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Jüdische Rundschau · 1931-01-30 · Heft 8 (30.1.1931) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 8 (30.1.1931)
Date
1931-01-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Se>te 54 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 8, 30.11931 Vcrmlscblcs Sterbefan. Vor einigen Tagen verstarb in Berlin im Alter von 71 Jahren Frau Emma Reich, die Gattin des verstorbenen O.rektors und Gründers der ״,sraelitischen Taubstummenanstalt“, Markus Reich. An der Trauerfeier nahmen außer dem Vorstände der Anstalt u. a. die Direktoren der Städtischen und Staatlichen Taubstummenanstalten teil. Rabbiner Dr. Blumcnthal, Ginsberg, Oberlehrer M. Meyer und Richard Meyer würdigten in Ansprachen die Persönlichkeit und das Wirken der Verschiedenen. Zionistische Zusammenkünfte. Wir bitten hierdurch dringend alle zionistischen Ortsgruppen und die Sondergruppen, uns die Lokale aufzugeben, in denen regelmäßige Zusammenkünfte stattfinden. Wir gebrauchen diese Angaben für Gesinnungsgenossen, die eine Reisetätigkeit ausüben und den Wunsch haben, ihre freien Abende im Kreise von Ge• sinnungsgenossen verbringen zu können. Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestr. 10. Artur Sega! hält am 3. Februar, 8(» Uhr, Im Humboldt- Haus, Klopstockstr. 55 (Bahnhof Tiergarten), einen Vortrag ״Konventionelle Lügen in der bildenden Kunst". Diskussion. Schule der jüdischen Jugend (Geschäftsstelle: N 24, Oranienburger Sfr. 29, Weidendamm D 2, 5921). Dr. Chanoch A 1 b e ck spricht im Zyklus ״Das jüdische Kulturerbe" über ״Rabbinische Literatur" (das Leben im Gesetz). Dienstag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, Mädchenschule, Auguststr. 11/13. Hörergebühr für den ganzen Zyklus (7 Vorträge) für Angehörige der Schule M. 1,—, Einzelvortrag 25 Pf., für Nichtangchörige der Schule ganzer Zyklus M. 2,—, Einzelvortrag 50 Pf. Bar Kochba-Hakoah-Ball. Neben der Prämiierung der schönsten Ballbesucherinnen wird eine reichhaltige Tombola große Anziehungskraft auf die tanzende Jugend und ihre nichttanzende Begleitung ausüben. Die amerikanische Versteigerung eines Blaupunkt-Phonoradion-Musikschrankes, von der Firma Idealvverke A.-G. gestiftet, verspricht außerdem ein großer Erfolg zu werden. Eintrittskarten sind im. Vorverkauf zum Preise von M. 3,— (an der Abendkasse M. 5,— ) bei Bote & Bock, an den Theaterkassen 3er Firma Hermann Tietz, im Bar Kochba-Hakoah-Büro, bei allen Mitgliedern und im Ballbüro, Krausenstr. 75 (Merkur 8241), zu haben. Film-Kollektiv. Im Theater des Film- und Bildamts der ‘Stadt Berlin, NW87, Levetzowstr. 1/2, laufen am Sonnabend, dem 7. Februar, abends 8 »4 Uhr, zwei Filme eines jungen Film- Studios, und zwar der Film ,,Makkabäer“ (neue Bearbeitung), sowie das neueste Werk der Makkabäer-Filmgruppe, der Film ״Antwerpen 1930", ein Makkabäer-Film. Das Sekretariat des Bar Kochba-Hakoah, Meinekestr. 10, hat den Verkauf der Eintrittskarten (M. 2,— und M. 1,—) übernommen. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, E. V., hält ihre diesjährige Mitgüederversammlung am Mittwoch, dem 25. Februar, 20 Uhr pünktlich, im Logenhaus, Berlin W 62, Kleiststr. 10, ab. Herr Dozent Dr. ,Harry Torczyner, Berlin, wird über das Thema ״Die Bibel und die Literaturen des alten Orients“ sprechen. Der auch für einen weiteren Kreis sehr interessante Gegenstand des Vortrages wird sicher zahlreiche Mitglieder veranlassen, die Versammlung zu besuchen. Gäste können eingeführt werden. Brith Trumpeldor Berlin. Gdud Zophim. Am Donnerstag, dem 5. Februar, hält Herr Redakteur I. K1 i n 0 f f um 8y* Uhr, im Beth-Am, Grolmanstr. 36, einen Vortrag in deutscher Sprache über ,,Ostjudenfrage und Einwanderungssperre“. Gäste willkommen. Zfonisten-Revisionisten. Mittwoch, den 4. Februar, abends 81/» Uhr, im Logenhaus, Kleiststr. 10, Vortrag: Die Stunde des Revisionismus. Referenten: Prof. AJexander Kulischer, Richard Lichtheim. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Bezirksgruppe Nord und Ost: Der für den 2. Februar angesetzte Vortrag von Frau Dr. Tilly Pulvermacher ist aui den 23. Februar verlegt worden. — Studiengruppe H at i k w a h: Dienstag, den 3. Februar, bei Frau Sternberg, Kantstr. 150a. Referat von Frau Dr. Herlitz: Sabbatai Zwi von Kastein. — Gruppe Grünewald: Montag, den 2. Februar, nachmittags 4!/2 Uhr, Teenachmittag bei Frau Netty Hirsch, Humboldtstr. 7b: Bericht über den Stand der Wizo-Arbeit und Besprechung aktueller Fragen. Referentin Frau Edith Hirsch. — Gruppe Nord und Ost: Sonnabend, den 7. Februar, abends 8y'־ Uhr, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4, Vortrag von Herrn Moses Waldmann: ״Ein Bild von den Juden in der ganzen Welt“. — Zentrale Veranstaltung für alle Gruppen: Donnerstag, den 12. Februar, abends 8y2׳ Uhr, im Meistersaal, Köthener Str. 33. Es werden sprechen: Mrs. Sieff, London (Mitglied der Exekutive der Wizo). und Fräulein Dr. Lotte Hanemann, Jerusalem. Gäste willkommen. Andrang im Reisebüro des K. J. V. In der Bleibtreustr. 50 ist das Telephon (Steinplatz 4736) ununterbrochen in Bewegung, weil eine stürmische Nachfrage nach Karten zum ״Blau• Weiß-Expreß“, den Billetten zum Ball der Kadiniah und Hasmonäa, herrscht Die Veranstaltung findet bekanntlich am 5. Februar im ״Rheingold“ statt und es empfiehlt sich dringend, Karten (M. 3,50, Studenten ermäßigt) zu besorgen denn es steht zweifellos einer der heitersten und schönsten Abende des K. J.V. bevor. Die Jüdische Orchestervereinigung, die allen jüdischen Organisationen zur Verfügung steht, veranstaltet am Sonntag, dem 1. Februar, in der Hochschule für Musik, Hardenbergstr. 36, ein Konzert unter Leitung ihres Dirigenten Leo Kopf. — Mitwirkende sind: Sascha Parness (Violine) und Oberkantor Carl Neumann (Friedenstempel). Aus dem Programm: Goldmark: Symphonie, Ländliche Hochzeit. Beethoven: D-Dur- Konzert. Hebräische Gesänge. Karten M. 1—4 bei Bote & Bock, Tietz, Wertheim, Abendkasse. Esra, Verein jüdischer Gewerbetreibender zu Berlin, veranstaltet am 15. März 1931 im Logenhaus, Kleiststraße, sein zehnjähriges Stiftungsfest mit Bannerweihe. Chug Iwri, Frankfurt a. M. Am Sonntag, dem 1. Februar, hält Herr E. Schmulewitz aus Wiesbaden im «■ חוג עבר im Lokal der Zeire Misrachi, Seilerstr. 