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Jüdische Rundschau · 1931-04-24 · Heft 31 (24.4.1931) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 31 (24.4.1931)
Date
1931-04-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1931 Nr. 31, 24. IV. 1931 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 193 1 führt« mg von ralische 1 hoher in ihren ka wer- »er, das at nicht solcher de( bcm veren,i1da(l Amerika?angen, licht- :us den rden in ent anl starke identen, ren Erder zu- 1 nicht are Erf ener tvonnen leidi- 1 Ittel uleh- Ifeltsturenr Sprache en. Die;es, der nd Verzweites me des ו Anti- Geltst;/-;rufun׳: ge, die נ Nyon zu were dritte ■k Maan den nz von ie Konie Aus- 5n Stund aus sin soll, Judenu Dem tor Dr. ,ter der discher 1 einem »setzen, :et der tze die ü 11 di- :htjüdiisemit“ eistiger halten, nichts ichiger t. Die Leumi, lenden nähme rschaft Jewish umtag, wenig en get ihren liieren; ruppen n sind iisehen jekalkt!er isi worden Aber dchenren im ganzer formt r, ver- :n wie >r sich renster schläft,!liehen on.;lisch e g ein. r und Weitei, ist lebereindieses liblio- Palästina - Investments Von Walter Roth, Berlin. Vor einigen Monaten hat der Landesvorstand der Z. V. f. D. einen sehr bemerkenswerten Beschluß gefaßt: ״Der Landesvorstand beauftragt den Geschlftsführenden Ausschuß, eine besondere Stelle zu schaffen, die die Aufgabe hat, in ständiger Kooperation mit den anderen Zentralstellen zionistischer Sammlungen in Deutschland (insbesondere KH und KKL) die Verbreitung palästinensischer Anlagewerte in Deutschland zu organisieren. Der Landesvorstand hält es für erforderlich, daß jede zionistische Ortsgruppe eine Persönlichkeit mit der lokalen Durchführung dieser Aufgabe betraut.“ Es wäre sehr schade, wenn dieser Beschluß auf dem Papier bliebe. Zwar hat die Z. V. f. D. das Ressort eingerichtet, zwar sind an alle Ortsgruppen Aufforderungen ergangen, geeignete Persönlichkeiten für diese Arbeit einzusetzen; die Resonanz war jedoch äußerst schwach und von praktischen Ergebnissen durch Heranziehung neuer, bisher unerschlossener Kapitalien für Palästina kann vorläufig noch kaum die Rede sein. Die palästinensische Presse hat den Beschluß des Deutschen Landesvorstands warm begrüßt, ״Haarez“ führte damals in einem Leitartikel aus, er gehe sonst zwar auf vielen Gebieten mit den deutschen Zionisten nicht einig, zu dem Beschluß, das Privatkapital zur Beteiligung an palästinensischen Anlagen gerade in dieser schweren Zeit erneut aufzurufen, könne er ihnen aber nur gratulieren. Der deutsche Zionismus sollte sich mit diesen Vorschußlorbeeren nicht begnügen! Es wird statistisch schwer erfaßbar sein, in welchem Umfange bisher jüdisches Kapital aus Deutschland in Form von Investments, also abgesehen von den Fonds, in Palästina angelegt worden ist. Die Zahlen bei einigen großen palästinensischen Gesellschaften wie der ״Palestine Land Development Co.“ oder der Orangenpflanzungsgesellschaft von Dr. Brünn zu erhalten, wäre ein leichtes. Daneben sind aber auf den verschledensten Wegen, z. B. zur Einrichtung von Existenzen Verwandter, durch Erwerb von Aktien palästinensischer Institute, durch Hypotheken- oder Personalkredite, Gelder nach Palästina geflossen, über deren Höhe man nur vage Schätzungen abgeben könnte. Eines ist jedoch offensichtlich: der deutsche Zionismus hat nicht annähernd im Rahmen seiner Möglichkeiten Gelder in Palästina investiert. Man könnte sagen, daß eine Aktion wie die jetzt vom Landesvorstand