der Aussprache: Dr. H. Rudy. Gäste willkommen. בת־עם! ביום הרביעי׳ 15 ליולי׳ בשעה 8 וחצי בערב- תהיה בבית־ העם שיווה על הנושא: ,המסיח העברית בברלין"• הפותחים בשיחה: הדיר הלר׳ דיר פיגס ועוד. אורחים רצויים! המועצה לעבודה עברית בין הנער עורכת ביום הראשון׳ 5 ליוני (כ׳ תמוז) בשעה 9 בערב נשף־הרצל• בתכנית: נאומים. מ• גולדשין וסמי* דקלום: מרגלית בלום; נגינה: רחל חביבית ומקהלת ברית* העולים. הנשף יהיה באולם בית־העם העברי. אורחים רצויים. ,מסדי בליל שבת׳ ב־9 שעות בערב׳ עורך קלוב הבחרות העברית ״מסד״ באולם בית־העם (קופירסטנדם 61) וכוח על ,האוניברסיטה העברית" הפותח דיר ה• דודי. הכניסה זזפשית. Gottesdienst der Berliner Zionistischen Vereinigung und des Mlsrachi. Auch in diesem Jahr findet der Gottesdienst der Berliner Zionistischen Vereinigung und des Misrachi an den hohen Feiertagen wieder in den Räumen der Zionistischen Vereinigung, Meinekestraße 10, statt. Karten 4 15,10 und 5 M. sind rechtzeitig im Büro der B. Z. V״ Meinekestr. 10 (Bismarck J 1, 7165), zu bestellen.

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