24, um 8>/ä Llhr abends, einen hebräischen Vortrag über das Thema: "דרכי הספרות העברית אחרי המלחמה העולמית" Palästiuakursus. Der erste Abend des Palästinakursus der B. Z, V. unH des KKL fand am 13. Januar statt. Dr. Werner Bloch referierte über: ״Geographie und Geopolitik Palästinas“ und bemühte sich, den zahlreich erschienenen Jugendlichen ein anschauliches Landschaftsbild von Palästina zu vermitteln. Neben einer rein geographischen Darstellung von Cis- und Transjordanien und' nach Klärung der einfachsten geographisehen Grundbegriffe schilderte er die Stadt Jerusalem als Beispiel für eine palästinensische Stadt und gab dann einzelne Ausschnitte aus den verschiedenen Landsehaftsgebieten Paläsrinas. Zum Schluß gab er noch Anregungen für eine geopolitische Betrachtung Palästinas. Er gab den Zuhörern eine ganze Reihe von Literatur für die beiden Gebiete an und außerdem erhielt jeder Teilnehmer für diesen Kursus vorbereifete Materialien. — Das Interesse der zionistischen Jugend für den Palästinakursus ist groß. Es waren über 140 Jugendliehe erschienen, die den Ausführungen sehr aufmerksam folgte:1. — Der nächste Vortrag findet am Dienstag, dem 3. Februar, statt. Dr. Landauer wird sprechen über: ״Die Bevölkerung und das öffentliche Leben in Palästina“. Der Vortrag findet pünktlich SV» Uhr in dem Saal der Jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2/4, statt. Ausweis Nr. 16 16.-23. Januar 1931: M. 2.260,64 LANDSPENDE Berlin: Geheimrat Max Steinthal 50, Dipl.-Ing. Berthold Freund 20; Imitaschen: V. J. St. Hasmonaea 7. Leipzig: A. Kuritzkes ani. Vermählg. s. Tochter 18, Dr. A. Pietrkowski u. Frau z. Silberhochz. Rudolf Schick 12, Max Bergmann anl. Barmizwah d. Sohnes 10, Frau Diamant ani. Vermählg. Frl. Diamant-Herr Sefiler 5, 2/3 3. Ludwigsbürg: Adolf Elsas 2. Marburg: Hochzeit Isenberg 8. Nordhausen: Schnodergelder 18, Tilly Rothschild u. Ilse Blumenthal grat. Ernst u. Emmy Kaufmann z. Geburt i. Tochter Gabriele 3. ippeln: Rabb. Dr .Philipp-Elberfeld dkt. d. Fam. Adler, Braun- Schweiger, Deutschmann, Hofstein, Schever, San.-Rat Schlesinger, Spier f. I. Gastfreundschaft 10, Cfian.-Akt: Hartmann 20, Adler, Deutschmann, Dr. WagneT, Wunderlich, Ebstein, Hofstein je 5, 2,3 4. Prenzlau: 4 -L. Freie Stadt Danzig: ausgew. i. D. GL: Teilüberschuß v. Makkabäer-Fest 250, Israelsohn ani. Genesung s. Sohnes 10, Synagogensp.: S. Diamantstein 10, S. Lubart 5. מרובדת RAUMSPENDE K. LJ. V.er-Hain: Dr. Noßbaum-Zwickau grat. s. L Dr. Hans Lewin z. Vermäbilg. 6. Dr. Moritz Mordechaj u. Agnes Chamizer-Hain: Dr. E. Chamizer grat R. Schick u. Frau z. Silberhochz. 6. Ludwig Conitzer s. A.-Haln: V. J. St. Kadimah 6, Dr. Schwabe 5, zus. 11. Moritz u. Fanny Fansal-Hain: anl. d. Geburtstages v. Frau Sidi Mandowski: Frau Georg Cohn 12, Amtsger.