Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1931)
- Date
- 1931-01-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. % 9.1. 1931 tat der Ausgaben-Wirtschaft daher nicht einen Augenblick unterbrochen wird, während auch nur vorübergehende Stockung der Einnahmen das Defizit so vergrößert, daß das ganze Gebäude ins Wanken gerät. Was ist mm angesichts dieser Lage zu tun? Es ist eine höchst undankbare Aufgabe, hier Vorschläge zu machen, und das auszusprechen, was vielleicht viele in und außerhalb Palästinas sich denken mögen, aber aus Gründen des innerpolitischen Opportunismus und der Popularität nicht sagen. Wir stünden wahrscheinlich in jeder Beziehung anders da, wenn bereits 1925, nach dem Aufschwung der großen Alijah, die Erweiterung der Jewish Agency erfolgt und gleichzeitig ein wirtschaftliches Reformprogramm durchgeführt worden wäre. Aber es ist zwecklos, versäumten Gelegenheiten nachzutrauern. Heute gilt es, über eine besonders schwere Zeit hinwegzukommen. Denn daß sich — wenn nicht überhaupt das gegenwärtige Weltsystem in Blut und Feuer zusammenbricht — auch die Wirtschaftslage wieder bessern muß und damit auch für das jüdische Palästina eine Zeit neuen Aufschwungs kommt, braucht nicht bezweifelt zu werden. In der Zwischenzeit aber kann es für uns nur eine Parole geben: Das Werk aufrechterhalten! Unter den heutigen Umständen kommt es vor allem an auf die Erhaltung und Festigung des Bestehenden in Palästina; schon dies ist heute eine erhebliche Leistung, und es gilt, die Erkenntnis dieser Notwendigkeit dem Bewußtsein des jüdlsehen Volkes einzuhämmern. Denn nichts wäre verhängnisvoller, als •wenn ohne jede Berücksichtigung der besonderen Weltlage die direkte kolonisatorische Leistung der Jewish Agency heute an den Maßstäben der von allen Zionisten heiß ersehnten Vergrößerung des Palästina- Werkes gemessen würde. Die praktischen Konsequenzen auszusprechen, ist für jeden Zionisten ein schweres und leid volles Opfer: Die Jewish Agency darf in keine neuen finanziellen Verbindlichkeiten verwickelt werden, weder durch die Gründung neuer Siedlungspunkte, noch durch erhebliche Einwanderung solcher Elemente, für die die Agency neue materielle Verantwortungen zu übernehmen iiätte. Es wird außerdem Sache des Kongresses sein, einen radikalen Umbau des Palästina-Budgets vorzubereiten. In dieser Hinsicht ist es günstig, daß der Kongreß diesmal schon im Februar tagt und nicht erst wie sonst im September, wo die meisten Verbindlichkeiten für das nächste Finanzjahr bereits abgeschlossen sind und der Kongreß in der Budget-Gestaltung gebundene Hände hat, wenn man von jenen leidenschaftlich geführten Scheinkämpfen um fiktive Budget-Posten, die niemals aktuejl werden, absieht. Im Lichte der tatsächlichen Verhältnisse sollten die Kongreßparteien sich einmal Rechens#wP . äblegen über fiip und: Unsjn.n der mit •so viel Energieaufwand geführten Kongreßkämpfe um Budget- Erhöhungen. Angesichts der Dimensionen, auf die das Budget der Agency zusammengeschrumpft ist, wird man jedoch die Frage der Verantwortung für Gesundheitswesen , Unterricht usw. nachprüfen, ja auch den überhöhten Standard dieser Verwaltungszweige revidieren müssen; mit dem Abbau des Apparates wurde ohnedies bereits begonnen; im Mittelpunkt muß klar und deutlich die Kolonisation und wirtschaftlich-konstruktive Arbeit stehen; bleibt schließlich die wichtige organisatorische Frage, wie weit die Jewish Agency weiterhifl sich selbst als den Hauptträger der Kolonisation und wirtschaftlichen