Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 8 (30.1.1931)
- Date
- 1931-01-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8, 30. L 1031 }UEDISCHE RUNDSCHAU Seite 53 Palästina ״Bücher!. Palästina. Die Landschaft In Karten und Bildern. Von P. Robert Koeppel, S. J. Verlag I. C B. Mohr, Tübingen 1930. 10 Al. 2. Jerusalem und sein Gelände. Von Gustaf Dalman (Schriften des Deutschen Palästina-Instituts, 4. Bd.). Verlag C, Bertelsmann, Gütersloh 1930. 22 M. Wir haben es hier mit zwei Standard-Werken der Palästina• Geographie zu tun, die dem Gelehrten und Forscher der mo• «lernen und an'■" mdc 1mentbehrlich sein mögen, die aber auch für jeden Palästinafreund, der nicht zur Zunft gehört, eine freudige Bereicherung bedeuten. Wer Palästina kennt, wird durch das Studium dieser Werke erst den richtigen inneren Zugang zum Verständnis der Landschaft finden. Hier kommt es nicht auf die ästhetische Wirkung des Landschaftsbildes an, aber auch diese wird vielfach verstärkt durch geistige Einordnung des Bildes in das Gesetz seiner natürlichen Struktur. Die Zusammenhänge der Landschaft und der einzelnen Naturformationen werden hier aufgehellt, und zugleich mit der Geographie wird auch die Geschichte wieder lebendig, die Lokali* sierung bekannter biblischer Ereignisse wird leichter und auch die Einwirkungen der Beschaffenheit des Landes auf den Gang der Geschichte sowie darüber hinaus auf Sitten und Charakter der Bevölkerung lassen sich erahnen. Koeppel zeigt in außergewöhnlich anschaulicher Weise die geologische und orographisehe Struktur des Landes; durch eine Reihe von Karten und Diagrammen wird das System und die Gliederung deutlich gemacht, um dann in den 135 sorgfältigen photographischen Aufnahmen in allen Einzelzügen plastisch und bildhaft in Erscheinung zu treten. Dies ist nicht eine zufällige Zusammenstellung von Photos, sondern sie sind aus gewählt zu dem Wissenschaftliehen Zweck des Buches, des Aufbaues eines organischen Gesimtbildes des Landes. Der Autor, der seine Arbeit einen ,,Landschaftsatlas“ und ״eine Vorarbeit für eine modem-wissenschaftliche geographische Beschreibung Palästinas“ nennt, hat selbst eine ״Hoch karte“ Palästinas modelliert, die in dem Buch gleichfalls abphotographiert ist ühd dem Palästina-Studium und Bibel-Studium* werftolle Dienste leisten kann. Sie sollte in keiner jüdischen Schule fehlen. Greift man nach Koeppel zu Dalmans ״Jerusalem“, so findet man eine geradezu fesselnde Beschreibung des Ge- Lindes der Stadt und Umgebung. Hier wird mit minutiöser Sorgfalt die Frucht eines dem Heiligen Lande in inniger Liebe gewidmeten Forscherlebens dem Palästinafreunde dargercicht. Dalman hat die arabischen Namen jedes Punktes, jedes Hügels und jeder Senke aus dem Munde der bäuerischen Landesbevölkerung selbst erkundet und festgehalten. Es ist ihm auf diese Weise gelungen, Feststellungen und Bezeichnungen früherer Forscher nach zuprüfen und nicht selten zu korrigieren. Mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug des Geographen und des Bibclktmdigen vermag er dann auch die Pütze historisch überlieferter Begebenheiten zu bestimmen. Nicht nur die Bibel, auch die nachbiblische jüdische Literatur wird von ihm herangezogen, und natürlich die modernen