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Jüdische Rundschau · 1931-05-20 · Heft 40-41 (20.5.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 40-41 (20.5.1931)
Date
1931-05-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 24S Nr. 40/41, 29. V. 1931 Maske eines binationalen Staates“ schaffen will. Die amerikanischen Zionisten, so heißt es weiter, lehnen solche ״defaitistischen“ Vorschläge ab. Sie verlangen die völlige Verwirklichung des Jüdischen Nationalheims innerhalb der historischen Grenzen von Erez-Israel, wobei das Wort ״historische Grenzen“ ausdrücklich als Einbeziehung Transjordaniens definiert wird. Diese beiden Resolutionen zeigen bereits, worum es auf dem XVII. Kongreß geht. Um zunächst bei der Frage Transjordaniens zu bleiben, so liegt hier ein wichtiges zionistisches Interesse vor, das durch die Proklamationen und Resolutionen, die in letzter Zeit in zionistischen Verbänden üblich geworden sind, in der unbesonnensten Weise aufs Spiel gesetzt wird. Transjordanien ist fraglos ein unterbevölkertes Land, auch seine ökonomische und geographische Verbundenheit mit Palästina ist kaum zu bezweifeln. Aber es hat politisch seit zehn Jahren, seit Balfours Abtrennungsantrag, seine eigenen Schicksale, es hat heute eine ganz bestimmte politische Form, und wir sehen keine Macht, die imstande oder gewillt wäre, an dieser Tatsache etwas zu ändern. Die Jewish Agency hat zu dem Herrscher dieses Landes, dem Emir Abdullah, sogar ganz erträgliche Beziehungen herzustellen vermocht; Höflichkeitsbesuche wurden ausgetauscht, und es ist kein Geheimnis, daß bei verschiedenen Plänen einer jüdisch-arabischen Annäherung, die in der letzten Zeit diskutiert wurden, eine vermittelnde Unterstützung des Emirs erhofft wurde. Vielleicht kann man vermuten, daß die transjordanische Regierung eine Erhöhung des Reichtums und der Produktivität des Landes durch jüdische und arabische Siedler nicht ungern sehen ■würde. Wenn es gelänge, in dieser Beziehung Konzessionen zu erhalten, so würde das schwierige Problem der Bodenknappheit in Palästina eine Erleichterung finden. Aber es liegt auf der Hand, daß alle derartigen Versuche mit größtem Takt und größter Loyalität anzupacken sind. Ist doch in den letzten Jahren gerade von den Kreisen, die von den amerikanischen Zionisten als ״Defaitisten“ bezeichnet werden, immer wieder darauf hingewiesen ־worden, daß durch eine Nutzbarmachung des großen gesamtarabischen Wirtschaftsraumes sich größere Möglichkeiten für eine jüdische Betätigung ergeben könnten, die im weiteren Verlauf auch dem Aus- Wanderungsbedürfnis der jüdischen Massen ein Ventil bieten könnten. Auf diesen Gedanken hat bekanntlich der Redakteur der englischen Ausgabe des ״Felestin“ in einem im Brith Schalom in Jerusalem gehaltenen Vortrag verständnisvoll reagiert und dabei das jetzt auch von anderer Seite oft zitierte Wort ״von Haifa bis Basra“ geprägt Aber die Voraussetzung aller derartigen Projekte ist eine vorhergehende Verständigung mit den Arabern, unter Aus- Schaltung jüdischer politischer Aspirationen. Solange in manchen wenn auch :sicher bedeutungslosen --»pCfftiseit von Zionisten die Idee eines auch Teile von Syrien und Irak umfassenden groß-jüdischen Reiches propagiert wird, solange Professoren der Hebräischen Universität (sogar im ״New Palestine“!) Artikel schreiben, in denen das Prophetenwort von der Ausdehnung der jüdischen Wohnsitze nach Damaskus als praktische Politik empfohlen wird oder (wie vor