Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 16 (27.2.1931)
- Date
- 1931-02-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 102 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 16, 27.1L 1831 und Dörfer Palästinas haben bewiesen, daß er heute zu einer Stütze der Extremisten geworden ist. Seine panislamischen Interessen mußten ihn in engste Beziehungen zum Moslemischen Rat und seinem Führer, Hadsch Emin el Hussein, bringen, mit dem er schon früher in Verbindung stand und der für die Beisetzung seines Bruders in Jerusalem in erster Reihe verantwortlich war. Im Laufe kurzer Zeit hat sich aus allgemeinen und etwas verschwommenen panislamischen Ideen ein großer Plan herausgeschält, der auf eine Belebung des Panislamismus und der Kalifatsbewegung hinzielt und Palästina zum Mittelpunkt der neuen Bestrebungen machen will. Durch die Beisetzung Mohammed Alis hat Jerusalem eine neue Bedeutung für die islamischen Völker erhalten. Und jetzt wird als ein weiterer Schritt die Schaffung einer moslemischen Universität in der heiligen Stadt geplant, die Moslems aus allen Gegenden der Welt anziehen und sie zum Kampfe für die Religion erziehen soll. Diese rein moslemische Tendenz muß notwendigerweise in einen gewissen Widerspruch mit der jungen arabischen Nationalbewegung geraten, die andere als religiöse Kriterien für ihre Anhänger schafft und sich auch in ihren Höhepunkten mit Erfolg bemüht hat, den alten Streit zwischen Christen und Moslems zurückzudringen. Die Initiatoren des Universitätsplanes sind sich auch im klaren über diese Gefahr. Schaukhat Ali und der Mufti von Jerusalem haben sich daher in verschiedenen Reden bemüht, die Christen über die neuen Bestrebungen m beruhigen, ihnen zu versichern, daß auf der neuen Universität auch für sie Platz sein soll und die religiöse Idee nicht im Widerspruch mit der nationalen zu stehen brauche. Es wird sogar gelegentlich die Version gebraucht, daß die panislamische Bewegung zu einer Einigung zwischen Moslems und Christen im Osten zu dienen habe. Gerade in dieser Darstellung sieht man deutlich, daß sie auf spezifisch palästinensische Verhältnisse zugeschnitten ist und die Panislamisten sich eifrig bemühen, bei den Kreisen, denen das Nationale wichtiger Ist als das Religiöse, nicht anzustoßen. Palästina befindet sich also nach Publikation des Briefes von MacDonald wieder in einer Periode der arabisehen Offensive. Und diese Offensive richtet sich jetzt auch wieder gegen die Engländer. Während sich Schaukhat All — sicher nicht aus Zufall! — in seinen Propagandareden nur gegen die Juden wandte, schreibt die arabische Presse Jetzt wieder gegen die Mandatarmacht und gegen eine Kooperation mit ihr. Und dieser neue Druck ist fraglos schon auf den zweiten Teil der Verhandlungen zwischen Agency und englischer Regierung berechnet, der in Kürze beginnen 9011. Das Rätselraten om den neoen H. C. Jerusalem, 25. Februar. (J• T.A.) Es verlautet hier, daß Feldmarschall Sir Claude Jacob als Nachfolger Sir sicht genommen sei. Bisher war es nicht möglich, von amtlicher Seite irgendwelche Aeußerungen hierüber zu erhalten. Vor einiger Zeit wurden Feldmarschall Lord AHenby und der ehemalige Oouverneur von Jerusalem, Sir Ronald Storrs, als Anwärter auf den Posten des High Comtnfcsioners genannt. Sir Claude Jacob befand sich schon früher einmal vor der Berufung des Feldmarschalls Pluraer unter den Persönlichkeiten, die zur Ernennung zum palästinensischen High Commissioner in Betracht gezogen wurden. Sir Claude Jacob ist Nichtjude, war früher Chef des Oeneralstabs in Indien, später indischer Höchstkommandierender und wurde im Jahre 1926 zum Feldmarschall befördert. (Alle diese Vermutungen sind natürlich lediglich als Gerüchte aufzufassen. Erfahrungsgemäß muß man vor der erfolgten Ernennung alle Kombinationen