-Rat Bergmann u. Frau, Frau Else. Weinstein, Frau Irma Berger, Frau Vally Lewin, Ernst u. Hans Schindler je 6, zus. 42. Resi Krakauer-Garten: Siegmund u. Ilse Warburg in herzl. Gedenken an Fr. Lucie Prinz 6. Therese Nelken-Hain: Frau Dr. Lude Nelken dankt Frau Dr. Bileski 6. Georg Tietz s. A.-Garten: Hertha u. Max Rosenzweig zur Jahrzeit ihres Vaters Siegfried Titz je 18. Hermann Schocken-Garten: Moritz Levy-Berlin dankt Herrn Hermann Schocken f. liebenswürdige Gastfreundschaft 6. K. J. V.-Garten: Grete Rabo u. Hermann Jacoby grat. Dr. Hans Lewin u. Frau Ruth z. Vermählg. 6. Paul Schindler-Garten: anl. d. Geburtstages v. Frau Sidi Mandowski: Jul. Kochmann u. Frau, Max u. Ilse Kochmann je 12, zus. 24. A. Bromberg-Garten: ges. am Teeabend b. Herrn H. Bromberg v. s. Gästen 33. Aron Muedler s. A.-Garten, Danzig: M. Sambursky, Meir Berger je 6, zus. 12. Herzl-Wald: Berlin: Ruth u. Martin Kirschstein a. d. N. v. Ernst Raphael Kirschstein 6. St. Ingbert: Bruno Loeb 10. j/m־o!n7v; BÜCHSEN Zur Fronarni* der Drnektpeten werden rar* mm an mir mehr die Bdchsen-Erqehniue von i 11 n i Mark aufwärts ausqeudeteru Berlin: ״C.“ 42, Kurt Rabau 33, FrL E. Lebenheim 30, Benno Groß 25, Schnur 20, Dr. H. Steinitz 15, Ing. Balaban, Dir. I. Goldschmidt je 11, Frl. Moschkowitz 9, Dr. A. Bein, N. Kissin je 8, Dr. A. Cohn-Waidmannslust, Dubowiczky-Hermsdorf, Frau Feger, I. Feuerring, Dr. S. Hanemann, Dr.' Jacoby, M. Lasnitzki je 7, Kari-M. Baer, Frau Ellenberg, Harold Frank, M. Grzebnik, Hölzer je 6, Charlab, Fenster & Wahl, D. Freund, Fam. Ginsburg, F. Grüngard, F. Kochmann, Dr. Kronstein, B. Levy, R.-A. Lewinsohn, Dr, Fritz S. Neumann, Paul Rosenberg-Hermsdorf, Dipl.-Ing. Simon, Wreschner, W. Zarek je 5, 136 5 799,99. Darmstadt: Israel Rubin 7׳, Posner, H. Rothschild je 6, M. Enoch 5, 23/5 58. Duisburg: Dr. Epstein 14, M. Meyer 13, Alice Loewe, Dr. Conitzer je 10, Gottfr. Israel 9, Simon, J. Meyer, Loewe, Windniann je 5, 32/5 =66 ־. Fulda: 10-f*. Gotha: Gustav Heilbrunn 9, 4/5 27. Halle: Dr. Lichtenstein 9, 6/5 13. Hamburg: Dr. N. Costa 15, Zion. Akad. Klub 14, Misrachi-Versatnmlg., Dr. Simon Levy, H. Berger je 10, Dr. E. Weigert 8, Hugo Mainz, Frau Loewy je 7, Kistenmach er 6, 63/5 120. Landstuhl: J. Reinheimer 4. Leipzig: Hebr. Schule Tchijah 12, L. Tumpowsky 7, J. Neumann, P. Littauer, Tellersammlg. Kundgebung je 6. Schlüchtern: Hugo Wolf 15, Siegm. Sichel 10. Stolp: Dr. Müllerheim 15, Sally Tuchler 11, Georg Tuchler 10, Max Wohlgemuth 8, Ilse Flanier, Frau Schlesinger, Bernhard Wohlgemuth je 5, 10/5 21 =־. Tilsit: Sascha Lewin 10, Moses Jaffe 7, Frau Levis 6,11/5 25. Zoppot: dch. Gdud KKL 81 B. =194 ־ D. QI. Abkürzungen, die im Ausweis verwendet werden: a) Pfennigbetrige fallen fort, sind aber im Oesamtresultat enthalten, b) Ziffern bedeuten Markbeträge, c) 8/5=14 ־ bedeutet 8״ Speaden oder Büchsen unter 5 Mark zusammen 14,—“. d) 4• heißt ״ohne Spezifikation überwiesen“. 