Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 42 (2.6.1931)
- Date
- 1931-06-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 42, 2. VI. 193J JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 261 Die Wahlen zum XVH. Zionistenkongrefj Bekanntmachung Nr. 12. Ankündigung der Wahlen: Die Ortswahlkommisslonen werden noch efatmat daran erinnert, daß sie verpflichtet sind, die Wahllokale und die genauen Wahltermine (Tagesreiten), in denen das Stimmrecht auszuüben ist, den Wählern in ortsüblicher Weise spätestens drei Tage vor der Wahl, spätestens also am 4. Juni1, bekanntzugeben. Ein Beleg über nie Ankündigung ist an die H.W.K. zu senden. Wahldokumenie: Die H.WJC hat sämtlichen Ortswahlkommisslonen die notwendigen Wahldokumente (Wahlordnung, Wahlvorschläge, Wahlinstruktton, Protokollformulare und Stimmzettel) zugehen lassen. Die Ortswahlkommissionen werden gebeten, den Empfang dieser Wahldokumente sofort schriftlich zu bestätigen. Ortswahlkommisslonen, bei denen die Wahldokumente bis Mittwoch, den 3. Juni, nicht eingetroffen sind, werden dringend aufgefordert, sich telephonisch oder telegraphisch mit der H.w.K. in Verbindung zu setzen. (Die Liste der Wahlorte Ist in Nr. 40/41 der ״Jüd. Rundschau“ vom 29. Mal veröffentlicht.) Berlin, den 1. Juni 193t. Die Hauptwahlkommission für die Wahlen zum XVII, Zionislenkongrefj in Deutschland Rosenbiü th. Kongrefjwahlen in Berlin Bekanntmachung der Orfswahlkommisdon Es wird auf die Wahlordnung der Hauptwahlkommission ningewiesen. Für die Wahlen in Groß-Berlin werden darüber hinaus folgende Bestimmungen erlassen. Groß-Berlin bildet einen Stimmbezirk. Der Stimmbezirk ist eingeteilt in sechs Wahlbezirke: 1. Norden, 2. Nord-Westen, 3. Westen, 4. Charlottenburg, 5. Süden, 6. Osten. § 1. Die Wahl findet am 7. Juni in der Zeit von 9 bis 18 Uhr in folgenden sechs Wahllokalen statt: 1. Jüdische Gemeinde, Rosenstr. 2/4, für Norden; 2. Beth Hamidrasch, Klopstockstr. 25, für Nord-Westen; 3. Logenhaus, Kleiststr. 10, für Westen; 4. K.J. V., Bielbtreustr. 50, für Charlottenburg; 5. Kottbusser Klause, Kottbusser Damm 90, für Süden; 6. Lehrervereinshaus, Alexanderplatz, für Osten. § 2. Jede Wahlhandlung wird von einem von der Ortswahlkomnussicm ernannten Wahlvorstand geleitet. § 3. Die Wahl ist geheim. Jeder Wähler muß persönlich im Wahllokal erscheinen. Er nennt der Wahlkommission seinen Namen und seine Adresse und empfängt einen Stimmzettel, den er persönlich in die Wahlurne legt. Als Wahllegitimation gilt die auf den Namen lautende Schekelquittung für das Jahr 5691 und die Wahlaufforderung (s. § 6). Der Wahlvorstand hat das Recht, darüber hinaus eine Legitimation zu verlangen. § 4. Wahlrecht zum Kongreß hat nur der Schekelinhaber für 5691, dessen Schekel mit dem Büro der B. Z. V. bis spätestens 14. Mai abgerechnet worden ist. § 5. Allen Schekelzahlern wird die Möglichkeit gegeben, die Wählerliste einzusehen, um festzustellen, ob sie ordnungsgemäß eingetragen sind, und zwar im Büro der B. Z. V. in der Zeit vom 14. Mai bis 31. Mai von 9 bis 1/26 Uhr. § 6. Alle Schekelzahler, die ordnungsgemäß in die Wählerliste eingetragen sind, erhalten von der Ortswahlkommission eine Wahlaufforderung, die zugleich