Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 37 (15.5.1931)
- Date
- 1931-05-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37, 15. V. 1931 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 231 Büdierschcivi Helmidt Mann, der kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte, Ist einer der freiesten Geister und bedeutendsten Schriftsteller des gegenwärtigen Deutschland. Er hat wie kein zweiter die bürgerliche Gesellschaft des kaiserlichen Deutschland durchschaut und mit feiner Ironie und großer Gestaltungskraft in mehreren Romanen geschildert. Auch dem jungen republikani* sehen Deutschland hat er in seinem Roman ״Die große Sach t“ ein Denkmal gesetzt Im Verlag Oustav Kiepenheuer, Potsdam, erschien soeben unter dem Titel ״Geist und Tat“ eine Darstellung großer französischer Dichter aus der Zeit 1780—1030 (M. 4,80). Heinrich Mann hat die feinen Wurzeln des französischen Geistes und der romanischen Kultur in tiefer Kongenlalität erfaßt und gibt hier ein Bild von Persönlichkeifen wie Stendhal, Victor Hugo, Flaubert, Anatole France 11. a. Im Mittelpunkt aber steht die Figur, aer sich Heinrich Mann vielleicht am meisten verwandt fühlt: Emile Zola. Der Essay über Zola, der umfangreichste des Buches, ist mehr Ortsgruppen Dinslaken. M ג Pp ]] e Hi deutschen ,Juden“. Der Redner zeigte, daß” die Zukunft der Juden nur dann gesichert sei, wenn sie in Palästina ein Zentrum schaffen, von dem aus die Judenheit der Welt immer wieder neue Impulse empfängt Dem Referat folgte eine Diskussion, die bewies, daß die Zuhörer den Ausführungen mit Verständnis gefolgt waren. Es ist zu hoffen, daß auch die Dinslakener Juden nunmehr dem Palästina-Aufbau eine erhöhte Anteilnahme entgegenbringen. Hlndenburg. Dienstag, den 14. April, sprach Herr Dr. Landauer, Berlin, in der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe über das Thema: ״Moskau, Rom, Jerusalem“. In längerer Rede entwickelte der Referent die praktischen Probleme des Zionlsmus, behandelte Insbesondere unser Verhältnis zu England und den Arabern. An den Gegensätzen Rom und Moskau wies er Bekenntnis zum Geist, der über Trägheit und Dunkelmännertum, über alle Vorurteile des Hergebrachten siegt, der sich namenlos entehrt und gedemütlgt fühlt durch die Gesellschaft, j * r*** * * Ä«M», A M «m JfM ,H Sk ktk äf A? ,M AM £* AS Lall. aL. _ _ _ . _ J . . . t fl # tigkeit beit des französischen Volkes und der ganzen Menschheit, in•׳ dem hier falscher und wahrer Nationalismus sich in erbittertem Kampfe gegenüberstehen, bis — zur Ehre Frankreichs — die Wahrheit siegt, für die Menschen wie Zola sich eingesetzt haben. Eines der größten Dramen der Geschichte des modernen Nationalismus spielt sich vor uns ab, und Heinrieh Mann hat mit unnachahmlicher Schärfe diese geistigen Vorgänge an der Figur Zolas beleuchtet. Daß aber dieser Kampt um Wahrheit und Gerechtigkeit gegen ״Staatsräson“ gerade um eine jüdische Sache entbrannte, ist trotz der unbedeutenden Person des Hauptmanns Dreyfus kein bloßer Zufall. Denn die Judenfrage bietet sich heute geradezu von selbst als eine Waffe jeder reaktionären Aktion dar. Die vollen Konsequenzen für das nun gleichfalls in die moderne Welt eingetretene Judentum sind noch nicht ausgedacht, aber ein Buch wie das vorliegende schöne Werk des großen Europäers Heinrich Mann, den wir zu seinem Jubiläum dankbar grüßen, gibt reichlich Anregung, auch hierüber nachzudenken. I. Frank Harris, Jahre der Reife. S. Fischer Verlag, Berlin 1930. 