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Jüdische Rundschau · 1931-05-20 · Heft 40-41 (20.5.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 40-41 (20.5.1931)
Date
1931-05-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Freie Kongreß •Tribüne Doppclmrmmcr 9,40 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Frei tag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Aualandaabonneinenta werden in der Währung der •{meinen Linder berechnet- Anzeigenpreis{ 8 gesp. Nonpareflletofl• 030 G.-M. SteQeitgeeuche 0,25 G.-M- Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.lO. Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. Poetecheck-Konten: Berlin 17392. Base! V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433, Budapest 59693, Danzig 1973, Haag 140470, Prag 59410, Riga 4155, Strasfcburg!6430, Warschau 190708, Wien 156030. Bank -Konten: Darmatädter- und Nationalbank, Depositen-Kasse Berlin, Kurfürsteadatmn 52; Rumänische Kreditbank, Cernauti (Ruxsinien); Anglo Palästina Co. in Haifa, Temsalem, Tel -Aviv. Nummer 40/41 | Berlin, 29. V. 1931 Redaktionsschiu£ Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״ג סיון תרצ״א | xxxvi. jahrg. Oer Zionismus erstrebt für das lOdlscho Volk die Schaffung einer öffentlich יי rechtlich gesicherten Helmstötte in Palästina. ״Baseler Programm.'• Tagesordnung des Kongresses Die Exekutive veröffentlicht nachstehende Tagesordn u n g des XVII. Kongresses: 1. Eröffnungssitzung — Dienstag, 30. Juni, 8 Uhr abends. 1. Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten der Exekutive, Herrn Nachum Sokolow; 2. Ansprache des Herrn Ch. N. Bialik: ״Palästina und seine Bedeutung für die Diaspora“; 3. Begrüßungen; 4. Ansprache des Präsidenten des Aktions-Comit£s, Herrn Leo Motzkin: ״Der Zionismus und die jüdische Gegenwart“. 2. Sitzung — 1. Juli, 10 Uhr vorm. 5. Wahl des Kongre ßpräskHums; 6. Bericht des Kongreßgerichts über die Prüfung der Rechtmäßigkeit der Kongreßwahlen; Berichterstatter: Vorsitzender des Kongreßgerichts, Herr S. Gronemann; 7. Bericht von Herrn Dr. Chaim Weiznannüber: ״Die politische Lage“. 3. Sitzung — 1. Juli, 3 Uhr nachm. 8. Ergänzender Bericht des Herrn Prof. Dr. S. Brodetskjr über: ״Die politische Arbeit“; 9. Referat: ״Probleme der Palästina-Arbeit“ von Dr. Arthur Ruppin; 10. Wahl des Resolution«-Ausschusses; 11. Eröffnung der Generaldebatte. 4. Sitzung — 1. JuB, 9 Uhr abeadh. 12. Fortsetzung der Generaldebatte. 5. Sitzung — 2. Juli, 10 Uhr vorm■ 13. Referat: ״Lage der Zionistischen Organ!• sation und Ihre Probleme“ von Herrn Feix Rosenblüt h; ' ־״ ־ 14. Fortsetzung der Generaldebatte. 6. Sitzung — 2. Juli, 3 Uhr nachm. 15. Wahl der Kongreß-Kommissionen; 16. Fortsetzung der Generaldebatte. Der 1000 Familien Siedlnngsplao Aus London wird folgendes mitgeteilt: Die Pflanzungsgesellschaft, die gemeinsam mit der New Yorker Palmtine Economic Corporation den Plan der An- Siedlung von 1000 Familien ln Palästina durchführen will, hat Dr. Maurice B. Hexter zu Ihrem Repräsentanten bestimmt. Dr. Hexter wird um den 3. Jnni In Palästina ein* treffen, worauf sofort mit der Arbeit begonnen werden soll. Die Pflanzungsgesellschaft besteht aus einer engtischen Gruppe unter Fahrung von Simon Marks, Israel S i e f f und Harry Sacher und einer deutschen Gruppe unter Führung von Max M. Warburg, Oscar Wassermann und Dr. Bernhard Kahn. Der Emergency Fund hat für das Unternehmen 50 000 Pfund gezeichnet Der Plan sieht den Ausbau einer Reihe von Siedlungspunkten in der Küstenebene vor. Nach sechs Jahren soll Jeder angesiedelten Familie