mit Vorsicht aufnehmen. — Red.) Keine neue Unterhaus •Debatte London, 25. Februar. (J.T.A.) Namens der Regierung gab Schatzkanzler Philipp Snowden im Unterhause auf eine Anfrage des bekannten Antizionisten Col. Howard B ü r y, ob im Hinblick auf die durch den Brief des Primeministers an Dr. Wciztnann bewirkte Aenderung der Situation In Palästina ein Tag zur Diskussion über Palästina im Unterhaus gewidmet werden würde, folgende Erklärung ab: Der fragliche Brief bezieht sich bloß au! Gegenstände, die bereits in der Debatte vom 17. November 1930 behandelt wurden. Der Primeminister beabsichtigt daher nicht, abermals einen Tag der Diskussion dieser Fragen zu widmen. ״Trifft es nicht zu, entgegnete Col. Howard Bury, daß dieser Brief tatsächlich eine völlige Abkehr von der Politik des Weißbuches bedeutet und die Lage, wie sie im Jahre 1929 vor Ausbruch der Unruhen bestand, wieder hereteilt? Will der Ministerpräsident nicht int Hinblick auf den Ernst der Lage eine Debatte anberaumen?״ Snowden: Durchaus nicht. Der Ministerpräsident hat bereits in seiner letzten Antwort diesbezüglich eine kategorische Absage erteilt. Die Regierungikommissioii fflr landwirlschatt Am 12־. Februar fand in den Räumen der Regierung in Jerusalem die erste Sitzung der neuernannten Kommission für die Landwirtschaft statt. An der Sitzung beteiligten sich sämtliche Mitglieder der Kommission (3 Mofiammedaner, 2 Christen und 5 Juden). Dr. Magne«, der nach dem Auslande abgefahren ist, wurde durch Dr. Schlössinger vertreten. Der High Com missioner eröffnete die Sitzung und sprach kurz über den Aufgabenkreis der Kommission. Er erwähnte die jüdischen Forschungsanstalten, die zwar in erster Linie für die jüdische Bevölkerung gegründet wurden, deren Nutzen für das ganze Land jedoch auch von der Regierung anerkannt sei. Nachdem der High Commissioner die Sitzung verlassen hatte, übernahm der Leiter des Landwirtschaftlichen Departements Col. Sawer den Vorsitz. Col. Sawer, der das Arbeitsprogramm der Kommission erläuterte, erklärte, daß alle Beschlüsse der Kommission einer Bestätigung der Regierung bedürfen. De Regierung werde auch Experten, die nicht Mitglieder der Kommision seien, zur Beratimg he-anziehen. {Zika.) Zum Ausscheiden des Misrachi aus der Koalition Deutscher Misrachi in Opposition zam Welt-Misrachi Von Oskar Wolfsberg Die Leser der ״Jüdischen Rundschau“, die durch meinen letzten Aufsatz über die Lage im Misrachi nach der Aktions- Comite-Sitzung in London (Januar 1931) unterrichtet worden sind, haben ein Anrecht darauf zu erfahren, welche Lösung die dort berührte Spannung im Misrachi gefunden hat Diesen Bericht hätte ich schon früher erstattet, wäre nicht die offizielle Berichtersfaftung auffällig schweigsam gewesen. Nachdem aber ״Jewish Chronicle“ (20. 2.) der Ueberreichung von Lazarus Barths Demissionsschreihen Erwähnung tut und ein Interview, das Dr. Nurok - Riga einem Mitarbeiter des Warschauer ״Hajnt“ gewährt hat, in der Ausgabe vom 20. 2. ver- Öffentlicht ist, ist ein weiteres Zögern unzulässig. .Daß der deutsche Misrachi energisch bemüht war, Lazarus Barths Verbleiben in der Exekutive durchzuselzen, ist aus meinem Artikel in Erinnerung, Es wird aber jeder begreifen, daß wir bestrebt sein mußten, die Wiederherstellung der Koalition, 11. h, den Wiedereintritt des Misrachi herbeizaführen. Das erforderte das Interesse des Misrachi, wie es sich uns darstellt (die berühmte Michaeli «,sehe Formel), schien uns aber auch im wohlverstandenen Interesse der Zionistischen Organisation •und der Jewish Agency gelegen. Und wenn uns auch unmittelbar und vor allem am Verbleiben L. Barths gelegen war, mit dem uns so viel Persönliches und so weitgehende, ja völlige sachliche Uebcreinstimmung verbindet, so müßte der politische Weitblick uns dazu bestimmen, ungeachtet