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Jüdische Rundschau · 1931-03-06 · Heft 18 (6.3.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 18 (6.3.1931)
Date
1931-03-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Sette 114 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 18, 8. IE 1931 \X׳lr haben schon bei früheren Verhandlungen erklärt, daB wir auf die Urwahlen verzichten würden, wenn aus den bereits bestehenden Vertreterversammlungen der einzelnen Landesverbände nach dem Proportional-wahlsystem die Reichsvertreter entnommen werden, deren Anzahl auf eine neue Seelenzahl nra Reichsvertreter umgerechnet werden könnte; es hätte dann eben jede Fraktion eine bestimmte Zahl ihrer Mitglieder für die Keichstagung zu nominieren. Damit wäre der demokratische Charakter der Reichstagung ausreichend gewahrt Dieser Charakter wird indes wieder zerstört, wenn — wie aus dem zitierten Wortlaut des Entwurfes Br. hervorgeht —־ die Nominierungen nicht von den Fraktionen der Landesversamm־ lungen, sondern von den ״Gemeindeverbinden“ also offenbar von Rat und Versammlung gemeinsam, vorgenommen werden. Denn da die Zusammensetzung der Räte keineswegs demokratischen Anforderungen genügt, so wird damit in die Wahl der Reichsvertreter ein neues Element hin eingetragen, das die Voraussetzungen für unsere Zustimmung zu diesem Wahlmodus an Stelle der Urwahlen beseitigt. Tn diesem Punkte werden wir in keinem Falle nachgeben können. Weiterhin ermöglicht die erwähnte Fassung des Entwurfes die Ernennung von Abgeordneten auch von seiten solcher Verbände, die, wie Sachsen und Hessen, überhaupt keine aus demokratischer Urwald hervorgegangene Vertretung besitzen. Auch eine Uebergangsbestimmung, die eine provisorische Zulassung dieser Delegierten, sei es auch nur auf drei Jahre, vorsieht, wäre für uns nicht annehmbar, weil die Ver- Sammlung jederzeit diese Frist verlängern könnte. Wir könnten selbst einer Bestimmung, die eine Zweidrittelmehrheit für eine solche Fristverlängerung vorsieht, nicht zustimmen, weil eben eine solche Bestimmung überhaupt mit der Möglichkeit einer Fristverlängerung rechnet Eine ReiehsorganisaÜon könnte auch ohne Sachsen und Hessen {־=* zirka 10 <y® aller deutschen Delegierten) zustande kommen; der AusschluB der beiden Länder würde den wirksamsten moralischen Druck auf die Juden dieser Länder darstelien, der sie in absehbarer Zeit veranlassen würde, ihren Widerstand gegen die Gleichstellung aller Juden, wenigstens bei den Wahlen zum Rdehsverbande, aufzugeben. — Wir brauchen nicht hervorzuheben, daß wir mit dem Fortfall der Bestimmung, nach der die Zahl der preußischen Verfreier unter der Hälfte der Gesamtzahl der Vertreter aller Landesverbände bleiben muß, also mit der Beseitigung des Sonderschirtzes für bajuvarische Belange, einverstanden sind. Eine unerläßliche Voraussetzung für unsere Zu- Stimmung zu einem Reichsverbands-Entwurf bildet die klare Festlegung der Aufgaben des Verbandes im § 1 im Sinne der ״Pflege des Oesamtbewußtseins der deutsehen Juden“ als einer seiner vornehmsten Aufgaben. Die Streichung dieses Passus im Entwurf Br. mit der Motivierung, daß ״die Aufgaben des Verbandes innerhalb der Orenzen zu erfüllen wären, die ihm als religiöser Gemeinschaft gezogen sind“, entzieht der gesamten Unternehmung in unseren Augen die Grundlage. Wie wir wissen, wird auch in manchen liberalen Kreisen verstanden, daß diese Einschnürung des Aufgabenkreises des Reichsverbandes den Sinn seiner öffentlichen Wirksamkeit in diesen Tagen der Not entstellt; diese Kreise