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Jüdische Rundschau · 1931-01-09 · Heft 2 (9.1.1931) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 2 (9.1.1931)
Date
1931-01-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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/ Nr. 2, 8.!. 103! JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 11 Eine neue jüdische Monatsschrift In Berlin. Anfang Januar beginnt in Berlin unter dem Titel ״Freie jüdische Monatsschau“ eine Revue für Politik, Literatur, Wissenschaft und Kunst zu erscheinen. Diese neue Zeitschrift wird neben einer ständigen Rubrik ״Monatsschau der Zeit“, in der in präziser Form die jüdische Situation glossiert werden soll, nur solche Aufsätze enthalten, die bereit« in der Presse veröffentliclit waren und die wert erscheinen, der ephemeren Tagesiournalistik nicht anheim «1 fallen. Die Auswahl erfolgt ohne Rücksicht auf Richtung oder Gesinnung des Inhalts, sonden! nur nach geistigen Kriterien. Es wird in dieser neuen Zeitschrift eine ״A u 81 e s e“ der besten jüdischen Publizistik geschaffen, auf allen Gebieten de» jüdischen Lebens, *0 daß zu erwarten ist, daß die Zeitschrift ein wirkliches Abbild des jüdischen Lebens bietet. Das erste Heft enthält Beiträge von Prof. E. von Kahler (Juden und Deutsche), Lion Feucht* vvangcr (Der historische Prozeß der Juden), Stefan Zweig (Der Dichter Schalom Asch) u. a. m., ferner eint ausführliche Rubrik Buchbesprechungen. Jedes Heft wird zirka 70 bis 80 Seiten stark sein und im Abonnement jährlich 10 M., halbjährlich 6 M. kosten. Ei wird gebeten, schon Jetzt Beateilun* gen auf die Zeitschrift an die Adreaae von; Josef Melier, Berlin W 30, Schapcrstr. 30, aufzugeben. Druckfehler-Berichtigung. In dem Artikel von Abraham Schwadron ״Die Victoria Hitlerensfa von Palästina aus ge* sehen“ in Nr, 100 des vorigen Jahrgangs der ״J. R.“ haben sich leider drei sinnstörende Fehler emgeiehiichen. Es muß dort richtig heißen: Achad Haara war der akkurate (nicht: akute) Rechnungsführer, ... ferner: Wenn wir heute Im Lichte des Hitler-Sieges, als allgemeinen Symbols der Virtualität der Juden f e 1 n d schaft (nicht: Judengemeinschaff) ... sowie: Dr. Ludwig Holländer schreibt (nicht: schreit) in Nr. 39 der C.-V.*Zeitung.... Ortsflroppei» Bamberg. Die Z. O. O. veranstaltete am 12. November 1930 unter dem Motto: ״Wo stehen wir heute“ eine Versammlung, in welcher Herr Dr. Stra uß-Reich, Nürnberg, über die durch die Relchstagswahlen für das deutsche Judentum entstandene Situation sprach, im zweiten Tel! seines interessanten Vortrages verbreitete sich der Redner über die Entwicklung der Lage In Palästina seit August 1929 und setzte sich mit dem Inhalt des englischen Weißbuches auseinander. Eine Diskussion fand nicht statt. — Am 30. Dezember 1930 sprachen auf einem internen Vereinsabend die Herren cand. med. Franz Brüll und cand. med. Berthold tindner über ״Zionistische Gegcnwarts* fragen‘׳. Während Herr Brüll einen historischen Ueberb’ick über d[e Entwicklung der zionistischen Politik von der Baifour* Deklaration bis zu den gegenwärtigen Verhandlungen der Jewish Agency mit der englischen Regierung gab, sprach Herr Lindner über die Auswirkungen der außenpolitischen Ereignisse auf die innerzionistische Entwicklung. In der Diskussion wurde insbesondere die Araberfrage erörtert. Der Abend wurde mit einem Appell zur zahlreichen Beteiligung an den Kongreßwählen geschlossen. Beuthen. (Eine Woche Revisionismus.) Diese Woche begann mit der Freitag-Abend-Zusammenkunft, ln der Herr Redlich