aller Spannungen und Differenzen mit dem Weltmisrachi, in diesem akuten Konflikt eine befriedigende Entspannung zuwege zu bringen, da es ja darauf ankam, in so entscheidenden Monaten die Mitverantwortung eines so großen und bedeutenden Teiles der zionistischen Welt, wie es der Misrachi ist, und dfe Mitarbeit seiner Vertreter in der Exekutive zu sichern. Deshalb unternahmen wir hei den maßgebenden Landsmannschaften und Persönlichkeiten des Misrachi — vor allem ermutigt durch die uns bekannt gewordene Stellungnahme des Hapoel-Hamisrachi und der Landesorganisation des Misrachi in Erez-Israei, mit Raw Ostrowski an der Spitze, die mit der unseren völlig übereinstimmte — geeignete Schritte, um einen Meinungsumschwung im Misrachi herbeizuführen und eine Itcassümierung des Londoner Fraktionsbescblusses mit allen seinen bedenklichen Konsequenzen in die Wege zu leiten. Unsere Bemühungen führten dazu, daß Herr Farbstein, der Vorsitzende der Fraktion, für den 8. Februar eine Konferenz der misrachistischen A.-C.-Mitglieder, die in Europa weilten, einberief, zu der die Landeszentrale des Deutschen Misrachi eingeladen war. Diese akzeptierte die Einladung und entsandte die Herren Max J. Kober und Dr. 0. Wolfsberg nach Warschau. Es ist unmöglich und unstatthaft, hier einen genauen Berieht über den Verlauf der Warschauer Tagung zu geben, ebenso wie auch die Präliminarien nur in Andeutungen hier geschildert wurden. — Das Ergebnis der Sitzung in Warschau war völlig negativ. Selbst bei einer guten Dosis PessipdanMUk.mit djfr.wir seit langem versehen sind,, war ,das Re« ׳süfiif׳ nו» 1־|erschmetterid:"Tn'eiher־lähmen'Beratung, an der eine Reihe erprobter und ernster Männer teilnahmen, darunter eine Anzahl A.-C.-Mitglieder, fanden unsere Argumente, die mit Ernst und in Vollständigkeit vorgetragen wurden, kaum die Beachtung, die sie beanspruchen durften. Wir stellten dar, warum uns die Verschiebung des Kongresses gerechtfertigt und notwendig erschiene, weshalb selbst eine abweichende Auffassung von diesem Komplex nicht zur Dcmission und zur Sprengung der Koalition führen müsse und dürfe. Zuletzt konzentrierten wir unsere Darlegungen auf den Nachweis, daß man sich nicht scheuen dürfe, einen innerlich als verfehlt erkannten Beschluß nur deshalb aulrechtzuerhalten, weil er einmal gefaßt sei, und daß man nicht glauben dürfe, es »ei politisch und parteitaktisch von geringerem Schaden, einen Fehler in Geltung zu lassen und dadurch zu sanktionieren als den Mut zur Revidierung aufzubringen. Diese Argu mentatioa wurde aus der Ueberzeugung heraus geführt, daß manche unserer Gesinnungsgenossen auf der Gegenseite aus solchen Erwägungen heraus sich einer ReassÜmierung widersetzten. Nur vereinzelt glaubten wir aus Andeutungen einiger Redner Verständnis für unsere Auffassung herauszuhören. Ich kann diese Kritik um so eher aussprechen, als ich zugleich mit Freude konstatieren kann, daß die Aussprache in außerordentlieh vornehmer Weise geführt wurde, wie überhaupt unsere Aufnahme in Warschau ungewöhnlich herzlich war. Um so bedauerlicher ist das Scheitern unserer Mission. Abschließend stellten wir in Warschau fest, daß weder die Einhelligkeit der Gegenseite noch ihre Ausführungen uns von unserer Auffassung abbringen könnten. Dennoch sahen wir mit Lazarus Barth ein, daß es vergeblich wäre, «einen Wiedereintritt in die Exekutive zu bewirken, da die palästinensischcn Freunde sich — wohl aus Gründen der Disziplin — hatten umstimmen lassen. Dieser Umstand, der uns nach Warschau hin mitgeteilt wurde und auch den polnischen Chawerim bekannt war, machte eine weitere selbständige Aktion, mangels genügend breiter Basis, unmöglich. Barth hätte — ähnlich Curtius — gegen den Willen der Fraktion in der Exckutive bei der Londoner Tagung bleiben können. Den Wiedereintritt zu vollziehen, hätte