als Wahllegitimation gilt und auf der das zuständige Wahllokal vermerkt ist. Jeder Schekelzahler soll in dem Wahllokal seines Wohnbezirks, das aut der Wahlaufforderung genau vermerkt ist, seine Stimme abgeben. § 7. Schekelzahler, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, haben kein Wahlrecht. Der Wahlvorstand ist berechtigt, in Zweifelsfällen von den Wählern einen Ausweis über ihr Alter zu verlangen. § 8. Die schriftliche Wahl ist nicht zulässig. Ortswahikonunission Berlin, gez. Werner Bloch. Kongreß -Wahlen in den Ortsgruppen Beuthen, O.-S. Die Wahlen zum XVH. Zionistenkongreß finden in Beuthen am Sonntag, dem 7. Juni, von 9 bis 1 Uhr vorm, und von 4 bis 7 Uhr nachm, im Zionistischen Heim, Gartenstraßej gegenüber dem Gefängnis, statt. Jeder Wähler muß persönlich im Wahllokal erscheinen. Ortswahlkommission gez. Dr. We i ß ma n n. Breslau. Die Wahlen zum XVII. Zionistenkongreß finden In Breslau im Büro der Breslauer Zionistischen Vereinigung, Karlstraße 15, am Sonntag, dem 7. Juni, von 8 bis 17 Uhr, statt. Die Wählerliste hegt im Büro der Breslauer Zionistisehen Vereinigung, Karlstr. 15, von Sonntag, den 31. Mai, bis Mittwoch, den 3. Juni, von 9 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr, zur Einsicht aus. Ortswahlkommission gez. Jacobsohn. Dortmund. Die Wahl zum XVII. Zionistenkongreß findet Sonntag, den 7. Juni 1931, im Bethaus, Leopoldstraße 21, in der Zeit von 2—6 Uhr nachm., statt. — Wahlberechtigt sind alle Personen, die das 18. Lebensjahr erreicht haben und im Besitze der Schekelquittung sind. Düsseldorf. Die Wahlen finden am Sonntag, dem 7. Juni, im Sitzungssaal des Sekretariats der Synagogengemeinde, Bilkerstr. 25, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vorm, und 5 bis 7 Uhr nachm., statt. Frankfurt a. M. Die Wahlen zum XVH. Zionistenkongreß finden am Sonntag, dem 7. Juni, vorm, von 9 bis 2 Uhr, im Büro der F. Z. V., Ünterlindau 21, nachm, von 3 bis 7 Uhr, in der Suppenanstalt, Theobaldstr. 5, statt. — Die Wählerliste liegt bis Freitag, den 5. Juni, im Büro der F. Z. V., Unterlindau 21, täglich von 9 bis 1 Uhr vorm., und von 3 bis 7 Uhr nachmittags zur Einsicht auf. Hamborn. Wahlzeit: Gemäß Beschluß der Wahlkommission findet die Wahl statt: Sonntag, den 7. Juni 1931, von 10 bis 13 Uhr und von 14!/a bis 17 Uhr, im Zionistischen Vereinslokal, Kaiser-WÜhelm-Str. 272, Mainz. Die Wahlen finden am Sonntag, dem 7. Juni, im Restaurant Goldschmidt, Klarastraße, in der Zeit von 8 bis 11 Uhr vorm., nachm, von 3 bis 5 Uhr, Rheinallee 28, bei Herrn Niteckmann, statt. Mannheim. Die Wahlen zum XVII. ZionistenkongreB finden am Sonntag, dem 7. Juni, von 10 bis 1 Uhr vorm., im Büro des Herrn Dr. Weißmann, D. 4.6., statt. Schtkelquittungen sind mitzubringen. — Die Liste der Schekelinhaber liegt in der Zeit vom 2. bis 5. Juni, bei Herrn R.