Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 35 (8.5.1931)
- Date
- 1931-05-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 216 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.».V. \m hört ein Teil der Pflanzungen dem christlich syrischen ,Waisenhause, Außer diesem vorerwähnten Reisefreund gehörte auf dein Schiff zu meinem Kreise noch ein deutscher jüdischer Oroßkauftrann, der geschäftlich in Arabien zu tun hatte. Er war von den Erzählungen des Rechobother Freunde» so begeistert, daß ich mich nicht wundern würde, ihn bei meiner nächsten Reise als Orangenplantagenbesitzer begrüßen zu können. Im Mittelpunkt unserer Gespräche stand die Re*tabilitätsfrage. Was mir hier erzählt wurde, habe ich später durch genauere Nachprüfung immer wieder bestätigt gefunden: Eine heute neu angelegte Orangenplantage rentiert sicher mit mindestens 10 0ja. Diese Berechnung habe ich auch buchmäßig nachprüfen können auf der von Dr. Brünn bei Chedera, nahe Haifa, angelegten Jaffa Plantations A.-O. Dr. Brünn ist ein alter Landeskenner, der früher als Arzt in Chedera praktiziert hat, bevor er sich der Landwirtschaft widmete. Die Plantage ist mit einem Aktienkapital von 1 Million Mark geschaffen worden. Das Geld ist erst allmählich eingezahlt worden, da die Anlage natürlich nicht im Handumdrehen erfolgen kann. Es ist dabei zu bedenken, daß Orangen nur auf durchlässigem Boden mit künstlicher Bewässerung ge־ deihen. Man rechnet bei den Anlagekosten nur 10 0/0 auf den Landerwerb und 90 0/0 auf Bewässerungsanlage und Pflanzung. Im fünften Jahre beginnt die Orange zu tra• gen, im achten beginnen die Vollernten. Die Anlage ist derart gedacht, daß jeder Inhaber von 20 000 M. Aktien das Recht hat, vom fünften Jahre ab, seine Parzelle ab־ zutrennen und selbst zu bewirtschaften. Da Mißernten bei dem palästinensischen Klima nahezu ausgeschlossen sind, ist die Rentabilität leicht zu errechnen. Der preußische Morgen tragendes Orangenland kostet rund 6000 M. Er־ trag je Morgen 300,Kisten, die mit mindestens 5 M. be• zahlt werden (letzte Notierung sogar 6 M.). Die Boden- Bearbeitung einschließlich Steuern usw. kostet je Morgen 500 M., es bleibt also ein Reinertrag von 1000 M. je Mor* gen. Es drängt sich die Frage auf, warum das Großkapital sich dann nicht auf diese Kultur wirft. Die Antwort, die mir gegeben wurde, lautete immer wieder: weil ihm die politische Lage nicht sicher genug dünkt. Aber ich will nicht ins politische Gebiet abschweifen, das an dieser Stelle ausgiebig behandelt worden ist. Ein anderes seit fünf Jahren geschaffenes Wunder* werk ist die Gemüsekultur in Ramat öan nahe von Tel-Awiw. Die Siedlung ist auf Keren Kajemeth׳Boden mit Keren Hajessod ־ Mitteln geschaffen worden. Ich kannte die Gegend als totes Sanddünenland, Heute ist das Land terrassiert und mit Wasserleitung versehen. Man baut Gemüse teils im Freiland, teils unter Olas. Das Er* zeugte nimmt der nahe Markt von Tel-Awiw glatt auf. ‘;Man ,;v^iChMg "tiilfi Häff tiöiefleißJ|e ׳Familie von׳ zwei Morgen Land leben könne. Wenn id¥ diesen Optimismus auch nicht ganz teile, so ist doch zu bedenken, daß es sich hier um eine Siedlung handelt, die besonders für solche Leute paßt, die in Tel-Awiw anderweitige Arbeit haben. Diese Kombination von städtischer und ländlicher Arbeit dürfte wohl überhaupt die Lösung vieler sozialer Schwierigkeiten sein, besonders in Zeiten schwankender Konjunkturen. Auf dem westlichen Emek hat die Wirtschaftskrise der letzten Jahre besonders schwer gelastet. Man mußte dort den