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Jüdische Rundschau · 1931-04-17 · Heft 29 (17.4.1931) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 29 (17.4.1931)
Date
1931-04-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 29, 17. IV. 1931 Seite 181 ״Klar David״ Zum Londoner Lloyd George - Bankett Nachstehende Bemerkungen, die die Stimmung eines Teiles der Jmnisten :um Ausdruck bringen, gehen mir mit Vorbehalt, wieder. Red. Es ist gewiß erfreulich, daß die Zionistische Organisation fine Gelegenheit gefunden hat, tun dem Ministerpräsidenten des Kriegskabinetts, das die Balfour-Deklarafion beschlossen hat. Lloyd George, den Dank des jüdischen Volkes zum Ausdruck zu bringen. Lloyd George, der heute freilich in der englischen Politik eine andere Position hat als vor 15 Jahren, hat seine Haltung gegenüber dem Zionismus nicht geändert. Auch im letzten Jahre hatte er wiederholt Gelegenheit, sich als ein treuer Freund des Zionismus zu erweisen und seine biendende Rednergabe in den Dienst der Sache zu stellen. Wenn bei dem Bankett, das in London stattfand, englische Politiker der verschiedenen Parteirichtungen fehlten, so ist dies sicherlieh nicht als Stellungnahme gegen den Zionismus aufzufassen, sondern hängt wohl teils mit den Osterferien, teils mit der eigentümlichen Position der in der inner-englischen Politik scharf umkämpften Figur des Ehrengastes zusammen. Die (ewish Agency hat eine Kolonie in Palästina nach dem Namen Lloyd Georges benannt, und es ist zu hoffen, daß besonders das englische Judentum, von dem die Initiative m dieser Ehrung ausging und das mit der Person Lloyd Georges besonders eng verknüpft ist, für diese Gründung auch die entsprechenden materiellen Opfer bringen wird. Ein kleiner Anfang wurde auf dem Bankett selbst bereits gemacht. Die Kolonie soll den Namen ״K f a r David־‘ führen, entsprechend dem Vornamen von Lloyd George. Die Hoffnung, daß die naheliegende Anspielung auf die biblische Bedeutung des Namen David bei dieser Gelegenheit vermieden werden wird, hat sich leider nicht erfüllt, ln manchen Reden wurde diese äußerliche Uebereinstimmung sogar mit einer Betonung unterstrichen, die vielen jüdischen und auch zionistischen Ohren peinlich sein wird. Es ist gewiß keine Hcrabminderung der Wertschätzung Lloyd Georges, und er selbst wird als guter Bibelkenner Verständnis dafür haben, wenn man Ein- Wendungen dagegen erhebt, ihm mit jenem König Israels zu vergleichen, in dessen Namen dem jüdischen Volk seine kostliebsten Psalmen überliefert sind. Wir haben cs hier mit einer jener Uebertreibungen zu tun, die zwischen dem metaphysisehen Erbgut des Judentums und den Bedürfnissen der Tages- Politik nicht immer die nötige Distanz zu wahren wissen. Wenn solche Aeußerungen auch innerhalb des zionistischen Lagers auf Widerspruch stoßen, so ist dies nicht nur eine Reaktion des jüdischen Stolzes, den gerade der Zionismus neu schaffen half, sondern auch des Bewußtseins, daß jene geistigen Güter, auf deren Renaissance schließlich unsere Bewegung abzielt, vor jeder blasphemischen Preisgabe geschützt werden müssen. Das starke Bekenntnis Lloyd Georges ztir Mandatspolitik und seine an die englische Regierung gerichtete Aufforderung, den Grundgedanken dieser Politik energisch durchzuführen, wird hoffentlich ebenso starke Resonanz finden, wie seine Mahnung an das jüdische Volk, trotz aller zeitweiligen Enttäuschungen mit erneuter Kraft und Opferwilligkeit an dem Werke des Nationalheims weiterzubauen. A. E. ' ־V GO׳ G. .V.. ... .