-A. Dr. Weißmann zur Einsicht auf. Der Wahlvorstand. Waldenburg. Die Kongreßwahlen finden am 7. Juni 1931, vorm. 10—11.30 Uhr, im Sitzungszimmer des Gemeindehauses statt. Kunst und Literatur Habhtta in Palästina. Frau Margot Rosner-Klamsner stellt uns Auszüge aus Briefen der Mitglieder des HabimarEnsembles zur Verfügung, in denen die Erlebnisse der Künstler in Nahaial in begeisterten Worten geschildert werden. Besonders waren die Künstler von der Begeisterung der Kinder ergriffen, die in Massen an die Künstler heramgetreten waren und sie gebeten haben, ein Stück für sie vorzubereiten. Der Wunsch der Kinder wird nun ernsthaft in Erwägung gezogen. Die Bühne in Nahaial, die von der Habima eingeweiht wurde, ist die erste im Emek. Die Künstler schreiben, daß während der zwei Aufführungstage alle Wege nach Nahaial voll von Menschen zu Fuß, zu Pferde und zu Wagen waren, die zu den Aufführungen strömten. Einer der Briefe schließt mit den Worten: ״Unser Herz ist erfüllt von Glauben, Willenskraft und Dankbarkeit. Es ist ein Glück, zu wissen, daß Wille und Arbeit nicht verloren sind und unser Traum, der durch Kritik und Zweifel beschwert ist, Gestalt anzunehmen beginnt.“ Musik. Im jüdischen Klub ״Achduth“ fand eine Veranstaltung statt, ״Das Jüdische Lied“ benannt. Man hörte eine Suite juive für Streichquartett von Marc L a v r y , ein Klavierquintett von Low-Lavry, drei jüdische Melodien von Janowsky und eine Reihe von Liedern, die ebenfalls von Marc Lavry bearbeitet wurden. Marc Lavry hat ausgesprochene Klangbegabung und großes Instrumentalgeschick. Obwohl das ganze Programm von jüdischen Motiven durchdrungen war, muß man die Art und Weise der Bearbeitung viel weniger als jüdisch, denn als russisch ansehen. Es werden allerhand Stilmöglichkeiten verwandt, ohne daß dadurch ein einheitliches Bild gestört wird. Was dagegen einzuwenden ist: daß diese Art von Bearbeitung viel zu viel Konzessionen an das bürgerliche Publikum macht. Wir brauchen einen Volksstil bitter nötig, aber keinen bürgerlichen Salonstil! Wir haben allen Grund, elementare Musik, Laienmusik zu begrüßen, aber eine bestimmte Art von opulärem Stil, der von gestern stammt, hat für uns keinen inn mehr. Die Interpretation war durchweg geradezu brillant: Maria Rapp-Janowskaja,dasMoor-Quartett (Letschef, Minslcy, Meyrowltz, Weil), Lavry — alle musizierten mit derartig viel Elan und Können, wie man es auf diesem Gebiet nicht häufig antrifft. Der Beifall entsprach den Leistungen. A. J.-L. Das große Roman werk von Marcel Proust, das in Nr. 38/39 der ״Jüd. Rundschau“ von Gorelik ausführlich gewürdigt wurde, ist von Franz Hessel und Walter Benjamin ins Deutsche übertragen worden. Zu der Gorelikschen Besprechung, die auch das vom jüdischen Standpunkt Interessante in Prousts Werk hervorhob, wäre noch nachzntragen, daß es den beiden Uebersetzem gelungen ist, die überaus schwierige Arbeit einer Uebertragung der Proustschen Sprache ins DhutsCMe in einer in der Uebersetzungsliteratur seltenen Vollendung zu lösen. Die Uebersetzung des ersten Bandes, die von anderer Seite besorgt war, war leider sehr anfechtbar. Die jetzt im Verlag Piper erschienenen Bände (״Im Schatten der jungen Mädchen“ und ״Die Herzogin von Guermantes“) sind jedoch bereits von den genannten beiden Schriftstellern bearbeitet, die auch die folgenden Bände herausgeben werden. Wie der Verlag uns mitteilt, steht auch eine Neuausgabe des ersten Bandes bevor. Wenn man — im Sinne der Gorelikschen Besprechung — den jüdischen Anteil an dieser bedeutenden Dichtung untersucht, so könnte man noch