zwei Wochen) in der englischen Zeitschrift ״Near East and India“ im Namen des Zionismus ähnliche großsprecherische Kundgebungen erscheinen, die der ״Felestin“ mit demselben diabolischen Vergnügen wie ״Near East and India“ abgedruckt, — wie stellt man sich da vor, daß die immer stärker dem Ideal nationaler Unabhänglgkeit sich verschreibenden Araber eine Kooperation mit den Juden in Erwägung ziehen können? Und was hier im großen angedeutet wurde, gilt im kleinen — und vielleicht mit größerer Aktualität — von Transjordanien. Wenn der Kongreß die von den Amerikanern und von anderen zionistischen Gruppen gewünschte Resolution, wonach Transjordanien in das Gebiet des künftigen Judenstaates einzubeziehen ist, sich zu eigen macht, dann wird die einzige Folge voraussichtlich die sein, jede jüdische Ansiedlung und Einwanderung in Transjordanien unmöglich zu machen. Denn erfahrungsgemäß ist in einem solchen Fall die Furcht vor den politischen Folgen stärker als die Aussicht auf etwaige wirtschaftliche oder zivilisatorische Vorteile. Schon heute wird von vielen arabischen Nationalisten der Emir Abdallah wegen seiner angeblichen Kompromißbereitschaft gegenüber den Juden mißtrauisch betrachtet. Sobald offiziell deklariert würde, daß der Zionismus den politischen Status Transjordaniens anficht, ist mit dem erbitterten Widerstand Transjordaniens, das bekanntlich durch ein Vertragssystem einerseits mit England, andererseits mit den benachbarten arabischen Ländern verbunden ist, zu rechnen. Die delikate Frage einer Erweiterung des jüdischen Siedlungsgebietes über den Jordan muß ganz anders angepackt werden, wenn man damit mehr bezweckt als einen Augenblickserfolg in einer zionistischen Wahlversammlung. Noch bedenklicher scheint uns die Ablehnung der Formel des binationalen Staates im amerikanisehen Programm. In dem oben erwähnten Kommentar des offiziellen Organ wird dieses schwierige Problem mit einigen recht unseriösen Worten abgetan. Wir haben den Eindruck, daß die Amerikaner sich hier gegen Weilmann wenden, der im August 1930 im A.-C. erklärt hat, Palästina könne kein jüdischer Staat, sondern nur ein Gemeinwesen zweier gleichberechtigter Völker sein. Es wird immer deutlicher, daß sich die Opposition gegen Weizmann jetzt auf diesen Punkt konzentriert. Auch Ussischkin hat in seiner Rede vor den Allgemeinen Zionisten Palästinas, in der er sich — mit Recht — auch von dB» deutschen Zionisten distanzierte, diese Weizmann-Rede zum Ausgangspunkt seiner Kampfansage gegen Weizmann gemacht, Zufällig erhalten wir gleichzeitig mit den hier JUEDISCHE RUNDSCHAU erwähnten Publikationen auch das Mai-Heft der englischzionistischen Monatsschrift ״The Pioneer“, worin Weizmanns letzte Rede in Manchester abgedruckt ist. Diese Rede, von der Redaktion des ״Pioneer“ recht ungnädig kritisiert, ist erfüllt von der Zuversicht, daß das Werk in Palästina wachsen und das Jüdische Nationalheim seine große historische Rolle spielen wird. Aber zugleich wettdet sich Weizmann gegen jene Kleinmütigen, die ihren zionistischen Glauben nur mit Hilfe von Selbstbetrug aufrechterhalten können. Das jüdische Volk, so sagte er, hat seit Jahrhunderten in einer Art mystischer Welt gelebt, die es sich errichtet hat, um die Bitterkeit des Alltags ertragen zu können. Der Zionismus ist die Abkehr von diesem Verhalten; er versucht, die Judenfrage auf rationale Grundlagen zu stellen und in der Welt der Realitäten zu lösen; wir müssen scheitern, wenn wir im Zionismus