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Jüdische Rundschau · 1931-04-14 · Heft 27-28 (14.4.1931) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 27-28 (14.4.1931)
Date
1931-04-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 172 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 27/28» 14. IV. 1931 sondern eine. Gelegenheit ergreift, um selbst die ganzen Zu• sammenhänge in unmißverständlicher Weise auf- /ukliren, was ja nicht schwer fallen kann, da Dr. Weizmann bestimmt die Idee, die jüdische Herrschaft über alle arabischen Länder auszudehnen, ebenso wenig ausgesprochen haben kann wie den ihm in den Mund gelegten Gedanken, die palästinensischen Araber nach Transjordanien zu transplantieren. Es ist anzunehmen, daß Weizmanns Gedanken von dem mit der Materie wenig vertrauten Schaukhat Ali mißverstanden worden sind und es wäre sehr bedauerlieh, wenn sich aus dieser Kontroverse, die jetzt persönliche Formen angenommen hat, Weiterungen ergeben, die Agitation®• ®toff gegen den Zionismus in Indien ebenso wie in England liefern. Verträge mit den Siedlern Von unserem palästinensischen Korrespondenten. AG., Tel-Awfw, Ende März 1931. Ein wichtiges kolonisatorisches Problem nähert sicli seiner Lösung. Der Keren Hajessod geht endlich daran, die Ver־ träge mit den Siedlern seiner Kolonien abraschließen. Schon seit langer Zeit hat man diese Regelung der juridischen Situation verlangt, aber es waren so viele Schwierigkeiten zu überwinden, daß es bis jetzt nicht gelang, eine Basis für die Verträge zu finden. Das Haupthindernis bestand darin, daß zwischen den wirklich aufgewandten Kosten und dem Wert der Betriebe eine Differenz bestand, die man nicht ohne schwere Ungerechtigkeit dem Siedler aufbürden konnte, zumal hierbei eine Rückzahlung in vernünftiger Zeit nicht möglich wäre. Die Differenz zwischen den Siedlungskosten und dem Wert der Wirtschäften beruht vor allem darauf, daß die Preise während des letzten Jahrzehntes stark gesunken sind und zweitens aut der Auszahlung des Budgets In Raten und mit erheblichen Verspätungen. Man ist nach langen Beratungen überein gekommen, die Betriebe vor Abschluß des Vertrages neu abzuschätzen und den Siedler dann für den Betrag verantwortlich zu machen, den der Betrieb jetzt wert ist. Die erste Rate der Zahlangen, die sich auf 50 Jahre erstrecken und eine niedrige Zins- und Amortisationsrate einschließen, beginnt fünf Jahre nachdem der Betrieb voll equipiert wurde. Eine Steigerung der Abzahlung in zehnjährigen Perioden ist vorgesehen, wenn festgestellt wird, daß der Betrieb zu Mehrzahlungen imstande ist. Der Keren Hajessod Iiat jetzt eine Hypothek auf einem Teil der Wirtschaften; ein Teil des Betriebes wird durch den Keren Hajessod hypothekarisch nicht belastet, um den Siedlern die Möglichkeit zu geben, private Anleihen aufzunehmen. Es ist schließlich vorgesehen, daß der Keren Hajessod für Verluste, die durch Verzögerungen im Aufbau der Wirtschaften verursacht werden, verantwortlich gemacht werden kann. * Jerusalem, 1. April. (J.T. A.) ln der in der Jesreel- Ebene gelegenen Kolonie Kfarjecheskel wurden in An- Wesenheit Dr. Weizmanns und des Direktors des Keren Hajessod Leib Jaffa sowie von Vertretern aller jüdischen Sied- 1 tagen im Emek die ersten Verträge mit den aut Nationalfondsboden angesiedelten Kolonisten über die Rückzahlung der ihnen vom Keren Hajessod zur Verfügung gestellten Gelder unterzeichnet Die Rückzahlungen sollen im Jahre 1935 beginnen und im Jahre 1985 abgeschlossen werden. Dr. Ruppi n hielt eine Ansprache, in der er u, a. sagte, durch diese Vertrage :fließe, wenn dies auch einen Zeitraum von eine.