ausgesogenen Boden erst durch Getreidebau allmäh־ lieh in Kraft bringen. In diesen Uebergangszustand fiel dann die Weltgetreidekrise und die Wirtschaftskrise der ganzen übrigen Geschäftswelt. Man hatte den Aufbau dieser Emeksiedlungen auf ein bestimmtes in etwa vier Jahresraten fließendes Zuschußkapital berechnet. Da die ausländischen Gelder aber spärlicher flössen als anfangs berechnet, mußten die Siedler ihre Pläne vollkommen über den Haufen werfen. Das aber war mir vielleicht das Ein* drucksvollste: gerade diese Stiefkindssiedler haben die ■Köpfe am wenigsten hängen lassen. Sie haben die Umsteh lung auf Geflügelzucht vorbildlich ausgeführt und sind jetzt dabei, sich auch auf Obstbau umzustellen. Im östlichen Emek hat der Bananenbau unge״ heure Fortschritte gemacht. Die Qualität kann mit der kanarischen durchaus wetteifern. Die Schwierigkeit des Exportes, der bekanntlich besondere Transporfdatnpfer erfordert, ist nicht vorhanden, weil das Land selbst und die nördlichen Nachbarländer die Erzeugung glatt aufnehmen. Dicht unterhalb dieses Bananenlandes liegt das gewal* tige neue Ruthenberg-Kraftwerk, das aus dem Jordan- und Jarmukwasser demnächst 34 000 PS elektrische Kraft Ile* fern wird. Daß das die landwirtschaftliche Arbeit gewaltig fördern wird, ist selbstverständlich. Nicht so auf den ersten Blick erkennbar, wenigstens für den flüchtigen Beschauer, ist der geistige Wert dieser technischen Großtat. Mein besonderes Interesse gehörte der soziologischen Seite dieser jüdischen Siedlungen. Man darf nicht ver* gessen, daß diese Pflugführer und Kuhmelkerinnen durch* weg gebildete und geistig ungemein rege Menschen sind. Heute wohnen sie teilweise noch in Zelten oder Baracken und nehmen ihre geistige abendliche Nahrung bei Kerzen* licht zu sich. Ich glaube, die wissensdurstigen Minen werden noch einmal so hell leuchten, wenn der Lichtstrom die Räume durchflutet. Im Bergland habe ich nur die Siedlung Kirjat Anawim gesehen, die vor 5 Jahren noch ziemlich im Anfang des Ausbaus stand. Heute tragen Hänge, die für Ackerbau nicht brauchbar sind, üppigen Baumbestand und die Baracken haben massiven Stallungen und Wohnhäusern Platz gemacht Doch dieses schöne Stück Bergland ist räumlich verschwindend neben dem Lande, das heute noch ganz oder halb wüst und ertraglos ist Wo gar kein Humus mehr vorhanden ist, wird man nichts daran ändern können. Vielfach schreit das Land gerade nach Terrassie* rung, und auch die englische Regierung hat im Anschonen des Berglandes Beachtliches geleistet. Die Juden haben in kluger Erkenntnis, daß es sich hier um eine Melioration auf weite Sicht handelt, durch die Baum* spende einen Weg der allmählichen Finanzierung beschritten. Man darf nicht vergessen, daß Bewaldung der beste Klimaregulator ist. Der hochverdienstliche Leiter der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt und Dozent an der Universität Jerusalem Professor War bürg hat gerade der Neuaufforstung des Berglandes seine beson* dere Sorge angedeihen lassen. Daß er auch der Hauptförderer der Grapefruit*Plantagen ist, die fast noch höhere Rente bringen als die Orangen, erwähne ich nur nebenbei. Daß auch Nichtjuden in der Aufforstung des Berg- Iandes Tüchtiges leisten, möge eine kleine Geschichte zeigen. Ein katholischer Pater wurde von Jerusalem in einen einsamen Bergort versetzt. Zur Unterhaltung fing er an, in der Umgegend Bäume zu pflanzen, was um so schwieriger war, als kein Wasser zur Pflege der jungen Bäumchen vorhanden was. Die Araber der Nachbarschaft sagten, der