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Jüdische Rundschau · 1931-06-26 · Heft 49-50 (26.6.1931) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 49-50 (26.6.1931)
Date
1931-06-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 30S JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 49/50, 26. VI. 1931 Noch einmal Pcrul Von Dr. Ernst Guggenhelm Im Anschluß an die Artikel über Peru von Dr. Hugo Schachtel (״J. R.“ Nr. 42) und Prof. Franz Oppenheimer (״J. R.“ Nr. 44) scheint mir ein Brief aus Peru von besonderem Interesse zu sein, der die gegen eine jüdische Siedlungs-Aktion in Peru erhobenen Bedenken erheblich ver• stärkt. Der Brief kommt von einer Persönlichkeit, die jahrelang in Peru ansässig ist und die man als durchaus zuverlässig betrachten muß. Der Brief ist im Mai 1931 an einen Berliner Freund geschrieben und lautet in seinen hier interessierenden Teilen: _ •- . Ich Klaube, ich habe Ihnen schon öfter von dem gräßlichen Schicksal aller Urwald-Siedler erzählt. Nur Phantasten oder Verbrecher können Menschen in diese Gagenden schicken. Es gibt keine Aussichten für sie. Yurimaguai(?), das für sic bestimmte Gebiet, ist so weit von aller Zivilisation entfernt, daß sie, gesetzt den höchst unwahrschein• liehen Fall, daß es ihnen überhaupt gelingt, das ihnen zugewiesene Land urbar zu machen, bevor sie an Malaria, Verruga, Lepra (Aus- »atz) und anderen Krankheiten gestorben oder arbeitsunfähig geworden »tnd, keine Möglichkeit hallen, irgend etwas zwecks Verkauf zu Iransportieren. Ganz abgesehen davon, daß an den Bau einer Eisenbahn für die nächsten Jahre nicht zu denken ist — Peru hat bekanntlich die Zahlungen eingestellt (Amerika hat keine Freude daran), es gibt überhaupt keine fahrbare oder nur normal reitbare Straße. Die Reise von der Küste bis Yurimaguas dauert 3—4 Wochen. Die wollen die armen Ostjuden sicher mit Müttern, Großmüttern, Frauen und Kindern machen. So kommen sie hier alle an. Was für Elend haben wir schon gesehen und wie oft haben wir schon gesammelt, um den Rest solcher (wie immer behauptet wird, gut finanzierter) unglücklichen Auswanderer rurflckzuschicken. Gerade vor ein paar Wochen habe ich einen Berg alter Sachen an einen Trupp Oesterreicher und Tsche.choslowaken geschickt, die nicht einmal fOr den Urwald, sondern nur für Bananen- Kultur an der Küste bestimmt waren. Die Regierung, ganz egal welche, hat nicht einmal mehr Geld, um die Soldaten zu bezahlen oder Straßen auszubessern, geschweige denn neue zu bauen. Das Land, das seinem eigenen Arbeitslosen- Problem völlig ratlos gegenübersteht, wünscht keine Einwanderung und übernimmt keine Verantwortung. Wenn U rwaldsiedelung irgendwelche Aussicht böte, würde man sicher die eigenen Leute verwenden, anstatt sie zu einer Gefahr für uns alle werden zu lassen. Diese Tatsachen kennt drüben anscheinend niemand. Man stellt sich Peru immer noch als das Goldland vor. Warum ich Ihnen das schreibe? Ich hoffe, daß Sie unter Ihren Bekannten jemanden finden, der den Hilfsverein Deutscher Juden, Zentralbüro für jüdischeAuswanderungsangelegen heilen, Berlin, Steglitzer Str. 12, kennt und einen maßgebenden Menschen dort über die Aussichten des Projekts und die Folgen aulklärt. Die Partei (folgt ein Name) sollte eigentlich über das Schicksal einer russischen Auswanclerer-Kolonnc, die vor ungefähr zwei Jahren herauskam, orientiert sein. Sic täten etwas Vernünftiges und Menschenfreundliches, wenn Sie den Unfug verhinderten. Vielleicht werden Sie meinen Eifer in dieser Sache nicht ganz verstehen, weil Sie das Elend von Auswanderern nie gesehen haben. Es ist immer noch leichter, im eigenen Lande, unter