er sich auf einen qualitativ und quantitativ bedeutenden Teil stützen müssen, wenn er es ohne Billigung der gesamten Fraktion hätte wagen wollen. Dazu fehlten in diesem Stadium die Vorbedingungen. So blieb nichts anderes als die endgültige Demission übrig. Es Ist hier nicht der Ort, eine abschließende Würdigung von L. Barths Arbeit zu versuchen. So möge heute ein warmes Wert des Dankes und der Anerkennung für das reine Wollen und reife Können unseres Gefährten genügen, der in schwerer Zeit eine ungemein schwierig« Aufgabe übernommen hatte. Wir wissen seit langem, welchen wertvollen Reuräsentanten wir in Lazarus Barth haben. Es ist mir lieb, in dieser Stunde, wenn auch in aller Schlichtheit, meinem Freunde Barth solche Gefühle verdolmetschen zu können. Der Umstand, daß wir — und Kenner der Verhältnisse werden uns nicht die Anerkennung versagen können, daß wir mit Energie und zielbewußtem Handeln für unsere Auffassung gekämpft haben —- keine Wendung im Misrachi herbeiführen konnten und wieder einmal im Kampf unterlegen sind, darf nicht als Niederlage gedeutet werden. Ich glaube, daß dieser der eiccncn Ueberzeugung entspringende offene Kampf des deutschen Misrachi nicht durch den Erfolg allein sich rechtfertigt, Di« aller Welt klare! offene Stellungnahme unserer Landsmannschaft trägt ihre Bedeutung in sich und erweist sieh als der fast leidenschaftslose, unbeirrbare Weg einer Gruppe, die nur dem Gewissen folgt und sich nicht aus falsch verstandener Disziplin auf alle Abwege führen läßt, auf die ein falscher Instinkt die Partei lockt. Darum ist cs klar, daß wir unseren Protest gegen die Haltung unserer Fraktion auf der A.-C.-Sitzung und ihr Vorgehen in den weiteren Stadien aufrecht erhalten. Der endgültige Rücktritt Lazarus Barths bodeutet Weder eine verspätete Zustimmung unserer Gruppe noch ©in Einlenken zugunsten der Parteidisziplin, sondern lediglich die Einsicht, daß ein Festhalten an einer Erkenntnis, die zwar richtig ist, aber nicht, unter ungünstigsten Bedingengen aus Hartnäckigkeit behauptet werden kann, töricht wäre. Aber wir sind wo iter in offener Opposition gegen den Weltmisrachi und seinen Merk as O 1 a m i, und zweifellos Hat unsere Auflehnung gegen ihn neue Nahrung im Gefolge der letzten politischen Entwicklung erhalten. Ja, nunmehr hat sogar die Kontroverse auf das eigentliche politische Gebiet übergegriffen und damit die ganze Front ergriffen. Diese Auseinandersetzung ist uns sehr schwer. Aber sie muß durchgefochten werden — in all dem Ernst und Ver* antwortangsgefühl, aber auch mit allem Mut, den man von uns erwarten da••!. Die Transjordaiiieo - Reise Uschs Jerusalem, 23. Februar. J. T. A.) Die Exekutive der Jewish Agency teilt mit, daß dem Besuch von Colonel Kisch und David Ye11 in in Amman, der Hauptstadt Transjordaniens, keine besondere Bedeutung beizumessen sei. Der Besuch sei nur als ein Hötlichkeitsakt gegenüber dem früheren Hedschas-König Hussein aufzufassen, der jetzt bei seinem Sohne, dem Emu• Abdullah von Trans] ordanien, weilt. Die beiden Vertreter des Jischuw haben an einem vom Emir Abdullah zu Ehren Husseins veranstalteten Bankett teilgenommen. Die Unterredungen hätten einen rein freundschaftlich informativen Charakter getragen. hie Ausländer י Vcrordunng io lilaoeo Unter dem Vorsitz des litauischen Oberrabbiners Schapiro fand In Kowno eine Konferenz der größten jüdischen Organisationen Litauens statt, aut der ein Komitee zur Verteidigung des Rechts der jüdischen Ausländer auf Arbeit gewählt wurde. Der litauische Staatspräsident, Prof. Dr. Smetona, empfing kürzlich den Berliner jüdischen Journalisten Hermann Swet und gab ihm die Versicherung ab, daß die jüngste Verordnung über die Entziehung der Arbeitsberechtigung für Ausländer (s. ״J. R.