wieder in jene fiktiven Bezirke Zuflucht nehmen. Die Aufgabe des Führers ist es, das Maß abzustecken, innerhalb dessen die Bewegung in der realen Welt sich durchsetzen kann, und dann um praktische Ziele zu ringen, nicht aber Illusionen nachzulaufen. Weizmann sucht für diese harte Pflicht des Führertums Verständnis bei den jüdisehen Menschen aus dem Volk zu finden; er erweist diesen jüdischen Massen den höchsten Respekt, indem er ihnen nicht etwas vorgaukelt, sondern die Wahrheit sagt. So ergibt es sich von selbst, daß er in bezug auf Palästina aus elementaren Tatsachen wie der Existenz der arabisehen Bevölkerung die gegebene Folgerung zieht, daß beide Völker im Lande Platz finden müssen und der Zionismus seiner Deklaration des XII. Kongresses eben» treu bleiben muß wie er wünscht, daß andere der Balfour- Deklaration treu bleiben. Das Kongreß-Programm der amerikanischen Zionisten äußert sich auch zur Demission Dr. Weizmanns. Weizmanns Verdienste um die Balfour-Deklaration und um den Keren Hajessod werden anerkannt, im übrigen aber wird sein Rücktritt zur Kenntnis genommen, und zwar mit schwer verhohlener Genugtuung. Im ״New Palestine“ wenden sich die Amerikaner gegen jene englischen Zionisten, die für eine Wiederwahl Weizmanns Propaganda machen, und berufen sich auf die deutschen Zionisten, die als Weizmanns Freunde ihm dennoch raten, nicht wieder zu kandidieren. Zur Klärung muß hier doch gesagt werden, daß ein Unterschied zwischen der Haltung der Amerikaner und der in der gegenwärtigen Leitung der Z. V. f. D. vereinigten Gruppen besteht. Aus der amerikanischen Resolution gewinnt man nicht den Eindruck, daß unsere dortigen Gesinnungsgenossen sich über die Tragweite des Rücktritts von Dr. Weizmann und über den der Bewegung hierdurch entstehenden Verlust Rechenschaft ablegen. Vielmehr glaubt man hier ״Teils Geschoß“ zu erkennen, den Nachklang alter Fehde. Aehnliche Motive mögfea' bei alten' *;HerzHaridfrt itotSpifeleti, die; Wie Greenberg im ״Jewish Chronicle“, mit ihrem fanatischen Kampf gegen Weizmann 30 Jahre alte Rechnungen begleichen. Und am absonderlichsten erscheint die Steilung jener polnischen Zionisten, deren Redner in einer Sitzung des Landesvorstandes der Z. V. f. D. sich gegen Weiz* mann aussprach, weil er die zur Führung politischer Verhandlungen erforderlichen Qualifikationen nicht besitze. Wir sind gewiß die letzten, die glauben, daß das Schicksal des Zionismus an einer einzelnen Person hängen kann. Die Bewegung ist größer als der Einzelne, selbst als der verdienteste Führer. Aber• welche Verwirrung ist in den Köpfen vor sich gegangen, die nicht erkennen, welches gewaltige Kapital, ja welches Gnadengeschenk für den Zionismus die auf Juden und Nichtjuden faszinierend wirkende Persönlichkeit Dr. Weizmanns darstellt! Auch Weizmann ist nur ein Mensch, mit Fehlem und Schwächen, und auch wir haben häufig nicht mit ihm übereingestimmt. Aber auch Kritik einem solchen Führer gegenüber muß mit dem erforderlichen Respekt und im vollen Bewußtsein des Einsatzes geübt werden. Der politische Unterhändler des Zionismus steht seit zehn Jahren gegen eine Front feindlicher Tatsachen, die nicht von uns abhängig sind. Ein großer Teil der zionistischen Welt hat im Rausche des im Kriege erreichten Erfolges und unter der Einwirkung der damals herrschenden Schlag- Wörter sich so an Großsprecherei gewöhnt, daß der Sinn für Proportionen in erschreckendem Maße verloren gegangen ist. Der Führer jedoch, der täglich mit