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Jüdische Rundschau · 1930-12-16 · Heft 99 (16.12.1930) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 99 (16.12.1930)
Date
1930-12-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 070 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 00^ 16. M. 1030 weiter praktisch nach dem Ausfall der Umfrage zu Oberlegen sein, ob durch Beschäftigung einer Lehrkraft oder durch Anschaffung von pädagogisch bewährten Selbstunter• richtsschritten in Sprachen und Stenographie dem Unterrichtsbedürfnis nachzuhelfen wäre. 3. Durch rechtzeitige Fühlungnahme mit dem neuen, durch Initiative der Preußischen Minister des Innern und für Voikswohliahrt gegründeten Hilfsausschuß dafür zu sorgen, daß im Falle der Errichtungen von Voiksspeisungen mindcstenseine dieser Vorrichtungen im Innern der Stadt den Zwecken der rituell lebenden jüdischen Bevölkerung dienstbar gemacht wird. Außerdem hatte auch die liberale Fraktion im letzten Augenblick einen Dringlichkeitsantrag überreicht, der die Ueberweisung eines Betrages bis 50 CTO RM. ausschließlich für die Nothilfe an das Wohlfahrtsamt und die Bewilligung von 20 000 RM. an die Gemeinde-Darlehnskasse forderte. Heinrich Stern and der Nobelpreis Von Georg Kareski. In einem, wie er es meint, ״kurzen Wahlepilog", setzt sich R.-A. Stern, der liberale Führer, in der letzten Nummer der ״Jüdisch-Liberalen Zeitung“ mit meinem Artikel ״Zwischenspiel“ auseinander, in welchem er eine etwas langatmige Geschichte erzählt, wonach die Krankheiten bei dem Nobelpreiskomitee den Antrag gestellt hätten, ihnen den Preis für Medizin zu verleihen; denn wären sie nicht, so wäre selbstverständlich auch für die Arbeit der Medizin kein Raum. Auf den Alltag der Jüdischen Gemeinde bezogen, soll das heißen, daß der Zionismus eine jüdische Krankheit ist, deren Bekampfung den ״liberalen Aerzten“ am 30. November so hervorragend geglückt sei. Nun scheint mir allerdings das Wahlergebnis noch immer zu beweisen, daß die zionistische ״Krankheit" in der Berliner Gemeinde weiter besteht und sogar nicht unbeträchtliehe Fortschritte gemacht hat. Zweifellos hat Herr Rosenthal recht, wenn er in derselben Nummer in einem ״Sch lu ßwort zum Wahlkampf“ behauptet, daß nicht alle Wähler der Volkspartei Zionisten sind. Maßgebend ist doch aber, daß die Wege, die die Jüdische Volkspartei in der Gemeinde bisher gegangen ist, die Zustimmung von neuhinzugekommenen 10 000 jüdischer Menschen in Berlin gefunden haben. Herr Rosenthal stellt denn auch immerhin anerkennend fest, daß die Volkspartei einen bedeutenden Zuwachs erfahren habe, während auf der gleichen Seite des Blattes Herr Stern von einer zionistischen Niederlage spricht, wie ״sie in Deutschland noch nicht dagewesen ist“. Ich fürchte, daß kh mich über diese Frage mit Herrn Heinrich Stern nicht werde einigen können. Denn für uns ist ein Wahlkampf kein Ergebnis, das unter dem Gesichtspunkt von Monaten, oder auch nur von einzelnen Jahren, zu betrachten ist. Wir haben vor der Wahl mit aller Deutlichkeit erklärt und können es nach der Wahl wiederholen, daß wir bei Betrachtung jüdischer Dinge in Generationen zu denken pflegen. Bei dieser Betrachtungsweise kann aber naturgemäß nur ein einziger