י..;. '. ״י '.■;.;.;G Zu dem in der vorigen Nummer veröffentlichten Bericht ist noch nachzutragen: Dr. W eizmann schilderte in seiner Eröffnungsrede den großen Eindruck, den die Entwicklung Palästinas auf ihn während seines letzten Aufenthaltes im Lande gemacht hat. Was man dort sieht, erklärte er, ist ermutigend, trotz der ökonomischen Krise und trotz aller politischen Schwierigkeiten. Kein Weißbuch ist imstande, das Jüdische Nationalheim zu vernichten. 111 Palästina ist Platz genug lürdie Ie giti m en Ansprüche der Araber, ebenso wie für die legitimenAnsprüche der Juden. Sobald beide Parteien einsehen werden, daß die Juden kraft Rechtes und nicht aus Duldung dort sind und daß die Araber dort kraft eigenen Rechtes, das niemand anfechten will, sind, wird Friede und Sicherheit herrschen. Im Lande nimmtdie Stimmung immer mehr zu, die darauf abzielt, die leeren politischen Diskussionen zu beenden und das Werk des Aufbaus, das für beide Parteien im Lande wesentlieh ist, weiterzuführen. , Chief-Rabbi Hertz sprach den Toast auf die ״Freunde Erez-lsrads״. Er führte aus, daß die Juden der ganzen Welt in Großbritannien die Verbindung von Macht mit Rechtlichkeit und Menschlichkeit erblicken. In allen Wirrnissen der letzten hundert Jahre galt den Juden stets die Freundschaft Großbritanniens als verläßlicher Faktor. Lord Lytton, der den Toast auf ״das Jüdische Nationalheim‘• ausbrachte, sagte, der wirtschaftliche Fortschritt in Palästina sei geradezu unglaublich. Mrs. Snowdcns Mahnungen Mrs. Snowden, die Gattin des Schatzkanzlers, die seit Jahren zu den hilfreichsten Freunden des Zionismus in England zählt, führte aus: Erst vor zwei Tagen bin ich von einem sehr bekannten Politiker gefragt worden, wieso es komme, daß jede Person, die als enthusiastischer Freund des Zionismus nach Palästina fährt, als Antizionist zurückkommt. Ich antwortete, daß dies unrichtig ist und daß mein eigener Besuch im Lande meine Freundschaft für die Sache nur bestärkt hat. Wir politischen Freunde des Zionismus haben manche Schwierigkeiten, die uns von unseren zionistisehen Freunden selbst bereitet werden. Ich meine nicht die heute hier anwesenden, sondern ich denke an die jungen ■M enschen, die es allzu eilig haben und die nicht verstehen können, daß wir nicht jede andere Sache beiseite lassen und uns lediglich dem Zionismus widmen können. Es gibt in der zionistischen Bewegung Kritik erder Freunde des Zionismus, die uns für treulos halten, weil wir nicht in ihrem Gnne der Sache dienen. Dies ist ein großer Irrtum. Als Freund <'er Sache muß ich ihnen sagen, daß sie viel mehr erreichen können, wenn sie Menschen gewinnen als wenn sie sie zwingen "ollen. Zweifeln Sie nicht an unserer Liebe für diese Sache; t׳;otz aller Schwierigkeiten bleiben wir treue Freunde des Ziouismus, nicht nur weil er ein herrliches Ideal ist, sondern weil er aut dem großen unverletzlichen Prinzip der Gerechtigkeit beruht. Im weiteren Verlauf ihrer Rede machte dann Mrs. Snowden die bereits in der vorigen Nummer erwähnten