7 M. Frank Harris, der Freund und Biograph Oscar Wildes, sagt In diesem Buche von sich, er besitze ״keine einzige Charaktereigenschaft der Juden“, freilich auch als angefsächsischer Charakter will er nicht gewertet sein, betrachtet sich vielmehr ganz als ״Hellenen“. Daß Harris ganz unjüdisch ist, wird jeder jüdische Leser der zwei Bände seiner Autobiographie (der erste wurde hier bereits angezeigt) bestätigen, dennoch liest man diese manchmal erschütternd naiven Bekenntnisse eines heidnisch lebensbejahenden Optimismus mit all ihren Abwegigkeiten und Absonderlichkeiten mit gebanntem Interesse; nicht nur weil Harris ein guter Anekdotenerzähler ist. sondern weil ein Jahrzehnt englischer viktorianischer Geschichte hier in Kleinmalerei vor uns entsteht, mit vielen Ausblicken hinter die Kulissen des Geschehens, die auch dann noch bemerkenswert sind, wenn der Leser nicht immer ganz von der außerordentlichen Rolle überzeugt ist, die Harris geltet dabei gespielt haben will. Harris ist ein strenger Kritiker Englands, seiner Politik und Gesellschaft, und er sieht in dieser Beurteilung seinen Vorläufer in Heinrich Heine, den er auch als Dichter überaus hochschltzt Dies ist nicht die einzige Beziehung zu jüdischen Figuren in diesem ,Buch! zwar manchmal haut Harris daneben, z. B. wenn er Bebel einen ״kleinen Juden“ nennt, aber manche wirkliche Juden läßt er in dem Wirbel seiner alle Schichten umfassenden Konnexionen von einer tiefen Sachkenntnis des Redners zeugte, mit sichtliebem Interesse. — Dienstag, den 28. April, sprach Herr Dr. Heppner, Hamburg, über das Thema: ״Das Judentum und die umweit“. In historisch wissenschaftlicher Methode analysierte der Redner den Begriff ״Judenfrage“ durch eine Skizzierang der Epochen, in denen das Judentum mit der Umwelt zusammenstieß und zeichnete das in allen Phasen unserer Geschichte gleiche Bild der Reaktion der Umwelt auf die jüdische Geschichte. Der Vortrag, der sich durch seine Oedankentiefe und leidenschaftslose wissenschaftliche Darstellung auszeichnete, gab Anlaß zur Diskussion und zu Fragen, mit denen sich der Redner im Schlußwort auseinandersetzte. Beide Aus den Gemeinden Duisburg. Bei der diesjährigen Etatsberatung wurden wiederum der Keren Hajessod, der Keren Kajemeth Lejisrael, der Hechaluz sowie die hebräische Sprachschule subventioniert. Ms Halieulsclie Geineindegesetz Anläßlich der Promulgierung des neuen jüdischen Gemdndegesetzes in Italien erschien eine Deputation von Vertretem der italienischen Judenheit, bestehend aus dem OberrabWner von Rom, Prof. Angelo Sacerdoti, dem Regierungskommissar des neuen Verbandes der jüdischen Gemefnden Italiens, Feiice Ravenna, dem ehemaligen Präsldenten der Jüdischen Gemeinde Rom, Advokat Angelo SerenI, dem Sekretär der Zionistischen Föderation Italiens, Dr. Umberto Nahon und anderen Herren beim König von Italien und bei Mussolini und überreichte ihnen eine von dem italienisch-jüdischen Bildhauer Arigo Mlnervi entworfene goldene Medaille. Abends fand im großen Saal des jüdischen Gemeindehauses zu Rom ein feierlicher Empfang statt. Namens des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens sprach Reinteresse von Harris als jüdische Tugenden gelobt werden. Vielleicht wird man bei diesem Buch manchmal lächeln, aber niemand wird bedauern, es gelesen zu haben. t. Chinnuch Schel Geulla (Deutsch: Lichtwärts, ein Buch erlösender Erziehung), von Werner Zimraermann, übertragen von N. Z. Vierziger, Berlin 1930. Das Erscheinen eines hebräischen Buches zu dieser Zeit in Berlin, zumal noch einer Uebertragung aus dem Deutschen, könnte etwas sonderbar anmuten, wenn man nicht die Entstehungsursache dafür weiß. Die hebräische Bearbeitung ist entstanden aus dem Gefühl der Begeisterung eines Lesers für die Ideen des Werkes, das Eltern und Lehrern Wege zum Aufbau einer neuen Erziehung zeigt, und das durch seine unbedingte Ehrlichkeit und tief empfundene Wärme schon weitgehende Atterkennung gefunden hat. Die Uebertragung zeichnet sich durch den gelungenen hebräischen Stil aus, der nichts von der Wärme und Eindringlichkeit des Originals vermissen läßt, und der an manchen Stellen an die Schreibart der althebräischen Erbauungsliteratur erinnert. Die Uebersetzung und Herausgabe des Buches, das durch eigene Kraft eines Einzelnen dem hebräisch lesenden Publikum zugänglich gemacht wurde, wird in dem um die moderne Erziehung ringenden Palästina sicherlich Anklang finden. Hervorzuheben ist noch die schöne Ausstattung und der wohlfeile Preis des Buches (in Leinen geh. 2 M.). Dr. L. H a I p e r n. ״Corona“. Das fünfte Heft dieser erlesenen Zweimonats- Schrift (Verlag der Bremer Presse, München) enthält Beiträge von Paul Val6ry, Thomton Wilder, Lytton Strachey, Hermann Hesse, Rud. Alex. Schröder, Selma Lager- 15 f, Hugo von Hof mannsthal. Hinweis auf Frans Kafka Der Nachlaß Franz Kafkas wird nun durch eine großangelegte Veröffentlichung zugänglich gemacht, und die beiden Bände, die zahlreiche ungedruckte Erzählungen, Skizzen, einen Zyklus von Aphorismen, Proben der Bücher und Tagebücher( sowie biographisches Material enthalten werden, sollen bei etlicher Resonanz den Auftakt zu einer Gesamtausgabe bilden, die sämtliche Werke Kafkas sammelt und mit Ergänzungen aus dem Nachlaß, sowie aus den vergriffenen Drucke!» versieht. Immer deutlicher wird in Deutschland wie in England und Frankreich die säkulare Bedeutung Kafkas erkannt Haben die aus dem Nachlaß edierten drei Romane in Kafka, den man vorher als einen Sprachmeister und Meister der kleinen Form bewunderte den nur mit den Größten vergleichbaren Roman- Hers, den unerbittlichen Gestalter und Deuter der Zeit sehen lassen, so steht die weitere Ueberraschung bevor, daß die persönlichen Dokumente des Nachlasses den streng und Vorbildlieh kämpfenden Menschen in der ganzen Tiefe seines reli- Riösen Bewußtseins aufzeigen. Es sei daher auf die in Vorbercitung befindliche Gesamtausgabe als auf eine geistige Tat von ungewöhnlichen Dimensionen hingewiesen. Ihre Wientigkeit gerade jetzt, in den Tagen der Verwirrung, die den Blick vom wesentlichen abzulenken geeignet sind* ist allen klar, an die sich Kafkas Wort richtet Martin Buber, Andri Gide, Hermann Hesse, Heinrich Mann, Thomas Mann, Franz Werfet Reise - Abonnement Erfahrungsgemäß häufen sich alljährlich zur Reisezeit die Beschwerden der Bezieher über das Ausbleiben der Zeitungen oder den verspäteten Eingang der ersten