Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 45 (12.6.1931)
- Date
- 1931-06-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 45, 12. VL 1931 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 277 Vor dem Kongreß Weniger Politik! Von Dr. Ephraim Chatnizer, Leipzig. in fast allen zionistischen Kreisen ist seit langem Politik Trumpf. Man übersieht völlig, daß auch erfolgreichste Politik unsere Arbeit in Erez-Israel wohl erleichtern, niemals aber ersetzen kann. Der MacDonald-Brief an Weizmann hat das Weißbuch praktisch beseitigt und den status quo ante in politischer Beziehung wieder hergestellt. Hat diese Tatsache uns im Lande vorwärts gebracht? Den Aufbau müssen wir Juden machen, wir ganz allein, und es wäre vorteilhafter, unsere Energien hierauf zu konzentrieren. Es besteht die Möglichkeit der Arbeit drüben, sie bestand auch unter dem Weißbuch, und es wäre ein großer Erfolg, wenn wir in den nächsten Jahren das schaffen könnten, was uns das Weißbuch noch gestattet. Wenn wir noch so viele Erleichterungen für den Aufbau auf politischem Wege erlangen, was nützen sie uns, wenn wir nicht bauen? Sie sind dann nur ein Stück Papier. Nicht wegen politischer Schwierigkeiten ist der Aufbau zum Stillstand gekommen, sondern umgekehrt, nachdem der Aufbau nicht mehr vorwärts kam, kamen alle Schwierigkeiten der letzten drei Jahre. Zur Zeit der vierten Alijah war nicht einmal das Araberproblem akut! Der bisherige Aufbau ist ein kleiner, viel zu kleiner Anfang, achtunggebietend nur durch den Idealismus und Opfermut unserer Arbeiter. Der Aufbau hätte mit den gleichen Mitteln und den gleichen Menschen viel größer und erfolgreicher sein können, wenn er nicht von Theoretikern unter dogmatischen Gesichtspunkten geleitet worden wäre, sondern von Praktikern und Sachverständigen unter den allein mögliehen wirtschaftlichen. Mir ist noch in Erinnerung, wie ich auf dem Palästina-Delegiertentag vom Mai 1919 verketzert wurde, weil ich für den Gedanken eintrat, daß unser wichtigstes Ziel sei, dem sich alle anderen Tendenzen unterordnen müßten, so schnell als irgend möglich soviel als möglich Juden nach Palästina zu bringen und dort auf dem leichtest durchfuhrbaren Wege zu verwurzeln, und daß wir die Lösung aller ״Fragen“ ruhig der Zukunft überlassen könnten. Ja, wir paar Maximalsten machten schon damals darauf aufmerksam, daß der Zionismus keine Garantie hätte, daß die Tore Palästinas immer für uns offen ständen, wenn wir den uns gegebenen Start nicht rechtzeitig nutzten. Damals war eine Masseukolonisation im Vergleich zu heute ein Kinderspiel. Die Juden waren auf der ganzen Welt wohlhabend und auch im Osten gab es noch viel jüdisches Kapital. Aber wir brauchen auch heute angesichts der leeren zionistischen Kassen nicht zu verzweifeln, für wirtsch aftlichen Aufbau dürften auch heute noch die erforderlichen Kapitalien zu bekommen sein. Eine große Anleihe könnte sie uns unter dieser Voraussetzung verschaffen. Man muß sich daran gewöhnen, daß bei dem Palästina- Aufbau wegen seiner Einzigartigkeit nicht längst gebahnte Wege benutzt werden können. Eine Staatsanleihe hat nicht deshalb Erfolg, weil der Staat ein großes Vermögen hat (meist haben die Staaten mehr Schulden), sondern weil er und nur insoweit er die Autorität besitzt, mittels der Steuerschraube Kapital und Zinsen der Anleihe zu garantieren. Wir Zionisten und ein immer größer werdender Kreis von Nichtzionisten haben das Wunder der freiwilligen Steuern wahr gemacht. Viel leichter und in viel größerem Umfang läßt sich die freiwillige Anleihegarantie verwirklichen. Jeder