« IiÄbeur’.-Jaiirhundert :in _Anspruch. nehme, an. dafe jüdische ,Volk• zurück, was-es in Palästina investiert׳habe. Dr. Wdzmann und andere Redner nahmen die Gelegenheit wahr, Dr. Ruppin für seine 25jährige Tätigkeit im Dienste des Ideals einer jüdischen Arbeiterkolonisation in Palästina zu danken. Palästina •Wirtscbaffejilir 1930 Als Anlage zum Februarheft des ״Commerciai Bulletin1‘ veröffentlicht die Regrerungsabteilung für Zölle, Akzise und Handel einen Bericht für aas abgelaufene Jahr, dem wir folgende Tatsachen entnehmen. Die Einnahmen dieses Departements betrugen, im Jahre 1930: £ 1234957 gegenüber £ 1 166-421 im Vorjahre. Den wichtigsten Einnahmeposten stellen die Importzölle dar, aus denen im vorigen Jahre die Einnahmen £ 991560 betrugen. Der Bericht hebt die große Anzahl von Konkursen im letzten Jahre hervor, bei denen die Gesamtmasse etwa V3 Millionen Pfund betrug. Die privaten Darlehensgeber forderten wucherische Zinsen, während die Banken den Zinssatz für Depositen auf etwa 114 00׳ ermüßigten.' Im ganzen war die Lage in Palästina wirtschaftlich wahrscheinlich besser als in manchen angrenzenden Ländern. Die Bautätigkeit war in den drei hauptsächlichsten Städten sehr stark, eine große Anzahl wichtiger öffentlicher Geblude der Regierung, Banken, Hotels usw. wurden erbaut. Die Haifaer Hafenfiauten machten große Fortschritte: 1049 Meter der Mole wurden gebaut. Es wurden im ganzen 1170 Arbeiter bei den Hafenarbeiten beschäftigt. Im Jahre 1930 wurden 16 Tanks für Oelprodukte in der Petroleum- Zone von Haifa erbaut, davon 13 mit einer Fassungskraft von 19000 t durch die ״Shell“-Gesell8chaft und 3 mit einer Fassungskraft von 5800 t durch die ״Vacuum“-Gesellschaft. Die Ueberproduktion in der Olivenöl- Produktion führte zu einem großen Preissturz bis auf 30 Mils für das Kilogramm. Das daraufhin angeordnete , Einfuhrverbot für ausländisches Olivenöl führte zu einer Steigerung der Preise bis auf 40 Mils. Es wurden 6000 t Seife exportiert gegenüber 5103 t im Vor- Jahre. Die mit Tabak bebaute Fläche ist um etwa 3000 Dunam erweitert worden. Der Ertrag wird auf 1886 000 kg geschätzt, zirka 200 000 kg mehr als im Vorjahre. Es arbeiten 12 Fabriken mit etwa 1000 Arbeitern. Da nur 487 585 kg Zi- Baretten fabriziert wurden und der Tabakexport sehr klein war, ist die Lage der Tabakpflanzer eine sehr ungünstige. Der Weinexport betrug in diesem Jahre 10748 hl, etwa dieselbe Menge wie im Vorjahre. Die ״Nesher“-Ze m e ntfabrik arbeitete mit voller Ausnutzung ihrer Maschinen. Es wurden 12 851 t exportiert, großenteils nach Syrien und Cypern, während der Export im Vorjahre nur 7 63*9 t betrug. Auch die Salz Produktion zeigt einen Aufschwung. Der Index sank um 38,6 ״/o im Vergleich zum Jahre 1922 und um 8 0/» im Vergleich zum Vorjahre. Die Großhandelspreise fielen um 15,4 «,0 gegenüber dem Vorjahre, Der Import war geringer als im Vorjahre: £ 6 985 258 gegenüber £ 7 166 593. Der