Nummern am neuen Bestimmungsort. Dio Unzuträgiichkeiten sind größtenteils darauf zurückzuführen, daß die Bezieher die Ueberweisung der Zeitungen bei ihrer Zustellpostanstalt nicht oder nicht rechtzeitig beantragen sowie andererseits sich in Unkenntnis der Bestimmungen an den Verlag unmittelbar wenden. — Zum rechtzeitigen Empfang der Zeitungen am neuen Aufentbaltsort ist die Ueberweisung derselben mindestens 2 Tage vor der Abreise mündlich oder am besten schriftlich bei der Zustellpostanstalt, die die Zeitung zuletzt ausgehändigt hat, zu beantragen. Es ist nicht angängig, in dem üeberweisungsantrag einen Zeitpunkt anzugeben, bis zu dem dis Ueberweisung erfolgen soll. Für jede Weiter- oder Rücküberweisung an die Heimatadresse ist vielmehr ein neuer Antrag bei der gerade zuständigen Zustellpostanstalt erforderlich. Durch Beachtung dieser Bestimmungen wird die pünktliche Lieferung der Zeitungen am Reiseziel gewährleistet und damit den Beziehern Aerger und Verdruß erspart. Expedition Jüdische Rundschau. Am an der Spitze der jüdischen Gemeinde Rom stand. Die Ver- Sammlung brachte ihm lebhafte Ovationen dar. Es sprachen noch der Vorsitzende der Rcgierungskommission. Senator Be ri o sowie der Oberrabbiner von Rom, Prof. Angelo Sacerdoti. Dann wurden die zahlreichen Begrüßungs* telegramme verlesen, die von allen größeren jüdischen Oemeinden Italiens, vom Chief Rabbi von England Dr. Hertz, vom Grand Rabbin von Frankreich, Sylvain Levi, von Dr. Chalra Weizmann, von Nahum S okolo w u. v. a. eingelangt waren. Vermischtes Beth-Am. In den neuen sonnigen Räumen des Beth-Am Iwri, Kurfürstendamm 61, hpt, ist der streng rituelle Mittagstisch bereits eröffnet. Für Mitglieder des Beth-Am kostet das Mittagessen 1 M., für Nichtmitglieder 1.10 M. Für Bedienung wird nichts erhoben. Reiche Auswahl. Besonderen Wünschen wird Rechnung getragen. Schule der jüdischen Jugend. Der für Montag, den 18. Mai, angesetrfe Vortrag von Dr. Alfred Döblin muß ausfallen, da Herr Dr. Döblin verhindert ist, den Vortrag zu halten. Der Hebräische Jugendrat veranstaltet am Sonnabend, dem 16. Mai, 10!/» Uhr abends, auf dem Jugendgelände Brieselang eine Nachtfeier unter der Beteiligung der Chöre der Brftn Haolim und BritH Trampeldor, des Hebräischen Studio der Zophlm und Kadimah, sowie Herrn Tschertok (Geige) und des Mitglieds der Volksbühne Schklarsch (Rezitation). Die Ansprache hält Nachum Lewin. Die offizielle Feier ist um 24 Uhr zu Ende. Die Benutzung der Jugendgelinde kostet pro Person 10 Pf. Es wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Die jüdische Jugend Berlins ist herzlichst eingeladen. — Abfahrt ab Lehrter Bahnhof: 20.33 Uhr oder 21.32 Uhr; Rückfahrt: 036 Uhr. Vorträge fanden auch bei den anwesenden Gegnern lebhaftes Interesse und Beifall. Da die Diskussion über das Referat von Herrn Dr, Heppner über den Ortsgruppenabend hinaus im privaten Kreise fortgeführt wurde, hatte sieh Herr Rabbiner Dr. Victor bereit erklärt, Dienstag, den 12. Mai, in einem Vortrage: ״Wir und unsere Umwelt“ die Gedanken des Herrn Dr. Heppner weiterzuführen. Koblenz. Am 10. Mai fand hier eine Zusammenkunft von Zionisten aus Koblenz, Andernach, Neuwied und Mayen statt. Nach Aussprache über die allgemeine und örtliche Situation beschlossen die Versammelten, sich zu einer Gruppe zusammenzuschließen, die die Zionisten aus Koblenz und der weiteren Umgebung umfassen soll. Die nächste Zusammenkunft Ist für die zweite Juniwoche in Aussicht genommen. Zionisten an Orten der weiteren Umgebung (Mittelrhein, untere Mosel und Lahn, Westerwald) werden gebeten, ihre Anschriften Herrn R.