aus Breslau, früher Palästina, einen Vortrag über ״Das Leben in Erez-lsrael“ hielt. Am darauffolgenden Sonntag fand anläßlich des Beginns des Chanukkah-Festes ein gemütliches Beisammensein im internen Kreise statt. Zwei Tage später sprach dpelbst in den Räumen der Mamreh-Loge Herr Dr.Schechtmann, Paris, über da! Thema ,,Das Sschteksal des Zionismus — England und das jüdische Volk“. Die Zuhörer folgten gespannt seinen Ausführungen. Es schloß sich daran eine rege Diskussion, an der sich die Herren Dr. Weißmann, Wiener u. a. beteiligten. Der darauffolgende Mittwoch galt unserer Nachbarstaat Hindenburg, woselbst ebenfalls Dr. Schechtmann vor einer gutbesuchten Versammlung über das bereits erwähnte Thema sprach. Dieser Abend brachte uns einen großen Erfolg, nämlich die Gründung einer neuen Gruppe mit dem Vorritz von Herrn Gold, Hindenburg. Am Donnerstag fand in Kattowitz in den Reichshallen im überfüllten Saal der Vortrag unseres Führers labotinsky statt. Diesem Vortrag strömten aus allen Richtungen Zionisten herbei. Mit Begeisterung wurden seine Ausführungen aufgenommen. Freitag Abend weilte in Beuthen die *Leiterin der schlesischen revisionistischen Zentrale und Gründerin der Beuthener Oruppc, Frau Rechtsanwalt Lachmann aus Breslau, zu deren Ehren eine Feier im geschmückten Heim stattfand. Nach einem Be* rieht über die bisherige Tätigkeit der Beuthener Gruppe, die bereits ein Jahr besteht, schilderte Frau Rechtsanwalt Lachmann die jetzige Lage im Zionismus und forderte uns zur tatkräftigen Weiterarbeit auf. Bonn. Bericht über die bisherige Winterarbeit. Anfang N'wembcr hielt Herr Dr. Plessner ein Pressereferat, das die Ortsgruppenmitglieder über die Tatsachen und Probleme der Gegenwart in lebendiger und objektiver Weise informierte. Leider verlieren wir durch die Uebersiedlung des Herrn Dr. Plessner nach Frankfurt a. M. eine wertvolle Kraft. Wir danken Herrn Dr. Plessner auch an dieser Stelle für seine aufopfernde Tätigkeit in der Bonner Zionistischen Ortsgruppe. Sein Weggang machte eine Vorstandsneuwahl notwendig. Der neue Vor* stand besteht aus den Herren Max Goldreich, Paul Dreyfuß, Kurt Schatz. Es erscheint zunächst wichtig, hinzuweisen auf einen Versuch, der in Bonn unternommen wird. Die Jüdischen Gemeinden Bonn, Beuel und Poppelsdorf, sämtliche Verbände, Korporationen und Jugendbünde haben sich zusammengeschlossen zu einer ״Arbeitsgemeinschaft Bonner Jüdischer Verbände“. Dank dem Drängen der K. J. V.er ist es in diesem Winter zu ernster Arbeit gekommen: Zwei Hebräischkursc (Dr. Levy), ein Kurs über Gegenwartsfragen (Dr. Hermanns) und eine Reihe öffentlicher Vorträge. Die Reihe öffentlicher Vorträge wurde Mitte November mit einem Vortrag von Martin Buber über ״Oemeinschaftsbildung im Judentum“ begonnen. Buber sprach vor überfülltem Saal. Manchen Juden, der sonst in keinen jüdischen Versammlungen zu finden ist, hat er aufgerüttelt. Nach der Versammlung war Buber mit den Mitgliedern der Ortsgruppe noch Gast der V.J.St. Kadimah im K. J. V., und hier im intimeren Kreis hatten wir noch eine ernste Ausspräche über die Forderungen der Gegenwart, Der Eindruck dieses Abends wird unvergeßlich sein. — Am. 1. Dezember sprach Capell-Düren über ״Irrwege des Zionismus“. Er legte ausführlich dar, daß der Zionismus die Lösung einer politischen Frage, einer Machtfrage ist, nicht aber der Durchsetzung ethischer Ideale zu dienen habe. Der Redner setzte sich — ohne die Tagespolitik zu berühren — mit den Ideen von Achad Haam und seiner Schüler auseinander. Eine rege Diskussion schloß sich dem schönen Vortrag an und zeigte, daß die meisten Mitgl jeder der Ortsgruppe die Anschauungen de* Redners nicht teilten. — Mitte Dezember veranstaltete die V.J.St. Kadimah einen Gästeabend, Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Dr. Hans Pomeranz, Frankfurt, über das Thema: ״Zionismus Rn Spiegel der Kritik, Hellpich—Brunner—Sowjet!