Palästinafreund, der durch Vermögen oder Einkommen so steht, daß seine Bürgschaft einen Wert hat, unterschreibt einen Bürgschaftsschein über einen bestimmten Betrag, bis zu dessen Höhe er für Zahlung von Zinsen und Kapital der Anleihe haften will. In jedem Ort sind ein oder mehrere, In großen Städten eine ganze Reihe Vertrauensleute, welche die Bürgschäften sammeln, prüfen und mit Bericht an die Anleihe- Landeszentrale senden. Die Vertrauensleute dürfen nicht Beamte irgendeiner Organisation sein, sondern selbständige seriöse Kaufleute oder Fabrikanten oder höhere Angestellte kaufmännischer oder industrieller Betriebe, auch Aerzte und Rechtsanwälte, kurz Menschen, die auf Grund ihrer außerzionistischen Stellung im Leben ein Urteil über die Bonität der Bürgschaften haben. Wo Bankfachleute zur Verfügung stehen, sind diese in erster Linie heranzuziehen. Die Bürgschäften sind natürlich periodisch zu überprüfen und zu erganzen. Auf Grund dieser Einzelbürgschaften würden sich wohl Bankkredite erzielen, aber kaum eine Anleihe emittieren lassen. Hierzu wäre erforderlich, auf Grund der Einzelgarantien bis zum Betrage von vielleicht 50 0/» stadt-, bezirks- oder länderweise Bankgarantien zu erhalten und erst auf Grund dieser, also mit einer allen in die Augen springenden Sicherheit, die Anleihe zu emittieren. Träger der Anleihe müßte eine hierfür zu bildende Kolonisationsgesellschaft sein, in deren Aufsichtsrat ehrenamtlich alle unsere Finanzgrößen Sitz hätten. Diese Gesellschaft würde statutenmäßig jüdische Kolonisation in Palästina und Nachbarländern, soweit sie unter Wirtschaftliehen Gesichtspunkten berechtigt erscheint, betreiben; sei es Begründung landwirtschaftlicher, gewerblicher oder industrieller Unternehmungen, sei es fundierte Kreditgewährung an solche. Sie müßte volle Unabhängigkeit von Kongreß und Exekutive haben. Letztere hätten nur das Recht der Ueberwachung, daß die Gesellschaft ihren Zielen treu bleibe, aber keinerlei Einfluß auf ihre Tätigkeit. Diese Unabhängigkeit ist unbedingt erforderlich. Wenn die Gesellschaft erfolgreich arbeiten soll, wenn der Anleihekredit nicht gestört werden darf, muß sie allen parteipolitischen Einflüssen entrückt sein. An die Spitze der Gesellschaft wäre ein Mann zu berufen, der durch dogmatische Einstellung nicht beschwert ist, ein Mann der Wirklichkeit und ein Mann der Tat, der nichts weiter im Auge haben dürfte, als unsere wirtschaftlichen Positionen in Erez-Israel zu vermehren und zu stärken. Bin Mann, der — wie es im wirtschaftlichen Leben nicht anders möglich ist — auch zu Kompromissen bereit ist, wenn sie nur das große Ziel fördern. Diesem Manne müßte der Kongreß auch die Leitung der Keren Hajessod-Kolonisation übertragen, um die Leitung der gesamten Kolonisation in einer Hand zu vereinigen, was zweifellos für ihren Erfolg von größtem Nutzen wäre. Als geeignete Persönlichkeit für dieses Amt, beinahe einen Kolonisationsdiktator, würde mir Georg Kareski erscheinen. Vielleicht hat der liberaJe Sieg in der Jüdischen Gemeinde Berlin für uns den ungeheure» Vorteil, die große Kraft Kareskis für den Palästina-Aufbau zu gewinnen. Ich bemerke, daß der Vorschlag von Kareskis Kandidatur ohne sein Wissen erfolgt und daß ich nicht weiß, ob er das ihm von mir zugedachte Amt überhaupt annehmen würde. Ich gehörte immer zu den Ketzern, und nachdem die Steinigungsstrafe für solche nicht mehr droht, möchte ich zum Schluß noch eine fundamentale Ketzerei begehen. Unsere zionistische Situation ist von Haus aus eine ungewöhnliche, in den letzten Jahren aber eine besonders kritische