werden daher für den für uns geforderten Namen ״Reichsverband der deutschen Juden“ eintreten und den von Breslauer vorgeschlagenen Namen ״Reichsverband jüdischer Gemeindeverbände Deutschlands“ aWehneo — ein Name, der schon in seiner gequälten Konstruktion and Kompliziertheit die gewaltsame Einpressung von Geschichte und Leben in den Rahmen eines Parteidogmas verrät Die ״deutschen Juden“ sollen ihre Vertretung erhalten. ״Deutscher Jude“ ist ein historischkultureller Begriff; ״Preußischer Jude“ und ״Preußischer Gemeindeverband“ sind unhistorische und kulturell inhaltlose Begriffe, mit denen wir zu operieren haben, weil uns der komplizierte Aufbau des Deutschen Reiches zur Schaffung solcher technischen Notbehelfe zwingt. Mit der Schaffung des Reichsverbandes wollen wir eben über dieses aus Dutzenden von deutschen Dynastien erwachsene Schema hinausstreben und ein Spiegelbild wirklichen Lebens der deutschen Judenheit schaffen. Ein voraussichtlich weiterer Fortschritt ist in der Frage der sogenannten ״beiden, religiösen Hauptrichtungen“ zu verzeichnen — zwar nicht in dem Entwurf Br., aber in dem Resultat von interfraktionellen Besprechungen. Der Entwurf Br. hält an dieser Formulierung fest. Zwar sieht er die Möglichkeit der Einsetzung von Ausschüssen auch anderer Richtungen vor, aber auch diese neuen Ausschüsse müssen ״religiöse“ sein (wobei man an die Mittelpartei oder die Überpartei* liehe Richtung denken könnte); ein volksparteilicher Ausschuß würde als ״nicht religiöser, sondern politischer“ nicht akzeptiert werden. Aber diese gesamten Schwierigkeiten lassen sich durch Beseitigung aller Be- Stimmungen über die Schaffung von Kultus- und Unterrichtsausschüssen umgehen. Unterricht ist Landessache; daher haben die Unterrichtsausschüsse in den Landesverbinden ihre Bedeutung. Das Reich könnte auf diesem Gebiete nur ein Rahmengesetz schaffen, eine gutachtliche Tätigkeit der Unterrichtsausschüsse käme im Reichsverband kaum in Frage, und Meinungsverschiedenheiten auf diesem Gebiete oder etwa in der Frage der verschieden gerichteten Lehrerseminare könnten im Plenum des Verbandstages ausgetragen werden. Mit dieser Streb chung wäre ein wesentliches Hindernis ausgeräumt Etwas scherzhaft mutet die Bestimmung an, daß die Schaffung von Anstalten, wenn die ״religiösen Hauptrichtungen“ es fordern, für beide Richtungen getrennt erfolgen könne — offenbar deshalb, weil sich der Reichsverband In Zeiten des Geldüberflusses den Luxus von Parallelanstalten wird leisten können, und weil es ferner für den liberalen Juden offenbar eine ebenso Schwere Gewissensbeiastung darstellt, koscher zu essen, als für den orthotoxen, trefe zu essen. Der Weg zur Schaffung des Verbandes Ist also noch voller Dornen. Aber zweifellos ist in manchen nicht unwichtigen Punkten Ucbereinstimmung erzielt worden, und es braucht die Hoffnung nicht aufgegeben zu werden, daß der Verband, der uns bitter not tut, auf der bevorstehenden Berliner Tagung nicht zum dritten Male Im Orkus verschwindet Aber eines sei zum Schluß bemerkt Die Annahme eines Entwurfes mit knapper Mehrheit, also gegen das Votum der Volkspartei, wäre auch für die Gegenpartei wertlos. Ein Reichsverband würde seinen Aufgaben nur dann gerecht werden können und nur dann die nötige Autorität in den Augen der Judenheit und unserer Umweit genießen, wenn er nicht andauernd mit der Opposition einer starken Partei zu rechnen hat und mit schweren inneren Kämpfen belastet Ist; er könnte nur dann vor der Öffentlichkeit im Namen der deutschen Juden seine Stimme erheben, wenn er mit der einheiligen Zustimmung aller Juden Preußens zustande gekommen ist. Ritaalmordhetze io PaUsttoa Jerusalem, 2. März. (J. T. A.) Die arabische Zeitung ״Felestin“ veröffentlicht unter dem Titel ״Arabische Kinder von einem jüdischen Verbrecher gestohlen. Wurde die Tat zum Zwecke der Blutentnahme verübt?