Gesichtspunkt entscheidend sein, und das ist der konstante Aufstieg, den die Jüdische Volkspartei seit ihrem Eintritt in die Oemeindewahlkämpfe zu verzeichnen hat, und der ♦it aus einem Meinen Häuflein einiger hundert Menschen zu der beträchtlichen Zahl von 23 500 Stimmen geführt hat. Daß diese Stimmenzahl sich nicht in diejenige Mandatsziffer umgesetzt hat, wie sie bei einer normalen Situation sicher eingetreten wäre, ist von unserem Standpunkt aus zu bedauern. Wir machen ja unsere Arbeiten in der Gemeinde, weil wir die Pflicht empfinden, unserer Gemeinschaft überall da, wo es uns möglich ist, nach besten Kräften zu dienen, und wir hätten der Jüdischen Gemeinde in den kommenden noch schwereren Zeiten bereitwilligst unsere Dienste zur Verfügung gestellt, ln welchem Umfange das jetzt möglich sein wird, hängt naturgemäß nicht mehr von uns ab. Aber die Ausführungen des Herrn Rosenthal am Schlüsse seines ״Schlußwortes“ scheinen mir neben anderem, was ich in diesen Tagen gelesen habe, eine solche Verkennung der Möglichkeiten und Notwendigkeiten zu zeigen, daß ich fürchte, daß eine Fortdauer der ״zionistischen Erkrankung“ der Jüdischen Gemeinde besser bekommen würde als die ״liberale Genesung“. Herr Stern spricht von Rechenkunststücken und verbrauchten Schlagworten und vermißt eine Anerkennung der ״geistigen Kräfte“. Ich fürchte, daß auch über den Begriff ״geistige Kräfte“ eine Verständigung nicht möglich sein wird. Ich kann nicht anerkennen, daß die vielen Unwahrheiten, die die Liberalen in diesem Wahlkampfe über die wirtschaftlichen Dinge in der Gemeinde immer wiederholt haben, die den Tatsachen ins Gesicht schlagende Kritik an der sogenannten Parteibuch- Personalpolitik, der Hinweis auf die Rechnungsabschlüsse, ״geistige Kräfte“ sind. Ich kann auch nicht zugeben, daß die vielen hunderttausend Mark, die die Liberalen in diesem Wahlkämpf in eine Musik- und Papierflut aufgelöst haben, solche ״geistigen Kräfte“ darstellen. Ein Ringen der geistigen Kräfte miteinander in diesem Wahlkampf war ja gerade das, was wir mit allen Mitteln angestrebt haben, ohne es erreichen zu können. Statt dessen kämpfte auf der Gegenseite eine hemmungslose, vor keiner Unwahrheit zurückschreckende Demagogie und — last not least — ein wohlgefülltes Portemonnaie. Herr Stern mag sich beruhigen. Das Gefühl für Würde hätte uns selbst nach einer Niederlage nicht verlassen. Dieses Gefühl für Würde hat uns daran gehindert, ein an sich unerhörtes und gar nicht scharf genug zu verurteilendes Vorkommnis dieses Wahlkampfes, nämlich die öffentliche Einschüchterung ostjüdischer Wählerkreise durch den Hinweis auf Einbürgerungsfragen seitens einer beamteten Persönlichkeit, zum Gegenstand einer Beschwerde bei der Vorgesetzten Dienststelle zu machen, obwohl wir uns dabei, und zwar mit ganz anderer Berechtigung, auf Analogien früherer Jahre hätten berufen können. Kein Schwanken der Mandatsziffer kann daher etwas an der Richtigkeit und der Sicghaftigkeit unseres Weges ändern. Keine Dialektik kann die Tatsache aus der Welt schaffen, daß viele tausende jüdischahnungsloser Menschen, die nicht einmal am Jomkippur den Gottesdienst zu«,besuchen pflegen, in diesem Kampfe ״im Namen der Religionsgemeinde“ gegen die Jüdische VoUcspartei