Entwicklung betrachten darf. Es handelt sich bei den vorerwähnten Angelegenheiten keineswegs um rein administrative Fragen. Wenn Er* ziehungswesen und Gesundheitswesen verkleinert, wenn Beamte abgebaut werden, so bedeutet dies zunächst einmal, daß eine ganze Reihe von Personen, Lehrer, Aerzte, Angestellte aller Art, Arbeiter, ja selbst manche Siedler, subsistenzlos werden, für die nicht so rasch eine neue Beschäftigung zu finden sein wird. Dazu kommt aber, daß für die palästinensische Wirtschaft der Fortfall einer immerhin beträchtlichen Anzahl regelmäßiger Gehaltsempfinger eine kleine Erschütterung bedeutet, da diese Kategorie als Konsumenten natürlich für weitere Kreise im Kleinhandel und zum Teil in der Industrie eine Rolle spielt. Es handelt sich also um sehr schwere und verantwortungsvolle Fragen, und alle Besonnenheit und Vorsicht wird aufgewandt werden müssen, um das Entstehen einer Panik zu verhüten. Ohnedies ist die Arbeitsläge in Dorf und Stadt heute keineswegs rosig zu nennen. Es wäre eine böse Diskrepanz, wenn in einem Moment, wo in der ganzen Welt — und wir glauben: wahrheitsgemäß — versichert wird, daß gerade jetzt das jüdische Volk unerschütterlich an seinem Aufbauwillen festliälfund von Erez Israel nicht lassen wird, eine neue Welle der jüdischen Auswanderung aus Palästina sich ergösse. Alle diese Möglichkeiten und Folgen sind von einer verantwörtlichen zionistischen Finanzpolitik sorgfältig in Erwägung zu ziehen, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden. Das Gebot der Stunde ist vor allem, wie bereits bemerkt, eine nachdrückliche Erinnerung der JÜdisehen Oeffentlichkeit an ihre materiellen Pflichten gegenüber Palästina. Eine ungeschminkte Darstellung der Lage wird ihre Wirkung auf das jüdische Volk nicht verfehlen. Die Palästinabewegung wäre sinn- und wertlos, wenn sie nur darin bestände, in Zeiten des Aufschwungs sich der erreichten Fortschritte zu freuen; gerade in schwierigen Zeiten hat sich ihre Treue zu bewähren. Viele Erfahrungen beweisen, daß dieses Bewußtsein im jüdischen Volk lebendig ist. Wir haben uns für gute und schlechte Zeiten zusammengeschlossen zur Durchführung dieses Werkes. Wenn die Juden wissen, was auf dem Spiele steht, dann werden sie nicht zulassen, daß durch die motnentanen Verlegenheiten einer Uebergangszeit das ganze palästinensische Aufbauwerk ernstliche Erschütterungen erfahre. Aber um diese Wirkung zu erzielen, muß die zionistische Oeffentlichkeit auch das Gefühl haben, daß die Leitung auf der Höhe der Situation steht und an Stelle eines unbekümmerten Weiterwirtschaftens die planvolle, der neuen Sachlage Rechnung tragende Umgestaltung der Finanzwirtschaft erfolgt. Diesen Nachweis muß der Kongreß erbringen. Die hier befürwortete Zurückhaltung angesichts der unsicheren Finanzlage bezieht sich jedoch nur auf die Wirtschaft der öffentlichen Hand. So paradox es klingt, hat man den Eindruck, daß dieselbe Situation, die sich für die nationalen Sammlungen ungünstig auswirkt, große Chancen für andere Wege des wirtschaftlichenPalästinaaufbausmit sich bringt. Die schwere Wirtschaftskrise in der ganzen Welt dürfte viele Juden, besonders in Ländern jüdischer Massensiedlung, aber sogar in Ländern mit mehr sporadischer jüdischer Siedlung, davon überzeugt haben, daß ihre ganze bisherige wirtschaftliche Existenz in Frage steht Eine Rückkehr zu der früheren Wirtschaftsstruktur ist in den meisten Ländern sehr unwahrscheinlich, und viele Juden müssen sich notgedrungen nach einem neuen