Bemerkungen über den Mangel religiösen Sinnes bei der jüdisehen Jugend. Als ich in Palästina gewisse historische Plätze besuchte, z. B. den Ort, an dem Gideon kämpfte, war ich erstaunt, daß mein eigenes Herz viel stärker bewegt war als das der jungen Menschen, die midi begleiteten. Diejenigen, welche Ge Religion gering schätzen, sollten daran denken, daß die Freundschaft Großbritanniens für den Zionismus vor allem auf der britischen Bibeltradiüoa beruht. JUEDISCHE RUNDSCHAU Appell an Dr. Welzmann Nathan Laski, der englische Zionist und Vater des bekannten Soziologen, spielte in seiner Rede auf die Gerüchte an, daß Weizmann von der Führung der jüdischen Sache zurücktreten wolle. Als Vorsitzender des Palästina-Komitees des Jewish Board of Deputies (der Organisation der englischen Jüdischen Gemeinden) müsse er die Erklärung abgeben: Es gibt keinen anderen möglichen Führer unserer großen Sache als Dr. Weizmann. Wir sagen zu Dr. Weizmann: Lassen Sie sich nicht durch das Passfieldsche Weißbuch irre machen. Wir f ordern, daß Sie unser Führer bleiben, und auch die Mandatarmadit will keinen anderen. Weizmann» Antwort Weizmann antwortete in seiner Schlußrede auf die beiden Reden von Laski und Mrs. Snowden. Er sagte, Laski habe sich auf das gefährliche Gebiet der Politik begeben, und er wolle ihm auf dieses Gebiet nicht folgen. Das eine aber wolle er sagen: Die Sache ist zu stark, als daß sie von diesem oder jenem einzelnen Menschen abhinge. — Mrs. Snowde n habe gemeint, daß die Chaluzim in Palästina vielleicht nicht so sehr an alten Traditionen hängen wie christliche Besucher cs gern sehen möchten. Dies ist ein Irrtum, auf den am besten mit dem Gleichnis des Oberrabbiner Kuk geantwortet werden kann, als man sich bei ihm über die Mißachtung der Tradition durch die Jugend beklagte. Kuk antwortete: Als der Tempel bestand, durfte niemand das Allerheiligste betreten mit Ausnahme des Hohcpriestcrs arn Jom Kippur in besonderer Festkleidung, aber während der Tempel ge haut wurde, bewegten sich an derselben Stelle die Bauleute in ihrer Arbeitskleidung an gewöhnlichen Wochentagen. Dr. Weizmann fuhr fort: Vielleicht kommen manche angesehenen Besucher nach! Palästina wie in ein M useutn, aber wenn sie ehrfürchtig die Plätze bewundern, wo z. B. Gideon gekämpft hat, dann müssen sie dessen eingedenk sein, daß die, welche jetzt dort 1 eben, Fleisch vom Fleische Gideons sind. Man kann Gott mit einem Spaten und mit Bearbeitung des Bodens dienen, und alle Betrachter müssen sehen, daß diese Arbeit im Grunde von religiöser Inbrunst beseelt wird. Es ist eine neue Art der Andacht. Diese Menschen treiben Gottesdienst in ihrer eigenen Weise. Die Rivalität der christlichen Kirchen Die Ankunft des Erzbischofs von Canterburyin Jerusalem ist für den 16. April angesetzt. Dies ist offenbar ein Kompromiß in dem Sinne, daß der Erzbischof auf den Besuch zu Ostern verzichtet hat. Laut ״Felestin“ werden zahlreiche Empfänge für den Erzbischof vorbereitet, an denen auch die Häupter sämtlicher Religionsgemeinschaften teilnehmen werden. Doch verlautet, daß die Vertreter der katholischen Kirche sich nicht beteiligen werden. Offensichtlich als Gegenaktion gegen den Besuch des Primas der englischen Kirche hat der Vatikan 19 promimente Mitglieder der