geographischen Werke una Karten. So bekommen wir auf 285 Säten eine Darstellung des Geländes, seiner Höhen, Täler, Wege, die ״die natürlichen Voraussetzungen des geschichtlichen Wesens Jerusalems“ begreifen lehrt. Wenn Dalman zum Schluß sagt, seit Jesu Auftreten bleibe Jerusalem ״nur noch ein Denkmal“, so glauben wir demgegenüber an eine Auferstehung der Stadt, die in unseren Tagen zu modernem Leben erwacht und sich rapid ständig vergrößert, auch zu neuem geistigen Wirken. Interessant ist, an beiden Werken, deren Materialsammlung vor fünf Jahren abgeschlossen ist, die seitdem entstandenen Verändenuigen zu bemerken. So z. B,.gibt die .vorrilglitto: Goerings, die Dalmans Buch angefügt ist, zwar bereits TiTpioft und Beth Hakerem wieder, aber das neue jüdische Viertel Rechawija fehlt noch, auch andere neu entstandene Häusergruppen und Gebäude sind noch nicht eingezeichnet, der Juliansweg mit seinen Großbauten ist hier noch ein Weg durch freies Gelinde usw. Wichtig ist auch die Feststellung, daß die Hebräische Universität nicht auf dem Scopus (Har ha-zophim) steht, wie man gemeiniglich annimmt, sondern auf einer nördliehen Kuppe des Oelbergs, der Dalman den Namen ״Jüdische Kuppe“ (neben der ״Deutschen Kuppe“ mit dem Auguste- Victoria-Haus und der südlicheren ״Russischen Kuppe“) gibt. Der Scopus liegt weiter nordwestlich, auf der Höhe der Straße nach Nablus. Auf den 40 Bildern in Dalmans Buch (meist Fliegerbilder aus dem Jahre 1918) kann man gleichfalls die Veränderungen Jerusalems in den letzten Jahren beobachten; Interessant sind in dieser Hinsicht einige Aufnahmen aus den Jahren 1875 und 1908. Bezüglich der Klage m au er meint Dalman, es sei an der Zeit, auch den noch verborgenen unteren Teil von mehr als 16 tn Höhe bloszulegen, dann könnten auch ״die Juden in der Gegend ihres einstigen Rathauses eine Andachtsstätte mit dem Buck auf die freigelegte Mauer errichten, welche dem Streit zwischen Moslems und Juden um den Platz an der Klagemauer ein Ende machte.“ — Auf den Hochkarten von Koeppel finden wir bereits eine Reihe jüdischer Kolonien verzeichnet, so z. B. die Emek-Siedlungen, dagegen fehlen noch eine große Anzahl von Dörfern und Orten, die Angabe verdienen würden. Auch Ruthenbergs Kraftwerk am Jordan und Jamiuk müßte berücksichtigt werden. Man muß wünschen, daß bei Fortführung dieses bewunderswerten Werkes christlicher Forscher auch die Hebräische Universität, die doch die Landes• künde als eines ihrer Hauptfächer betrachten sollte, gebührend mitwirken wird. W. Emil Ludwig, der dieser Tage seinen 50. Geburtstag feierte, veröffentlicht aus diesem Anlaß seine Memoiren unter dem Titel ״Geschenke des Lebens“ (Ernst Rowohlt Verlag, 850 S., 12 M.). Er ist wirklich ein Beschenkter des Lebens, ein Glückskind, von der Natur mit zahlreichen Talenten und vom Schicksal mit einer Fülle von Erlebnissen und Erfolgen begabt, die er dankbar und für den Hörer und Leser höchst anregend zu quittieren weiß. Es ist ein bei einem Schriftsteller ungewöhnlich schneller Aufstieg zu Erfolg und Geltung, den wir hier mitverfolgen können; aber nicht nur die Person des Autobiographen bildet das Interesse dieses Buches, vielmehr begegnen wir Wer beinahe allen großen Figuren, die in den letzten zehn Jahren im Vordergründe