Export vergrößerte sich, nämlich von £ 1554 262 im Jahre 1929 auf £ 1 896 095 in diesem Jahre. Das Projekt der Haila-Bagdad-Bahn Im Unterhaus stellte der konservative Abgeordnete Sir Arthur Steel Maitland die Anfrage, wann die Vermessung der Haifa-Bagdad-Bahn beendet sein würde. Unter- Staatssekretär für die Kolonien Dr. Shiels erwiderte, ein genaues Datum der Beendigung■ dieser Arbeiten stehe noch nicht fest, doch sei zu erwarten, daß der größte Teil der Arbeiten im Herbst vollendet sein und der Bericht der Vertnessungskommission Ende des Jahres vorliegen werde» Aus dem arabischen Lager Um die ״arabische Föderation“ Der Ministerpräsident des Irak, Nur! Pascha, besuchte mit Begleitung am 27. März Jerusalem und wurde vorn High Commissioner empfangen.■ Nuri war zu Mittag Gast des arabischen nationalen Führers, Auni Abdul Hadi. Nachmittag veranstaltete der Mufti im Hause des Moslemischen Rats einen Tee zu Ehren der Delegation, wobei die arabischen Notabel» der Stadt anwesend waren. Nuri Pascha bereist bekanntlich die arabischen Lander, um die Frage der Möglichkeit ihres engeren Zusammenschlusses zu studieren. Er hat sich nach Mekka begeben, wo ein Freundschaftsvertrag zwischen dem Irak und dem Reiche Ibn Sauds unterzeichnet werden soll. In diesem Zusammenhang gewinnen auch die nichtverstummenden Gerüchte, daß Husseins Sohn Ali zum König von Syrien ernannt werden soll, erhöhtes Interesse. Ali ist bekanntlich der älteste Bruder von Feisal, dem König des Irak und Abdallah, dem Emir von Transjordinien. Auf die dynastischen Interessen dieser drei Söhne des alten Hussein haben vor 15 und vor 10 Jahren Col. Lawrence und Winston Churchill ihre Pläne eines als Vasallenstaat Engiands gedachten Arabistan aufgebaut. Nach der Niederlage Husseins im Jahre 1924 geriet die Haschimiten-Dynastie gegenüber Ibn Saud in den Hintergrund, doch scheint die gegenwärtige Politik darauf abzu zielen, einen Ausgleich zwischen diesen zwei Mächten herzustellen. Dies ist die große Bedeutung der Reise Nuri Paschas. Schon vor einiger Zeit hat der französische Hochkommissar für Syrien Ponsot seinen Sekretär nach Bagdad zu Feisal und Nuri gesandt, es hieß sogar, daß Ponsot selbst nach Bagdad kommen will. Das Gerücht besagt, daß die Franzosen in Syrien denselben Weg gehen wollen wie England im Irak. Ali soll König werden, Frankreich will das Mandat aufgeben und, an dessen Stelle einen Vertrag mit Syrien abschlicßen, der Frankreich gewisse Vorrechte gibt. In diesem Falle würde Syrien ebenso wie Irak in kurzer Zeit als Mitglied des Völkerbundes in Betracht kommen. Es sind jedoch noch große Schwierigkeiten zu überwinden. Wie aus Rom gemeldet wird, haben dort die erwähnten Gerüchte große Aufmerksamkeit gefunden und die italienische Presse stellt wieder das gesamte Problem der Mandate zur Diskussion. Italien fordert, daß keine Neuordnung in Syrien ohne vorherige Zu- Stimmung des Völkerbundes getroffen werde. Anläßlich der Reise Nun Paschas bespricht die Londoner Zeitschrift ״The Near East and India‘‘ das Problem des Zusammenschlusses der arabischen Länder, wobei sehr bemerkenswert ist, daß die Zeitschrift sich sehr skeptisch und ablehnend gegenüber diesen Plänen verhält. Schon seit einiger Zeit, so schreibt das Blatt, spricht man im Irak viel von einem geeinten