gestimmt haben. Vielleicht wird bei einigem Nachdenken hierüber auch Herr Heinrich Stern das Groteske dieses Tatbestandes erkennen. Die Jüdische Volkspartei, für welche Demokratie nicht eine gelegentlich aus der Rumpelkammer zu Wahlzwecken hervorgeholte Maske, sondern Fundament ihres politischen Denkens ist, wird Entscheidungen der Wähler jederzeit loyal respektieren. Sie wird dafür kämpfen, daß sie für ihre Ideale immer neue Anhängermassen um sich schart, damit sie die Entwicklung der Gemeinde in ihrem Sinne entscheidend beeinflussen kann. Daneben wird sie, wie sie dies durch die Tat bewiesen hat, auch Der neue Weg - nach der wähl Unter diesem Schlagwort berief die Jüdische Volkspartei für den 13. Dezember In die Stadthalle Klosterstr. eine Massenkundgebung. Wie stark das Interesse der jüdischen Bevölkerung an den jüdischen Gemeindewahlen war, wie tiefgehend die Beunruhigung innerhalb der Judenheit angesichts der Gesamtlage in Deutschland ist, ging aus der imposanten Beteiligung an der Versammlung hervor. Der große Saal und die Korridore waren bis auf den letzten Platz von tausenden Menschen gefüllt, die die Ausführungen der Redner mit gespanntester Aufmerksamkeit aufnahmen. Hans Klee eröffnete die Versammlung und erteilte das Wort dem ersten Redner Prof. Heinrich Loewe Prof. Loewe beschäftigte sich mit dem Wahlergebnis und analysierte die Bedeutung der starken Wahlbeteiligung sowie des Anwachsens der liberalen und der volksparteilichen Stimmen. Er hielt noch einmal Generalabrechnung mit den Kampfmethoden, die von liberaler Seite in Anwendung gebracht wurden und die sich insbesondere in einer verantwortungslosen, das Ansehen der Gesamtjudenheit schädigenden Ostjudenhetze äußerte. Alfred Berger der nächste Redner, wies darauf hin, daß noch in vielen Gemeinden Deutschlands, besonders in Leipzig, Chemnitz und anderwirts die Rechtlosigkeit der Ostjuden in den Gemeindevcrwaltungen von den Liberalen verewigt werde. Er beschäftigte sich dann mit der Forderung der Jüdisch-liberalen Zeitung (in einem Aufsatze von Dr. Karl Rosenthal), daß die Beamten der Jüdischen Gemeinde Berlin liberal sein sollten. Ferner ging Berger mit dem Frankfurter ״Israelit“ und auch mit dem ״C.-V.“ scharf ins Gericht. Am Schlüsse seiner Ausführungen wies er auf die verstärkte Notwendigkeit der sozialen Betätigung der jüdischen Gemeinde hin und gab die Versicherung ab, daß die Jüdische Volkspartei in der Gemeinde ihre gesamte Energie daran setzen werde, damit auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge die Gemeinde die ihr angesichts der großen Notlage obliegenden Pflichten restlos erfülle. Moses Weidmann betonte, daß der wahre Sieg nicht in parlamentarischen Körperschatten, sondern im Leben errungen werde. Die Entwicklung des jüdischen Lebens aber beweise die Richtigkeit der zionistisehen Auffassung des Judenproblems. Wenn in die Repräsentantenversammlung nur ein einziger Zionist gewählt worden wäre, so würde er, da mit ihm die Wahrheit ist, doch die Majorität repräsentieren. Namens der Ostjuden erklärte er, daß diese eine Perpetuierung ihres Ostjudentums ablehnen, die Ostjuden wollen keine Unterschiede zwischen Ost und West, sie ersehnen einen neuen Typus des volksbewußten Juden. Die