der europäischen Politik agierten. Emil Ludwig hat sie alle ge• sprechen, er hat darüber in zahlreichen Aufsätzen berichtet und läßt sie nun kaleidoskopartig nochmals an uns vorüberziehen. Es ist nicht zu verwundern, daß eine solche Fülle des Erlebens, eine so erstaunliche Oberfläche der Weltkenntnis fast aller Kontäneufe, nicht überall eine Vertiefung gestattet; aber Anmut und Musikalität sind die bestechenden Eigenschäften dieses Schriftstellers, der auf der Höhe des selbsterkämpften Erfolges auch sein Selbstbewußtsein keineswegs verhüllt. Was vom Jüdischen Standpunkt am meisten interessiert, ist die Schilderung des Elternhauses und der Jugendzeit. Es ist das Milieu des hochkultivierten, assimilierten, freigeistigen, jüdischen Bürgertums, das charakteristisch ist für das letzte Viertel des vorigen Jahrhunderts und aus dem wir alle mehr oder weniger unsere Herkunft ableiten. Ludwigs Vater, der berühmte Augenspezialist Prof. Cohn in Breslau, hatte zwar unter dem Antisemitismus ru leiden, aber sein unbeirrter rationalistischer Optimismus ließ ihn im Bewußtsein des Wertes seines eigenen menschenfreundlichen Wirkens ein volles Aequivalent finden. Die Kinder wurden völlig tuireligiöa BERLINER KALENDER Rat für te&räifdje SWr&elt unter der Jugend. Sonnabenb, beit 31. Januar, a&enbö 8'/a Uhr, im Seth 31 m Srori, Orolmanfit. 86, findet ein geft bed 15. ®efteroat ftatt, mit bent fßrograttun: ״$a& SßeujahrSfeft her Bäume" (mit Stchtbtlbern). Slnfpradje: ferr fl. Sarafd). ©ejang unb iRejitatton. SBm ®äften roerbeit polöfilitenfifche grüeßte norgelegt. המועצה לעבודה עברית בין הנוער עורכת במוצאי שבת׳ 31 לינואר׳ במעה 3/<8 בערב. בבית העם חגיגת ס״ו בשבט׳ בתכנית: ,ראש תשנה לאילנות" (עם תמונות אור). הפתיחה מאת א ברש. שירה ודקלום. ועל כלם אכילה ישתיה מטוב הארץ. &a|>0e( ®torttaa, ben 2. gebtuar, aben&S 8‘/2 Uhr, im Sifcungöfaal ber B g.©. ®leineleftt. 10, 33ortrag oon ffieorg Sanbauer übet baö Thema: ״Dlach ber SBerfdjte&ung beö 3Iflion8.<50mitb§ — road rotll bte Scitung, roaS roill bie Dppoftüon?“ 3fidif4>{0${a(dettt. 81 rfieifer• Organifaiion ״poale«3i®w׳״ Ortegrup!»« :Berlin. fDlontag, ben 2. ge&ruar, abenbß 8 Ufjr, tm @emeinbeljauS, Stofenfir. 2/4, erroetterte fflit» gliche r23׳ erfammlung.ßXjaroer ®. Ctebenfieiit fptid)! über: ״S5ie 23ege ber fojialtfttfchtn Bolittf tn ben lefetert fahren." greif Stußfpradje. ftcren ftajemety Cejisrael, :Berliner 3ienfjhf($e Bereinigung. $ien§tag. beit 8. gebruar, abenbS 81/» Itljr, im Sifeungöfaal ber gübtjdten @e» nteinbe, 5H0fenftra§e 2/4. 2. Bortragiabcnb im Sflafjmen beä ißulöftiiiafurlef'. Dr.®e0rg San• bauet: 3 ״)ie ©eoölfetung unb baö öffenfltdje £eben in *ßaläfitna". Um pünftltcbeS (Erfdjetnen rotrb gebeten. «rudpe Oft der 3.3•®•׳ Donnerstag,ben 5.gebt., abenbö 8»/s Ufjr, im tReftaurani iüofenjroeig, 30ft1!fir. 4. Dr. 3J10rife BtleSli; ״$ie jiontftl* fdje Situation natfj ber Sonboner?!.י.®׳ Sifeuug‘׳. (Sruppe Woobit der 3 3 מ., ®onnerStag, ben 5. gebruar, abenbä 8'/s Uhr, im <5af6 ßodjau, mtevan ©Irafie 34, Dr. SBetner Bio*: 31״ uf tionifHfdbtr 3tctfe tlttgö um bte Dftjee“, (Sfartbinaoterr, J-iunlanb, ©(llanb, Settlanb). $reunde dea arbeitenden paläßina. SJnt 8. gebruar 1931, tn ben fflefamträumen bt® BrüberoereinSljaufeS, Rurfürlienftt. 