hinzufügen, daß auch in der uebersetzung zumindest zu 50 »,0 das Verdienst eines jüdischen Schriftstellers mitwirkt, ein neuer Beitrag zu der langen Liste fruchtbarer jüdischer Tätigkeit bei Vermittlung der großen Kunst- und Bildungswerte der europäischen Nationen untereinander. Im Wolfgang Jeß-Verlag in Dresden erscheinen soeben folgende Neuerscheinungen: Rainer Maria Rilke auf Capri. Gespräche. Hrsg, von Leopold von Schlözer. Richard Kötzschke, Thomas Woodrow Wilson. Sein Leben und Wirken. Joseph von Gfirres. Hinter der Welt kt Magie. Geschichten von Heiligen, Sehern, Zauberern und Dämonen aus der ״Christlichen Mystik“. Hrsg, von Max Adler. Im Rahmen der Sammlung ״Philosophie und Geschichte“ (Verlag J. C. B. Mohr, Tübingen) erschien soeben eine überaus interessante Abhandlung ״Die Geschichte der Wissenschaften im Islam als Aufgabe der modernen Islam-Wissenschaft“ von Martin Pie ßner. Es handelt sich um den erweiterten Abdruck der Antrittsvorlesung, die Pleßner als Privatdozent der semitischen Philologie und der Islam-Kunde an der Universität Frankfurt a. M. im Februar d. J. gehalten hat Die Arbeit, die dem Gedächtnis von Prof. Josef Horowitz gewidmet ist, wird über den Kreis der Fachwissenschaft hinaus auch dem Laien interessante Einblicke in das Geistesleben des Islam gewähren. (Preis 1,80 M.) Im Rahmen der ״Abhandlungen zur theoretischen Biologie“, herausgegeben von Prof. Dr. Julius Schaxel (Verlag Gebrüder Bomtraeger, Berlin) erschien als Heft 29 ״D i e b i 01 o g i s c h e Feldtheorie“ von Dr. H. Rudy, dem in jüdischen wissenschaftlichen und hebräischen Kreisen bekannten jüdischen Schriftsteller. (Einzelpreis 6 M.f Hongres - Versammlungen der Berliner zionistischen varalnioung Dienstag, den 2. Juni 1931 abends 8.30 Uhr Logenhaus, Kleistetraße 10 ★ Mittwoch, den 3.Juni 1931 abends 8.30 Uhr Hackescher Hof, Rosenthaler Str. 40-41 (Hackescher Markt) Redner aller Parteien! Vermifdites Thüringer Arbeitsgemeinschaft für die Jewlsh Agency. Bei der am 15. März d. J. erfolgten Gründung der Arbeitsgemein־ Schaft wurde beschlossen, in allen Orten des Bezirks Vorträge zu veranstalten. In Arnstadt sprach am 19. April In einer ut besuchten Gemeindeversammlung Herr Dr. Wolfheim, rfurt, über ״Die Bedeutung der Jewish Agency für das deutsche Judentum“. Der Abend stand unter Leitung von Herrn Albert Müller. — Das aus den Herren Herrmann, Dominski und Med.-Rat Dr. Noack bestehende Gothaer Ortskomitee hatte die Freunde der Jewish Agency am 25. April zu einem Ausspracheabend eingeladen. Das einleitende Referat hielt Dr. Arthur Stern, Gotha, über ״Voraussetzungen und Rück- Wirkungen des Palästina-Aufbaus“. — ln einer gut besuchten Gemeindeversammlung in Ilmenau sprach Herr R.-A. Dr. Stern, Erfurt, am 9. Mai über ״Die Lage des deutschen Judentums“. Eingeladen hatte das Ortskomitee, dem die Herren Besser, Dr. Eichenbronner, M. Grünstein angehören. — ln Meiningen hielt Herr Dr. F. Brodnltz am 14. Mai ein Referat über ״Die Bedeutung der Jewish Agency für das deutsche Judentum‘. Der Einladung des Ortskomitees (Landrabbiner Dr. Frankel, S. Vollmaun) war eine große Zahl der Eingeladenen gefolgt. — Die in anderen Orten geplanten Veranstaltungen können wegen der