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Jüdische Rundschau · 1931-03-13 · Heft 20 (13.3.1931) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 20 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 20, 13. ITT. 1031 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 127 Droht eine jüdische Wirtschattskatastrophe? Von Dr. Alfred Marcus Diese Frage hat Herr Dr. Arthur Prinz in Nr. 18 der ״jüdischen Rundschau“ zu beantworten gesucht. Er ist hierbei 711 Ergebnissen gekommen, die von der überwiegenden Auffassung des Problems stark abweichen. Seine Prognose der wirtschaftlichen Chancen des Welt Judentums und des deutschen Judentums ist günstig. Warum? Es sei zunächst eine Vorbemerkung zur Methodik der Prinzsehen Beweisführung gestattet: Herr Dr. P. setzt Faktoren miteinander in Beziehung, die inkommensurabel sind. Er gelangt nämlich zu einer Widerlegung der Richtigkeit ungünstiger Prognosen für das wirtschaftliche Schicksal der Juden auf Grund von drei Thesen: 1. Es ist nicht beweisbar, daß wir zurzeit einen Niedergang oder gar bereits das Ende der kapitalistischen Wirtschaftsform erleben. 2. Das allgemeine Lebensniveau der Völker wird keine Senkung, sondern eine Hebung erfahren. 3. Es ist keine Verdrängung des Handels festzustellen, sondern die Zahl der im Handel Beschäftigten hat ungeheuer zugenommen. Diese drei Thesen haben weder miteinander etwas zu tun noch (bis auf die dritte) mit dem, was man gemeinhin als vvirtschaftliches Schicksal der Juden begreift. Die erste These betrifft die Wirtschaftsform, die in der Welt in absehbarer Zukimft herrschen wird; die zweite den allgemeinen Wirtschaftseffekt, also den Lebensstandard. Die dritte schließlich be-?!elit sich auf ein Glied in der großen Kette wirtschaftlicher T e c 11 n i k , den Handel. Jede der drei Konstatierungen ist von einer anderen Kategorie wirtschaftlichen Denkens und Qeschehens hergeleitet. Ihr gemeinschaftlicher Ansatz zur Herbeiführung eines schlüssigen Beweises ist nicht angängig. Will man in irgendeinem Sinne Prognosen des künftigen wirtschaftlichen Schicksals der Juden aufstellen, so hat die These 1) hierbei ganz auszuscheiden. Es ist sicherlich sehr reizvoll, dem Kapitalismus die Haare auszureißen, sie zu spalten und dann je nach Geschmack und Temperament festzustellen, sie seien bereits stark angegraut oder doch eigentlich noch recht jugendlich schwarz, braun oder blond. (Das ist mm allerdings nicht auf Herrn Dr. Prinz gemünzt, sondern auf die große Anzahl allzu zünftiger Nationalökonomen, die sich und ihre Hörer und Leser damit unterhalten, dem Kapitalismus Patiencen zu legen.) Aber noch so interessante und reizvolle Gedankenspielereien dieser Art haben mit dem wirtschaftlichen Leben der Fragen, die uns Juden interessieren, nichts zu tun. Es kommt für uns auch viel weniger auf die Prognose an als auf die Diagnose. Im Hinblick auf diese geht Herr Dr. Prinz doch wohl von Voraussetzungen aus, die nicht stichhaltig sind. Damit kommen wir zu den Thesen 2) und 3) und zu den Folgerungen, die Prinz aus ihnen herleitet. Unterstellen wir, d is allgemeine Lebensniveau der Völker werde sich tatsächlich heben: in welchem Sinne werden wir als Juden alsdann hieran partizipieren? Werden wir ü be rh au p t als solche hieran parfizipieren können? Diese Frage ist nicht so ohne weiteres zu bejahen. Nämlich gerade desMb nicht, weil .der jlürchs.cjjnitti liehe Lebensstandard'zum mindesten der mittel-und wesieurcH päischen Juden, aber auch der amerikanischen