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Jüdische Rundschau · 1930-12-05 · Heft 96 (5.12.1930) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 96 (5.12.1930)
Date
1930-12-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 646 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 96, 5. Xli 1930 Nr. 96 doch mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage auf• schiebbar angesehen werden kann. Mit Unerschütterlichkeit werden wir für die ideale, die durch das stetige Anwachsen unserer Stimmen die Zustimmung der bewußten jüdischen Wählermassen gefunden haben, eintreten. Wir sind innerlich tief durch* drangen, daß unser Weg der Weg in die wahre Freiheit bedeutet und es wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein, diese unsere Ueberzeugung in immer weitere Kreise zu tragen. Die endgtHtigeo amtlichen Ergebnisse Am 1. Dezember wurden die endgültigen amtlichen Erfiebnisse der Wahlen zur Repräsentanfenversammlung am 30. November festgesteilt. Danach wurden insgesamt 77962 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielten die Liberalen 41797, die Volkspariei 25836, die Mittelpartei 1788, die Konservativen 141t, die Poaie Zion 1931, die Deutsche Liste 1337, Kial jlsroel 114, die Ueberpartel 2339, die Positiv-Liberalen 723 und der Demokratische Block 121 Stimmen. Gegenüber den ersten Zählungen ergibt sich für die Liberalen ein Mehr von 93 Stimmen, für die Volkspartei ein Zuwachs von 310 Stimmen, für die Mittelpartei ein Plus von 12 Stimmen, für die Konservativen ein Plus von 21 Stimmen, für die Poaie Zion ein Plus von 20 Stimmen, für die Deutsche Liste ein Minus von 7 Stirnmen, für den Kial Jisroei ein Plus von 1 Stimme, für die Ueber- Partei ein Plus von 6 Stimmen, für die Positiv-Liberalen ein Plus von 2 Stimmen und für den Demokratischen Block ein Pius von 2 Stimmen. Die Zahl der ungültig erklärten Stimmen erhöhte sich von 461 auf 565. Nach der neuen Feststellung beträgt der Wahlquotient 1901. .Die Letztes hl der Volkspartei für ein 15. Mandat beträgt 1722 und bleibt also mit 66 hinter der Höchstzahl der Mittelpartel zurück, die aut diese Weise, obwohl sie nicht einmal den Wahlquotienten erreicht hat, zu einem Mandate gelangt Die amtlichen Ergebnisse der Wahlen für den PretiBi• sehen Landesverband jüdischer Gemeinden liegen bis zinn RedaktionsschluB nicht vor. Nach der vorläufigen Berechnung haben die Liberalen 35 Sitze, die Volkspartei 22 Sitze, die Ueberpartel 2 Sitze, und Mittelpartei. Poaie Zion, Konservative und die Deutsche Liste $e einen Sitz er* halten. 1 Brief aus Prag Die Palästinafrage im Parlament — Volkszählung. Von unserem Berichterstatter. hl, Prag, 1. Dezember 1930. Gelegentlich der Etatdebatte im tschechoslowakischen Parlament hielt der jüdisch-nationale Abg. Dr. Ludwig Singer eine längere Rede über die Stellung der Juden zur tschechoslowakischen Regierung. U. a. kam er auch auf die - letzte . Bmm jtbf mptclKft: - P all׳» Hu *4P olMiJccau?.Mnghtfi und führte am: ״Schon bei der Friedenskonferenz und später in San Remo stand die Tschechoslowakei in der Reihe jener Mächte, welche zu der Errichtung der Nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina ihre Zustimmung gab. Auf dieser Linie hat sie sich die ganze Zeit über gehalten und es ist mir eine tatsächliche Genugtuung, daß diese Politik auch die übrigen Staaten der kleinen Entente verfolgten. Es war vor allem der jugoslawische Minister Eh־. Marinkow!