115/116: fflefeKfchaftöfeftnut anfthUf&enbemBalLÄapenen fBHtja 9HIiftf1 unb SEje Geber «^ptfimic ®anb.?luörrlefene Tombola. Sin l)cfD0rragenbe8,®W• gramm mit ®orotfiea 3U6u (Staatöoper), SRntfj gJIbu, Solcf ®ollanb, SDlajim ®alafdjanfTi, Sarah fflitimberg, rotrb ben Baß einletten. $aö Programm beginnt jmnftlti) um 9 Ufjr. Anfang beä BaKeS 8 30 U|c. /}arten juni ®reife non 8 — 3)1. burdj baS Büro, 91 24, Sluguftftr. 17 (SBetbmbamm 3985), meliere Bornerfauf&fieKeit: B 3• ®׳ltni> Frauenarbeit«־ gemein [djaft für Baläftina, Berlin SB 15, Diel* neteftr. 10 (BiSmard 7165), Betf)*Slm 3>״rt, ®rolmanfir. 36, (BiSmard 3284), 8. 3■ Bleibtreufir. 50 (Sieinplaft 4736). ®ienStag, ben 10. gebruar, abenbS 8 Uhr, tn ber ®ingalabemie, flaftanienroälbdßtn 2 e 0 <8 0 Ilanin: 3 ü b i I d) e SSoIlSUeber. Olmbbe 3teini<fendorf der B.3.». Sonnabenb, ben 14. jfe&ruar. abenbä S1^ Uhr, im SWoffa TOaroIb, Blünerftrafee 178, U>Bafjn ®eeftrafee, SRofenfranj: 0'3 ״ntfrtf(he ®emetnbe־ arbeit. SKittrooch, ben 25. gebriiar, in ben ©pitfiern* fälen, ®pidjernftr. 3, puritnfefl der fugend für ben Seren Hajemetl) SejiSrnel. 3m 3(autncib׳ß1rt»rct) Ina £and der 3BundeO Ser ff.3 35,<3all atn 5. Sebruar 1931, ״IRheingold", PoUdamerflra&e. erzogen, nur bei seltenen Gelegenheiten erfuhren sic überhaupt von der Existenz jüdischer Gebräuche. Emil Ludwig selbst ist ein Erbe dieser Anschauungen, er bekennt sich in seinem Buche zu einer religionsfreien Moral, mit der die Geschichte eines ״uns heute fernstehenden Nomadenvolkes" wenig mehr zu tun hat. Vielleicht ist es auf diese naive Selbstsicherheit auch gegenüber der eigenen Herkunft zurückzuführen, daß Ludwig in seinem Buche auch Fehlgriffe wie seinen ״Menschensohn“ ohne weiteres bejaht. Ueber seine spätere Stellung zu Judentum und jüdischen Problemen spricht er in dem Buche nicht, obwohl aus manchen seiner Schriften bekannt ist, daß er in späteren Jahren seine Haltung etwas geändert hat. Bekanntlich wird Ludwig seit Jahren von der deutschnationalen Presse scharf angegriffen, natürlich auch mit äntisemitischer Argumentation. Trotzdem der Vater die Kinder von dem odiosen Namen Cohn rechtzeitig befreite, wird Ludwig für die deutsche Oeffentlichkeit immer der Jude bleiben, und zwar weniger dort, wo man ihn lobt, als dort, wo man ihn angreift. Vielleicht ist der Weg der Auseinandersetzung mit diesem persönlichsten Problem, dem des eigenen Blutes, auch bei Ludwig noch nicht beendet. Er steht heute nach stürmischen und heiteren Tagen auf der Höhe seines Lebens, in den Jahren der Reife, wo einen lebendigen Geist, der viel in sich aufgenommen hat, auch die Nachdenklichkeit über vergessene Urgründe anzuwandeln pflegt. Das Buch, das er zu seinem Geburtstag uns schenkt ist Jedenfalls die Dar- Stellung eines Zeitalters, in das jüdische Geschicke eng verwoben sind und das für das Judentum kritisch und entscheidend war. L Alwin Lffwenttial Dieser Tage verschied in Berlin unser Gesinnungsgenosse Alwin Löwentnal, der vor einigen Jahren am zionistischen Leben Berlins einen sehr aktiven Anteil nahm. Löwenthal gehörte in der ersten Nachkriegszeit zu den führenden Mitgliedern des deutschen Hapoel-Hazair. In dem von ihm bcgründeten Welt-Verlag erschien eine ganze Reihe wichtiger zionistischer und jüdischer