־»» Bland“. Der Redner führte in scharf durchdachter Rede die Gedanken* ginne der Gegner des Zionismus ad absurdum. Die Diskussion, an der sich außer Herrn San.־Rat Lichtenstein vor allem Herr Goldblum von der K.-C.-Verbindung beteiligte, förderte viele alte Argumente gegen den Zionismus zutage und bot Herrn BERLINER KALENDER Sonnabinb, bei» 10.!Januar, abenbß 8 llljr, pünflttcf» im 05(tnetnbef)au8, Sofenftto|e 2/4, Deale 3hm. äDaffentlicfje ®erjammlung. Sljema: ®ostaltftifdier jtoniimus u rt b fftentfionißmuß.!Referent: TO. Sero, Sn bei f ußiptadje beteiligen fid) beä ÄeniftoMSmuä.* Jrauen 9fr6eit0gttneinf$afi für Palästina. Km SienSiag, fern» 18. 3an11ar, abenbß 8 ו/י übt fprWit im TOetftetfoal, ®erlin 25, flötfiener ®ir.88, im Stafjmen bet g.@. ®., §ert Dr. @ u ft a ס Stefanien 3״ur fl eg e n m&r ti g en polltifdjen Sage in $ e u t fef) l a n b*. ® in tritt nur gegen ffiinlabungßfarten, Me im ®firo bei grauen ־ Hrbeltßgemetnfchaft für 'jjaläfiina erhältlich finb. Tienßtag, ben 18. 3anuar,• 20*/־ Uhr, fterttt ftajemetb £eji«r«l, »eriiner SHonffHfäe fltreinlgung, tm Cifeungßfaal bei gübtjdjen ®emetnöe, Hoftriftrap 2/4, 1. Sorttagiabenb im Safjmen beß fjjaldftinafurfee, Br. fBernet ® 10 d): ״®eograpöie unb ffieopolttü“. tim pünftlid)*® örfd!einen ralrb gebeten. Tienßtag, beit 18. Sattuar, 0צVs Ufir. (gruppt OitgKti) 6er ». 3• ®., in bet floncltoret Selfdho», ®itglifc, Hm SRatbaußplafc, Dr. Sie;an bei *Reue!: er jübif d) e S e I b ft ij a fc״ 3freunbe De« arbeitenben paläjlina. Sonntag, ben 8. ßebruat, in!amtlichen fRAutnen beft ®rüberoereinöhaufeß, Hurfürftenftrafte 115, ®efeHfiaftäfeft mit anfcfilte&enbem ®all. 2)et atntrtttßprelä ift fefjt niebrtg angefefet unb betrügt 8.— TO Im föotoerfauf. feetootrogenbe ftünftier unb ttapeden foroie eine reich auß* geftatteti fom&eia roerben ftp» beitraaen, Mefen Hbenb!u oerfehönern Hatten unb Huß* fünfte burd) baß ®efretariat, ®erlin 91 24, Suguftftra&e 17״- $el,; D 2 ©eibenbamm 8885. Berlin. Chanukkahiest. Wie groß das Bedürfnis nach Festen für unsere Kinder ist, das zeigte der Andrang zu dem Cbanukkahfest der F rau e n - A r bei ts ge in ei n sch a f t für Palästina und des Keren Kajemeth Lejisrael am Pf. Dezember 1930 in den Johann Georg-Sälen. Frau Grete W e i z m a n n, die auch diesmal wieder die Initiative zu der Veranstaltung ergriffen hatte, hatte mit bewundernswerter Hingabe und Energie die tausend Schwierigkeiten überwunden. Mit großer Liebe und wirklieh künstlerischem Geschmack war das reichhaltige Programm zusammengestellt worden, dessen Hauptregisseurin, Dichterin, Dekorateurin *and Kostümkünstlerin die 15-jährige Mirjam Weiimann war, die dabei von begabten Kadimahnerfreunden hilfreich unterstützt wurde. Mit einem launigen Prolog leitete sie das Fest ein. Der gelungenste Teil des nur zum Ted Originalbeitrüge von dauerndem Wert bringendes Festes war der Büchsen tanz, hei dem als Büchsen verkleidete Kinder einen lustigen und lehrreichen Dialog mit dem als Chaiuz!uftretenden KKL führten. Das entzückende Puppenspiel, dessen Begleittext leider nur allzu gedämpft zu hören war, ein handgezeichneter Lichtbildstreifen, der zu einem gereimten Rezitativ lief, waren kunstfertige Erzeugnisse