vorgeschrittenen Jahreszeit erst im Herbst stattfinden. Die hebräische Jugendnachtfeier. In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai fand in Brieselang die vom Hebräischen Jugendrat' veranstaltete Feier statt. Der Ruf des Jugendrates fand freudigen Widerhall bei weiten Kreisen der jüdischen Jugend. Schon lange vor dem Beginn der Feier sammelten sich Jugendscharen, die sich am Bahnhof zu geordneten Zügen formierten und mit brennenden Fackeln unter Gesang von hebräischen Liedern zu der Festwiese marschierten. Dort umstellten sie im breiten Kreise die angelegte Medurah (Festfeuer), die weit in die stille Nacht hinausleuchtete. Alle dem Hebräischen Jugendrat in Berlin angeschlossenen Bünde waren sehr zahlreich vertreten. Zirka 1000 Jugendliche füllten den Platz. Die Feier begann mit einer kurzen hebräischen Ansprache von Nachum Levin. Im Namen des Jugendpflegeausschusses der Jüdischen Gemeinde Berlin begrüßte die Versammelten Herr Dr. Steinert, der auf die große Bedeutung der Feier hinwies. Es folgte das wohlgelungene Auftreten des Chores von J. J.W. B., der auch unter der neuen Leitung von Ch. Apfelbaum sich glänzend bewährte. Jehuda Tschertok spielte Geige. Nach dem Auftreten von Ch. Schklarsch (Mitglied der Volksbühne), der L'aba ima von Schiionski schön vortrug, führte das Hebräische_ Studio der Zophim unter der Leitung von Ch. Fischer eia Stück aus Jeremias vor. Die eindrucksvolle Feier schloß mit einem enthusiastischen Horatanz. Die schöne Nacht trug das Ihrige bei. Leider konnte wegen der Kürze der Zeit das gesamte voresehene Programm nicht vollständig ausgeführt werden. Ein Teil er Chawerim mußte mit dem Nachtzug nach Berlin zurückfahren. Der größte Teil schlug Zelte auf und blieb über Sonntag im Freien. Besonderer Dank gebührt den Zophim, die die technische Leitung der Feier übernahmen und sie glänzend ausgeführt haben. s• Zionistisches Jugendtreffen in Nürnberg. Das Zionistische Jugendtreffen in Nürnberg am 17. Mai hatte eine unerwartet große Beteiligung aufzuweisen. Es waren jugendliche Zionisten aus München, Würzburg, Bamberg, Kissingen, Ravensbürg erschienen; das größte Kontingent stellte selbstverstindlieh Nürnberg selbst. Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Referendar Hans Wolf-Veith behandelte Herr Dr. Werner Bloch in seinem Referat die wichtigsten Probleme der zionistischen Jugend in Deutschland; er gab zunächst einen Ueberblick über die Situation der Weltjudenneit, kennzeichnete im besonderen die Lage der deutschen Juden und zeigte die Wichtigkeit des Palästinaaufbauwerks. Nach dem beifällig aufgenommenen Referat fand eine angeregte Debatte statt. Dank der ausgezeichneten Vorbereitung der Nürnberger konnten alle Anwesenden im Jugendheim, wo auch das Referat stattefunden hatte, zu Mittag verpflegt und sofort nachher auf astwagen nach Wendelstein gebracht werden, wo eine Reihe von Spielen und Wettkämpfen veranstaltet wurden. Gegen Abend fand man sich zu hebräischem Gesang zusammen; Herr Schapira, der Nürnberger hebräische Lehrer, gab mit großer sprecherischer Begabung einige hebräische Vorträge zum besten, die denn auch großen Beifall fanden. Das Nürnberger Jugendtreffen hat sicherlich zur