-A. Dr. Steinhardt, Neuwied, oder Frau Bermann, Koblenz, Schloßstr. 33, mltzutellen. Worms. Auch wir in Worms haben nun endlich einmal das Glück gehabt, aus berufenem Munde über die schwebenden und dringenden Aufgaben des Palästina-Aufbaus etwas zu vernehmen. Vor dicht besetztem Hause sprach Herr Rabbiner Dr. Grünewald (Mannheim) nüchtern und eindringlich, sachlich und doch warm über die Lage des Weltjudentums. Aus der schwierigen Situation kann uns nach seiner Meinung nur die Schaffung eines jüdischen Zentrums in Palästina retten; wie dieses Zentrum dort entsteht, was dort geleistet worden ist und in Zukunft zu schaffen ist, erzählte mit außerordentlicher Wärme Frau Dr. Klompus (Reval). Beide Redner schlugen die zahlreiche Hörerschaft in ihren Bann und Herr Rabbiner Dr. H o I z e r schloß den erfolgreichen Abend mit einem Appell an die Gemeinde, dem Keren Hajessod nicht nur ideell, sondern auch materiell weitgehendste Unterstützung angedeihen zu lassen. — Die in den nächsten Tagen durch Frau Dr. Klompus und Frau Ettlinger bei den Gemeindemitgliedern durchgeführte Aktion hatte dann auch einen vollen Erfolg. Essen. Die Liga für das arbeitende Palästina veranstaltet am 20. Mai, um 20 Uhr, in der Aula des Burggymnasiums, Essen, Burgplatz, einen Lütgenau - Gedächtnis- Abend. Der Zweck dieser Veranstaltung ist, des verblichenen sozialistischen Kämpfers zu gedenken und dem Freund des arbeitenden Palästinas ein dauerndes Denkmal durch Schaffung einer ״Franz-Lütgenau-Bibliothek“ in einer jüdischen Arbeiter- Siedlung in Palästina zu errichten. Es werden sprechen: Reichstagsabgeordneter Heinrich Limbert z-Essen: Lütgenau, der Kampfer; Dr. Lothar Schücking- Dortmund: Der Mensch Lütgenau; Menachem Cohen-Essen: Lütgenau, der Freund des arbeitenden Palästinas. Da der Verstorbene sich Jahrzehnte dem Aufbau Palästinas mit großem Eifer gewidmet hat, und trotz seines hohen Alters mehrfach für unsere Sache propagandistlsch gewirkt hat, ist es unsere Pflicht, mit Dankbarkeit anzuerkennen, was dieser sozialistische Kämpfer für uns getan hat. Es wäre deswegen zu wünschen, daß alle Freunde des arbeitenden Palästinas an dieser Feier teilnehmen. des Verbandes jüdischer Studentenvereine in Deutschland e. V. statt, an der Vertreter sämtlicher ihm angeschlossener Vereine ira Reiche teilnehraen werden. Die Tagung wird sich unter anderem mH• der Lage der jüdischen Studentenschaft in und außerhalb Deutschlands befassen. Die Eröffnungssitzung findet Sonnabend, den 30. Mai, 8 Uhr abends, im Klub ״Acnduth“, Kurfürstendamm 50, statt. Die Volksbank Iwrfa, e. G. m.b. H., Berlin, ist aus der Französischen Str. 8 in die Rosenthaler Str. 55 in vergrößerte Räume umgezogen. Entsprechend dem vergrößerten Geschäftsverkehr der Bank und der Notwendigkeit, ihre Kundschaft besser zu Dm Attentat auf Prof. Günther in Jena, welches von einem offenbar unzurechnungsfähigen, 18jährigen, aus Oesterreich zu- § «reisten jungen Mann verübt wurde, gab, bevor der Name es Täters von der Polizei