Publikationen; vor allem sind zu erwähnen die beiden Zeitschriften ״Die Arbeit“ (Organ des Hapoel-Hazair) und ״Volk und Land“ (herausgegeben von Davis Trietscn). Auch innerhalb der B. Z. V. betätigte sich Löwenthal vielseitig, und sein starkes Temperament, seine anregende Art und sein Reichtum an Einfällen waren stets eine wertvolle Bereicherung des zionistischen Lebens. In der Folge wurde Löwenthal durch persönliche Verhältnisse und seinen Gesundheitszustand gezwungen, sich von der zionistischen Arbeit zurückzuziehen. Aber alle, die Gelegenheit hatten, mit Ihm zusammenzuarbeiten und seine persönliche Eigenart kennen und schätzen zu lernen, werden ihm ein dankbares Andenken bewahren. Die deutsche Ausgabe des Sbnson-Romans von Jabo tln 8 k y ist, wie uns mitgeteilt wird, so den Verlag Erich Lichtenstein, Weimar, übergegangen; zugleich wurde der Ladenpreis von 7,50 auf 6 M. herabgesetzt, obwohl die neue Ausgäbe durch eine neue schöne Ausstattung des Titelblattes bereichert wurde. Zu begrüßen ist, daß dieses Buch, das früher deutsch unter der Ueberschrift ״Richter und Narr“ von ״Altha- Jena“ segelte, jetzt den ursprünglichen Titel des Originals ״Simson“ trägt und auch den wahren Namen des Verfassers nicht mehr verschweigt. Auf diese Weise werden sicher viele zu seiner Lektüre angeregt werden, die sonst achtlos daran voiübergegangen waren. Denn wer nicht weiß, daß Althalena das Pseudonym von Jabotinsky ist — und in Deutschland wissen das auch unter den Zionisten nur wenige Eingeweihte — dem fehlt der eigentliche Anreiz, sich dafür zu interessieren. Jabo• tinskys Simson-Roman ist ein dichterisches Nebenprodukt seiner politischen und nationalen Arbeit In diesem Buche drückt sich die Weltanschauung des Verfassers besonders rindringlich aus, weil hier ein geschichtliches Thema gedeutet und gestaltet wird. So ist der Simson-Roman zugleich ein Bekenntnisbuch. Aber als Dichtwerk sei es nicht Gegenstand politischer Diskussion, sondern auch der politische Gegner Jabotinskys und auch wer sein Simson-Weai nicht für die wahre Inspiration des jüdischen Volkes hält, wird dieses elegant und talentvoll geschriebene Buch mit Genuß lesen. Eine eingehende Besprechung des Romans aus der Feder Sch. Goreliks erschien In der ,Jüdischen Rundschau“ vom 15. Mai 1928. Es genügt daher, hier darauf hinzuweisen, daß die neue Ausgabe des Buches ein« Gelegenheit bietet, den Kämpfer Jabotinsky von der schriftstellerischen Seite kennenzulernen. Corona. Diese hier bereits angezeigte neue literarische Zweimonatsschrift des Verlags der Bremer Presse (München) hat nun bereits das dritte und vierte Heft in gleich schöner Ausstattung herausgebracht. Das dritte Heft enthalt «. a. yergil- Uebersetzungen von Schröder und Borchardt. Aus dem vierten Heft •wird gerade unsere Leser am meisten ein Beitrag von Richard Beer-Hofmann ״Drei Prologe“ interessieren. Alle drei sind nur Entwürfe. Davon ist einer 1898 zu einer ״Ariadne“ gedichtet, der zweite (30 Jahre später) 1928 zu ״Romeo und Julia“, der dritte schließlich, für den ״jungen David“ bestimmt, ist eine historische Rekapitulation der Werke Gottes für Israel, leider nur bis Scherauel fortgeführt; die Jjmig-pathatiscbß ,Musik. Bett-Hof mannscher Verse strömt ■bc• wegend aus diesen