der realen Welt zusammenstößt, kennt nicht nur die Grenzen des Erreichbaren, sondern auch die ungeheure Erschwerung und Schädigung, die unserer Arbeit durch eine Ueber- Spannung der Forderangen drohen. Daß die zionistische Welt sich in diese Situation nicht hineinversetzen konnte, Kongreß - Versammlungen dar Berliner zionistischen Vereinigung Dienstag, den 2. Juni 1991 ebenda 8.30 Uhr Logen haus, Kleiststraße 10 ★ Mittwoch, den 3. Juni 1931 abends 8.30 Uhr Hackascher Hol, Rosenthaler Str. 40-41 (Hacke*eher Markt) Redner aller Partelenl darin besteht seit Jahren die tiefe Diskrepanz zwischen Bewegung und Führer. Wenn nun Weizmann zurücktritt — und wir hoffen, daß er eine prominente Figur des Zionismus auch weiterhin bleiben wird und auch seine Führerrolle noch nicht ausgespielt ist — dann sollte in einem solchen Moment die Bewegung zu doppelter Nüchternheit erwachen. Wenn man nicht mehr damit rechnen kann, daß durch Weizmanns Mäßigung korrigiert wird, was extreme Kongreß- Programme verderben können, dann sollten die Kongreß- Programme besonders vorsichtig und überlegt gehalten sein. Die Art, wie Weizmanns Rücktritt hier und dort mit kleiner Schadenfreude registiert wird, läßt diese Einsicht bisher vermissen. Weizmann soll fallen, weil er betont hat, daß das zionistische Ziel im Rahmen eines binationalen Palästina erreicht werden muß. Wir fürchten, daß diejenigen, welche meinen, daß eine auf ein weitergehendes politisches Programm gewählte neue Exekutive einen besseren Start haben wird, bald eine schwere Enttäuschung erleben werden. Enttäuschungen dieser Art aber müssen den Zionismus in seinen Grundfesten erschottern. Darum ist gerade jetzt, trotz der schweren politischen und ökonomischen Bedrängnisse, der Moment gekommen, einen tatkräftigen, innerlich verankerten Zionismus wieder aufzubauen, der sich in den Fährnissen der kommenden Tage widerstandsfähig erweist. ln aller Kürze Wie die Palästina-Regierand offiziell mitteilt, haben die Ausgaben der Regierung im Jahre 1930 die Einnahmen um 116 959 Pfund überstiegen. ״Doar Hajom“ meldet, daß Colonel F. H. K i s c h sein Amt als Mitglied der Exekutive der Jewish Agency niedergelegt hat. In dieser Form ist die Nachricht wohl unrichtig, doch verlautet bestimmt, daß Kisch auf dem nächsten Kongreß nicht mehr kandidieren wird. Der Stellvertreter des High Commissioner der Palästina-Regierung, Mr. Young, hat in der letzten Woche Städte und Siedlungen in Palästina besucht. Er war in vielen jüdisehen Siedlungen und auch in Tel-Awiw und hat die Wünsche der jüdischen Bevölkerung entgegengenommen. Die unter der Leitung von Sir Samuel Perry O’Donnell stehende außerordentliche Kommission, die Ende Januar zur Ueberprüfung der Gebarung der Palästina-Verwaltung, einer Untersuchung über Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Zusammensetzung des palästinensischen Beamtenapparates und einer Rationalisierung der transjordanischen Verwaltung nach Palästina entsandt wurde, ist am 19. Mai nach London abgereist. Die Heuschreckenplage, von der zuerst bloß Transjordanien und die südlichsten Teile Palästinas heimgesucht wurden, griff auch auf andere Teile des Landes über, z. B. wurde auch Daganjah betroffen. In Damaskus wurde eine Zentralstelle zur Bekämpfung dej■ Heuschrecken in Syrien, Pa- Jlstlna, Trans Jordanien, Aegypten und der Türkei errichtet. Ira Monat März 1931 sind 916 Persötten, darunter B3% Juden, nach Palästina eingewandert und 110 Personen, darunter 13 