Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 98 (12.12.1930)
- Date
- 1930-12-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 98, 12. XU. 1930 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 659 Polüisdie Noüzcn Von unserem Londoner Korrespondenten. S., London, 9. Dezember 1930. Nachdem die Aufregungen des Wahlkampfes von Whitechapd vorüber sind, kann auch die Betrachtung der Be* Ziehungen des Zionismus zur englischen Politi k wieder in ruhigere Bahnen einkehren. Die Verhandlungen zwischen der Jcwish Agency und der englischen Regierung gehen weiter und werden erst nach ihrem Abschluß zu beurteilen sein. Aber abgesehen von den konkreten Punkten, die die Jewish Agency zugunsten der jüdischen Palästina- Politik durchzusetzen sucht und die der zionistischen Oeffcntlichkeit ja im großen ganzen aus der öffentlich an dem Weißbuch geübten Kritik bekannt sind (vgl. auch das die jüdische Verhandlungsbasis bildende Memorandum von Leonard Stein, dessen Oed ankengang in Nr. 95 der ״J. R.“ wiedergegeben wurde), Hat sich so mancher in diesen letzten Wochen wohl Gedanken gemacht über das Grundproblom unserer Beziehungen zur englischen Regierung und zur englischen Reichspolitik. Freilich trifft man in zionistischen Kreisen nur selten Persönlichkeiten, die sich darüber Rechenschaft ablegen, daß auch die Palästina-Probleme nur dann richtig verstanden werden können, wenn man sie in größere Zusammenhänge eingliedert und zu ergründen versucht, welche allgemeinen Prinzipien in der englischen Politik heute maßgebend sind und wie sie sich notwendigerweise auch in jenem winzigen Abschnitt britischer Reichspolitik, de!׳ sich auf Palästina bezieht, auswirken. Palästina ist für uns gewiß hundert Prozent unseres Interesses, für die Engländer jedoch nur ein kleiner Teil ihrer gesamtpolitischen Interessen. Und es ist daher psychologisch begreiflich, aber objektiv irreführend, wenn Zionisten die gesamte englische Politik unter dem Gesichtspunkt Palästinas beurteilen wollen. Dieser Irrtum ist darum bedauerlich, weil er ein gegenseitiges Sichverstehen immer schwerer macht. Und ein solches Verstehen und Verstehenwollen ist die unerläßliche Grundbedingung aller zionistischen Politik, die sich der Verantwortung gegenüber der Verwirklichung des Zionismus in dem konkreten Palästina und zu der gegebenen Zeit dieser konkreten Gegenwart bewußt ist und nicht einfach auch die Politik nur als einen Bestandteil der eigenen Parteiagitation betrachtet, bei der es darauf ankommt, möglichst verführerische Schlagwörter — unabhängig von den realen Möglichkeiten — für die jüdischen Massen zu prägen. Es ist daher wesentlich, daß wir uns immer wieder auch über gewisse Vorgänge der englischen Politik orientieren, auf die wir keinen Einfluß haben, die aber für unsere Sache keineswegs bedeutungslos sind. Die Position der Arbeiterregierung erscheint fast von Tag zu Tag in einem neuen Lichte. 15a wir annehmen, daß auch der deutsche Zeitungsleser über die wechselnden Vorgänge im allgemeinen unterrichtet ist, brauchen wir hier Ereignisse, wie Sir Oswald Mosleys ״Revolution״, Lloyd Georges große Rede vor den Liberalen, die Ankündigung einer die Liberalen versöhnenden Wahlreform usw., ebenso wenig zu erörtern, wie die Gerüchte über Mac Donalds angebliches Streben nach der Würde des Vizekönigs von Indien und das bevorstehende Aufrücken Hendersons zum Minister- Präsidenten. Aber die Tatsache, daß durch die