Juden in großen Teilen heute noch ein erheblich höherer ist als der der mittel- und westeuropäischen Völker und des amerikanischen schlechthin. Das läßt sich zahlenmäßig belegen. (Ich verweise auf die Berechnungen, die in jüngster Zeit A. Menes über das jüdische Volkseinkommen in Europa und Amerika angestellt hat.) Nun: Venn die Juden in den fraglichen Gebieten heute noch einen höheren Lebensstandard als ihre Umwelt behaupten, wenn aber der Standard fieser Umwelt so stark steigen wird, wie Herr Dr. Prinz dieses mit John M. Keynes und anderen Autoritäten wirtschaftlicher Prophetie annimmt, so besteht doch immerhin eine sehr große Wahrscheinlichkeit dafür, daß der allgemeine Lebensstandard dem jüdischen immer näher kommt und ihn schließlich ganz einebnet. Es sei denn, daß die Juden die ״zusätzliche wirtschaftliche Leistung“, welche sie innerhalb der letzten Jahrzehnte für sich verbuchen konnten, auch in Zukunft zu vollbringen vermögen. Es liegt auf der Hand, daß die Mög- Fchkeit hierzu um so kleiner wird, je mehr der allgemein erzielte Wirtschaftseffekt, also der durchschnittliche Lebens- Standard, steigt. Nun wäre es an sich kein Unglück, wenn diese Einebnung des durchschnittlichen jüdischen Lebensstandards erfolgte; aus welchem Rechte sollten wir auch für uns den Anspruch auf einen höheren Lebensstandard herleiten dürfen, wenn nicht aus dem einer unserer Umwelt gegenüber überhöhten Wirtschaftliehen Durchschnittsleistung? Wenn wir diese aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zu vollbringen vermögen, so müssen wir uns — immer unter der Voraussetzung der Stich- Fähigkeit der These 2) — die Einebnung eben gefallen lassen, ln dieser läge aber vom jüdischen Standpunkt aus gesehen eine große Gefahr. Denn: überall da, wo Juden nicht in geschlossenen, zahlenmäßig starken Sied- 1 u n g e n sitzen — es ist im vorliegenden Zusammenhänge nicht entscheidend, ob dies in Palästina oder irgendwo in der Veit der Fall ist —, bildet die durch Vollbringung einer zusätzlichen wirtschaftlichen Leistung hewirkteUeberhöhungdesdurchschnittlichen jüdischenLebensstandardsgegenüberdemder Hm weit •die wesentliche Voraussetzung für die Aufrecliierhaltung eines jüdisch-kultu• feilen Eigenlebens. Anders ausgedrückt: Diese Voraus* Setzung wird gebildet durch das Vorhandensein einer mittelständischen oder wenn man so will ״bourgeoisen“ jüdischen Schichtung. Nun ist der Begriff einer solchen Schichtung natär* lieh relativ. Der durchschnittliche Lebensstandard beispielsweise der mittel- oder westeuropäischen Juden mag in 50 oder 100 Jahren absolut genommen ein viel höherer sein als heute. Ist er aber dann nicht mehr höher als der ihrer Umwelt, so ist das unweigerlich gleichbedeutend mit unserer völligen Assimilation in diesen Gebieten, welche für geschlossene und zahlenmäßig starke jüdische Siedlungen einen Raum nicht herzugeben scheinen. Es kommt also hier für uns auf die Relationen an und nicht auf eine absolute ״prosperity“, mag sie auch noch s0 glänzend sein, ln welcher Wirtschafts form sich Entwicklungen dieser Art abspielen werden, ist prinzipiell nicht entscheidend. Hier hat die Diagnose ehmisetzen. Diese ist nur zu stellen auf Grund einer möglichst genauen Kenntnis von der Relation des durchschnittlichen jüdischen Lebensstandards zum durchschnittlichen Lebensstandard unserer Umwelt, Die Pro״ gnose kann dem erst folgen. Solange dieses Ziel nicht er* reicht ist, kann sie an Hand allgemeiner Voraussagen auch nicht mit einiger Zuverlässigkeit gefunden werden. Nun zu der die Wirtschafts t e c h n i k betreffenden These des Herrn Dr. Prinz: ״Der Handel wird nicht ausgeschaltet, sondern seine Bedeutung wächst.