katholischen Kirche aus den europäischen Ländern nach Palästina entsandt. Sie sind bereits in Haifa eimgetroffen. ״Times“ zufolge haben die anglikanischen Kirchenbehörden in Jerusalem, als Antwort auf die ״besonders von der jüdischen Presse“ verbreiteten Gerüchte, eine Erklärung veröffentlicht, daß die anglikanische Kirche niemals Anspruch auf eine Sonderstellung bei den Heiligen Stätten erhoben hat und auch in Zukunft keine solchen Rechte erstreben #ird. ' ' '■ - ׳ - . '• J e r u s-ä 1 e m , 14. April. (J. T. A.) Die Palästinaregierung teilt in einem offiziellen Comtnunique mit, daß der Erzbischof von Canterbury Mittwoch, den 15. April, in Jerusalem eintrifft. Der Besuch sei rein informativer Natu r. Am 16. April wird der Erzbischof in Begleitung von Persönliclikeiten aus dem Gefolge des High Commissioners und den lokalen Regierungsbeamten die Heilige Grabeskirche besuchen und sodann den Häuptern der drei großen Bekenntnisse kurze Besuche abstatten. Nachmittags wird der Erzbischof im Regierungshause den Gegenbesuch der Vorstände der religiösen Gemeinschaften empfangen. Zu diesem Communiquö erklärt die konservative Londoner ״Morning Post“, daß in vorsichtigster Weise darauf Bedacht genommen wurde, alles zu vermeiden, woran der Vatikan oder die römisch-katholischen Kreise in Jerusalem Anstoß nehmen könnten. Die christlich-arabische Zeitung ״EI Kar m e 1“ in Haifa nimmt den Besuch des Erzbischofs zum Anlaß, um in einem Artikel anzudeuten, daß die Anwesenheit der Juden in Palästina eine Gefahr für die heiligen Stätten der Christenheit darstelle. Das Blatt bedauert die anläßlich des Besuches des Erzbischofs zutage getretene Rivalität zwisehen Protestanten und Katholiken und fordert alle christlichen Bekenntnisse auf, sich mit dem Islam zum Schutze eines ״mohammedanisch-christlichen Palästinas“ zu vereinigen. warnen zum xvii. ziomstenhongreB Bekanntmachung Nr. 7. 1) Die Wahlen zum XVII. Zionistenkongreß finden in Deutschland am Sonntag, dem 7. Juni 1931, statt. Wahlen, die vor oder nach diesem Termin vorgenommen werden, sind ungültig. 2) Wahlvorschläge müssen bis spätestens 13. Mai 1931, nachmittags 6 Uhr, bei der Hauptwahlkommission eingehen. Die von der HWK. genehmigten Wahlvorschläge werden in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 15. Mai veröffentlicht. Die Verbindung von Wahlvorschlägen ist von den betreffenden Vertretern der HWK. bis spätestens 18. Mai übereinstimmend schriftlich bekanntzugeben. Die Zurückziehung eines Wahlvorschlages (oder die Trennung von verbundenen Listen) ist der HWK. bis spätestens 24. Mai mitzuteilen. 3) Für die Einreichung von Wahlvorschlägen, sowie für die Durchführung der Wahlen gilt die von der HWK. in ihrer Sitzung vom 26. November 1930 beschlossene und In der ״Jüdischen Rundschau“ vom 12. Dezember 1930 veröffentlichte Wahlordnung. 