Arabien, von einer brüderlichen und friedlichen Gemeinschaft in dem ganzen und ungeteilten arabisch sprechenden Teil Asiens. Dieser Gedanke ergreift allmählich die gesamte a ra bi sch e Intelli genz. Er ist teilweise aus der Besinnung auf die glorreiche Vergangenheit der arabischen Kultur, teilweise aus dem Wachstum des niodernen Nationalismus entstanden. Auf kulturellen, nationalen und praktisch-politischen Erwägungen beruht die historische Mission Nuri Paschas. Seltsamerweise habe die Bagdader Presse die Reise Nuri Paschas als eine Machination des bri* tischen Imperialismus denunziert. Diese Schmierer, sagt Near East, hätten begreifen sollen, daß England, wäre es der Inspirator, des Gedankens eines einigen Arabiens, der Detegatian einen Engländer als Begleiter mitgegeben hätte. Das latt erklärt mit Bestimmtheit, Nuri Paschas Mission sd eine i«;.öedanken:und in der,Ausführung.reio irakil'Ctie'Apgclegenheit, *deren. Ergebnisse mit schärfer Aufmerksamkeit verfolgt werden müssen. Auf Seite der Waiiabi ist der Bagdader Plan sehr kühl auf genom men worden. Die Wahabiten scheinen bessere Realpolitiker zu sein. Denn für die ganze Außenwelt ist es klar, daß Ibn Saud sich an keiner Föderation und an keinem einigen Arabien beteiligen wird, wenn nicht er selbst an der Spitze steht. Daher muß man die großsprecherischen Reden von einem mächtigen geeinten Arabien mit großer Vorsicht aufn ehm en. Die inneren Gegensätze zwischen den einzelnen arabischen Gruppen sind viel zu groß, und der arabische Individualismus werde nicht so bald einen Ausgleich dieser Gegensätze gestatten. Der Ministerpräsident des Irak, der seinen Staat auf ganz modernen Grundlagen erbauen will, kann nicht leicht mit dem Wahabi-König. der sich streng an die religiösen Lehren der wahabitischen Sekte halten will und noch weniger mit dem Imam des Yeinen, der eine mittelalterliche Theokratie an strebt, in Einklang gebracht werden. Daher halten wir diesen ganzen Plan eines politisch geeinten Arabiens für unreal. Sogar der beliebt gewordene Begriff der ״Föderation“ ist in diesem Fall sinnlos. Dagegen.. sei die Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den arabischen 'Staaten wohl zu begrüßen. Weizmann und Abdulla Der Korrespondent der arabischen Zeitung ״Ai Chaj'at“ schreibt seinem Blatt aus Amman: Die transjordanische Regierung hat aus Furcht vor unerwünschten Folgen das Ersuchen der Palästina-Regierung, Dr. Weizmann auf seinem Weg nach Petra die Durchreise nach Amman zu gestatten, abgelehnt. Hierauf schrieb Colonel Kisch einen Brief an Emir Abdulla und bat ihn, daß er mit Dr. Weizmann den König Hussein besuchen dürfe. Emir Abdulla war einverstanden, aber die transjordanische Regierung bestand darauf, daß die Einladung zurückgezogen wird. Daraufhin mußte der Sekretär des Emirs ein Telegramm absenden, worin Bedauern und Entschuldigung ausgesprochen wird. Hopps■ ScM-Wtea Kongreß: 29. Juni, Basel. Wahlen: in Deutschland voraussichtlich 31. Mai. Schekel: Schlußtermin zur Berechnung der Mandate 4. Mai. Schekalim, die bis zu diesem Tage nicht eingegangen sind» werden keinesfalls mehr für die Mandatszahl angerechnet. Die Schekelsammlung muß an allen Orten unverzüglich auf alle diejenigen erstreckt werden, die bisher noch nicht erfaßt worden sind! Wahlorte