der ״Ben Uri Produktion“, einer virtuos die Sache handhabenden Kadimahgilde, und der Makkabaer Kampf und Sieg wurde darin mit übermütiger Freude darge״ stellt. Fast ein bischen zuviel Krieg und Sieg hatten sich an den Nachmittag zusammengedrängt und der geistige Gehalt des Festes kam darüber etwas zu kurz. Dr. Prinz las aus seinem neuenOesyhichtibuch. Mit fröhlichem Andrang bei der Tombola, dem Glücksrad und der Trendelbude, der Kaffestube und dem Bazar ging das Fest zu Ende. Dr. Pomeranz zu wertvollen Ergänzungen im Schlußwort Cielegenhdl Die K. K. L.*Arbeit (unter Leitung von Herrn Rudolf Grüneberg) leidet unter den wirtschaftlichen' Verhältnissen, geht aber verhältnismäßig sehr gut vorwärts. Die Schekelarbeit ist mit Erfolg in Angriff genommen. P- O. Köthen. Die Zionistische Ortsgruppe Köthen veranstaltete am 17, Dezember 1930 eine gut verlaufene Chanukkahfeier. Die Festrede hielt Herr Ingenieur Perlmann. Anschließend fand ein gemütliches Beisammensein statt. Das Rdnergebnis dieses Abends betrug 27 RM. Lübeck. Als Chanukkah-Veranstaltung fand hier eine Vor- Führung des Films ״Frühling in Palästina“ statt, die außerordentlich gut besucht war und großen Anklang fand. Den begleitenden Vortrag hielt der Leiter der KKL-Sammelttelie für Deutschland, Dr. Emst M ec.hn e r aus Berlin, :׳׳ Plauen L V. Ara 29• v. M. fand im Sitzungssaal« des Oe* meindehauiea die Generalversammlung statt. Die Versammlung wurde vom!.Vorsitzenden, Herrn Kohn, mit einem Referat über ,,Die zionistische Politik in den letzten zwei Jahren“ eröffnet. •—־ Durch Erheben von ihren Plätzen nahmen die Versammelten die traurige Nachricht vom Hinscheiden des englischen Zionlstenführers Lord Meichctt Kenntnis, wobei der Vorsitzende mit eindrucksvollen Worten die Verdienste des Hingeachiede* nen für den Zionismus schilderte. — Nach den Berichterstattungen wurde dem Vorstand für die geleistete Arbeit der Dank der Versammlung ausgesprochen und Entlastung erteilt. Besonders gedankt wurde seitens des Vorsitzenden und der Versammlung dem KKL-Kommissar Herrn Glück für seine erfolgreiche Arbeit. Der neue Vorstand setzt sich nun aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender: Rovinski, 2. Vorsitzender: Perlmutter, Schriftführer: Klapisch, Reichenbach I. V., Kassierer: Milewski, KKL.-Kotntn.: Glück, Stellvertreter: Kohn und Reifen: als Reviioren wurden gewählt die Herren Schwarz und Srebrnik. Die Winterarbeit wurde bereit! aufgenommen. M. Rostock. Am 14. Dezember 1930 sprach Herr KarlGlascr Berlin, im Gemeindeverein über das Thema: ״Die Lage des deutschen Judentums“. An den sehr beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine rege Diskussion. Gruppenverbandstag Thüringen. Sonntag, den 11. Januar, vormittags 10Vs! Uhr, findet in Erfurt, ״Erfurter Hof“ (Festräume) eine öruppenverhandstagung statt. Tagesordnung: 1. Zur gegenwärtigen Lage (Referent: Kurt Bluntenfeld, Berlin); 2. Aussprache: 3. Unsere Stellung zur jüdischen Oemcinde (Referent: Dr. N oa c k , Gotha); C Aussprache; 5. Be* zirksarbeit. Am Abend findet eine öffentliche Versammlung statt, in der Herr Kurt Blu menf eid über ״Zionistische Ant* Worten auf jüdische Fragen“ sprechen wird. Zion. Bezirksgruppe Ostwestfalen und Lippe. Nächste Ta gung am Sonntag, dem 18. Januar, nachm. 