11n1111>1n11111111111n11m1m11n111111n11111n1111111n11111n11n1mmn111mm11m111nw1n>11n1111111111n111111111111111111111111111111111111 Neue Legate Die Versicherung« - Aktion des KKL. 14.-15. Woche: Stand 100.600 Mark Dr. Leo Landau, Lübeck; Dr. Isaak Bamberger, Nürnberg; Dr. Heinrich Feuchtwanger, München; R.-A. Max Jacobsohn, Breslau; R.-A. Georg Wunderlich, Oppeln; Karl Adler, Mfl iehen; Dr. Ernst Neeheles, Hamburg; ferner Dr. J. Brutzkus, Frau Margot Rosner, R.-A. Erich Lindenstrauß, Siegfried Hirsch, John Berger, Isaak Feuerrlng, alle In Berlin. UJUIIU llliutuuiuiuuiiuiuiliuiuilliuuuuu UUIIUUIUlimiUlUIIUllUIIIIUUI MIIIIUI llll mfiUUIItUUU tUuiÜlllllUHUIUIIUlilM Keren Kaiemeth Leiisrael Benin Ulis, meinenestr.to postsctiecKK. 28267 ״Im Blau - Weiß - Expreß ins Land der Wunder‘1 Der KJV.-Ball am 5. II. zugunsten des KKL Orlsfiruppen Kassel. Die Zionistische Ortsgruppe hielt ira vollbesetzten Saale des Crildehauses eine Versammlung ab, in welcher der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Kugelmann, des Todes Lord Melchetts gedachte. Das Referat des Abends hielt Alfred Berger, dessen gedanken- und temperamentvolle Ausführungen in der gebotenen Kürze wiederzugeben angesichts der Kompliziertheit der zionistischen Gesamtproblematik unmöglich ist. Nur eine seiner Darlegungen sei hier schlagwortartig angedeutet: Eine ruhige Kolonisation großen Maßstabs erfordert politische Sicherung. Daher muß durch zähe Verhandlungen mit England erreicht werden, daß England das Palästina-Mandat nicht nur juristisch weiter anerkennt, sondern auch die politische Garantie für die Verwirklichung schafft: durch Einsetzung einer von dem eisernen Willen zur Schaffung des Jüdischen Nationalheims beseelten Palästina-Verwaltung. Die beste zionistische Politik also ist die Stärkung unseres palästinensischen Aufbauwerkes, daß beste politische Arguraent eine kraftvolle Position in Erez-lsrael, ohne die wir nie als ebenbürtige politische Vertragspartner angesehen werden. Die Arbeit der Zionistischen Exekutive war geleitet vom Geiste des ״praktischen“ Zionismus, bis (infolge der durch die Palästina-Unruhen 1929 hervorgerufenen starken Bewegung in der Gesamtjudenhejt) auch der Glaube an die Richtigkeit der bisherigen Politik erschüttert wurde. Immer mehr erfaßte die ״politische“ Psychose, der Geist der Demonstrationen und Proteste die Massen, immer mehr vergaß man darob die ״praktische“ Kolonisation und den Sinn für die Wirklichkeit. Heute hat sich die zionistische Oeffentiichkeit wieder von der Politik der Proteste ab- und der praktischen Arbeit zugewandt Gewisse ״Freunde“ der zionistischen Idee haben den geschilderten innerzionistischen Kampf als Zeichen des beginnenden Verfalls gedeutet. Ihnen sei versichert, daß dieselben Kämpfe zwischen ״politischen“ und ״praktischen“ Zionisten bereits auf dem siebenten und dem achten Zionistenkongreß (also seit 1905) und noch späterhin ausgetragen wurden, natürlich mit einer Fragestellung, die im einzelnen anders, im Prinzip aber genau dieselbe war. Kämpfe wurden in der Zionistischen Organisation schon immer ausgefochten, Exekutiven haben gewechselt, aber eines ist uns stets geblieben: die lebendige Kraft der zionistischen Idee und der Zionistischen Organisation. Siegfried Popper. Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 22. Januar, hatte unsere Ortsgruppe alle Schekelzahler in Nürnberg und Fürth zu einem Wahlabend eingeladen. Alle Parteien, die Anhänger in Nürnberg und Fürth zählen, sollten Vertreter ihrer Anschauung und ihrer Kongreßprogramme zu Worte kommen lassen. Hierdurch sollten den einzelnen Gruppen die Veranstaltungen erspart werden. Infolge der Verschiebung des Kongresses und damit der Kongreßwahl änderte sich der Charakter der Veranstaltung. Der Abend war hauptsächlich der Auseinandersetzung mit dem Revisionismus gewidmet, da als Vertreter dieser Gruppe Herr Dr. Paul Arnsberg, Frankfurt a. M., erschienen war. Dieser legte in einem fast cinstündigen Referat die Gründe dar, die, nach revisionistischer Auffassung, die Opposition«- Stellung gegenüber der Exekutive und insbeson lere gegen Wetzmann rechtfertigen. In der Diskussion, die von Herrn Dr. M. N u ß b a u m , als dem Vertreter der Allgemeinen Zionisten, und von Herrn Dr. Strauß-Reich, als Wortführer der linken Gruppen, bestritten wurde, wandten sich die Redner gegen die wesentlichsten Angriffe der Opposition. Die Diskussion wurde allseits sachlich und ernst geführt — von wenigen Entgleisungen abgesehen—, so daß der von Herrn Dr. Liebstaedter geleitete Abend zur Klärung der Meinungen beigetragen hat. Noach Schapfro I Am 7. Januar verschied im Alter von 68 Jahren im Krankenhaus Hadassa zu Tel-Awiw Noach Schapiro. Er war einer der ״Ersten“ in der Organisierung der jüdischen Arbeiterschaft Zur Zeit der Gründung der Kolonie Rechoboth vor 41 Jahren, als Rechoboth noch in der glücklichen Lage war, nur jüdische Arbeiter beschäftigen zu können, als es diese Hunderte von jüdischen Arbeitern anzog, ist auch der Entschlafene nach Rechoboth gekommen. Gleich mit der körperlichen Arbeit hat er ״Arbeitslieder" gedichtet, deren einige schon in den Ausgaben von Lunz gedruckt waren: unter dem Pseudonym Barnack. Das auch in Europa bekannte Lied ״יה חי לי לי- הה- עמלי!״ stammt von ihm Ais Baron Rothschild vor 36 Jahren Palästina besuchte, hat Schapiro in Gemeinschaft mit zwei anderen Arbeitern ihm den Vorschlag gemacht, erfahrene Arbeiter anzusiedeln. Als Erfolg dieser Bemühung ist die Gründung von Metulla zu bezeichnen. Als er späterhin seitens der Kellereiarbeiter nach Paris entsandt worden ist, um ihre An Siedlung zu bewerkstelligen, ist er dieser Mission wegen aus seiner Arbeitsstelle in den Weinkeilereien entlassen worden. Der zukünftige Geschichtsschreiber der Ent- Wicklung Palästinas wird dem Verewigten einen Ehrenplatz einräumen. M. Weiner. Unter dem Vorsitz des Dekans der Theologischen Fakititat der Genfer Universität, Auguste Gampert, wurde in Genf die Gründungsversammlung der ״Societe genevoise des etudes iuives“ atae&alten.

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