auf Parzellen, bestehend aus 7 Dunam Orangenplantagen und 3 Dunam für Haus, Hof und Garten, die Möglichkeit zu wirtschaftlicher Selbständigkeit gegeben werden. * Damit ist endlich der Anfang gemacht mit der Durchftihrung des für die Erleichterung der jüdischen Lage in Palästina so wichtigen Beschlusses des Administrative Committee der Jewish Agency vom März 1930. Damals wurde der Plan der Ansiedlung von 1000 Familien, vor allem Arbeiter, in den Orangenzonen gutgeheißen, der seitdem unter dem Schlagwort ״Hitiaschowuth Ha-Eleph“ (״Ansiedhmg der Tausend“) bekanntgeworden ist. Leider haben sich der sofortigen Ausführung immer wieder Hindernisse in den Weg gestellt, die jetzt behoben zu sein scheinen. Wie wir hören, soll zunächst mit 200 Familien begonnen werden. Die Inangriffnähme dieses Projektes wird gewiß dazu beitragen, die Stirnmung־ und Zuversicht des Jischuw zu heben, wir haben hier endlich wieder eine konstruktive Aktion, die der bedauerlichen Stagnation auf dem Gebiet der Arbeiter-Kolanisation ein Ende macht. Zugleich Ist diese Ansiedlung die Schaffung eines neuen Siedler-Typs, von der man sich auch wirtschaftlich viel Positives versprechen kann. Der Landenfwicklongsplan L 0 n d o n, 20. Mai. (J. T. A.) Auf eine Anfrage des Abg. Howard Bury teilte der Unterstaatssekretär für die Kolonien. Dr. Drutnmond Shieis, im Unterhause mit, daß die Beratungen mit den jüdisch«! Führern faktisch beendet sind. Die von den Arabern gestellten Bedingungen, sagte Shieis weiter, hätten es zwar unmöglich gemacht, formelle Beratungen mit ihnen zu führen, doch habe der High Commissioncr in persönlicher Eigenschaft mit den arabischen Führern Besprechungen gepflogen, um ihre Gesichtspunkte kemtenzulemen. 7. Sitzung — 3. Juli, 10 Uhr vorm. 17. Fortsetzung der Generaldebatte. 8. Sitzung — 3. Juli, 3 Öhr nachm. 18. Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte. 9. Sitzung — 5. Juli, IQ Uhr vorm. 19. Referat des Vorsitzenden des Direktoriums des Keren Kajemeth Lejisrael, M. M. Ussisehkin: ״Die Arbeit des Keren Kajemeth Lejisrael“; 20. Referat des geschäftsführenden Direktors des Keren Hajessod, Dr. Arthur H antke: ״Leistungen und Aufgaben des Keren Hajessod"; 21. Referat über: ״Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaus“ von Dr. Chaim Ariosorotf. (Sonntag Nachmittag finden Sitzungen der Kommissionen statt.) 10. Sitzung — 6. Juli, 10 Uhr vorm. 22. Debatte über die Referate zu 19, 20, 21. (Montag, den 6. Juli, Nachmittag, und Dienstag, den 7. Juli, finden Sitzungen der Kommissionen statt.) 11. Sitzung — 8. Juli, 10 Uhr vorm. 23. Berichte von Kommissionen, Debatte und Abstimmung. 12. Sitzung — 9. Juli, 10 Uhr vormittags. 24. Berichte von Kommissionen, Debatte und Abstimmung. 13. Sitzung — 9. Juli, 3 Uhr nachm. 25. Berichte von Kommissionen, Debatte und Abstimmung. 14. Sitzung — 10. Juli, 10 Uhr vorm. 26. Berichte von Kommissionen, Debatte und Abstimmung. ff. Sitzung — 10. Juli, 3 Ufa■ nachm. 27. Wahl der Exekutive, des Aktions-Comitds, der zionfetischen Vertreter in die Organe der Jewish Agency, des Kemgreßgerichts, des Ehrengerichte und der Revisoren; 28. Schluß des Kongress«. Dr. Shieis kündigte schließlich an, daß Vorschläge, die steh aus den Verhandlungen mit den Jüdischen Führern ergeben, binnen kurzem dem Parlamente unterbreitet werden würden. Kongreßwahlen In Palästina Jerusalem, 26. Mal, (J. T. A.) Am 25. Mal fanden in Palästina die Wahlen der Delegierten zum XVII. Zkmistenkongreß statt. Der Wahlkampf wurde vor allem zwischen den Arbeiterparteien und den Revisionisten ausgefochten, aber