Menschen, die die gleiche Sprache sprechen und noch einen Funken von Verständnis für einen haben, Not zu leiden, als in einer vollkommen fremden Welt rettungslos zugrunde zu gehen. . . Soweit der Brief. Ich wandte mich nun an den Hilfsverein — aus besonderen Gründen durch Vermittlung der Zentralwohlfahrtsstelle — um Auskunft, und dieser schien erstaunlicherweise über jüdische peruanische Kolonisations-Pläne irgendwelcher Art überhaupt nicht orientiert. Er unternahm es aber in ent• gegenkommender Weise, Material m beschaffen, und-«teil (nicht weniger als) 22 Tagen lieferte er — unter dem Vor• behalt eventueller weiterer Mitteilungen — die Uebersetzung eines Artikels ״Jüdische Ansiedlung in Peru״, der in dem jiddischen Kownoer ״Folksblatt״ am 24. Dezember 1930 erschienen ist. Der nicht genannte Verfasser des Aufsatzes ist ein peruanischer Kolonist anderer als der hier gemeinten Art: er ist kein Siedler, sondern Mitglied der ״jüdischen Kolonie in Peru", die wie er mitteilt, augenblicklich 1000 Personen zählt und zum größten Teil in der peruanischen Hauptstadt Lima lebt. Und diesen Leuten scheint es erfreulich gut zu gehen! ״Fast alle Einwanderer führen ein recht behagliches Dasein“ (heißt es in dem Artikel) ״und sparen sogar Geld“. Der mit dem Gedanken an Auswanderung Spielende liest es und faßt Hoffnung — wenn nicht gar Entschlüsse! Denn er muß natürlich meinen, hier handle es sich um seinesgleichen — während es sich um bürgerlich Situierte handelt, die vor Jahren, und in besseren Jahren vor allem, ausgewandert sind. Dann geht es aber mit einem Sprung, von dem der naive Leser kaum etwas ahnen kann, ohne Uebergang■ aut die eigentliche, hier allein in Frage kommenden Siedlungsprobleme über: ״Ich möchte jetzt beim Plane einer jüdischen Kolonisierung von Peru etwas ausführlicher verweilen“, heißt es weiter — als ob er vorher schon, nur weniger ausführlich, dabei ״verweilt“ hätte! Und er sagt: ״Meines Wissens enthält das Land ergiebige Möglichkeiten. Es ist groß und die Bevölkerung klein. Es gibt hier große Strecken, die vollständig brach liegen, und die Regierung ist gerne bereit, sic abzugeben, und zwar ganz unentgeltlich.“ Ist das nun eine Einladung oder nicht? Und was besagen dagegen die paar folgenden Zeilen, die weniger geeignete Gebiete peruanischen Landes von dieser Empfehlung ausschließen? Sie muten an, wie eine klug und vorsichtig vorweggenommene Zurückweisung von Vorwürfen und Anklagen künftiger Enttäuschter, und dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man den lakonischen Schluß des Artikels auf sich wirken läßt: es heißt da: ״Eisenbahnen gibt es hier gar nicht. Kurz, der Kolonisierungsplan hat seine guten und schlechten Seiten, und darüber haben selbstverständlich Fachmänner zu entscheiden.“ Der Verfasser dieses Aufsatzes unterscheidet also zwischen ״Einwanderern“ und Kolonisten. Aber er meint erstens längst und in besseren Zeiten Ein gewanderte, die sich leichter 11eraufarbeiten konnten, und zweitens verbindet er das von ihm Unterschiedene stilistisch so eng, daß harmlose Leser und zumal diejenigen, die gemeint sind, die in der Hoffnung auf ein besseres Schicksal zu Optimismus geneigten, suggestiblen, mit dem Gedanken an Auswanderung erst Spielenden, keine Unterschiede merken und beides zusammenwerfen mögen. Es fällt schwer, hinter dieser Schriftstellerei keine Methode und keine propagandistischen Absichten zu vermuten! Man ist geneigt, anzunehnien, daß dieser Kownoer Artikel von irgend interessierter Seite publiziert worden ist — ganz gewiß aber muß er wirken, als ob er so gewollt wäre! Mit diesen Bemerkungen dürfte die frohe Botschaft über Peru in jenem