“ eine Notiz, durch die zum ersten Male in Palästina und zum erstenmal im Vorderen Orient seit der Ritualmordaffaire von Damaskus öffentlich die Biutbeschuldigung gegen die Juden erhoben wird. In der Notiz wird mitgeteilt, etn arabischer Gemüsehändler namens Mahmud Ahmed al Sayed habe, als er am Sonnabend, dem 28. Februar, abends, nach Jaffa kam, in der Nähe der Regierung*schule den Juden Omar Levi getroffen, der einen weiten Mantel trug, unter dem er anscheinend einen größeren Gegenstand verbarg. Sayed habe Verdacht geschöpft und habe, als er sich dem Juden näherte, die Stimmen schreiender Kinder gehört Auf Sayeds Aufforderung gab der Jude einen Knaben und ein Mädchen, Kinder von Said Almaahoun, frei. Er war sehr erschrocken und behauptete, er habe die Kinder bloß zu seinem Vergnügen «pazierengeführt. Al Sayed veranlaßt die Verhaftung Omar Levis. ״FeJesün“ knüpfte an diesen Bericht der angeblich seinem Herausgeber von dem arabischen Gemüsehändler persönlich übergeben wurde, die Vermutung, daß Lev! die Kinder, die in letzter Zeit in Haifa und in anderen Orten verschwunden sind, gestohlen hat Colonel Kisch hat beim Chefsekretlr Young ein behörd- Hches Einschreiten gegen die arabische Zeitung wegen Verfyeitung dieser gefährlichen Verleumdung gefordert Die Frage wird vermutlich vom High Commissioner selbst im Exekutivrat der Regierung zur Sprache gebracht werden. Inzwischen hat Chefsekretär Young die laffaer Behörden angewiesen, Nachforschungen über, den in der Notiz des ״Feiestin“ behaupteten Vorfall ein zuleiten und insbesondere festzustellen, ob tatsächlich ein Mann namens Omar Levi verhaftet wurde. Der High Commissioner hat daraufhin die Sucpendlerung der arabischen Tageszeitung ״Feie st in״ angeordnet Gleichzeitig hat der High Commissioner, wie die J. T. A. erfährt, den stellvertretenden Generalstaatsanwalt anfewiesen, die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verolgung des Blattes zu prüfen. Polizei-Razzien in Palästina Jerusalem, 2. März. (J.T.A.) Die Polizei ha* im Hadassah-Hosjpital in Saferf und im Scfndfiätfse der Misrachi• Kolonie Kfar Chittim bei Tlberias Haussuchungen nac 11 Waffen veranstaltet, die vollkommen ergebnislos verliefen. Der Chef der Geheimpolizei, Riggs, hat das Hau« des extremistischen Mitglieds der Arabischen Exekutive, Selm Bey Abdul Rahtnan, in Tulkarem, der nach den Unruhen im August 1929 zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war, nach aufrührerischer Literatur aurclisuchen lassen. Zahlreiche Schriften und Dokumente wurden beschlagnahmt Mit Abdul Rahman wurde ein strenges Verhör betreffend eine angeblich in seinem Hause stattgefundene geheime Versamtniung angesteilt. Mi Der letzte und grSfite jüdische Gesellschaftsbau «er Saison if E/ac1 spien S. MÄras, Marmorsaal Koscher-Buffet / Rlesenlombola Groftes Tanzlournler Karten äM.5. —, für Studierende und Mitglieder somatischer Jugendorganisationen M, 3.—. Letzter Vorverkauf: Sonnabend, abends 7—10 Uhr» Sonntag von 9—5 Uhr im Büro der Berliner Zionistischen Vereinigung, Berlin. W15, Meinckestraße 10 (Tel.: Bismarck 7165). Abendkasse M.6.