“ Hier ist die Beweisführung des Herrn P. in allen Einzelheiten abzulehnen. Was beweist es zunächst für uns Juden und unsere wirtschaftliche Situation, daß das Volumen des internationalen Warenumsatzes gestiegen ist? Wir Juden sitzen allenthalben in sehr hohen Prozent- Sätzen im Handel. Herr Dr. P. argumentiert nun so, daß die Warenumsätze international gestiegen sind und daß infolgedessen auch eine irgendwie abgegrenzte Schichtung mit einem hohen Prozentsatz Handelstreibender hiervon Vorteile haben müsse. Das ist deshalb falsch, w׳eil hier in der leider üblichen, aber deshalb nicht weniger Verwirrung stiftenden Weise der Begriff des ״Handels“ (als Tatsache wirtschaftlicher Technik) gleichgesetzt wird dem des ״Umsatzes“ (als einem sichtbaren Effekt wirtschaftlicher Tätigkeit). Das ist nicht angängig. Nur dann, wenn Herr Dr. P. exakte Unterlagen darüber hätte, wie groß der Prozentsatz im internationalen Warenumsatz war, der im direkten Verkehr zwischen Produzenten und Konsumenten im Jahre 1913 erzielt wurde und wie hoch er 1929 und 1930 war, könnte er darüber urteilen, daß die Steigerung des internationalen Warenumsatzes auch für den Handel im Sinne wirtschaftlicher Technik eine Vergrößerung des Tätigkeitsgebietes der Handeltreibenden im eigentlichen Sinne des Wortes mit sich gebracht hätte. Dieser Nachweis wird aber kaum zu führen sein. Er ist auch nicht dadurch zu führen, daß Herr Dr. Prinz feststellt, die Anzahl der im Handel Beschäftigten sei in führenden kapitalistischen Ländern wie in Deutschland und in den U. S. A. ungeheuer gestiegen. Denn: die Anzahl der Beschäftigten ist noch nicht gleichbedeutend mit einem Anwachsen der Anzahl wirklich ״Handeltreibender“. Wie weit ist an der Steigerung der Anzahl der Beschäftigten beteiligt die Gründung von Werkshandelsfirmen, Produzentens'eßen abo, die mit der Handelskategorie, in welcher wir Juden zu sitzen pflegen, nichts zu tun haben und sie sogar bekämpfen? Auch diese Frage wäre erst zu klären. Weiter: Herr Dr. P. vergleicht Zahlen von 1907 mit denen von 1925. Er kommt auf Grund dieser Vergleiche zu dem Ergebnis, daß die in der Abteilung ״Handel und Verkehr“ Beschäftigten in Deutschland um 1,8 Millionen zugenommen haben. Nun darf man gerade für Deutsch- Iand folgendes nicht vergessen: Erstens hat unsere Gesamtbevölkerung im gegenwärtigen Reichsgebiet von 1907 bis 1925 zugenommen, zweitens ist ein Teil Erwerbsfähiger, der früher in der Armee tätig gewesen ist, zu Handelsberufen übergegangen und drittens ist die Rubrizierung ״Handel und Verkehr“ für die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht mehr zeitgemäß und deshalb irreführend. Was heißt in dieser Rubrizierung ״Handel“ und was heißt in ihr ״Verkehr“? Ist nicht gerade die Gruppe ״Verkehr“ aus technischen Gründen auf־ Kosten des Handels besonders stark gewachsen? Hat nicht die enorme Verbesserung unserer verkehrstechnischen Möglichkeiten in Nachrichtenübermittlung und Güterversendung den Handel des früheren Typus, dem wir Juden im wesentliehen angehören, vielfach überflüssig gemacht? Das sind alles Fragen, an denen Herr Dr. Prinz vorbeigeht. Vielleicht hält er sie nicht für entscheidend. Aber eines wird er sicherlich auch-:fmt ׳mir ־für־,efrtsdfefdend־Höften: d a•s J a:ft¥“f92$׳"a4 s׳ Stich j all r 41 ef "zah len nf ä ß i g e n K oh st äffe r