Bereitschaft der Regierung zu einer Wahlrefom und durch Lloyd Georges Geneigtheit, sich damit zufrieden zu stellen, die Amtsdauer der Regierung bis auf weiteres gesichert ist, ist natürlich auch für uns von größter Wichtigkeit. Dies wird unmittelbar klar, wenn man bedenkt, daß in der zionistischen Presse und in Versammlungen seit Monaten die Chancen des Sturzes der Arbeiterregierung diskutiert und teilweise sogar in linksstehenden zionistischen Kreisen Hoffnungen auf eine künftige konservative Regierung gesetzt werden. Trotz der heiligen Kritik, die Lloyd George an der Arbeiterregierung übte, die er als ״kompletten Fehlschlag״ bezeichnete, erscheint sie ihm dennoch als das kleinere Uebel gegenüber einer Wiederkehr der protektionistischen Tories. Lloyd George, der alte Routinier, läßt es auch an Spott gegenüber der Arbcitcrregiening nicht fehlen. Er bezeichnete in seiner Rede die Minister als ״Babys, die von ihren Kinderfräuleins, nämlich der erfahreneren Bürokratie, im Kinderwagen spazieren gefahren werden״. Der wahre Kern, der in dieser Kritik steckt, trägt vielleicht auch zur Erklärung des letzten Palästina-Weißbuches bei. Denn — von allem Sachlichen abgesehen — ist dieses Weißbuch eine so unglaubliche Ungeschicklichkeit, daß man beinahe annehmen muß, die Bürokratie, die bei dieser Gelegenheit die Regierung gängelte, habe sich die Unerfahrenheit der Minister zunutze gemacht, um die Regierung in eine Verlegenheit hineinzumanövrieren. Eine andere Regierung hätte, selbst wenn sie in der Sache einen ähnlichen Kurs hätte einschlagen wollen, wohl eine vorsichtigere Form gewählt und sich nicht diese Blößen gegeben, die dazu geführt haben, daß die Arbeiterregierung einen Sturm beleidigter Gefühle gegen sich beraufbeschwor. Wenn schon die Regierung eine aktive Aufbaupolitik in Palästina zu führen und hierfür 2,5 Millionen Pfund zu garantieren beabsichtigte, so hätte sie, würde man meinen, darauf bedacht sein sollen, diese Vorschläge in einer Form vorzutragen, die ihr einen Zuwachs an Sympathie sichern. Sie hat jedoch genau das Gegenteil bewirkt, weil die aritizionisfische Bürokratie die Oberhand hatte. Wie immer die künftige Palästinapo'.itik Englands aussehen wird, mit einer Tatsache müssen wir rechnen, zumindest solange keine ausgesprochene Rechtsregierung am Ruder ist: Die Engländer werden keine Politik in Palästina machen, noch proklamieren, die nicht besonderen Nachdruck darauf legt, daß sie die Rechte der gegenwärtigen Bevölkerung Palästinas schützt und diese zu immer höheren Stufen der Selbständigkeit heranziehen will. Es ist überflüssig, immer wieder daran zu erinnern, daß das englische Weltreich in einer bedeutungsvollen inneren Umbildung begriffen ist, die darauf abzielt, die einzdnen Glieder dieses Riesenorganismus immer mehr von der Autorität der Zentrale loszulösen. Seit der letzten Reichskonferenz sind die großen Dominions dem Mutterlande vollständig gleichgestellt; das Indien-Problem geht seiner Lösung entgegen und man darf wohl annehmen, daß Indien das ״Siebente Dominion“ sein wird, nicht Palästina, wie Col. Wedgwood in seinem Buche dieses Namens prophezeit hat Dieses Prinzip der wachsenden Selbständigkeit der britischen Kolonien wird nur dann durchbrochen, wenn ein noch wichtigeres Prinzip auf dem Spiele stellt Das moderne England betrachtet nämlich als Zweck seiner Kolonialherrschaft den Schutz und die Erziehung der eingeborenen Bevölkerung. Es handelt sich