—. Reservieren Sie«* reditseitig eben Tiachl Beginn 21 Uhr. Presseschau ״Da war“ vom 23. Februar bringt den vierten Artikel zur Frage der ״Zukunft der jüdisch-arabischen Bezi■ehungen“ von Michael Assaf. In diesem Artikel zeichnet der Verfasser das Bild der ferneren Zukunft In den letzten 13 Jahren habe der Zionismus unter zwei Uebdn gelitten: erstens zeigten die Zionisten die größte Kurzsiclit i g k e i t in bezug auf die Ereignisse im Orient, und zweitens verstand der britische Imperialismus, diese Kurzsichtigkeit auszunützen. Der britische Imperialismus wünscht nicht unsere Annäherung an die Araber und an den Orient und wird ihr noch viele Hindernisse bereiten. Die schlimmsten Schläge, die der britische Imperialismus uns bereitet hat, waren einerseits die Vermehrung des Hasses gegen die Juden, andererseits die Verkleinerung des Mandatsgebietes durch Abtrennung Trar.sj jrdaniens. Wenn sogar alle Araber Palästinas zu Zionisten würden, könnten wir doch die zionistisclie Frage nicht im Rahmen des Westjordanlandes allein lösen. Die Abtrennung Transjordaniens muß aber heute als feststehende Tatsache betrachtet werden, die nicht rückgängig zu machen ist. Trotzdem kann der Zionismus nicht aut Ansiedlern^ in Transjordanien verzichten, ein beträchtlicher TeU des Jüdischen Menschenüberflusses muß dort seinen Ort finden, sei es auch unter der Herrschaft des Emir Abdallah und seiner ,Erben. Dieses Ziel ist aber nur zu erreichen durch eine grundsätzliche Aenderung der zionistisehen Politik gegenüber den pa II s t i n e n 6isehen Arabern und durch eine Aenderung der bestehenden Weltordnung. Der Verfasser führt dann aus, daß eine neue zionistische Politik zunächst dem Mißtrauen der Araber begegnen wird, aber durch unbeirrte Beständigkeit diese* Mißtrauen überwinden muß. Der arabische Orient sieht heute vor sich nur zwei Wege. Entweder Ausnützung der natürliehen Schätze des Landes unter gleichzeitiger wirtschaftlicher, geistiger und politischer Verknechtung gegenüber dem europäiseben Imperialismus, oder aber Verzwenungskarapf gegen diesen Imperialismus bei gleichzeitigem materiellen verfall Den dritten Weg, nämlich das Bündnis mit den luden, sieht der Orient noch nicht. In seinen Augen besteht kein Unterschied zwischen dem europäischen Imperialismus und dem Zionismus. Es ist Aufgabe der zionistischen Politik, diesem dritten Weg Bahn zu brechen. In vollem Sinne werde sich freilich eine Lösung erst bei einer Erneuerung der Weltordnung finden lassen. Die Verwirkiiehung des Zionismus erfordert das Bestehen einer einheitiiehen Leitung der Weltwirtschaft, die auch zu einer Rationalisierung und Neuaufteilung dünn bevölkerter Gebiete gelangt Der Verfasser meint, daß im Gefolge der gegenwärtlgen Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit eine solche neue Ordnung entstehen wird, ln der Zwischenzeit müssen wir Beziehungen einer echten Zusammenarbeit mit den palästinensischen Arabern begründen und das Märchen von dem zionistischen Iraperlalismus zerstören, so daß auch die Araber der Nachbarländer eine Jüdische Einwanderung wünschen. Wir müssen auch den Gedanken einer arabischen Föderation bejahen. Zur Ausbreitung der Juden in den Nachbarländern Palästinas ist die Schaffung enger wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen zwischen Palästina und diesen Ländern erforderlich. Durch die Föderation wird der Markt für die große Industrie geschaffen, die sieh im jüdisch-arabischen Palästina entwickeln wird, Der englische ״Feiestin“ imterzjeht in seiner Aus* 5;PHSnÄ•״Heu-; MaeöoaäM-iHef ■ einer sehr scharfen Kritik. War die Bälfour-Dektaration, so führt das Blatt aus, das betrügerischste Dokument in den