u rt - gen ist nicht mehr zu verwenden. Denn: die großen Kartellierungen, welche den direkten Verkehr zwischen Produzenten und Konsumenten so sehr gefördert haben und deren ausgesprochener Zweck darin lag, den freien Handel in den uns Juden am meisten interessierenden Kategorien auszuschalten, haben sich 1925 entweder erst in ihren Anfängen befunden oder aber sie waren noch gar nicht durchgeführt. Man denke an Organisationen wie die deutschen Eisenverbände, die internationale Rohstahlgemeinschaft, das Kupferkartell und all die großen Pools, die damals oder etwas später entstanden. Jedenfalls waren diese Organisationen zum Zeitpunkte der letzten deutsehen Berufszählung noch keineswegs so weit aktiv, daß ihr Einfluß auf die Zurückdrängung des wirklichen ״Handels“ in dieser bereits erkennbar sein konnte. Das ist erst in den seither vergangenen sechs Jahren der Fall gewesen. Die großen Trusts sind auch erst in diesem Zeitraum entstanden. Wann! Herr Dr. Prinz, wurden die Vereinigten Stahlwerke gegründet, der britische Chemietrust und ähnliche Mammuttrusts? Das liegt alles erst nach 1925. Die Ziffern der damaligen Berufszählung sind daher für uns heute in keiner Weise mehr maßgebend, und wenn Sie darauf hinweisen, daß die Zahl der Selbständigen im Handel von 1907 auf 1925 um 270 000 Personen zugenommen hat, während sie in Landwirtschaft und Industrie fast gleich blieb, so bliebe doch erst noch zu untersuchen, um wieviel sie seit 1925 wiederabgenommen hat. Hiervon aber ganz abgesehen: es kommt ja nicht nur auf die Zahlen an, das heißt auf die Menge der selbständigen Handeltreibenden, sondern es kommt vor allem auch auf den privaten Nutzeffekt ihrer Tätigkeit an. Herr Dr. P. wird nun wahrscheinlich sagen, es sei eine reine Konjuukturerscheinung, daß dieser Nutzeffekt heute nicht den Erwartungen entspreche. Das ist aber völlig unbeweisbar. Insofern also steht der wichtigste Teil d•־ Prinzschen Beweisführung auf ganz unzureichenden Grundlagen, und damit sind auch die Folgerungen abzulehnen, die Herr Dr. P. aus seiner Argumentation zieht. Es ist vor allem für uns Juden als gefährlich abzulehnen, in einer Art von wirtschaftlichem CouGsmus unsere Leistungsfähigkeit dauernd zu überschätzen. Aus diesem System und seiner kritiklosen Anwendung in Amerika ist j'a gerade die große Vertrauenskrise herausgewachsen, welche die Folgen der strukturellen weltwirtschaftlichen Veränderungen, die wir heute spüren, noch so stark in die konjunkturellen Spitzen hinein gesteigert hat Wir Juden haben zu diesem Coueismus gar keine Veranlassung. Wir sollten uns viel eher das diagnostische Rüstzeug für die Erkenntnis unserer gegenwärtigen Situation innerhalb der Weltwirtschaft schaffen und nicht die Augen vor Entwicklungen verschließen, die bedrohlich genug sind, um jede mögliche Berücksichtigung zu rechtfertigen. Der Zusammenbruch einer ffldisehen Bank Wie aus N ew York gemeldet wird, wurden sieben Direktoren und Beamte der ״Bank of United States“ sowie der geschäftsführende Direktor von vier dieser Bank ״ingcschlosseren Gesellschaften wegen Veruntreuung und Betrug unter Anklage gestellt. Die Höchststrafe für diese Vergehen beträgt sieben Jahre Gefängnis und tausend Dollar Geldstrafe. Unter den angclriagien Personen sind der Prä;ident der Bank. Bernhard M a r_c u s , ferner ihr Syndikus Isidor K r c s c 1, der Vizepräsident Saul Singer, dessen Sohn Herbert Singer, die Direktoren Henry W. Pollock. Simon K11 g e 1' und A S. White. Der Zusammenbruch dieser