4) Soweit es noch nicht geschehen ist, sind in sämtlichen Wahlorten unverzüglich Ortswahlkommissionen zu bilden, deren Zusammensetzung und Adresse sofort der HWK. mitzuteilen ist. Etwaige Aenderungen in der Zusammensetzung bereits gewählter Ortswahlkommissionen sind der HWK. ebenfalls bekanntzugeben. Die Haiipuraitlkommlssion 101• die Wahlen zum will. zienletenkongreB ln Deutschland RosenblQth. Das Unglück von Jadschur IVir erhallen eine, Zuschrift aus der Kmtrnh Jaehehur, die den Tod der drei meuchlings erschnss״ncn Arbeiter am 0. «׳/, lf. schildert. Wir haben über diesen Vehrrjnll m der vorigen Nummer ausführlich berichtet. Dir•, unmittelbare Schilderung einer tihamernh der Errnordrten hl besonders ergreifend. Reil. Mesch ek Jagur, den 7. April 1931. Werte Redaktion! ... Es mehren sich die Prophezeiungen auf baldiges Unglück, aber der Frieden ist so schön, daß man an die Grausamkeit neuen Unheils nicht glauben will. Wie nichtig ist das alles, was wir fünf Minuten vor dem Geschehen gesprochen und gedacht haben! Wie klein, wie wenig ist die' Sorge um Ersparnisse, um Neuorganisation, angesichts des Todes unseres kleinen Jakob, funkele! Deine schwarzen Augen werden nicht mehr lachen, deine Hand wird keinem mehr eine Gefälligkeit erweisen und du selber wirst nicht mehr unter Malaria, Jituschim und Barcliatscli zu leiden haben. Deine 22 Jahre sind ausgelöscht aus dem Buch des Lehens und die. 40 und 50 Jahre, die da noch hättest leben können, jäh zerrissen. Und Disehe!, der du jetzt, 20 Jahre alt, auf dem Boden liegst, warum kann man dich nicht mehr erwecken, mit dir sprechen und diskutieren und mit dir von fernen und vergnngenen Dingen plaudern, wie vor zehn Minuten. Und ausgclöscht dein Leben, Chawera, die du erst vor 24 Stunden zu uns gekommen bfst. Kaum daß man dich kennengelernt hafte und Zeit gefunden, dir Willkommen zu sagen. Ahnungslos krachten die Schüsse in unser Leben, das. eben noch so friedvoll war und schon tönten vom Straßenweg Wehsclireie der Verletzten und in panischem Schrecken rannten sie ins Lager: ״Ueberfall!“ ״Ucberfall!“ ״Die Frauen ins Haus!“ ״Die Lampen auslöschen!“ ..Verwundete ins Chadar Maochcl.״ Schon füllt sich die Eßhallc mit Verwundeten, Blutlachen sammeln sich auf der Erde, Stöhnen, Hilferufe, Geruch von Baldriantropfen. Während matt noch um die Verletzten bemüht ist, sickert es durch: Dischel kann nicht mehr zürn Leben zurückgerufen werden, jänkele und ein Mädel scheinen tot zu sein. Aber noch darf man nicht glauben, daß es wahr ist. Eine halbe Stunde später sind zwei Polizisten da, ein Jude, ein Araber. Betrachten das vergossene Blut, heben die Decke von dem einen Toten, fahren entsetzt zurück־. Der Hof füllt sich mit Polizisten. Die Aerztin kommt, Notverbände werden angelegt. Ein Auto hupt, das die Verletzten nach Haifa ins Spital bringt. Gespannt warten wir auf die Rückkehr des Autos. Vielleicht lebt Jänkele doch. Vielleicht?! Das Auto ist zurück. ״Jänkele?“ ״Tot.“ Bleierne Stille senkt sich über die in der Eßhalle versammelten Menschen, während der Kommandierende von Haifa das Protokoll aufnimmt. C i 11 a G o I d s t e i n. Die Trauer-Rede Ben Garions Bei der Trauerfeier anläßlich des Begräbnisses der drei Opfer hielt vor dem Arbeiterhaus in Hatlar Hakarme! Ben Gurion namens der Histadruth folgende Rede: Die Hand des Schicksals hat drei von unseren Genossen ergriffen, die reinen Herzens hierher kamen, um den Boden zu bearbeiten und dem vaferlandslosen Volk ein Vaterland aufzubauen. Nur durch Zufall sind sie es, die daliegen und nicht wir. Die Hand des Schicksals kann jeden von uns ergreifen. Wir wissen nicht, wer morgen oder übermorgen drankommt. Indem wir die Blüte unserer Jugend zur ewigen jwßm. wir -die״ HäHgkeif ws.eres,. rtfcfirttr leeren“ Wörter ־ Wftrt»;־;Keine“ Vergeltung;glBf ef für 'das ׳ junge Dasein, kein Sühnegeld für aas Leben.