Pater sei verrückt geworden, er pflanze Bäume, die keine Früchte tragen. Als sie in den folgenden Jahren das Wäldchen höher und höher wachsen sahen, wurden sie doch besinnlich, und denken an Nachahmung, allein des Brennholzes wegen, das in dem hochgelegenen Lande im Winter sehr begehrt ist. Alle landwirtschaftliche Technik kommt aber nicht zur vollen Nutzung, wenn die Seele des Arbeiters nicht mitschwingt. In der Industrie kann am laufenden Band auch der seelenlose Mensch Massenwaren liefern, der Landwirt muß seine Tiere und Pflanzen lieben, auch wenn das freibende Band der Erzeugung einmal stillsteht. Auf meiner vorigen Reise hatte ich in Petach Tikwah den Leiter der Pardes-PIantage, Herrn Pascal, kennengelernt. Er Ist als Kind vor 50 Jahren mit seinen Eltern aus Rumänien nach Palästina gekommen und hat die harte Aufbauarbeit erlebt, als die Juden noch die Leiter waren, die schweren Arbeiten aber von Arabern geleistet wurden. Diese Altsiedler sahen es anfangs nicht gerne, daß die mittellosen neu eingewanderten Juden nun zur Einarbei* tung bei Ihnen Lohnarbeit suchten, trotzdem die Araber geringeren Lohn forderten. Ueber diese Frage hatte es, wie ich aus der Presse wußte, heiße soziale Kämpfe gegeben, bei denen auch Polizei eingegriffen hatte. Bei meinem erneuten Besuche war ich danach bei Herrn Pascal auf Ablehnung der Neueinwanderung gefaßt Es entspann sich zwischen uns dann folgendes Gespräch: ״Beschäftigen Sie jetzt wieder Juden?“ ״Selbstverständlich.“ ,1’::ii־-]Pd:1nfiiei'doeh';#ö״:;an':j<Klen «ehr Lohn zahlen als an Araber/*' ״Das macht nichts, dafür arbeiten die Juden aber auch um so besser. Ein Jude braucht niemals Aufsicht Wenn ein Jude aus Versehen einmal bei der Arbeit einen Baum beschädigt, reißt er sich das Hemd vom Leibe, um ihn zu verbinden. Der Araber hofft, daß der Herr es nicht bemerken werde.** Herr Pascal ist auch wissenschaftlicher Fachmann von hohem Rang. Er hat die Bekämpfung der Gomose durch Kopulierung eingoführt, die jetzt in allen Orangenländern gebräuchlich ist Er hat mir ein Bedenken, das mich plagte, genommen. Was würde geschehen, wenn der räumlich nicht allzu weite Orangenboden nach Jahrzehnten orangenmüde wird? Diese Frage soll in den hundert Jahren des Anbaus der Jaffaorange noch niemals brennend geworden sein. Sollte sie es aber einmal werden, so brauche man nur die Unterlage bei der Neubepflanzung ändern, wie es heute schon bei Nachpflanzungen üblich ist. Auf süße Limonenunterlage lasse man bittere Orangenunterlage folgen, dann wird der Boden wieder frisch tragfähig sein. Ich möchte diese Betrachtung mit einem Ausdruck der Hochachtung für meine jüdischen Freunde schließen. Daß die Juden nicht nur tüchtige, sondern auch überaus zähe Menschen sind, die sich durch zeitweilige Mißerfolge nicht entmutigen lassen, habe ich immer gewußt. Was in den letzten fünf Jahren in Palästina geleistet worden ist, hat alle meine Erwartungen übertroffen. Darum zum Schluß ein herzliches Glückauf zum nächsten Fünfjahreswerk. Dia wahian zum Miiuieaiataniieagrao Bekanntmachung Nr. 9. Wahlberechtigt sind: Schekelzabler, auch wenn sic den Sehekel rechtzeitig, d. h. vor dem 14. Mal entrichtet haben, nur dann, wenn die Ortsschekelkommliakmen die •ingegangenen Schekelgelder unter Rücksendung der Scnekelbtocki spätestens bis Freitag, den 18. Mal, an die Lande»■ schekelkommlssfon ln Berlin abgeführt haben. Nicht wahlberechtigt alndt 1. Schekelzabler, die den Schekel nach dem 14. Mal entrichten, 2. Inhaber von Schekelquittungen, die nicht