geworden. Kritische Zeiten erfordern Ausnahmegesetze. Die von uns gewählten Führer müssen ruhig und auf weite Sicht arbeiten können, sie dürfen nicht durch ewige Kritik gestört werden, auch nur ihr erstes Wegziel zu erreichen, sie dürfen nicht verpflichtet sein, sich gegen diese Kritik alljährlich oder noch öfter zu verantworten und hierfür den größten Teil ihrer Kraft und ihrer Nerven zu verbrauchen. Wenn wir unserm Programm zum Siege verhelfen wollen, werden wir uns entschließen müssen, mit dem Tagungstaumel zu brechen und der Führung die Möglichkeit stetiger ruhiger Arbeit zu geben. Der Kongreß müßte ein Direktorium von drei bis fünf Männern wählen, ihnen alle Vollmachten über- Vor iKongreß und *Ferien ein großes *Rendezvous der Zionisten von *Berfin ofommer^Tesf des *K*Kß (Cerrassen Rennbahn Qrunmald <'Sonntag, 28.fluni, 19 C2ißr (Bridge, Fjombofa, Canz im (Freien (JCgrien aRFl. 2.50: Flein eicesfr. tragen und sich dann auf mindestens fünf Jahre vertagen. In dieser Zeit sollten wir Zionisten nichts weiter tun als die Weisungen des Direktoriums ohne Kritik, aber mit Aufopferung durchführen. Die gewonnene Zeit könnte recht nutzbringend zur Vertiefung des Zionismus und des Judentums in der Galuth verwendet werden und zur Gewinnung unserer noch abseits stehenden Brüder, statt uns gegenseitig zu zerfleischen. Ich bin alles andere als Militarist, möchte aber doch mit einem militärischen Bilde schließen: Ein Heer auf dem Marsche und in der Schlacht diskutiert nicht. Wo stehen wir? Von Dr. Emil Salomon, Berlin. Der XVII. Zionistenkongreß wird in kürzester Zeit seine Tagung in Basel beginnen. Wird er imstande sein, einen erlösenden Weg aus allen inneren und äußeren Krisen und Zwistigkeiten zu finden? Und diesmal muß nach den vielen Jahren der Stagnation und des Rückganges, nach so viel Enttäuschungen und Entsagungen von der Tribüne des Kongresses eine Lösung und Losung verkündet werden, geeignet, neues Aufatmen hervorzurufen, neue Begeisterung zu wecken und Mut zu neuen Taten zu schöpfen. So wie bisher darf und kann es nicht weitergehen, falls der Zionismus in sich noch einen Funken Leben verspürt und Existenzberechtigung erweisen will. Keine Phrasen, kein Totschweigen helfen hier, es muß eine Klärung und Reinigung vorgenommen werden. Die zionistische Bewegung ist bereits verhältnismäßig alt und zeigt Alterserscheinungen zur Genüge. Es ist das nicht zu verwundern, wenn die Menschen der ersten zionistisehen Generation durch Altern an Schwung verlieren und in stetem schweren Kampf mit den harten Wirklichkeiten der Ermüdung und Ermattung anheimfallen. Rückschläge und Mißerfolge können und müssen allmählich auf die Anhängerschaff dezimierend wirken, die durch innere Streitigkeiten und zunehmende Entfremdung auseinander zu fallen droht. Wirtschaftskrisen von nie gedachtem Ausmaß haben die Welt befallen und be- und erdrücken den jüdischen Kaufmanns- und Mittelstand noch mehr als die anderen Kreise. Sozialistische und kommunistische Parolen auf der einen, nationalsozialistische auf der anderen Seite beherrschen mehr und mehr die Jugend allenthalben und stellen die jüdischen Belange als uninteressant und wertlos beiseite. Und mit Zunähme unserer vor aller Welt sich offenbarenden Mißerfolge im eigenen Lager wie in der Außenpolitik und Häufung der Widerstände seitens der Araber verlieren wir den noch geringen günstigen Boden unter den Füßen bei der englischen Regierung wie dann auch im Völkerbund. Solchen schwierigen und schwierigsten Situationen steht heute die zionistische Politik gegenüber. Aber die Judennot, die größer