{, der bei der letzten Sitzung des Völkerbundrates diese Orientierung in mannhafter Weise angeschlagen hat, zu einer Zeit, als leider die Arbeiterregierung in England, wie es scheint, den Sympathien für Großgrundbesitzer um! Pogromisten den Vorrang gab vor dem werke jüdischer Arbeiter, weiche die palästinensische Wüste in fruchtbares Land verwandeln. Ich danke von dieser Stelle dem Herrn MarinkowiC für diese Sym* pathieerklärung des jugoslawischen Volkes, dessen Verhältnis zur jüdischen Bevölkerung auch sonst seinen edlen Traditionen der Freiheit und des Rechtes entspricht.“ Die Rede des Abg. Singer wurde von den Mitgliedern des Parlaments mit großem Interesse aufgenommen. * ln dieser Woche findet In der Tschechoslowakei die zweite Volkszählung seit Begründung des Staates statt. Bekanntlieh wurden die Juden in der tschechoslowakischen Staats- Verfassung als eigene Nation anerkannt und es ihnen anheimgestellt, sich bei Volkszählungen zum eigenen Volke zu bekennen. Von diesem Rechte haben bei der ersten Volkszählung im Jahre 1921 über die Hälfte der Juden Gebrauch gemacht. (In der Tschechoslowakei gab es im Jahre 1921 an 360000 Juden.) Damals wurde die Nationalität nach ״Gesinnung und Abstammung“ angegeben und die Mutter- Sprache In einer eigenen Rubrik gesondert angeführt. Anläßlich der Vorbereitung der heurigen Volkszählung versuchten nun einige assimilatorische Kreise, die Bestimmung durchzusetzen, daß diesmal die Nationalität nach der Mutterspräche gezählt werde. Diese Bestimmung wurde auch in die Durchführungsverordnung aufgenommen, aber mit der Ergänzung, daß sich die Juden trotzdem zur jüdischen Nationalität bekennen dürfen. Damit war zwar der Hauptanschlag gegen die Nationaljuden abgewehrt, aber nun setzte erst reclrt ein unerquickliches Liebeswerben der Ungarn, Deutschen, Tschechen, Slowaken, Russen und Ruthenen um die Stimmen der Juden ein; Kreise, die man sonst eher der Judenfeindschaft zeihen kann, begannen sich für die Juden zu intercssieren und sie davon zu überzeugen, daß sie einzig und allein sich für diese oder jene Nation entscheiden müßten. Nützt nichts das freundliche Werben, dann beginnt man mit Drohungen und kündigt alle möglichen Repressalien für den Fall an, daß sich die Juden unterfangen sollten, sich doch zum eigenen Volke zu bekennen. In jüdischen Kreisen hat man jedoch schon genügend Erfahrungen über den Wert der bei derartigen Gelegenheiten abgegebenen Versprechungen und ist dieses würdelosen Spieles, das verstärkt wird durch Aufrufe und Beteuerungen jüdischer Assimilanten aller möglichen Schattierungen, überdrüssig. Die Zahl der Nationaljuden dürfte sich bei dieser Volkszählung vergrößert haben. Die Ergebnisse werden allerdings erst in einigen Monaten vorliegen. Wie aus Bagdad berichtet wird, hat das Parlament von Irak auf Grund eines Appells Musa Kazims, die Araber Palästinas in ihrem Kampf zu unterstützen, eine Resolution fefaßt, in der gegen ״die Versuche der Zionisten, die Rechte er Araber in Palästina zu vernichten“, Protest erhoben wird. Diese Resolution wurde den großen englischen Zeitungen und der Londoner Liga gegen die Modifikation des Weift• buches telegraphisch übermittelt. Zionismus und englisches Parteiwesen Zu» Fall Melchett and zam Fall Whiiedapd Da das jüdische Volk keine staatlich organisierte Einheit darstellt, kann es in seinem politischen Kampf nicht das volle Oewicht des organisierten Volkswillens elnsetzen, sondern neben der auf