hier um ein Problem, das am besten exemplifiziert wird durch die Lage in Ostafrika. Seit langer Zeit fordern die Kolonisten von Kenya ״Selbstbestimmung“ für ihre Kolonie, d. h. natürlich mir für die weißen Siedler, die das Parlament bilden sollen. Demgegenüber erklärt England, und zwar nicht etwa nur die Arbeiterregierung, sondern auch die vorhergehende konservative Regierung und die meisten modern denkenden Konservativen (denn in England ist konservativ nicht gleichbedeutend mit reaktionär), daß die Autonomie der weißen Kolonisten eingeschränkt werden müsse durch die Jüdische Massenkundgebung Sonnabend, den 13. Dezember 1930, abends 8 Uhr, Stadlhalle Klosterstr. Per neue Weg — Nach der Wahl Referenten: 01*. Alfred Klee, Dir. 0601*0 Kareski, mm.-Dir. Deut, min.-Rai Boslar, Professor Heinricn lowo, Alfred oerger Eintritt frei. Juden erscheint in Massen! indisch• Volks»•■*•! der Z^ntralgewalt in London obliegende Fürsorge für die Eingeborenen. Es ist hier nicht der Ort, die komplizierten Fragen aufzuzählen, um die es in diesem Konflikt geht, z. B, die Frage der Zwangsarbeit. Aber interessieren wird vielleicht der Hinweis, daß gerade die gegenwärtige Regierung sich durch ein Weißbuch über Ostafrika #n Juni d. J. bei den weißen Siedlern von Kenya sehr unbeliebt gemacht hat. Es entstand ein Sturm des Protestes gegej| Passfjeld, der freilich in der großen ‘ Welt nicht so gehört wurde wie der Palästina-Sturm, aber die Regierung blieb fest. Und gerade jetzt, am 3. Dezember, wurde ein neues Weißbuch über die Eingcborenen-Frage im nördlichen Rhodesia veröffentlicht, das die Korrespondenz zwisehen den gewählten Mitgliedern des gesetzgebenden Rates von Nord-Rhodesia und dem Kolonialamt wiedergibt, fn dem Memorandum der weißen Siedler wird der Standpunkt der Regierung, die Eingeborenen-Politik sei ״eine der wichtigsten, vielleicht die wichtigste Frage“ in Ostafrika, zurückgewiesen. Die Unterzeichner des Memorandums sind der Meinung, daß ״das britische Empire sich in erster Reihe um die Förderung und die Interessen der britischen Untertanen britisch er Rasse zu kümmern hat, nachher erst um andere britische Untertanen, Schutzbefohlene Rassen usw.“. Auf dieses Memorandum erteilt Lord Passfield eine Antwort, die an Schroffheit wenig zu wünschen übrig läßt. Es heißt darin, es sei unnötig, auf die Darlegungen des Memorandums einzugehen, ״da die darin ausgesprochenen Anschauungen völlig unvereinbar mit der wohlüberlegten Politik von Sr. Majestät Regierung sind“. Infolge dieser prinzipiellen Meinungsverschiedenheiten sei auch eine weitere Verhandlung völlig zwecklos. Das bemerkenswerte an dieser Aeußerung liegt darin, daß hier Ansprüche einer englischen Gruppe, als privilegierte Herrenrasse anerkannt zu werden, glattweg abgelehnt werden. Man wird vielleicht nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß ähnliche grundsätzliche Einstellungen für die Regierung auch in Palästina mitspielen. Sie sieht es als eine Spannung zwischen Kolonisten und Eingeborenen, bei der der Schutz der Regierung zunächst den schutzbedürftigen Eingeborenen gebührt. Wer sich jahrelang mit dem Palästinaproblem beschäftigt, der weiß natürlich, daß tiefgreifende Unterschiede in der Grundposition vorhanden sind. Um nur eines zu erwähnen: die britischen Siedler in Afrika wollen um wirtschaftlicher Interessen willen die eingeborene Bevölkerung ausbeuten und für sich arbeiten lassen; die nach Palästina kommenden