Bank, über den wir seinerzeit berichtet haben, ist eines der charakteristischsten Symptome für die Wirtschaftskatastrophc des amerikanischen Judentums. Der Wert der Aktien dieser Bank, die fast ausschließlich in den Händen des jüdischen Mittelstandes und des jüdischen Kleinbürgertums des New Yorker Ostens waren, betrug noch vor zwei (ähren 225 Mill. Dollar. Heute sind diese Aktien nicht nur wertlos, sondern nach dem amerikanischen Gesetz haftet jeder Aktionär den Depositaren der Bank gegenüber mit dem doppelten Betrag des Nominalwertes seines Aktienbesitzes. Aber auch die imorin Depositare der Bank waren fast ausschließlich Juden, und zwar durchweg der unteren Schichten, Arbeiter, kleine Händler, kleine Beamte usw. Die Depositare erhalten vorläufig von einem Bankenkonsortium Darlehen bis zu 50 der Höhe ihres Deposits, aber die endgültige Abwicklung der ganzen Augelegenheit ist nicht abzusehen. Aus diesen Tatsachen kann man sich ein Bild davon machen, in welchem Maße die Wirtschaftskrise besonders auf den jüdischen Mittelstand verheerend gewirkt hat. Indirekt wirkt sich dieser Niedergang auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft anderer Länder aus, die bisher von Amerika unterstützt wurden, besonders in Polen und P a - 1 ä s t i n a. Mtllionenspenden amerikanischer Jaden New York, 24. Februar. (J. T. A.) Aus eben veröffentlichten amtlichen Aufstellungen geht hervor, daß von dem Gesamtbetrage von 142 082 670 Dollar, die im Jahre 1930 in den Vereinigten Staaten in Spenden von mindestens einer Million Dollar von Einzelpersonen und Stiftungen philanthropischen Zwecken zugeführt wurde, 35 470 020 Dollar oder 25 0/0 von j u - dischen Persönlichkeiten und Institutionen stammen. Auch die drittgrößte und viertgrößte Spende des Jahres wurden von Juden gemacht: Maurice Falk hat 10 Milk, der verstorbene Conrad Hubert 8750 003 Dollar im Jahre 1930 philantropischen Zwecken gewidmet. Nachstehend die Liste der jüdischen Persönlichkeiten, die im Jahre 1930 Spenden von einer Million Dollar und darüber für wohltätige Zwecke gemacht haben: Max Adler (eine Million Dollar für ein Planetarium in Chicago), Louis Bamberger und Frau Felix Fuld (fünf Millionen Dollar für ein Institut für höhere Studien in Newark), Max Epstein (eine Million Dollar für ein Kunstmuseum an der Universität Chicago), Maurice Falk (10 Millionen für die Pittsburgher Wohlfanrtsstiftung), Daniel Guggenheim (1>'י Millionen letztwillig für die Daniel und Florence Guggenheim-Süftung), Conrad Hubert (8 750003 Dollar letztwillig für sieben verschiedene Wohlfahrtszwecke), Ralph Jonas (eine Million Dollar für die Vereinigten jüdischen Wohlfahrtsorganisationen von New York und Brooklvn), Jules Mastbäum (zwei Millionen für das Rodin-Museum in Philadelphia), Harry H. Meyer (2 470 220 Dollar letztwillig für das Montefiore-Spital in Pittsburgh und das Mount Sinai-Spital in New York), Julius Rosenwald (2550000 Dollar Tür drei Wplilf abriS zw reite )'-־ ifn d ■MorrI5“Sthtnasi '(eine .MTHiolt. DfMlar'tetrt-* willig für-ein Spital ln Konstantinopel). .'־: ' ־ Einwanderung im Januar Im Monat Januar sind in Palästina 262 Personen, davon 150 Juden, 97 Christen und 15 Mohammedaner eingewanderb In der Gesamtzahl eingeschlossen sind 106 Personen (43 Juden, 55 Christen und 8 Mohammedaner), die als Touristen ins Land kamen und hier die Erlaubnis zum dauernden Aufenthalt erhielten. 