Wirkungsfeld Umsehen. Für Juden mit etwas Kapital, Energie und Unternehmungsgeist bietet aber von allen Gebieten der Welt heute keines so günstige Möglichkeiten wie das unerschlossene Gebiet des Vorderen Orients und vor allem dessen Wirtschaftliches Einfallstor Palästina. In dieser Hinsicht waren die Reden, die kürzlich bei der Eröffnung der Shell-Anlage in Haifa gehalten wurden und vielleicht in der weiteren Oeffentlichkeit zu wenig Beachtung fanden, überaus symptomatisch und interessant Der High Commissioner hat bei dieser Gelegenheit angedeutet, welche gewaltige Weltsteilung das Gebiet von Haifa nach Fertigstellung des Hafens und bei Ausbau der Eisenbahnlinie Haifa— Bagdad, der jetzt beschlossene Sache zu sein scheint, ferner mit Rücksicht auf die Pipe Lines von Mossul haben wird. Wie immer die politische Stellung Indiens in der nächsten Zeit werden wird, als Wirtschaftsgebiet wird Indien und auch China stets von überragender Bedeutung sein. Haifa aber wird das große Tor zu diesen gewaltigen asiatischen Gebieten werden. Welche Folgen dies für das heute dünn besiedelte Palästina und für das ganze riesige noch dünner besiedelte Territorium ״zwisehen Haifa und Basra“ haben muß, braucht kaum besonders ausgemalt zu werden. Eine wohlverstandene jüdische Wirtschaftspolitik muß sich diese immer deutlicher werdende ,Anziehungskraft des nepen Wirtschaftsgebietes zunutze machen. Der Einwanderung von':Menschelf mit gewissem Kapital stehen gesetzlich ohnedies keine Begrenzungen entgegen. Hier ergibt sich ein gew altiges Arbeitsgebiet, das von der Jewish Agency erfaßt werden muß. Freilich kommt es hierbei mehr auf praktische und sachliche Arbeiten an als auf eine laute und übertriebene Propaganda, die nur schädigend wirken könnte, indem sie Mißtrauen und Hindernisse schafft. Aber es muß im wachsenden Maße in das jüdische Bewußtsein eindringen, daß Palästina heute ein Stadium erreicht hat, wo — unabhängig natürlich von der auf Jahre hinaus unentbehrlichen Arbeit der Öffentlichen lustitutionen und Fonds — wirtschaftliche Positionen auch für Einzelexistenzen mit Erfolg aufgebaut werden können. Der Kongreß muß zeigen, daß er in der Behändlung all dieser Fragen wirklich von großen Perspektiven ausgeht und sich nicht von den kleinen Sorgen des Kampfes um Budgetposten einzelner Kategorien erdrücken läßt Hierzu ist freilich erforderlich, die geänderte Weltläge und die dadurch geänderten Aufgaben furchtlos ins Auge zu fassen und energisch die Anpassung der Politik und des Apparates an die gegebenen neuen Verhältnisse zu vollziehen. Oscar Wassermann In Polen Auf Einladung des Direktoriums des polnischen Keren Hajessod traf Herr Direktor Oscar Wassermann. Vorsitzender der Finanzkommission der Jewish Agency una des Präsidiums des Keren Hajessod, zu einem Besuch ln Polen ein, Direktor Wassermann wurde in einer Ihm zu Ehren abgehaltenen Festsitzung der Repräsentanz der Warschauer JÜdischen Gemeinde Begrüßt, der außer den Mitgliedern der Repräsentanz die Führer der Allgemeinen Zionisten, des Misrachi, der Agudas Jisroel und die Mitglieder des Rabbinats beiwohnten. Der Präsident der Jüdischen Gemeinde, H. Farbstein, begrüßte den Gast sowie den Direktor des Keren Hajessod, Leib Jaffe. Hierauf sprach Rabbi Kähane im Namen des Warschauer Rabbinats Worte der Begrüßung. Nach Ansprachen von Dr. Gottli e b und Leib J af f e ergriff Oscar Wassermann das Wort, um zum Ausdruck zu bringen, wie tief ihn der Empfang der Warschauer Jüdischen Gemeinde gerührt und ergriffen hat: Mir, sagte er, gebührt überhaupt kein Dank, denn ich tue für Erez-Israel das, was ich als Jude zu tun verpflichtet bin. Aber tun wir alle wirklich unsere ganze Pflicht? Wir müssen noch mehr Kräfte in Bewegung setzen, müssen unsere Anstrengungen verdonpeln, um unser Werk zur Vollendung zu bringen. Der Aufenthalt hier gibt mir Mut und Stärke zu weiterer Arbeit. Am Abend fand im großen Saale des Hotel Bristol zu Ehren Oscar Wassermanns ein Bankett statt, dem mehrere hundert jüdische Persönlichkeiten aus Warschau und aus anderen Städten Polens beiwohnten, und auf dein Herr Wassermann über die Aufgaben des Keren Hajessod im gegenwärtigen Augenblick referierte. Die gesamte jüdische Tagespresse und auch ein großer Teil der polnischen Tagespresse widmen dem Besuch »scar Wassermanns viel Aufmerksamkeit und bringen die Persönlichkeit Wassermanns würdigende Aufsätze mit dem Bilde da Gastes. Die zionistische Finanzkrise Vorläufig keine Ausgabe von Ebtwanderungtserilfikaien Jerusalem, 4. Januar. (J.T.A.) Die Exekutive der Jewish Agency hat im Hinblick auf die außerordentlich schwierige Finanzlage die Palästina-Aemter angewiesen, die weitere Verteilung von Arbeitereinwanderungszertifikaten einzustellen. Es wird somit ein großer Teil der anfangs November von der britischen Regierung ausgegebenen 1500 Arbeiter Zertifikate vorläufig nicht ausgenutzt werden. Die Ausgabe von Zertifikaten soll erst wieder aufgenommen werden, bis genügende Mittel zur Verfügung stehen, um die Einwanderer sofort nach Ihrer Ankunft mit Arbeit versorgen zu können. Der Schatzmeister der Exekutive der Jewish Agency, Dr. Werner Senator, ist nach London abgereist, um an der außerordentlichen Sitzung des Aktlons-Comitds. die am 14. Januar eröffnet wird, teilzunehmen. Zionistische Sparmaßnahmen Die Exekutive der Jewish Agency in J e r u s a I e m hat der Presse mitgeteilt, daß mit Rücksicht auf die Finanzlage ein weitgehender Abbau ihres Verwaltungsappnratesln Paiästina vorbereitet wird. Besondere Einschränkungen sind im Immigrations-Departement und im Gesundheits-Departement geplant, das Departement für Handel und Gewerbe dürfte vollständig aufgelassen werden. Weiter haben sowohl die Jewish Agency als auch das Hauptbüro des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth eine Liste der Gehälter Ihrer Direktoren und Beamten veröffentlicht. Von!49 Beamten der Jewish Agency in Palästina beziehen 31 mehr als 25 Pfund, 11 mehr als 31 Pfund monatlich. Höhere Gehälter beziehen lediglich die obersten Leiter der Arbeit (Mitglieder der Exekutive usw.). Die Jüdische Presse Palästinas fordert, daß auch die zionistischen Banken Ihre Gehälterlisten veröffentlichen, was Jedoch bisher nicht geschehen ist Die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency haben beschlossen, unabhängig von der Regelung der Gehalts* frage, die auf der außerordentlichen Aktions-Comitfr• Sitzung in London erfolgen soll, und außer ihren regelmäßigen Beiträgen für Keren Hajessod, Jüdischen Nationalfonds und andere Palästinazwecke, ein Monatsgehalt dem Pa- IXstina-Autbaufonds zur Verfügung zu stellen. Auch die Exekutive in London gibt bekannt, daß das dortige Büro eingeschränkt wird. Die Exekutive hat sich genötigt gesehen, zehn Beamte des Londoner Büros zu entlassen. Welchen Kategorien diese Beamten angehören, wird nicht mitgeteilt. Die bisher von dem Londoner Büro in deutscher Sprache herausgegebene Presse-Revue mit Uebersichten über die Haltung der hebräischen und arabischen Presse Palästinas, die an