beschlossene vor einigen Jahren, zur Zeit der Hochkonjunktur in Palästina und in einer Situation, in der die schnelle wirtschaftliche Verelendung des deutschen Judentums noch nicht als fast auswegloses Problem erschien, besser am Platze gewesen wäre als heute. Es fördert unser Werk aber nicht, sich mit Trauer über frühere Versäumnisse zu begnügen. Die Krise im deutschen Judentum hat vielmehr mit ganz anderer Aktualität als früher die Frage der Berufsumschichtung der jüngeren Generation auf die Tagesordnung gesetzt. Kreise, die früher niemals daran gedacht hätten, sich selbst oder ihre Kinder nach Palästina zu verpflanzen, ziehen diese Möglichkeit heute stark in Betracht. Hier heißt es wirklich, Politik auf weite Sicht zu treiben und den Boden vorzubereiten. Trotz der sich immer noch verschärfenden wirtschaftlichen Krise gibt es heute noch jüdische Kreise — besonders auch unter den Akademikern —, die über Reste früherer Vermögen oder über Einkommen verfügen, die ihnen Sparmöglichkeiten lassen. Auch kleine und kleinste Investierungen solcher ,Mittel in Palästina können, wird diese Spartätigkeit nur kontinuierlich betrieben, dem Lande außerordentlichen Nutzen bringen und dem Sparer nicht nur eine angemessene Verzinsung seines Kap!- tals, sondern für ihn und seine Kinder die Möglichkeit einer Existenzgründung in Palästina selbst eröffnen. Es isf nicht einzusehen, warum Zionisten, soweit sie heute noch Ersparnisse machen können und Geld anlegen, nicht wenigstens mit Teilen ihres Kapitals neue Werte in Palästina schaffen helfen. Im Rahmen dieser Ausführungen ist es unmöglich, auf alle Einzelheiten der Anlagemöglichkeiten in Erez-Israel einzugehen. Jedoch sollen wenigstens die wichtigsten genannt sein, wobei zu unterscheiden ist zwischen Anlagen zu festen Zinssätzen und solchen, die erst im Verlaufe einiger Jahre eine Rente abwerfen können. Zwei große palästinensische und von der Zionistischen Organisation kontrollierte Gesellschaften haben Schuldverschreibungen, beide mit 7 o/oiger Verzinsung, emittiert: die ״Palestine!.and Development Co. Ltd.“ und die ״Allgemeine Hypothekenbank für Palästina“. Die PLDC. arbeitet als zentrales Bodenkaufsinstrument der Zionistischen Organisation in Palästina seit über 20 Jahren. In ihrem Direktorium sitzen u. a. Professor Otto Warburg und Dr. Arthur Ruppin, neuerdings auch Dr. Werner Senator als Governor im Aufträge der ״Jewish Agency“. Auch einige prominente europäische Zionisten sind vor kurzem ins Direktorium berufen worden. Das eingezahlte Aktienkapital der Gesellschaft, von dem die Zionistische Exekutive bzw. ihre Institute die Majorität besitzen, beträgt heute über £ 80 000, die Obligationsschuld etwa £ 11 000. Die ״Allgemeine Hypothekenbank“ in Tel-Awiw arbeitet ebenfalls schon seit einer Reihe von Jahren. Der ״Keren Hajessod“ gehört zu ihren Gründern; Dr. Hantke sitzt im Direktorium. Bei einem Aktien- Berliner zionistische Vereinigung dilenmche Versammlung Mittwoch, den 29. April 1931, abends 8>/a Uhr, im BOrgersaai des Rathauses, KOnlgslraBe ״jüdische Uleltnot“ Referenten: J. KllnOW und Moses Waldmann kapital von zirka £ 51 000 sind etwa £ 130000 Pfandbriefe im Umlauf. Die Schuldverschreibungen der PLDC., wie auch die der Hypothekenbank, sind schon in ganz kleinen Abschnitten erliältlich, so daß auch kleinste Sparer Anlagemöglichkeiten besitzen. Tatsächlich gibt es schon heute einen gewissen —- nur viel zu kleinen — Kreis, der einen Teil seiner Ersparnisse