Normalisierung des jüdischen Volkes wird in einer Wiedervereinigung der drei Elemente Volk, Sprache und Land liegen. Hier in der Diaspora könne man die Gesundung des Volkes und der Sprache — worunter jüdische Kultur, das Erbgut der jüdischen Ethik und die Belebung der hebräischen Sprache zu verstehen sind — vorbereiten, ln dieser Arbeit werden sich die Zionisten durch die Liberalen nicht stören lassen, und sie werden in der Gemeindeverwaltung ihre ganze Energie daran setzen, daß der itn deutschen Judentum durch den Zionismus eingeleitete jüdische Gesundungs-Prozeß nicht eine Unterbrechung erfahre. Direktor Georg Karetld von stürmischem Beifall begrüßt, beschäftigte sich mit den Ausfuhrungen der gegnerischen Presse, besonders mit den Aufsätzen Heinrich Sterns und Moritz Rosenthals in der letzten Nummer der Jüdisch-liberalen Zeitung. In eindringlicher Weise tat er dar, wie sich der Aufstieg der Jüdischen Volkspartei vollzogen habe. Im Jahre 1920 vereinigte diese Partei aut ihre Liste 4500 Stimmen. Im Jahre 1926 waren es bereits 16000 Stimmen und im Jahre 1930 erzielten die national jüdischen Listen, yolkspartei und Poale Zion, 28 000 Stimmen. Dies bedeutet ein stetiges organisches Wachstum, und von gegnerischer Seite wird ja auch zugegeben, daß die Wähler der Jüdischen yolkspartei keine Zufallswähler sind, sondern Menschen, di« sich zu einem entschiedenen volksbewußten Judentum bekennen. Besonders energisch wandte sich Kareski gegen den Centralvcrein, der sich ungerechtfertigterweise einbildet, die letzten Wahlen bedeuteten eine Bestätigung seiner Ideologie. Die allgemeine Entwicklung aber strafe derartige Behauptungen Lügen. Schlechter als der Centralverein die Abwehrarbeit gemacht habe, könne diese nicht mehr gemacht werden. Man wird Mittel und Wege suchen müssen, wie man die Stellung der Judenheit in Deutschland wirksamer verteidigen kann, als es bis jetzt durch den Centralverein und die ihm den Steigbügel haltenden Liberalen geschehen sei. Als letzter Redner sprach Dr. Alfred Klee Er erklärte, daß die Jüdische Volkspartei, wiewohl sie durch den Ausgang der Wahlen nicht mehr entscheidend die Verwaltung der Gemeinde beeinflussen werde, dennoch n i c h t d i e Absichthabe,inderGemeindestubeelneOpposition aus Prinzip zu treiben. Sie sei itn Interesse der jüdischen Gemeinschaft zur Mitarbeit bereit, denn ihr stehe das Gefühl der Verantwortlichkeit gegenüber der Gemeinde höher als das Parteiinteresse. Dr. Klee erinnerte daran, wie stark der Einfluß der Jüdischen Volkspartei auch in jenen Zeiten gewesen ist, als die Volkspartei! er in der Repräsentanten ver- Sammlung und im Vorstand nur durch vier Menschen vertreten waren. Trotzdem haben diese vier Männer durch die Wucht ihrer Argumente, durch die Entschiedenheit ihres Auftretens einen neuen Geist in die Gemeinde gebracht und die liberale Mehrheit gezwungen, Arbeitsgebiete zu übernehmen, die ihnen früher ferngelegen hatten. Es kommt im politischen Leben nicht in allen Fällen nur auf die Zahl an, es kommt aut die bessere Einsicht an, auf den intensiveren Zusammenhang mit den Volksmassen und auf das größere Verständnis für die Bedürfnisse der Bevölkerung. In dieser Hinsicht kann die Volkspartei von sich behaupten, daß sie, trotz