Freiwilligkeit beruhenden demokratischen Organisation des Zionismus waren die Führer der zionistischen Politik stets genötigt, sich auch auf andere jüdische Machtfaktoren zu stützen. So kommt es, daß Juden, die in anderen Bezirken des Völkerlebens von Einfluß sind, sei es vermöge ihrer politischen oder wirtschaftlichen Position, sei es auf Grund persönlicher Leistungen oder Beziehungen, im jüdischen politischen Kampf herangezogen werden müssen. Der Führer der zionistischen Politik wird stets solche Möglichkeiten einer Verstärkung der Front ausnützen müssen, ungeachtet zahlreicher Schwierigkeiten, die sich aus den persönlichen Verhältnissen ergeben mögen und der größeren Oeffentlichkeit natürlich nicht bekannt sind. Oft ist es dabei sehr schwierig, Vorteile und Nachteile richtig ab* zuwägen. Als nach den August-Unruhen der schwere politische Kampf um die Palästina-Politik der eng'ischen Regierung einsetzte, da haben manche zionistische Kreise, obwohl es öffentlich nicht geäußert wurde, es ziemlich peinlich empfunden, als man erfuhr, daß einer der Unterhändler, die namens der Jewish Agency mit der britischen Arbeiterregierung konferierten, Lord Melchett war. Lord Melchett war Präsident der Politischen Kommission der Jewish Agency und als solcher sicherlich zur Teilnahme an Verhandlungen berechtigt, obwohl dieses politische Komitee nur beratende Funktionen hat und die Führung der Politik ausschließlich in der Hand des Präsidenten der Jewish Agency liegt. Aber man kann et verstehen, daß Dr. Weizmann in dieser kritischen Situation die Verantwortung mit einem breiteren Gremium teilen wollte, und daß er sich daher auch der Teilnahme eines in England einflußreichen Mannes wie Lord Melchett versicherte. Lord Melchett hat große Verdienste um die Entwicklung der Palästina-Wirtschaft, er hat wiederholt größere Beträge investiert und auch dem Keren Hajessod und Keren Kajemeth mehrfach größere Spenden zugewendet. Wenn dennoch die Teilnahme Melchett« gerade in diesem Moment als Inopportun empfunden wurde, so liegt der Grund darin, daß gerade er innerhalb der englische n Politik, soweit sie mit Palästina gar nichts zu tun hat, eine sehr exponierte Persönlichkeit ist. Melchett, früher bekanntlich als Sir Alfred Mond Mitglied der Liberalen Partei und des Koalitions-Kabinetts, ist vor einigen Jahren zu den Tories übergegangen und gleich auf den äußersten rechten Flügel gerückt. Er gehört innerpolitisch zu den schärfsten Gegnern der Arbeiterpartei. Wer Sozialist!- sehe Blätter Englands liest, wird auch wissen, daß gerade dieser Beherrscher eines riesigen Industrietrusts den Anhängern der Arbeiterpartei nicht gerade als Repräsentant eines sympathisehen Typus erscheint. Es lag kaum in unserem Interesse, in die Diskussion mit der Regierung Schärfen und Gereiztheiten hineinzutragen, die auf andere Ursachen zurückgehen als auf das Palästina-Problem. In der Folge hat Lord Melchett bei verschiedenen Anlässen kein Hehl daraus gemacht, daß es ihm vor allem darum zu tun ist, die Arbeiterregierung und die Arbeiterpartei zu bekämpfen. Wenn wir dies feststen, so poli natürlich in keiner Weise die ehrliche zio* nistische■ Ueberzeugung von Lör'd' Melchett" ln Firäge gestellt werden. Wir glauben jedoch, daß diese seine politische Stellung dazu beiträgt, ein Licht auf seine letzten Kundgebungen zu werfen, wenn sie auch natürlich nicht die einzige Erklärung bietet. Unsere Leser erinnern sich noch an den Brief Melchetts vom 21. Oktober, worin er seine Demission als Mitvorsitzender des Councils der Jewish Agency Dr. Weizmann mitteilt (vgl. ״J. R.