Sinne bekämpft sein, in dem Herr Professor Oppenheimer jede voreilige Propaganda bekämpft sehen will. Der Verfasser dieses Aufsatzes bedauert es nur, daß ihm dieses Geschäft nicht von der vorbereitenden Organisation einer hoffentlich vernünftigeren jüdischen Siedlung in Peru vorweggenommen worden ist. Er hofft, es wird noch nicht allzu spät sein, diese vielleicht wichtige Unternehmung davor zu bewahren, daß sie von d,en allzu gründlichen, von ernster Literatur in allen Kultursprachen überlasteten und gehemmten grünen Tischen und Kommissionen gemächlich und unversehens in die ״grüne Hölle Perus“ und in andere Höllen liintinschlitterti Jüdische Statistik. Im Verlag desAmericanJewish Committee in New York sind eine Reihe von wertvollen Publikationen des Statistikers des Committee, Harry S. Linfiele!, erschienen. Das eine Buch, betitelt ״Die OemeindeorganisationenderJudenderVereinigt e n S t a a 1 e n 1927“, ist eine sehr instruktive Darstellung des jüdischen Lebens der Vereinigten Staaten. In Form von statistisehen Tabellen und sachlichen Daten erhalten wir hier Einblick in die weitverzweigte Organisation des amerikanischen Judentums, die bekanntlich, da ein staatlich anerkannter Verband nicht existiert, durchaus auf Freiwilligkeit beruht. Das über vier Millionen starke Judentum der Vereinigten Staaten hat sich im Laufe der Jahre eine Anzahl von großartigen Institutionen geschaffen, die auf allen Gebieten des sozialen, rein giösen und kulturellen Lebens eine rege Tätigkeit entfalten.. Von besonderem Interesse ist die Darstellung des Erziehungs- und Schulwesens. Man sieht daraus, daß auf dem Gebiete der jüdischen Erziehung in Amerika sehr großes geleistet wird, und man kann nur hoffen, daß die Wirkungen entsprechend sein werden. Einen besonderen Abschnitt in dem Buche bilden die Organisationen des Palästina-Werkes. Linfield teilt mit, daß im Jahre 1927 im ganzen 1227 Vereine für Palästina bestanden, die in zehn verschiedenen Landesverbänden zusammengefaßt waren. Durch die vollständige Aufzählung der jüdischen Vereine und Organisationen Amerikas wird dieses Buch, das insbesondere für den europäischen Leser sehr vieles Interessante bietet,, auch einen praktischen Zweck erfüllen. — Derselbe Verfasser veröffentlicht soeben eine Broschüre ״Statistik der Juden“, worin in sehr übersichtlicher Weise die Zahl der Juden in den einzelnen amerikanischen Staaten und größeren Städten mitgeteilt werden. Die Gesamtzahl beträgt 4 228 000. ln dem zweiten Abschnitt wird die jüdische Bevölkerung der ganzen Welt, die der Verfasser auf 15 050 000 schätzt, analysiert. Wir finden auch einen Abschnitt über Ein- und Auswanderung, wobei Palästina ein besonderes Augenmerk zugewandt wird. Alle diese Tabellen und auch die Spezialbehandlung einzelner Länder, wie Deutschland, Danzig, Irland usw. machen auch dieses Buch zu einem wichtigen Nachschlagebuch. Die ״Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden“ bringt eine von Raymond Pearl, Leiter des Biologischen Instituts an der J. Kopkin-Universität, hergestellte Statistik der Bevölkerung der Erde, wonach der gegenwärtige Stand der Menschheit auf 1 849 500 000 Seelen bemessen wird. Die Bevölkerung mosaischen Glaubens ist an dieser Gesamtheit mit nur 0,8 »0׳ beteiligt. Den 0,8 Vo Israeliten stehen 36,9 0/0 Christen und 62,3 0׳,״ Nichtchristen gegenüber. Den absoluten Stand des Gesamtj udentums gibt Raymond Pearl mit 15630 000 Seelen an. Der Verfassungsgerichtshof der österreichischen Bundesrepublik hat ausgesprochen, daß das (antisemitische) Gleispachsehe Studentenrecht der Verfassung widerspricht, nicht zu Recht besteht und daß also alle bisherigen