Juden wollen selbst arbeiten, sie lehnen jenes Prinzip kolonialer Arbeit ab, und gerade hierfür hat die Arbeiterregierung mit ihrem Loblied auf die Pica-Kolonien kein Verständnis. Auch sonst ist natürlich, von uns aus gesehen, das Palästinaproblem nicht mit Afrika zu vergleichen. Und dennoch ist es erforderlich, daß wir einsehen, unter welchen allgemeinen Blickpunkt jedes Kolonialproblem für England heute fällt: die Rücksicht auf die im Lande lebende Bevölkerung ist eine der Hauptüberlegüngen. Darum ist die Regierung so beflissen, fortwährend zu betonen, daß die Einwanderung in einer Weise erfolgen müsse, die die Rechte und die Position der nichtjüdischen Bevölkerung wahrt. Wenn wir da weiterkommen wollen, gilt es eine Linie der zionistischen Politik zu finden, die Sicherheiten enthält, daß keine Uebergriffe gegenüber der ansässigen Bevölkerung stattfinden werden und daß die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims Hand in Hand geht mit der Aufwärtsentwicklung der nichtjüdischen Bevölkerung. * Die Erkenntnis der psychologischen Einstei- 1 u n g der maßgebenden englischen Kreise würde sicherlich dazu beitragen, Fehler zu vermeiden, die von zionistischer Seite oft ahnungslos begangen werden und sich unterirdisch weiter auswirken, nicht greifbar, aber doch eine Stimmung erzeugend, die dann in entscheidenden Momenten gegen uns in die Waagschale fällt. Als solche Fehler darf man wohl manche Uebertreibungen bezeichnen, die in der Hitze des Kampfes gegen die Regierung, gegen einzelne Minister und manchmal sogar gegen England schlechthin gebraucht werden. Natürlich ist die Jewish Agency als solche nicht für alles verantwortlich, was von Juden in diesem Zustand der Er* regung gesagt oder getan wird, und die Erregung selbst ist mir allzu begründet. Aber wie immer dem sei, die Folgen fallen auf uns zurück, und daher ist es keineswegs Kälte oder Mangel an zionistischem Patriotismus, wem! auch im Kampfe eine gewisse Besonnenheit gefordert wird. Aber ein kleines Beispiel mag hier noch angeführt werden für psychologische Fehler, die vermeidbar wären. In der kolonial* politischen Zeitschrift ״The Near East and India“, die wahrscheinlich nicht von vielen Durchschnitts-Engländern, aber gerade von den ressortmäßig interessierten Kreisen gelesen wird, veröffentlicht am 4. Dezember der Generalsekretär der Zionistischen Exekutive, Herr Israel Cohen, einen Brief, worin zur Stützung des jüdischen Standpunktes ein einziger' Absatz aus der Rede von Van Rees in der Mandatskommission zitiert wird, der besagt, die arabischen Ansprüche auf Palästina seien nicht berechtigt, denn Palästina gehörte früher zum ottomanischen Reich, wurde von den Alliierten erobert und als Folge des Sieges an die Alliierten abgetreten, keineswegs an die Araber; daher könne Palästina von den Arabern auch nicht als ihr Land reklamiert werden. Wir glauben nicht, daß durch die Zuschrift von Herrn Cohen auch nur ein einziger Leser des ״Near East“ überzeugt wird; hingegen ist es sehr wahrscheinlich, daß der Eindruck erweckt wird, die Zionisten stünden auf dem reaktionären Standpunkt, daß lediglieh der Sieger über ein Land zu bestimmen hat, die Bewohner selbst aber bloßes Objekt sind. Es ist kaum anzunehmen, daß eine solche Verteidigung die Position des Zionismus in den Augen der Arbeiterregierung stärkt. Die Anschauungen über das Verfügungsrecht über Länder und die Beziehungen der Bevölkerung zu dem von ihr