britischarabischen Beziehungen, so sei der MacDonald• Brief das verächtlicbste» Vielleicht hat er in der Beruhigung der nimmersatten Juden etwas erreicht, aber sein offener Vertrauensbrueh übersteigt die Ungerechtigkeit all derer, die einen Vertrag als Fetzen Papier behandeln. Statt Mißverständnisse hinwegzuräumen, schafft er nur neue Mißverständnisse. Der Artikel behandelt dann ausführlich die einzelnen Punkte des Briefes. Die Versicherung, daß die Verpflichtungen des Palästina- Mandates einerseits dem gesamten jüdischen Volk, andererseits den palästinensischen Arabern gegenüber gelten, müsse entschieden abgelehnt werden. Wir sind, schreibt das Blatt, prinzlpiell gegen jed* extraterritoriale Einmischung, aber wenn eine derartige Verpflichtung überhaupt anerkannt wird, dann wäre die wichtigste die dem König Hussein als Repräsentant aller Araber; sowie den moslemischen Indern gegebene. Diesen Faktoren sei England in weit höherem Maße verantwortlich als dem Weitjudentum. MacDonald findet, daß die einander gegenüberstehenden Interessen in Palästina nicht unvereinbar sind, daß aber eine Verständigung zwischen Juden und Arabern notwendig sei. Der Optimismus des Primeministers kann von niemandem c׳eteilt werden, der den Dingen ins Auge sieht Die zwei Völker haben verschiedene Ideale und wollen diese in dein gleichen Raum realisieren. Sie widersprechen einander demnach, wenn nicht beide oder einer von ihnen ihre Ziele ändern. Wie ethisch auch die zionisiische Theorie sein mag, in der Praxis haben die Zionisten stets dem Grundsatz gehuldigt, daß der Zweck das Mittel heiligt, und dieses Verhalten ist mehr als irgend etwas anderes die Ursache der Feindschaft. Wenn eine Verständigung möglieh war, so hat der MacDonald-Brief alle derartigen Hoffnungen zerstört Es sei denn, daß die beiden Völker zu einer Verständigung gelangen durch eine Einigung über die UnverFaßlichkeit britischer Versprechungen und es auf geben, an Englands Tür zu betteln. Zur Frage der landlosen Araber sei zu sagen, daß infolge der durch jüdische Bodenkäufe entstehenden Bodenknappheit die Pachtrenten immer mehr steigen, so daß viele Araber die Pacht nicht mehr bezahlen können und dadurch landlos werden. Daher wurden viele Araber auch indirekt durch jüdische Bodenkäufe landlos. Was soll ferner mit der jungen Generation geschehen? Wenn der Boden an Immigranten vergeben wird, wird nicht dadurch das Recht des jungen Palästinensers, der den ersten natürlichen Anspruch auf überschüssige Ländereien hat, beeinträchtigt? An Stelle einer Bodengesetzgebang, die den Bodenverkauf erschwert, ist offenbar eine solche beabsichtigt, die ihn erleichtert Neu sei auch der Gesichtspunkt, daß Dei der Beschäftigung jüdischer Arbeiter die von Juden stammenden Staatseinnahmen berücksicTitigt werden sollen. Wie soll man diese jüdische Beitragsleistung festeteilen? Interessant wäre es, zu berechnen, wieviel zugunsten der Juden aas öffentlichen Fonds ausf' Beitrag zur jüdischen Erziehung, die für" ihre “Kolonien gebauten Straßen, die Zollmauem zum Schutze ihrer un Wirtschaftliehen Industrie. Wenn man all dies berechnet, wird sich heraussteflen, daß die Juden weit mehr bekommen, als ihr Steuerbeitrag ausmacht. * Die von Juden in arabischer Sprache heraifsgegebene Zeitung ״Al-Salam״ veröffentlicht einen offenen Brief aus Nazareth, in welchem jüdische Kaufleuie aufgefordert werden, sich in dieser Stadt niederzulassen und das sehr darniederliegende wirtschaftliche Leben von Nazareth zu beleben■

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