39 Immigranten ist die Einreise verweigert worden. Die Zahl der Auswanderer im gleichen Zeitraum betrug 71, davon 42 Juden, 24 Christen und 5 Mohammedaner. Tagung des zionistischen Parteirats Polens Warschau, 10. März. (J. T. A.) Unter dem Vorsitz von J. Klumel begann am Sonntag die Sitzung des Parteirates der Zionistischen Organisation ״Kongreßpolen־, der auch alle Mitglieder des zionistischen Zentralkomitees, sowie mehr als 50 Vorsteher verschiedener jüdischer Gemeinden der Provinz beiwohnten, ln einem dreistündigen Referat gab Abg. J. Grünbaum Rechenschaft über die letzten Unterhandlungen zwischen der englischen Regierung und der Jcwisli Agency und machte zum Schluß den Vorschlag, daß die Tagung einen Delegierten in die Politische Kommission der Jewish Agencv als Vertreter der polnischen Judenheit zur Teilnahme an dem zweiten Teil der Unterhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung entsende. Der Spreeher der Revisionisten, Ing. K u z e n o k , erklärte, der MacDonald-Brief sei vollkommen unbefriedigend, das von Grünbaum geführte Zentralkomitee repräsentiere nicht den polnischen Zionismus, die zionistische Landeskonferenz müsse sofort einberufen werden. Im Namen der Gruppe ״Eth Liwnoth“ erklärte Dr. Gott lieb, Grünbaum habe nicht das Recht gehabt, sich im Namen der polnischen Zidhistischen Organisation an den Arbeiten der Politischen Kommission in London zu beteiligen. Grünbaum führte in seiner Antwortrede aus, im ersten Teile der Unterhandlungen zwischen englischer Regierung und Jewish Agency seien die Angelegenheiten der Einwanderung, des Bodens und der Arbeit erledigt worden. Das Problem der Arbeit wurde glänzend gelöst, in den Fragen des Bodenkaufs und der Einwanderung wurde etwas weniger, immerhin auch hier ein positives Resultat, erreicht. Wir haben einen T e i 1 s i eg errungen. Zwischen R e v i s i o - nisten und Radikalen scheiden sich di c Wege, Die Revisionisten sind auf dem Wege, die Zionistische Organisation zu verlassen, die radikale Gruppe ״Al Hamischmar“ aber habe ihre Politik nicht geändert. Wir haben gefordert und fordern auch heute, daß Weizmann die Führung ab gibt. Weizmann selbst will demissionieren. Wir aber werden ihn in seinem Kampf auf dem Gebiet der auswärtigen Politik unbedingt unterstützen. Nachdem in der Nachtsitzung mit Stimmenmehrheit heschlossen wurde, auch für den zweiten Teil der Verhandlungen zwischen Agency und englischer Regierung einen Vertreter in die Politische Kommission (Grünbaum) zu entsenden, erklärtendicRevisionisten ihren Austritt aus dem Parteirat. Auch die Gruppe ״E t h Liwnoth“, deren Vorschlag auf Einberufung einer Landeskonferenz abgelehnt wurde, trat aus dem Parteirat aus. Die Vertreter beider Grupptn verließen den Saal. Im Parteirat verblieb eine Minderheit unter Führung von Grünbäum. Umgestaltung der ״Zlko“. Wie die ״Ziko“ (״Zionisti-che Korrespondenz“) mitteilt, tritt eine Veränderung in der Redaktion und Gestalt der Korrespondenz ein. Der bisherige Redakteur, Dr. A. Bonne, legt die Redaktion nieder, da er zum Letter des Wirtschaftsarchivs für den Vorderen Orient in Jcrusalem ernannt worden ist. Die Redaktion des neuen Bulletins übernimmt Dr. Fritz Loewenstein, der bisher die von der Zionistischen Exekutive in London herausgegebene Presse- Revue redigiert hat. Presse-Revue und Ziko erscheinen unter dem Namen ״Jewish Agency Bulletin“ in Zukunft in einer Ausgabe vereinigt als wöchentliche Publikation der V:\ekutive der Jcwisli Agency, Jerusalem, in englischer und deut- , scher Sprache. »:!J 4 fr 'fl, ÄAlli* «1

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