der Oeffentücnkeit bekanntgegeben wurde, der Nazi-Presse Anlaß zu einem wilden Ausbruch ihres Judenhasses. Der Attentäter scheint in keiner Weise zu Juden Beziehungen zu haben. keit zurück und hat sich in diesen Jahren aus kleinsten Anfingen zu einem ernsten Institut entwickelt. Die Umsätze der Bank, die im Jahre 1930 42 Millionen betragen, sind stetig gewachsen, ebenso das Eigenkapital und die Einlagen. Wir heben in diesem Zusammenhang hervor, daß die Iwria besonders den Geschäftsverkehr mit Palästina pflegt und für Ueberweisungen von Geld nach Palästina die schnellste und bequemste Gelegenheit bietet. Sportverein Bar Kochba, e. V., Dresden. Wir veranstalten Sonnabend, den 16. d. M., abends 8/49 Uhr, Ira Sitzungssaal des Stadt-Caf^s, am Postplatz, einen Werbeabend, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag von Hans Friedenthal, Berlin (Präsidialmitgüed des Deutschen Kreises im Makkabl-Weltverband), über ״Sinn und Ziel der Makkabi-Bewegung“ steht. Frankfurt a. M. (Jungzionistische Arbeitsgemeinschaft.) Jeden Sonnabend, abends 9 Uhr, findet Im Heim der jüdischen Jugend, Eschersheimer Landstr. 65/11, ein Ausspracheabend statt. Die Diskussionen dienen der Vertiefung der zionistischen und jüdischen Bildung durch gemeinsame Arbeit Im Verein der organisierten und nichtorganisierten zionistischen Jugend von Frankfurt a. M. Im Monat Mai werden sprechen: 16. 5.: Hanna Loew eh stein über: ״Jüdische Schul- und Erziehungsfragen in Deutschland“. — 30. 5.: Jakob Herzberg über: ״Die Juden im parteipolitischen Leben Deutsch- Iands“. Mainz. (Zeire Misrachi.) Die zionistische Jugend trifft sich jeweils Mittwoch Abend, 21 Uhr, im neuen Zeire-Misrachi- Heim, Mainz, Zanggasse 21. ״Der jüdische Angestellte“. Aus Frankfurt a. M. wird uns berichtet: Es war ein interessanter Versuch, der vor kurzem von der Schule der jüdischen Jugend in Frankfurt a. M. gemacht wurde, das Problem der besonderen Lage der jüdischen Angestellten in Deutschland in Form einer öffentlichen Gerichts- Verhandlung zu klären. Das Interesse an diesem Plane war in allen Kreisen, besonders natürlich bei der Jugend und den Angestellten selbst, außerordentlich stark. Die Fragestellung der Verhandlung war die, daß ein Arbeitgeber den jüdischen Angestellten bestimmte negative Eigenschaften vorgeworfen und vor ihrer Anstellung gewarnt hatte. Die vor einem fiktiven Arbeitsgericht staitfindende Verhandlung sollte nun die Ent* kräftung dieser Behauptungen durch die Angestelltenvertreter bzw. Ihren Nachweis von seiten des Arbeitgebers bringen. Gerichtshof, Parteivertreter und Sachverständige traten von dieser Basis aus in eine grundsätzliche Erörterung des Problems ein, das zugleich als Beitrag zur Wirtschaftslage der deutschen Juden überhaupt gewertet wurde. Es gelang den Mitwirkenden in vorzüglicher weise, die Probleme in zum Teil sehr lebhafter Auseinandersetzung zu klären und auf diese Weise das Publikum ins rechte Bild über die wirtschaftliche und gesellschaftliehe Lage dieses Teiles des deutschen Judentums zu setzen. Die Veranstaltung, an der neben einer Reihe von Zionisten auch ehe Anzahl andersgerichteter Mitwirkender teilnahmen, war jeienfalls geeignet, wissen über Zusammenhänge zu verbreiten, die auch vom zionistischen Standpunkt aus von erheblickcc Bedeutung sind.