Dichtungen, deren größte ׳'eine' Vefklirnitg des Judentums ist. — In dem Heft sind noch Thomas Hardy, Benedetto Croce, Lafcadio Hearn, Emil Strauß. Karl Voßler u. a. mit wertvollen Beiträgen vertreten. Ke ״Corona“ ist nicht nur die am schönsten und kultiviertesten gedruckte, sondern vielleicht auch die geistigste der jetzt erscheinenden deutschen Zeitschriften. Ein sonderbarer Rabbinerbrief. Die arabische Presse veröffentlicht einen Brief, den ein Rabbiner Abraham Rosen* bach aus Czernowitz an den Mufti von Jerusalem geschrieben hat. In dem Brief wird der Mufti unter Berufung auf die Bibel aufgefordert, zu veranlassen, daß den Juden der Tempelberg zurückgegeben wird. Er führt dann eine Reihe von Zitaten an und beschwört den Mufti, die Möglichkeit zu schaffen, daß wieder Hohepriester den Gottesdienst auf dem Tempelberg verrichten, der dann durch Radio verbreitet werden könnte. Die arabische Presse zieht aus diesem Brief eines offenbar geistig nicht ganz normalen Sonderlings die Konsequenz, daß die wahren Ziele der Juden trotz aller Ableugnungsversuche auf den Besitz des Tempelolatzes, auf dem heute die Omar-Mosehec steht, gerichtet sind. Neue Palästina-Führer. Soeben sind in Jerusalem zwei neue Palästina-Führer erschienen. Der eine Führer, der sich ״F ü h - rer durch das jüdische Palästina“ nennt, wurde vom Zionistischen Informationsbüro herausgegeben und beriicksichtigt — ebenso wie die frühere Auflage dieses Führers — in erster Linie das jüdische Aufbauwerk, und zwar sowohl dfe städtische afs auch die ländliche jüdische Siedlung una die jüdischen historischen Stätten. — Der Führer A. Marinarösch, Jerusalem, St. George Street 99, hat im Selbstverlag einen neuen Führer, betitelt ״Alte und neue Stätten in Palästina und Südsyrien“ herausgegeben. Der Führer enthält 29 Abbildungen und gibt einen Ueberblick über die allgemeinen Verhältnisse des Landes, wobei auch die nichtjüdischen Gemeinschaften eingehend berücksichtigt werden, und eine ausführliche Beschreibung der wichtigsten heiligen Stätten und Sehenswürdigkeiten in Judäa, Samaria, Galiläa und Süd- Syrien. Dem Führer, der 165 Seiten umfaßt, sind zwei Karten, eine Orientierungskarte über die Verkehrsrouten der Länder des Vorderen Orients und eine detaillierte Karte von Palästina beigegeben. — In London ist soeben der neue Führer von Thomas Cook & Son, Ltd., über Aegypten, den SAlan und Palästina erschienen. Der schön ausgestattete Führer enthält einige Bilder vom jüdischen Aufbauwerk in Palästina und bcrücksichtigt in seinen Reiseprogrammen eingehend auch die verschiedenen alten und neuen jüdischen Stätten und Sehens- Würdigkeiten. (Ziko.) _ Der Pariser Pen-Ciub veranstaltete am Xi. Januar in Paris zu Ehren von Schalom Asch, der vor einiger Zeit seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, einen Festabend. Freie ionische Vomshoehsehaie Berlin N 84, Oranienburger Strafe SO, Weiden dämm Dz SOZI Montag, den 2. Febrnar, abends 8 Uhr, Logenhans, Kleiststraße 10 Zweiter kontradtktort«c*er Abend: Brauchen wir eine indische Schule? R.-A. Dr• Max Kolleascher / R.-A. Dr.Walter Brettlauer (3. Abend: Dr. Ludwig HollSnder / Kurt Blumenfeld: ״Deutscfciüdiscfec und 'nationaljüdische Anschauung“. 1 an» 16. Februar, abend•). HSrergebühr: 1.— Mk, I