sind nur die Städte, die für das Jahr 5691 mindestens fünf Schekel von wahlberechtigten Zionisten abgeliefert habet!! Die neue Schekelarbeit muß sofort mit dem Endziel begönnen werden, ein zehntes Kongreß-Mandat zu sichern! . Arbeitet für den Erfolg de« Schekels! Dia Landes-Schake •Kommission dar zionistischen Vereinigung für neu sphiand SSIiS^ . Der Kotregxwideut von ״Al Dscbamija“ schreibt aus Amman: Dr. wdzmann beabsichtigt, in Amman die Frage da Vereinigung Transjordaniens mit Palästina zu erörtern. Dieses Gerücht hat bei den Bewohnern Tran«- jordaniens keine gute Aufnahme gefunden. Wir zweifeln, ob Dr. Weizmann den Mut haben wird, nach Transjordanieu zu kommen, da er ja in Palästina von einer Wache umgeben ist. Wir raten ihm, nicht den Versuch zu machen. (Dr. webmann hat in seiner Rede bei der Pressekonferenz des Keren Hajessod, die wir an anderer Stelle wiedergeben, auf die Angelegenheit seiner beabsichtigten Amman-Reise Bezug genommen. — A. d. R.) * Zugleich mit Dr. Weizmann weilte in Jerusalem der ägyptische Journalist Machtnud Asmi, der mit einer russisehen Jüdin verheiratet ist. Asmi wurde in der arabischen Presse heftig angegriffen, weil er angeblich Beziehungen zu zionistischen Führern unterhalte. Er gab darauf der arabischen Zeitung ״Feie st in“ ein Interview, worin er sagte, es sei richtig, daß er mit zionistischen Führern Zusammenkünfte gehabt habe, da er als Anhänger der panarabischen Bewegung natürlich auch ein lebhaftes Interesse an P?- lästina habe und der Zionismus eine nicht wegzuleugnende Tatsache des palästinensischen Lebens sei Er wolle sowohl die Meinung der Araber als auch die der Zionisten kennen lernen, um sich selbst ein Urteil zu bilden. Seine Meinung über den Zionismus könne er noch nicht sagen, da er sich noch als ein Lernender betrachtet; wenn die Zeit gekommen sein wird, wird er sich dazu äußern. Asmi ist am 29. März über Haifa und Beirut!! nach Europa abgereist. Eine arabische Delegation nach London? Jerusalem. 10. April. (.T.A) Es verlautet, daß im Laufe dieser Woclie eine arabische Delegation nach London entsandt werden soll. Eine offizielle Bestätigung dieser Nachrieht ist vorläufig nicht zu erlangen. Auch liegt keine Mitteilung darüber vor, ob sich die Delegation zum Zweck der Teilnahme an dem zweiten Teil der Verhandlungen zwischen der englischen Regierung und der Jewish Agency oder zwecks Ueberreichung eines Protestes gegen die gegenwärtige Palästina-Politik nach London begeben soll. Der Mufti von Jerusalem ist am 26. März (also noch vor Nebi Musa) von seiner Aegypten-Reise zurückgekehrt, ln Aegypten hatte er Gespräche mit den Führern aller Parteien. Die Wafd veranstaltete Ihm einen Empfang. König Fuad hat aber abgelehnt, Geld für palästinensisch-moslemische Zwecke zu spenden. Büd1er~Ein~ und Ausfuhr Deutschland exportiert am meisten Bücher nach Palästina• Aus der kürzlich veröffentlichten Aa ßenhandels-S־tatistik Palästinas kommt dem Außenhandel mit Büehern ein besonderes Interesse zu, weil er einen Spiegel des kulturellen Lebens bildet. Wir geben daher nachstehend diese Statistik ausführlich wieder. Büchereinfuhr nach Palästina: Land 1927 1928 1929 Wert In paläst. Pfund Aegypten 3076 3490 4353 Deutschland 3 665 543 5־ 7508 England 8 060 3596 4955 Frankreich״ ־׳' ’'״''׳«' « 