Intensivierung der zionistischen Arbeit beigetragen und neue Impulse gegeben; es wurde vereinbart, im Herbst in Nürnberg ein neues abzuhalten. Vom Brlth Chaluzim Dathlim. An der vierten Pegischah, die zu Pfingsten auf dem neuerworbenen Out Gehringshof, stattfand, nahmen etwa 50 Mitglieder des Bundes teil. Aus dem Bericht des Waad war zu entnehmen, daß der Bund im letzten Jahr einen sehr starken Aufschwung genommen hat und zurzeit etwa 120 Mitglieder umfaßt. Von diesen befinden sich 30 aut dem Gehringshof, 15 in Burghaun und 10 in Holland in landwirtschaftlicher Hachscharah. Außerdem sind noch eine Anzahl Chawerim in Spezialausbildung oder in handwerklicher Hachscharah. Im Laufe des letzten Jahres kamen etwa 20 Leute zur Alijah, die jetzt fast alle dem Kibbuz Rodges in Petach- Tikwah angehören. Infolge der Besetzung aller verfügbaren Stellen auf dem Gehringshof und der schwierigen Finanzlage mußten in diesem Frühjahr etwa 35 geeignete Bewerbungen zurückgestellt werden. Die Beratungen befaßten sich zunächst mit der fachlichen Ausbildung. Es wurde dabei, insbesondere durch den aus Palästina anwesenden Leiter des Kibbuz Rodges, Moses Unna, festgestellt, daß aut dem Gehringshof das Optimum der fachlichen Ausbildung für Palästina erreicht werden kann, vorausgesetzt, daß die hauptsächlichen Wirtschaftszweige (Milchwirtschaft, Gartenbau und Geflügelzucht) in der geplanten Weise weiter aufgebaut werden können. In der weiteren Aussprache wurde die Tarbutharbeit in den verschiedenen Zentren des Bundes besprochen. Auch hier wurden im letzten Jahre erfreuliche Fortschritte festgestellt. Der zweite Tag der Beratungen befaßte sich mit der Zukunft der Chaluzim des Bundes in Palästina. Moses Unna berichtete ausführlich über die Entstehung und Entwicklung des Kibbuz seit Februar 1929 und behandelte dabei in außerordentlicher Anschaulichkeit alle Probleme der dortigen Gemeinschaft, die sich vor wenigen Wochen in eine Kwuzah umgebildet hat. In der Schlußsitzung wurden die Beziehungen des Kibbuz Rodges zum Hapoe! Hamisrachl im Lande besprochen und außer der Klärung einiger organisatorischer Fragen des Bundes ein neuer Waad gewählt. Essen. In der Aula des Burggymnasiums fand am 20. d, M. eine von der Liga des arbeitenden Palästina veranstaltete Trauerfeier für das verstorbene Mitglied Oberstudienrat a. D. Dr. Franz Lütgen au statt. An dieser Veranstaltung nahmen nicht nur die Freunde des arbeitenden Palästina teil, sondern auch zahlreiche prominente Sozialisten und Funktionäre der Sozialdemokratischen Partei waren erschienen. Umrahmt von Orgek und Geigenspiel wurden Nachrufe gehalten von Oberlehrer Reinke, Dortmund, Dr. Lothar Schuck ing, Dortmund, und Menachem Cohen, Essen. Während die ersten beiden Redner über den Verstorbenen als Gelehrter und Sozialisten gesprochen haben, hat der letztere Redner den Verstorbenen als Freund des arbeitenden Palästina gewürdigt. Der Verstorbene war 20 Jahre Freund unserer Bewegung und hat in den letzten Jahren auch aktiv für den Palästina-Arbeiterfonds mitgearbeitet. An der Dortmunder Volkshochschule, deren Leiter er war, hat der Verstorbene einen Vortragszyklus über Zionismus und Judentum gehalten. Seine Kenntnis des