bis tum 15. Mai mit der Landesschekelkommission abgersch* net wurden, 3. Inhaber von Quittungfen aus Schekelblocks, die nicht rechtzeitig an die Landesschekelkommission retournlert wurden. MaoiMwaftikoniinlssifNi für Dßutsoninfl Lanflesscnsheikommission für Deutschland BSSSSBSSBBBSSiBBBSB Der Ddegiertentag des deutschen Misrachi Von Lazarus Barth,Berlin. Dem Delegiertentag. des deutschen Misrachi, der am vorigen Sonntag unter Anwesenheit von 38 Delegierten stattfand, kommt eine grundsätzliche Bedeutung zu. In Fragen, die wesentlich sind nicht nur für den Misrachi und die Zionistische Organisation, sondern auch für die Reinheit des politischen Kampfes, wurden Entscheidungen gefällt. Nicht mit Zufalls-Majorjtät, sondern in den sachlichen Punkten ohne Widerspruch. Nicht improvisiert, sondern nach langer Vorbereitung der Öffentlichen Meinung, nach gründlichen Aussprachen auf Konferenzen und in der Presse. Jeder d«r Delegierten kannte vorher den Fragenkomplex, um den es sieh handelte. Die Reterate — eines von Alexander Adler über ״Die Lage im Misrachi und unsere Forderungen an die Weidah-Olamith“, eines von Lazarus Barth über ״Die Situation dla Misrachi beim Kongreß״ — gaben nur nochmals eine zusammenhängende Dar- Stellung des Materials. Die Leitsätze der Landeizentrale, die die Konferenz bestätigte, stellen ln Ihren grundsätzlichen ersten beiden Absätzen folgendes fest: Die Hauptaufgaben des Misrachi und aeinea Merkas liegen auf religiösem und geistigem Gebiet. Die Beeinflussung des palästinensischen Jischuw, des Zionisten- Kongresses und der zionistischen Bewegung nach dieser Riehtung muß in den Vordergrund treten gegenüber der Beschaftigung mit allgemeiner zionistischer Politik. Ein Grundübel der gegenwärtigen zionistischen Arbeit ist die lieberbewertung der politischen Frage. Es Ist Aufgabe des Misrachi demgegenüber dem Primat der kulturellen Arbeit und praktischen Aufbauarbeit, vor allem durch »eine eigene Ein- Stellung und Tätigkeit, wieder zum Siege zu verhelfen. ln der Golah ist eine starke religiös-nationale Propaganda durchzuiühren mit dem Ziel, direkte Leistungen für Erez- Israel hervorzurufen• Geistige Beeinflussung der Golah nach dieser Richtung Ist von Erez-Israel aus zu unternehmen. Die Land:mannschaften haben in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten diese Aufgabe zu stellen. Die Führer der Landesorgan isationen müssen das Uebergewicht der direkten Erez-Israelarbeit über Landes- und KehlHah-Politlk anerkennen und die Arbeiten danach einrichten. Hiermit ist die Grundein Stellung des Mis rachi als eine religiös-nationale Bewegung festgestellt. Eine solche Organisation kann alle diejenigen um sich sammeln, die von dem Willen erfüllt sind, die alte Tendenz des Misrachi zur Auswirkung zu bringen: Erez-Israel aufzubauen auf dem Boden der Thora und der Ueberüeferung. Bisher gab es immer noch religiöse Zionisten, die außerhalb unserer Reihen standen, well der praktischen Arbeit der Föderation politische Ziele untergeiegt wurden, die sie nicht als die ihren anerkannten. Der deutsche Misrachi will aber den Kampf um das Endziel des Misrachi in reinere Höhen erheben. Er will ihn nicht belastet sehen mit einem Zwang in Fragen der Politik und der Wirtschaft Er will Jedem die Freiheit lassen in diesen Fragen, die nichts zu tun haben mit den ideeller» Grundlagen des Misrachi, für seine Entscheidung frei und unbehindert von Mehrheit»• Verhältnissen innerhalb der Fraktion zu stimmen. Deshalb ver• langt der Delegiertentag (nicht amt. der