alle zionistischen Funktionäre und sonrijje Interessenten versandt wurde, ist mit dem 1. Januar aus Ersparnlsgründen eingestellt worden. Wie wir erfahren, beabsichtigt die Londoner Exekutive auch eine anderweitige weitgehende Einschränkung ihrer den Etat erheblich belastenden periodischen Publikationen. Rothenberg kommt nach London Paris, 4. Januar. (J.T. A.) Der Präsident des Waad Leüm!,־ :Pinchä!r Rüftenbefffj isd'in Paris olnge^roffeni vor» woer sich zur Teilnahme an uen Verhandlungen des Äktions-Comitds nach London begibt. Die in jüdischen Zeitungen Englands und Amerikas vor kurzem erschienene Nachricht, t'aß Ruthenberg sein Amt als Vorsitzender des Waad Leumi niederf. ... ... . ... .... — *״ < ■י ■■ _ Versammlung in Palästina (Assefath Haniwcharim) nicht mehr kandidiert. (Ob Ruthenberg seinen Standpunkt, daß er mit d n Verhandlungen mit der Regierung nichts zu tun haben will, aufgegeben hat, ist aus vorstehender Meldung nicht zu ersehen. Er ist bekanntlich in das vom A.-C. eingesetzte politische Komitee gewählt worden, hat sich aber bisher geweigert, an dessen Arbeiten teilzunehmen. — A. d. Red.) Traaerleler für Lord Melchett London, 6. Januar. (J. T. A.) Am Montag, dem 5. Januar, wurde in Queens’ Haa zu London eine Trauerfeier für den verstorbenen Lord Melchett abgehalten, an der über 5000 Personen teilnahmen. Den Vorsitz führte Dr. W e i z - mann, der in seiner Eröffnungsansprache auf die tiefe Bewegung hinwies, die in der ganzen jüdischen Welt durch den Tod Lord Melchetts in einer Zeit, da die zionistische Bewegung eine schwere Krise durchmacht, ausgelöst hat. Weitere Ansprachen wurden von Sir Hugo H i r s t, Major N a t h a n , Robert Waley Cohen, Dr. Eder, Sir Herbert Samuel und Arbeitsminister J. H. Thomas gehalten, der an die kraftvolle Vertretung der jüdischen Interessen durch Lord Melchett im Jahre 1924 erinnerte, als dieser als Führer einer Deputation vor der englischen Regierung erschien, um eine offizielle Bekräftigung der Balfour-Deklaratlon zu fordern. Begrüßungsschreiben waren u. a, van Sir Austen Chamberlaln, Baron Rothschild, John Masefield, Lion Feuchtwanger, Lord Allenby, Lord Plumer, Leon Blum, Frau Philip Snowden, Sir Norman Angell, Georg Hicks, Guglielmo Marconi, Felix M. Warburg, Oscar Wassermann und d’Avigdor Qoldsmid eingelangt. In aller Kürze Die Verhandlungen zwischen den Be auffragten der I ewish Agency und Vertretern des englischen Kabinetts über die Grundsätze der künftigen Palästina-Politik wurden Mittwoch, den 7. Januar, wieder aufgenommen. Im November 1930 sind 228 Juden, 115 Christen, darunter 33 britische Polizisten, und 10 Mohammedaner nach Palästina ein gewandert 86 Juden, 46 Christen und 40 Mohammedaner haben Palästina in derselben Zeit verlassen. 31 Personeh wurden im Monat November die Einreise nach Palästina verweigert. Wie die Zeitung ״El Ahratn“ in Kairo, eines der führenden ägyptischen Blatter, mitteilt, wird von Mohammedanern aus Aegypten, dem Hedschas, Syrien, dem Irak und Trans- Jordanien eine panislamitische Bewegung zur Unterstützung der Araber Palästinas organi* siert Exkönig Husseins Sohn A1 i verlegt seinen Sitz von Bagdad nach Amman, der Hauptstadt von Transjordanien, wo sein Vater und sein Bruder Emir Abdullah leben. Die Londoner ״Times“ vom 7. Januar veröffentlicht ein großes Bild des nunmehr fertiggestcllten Jordan-Kraft- Werkes der Ruthenberg-Elektrizitäts-Gesellschaft und betont, daß die Vollendung des Baues eine wichtige Etappe in der Elektrifizierung des Landes bedeutet