“ Nr. 9) keine antijüdische Tendenz habe und in der Praxis rücksichtsvoll gchandhabt werden würde. Zugleich wies der Präsident darauf hin, daß Litauen bestrebt sei, die jüdischen kulturellen Bedürfnisse, insbesondere das jüdische Schulwerk, zu unterstützen, obwohl durch die jüdische Zweisprachigkeit (jiddisch und hebräisch) sich gewisse Schwierigkeiten ergeben. ln aller Kürze . Dr. Ruppln, der zum zweiten Teil der Verhandlungen mit der eHgliSchen Regiening nadi London kommen sollte, hat Seihe Abreise von Palästina aufgeschoben. Dies wird als ein Anzeichen dafür gedeutet, daß der Beginn dieser Verbandhingen sich verzögert. Die Nachricht von dem Abgänge des stellvertretenden CliefsekretärS Mills wird dementiert. Es heißt, daß Mills nach Wiederherstellung seiner Gesundheit sein Amt wieder antreten wird. Die für das Jahr 1931 in Palästina geplante Volkszählung wird trotz gegenteiliger Nachrichten in der Presse doch im Herbste des Jahres 1931 stattfinden. Die Leitung der Zählung soll in den Händen des stellvertretenden Chiet Secretary, Mr. E. Mills, liegen. Anläßlich der Rückkehr der Habiraa nach Palästina vcfanstaltete die Stadtverwaltung Tel-Awiw einen Empfang im Hotel Palatin, im Anschluß an die erste Aufführung von ״Was Ihr wollt“. Es wurde eine Anzahl Begrüßungsreden gehalten, auf die der Führer der Truppe, Tscnemerinsky, mit einem kurzen Rückblick auf die Ergebnisse der letzten Europa-Reise antwortete. In Warschau starb am 22. d. M. im Alter von 49 Jahren der frühere agudistische Sejm-Abgeordnete Elias Kirschb r a u n, der zuletzt der Präsident der Repräsentantenversaxnmlung der Warschauer Gemeinde war.. Dem Privatdozenten für Philosophie an der Berliner Universität, Dr. David Baumgardt, ist vom Kultusminister «in Lehrauftrag für Geschichte der. Aesthetik übertragen worden. Geheimrat Prof. Dr. Hermann Strauß, der Leiter des Krankenhauses der Jüdischen Gemeinde Berlin, macht gegenwärtig als Bevollmächtigter der Zentralverwaltung der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden ״OSE“ und auf Einladüng des lettländischen und des litauischen ״OSE“ eine Inspektionsreise durch Lettland und Litauen. Der Justizminister der Irak-Regierung hat mit einer Reihe jüdischer Notabein, Rechtsanwälten und Kaufleuten der jüdischen Gemeinde Bagdad eine Besprechung über die Ein* bringung eines neuen Gesetzes abgehalten, durch das die Rechte und Pflichten der jüdischen Gemeinden Im Irak geregelt werden sollen. Für Mitte Februar ist von der Landwirtschaftlichen Versuclisstation der Jewish Agency der Beginn der Hauptkampagne gegen die Mäuseplage im Etnek mit allen gegenwärtig daiür zur Verfügung stehenden Mitteln geplant In dem Viehstall der Keren Hajessod-Siedlung Kirjath« Anawim bei Jerusalem wurde in den letzten Tagen ein Tagesertrag von 1000 Liter Milch erreicht. In den Mitteilungen der Akademie zur wissenschaftlichen Erforschung und zur Pflege des Deutschtums, Sechstes Heft, Jahrgang 1930, München, ist ein Beitrag ״Die Stellung der jiddischen Sprache״ von Dr. Salomo Birnbaum, Lektor für Jiddisch an der Universität Hamburg, abgedruckt. Der Autor entwirft in seinem Aufsatz das Programm einer jiddh sehen Abteilung des geplanten Nahsprachen-Instituts. Auf Grund des Gesetzes über Mechanisierung der Bäckereien, dessen Durchführung zur Vernichtung des jüdischen Bäckereigewerbes in ganz Polen führen müßte, wurden zunächst in Bialystok 1 00 jüdische Bäckereien behördlich geschlossen. Gegenwärtig tagt in Warschau eine Konferenz von Delegierten der jüdischen Bickei•־ meistervereine ganz Polens, die «ch mit der gegen das jüdische Bäckergewerbe heraufbeschworenen Gefahr befaßt. . Der Iateinlsche Patriarch von Jerusalem hat die Herausgabe des arabischen katholischen Wochenblattes ״Rakib Sayun“ (״Die Wache Zions“) wieder aufgenömmen, aas vor ungefähr vier Jahren infolge Geldmangels singegaagea war.