der großen Stimmenanzanl, die die Liberalen aus indifferenten Kreisen durch Anwendung des Ostjudenschrecks und des Kampfes gegen den Zionismus auf sich vereinigen konnten, in höherem Maße Wortführerin der wahren Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung Berlins sei, als die anderen Parteien. Dr. Klee betonte, daß die Jüdische Volkspartei es sich angelegen sein lassen werde, die Forderungen der Konservativen, die ihr einziges Mandat im Wahlkampfe eingebüßt hatten, mit Nachdruck zu vertreten. Hans Klee schloß die Versammlung, indem er auf das Chanukah-Fest hinwies, welches ein Symbol der jüdischen Selbsthilfe sei. Im Geiste Her Selbstbefreiung werden die Volksparfeiler ihre Aufklärungsarbeit in der Gemeinde fortsetzen. Der Wahlkampf für die nächste Periode habe für die Volkspartei bereits begonnen. IIIIWIIMIlllllltWWIIIIIIIHIHIIIIIIllltl1tllllltllltlllHUMIIIIllIIIIIIIIIIllllllllllHllltllIllllll>ll>ltllH>lllllllll»»IIIHIIIIIIIIHi>Illllll1n1tllIIIHIUII»llllll1m1llllUlll1m1lltllMIIII»1n11wn1llll>llWIIHIHIlHllUIIUIW«lltnH»IItlIHII«WSU1m»UIBn11H1mBI!UKMHnBHllU1n1H als Opposition die Möglichkeiten, die ihr zu wirken gegeben sind, benutzen und die Gemeindearbeit so wirksam als möglich zu fördern suchen. Es sei denn, daß ihr dies durch schwerste Rechtsbrüche unmöglich gemacht wird. Sicher ist die Wahlbeteiligung von 77(XX) Menschen nur zum Teil ein Erfolg der Arbeit der Jüdischen Volkspartei gewesen, die durch ihren intensiven Kampf um die Erweckung der Indifferenten tausende jüdischer Menschen mit jüdischen Interessen erfüllt hat. Aber niemals hätte diese Arbeit, für die alle Kreise der Jüdischen Gemeinde der Jüdischen Volkspartei dankbar sein sollten, Aussicht gehabt, die Zahl der abgegebenen Stimmen um mehr als 23 000 zu steigern. Dieses Ergebnis verdanken die Liberalen, und darüber sollten sie sich allerdings recht rasch klar werden, neben der Form, in der der Wahlkampf geführt worden Ist, und die sicherlich kein Ruhmesblatt in der Geschichte der Liberalen Partei darstellt, und neben dem Portemonnaie in einem entscheidenden Umfange keinem anderen als Herrn Hitler mit seinen 107 nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten. Der 30. November war die Reaktion des Berliner jüdischen Spießbür־ gers auf den 14. September, und es wird unsere Aufgäbe sein, den wertvolleren Elementen im gegnerischen Lager zu zeigen, daß es andere Methoden gibt, um sich mit dem Judenhaß auseinanderzusetzen, als die diesmal gewählte. Der liberale Wahlerfolg ist unstreitig eine ״Preisfrage“. Das Wort ״Nobel“ hat jedoch in diesem Zusammenhänge nichts zu suchen. iiinmiiiiiiHiiHniimiiiniiiimHuiiHtininiwiHiniiiimiiniHiiHitimiiiiimuiiiiniHHiniiiiimmiummnniumuriuiBmwuHi Zar Beadilang im Dezember Der Schlußtermin für die Kongreß-Schekelabreehnungmit der Zionistischen Exekutive ist unbedingt der 31. Dezember! Alle Gruppen und Schekelvertrauensleute müssen demgemäß mit der Z. V. f. D. so abrechnen, daß die Ueberweisungen spätestens am 29.Dezember bei der Zentrale in Berlin vorliegen! Die Uebersendung der Schekelblocks und der daraus angefertigten Schekelzahlerlisten mit Adressen- und Altersangabe muß spätestens bis zum 31. Dezember erfolgen! Wir rechnen damit, daß, wie in allen anderen Lindern, auch in Deutschland das Ergebnis der Kongreß-Schekelaktion besser wird, als das Ergebnis in allen vergangenen Jahren! 