durch monatliche Uebernahine von solchen Pfandbriefen anlegt. Bei einer Tagung des Landesverbandes der Mährischen Kultusgemeinden in Mährisch-Osträu ist kürzlich beschlossen worden, gewisse Fonds des Verbandes in Obligationen der PLDC. zu investieren. Einzelne Kultusgemeinden der Tschecho- Slowakei haben sich diesem Vorgehen des Verbandes ihrerseits schon angeschlossen. Es kann gar nicht hoch genug bewertet werden, wenn in einem Lande die offiziellen Organisationen der Juden palästinensische Anlage werte erwerben und sich auch auf diesem Wege mit der Entwicklung in Palästina solidarisch erklären. Zionistisches Sparkapital sollte auch bei palästinensischen Banken deponiert werden, sei es bei unserer ״Anglo Palestine Bank Company“ oder bei einer der vielen Genossenschaftsbanken, die im Laufe der letzten Jahre eine außerordentlich segensreiche Tätigkeit entwickelt haben. Im letzten Jahresbericht der ״Halwaah Wechissachon“ (Leih- und Sparkasse), einer Gründung Mordechai ben Hillel Hakohen’s, wird ausgeführt, daß im letzten Jahre an etwa 3200 Genossen fast £ 100000 Kredite gegeben wurden. Gleichzeitig wurden Sparcinlagen von über £ ,70000 angelegt. Großen Umfang haben, im Laufe der Jahre auch die Geschäfte der Gründungen der ״Palestine Economic Corporation“ (Brandeis-Gruppe) angenommen. Sowohl deren ״Central-Bank of Cooperative Institutions“, als die ״Loan-Bank“ haben durch Kreditgewährung, meist an kleine Geldnehmer (die ״Loan-Bank“ gibt Kredite nur bis zu £ 50 in jedem Falle), zur wirtschaftlichen Erhaltung und Festigung unzähliger Existenzen beigetragen. Auch über die Tätigkeit der ״Bank Hapoalim“, des Bankinstruments der palästinensischen Arbeiterschaft, sind die Leser dieses Blattes unterrichtet. Eine Anzahl kleinerer Institute wäre noch zu erwähnen, die ״Bank Aschrai“ in Tel-Awiw, die ״Kupath-Am“ und andere. Alle diese Institute könnten den Umfang ihrer Arbeit erweitern, wenn sie Depositen auch aus dem Ausland erhielten. Bei fester Anlage auf längere Termine — ein oder mehrere Jahre —- kann man mit Zinssätzen rechnen, die der Anlage derartiger Gelder bei deutschen Banken ungefähr entsprechen, und wenn es etwas weniger sein sollte, so dürfte dieses Moment für Zionisten keine ausschlaggebende Rolle spielen. Bei Betrachtung des palästinensischen Bankwesens ist immer zu berücksichtigen, daß es tliek füllen. Das Werk Defoes zeitigte eine Unmenge von Nachahmungen; schon wenige Jahre nach seinem Erscheinen hatte fast jedes Land, jeder Volksstamm, jeder Stand, ja jeder Beruf seinen eigenen Robinson. So erschienen — allein in deutscher Sprache — ein teutscher Robinson, ein österreichischer, ein schlesischer, ein sächsischer, ein schwäbischer, ein brandenburgischer, ein kurpfälzischer Robinson, ferner ein amerikanischer, ein isländischer, ein niederländischer, ein dänischer Robinson und zahlreiche andere Robinsone. Eine besondere Gattung bilden die Robinsoninnen, das heißt die Beschreibungen des Lebens und der abenteuerlichen Begebenheiten weiblicher Robinsone. Als Seltsamkeit sei auch erwähnt, daß unter den vielen Robinsonaden auch ein ״Jüdischer Robinson“ und ein .,Robinson vom Berge Libanon“ (erschienen 1755 in Frankfurt a. M.) vorhanden sind. Aehnlich wie in Deutschland erging cs dem Werke Defoes in allen andern Ländern; überall wurde cs übersetzt, bearbeitet oder vollständig umgedichtet. Die massenhaft aufgetauchten Robinsonaden vermochten indessen nicht, den echten Robinson zu verdrängen. ״Robinson Crusoe“ blieb allerorten ein Buch für alle. Wie überall in der Welt war auch im G h e 11 o der ״Robinson“ ein Lieblingsbuch für Jung und Alt, nur mit dem Unterschiede, daß im haskalischen Ghetto das Buch Defoes mehr die Alten als die Jungen entzückte. Gewiß, auch die Jugend las den Robinson mit heller Freude, aber es war zumeist eine Jugend, die schon in sehr reifem Alter stand. Es wirkt einigermaßen befremdlich, daß die Literatur der Haskala-Epoche im Osten, einer Epoche, die nahezu ein volles Jahrhundert umfaßte, sehr arm an Jugendschriften ist. Bücher für die Jugend wurden fast gar nicht oder doch nur sehr wenig in hebräischer Sprache verfaßt oder aus fremden Sprachen ins Hebräische übersetzt. Das hängt mit dem Wesen der Haskala zusammen, deren Ziel mehr auf die Aufklärung der Erwachsenen als auf die Erziehung der Jugend gerichtet war. Wohl erschien von Zeit zu Zeit irgendein belehrendes oder unterhaltendes Büchlein für die Jugend, aber die wirkliche Jugend im Ghetto las es nur äußerst selten. Ebenso verhielt es sich mit den hebräischen Schullesebüchern, die in jenen Tagen veröffentlicht wurden; in den fiheftoschuien nahm man sie nicht in Gebrauch. Diese Schullesebücher bildeten vielmehr eine Art Hauslektüre für die reifere Jugend, das heißt^ für jene Jünglinge, die schon reif genug waren, auf den Lichtpfaden der ״Aufklärung“ zu wandeln. Diese Jünglinge waren es auch, die ebenso wie die Erwachsenen den ״Robinson Crusoe“ mit wahrem Entzücken lasen. Daniel Defoes Roman ist im Hebräischen in mehr* fachen Bearbeitungen vorhanden. Ich habe insgesamt sieben verschiedene Übersetzungen und Bearbeitungen des ״Robinson“ festgestellt, halte es jedoch nicht für unwahrscheinlich, daß man bei fleißigerem Suchen noch eine oder die andere (womöglich unter falscher Flagge segelnde) hebräische Robinsonade in den jüdischen Bibliotheken entdecken würde. Der ״Robinson“ ist eines der ältesten Bücher in der has* kalischen Uebersetzungsliteratur. Gleichwohl ist der hebräische Robinson um mehr als ein Jahrhundert jünger als sein englisches Urbild: Defoes Buch ״The life and Strange surprising adventures of Robinson Crusoe of York“ ist zuerst 1719 erschienen, die erste hebräische Robinson-Ausgabe wurde 1824 iit Breslau gedruckt. Aber nicht nur in zeitlicher, auch in Uterarischer Beziehung ist der älteste hebräische Robinson recht eigentlich der jüngere, denn es handelt sich hierbei um die Uebertragung von Campes ״Robinson dem Jüngeren“, jener vielgerühmten und einst vielgelesenen Jugendschrift, die eine völlige Umformung und Neugestaltung des Defoeschen Werkes darstellt. Wir haben es also hier nicht mit dem ursprünglichen Robinson Crusoe, sondern mit einem deutschen Robinson zu tun, den der Uebersetzer, David Samoscz, nicht ohne Geschick in das hebräische Sprachgewand gehüllt hat. Etwas näher dem englischen Original steht Lazar Bloehs ״Robinson“ (Warschau 1849). Bloch hat sein Buch, wie er selbst auf dem Titelblatt angibt, nach Defoes Robinson Crusoe bearbeitet, doch scheint der Uebersetzer •eine deutsche Uebertragung als Vorlage benutzt zu haben. Im Ghetto stark verbreitet und am meisten gelesen war das Buch ״Kur Om“ (Schmelztiegel der Not), die Geschichte des Robinson Crusoe und seiner Abenteuer, von Isak Rumsch. Der ״Kur Oni“, zuerst in Wilna 1861 erschienen, hat mehrere Auflagen erlebt Zu der 1883 erschienenen dritten Auflage hat Dr. Salomo Skomarowsky, ein Arzt in Wilna, ein Geleitwort eschrieben, darin sich manche treffliche