3 Uhr, in Bielefeld, Hotel zur Post. Referent: Georg Landauer. Besondere Einladungen ergehen nicht. Breslau. Am 14. Dezember veranstaltete die zionistischsozialistische Jugend zusammen mit der sozialistDch-zionistisehen Arbeitsgemeinschaft eine ״Kundgebung für das arbeitende Palästina“. Nach einleitenden künstlerisehen Darbietungen folgten Begrüßungsansprache^ worauf Elieser Liebenitein (Ain-Charod) das Wort zu einem längeren Referat erhielt. Er führte etwa aus: Das zionistische Interesse wendet sich im Augenblick fast ausschließlich der Außenpolitik zu. Ein solcher Zustand innerhalb der zionistisehen Bewegung war meistens das Anzeichen innerer Schwäche. Wir wenden uns dann Problemen zu, auf die wir meist sehr wenig Einfluß nehmen können und wenden uns ab von den Aufgaben, die in ganz anderem Maße allein unserem Eingriff zugänglich sind. Hätten wir dies schon in früherer Zeit immer bedacht, so wäre es sicher möglich gewesen, innerhalb der letzten zwölf Jahre statt 100 000, vielleicht viel mehr Mensehen nach Erez.Jsrael zu bringen. Die gegenwärtigen Aufgaben der palästinensischen Arbeiterschaft konzentrieren sich natürlich in erster Linie auf die Araberfrage. Aber man soll sich hier mehr als bisher auch über die kleinen Schwierigkeiten klar sein, die sich im täglichen Umgang und erst recht in der Auseinandersetzung mit einem Volk ergeben, das noch jetzt 90 «/o Analphabeten hat. Auch wirtschaftlich haben die dauernden Kommissionen falsche Vorstellungen her* vorgerufen. Wenn die angebliche Verdrängung wirklich wahr wäre, müßten wohl Araber in Nachbarländer auswandern. Da! Gegenteil ist der Fall. Auch die von der englischen Arbeiterblatt einer sozialistischen Regierung. In Palästina liegt unsere Hauptarbeit und wir wollen hof.en, daß der Kongreß der aktiven Aufbauarbeit Im Lande seine Aufmerksamkeit mehr zuwen* den wird als der lediglich politischen Diskussion. Die Kundgebung war der Auftakt m einer anschließenden dreitägigen ״AusstellungfürdasarbeitendePalästin a“. Die Ausstellung, die von der zioniatisch-sozlalist. Jugend Breslaus geschaffen war, zeigte neben Palästina-Arbeiten (Korb-, Spitzen-, Kleiderwarcn) und einigen aus Privatbesitz stammenden Bezalel-SKicken, vor allem die Tätigkeit sowie die In• stitutionen der Histaaruth und die Grundprinzipien des Moschaw und der Kwuzab in Bildern, Plakaten und Tabellen, Vermischtes Freunde des arbeitenden Palästina. Sonntag, den 8. Februar, m sämtlichen Räumen des Brüdervereinshauaes, Kurfünten- Straße 115, Oeselkchaftsfest mit anschließendem Ball, Der Eintrittspreis Ist sehr niedrig angesetzt und beträgt 3 M. un Vorverkauf. Hervorragende Künstler und Kapellen sowie eine reich ausgestattete Tombola werden dazu beitragen, diesen Abend zu verschönern. Karten und Auskünfte durch das Sekretariat, Berlin N 24, Auguststr. 17, IV; Tel.: D 2, Weidendamm 3983• Weitere Verkaufsstellen: B. Z. V., Meinekestr. 10, Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina, Meinekestr. 10. Keren Kajemeth Lejisrael. Berliner Zionistische Verein!* ung. Dienstag, den 13. Januar, 20»/» Uhr, im Sitzungssaal der .Mischen Gemeinde, Rotenstr. 2/4, 1. Vortragsabend im Rahinen des Palästinakurses. Dr. Werner Bloch: ״Geographie und Geopolitik“. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten, Synagogenverein Friedenstempel. Am Mittwoch, dem 14. Januar, 201/5 Uhr, wird in den oberen Räumen de! Cafe Läon, Kurfürstendamm 154/55 (Lehniner Platz), Herr Rabbiner Dr. P r i n z über ״Die Gestalt des Hiob als religiöses und künst» lerisches Problem“' sprechen. Der Vortrag findet• mit Lichtbildern und Rezitationen statt. Rezitation: Maria Holsen. Eintritt frei. Gäste willkommen. Der Ball des Bar Kochba-Hakoah: 15. Februar. Der diesjährige repräsentative Gesellschaftsbau des J. T. S. C. Bar Kochba-Hakoah, Berlin, findet am