Maßnahmen des Universitätssenats, die sich auf dieses Studentenrecht stützen, automatisch zu bestehen aufgehört haben. Daraufhin erneuerten sich blutige antisemitische Krawalle. Die Hoch- Schulleitungen nehmen für die Hakenkreuzler Partei. Die Hochschulen mußten geschlossen werden. Ortsgruppen Dresden. (Poale Zion.) Am 6. Juni wurde von dem Einberufungskomitee der Poale Zion eine Wahlkundgebung veranstaltet. Als Referent sprach fesselnd Chawer Schacht e r , Leipzig, vor über 150 Teilnehmern. Nach-Schluß der offiziehen Versammlung blieben über die Hälfte der Teilnehmer zurück, um die Poale-Zion-Ortsgruppe zu konstituieren. Es meldeten sich sofort 35 Chawerim und wählten folgenden provisorischen Vorstand: L. Löwenkopf, S. Mahler, W. Rehfisch, I. Schatz, S. Vogel, B. Hahn und L Salkin, die beiden letzteren als Jugendvertreter. LS. Mannheim. Am 21. Juni hielt die Ortsgruppe, zusammen mit Freunden aus Heidelberg, in einem prächtigen Garten ein Sommer fest ab, das außerordentlich gelungen war und das auch einen sehr schönen Erfolg für den Keren Kajemeth zeitigte. Der Erfolg dieses Festes ist im wesentlichen auf die unermüdliche Tätigkeit von Frl. Lilli Kahn, der Sekretärin des Keren Kajemeth, zurückzuführen. Die Ortsgruppe wird sich weiterhin mit der Jugendarbeit beschäftigen und es hat eine durchaus erfolgreiche Besprechung mit Vertretern der Jugend bereits stattgefunden. Am 13. Juli wird eine Herzl-Gedenkfeier stattfinaen. Dr. S. Vermischtes Die sechste- Weltkonferenz der .,Hitacitäutn״. Die sechste Weltkonferenz der Zionistischen Arbeitspartei ״Hitaehduth“ tritt am 22. Juli in Wien zusammen und dürfte voraussichtlich bis 26. Juli tagen. Die Beratungen der Konferenz umfassen die Lage im Zionismus und in der Weltbewegung der ״Hitachduth“, die Frage der Zionistisch-Sozialistischen Vereinigung und das künftige Aktionsprogramm der Parei. An der Konferenz werden ca. 100 Delegierte aus fast allen Ländern der Welt teilnehmen. Gastspiel des jüdisch-amerikanischen Theaters im Wahner- Theater. Die bekannten und beliebten Schauspieler Lisa und Jakob Silbert sind in Berlin eingetroffen, um in der am Sonnabend, dem 27. d. M., stattfindenden Premiere ״Di e Seele einer Frau“ mitzuwirken. Dieses Stück, in New׳ York über 500 mal gespielt, wird jetzt zum ersten Male in Europa aufgefiihrt. (Siehe Inserat.) Persönliches. Aus Frankfurt wird uns geschrieben: David Hamburger, Frankfurt a. M., begeht am 27. Juni seinen 50. Geburtstag. Er gehört der Zionistischen Organisation seit ihren Anfängen an, war schon auf den ersten Kongressen Delegierter der Frankfurter Ortsgruppe und dient der Bewegung ununterbrochen bis heute in unermüdlicher Hingabe. N am entlieh auch dem Keren Kajemeth und dem Keren Hajessod gilt sein rastloser Eifer. Dem Jubilar werden allseits die herzlichsten Glückwünsche entgegengebracht. Zionistischer Gruppenverband Thüringen. Sonntag, den 28. Juni, vormittags 10 Uhr, findet in Neudietendorf, Gasthof der Brüdergemeinde, die ״Gerichtsverhandlung über den deutsehen Zionismus“ statt. Ankläger: Ch. Poteschmann, Verteidiger: Dr. Kaufmann, Dr. Peritz, Vorsitzender: Dr. Harry Stern, Beisitzer: A. Kaufmann, Dr. Klein, B. Mala wer, Dr. Noack. Gesellschaftsreise zum Kongreß. Die Gesellschaftsfahrt geht ab Berlin, jedoch ist bei genügendem Interesse auch die Möglichkeit gegeben, sich in anderen Städten (z. B. Hamburg, Frankfurt a. M., München) an der Gesellschaftsreise zu beteiligen. In Berlin fährt der benutzte Zug am 29. Juni, abends 22.10 Uhr, ab und trifft in Basel am 39. Juni, 13.10 Uhr, ein. (Kongreßeröffnung: 30. Juni, abends 8 Uhr.) Der Zug führt von Berlin durchgehende Wagen 1. bis 