י W'ir־ sind nur wenige und haben uns noch nicht das Recht erworben, in Frieden und Arbeit im Lande zu leben, aber keine Mörderhand wird uns dieses Recht nehmen. Das Werk des Aufbaus, der Arbeit und des Friedens unserer gefallenen; Genossen und derer, die ihnen vorhergingen und derer, die nach ihnen kommen werden, dieses Werk kann nicht getötet werden. Wir können nicht unsere Jugend zurückbringen, wir können nicht den Muttern und den Vätern, die ihrer Kinder beraubt wurden, ihre Liebsten zurückgeben, aber wir können die Mission, um deretwillen sie getötet wurden, verwirkliehen. Wir werden die Mission des Lebens und der Auferstehung in Treue und Ergebenheit vollenden, mit dem Rest des Lebens, der uns in diesem Land vergönnt ist, bis wir in Sicherheit hier wohnen werden bei der Rückkehr des Volkes Israel in sein Land. Auch in diesem Moment werden wir zeigen, daß wir nicht eine Herde sind, sondern eine Gemeinschaft, die höhere Werte kennt als das Leben, die ihr auch der Tod nicht rauben kann. Der unverwelkliche Kranz, den wir auf ihr Grab legen, ist die Versicherung unserer Treue und unseres Ausharrens 1'n dem Werke ihres Lebens und ihres Todes. Ehre sei unseren lieben Genossen! Opfer einer Verwechslung? Jerusalem, 14. April. (J.T.A.) Wie die JTA. erfährt, dürfte das Geheimnis des Ueberfalls von Jadschur in wenigen Tagen s eine Aufklärung finden. Die jüngsten polizeiliehen Untersuchungen deuten darauf hin, daß das Verbrechen weder auf politische, noch auf antisemitische Motive zurückzuführen ist, sondern daß die jüdischen Arbeiter durch Zufall die unschuldigen Opfer einer internen arabischen Fehde geworden sind. (Es wird wohl nötig sein, die Bekanntgabe des Resultates der Untersuchungen abzuwarten, bevor eine endgültige Beurteilung möglich ist. A. d. R.) Die Neu-Orientierung der arabischen Well Wie aus Mekka gemeldet wird, wurde dort anläßlich des Besuches N u ri Paschas, des Irakischen Ministerpräsidenten (s. vorige Nummer der ״Jüdischen Rundschau“) ein Freund- Schafts vertrag zwischen der Regierung des Königs Ibn Saud voll Hedschas und Nedsch und der Irak-Regierung unterzeichnet. In dem Vertrage versprechen beide Staaten die Autrechterhaltung guter nachbarlicher Beziehungen und eine engere Zusammenarbeit zur Besserung der Verhältnisse und Lebensbedingungen der Bevölkerung; Bestimmungen über den Grenzverkehr und die Erhebung von Zöllen sind in dem Abkommen enhalteu. Damit ist die alte Erbfeindscha ft zwischen Irak und Nedschd beendet und eine Kooperation zwischen den zwei . von Ibn Saud aus dem Hedschas vertrieben würde, eingeleitet. Sollten sich die Pläne, Ali zum König von Syrien zu machen, verwirklichen, stünden wir vor einer völligen Umgestaltung der arabisch«! Welt, die in den zwölf Jahren seit dem Ende des Weltkriegs zu einem ungeahnten Machtfaktor geworden ist. Von den zwölf Juden, die sich wegen kommunisti - scher Propaganda anläßlich der letzten Wahlen zur Assefath Haniweharim vor dem Gericht in Tel-Awiw zu verantworten hatten, wurden zehn zu Gefängnisstrafen von zwei bis sechs Monaten verurteilt

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