auch die Allgemeinen Zionisten traten in der Wahlagitation stärker hervor, als anläßlich der Wahlen zur Assefath Haniwcharim. Größtes Aufsehen erregte eine Entscheidung der Zentralwahl- Kommission, durch die zehn führende revisionistische Kandidaten und fünf misrachistische Kandidaten disqualifiziert wurden, weil sie nicht_ihren Beitrag zum Keren Hajessod geleistet hatten. Auch drei jemenitische Kandidaten wurden mangels Beibringung der erforderlichen Dokumente disqualifiziert. Unter den disqualifizierten revisionistischen Kandidaten befinden sich Wolfgang v. Weisl, Abraham und Jacob Wtinshall und Alexander Jewserow. Von den bis Dienstag, den 26. Mai, mittags, gezahlten 9000 Stimmen, die in Jerusalem, Haifa, Afuleh und Tiberias abgegeben wurden, haben die vereinigten Arbeiterparteien 5235, die Revisionisten 1793, die verschiedenen misrachistischen Gruppen 1191, die Allgemeinen Zionisten 575 und die Yemeniten 123 erhalten. — Insgesamt wurden in diesem Jahre in Palästina 36500 Schekel verkauft. Im Jahre 1929/30 wurden 27 441 Schekel in Palästina abgesetzt. Palästina hat somit das Recht, 39 Delegierte zum Kongreß zu entsenden. InTet-Awiw wurden 3765 Stimmen für die Arbeiterpartei, 383 Stimmen für den Misrachi, 1651 Stimmen für die Revisionisten, 981 Stimmen für die Allgemeinen Zionisten und 715 Stimmen für die jemenitische Liste abgegeben. Die Delegierten ans Amerika New Y o r k, 26. Mai. (J. T. A.) In den Vereinigten Staaten wurden im Laufe der diesjährigen Schekelkampagne 114 000 Schekoüm abgesetzt. Die Vereinigten Staaten werden somit 38 Delegierte zum Zionistenkongreß entsenden. Auf Grund einer Vereinbarung zwischen den einzelnen zionistischen Gruppen werden in Amerika keine Kongreßwahlen stattfinden. Die Mandate werden nach folgendem Schlüssel verteilt werden: Aligemeine Zionisten 20, Misrachi 8, Poale Zion 5, Zeire Zion 3 und Revisionisten 2 Mandate. Die Kongreßwahlen In Jugoslawien ergaben folgendes Resultat: Delegierte: 3 Allgemeine Zionisten, 1 Vertreter des Arbeitenden Palästina; Ersatzdelegierte: 3 Allgemeine Zionisten, 1 Radikaler. Die Revisionisten hatten 7 Kandidaten aufgestellt, erzielten «edoch kein Mandat. Die Zahl der Schekalim beträgt 13100. Weizmanns Rücktritt Zugleich Bemerkungen zum Kongrefjprogramm der amerikanischen Zionisten Die Tagesordnung des Kongresses, die soeben von der Exekutive bekanntgegeben wird, bringt eine auffallende Abweichung gegenüber früheren Kongressen: Zum ersten Male wird der Kongreß nicht von Dr. Weizmann als Präsidenten der Organisation eröffnet werden. Dies ist eine Konsequenz seiner vor einiger Zeit erfolgten Demission. Zwar hat Weizmann im Aufträge des Aktions- Comitös die Verhandlungen mit der englischen Regierung im letzten Jahre geführt, aber er hat stets betont, daß er dies nicht als Präsident der Jewish Agency tue, und dem Kongreß gegenüber betrachtet er sich gleichfalls nicht mehr als Präsident. In der zweiten Sitzung wird Weizmann einen Bericht über die politische Lage erstatten, und es ist anzunehmen, daß er bei dieser Gelegenheit nochmals die Anschauungen, die seiner jahrelangen Arbeit zugründe lagen, präzisieren wird. So wird die Diskussion des politischen Systems des Zionismus unabhängig von persönlichen Fragen und von Wahlrücksichten geführt werden können. Zwar hat der Kongreß auch früher schon sich in seiner Kritik nicht immer von dem Gedanken leiten lassen, daß der zu wählende Führer einer unerschütterten Autorität bedarf, aber bei Beschlüssen und Aktionen vermochte doch Weizmanns Veto einen Einfluß auszuüben, weil man einen