gegenwärtigen Kris? heraus, sondern In Wiederholung einer Forderen!, dte auf allen Tagungen seit dem Krieg erhoben worden sind). - Die Weltorganisation verzichtet auf den Grund• Satz des Fraktionszwanges in allen religiöse Fragen nicht direkt betreffenden Angelegenheiten, lnsbesondere soll Fraktionszwang ln Fragen zionistischer Politik nicht angewandt werden. Sicherlich kann, wenn die Misrachi-Konferenz diesen Be• Schluß annimmt, nicht wie bisher eine Abstimmung erfolgen, bei der der Misrachi einheitlich seine Hand erhebt und es soll nicht verkannt werden, daß dadurch das Amt des Führers der Fraktion erschwert wird. Wer aber -- wie wir — erkannt hat, daß die ״Ueberbewertung der politischen Frage“ ein Grundübel unserer bisherigen Taktik gewesen Ist, wer den von den zio• instischen Verbänden erwählten Delegierten auf dem Kongreß die Freiheit geben will, in politischen und wirtschaftlichen Fragen Ihre eigenen Anschauungen zu vertreten anstatt sich von einem Parteimechanismus regieren zu lassen, der wird die Bedeutung der Berliner Beschlüsse richtig einschätzen. Wollen wir den palästinensischen Jischuw und die zionistische Bewegung in religiösem und geistigem Sinn beeinflussen, sehen wir hier• in di« Hauptaufgabe unserer religiös-kulturellen Bewegung, so dürfen wir nicht darauf verzichten, alle wertvollen Kräfte, die in unserem Sinne wirksam sind, an uns zu riehen, gleichgültig, welchen Standpunkt sie zu politischen Tagesfragen einnehmer. Auch bei anderen Gruppen auf den zionistischen Kongressen begegnen wir diesem Fraktionszwang auf Gebieten, die der freien Entschließung des Einzelnen überlassen bleiben sollten, Wir glauben, daß, wenn der Misrachi ein B e i s p i e 1 gibt, auch auf anderen Seiten erkannt werden wird, daß es eine Bereiche• rung unseres parlamentarischen Wesens auf dem Kongreß und im A.-C bedeuten wird, wenn Menschen, die zu den Problemen der Bewegung etwas zu sagen haben, ihre Anschauungen nicht einem fremden Zwang unterwerfen müssen. Innerhalb des Misrachi gab es immer verschiedene Strfl• mungen, verschiedenartige Einstellung zu den politischen, \־irtschafllichen und sozialen Gebieten zionistischer Tätigkeit. Der Misrachi, und besonders seine deutsche Landsmannschaft, war immer stolz darauf, eine Gruppe von Poailm unter der Fahne des Misrachi kämpfen zu sehen, die in Erez-Israel neue Le• bensformen für eich schaffen und ihren Orundsatz von Thora ucc Awodah zu verwirklichen suchen, eine neue :ynthe>e schaffend, die nur auf dem Boden von Erez-Israel zu ■erwirk■ liehen ist. Die Leitsätze der Berliner Tagung haben dies auis neue erkannt, indem sie aussprechen: Die praktischen und Ideologischen Bestrebungen d« Hnpoel Haml» rachi werden ■1• wesentlicher Faktcr zur Durchdringung des Pallstina-Aufbaus mit dem Gesetz der Thor■ anerkannt* Die Weltorganisation und der Merk« haben der Brlth Olentith schal Zaire, Hechaluz, Wehapo« Jfsunisrachi In der Durchführung Ihrer Aufgaben jede mögliehe Förderung angedeihen zu lassen. Hiermit ist keine Festlegung des Misrachi ruf eine bestimmte soziale Auffassung erfolgt, wob! *h«r ««gesprochen, daß auch unserer Arbeiterschaft I» Rahmen unseres Programms Freiheit vor Bevormundung seitens der GestmtorganLrilon g«׳ lassen werden muß. Es kann keinem Zweifel unterliegen, da״, wenn so das Verhältnis zwischen beiden auf eine Grundlage des Vertrauens gesetzt wird, die Beziehungen zwischen dem all* gemeinen Misrachi und dem Port Hsmisrschl freundschaftliche. gesianungsgenössische bleiben werten. Ebaubwenig, v׳i« ts