3. Klasse, sowie Schlafwagen 1. und 2. Klasse. Der ermäßigte Preis für die Gesellschaftsfahrt beträgt 3. Klasse M. 32,—, 2. Klasse M. 50,—. Der Schlafwagen 2. Klasse inkl. Vormerkgebühr und Bedienungsgeld kostet M. 17,30. Lloyd Trlestino. Wie uns der Lloyd Triestino mitteilt, ergab die Probefahrt der ״Victoria“ gemäß telegraphischem Bericht eine Stundengeschwindigkeit von 23,25 Meilen. Damit wären alle bisherigen Weltrekorde für Passagier-Motorschiffe geschlagen. Reisekreditbriefe durch die Volksbank hvria. Zahlreiche Zionisten reisen anläßlich des Kongresses nach Basel und im Anschluß an die Basler Reise in die Ferien. Denken Sie daran, daß die bequemste Art des Reisetis mit einem Kreditbrief ist! Ein telephonischer Anrut bei der Volksbank Iwria e. G. m. b. H. — D 2, Weidendamm 5335 — genügt. Die Adresse der Volksbank Iwria lautet: Berlin N 54, Rosenthaler Str. 55. ״Bedenkliche Erziehung“. Zur weiteren Aufklärung der in unserer letzten Nummer erwähnten Angelegenheit teilt uns die Leitung des Brith Trumpeldor noch mit, es habe sich herausgestellt, daß ein Führer des Brith Trumpeldor das Blatt mit dem Artikel ״Sich Prügeln“ versehentlich in der Wohnung eines 11jährigen Jungen, der für den Brith Trumpeldor geworben werden sollte, liegen ließ und es auf diese Weise in die Hände des Jungen und dessen Vaters kam. Eine Veröffentüchung des betreffenden Artikels in der Jugendzeitschrift des Brith Trumpeldor oder in einer anderen Form sei nicht beabsichtigt gewesen. Damit würden auch die von uns an die ursprüngliche Darstellung, das Blatt sei verteilt worden, geknüpften Folgerungen entfallen. Der Landesverband der Zionisten-Revisionisten in Deutschland teilt mit: Wir bitten Gesinnungsgenossen und Interessenten, die bisher noch nicht mit der Berliner Zentrale in Verbindung standen, oder deren Adresse wir noch nicht besitzen, uns umgehend ihre Adresse aufzugeben. Ferner bitten wir Freunde und Interessenten, die in nachstehenden Städten wohnhaft sind, ihre Adresse dem Landesverband, Berlin C 2, Burgstraße 29, aufzugeben. Es handelt sich um folgende Städte: Dortmund, Erfurt. Saarbrücken, Stuttgart, Landsberg, Halle, Zwickau, Mannheim. Mandatsvortrag an der Universität Frankfurt a. M. Am 19. Juni hielt auf Einladung von Prot. Dr. Strupp Herr Dr. Ernst Marcus, Berlin, im völkerrechtlichen Seminar der Universität einen Vortrag über die völkerrechtlichen Probleme des Palästinamandates und die staatsrechtliche Gesla':- tung Palästinas. Der Vortrag, in dem auch die politischen Grundfragen behandelt und vor allem die für das Völkerrecht neuen und von der Wissenschaft noch wenig beachteten Begriffe des ״National Home“ und der ״Jewish Agency“ sowie ihre Zusammenhänge mit den Prinzipien des Nationalitätenrechts einer eingehenden Untersuchung unterzogen wurden, fand reges Interesse. Hörer aus verschiedenen akademischen Kreisen, darunter die Austauschprofessorin der Universität Mailand, wohnten dem Vortrag bei. Bemerkenswert ist das tätige Interesse, das Professor Karl Strupp, einer der hervorragendsten deutschen und internationalen Völkerrechtsgelehrten, seit längerer Zeit Mitglied des deutschen Kommitees Pro Palästina, dem Palästinawerke widmet. Frankfurt a. M. Der Verband jüdischer Frauen für Palästinaarbeit teilt mit, daß der Verkauf seiner Palästina-Handarbeiten wieder im Putzsalon von Frl. Deila Horovitz, Neue Mainzer Straße 23, stattfindet. Augenblicklich sind die für die Reisezeit und für Geschenke aller Art so überaus geeigneten Gegenstände in zwei großen Schaufenstern gegenüber dem Schauspielhaus in zentralster Lage ausgestellt, und alle auf ihrer Kongreßreise durch Frankfurt kommenden Zionisten sind herzlieh gebeten, unsere Niederlage durch ihre Einkäufe zu unterstützen. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. (Hamburg, Hahntrapp 5) gibt soeben sein neuestes Heft (Nr. 188, Mai 1931) heraus, das u. a. ein Verzeichnis samtlkher dem Verein angeschlossener ritueller Speisehäuser des In- und Auslandes enthält. Einweihungsfeier des Beth-Am IwrI. Zu dem in der vorigen Nummer erschienenen Bericht ist noch nachzutragen, daß in dem künstlerischen Teil der Feier außer den bereits erwähnten noch folgende Künstler mitwirkten und hervorragend zum Gelingen der Feier beitrugen: Herr Isaak Henin, die Herren Fischer, M. Mohr, M. Schianger, Fink, E. Ettinger, Frätdein Rajah Chawiwi. Außerdem wirkte der Chor des Brith Haolim mit. Berliner Ealender Misrachl, Ortsgruppe Berlin. Dienstag, den 30. Juni, abends 8 Uhr, findet in den Musiker-Festsälen, Kaiser-Wilhelm-Str. 31, eine öffentliche Kundgebung statt. Referent: Raw Schmuei Zwi Weiß, Lemberg, Mitglied des Zentralkomitees des Misrachi in Ostgalizien. Thema: ״Aufgaben und Ziele des Misrachi“. Gäste willkommen. Beth-Am IwrI. Im Zusammenhang mit der Berliner Bau- Ausstellung spricht am Mittwoch, dem 1. Juli, abends 8ya Uhr, im Beth-Am, Kurfürstendamm 61, Herr Architekt Neufeld über: ״Der Bau in Palästina“. Der Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend veranstaltet am Sonnabend, dem 27. Juni 1931, 91/2 Uhr, in den Räumen des Beth-Am Iwri, Kurfürstendamm 61, eine hebräische Aussprache über: ״Die hebräische Weltkonferenz in Berlin“. Die Ausspräche wird durch ein Referat von Nachum Levin eingeleitet werden. Gäste willkommen. — Der Jugendrat veranstaltet am Sonntag, dem 5. Juli, eine große H e r z I- F e i e r. Näheres Programm wird noch bekannt gegeben werden. Hebräischer Studentenklub ״Massad“. Sonnabend, den 27. Juni, Ausflug nach Strausberg. Treffpunkt: 20.45 Uhr pünktlieh Bahnhof Savignyplatz (Eingang Schlüterstraßei. Uebernachtet wird in der Jugendherberge Strausberg. Rückfahrt: Sonntag abends. Es empfiehlt sich mitzubringen: Essen für die ganze Fahrt, Schlafdecke, Feldflasche, Bade- und Sport• anzug. — Ab Montag, den 29. Juni, ist der Klub für Mitglieder und Gäste jeden Montag und Donnerstag geöffnet. Es stehen Pingpong, Schach, sowie die gesamte hebräische Presse den Chawerim stets zur Verfügung. Club junger Zionisten. Am Dienstag, dem 30. Juni, um J/29 Uhr, spricht Dr. Brodnitz über die Probleme der Agency-Tagung im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10. Gottesdienst der Berliner Zionistischen Vereinigung und des Misrachi. Auch in diesem Jahr findet der Gottesdienst der Berliner Zionistischen Vereinigung und des Misrachi au den hohen Feiertagen vvieder in den Räumen der Zionisti-dien Vereinigung, Meinekestraße 10, statt. Karten ä 15, 10 und 5 M. sind rechtzeitig im Büro der B. Z.V., Meinekestr. 10 (Bismarck J 1, 7165), zu bestellen. המועצה לעבודה עברית בין הנער עורכת במוצאי שבת 27 ביוני בשעה ״/91 בערב- בדירת בית־העם(קידפירסטנדם 61) שיחה על הנושא: "הבנסיה העברית בברלין"- ד-סותזז הח׳ נחום לוין. אורחים רצויים! ביום הראשון. כ׳ תמוז המועצה עורכת נשף הרצל. הפרטים עוד יבואו• קלוב הבחרות העברית ״מסד״ עורך במוצאי־שבת׳ 27 ביוני׳ טיול* חברים לשטראוסברג• מקום הפגישה: Bhf. Savignyplatz (על־ יד הכניסה מצד שליטרשטר.) זמן הפגישה: »20 בדיוק נמרץ• מקום הלינה: אכסניה לנער בשטראוסבוג. חוזרים ביום א׳ לפנות ערב. על החברים להביא צידה לערב וליום. שמיכה. מימיה. בגד־רווצה׳ תלבשת ספורט• - החל מיום ב׳. 29 ביוני. יהיה הקלוב פתוח בשביל החברים בכל יום ב׳ וה׳ של השבוע- לרשות החברים עומדים פינג* 0ונג. שחמת ועתוגות בית העם. החברים מתבקשים לבקר את הקלוב• הועד

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