1454 •' : :־1504״'״ 1064 Italien 690 692 :׳ ■ 1068 Oesterreich 495 576 524 Polen 3 555 3 233 2419 Syrien 929 1447 1230 Türkei 83 112 77 Vereinigte Staaten 1385 1586 1734 Uebrige Länder 750 719 883 ־־ 142 24 22 498 25 81Ö Aus dieser Aufstellung ist zu erkennen, daß der palästinensische Import von Büchern aus Deutschland in ständigem Wachsen begriffen ist. In den Jahren 1928 und 1929 stand Deutschland als Literaturlieferant an erster Stelle. Interessant ist hierzu der Kommentar der Zeitschrift ״Die Warte des Tempels“, des Organs der deutschen Templer, den wir statt eigener Anmerkungen hierher setzen. Das Blatt schreibt, die Stellung Deutschlands im Bücherhandel sei darauf zurückzuführen, daß in Palästina das zugewanderte Juden tum Trägerin einer verhältnismäßig großen, kulturell stark deutsch orientierten Gebildeten Schicht ist, die zur Befriedigung allgemein literarischer Bedürfnisse und. vielleicht in noch hoherem Maße, zur wissenschaftlichen Belehrung gerne deutschsprachige Literatur heranzieht. Außerdem sind die deutschen Kolonien, in denen verhältnismäßig viel gelesen wird, bedeutende Verbraucher deutscher Bücher. Es mag in diesem Zusammenhang erwähnt werden, daß die Jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem mit ihren insgesamt etwa 275 000 Bänden zugleich die größte deutsch• sprachige Büchersammlungbenerbergt, diein ganz Asien anzutreffen ist.“ Weiter schreibt die ״Warte“: ״Englands starke Stellung auf dem palästinensischen Büchermarkt bedarf keiner näheren Erläuterung. Aus Aegypten und Syrien werden neben einem kleinen Prozentsatz schöngeistiger arabischer Literatur vor allem arabische Schul- und fachwissenschaftliche Bücher bezogen. Der ziemlich hohe Einfuhranteil Pole ns findet seine Erklärung in der Tatsache, daß ein sehr großer Teil der jüdischen Einwanderer aus Polen stammt und seinen Bücherbedarf in Polen deckt. Aus Polen kommt ein beträchtlicher Teil der eingeführten jiddischen und religiösen hebräischen Literatur. Uebrigens ist der importanteil Polens wohl im Zusammenhang mit der Entwicklung einer eigene« palästinajüdischen Buchindustrie, in den letzten Jahren stetig zurückgegangen, während die Bedeutung Deutschlands, Aegyptens, der Vereinigten Staaten und Italiens als Bücherlieferanten stetig zunimmt. Beachtenswert ist der Umstand, daß der Anteil Frankreichs an der palästinensischen Büchereinfuhr trotz der rührigen französischen Kulturpropaganda sehr gering ist Wie eben erwähnt, macht sich in Palästina eine wachsende eigene Verlagstätigkeit bemerkbar. Im letzten Jahre sind allein 360 hebräische Bücher (Originalveröffentlichungen und Uebersetzungen) erschienen. Ein nid« unbedeutender Teil dieser Bücherproduktion wird ins Ausland exportiert, besonders nach Ländern, in denen eine größere jüoische Bevölkerung lebt. Ueber den Wert der pallstinensischen Bücherausfuhr liegen folgende Ziffern vor: 1927 .... £P?456 1928 . . . . £P 9149 1929 . . . . £P 7775 Der wichtigste Abnehmer palästinensischer Bücher Ist Arne* rika, das 1929 für £P 3004 (1928: £P 5727) Bücher in Pa; lästina kaufte. Polen bezog 1929 Bücher für £P 1016, England für £P 642, Deutschland für £P 618, Oesterreich für £P 497, Aegypten für £P 412 und Syrien für £P 303.“

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