Bemerkung über das uch Robinson Crusoe sowie über Jugendschöffen überhaupt vorfindet. Schon die Auflagenziffer beweist, welche starke Verbreitung der ״Kur Oni“ im hebräischen Leserkreise gefunden hatte, Isak Rumsch, eia kleiner Volksschullehrer in einem litauin Palästina keine Staatsbank gibt, daß also ein wesentlicher Teil der Bankkapitalien und Depositen in Wechseln festgelegt sind, für die, wenigstens im Lande selbst, keine oder so gut wie keine Rediskontmöglichkeit besteht. ln mehr als 20jähriger Erfahrung hat es sich gezeigt, daß Kapitalsanlagen in Böden, seien es städtische oder für Orangenpflanzungei! geeignete, sowohl für die Kreise, die die Gelder investiert haben, wie auch für das Land von größtem Nutzen gewesen sind. Durch die Bereitstellung von Mitteln, die die ״Palestine Land Development Co.“ vor dem Kriege erhalten hat, sind z. B. die Boden erworben worden, auf denen sich heute Stadtviertel wie Hadar-Hakarmcl in Haifa oder Talpioth bei Jerusalem erheben. Es war eine Kapitalspolitik auf ganz lange Sicht, die im wesentlichen russische Zionisten vor dem Kriege getrieben haben, als sie Bruchteile ihrer Kapitalien in diesen Böden anlegten. Viele Lehrer, kleine Beamte und Kaufleute, die vor dem Kriege, als es noch nichts kostete, in Tel- Awiw Boden kauften, sind durch diese Investierungen reiche Leute geworden. Wir stehen heute vor einer ganz großen Ent- Wicklung von Haifa. Ueber die weltwirtschaftlichen Perspektiven, die dort in den letzten Jahren durch den Ausbau des Hafens, die günstige Regelung der Petroleum - Angelegenheit, die Festsetzung der großen Petroleumtrusts in der Stadt, den beabsichtigten Bahnbau nach Bagdad, für den die Vermessungsarbeiten jetzt durch geführt werden und viele andere Momente entstehen, ist in der ״Jüdischen Rundschau“ mehrfach berichtet worden. Es ist sicherlich keine schlechte Kapitalsanlage, in Haifa oder seiner Umgebung etwas Boden zu besitzen, besonders da die Möglichkeiten gegeben sind, diese durch langfristige Zahlungen in kleinen Raten zu erwerben. Wenn die PLDC. durch Liquidierung ihrer großen Bodenbestände sich flüssig machen kann, so könnte sie an große neue Aufgaben herangehen. Weißbuch hin, Weißbuch her: Tatsache ist, daß in größtem Umfange, heute wie früher, landwirtschaftliche und städtische Böden erworben werden können, wenn nur die Mittel dazu vorhanden sind. Auch Investierungen im Häuserbau sollten von Kreisen, die über einige Mittel verfügen, erwogen werden. Voraus- Setzung dafür ist allerdings die Verbindung mit einem vertrauensvvürdigen Treuhänder im Lande selbst. Im Häuserbau angelegte Kapitalien verzinsen sich durchschnittlich mit etwa 10 0/0 netto. Besonders in Jerusalem besteht nach den Unruhen, trotz umfangreichster Bautätigkeit in den letzten zwei Jahren, immer noch ein gewisser Mangel an jüdischen Wohnungen. Ueber die Orangengesellschaft Dr. Brünn’s in Chederah, die im wesentlichen deutsche Aktionäre hat, ist oft geschrieben worden. Selbst bei pessimistischster Schätzung der weiteren Entwicklung des Orangenmarktes kann mit einer sehr angemessenen Rente gerechnet werden. Es ist Geschmacksache, ob man sich an einer bestehenden großen und kapitalkräftigen Pflanzungsgesellschaft als Aktionär beteiligt (außer Brünn’s Gesellschaft existiert z. B. noch die Gesellschaft ״Gan Chajim“ bei Kfar-Saba) oder die Pflanzung direkt einem Freunde im Lande übergibt. Ueber derartige Möglichkeiten hat hier (Nr. 102 vom 30. Dezember 1930) ein Fachmann, Erich