Sonntag, aem 15. Februar, in den Gesamträumen de* Kroll-Etablissements statt. Alle b«־ freundeten Verbinde werden gebeten, auf diesen Termin Rück* sicht zu nehmen, damit Kollisionen vermieden werden. Klavierabend Jascha Splwakowsky. Am Sonnabend, dem 24. Januar, gibt unser Gesinnungsgenosse Jascha Splwakowsky im Beethovensaal, Köthener Str., einen Klavierabend, Spiwtkowsky Ist von einer großen erfolgreichen Konzerttournee durch Australien nach Europa zurückgekehrt und gibt nach mehrjähriger Abwesenheit seinen ersten Klavierabend in BerHn. Spiwakowsky wird u. a. spielen: Bach: Italienisches Konzert, Beethoven: Sonate 31, 0p. 31,2 D-moII, Reger: Variationen über ein Thema von Bach, außerdem Werke von Chopin und moderne Kompositionen. — Karten sind erhältlich an den Konzertkassen von Bote u. Bock und Wertheim. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Am Dienstag, dem 13. Januar, abas. 81/» Uhr, spricht im Meistersaal, Köthener Straße 38, im Rahmen der F. A.P. Herr Dr. Gustav Kro janker: ״Zur gegenwärtigen politischen Lage In Deutschland“. Eintritt nur gegen Einladungskarten, die im Büro der Frauen- Arbeitsgemeinschaft erhältlich sind. — Studienzirkel GrünewaId: Leitung Frau Prof, Koigen. Thema: ״Die Juden in Arabien und Spanien“. Dienstag, den 13. Januar, nachmittags 41,״׳ Uhr, bei Frau Freund, Hohenzollerndamm 124. — Bezirksgruppe Tempelhof: Montag, den 12. Januar, abends 8»/»Uhr, , Vortrag von Fräulein Gertrud Brünn: ״Landwirtschaftliche Erziehung der Mädchen in Palästina“. Anschließend Bericht über den gegenwärtigen Stand der Wizo-Arbeit In Berlin und im Reich und Besprechung aktueller Fragen. Referentin: Frau Edith Hirsch. Bei Frau Salomon, Kaiserkorso 4. — Bezirksgruppe Nord und Ost: Montag, den 12. Januar, abends 81/a Uhr: Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Frau Dr. Freier: ״Der erste, zweite und dritte Jischuw“. im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4. Gedenkfeier, Der über 203 Jahre bestehende Verein zur Unterstützung armer Leidtragender, Schomer iaboker umischan abclim, veranstaltet den IS. Januar 1931, nachmittags 4 Uhr, in der Alten Synagoge, Heidereutergasse 4, im Anschluß an den Nachmittagsgottesdienst seine alljährliche Gedenkfeier zur Erinnerung an die Stifter, Wohltäter und verstorbenen Mitglieder der Vereinigung. Rabbiner Dr. Freirnann wird die Festpredigt halten. Mensa academica judaiea E. V. Die Generalversammlung der Mensa academica judaiea E. V, fand am 27. November 1930 statt. Aus dem Tätigkeitsbericht ist hervorzuheben, daß eine erhebliche Zunahme der Besucher im Wintersemester 1929/30 zu verzeichnen war. Es wurden bis 238 Portionen täglich verabfolgt, im Sommersemester Ws 185 Portionen täglich. Die stetig wachsende Wirtschaftsnot der Studierenden ergab die Notwendigkeit der Gewährung von Freispeisungen. Zu diesem Zwecke wurde unter Leitung des Vorsitzenden, Direktor Max Freudenheim, Ende 1929 eine Aktion zur Werbung von Mitgliedern für den Verein durchgeführt. Wenn diese auch infolge der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht sehr günstig ausfiel, wurde es dem Verein doch möglich gemacht, ca. 170 Freiessen zu gewähren. Auch andere Institutionen schlossen sich diesem Beispiele an und überwiesen dem Verein unbemittelte Studenten, für deren Speisung sie die Zahlung übernahmen. Die Mensa ist ab 1. Dezember 1930 auch Soniitags geöffnet Beträge zwecks weiteren Ausbaus seiner Freitischaktioa erbittet der Verein auf sein Postscheckkonto öS 579,

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