018 umtesscneKsiKommission Ö8P Zlonlsuscoen Vereinigung tar Deutschland Berlin W15, Meinekestraße 10. Postscheckkonto: Berlin Nr. 8091. Bankkonto: Volksbank Ivria, Berlin W 8, Französische Str. 8. Die Tote Meer-Konzession London, 9. Dezember. (J. T. A.) Colonel Howard Bury hat im Unterhause eine Interpellation über die französischen Ansprüche auf die Tote Meer-Konzession eingebracht. In der Interpellation wird die Regierung aufgefordert, dem Hause bekanntzugeben, ob der Streitfall dem Haager internationalen Gerichtsbpf unterbreitet wurde, ln der Beantwortung der Interpellation erklärte Außenminister Hcnderson, die Regierung Sr. Majestät habe der französischen Regierung mitgeteilt, daß sie unter gewissen Umständen bereit sei, die Frage der Tote Meer-Konzession einem Schiedsge rieht zu unterbreiten. Im Hinblick auf die noch im Gang befindlichen Verhandlungen sei die Regierung vorläufig nicht in der Lage, detaillierte Mitteilungen zu machen. * Der zionistische Inhaber der Konzession, Ingenieur Novom e j s k i, hat eine Lizenz zur Vornahme geologischer Untersuchten g in der Umgebung des Toten Meeres erworben. Die Tote-Meer-Konzession erstreckt sich nur auf die Gewinnung der mineralischen Ablagerung im Toten Meer selbst. Es wird angenommen, daß auch in der Umgebung des Toten Meeres reiche Phosphorlager vorhanden sind. Sollten die Untersuchungen Novomejskfs ein günstiges Ergebnis haben, so wird er sich bemühen, eine Ausdehnung der Tote-Meer-Konzession auf die Gebiete in der Umgebung des Toten Meeres zu erlangen. Kleine Nachrichten Die ArabischeExekutivehat beschlossen, ihre Antwort auf das englische Weißbuch über die künftige Palästina־ Politik erst am 21. Dezember zu veröffentlichen. Die Antwort soll auch das von Leonard Stein verfaßte Memorandum der Jewish Agency berücksichtigen. Im Gegensatz zu früheren Jahren fanden am 9. Dezember dieses Jahres in Palästina keineoffizielienFeierlichkeiten anläßlich des 13. Jahrestages des Einmarsches Allenbys in Jerusalem statt Die Regierungsämter waren geöffnet, nur der Oberste Gerichtshof tagte nicht. Auch einige Banken blieben geschlossen. Am 7. Dezember wurde der Kongreß jugoslawischer Zionisten in Novi Sad feierlich eröffnet Der jugoslawische Ministerpräsident, General Pera Zivkcvic, hatte aus Belgrad einen speziellen Abgesandten, den obersten Inspektor im Mlnisterpräsidium Banus Radoslav Dunjic, delegiert Vom Außenminister Dr. V. Marinkovic war ein Begrüßungstelegramm eingelangt Die arabische Zeitung ״Al Jarmuk“ berichtet, einem JTA.- Telegramm zufolge, daß Tn Nablus eine Ortsgruppe des Verbanaes Brith Schalom, der sich die Förderung der Verständigung zwischen Arabern und Juden zur Aufgabe gemacht hat, gegründet wurde. Der Ortsgruppe, die unter der Leitung von Mohammed al Tiati stent, sind mehrere Arabische Notabein aus Nablus beigetreten. (Die Nachricht ist mit Vorsicht aufzunehmen. — A. d. R.) Durch eine Spende der Gebrüder Halpern in Paris in Höhe von 5000 Pfund wurde der Bau eines Altersheimes für palästinensische Thoragelehrte in Jerusalem ermöglicht

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