Moses, Raraatajim bei Petach-Tikwah, geschrieben, offensichtlich ohne irgendeine Resonanz zu finden. Es ist oft bei Kongressen und Tagungen über das Fehlen einesMarktesfür palästinensische Anlagewerte gesprochen worden, der ihren Besitzern die Möglichkeit zur Realisierung bei Geldbedarf geben würde Kein Zweifel, daß, bestände ein solcher Markt, viel weitere Kreise zu Investierungen in Palästina, z. B. in Pfandbriefen und Obligationen unserer Boden- und Hypothekeninstitute, herangezogen werden könnten. Wie die Dinge aber heute liegen, kann mit der Lösung dieser Frage in absehbarer Zeit kaum gerechnet werden. Ohne aus der Not eine Tugend machen zu wollen, kann man sagen, daß dieses Fehlen eines Marktes auch eine sehr positive Seite hat: Die eigenartige Berufsschichtung unseres Volkes hat es mit sich gebracht, daß unsere Geschäfte meist sehr kurzfristig geführt werden. Man denke nur an die Effekten-Börse, den Metall- und Getreidehandel, unsere Beteiligung am Juwelengeschäft und ähnliches. Es ist gewiß historisch begründet, daß Juden sich im allgemeinen nur mit solchen Werten beschäftigen, die jeden Tag realisierbar sind. Ein Volk aber, das sich in seinem eigenen Lande wieder festsetzen will, wird seine Mentalität auch auf wirtschaftlichem Gebiete korrigieren müssen. Zionismus ist keine kurzfristige Angelegenheit, Generationen werden an seiner Verwirklichung mitarbeiten müssen. Praktisch hat sich in vielen Fällen gezeigt, daß es für manche Kreise, die Mittel in Palästina angelegt hatten, ein wahres Glück war, daß diese Anlagen zwar ischen Städtchen, darf für sich das Verdienst beanspruchen, das eigentliche hebräische Robinson-Buch geliefert zu haben; sein Buch hat alle anderen hebräischen Robinsone oder Robinsonaden an Volkstümlichkeit weit übertroffen. Im übrigen ist auch der ״Kur Oni“ nur die Bearbeitung einer Bearbeitung, denn auch Rumsch hat seinen Robinson nicht nach dem englischen Original, sondern ״nach dem Deutschen des Dr. Rauch“ ins Hebräische tre! übertragen. Ebenfalls aus dem Deutschen übersetzt ist das Buch ״Sippur Robinson“ (Przemvsl 1912), das ohne Uebersetzemamen erschien, und die illustrierte Ausgabe ״Robinson Crusoe“ des Jehuda Grasowski. Ferner gibt es einen von S. L. Gordon dramatisierten ״Robinson“, ein Spiel für Kinder in einem Aufzuge. Die erste hebräische Ueberseizung aus dem englischen Original besorgte der bekannte hebräische Schriftsteller Ascher Barasch. Sein Buch ״Chajaw we-korothaw schel Robinson Crusoe“ (Jaffa 1920) gehört indes nicht mehr der älteren sogenannten haskalischen Uebersetzungsliteratur an, sondern es ist, schon rein stilistisch, ein Erzeugnis moderner hebräischer Uebersetzungskunsf. Rachel Vergangene Woche starb in Palästina die hebräische Dichterin Rachel Blufstein, die unter dem Namen Rache! eine Anzahl von Gedichtbüchern veröffentlicht hat. Das dichterische Werk der Rachel wurde in der ״Jüdischen Rundschau“ von Max Mayer am 30. Januar d. J. ausführlich gewürdigt. Ihre letzten Gedichte waren bereits voll Todesahnung und trüber Melancholie. Nun hat sie das erwartete Schicksal hinweggerafft. Die junge palästinensische Literatur verliert mit ihr eines ihrer bemerkenswerten Talente. Wie gemeldet wird, soll es dem englischen Archäologen Garstang gelungen sein, den Kö n i g s p alast vonJericho zu entdecken. Doch mußten die Ausgrabungsarbeiten wegen der ungünstigen Witterung auf den Herbst verschoben werden.

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