Führer nicht zwingen kann, sich wählen zu lassen, wenn der Kongreß ihm Beschlüsse mitgibt, die der Kandidat als undurchführbar ablehnt. Von dieser Bremse wird der künftige Kongreß befreit sein. Dies sollte nach unserer Meinung jedoch keineswegs dazu führen, nun ungehemmt die Zügel schießen zu lassen, sondem der Kongreß sollte durch die Tatsache, daß kein Präsident die politischen Beratungen überwacht, veranlaßt werden, seine eigene Verantwortung um so schwerer zu empfänden und zu erkennet», daß durch unbesonnene Leidenschaft Schaden gestiftet werden kann, der später nicht so leicht gutzumachen ist. Mehr als irgendeiner seiner Vorgänger wird dieser Kongreß vor der Aufgabe einer grundsätzlichen Orientierung stehen. Daß einschneidende Aenderungen in der ökonomischen, finanziellen und administrativen Methode notwendig sind, wird kaum von irgendeiner Seite bestritten. Hier ist der Zwang der äußeren Tatsachen übermächtig. Weniger deutlich ist dies auf dem Gebiete der Politik und dessen, was wir zionistische Ideologie zu nennen pflegen, d. h. der Frage nach Sinn und Wesen des Zionismus, durch die alles andere äußere Tun erst Wert und Rechtfertigung erhält. Es läßt sich schwer beurteilen, ob die zionistische Welt für diese Aufgabe bereits genügend vorbereitet ist. Bisher fehlte es an dem ordnenden und sichtenden Geist, der aus dem gewaltiger» Erfahrungsmaterial der letzten zwölf Jahre die neue Form des Zionismus gestaltet hätte. Das zionistische Denken haftet vielfach noch an Vorstellungen, die bereits überholt sind. Wir haben aber keine Zeit, lange zu warten, wir müssen den Prozeß der zionistischen Wiedergeburt beschleunigen. Wird der XVII. Kongreß eine Etappe auf diesem Weg darstellen? Wenn wir, ohne an dieser Stelle in Wahlkämpfe und Wahlparolen einzu greifen, uns die Frage vorlegen, wie die zionistische Welt im großen ganzen sich den künftigen Kongreß vorstellt, so empfiehlt es sich vielleicht, von dein Programm einer großen und wichtigen zionistischen Landesorganisation auszugehen. Die amerikanischen Zionisten haben dankenswerterweise in einem relativ frühen Zeitpunkt ihre Vorschläge veröffentlicht. Das Programm verdient um so größere Beachtung, als es mit dem Anspruch auftritt, als Basis der Konzentration für den Kongreß zu dienen. Auch wird betont, daß die einzelnen Punkte keineswegs originell seit» wollen. Dies gilt wohl vor allem für diejenige Forderung, die im Mittelpunkt des amerikanischen Programms steht, nämlich einer stärkeren Berücksichtigung der privaten und geschäftlichen Initiative für Palästina. Das Fundament dieser erweiterten Tätigkeit soll ein besonderer, von der Exekutive unabhängiger Fachausschuß für wirtschaftliche Entwicklung sein. Der Gedanke selbst wird kaum auf Widerspruch stoßen, doch ist die von den Amerikanern überbetonte Bildung eines Ausschusses eine Zweckmäßigkeitsfrage, die unter technischen Gesichtspunkten entschieden werden muß. Ins Grundsätzliche greift das amerikanische Programm jedoch in seinen politischen Resolutionen hinüber. Die Resolution über das zionistische Ziel ist freilieh so unklar formuliert, daß eine Beurteilung nur möglieh ist durch den gleichzeitig veröffentlichten Leitartikel des offiziellen amerikanischen Organs, worin gesagt wird, diese Resolution wende sich gegen den ״Brith Schalo- I mismus“, der ״ein neues Ghetto in Palästina unter der 11111111111!1111111111ii1111111111iH11t11it1!t1111wnwtrc1111nmm11n11m11111mn1fflwn1mH1111111i1fflffl11111mfaDt1il1m1111ffim11!H«111N1!11111!11[111m

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