bewohnten Land haben sich nach dem Weltkrieg grundlegend gewandelt. Auch der Zionismus muß in seiner Gesamtorientierung diese Wandlungen berücksichtigen, wenn er seine Sache mit Erfolg vertreten will. Hart auf hart Der belanglose Anlaß eines Films ״Im Westen nichts Neues“ ließ die Dinge in Deutschland zu einem Grade reifen, wo der Kampf von rechts und links hart auf hart geht. Es handelt sich hierbei um eine allgemeine ,politische Sache. Und wenn wir als Juden dazu Stellung nehmen müssen, so aus dem Grunde, weil der vorwärtsstrebende Nationalismus in Deutschland, am radikalsten repräsentiert in den Nationalsozialisten, als einen der wichtigsten Programmpunkte den Kampf gegen das Judentum hat. Darum sind wir nicht nur als Bürger dieses Staates, als Bewohner Deutschlands in stärkster Weise an dem Ausgang dieses Ringens interessiert, sondern auch unsere vitalsten jüdischen Interessen werden durch diese Kämpfe in Mitleidenschaft gezogen. Es ist leider immer so, daß derartige Kämpfe, in Ländern, in denen Juden leben, zunächst auf dem Rücken der Juden ausgetragen werden. Deutschland macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme und die Ereignisse der letzten Tage sind eine Bestätigung dieses Grundsatzes gewesen. Hierzu kommt, daß in erster Linie gerade die armseligsten und wehrlosesten jüdischen Existenzen von dieser Katastrophe, die sich aukiindigt, vernichtet zu werden drohen. Als Juden können wir natürlich das Rad der Geschichte in Deutschland nicht aufhalten. Wir müssen nur dafür sorgen, daß es nicht über uns hinweggehe und uns zermalme. Hierzu ist Einigkeit notwendig. Diese ist eine Voraussetzung dafür, daß die üblen Folgen, die mit den sich entwickelnden Ereignissen verbunden sind, für uns Juden auf ein Mindestmaß reduziert werden. Vor allem gilt cs, die Ereignisse nicht an sich herankommen zu lassen, sondern eine aktive Politik der Wahrung der jüdischen Interessen zu führen. Und dann gilt es: Würde zu bewahren. Es hat uns, unsere leidensreiche Geschichte lehrt es, noch nie genützt, wenn wir Vogel-Strauß-Politik getrieben und uns würdelos benommen haben. Vor einer Wiederholung derartiger Fehler müssen wir uns in acht nehmen. Nicht winseln und klagen und auch nicht die innere Bereitschaft herstellen, sich auf die kommenden Dinge einzurichten. Wir können die Entwicklung nicht beeinflussen. Aber mit der ganzen Inbrunst unserer Seele sollen wir als Einwohner dieses Staates und als Juden den stärksten Protest gegen eine Entwicklung empfinden, die einen Rückfall in eine kulturelle und politische Barbarei darstellt. Die ״Weltbühne“ hat vor einigen Wochen aus der Feder Kaspar Hausers eine Betrachtung־ unter dem Titel ״Wendriner unter der Diktatur“ veröffentlicht. In jener Betrachtung ist einer möglichen Einstellung so mancher Juden ein Spiegel vorgehalten worden. Mit aller Kraft müssen wir dafür sorgen, daß Wendriner nur die Ausgeburt eines ulkenden Schriftstellers bleibe und nicht eine Realität des Tages werde. Der Allgemeine Studentenausschuß der Universität Leipzig hat mit 20 gegen 6 Stimmen bei 6 Enthaltungen den folgenden von den Nationalsozialisten beantragten Beschluß gefaßt: ״Die akademischen Behörden sind zu veranlassen, Ausländer, die durch den Numerus clausus — vor allem in Ungarn und Rumänien — am Studium in ihrer Heimat verhindert sind, als Studenten nicht mehr zuzulassen.״ Die Stärke des zlonisfisdien Willens zeigt sich im Erfolg der Sdtekelsammhmg!