״, Nr. 84 d. J.). In diesem Briefe, der auf Dr. Weizmann Bezug nimmt, führt Melchett aus, daß er zusammen mit Weizmann seit 1921 wiederholt mit englischen Regierungen verhandelt hat ״mit ernstem und aufrichtigem Bemühen, unser Werk auf einer maßvollen Linie durchzuführen“. Oft habe sich für Dr. Weizmann und Melchett die Notwendigkeit ergeben, ״die Regierung gegenüber großen Teilen der jüdischen Gemeinschaft zu verteidigen, welche Sie und auch mich unzählige Male einer ständigen Unterordnung gegenüber der Regierung um des Friedens willen beschuldigten“. Nach dieser Identifizierung in dem öffentlichen Demissionsschreiben ist es auffallend, in Melchetts Brief an Dr. Bodenheimer, den wir in der vorigen Nummer abgedruckt haben, bereits am 4. November, das sind kaum zwei Wochen später, den Satz zu lesen: ״Ich lege Wert darauf festzustellen, daß ich für die Politik, die von Herrn Dr. Weizmann und der zionistischen Exekutive während der letzten Jahre geführt wurde, nicht verantwortlich bin.“ Dr. Weizmann hat stets alles getan, um Lord Melchetts Stimme volle Geltung zu verschaffen. Er wurde zum Präsidenten der Joint Palestine Survey Commission gemacht, er hat wiederholt an politischen Aktionen führend teilgenommen. Man wußte auch, daß er, der überhaupt ein Repräsentant einer intransigenten (rechtsorientierten) Politik ist, auch im Zionismus der Anhänger eines schärferen Kurses war. Seine politische Mitwirkung fiel voll in die Wagschale. Dennoch lehnt er heute die Verantwortung ab. Lord Melchett fürchtet aber nicht nur das Mißtrauen der Juden, sondern auch das Mißtrauen der Araber, in seinem Demissionsschreiben vom 21. Oktober steht der folgende Satz, der bei vielen Lesern nur Kopfschütteln hervorrufen konnte: ״Im Hinblick auf die durch die Regierungspolitik beabsiefitigte Einmischung in das Recht der Bürger Palästinas, über ihr Eigentum so zu verfügen wie sie selbst es vorteilhaft halten, ist es nach meiner Meinung wichtig, daß unsere arabischen Freunde wissen sollen, daß es nicht an! unser Betreiben zurückzuführen ist (!), wenn sie, individuell oder kollektiv, nicht mehr in der Lage sein werden, Lauid zu verkaufen, über das sie zu verfügen wünschen und das uns zu verkaufen sie bis heute allzu begierig waren.“ Die Effendis und Großgrundbesitzer — Melchetts ״arabiseihe Freunde“, die er tröstet, weil ihre Forderung, den Boden* verkauf einzuschränken, von der englischen Regierung in Er• wägung gezogen wird! Kann man so Politik machen? Lord Melchett befürwortet die Wahl einer neuen Führung und die Verlegung der Exekutive in ein anderes Land als England. Schon vor Jahren hat der amtsmüde Dr. Weizmann den Vorschlag gemacht, Lord Melchett mit der Führung der zionistischen Politik zu betrauen; der Plan wurde jedoch nicht realisiert Es ist möglich, daß Lord Melchett durch die Trennung von Weizmann dem Zionismus in diesem Moment einen guten Dienst erwiesen hat. Denn Dr. Weizmann, solange er die Geschäfte führt, hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, mit der gegenwärtigen Regierung, und das ist nun einmal die Arbeiterregierung, zu verhandeln, in zäher Geduld und in klarer Erkenntnis des Notwendigen, und mit dem Ziel, d i e bei Berücksichtigung aller Faktoren g ü n - stigste Position für das jüdische Volk in Pa- I i s t i n a zu erkämpfen. Man wird es vom zionistischen Standpunkt nur begrüßen können, daß er soeben in einer Londoner Versammlung, die nicht in dem umstrittener» Whitechapel stattfand, die Neutralität des Zionismus in inneren!