ist als je zuvor, und das bisher Erreichte in Palästina geben der zionistischen Organisation das größte Anrecht, die Initiative zu weiterem durchdachten Handeln zu ergreifen. Diese ungeheure jüdische Not, die kaum ein Land ausläßt, und überall mehr denn je sich wirtschaftlich wie seelisch auswirkt, die Millionen Juden ruiniert und zum Teil entwurzelt hat, ist bei allem inneren Streit und Hader ein zusammenhaltendes Ferment von stärkstem Agens. Heute ist die Zahl der heimatlosen Juden bei weitem größer als sie vor dem Kriege war. Heute haben alle Länder ihre Tore den Einwanderern nicht nur verschlossen, sondern zum Teil zu Wieder-Auswanderungsmaßnahmen gegriffen. Wo bleibt jetzt das hochgepriesene zionistische Asyl? Wie muß es gerade jetzt zu unserem großen Leidwesen versagen? Wo sind die zionistischen Ideale und Kräfte, um gerade jetzt einen Ausweg den vielen Wanderern zu zeigen, ihnen die rettende Hand entgegenstrecken und helfend eingreifen zu können? Der XVII. Kongreß muß ein großes erdrückendes Bild von der Notlage des jüdischen Volkes in der Golah geben und der Kongreß muß imstande sein, irgendwie Antwort darauf zu erteilen. Und die Antwort muß lauten: 1. alle verfügbaren Kräfte zusammenreinen, um der Not zu steuern, aber keine leeren Worte über Zielsetzungen, die auf alle nur verwirrend wirken können, und 2. eine neue kräftige verjüngte Leitung, die fähig ist, versöhnend und einigend auf alle zu wirken, ln dieser schweren Stunde, von innen und außen bedrängt, zusammenstehen und fest sein wie ein Steuermann, der ein schwer beschädigt es Schiff durch einen minierten Hafen zu steuern hat Wir wissen, worum cs geht, und können uns keine tagelangen Diskussionen über zionistische Endziele leisten, einmal weil wir in uns die Berechtigung hierzu infolge dauernden Versagens nicht herleiten können und weil alle noch so schön und hochgesteckten Zielsetzungen nach den jahrelangen Minderleistungen in gleichem Maße illusionistisch und phrasenliaft wie die kleineren, realen Konzessionsziele deprimierend und lähmend wirken müssen und zweitens, weil alle solche fruchtlosen und unehrlich erscheinende Diskussionen nur zu Zersplitterungen in uns Anlaß geben und zu vermehrter Abwehr und Organisation außerhalb unserer Reihen dienen. Also fort mit allen Zwistigkeiten! Wir haben uns endlich zu einer Tat aufzuraffen und müssen von jetzt ab Kolonisation nach einem durchdachten System treiben. Es muß ein siebenjähriger Kolonisationsplan aufgestcllt werden, mit einem dazu nötigen Etat von ca. 105 Millionen Mk. Wie bisher darf nicht weiter von Jahr zu Jahr fortgewurstelt werden, man muß einmal auch, und gerade in der heute schweren kritischen Zeit, den Mut aufbringen, einen Schlußstrich zu ziehen, alte Schulden einmal endlich abzudecken und etwas Neues zu beginnen. Diese Summe muß aufgebracht werden, und wahrlich ist es eine große Aufgabe, an deren Lösung sich die Besten begeben werden. Ansätze und Vorschlage sind bereits vorhanden. Finanzwirtschafts- und Kolonisationssachverständige müssen zusammentreten und beraten, wie eine solche Summe aufzubringen und dann nur für Koionisationszweckc zu verwenden ist. Wir treten für einen Siebenjahresplan ein, weil diese Zeit im großen und ganzen zur Installation und Seßhaftmachung von Familien beansprucht wird. Auf diese Weise können wir innerhalb von 7 Jahren ca. 10000 12—־ Familien d. h. 40—60 000 Juden nach Palästina bringen. Ich bin sicher, daß der Beginn einer neuen, s oliden Siedlungsepoche hiermit alle Lauen und Zaghaften mitreißen und uns viele neue Freunde bringen wird. Das