Juden, aus Palästina ausgewandert. Wie das Organ der Labour-Party ״Daily Herald“ und andere Londoner Zeitungen berichten, hat Lord Pa s sf ie Id auf eine Anfrage über die Gerüchte bezüglich seines Rücktritts erklärt, daß alle derartigen Meldungen frei erfunden seien. Seit seinem Amtsantritt sei er genötigt gewesen, fast jeden Monat solche Nachrichten zu dementieren. In einer Massenversammlung der Johannesburger Zionisten wurde eine großzügige Aktion zugunsten des Jüdischen Nationalfonds eingeleitet. Die Sammlung wurde mit einer Zeichnung von 1000 Pfund durch M. Haskel eröffnet. Es wurde eine Resolution angenommen, in der die Aufbringung von 75 000 Pfund durch die südafrikanischen Juden für den Ankauf von Palästina-Boden in Aussicht gestellt wird. Die Eröffnung des Palästina-Pavillons auf der französischen Kolonialausstellung mußte verschoben werden, weil die Bauarbeiten noch nicht vollendet und ein Teil der Ausstellungsobjekte noch nicht in Paris eingetroffen ist. Der ehemalige französische Ministerpräsident Painleve hat sich bereit erklärt, nach Fertigstellung des. Pavillons die Eröffnungszeremonie zu vollziehen. Das Zentralkomitee der Zionistischen Organisation Polens hat für den 31. Mai eine Konferenz von der Mittelstandsklasse angehörenden Personen, die bereit sind, sich auf Nationalfonds-Boden in Palästina anzusiedeln, einberufen. In kurzer Zeit wird sich die erste Gruppe von fünfzig Familien nacn Palästina begeben. Der Plan wurde von einer Kommission unter dem Vorsitz von Dr. Ruppin ausgearbeitet. Die Ansiedlung einer Familie kostet 775 Pfund, davon muß jede Familie 450 Pfund selbst beisteuern, den Rest erhält sie als langfristige Anleihe. Die sephardischen Juden von Mexico City haben am 17. Mai einen Trauer- und Fasttag wegen der Juden- Verfolgungen in Mexico abgehalten. — Die se^harcfischen Marktnänaler haben in einer Arkade einen kooperativen Laden eröffnet; die aschkenasischen Händler hingegen befinden sich auch weiterhin in verzweifelter Lage. — Der Orden Bnei Brith hat einen Sonderdelegierten zur Untersuchung der Vorfälle nach Mexico entsandt. Am 17. Mai wurde in Kown o an einem der naturschönen hochgelegenen Punkte der Stadt der Grundstein für das neue Kinderhaus gelegt, welches der Hilfsverein der Deutschen Juden mit Hüfe von Joint und anderen Organisationen an Stelle aes vor einigen Jahren abgebrannten jüdischen Waisenhauses erbauen läßt. Es wurden eine Reihe von Reden gehalten, darunter vom Minister des Innern und der Gattin des Minister- Präsidenten. Für den Hilfsverein sprach Dr. Wischnitzer. Am 17. Mai fand in London die Jahreskonferenz des Verbandes jüdischer Hilfsorganisationen Großbritanniens statt Prof. Albert Einstein hatte aus Oxford folgendes Begrüßungsschreiben an die Konferenz gerichtet: ״wir Juden der westlichen Linder Europas dürfen nicht vergessen, daß wir Glieder einer Gemeinschaft sind, die in den letzten tausend Jahren ein gemeinsames leidvolles Schicksal zu tragen hatte. Dieses Bewußtsein der Einheit müssen wir bewahren, wenn das jüdische Volk gesund bleiben soll. Heute sind die Juden der westlichen Länder die Spender; wer weiß, ob sie nicht morgen die Empfänger von Hilfeleistungen seitens ihrer Brüder in den östlichen Ländern sein werden? Nur wenn wir unserer gegenseitigen Verantwortlichkeit eingedenk bleiben, werden wir die uns durch unsere alte gemeinsame Tradition auferlegte historische Sendung erfüllen können.“

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