jüdische Volk wird das Geld aufbringen können und müssen. Jeder interessierte Jude wird nach seinem Vermögen und Einkommen Bausteine erwerben, deren Größe so bemessen ist, daß sie jedem erreichbar sind. Die Ausführung eines solchen Planes muß alle zusammenführen zu vereinter Kraft und Arbeit. Haben wir eine große Leistung vollbracht, dann wird sie Achtung abnötigen, und Erfolge verpflichten. Wir sind trotz eines solchen Zuwachses an Einwanderung noch immer weit entfernt von dem, was wir wollen. Auch der Araber wird daraus ersehen, daß er keine Befürchtung zu hegen braucht, daß wir Palästina so leicht überschwemmen können, denn indessen ist auch seine Bewohnerzahl kraft der natürlichen Vermehrung weiter gewachsen. Aber Vorteile hat der Araber sicherlich genug davon, wenn wir das Land Palästina durch Zufluß von Kapital und Zuströmen von fähigen Menschen zum weiteren Emporblühen bringen. Auf Grund unseres׳ alten Baseler Programms wollen wir weiter arbeiten, und: rein und hoch soll unser zionistisches Ideal uns weiter vorschweben, soll es weiter und wieder Werbe- und Tatkraft in unserer Mitte und zu unseren Zeiten zu erwecken imstande sein. Und die jüdische nationale Heimstätte in Palästina wird so groß sein, wie man sie sich im Hinblick auf die Größe der Judennot und des Judenelends vorstellen kann. Unklug und unpolitisch ist ein genaues Sich-Festlegen auf ein Proramm der Endziele, unjüdisch und ein Wahnsinn das Sicherfleischen, aber eine wahrhaft reale und ethische Forderung ist das Schweigen, wo Taten sprechen müssen. Makkabi-Festtage in London Empfang der palästinensischen Makkabim. Die Gruppe der palästinensischen Makkabim, die von Saloniki aus — 7 Mann auf Motorrädern und 5 im Automobil — auf einer Propaganda-Tournöe für die Makkabiah unterwegs sind, werden am 12. Juni in London eintreffen. Die englische Organisation des Makkabiweltverbandes — die Bar- Cochba Association — hat einen großen Empfang vorbereitet, und es ist zu erwarten, daß das Programm, das in London abgewickelt werden soll, nicht nur für den Makkabi und den Gedanken der Makkabiah, der ersten jüdischen Olympiade, die im Frühjahr 1932 in Erez Israel stattfindet, sondern auch für den zionistischen Gedanken größten Propaganda-Wert haben wird. Das Programm lautet wie folgt: Freitag, den 12. Juni: Ankunft in Dover und Fahrt nach London. Empfang durch den Bürgermeister, die Behörden, die Jüdische Gemeinde. Samstag, den 13. Juni: Festgottesdienst in der Großen Synagoge. Sonntag, den 14. Juni, vorm.: Festzug mit Automobil-Korso durch East-End. Anschließend Empfang durch den Bürgermeister von Stepney im Rathaus. Nachm.: Großes Sportfest der Bar-Cochba Association gegen die Association of Jewish Youth im Westham-Stadion bei Anwesenheit der Bürgermeister von Stepney und Westham. Abends: Festball. Montag, den 15. Juni: Empfang durch den Lord Mayor von London im Rathaus. Abends: Festbankett, veranstaltet von der Jewish Agency unter dem Vorsitz von d’Avigdor Goldsmid. Festansprachen werden halten: Dr. Weizmann, Minister Thomas und Dr. Eder. Vom Präsidium des Weltverbandes werden der Präsident Dr. Hermann Leiewer sowie Hans Friede 11 thaf an den Feierlichkeiten teilnehmen. Der Jewish Board of Deputies hat in seiner am 7. Juni abgehaltenen Sitzung seinen bisherigen Präsidenten d’Avigdor Goldsmid neuerdings zum Präsidenten gewählt. Weiter nahm der Board die Wahl der nichtzionistischen Vertreter Englands im Council der Jewish Agency vor. Gewählt wurden James Rothschild, Sir Meyer Spielman, Major Nathan, Nathan Lasky, d’Avigdor Goldsmid und Miß. Netty Adler.