׳- lischen politischen Fragen proklamiert hat. Der 7.10nismus kann weder für noch gegen eine der drei politischen Parteien Englands auftreten. Wir haben Freunde und Gegner in allen Parteien, und es ist fraglich, ob unter den konservativen Lords Lord Melchett oder Lord Lloyd den stärksten Einfluß in der Palästina-Frage haben würde. Es ist unzulässig» den Kampf gegen das letzte Weißbuch zu identifizieren mit einem Kampf gegen die Arbeiterpartei. Durch derartige unüberlegte und von außerzionistischen politischen Motiven inspirierte Aktionen kommt ein so absurdes Ergebnis zutage, daß Harry Snell, das einzige prozionistische Mitglied der Shaw-Kommission, in einer zionistischen Versammlung niedergebrüllt wird, während den Parteigenossen der beiden antizionistischen Mitglieder der Shaw-Kommission gehuld;gt wird. Wenn man schon die Parteistellung der einzelnen in dem Palästina-Drama aufgetretenen Personen untersucht, dann darf man doch nicht übersehen, daß die konservative Beamtenschaft sowie die Verfasser des Mehrheitsberichtes der Shaw-Kommission jenes offizielle Material geliefert haben, auf das die Arbeiterregierung sich stützen zu müssen meinte. Es wäre zu begrüßen, wenn der letzte Brief Lord Melchetts dazu beitrüge, von nun an dieses Problem der Konfundierung Innerenglischer und zionistischer politischer Tendenzen nicht aus dem Auge zu verlieren. Lord Melchetts wertvolle Mithilfe wird trotzdem dem jüdischen Palästina-Werk hoffentlich erhalten bleiben. Die Wahl neuer Führer wird dem Kongreß und dem Council der Jewish Agency obliegen, und die Situation ist dadurch geklärt, daß Dr. Weizmann in seiner letzten Rede ebenso wie in seinen Schlußerklärungen im Aktions-Comitd deutlich gesagt hat, daß seine Demission unwiderruflich ist. Ob der zweite Rat Lord Melchetts, die Leitung der jüdisehen Palästina-Politik in ein anderes Land als England zu verlegen, befolgt werden soll, wird gleichfalls der Kongreß entscheiden. Es wäre vielleicht nützlich, die Verantwortung hierfür den Gruppen zu überlassen, die heute für diesen Gedanken Propaganda machen. Schekel und Kongreß Von Lazarus Barth (London), Mitglied der Exekutive. Die Exekutive hat einen Aufruf für Schekel und Kongreß veröffentlicht, kann aber keineswegs sicher sein, daß er die notwendige Wirkung haben wird, in dieser Zeit hoher politisch er Spannung beherrschen die Diskussionen über Weißbuch, englische und arabische Politik so sehr die Diskussion in den Landesorganisationen, daß die wichtigste Aufgabe, die Aufrechterhairang der Organisation selbst, weitaus zu kurz kommt, und das darf nicht sein. Die Zionistischen Verbände müssen sich über zwei Dinge im klaren sein. Einmal hängt das Oewicht unseres Auftretens, das Ansehen, das wir bei Juden und Nichtjuden genießen, in hohem Maße von der Stärke und GeicWossenheit unserer -tTzgsrtgathjtr *t»r ־ wett «en״‘ den Schekot», mit denen allein die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organi* sation dokumentiert werden kann. Wer ein Jahr nicht Schekel zahlt, auch in einem kongreßlosen Jahr, ist nicht Mitglied der Zionistischen Organisation, deren Statut bestimmt, daß Zionist ist, wer sich zum Baseler Programm bekennt und Schekel zahlt Wir sind sicher, daß die Zionisten, die nicht Schekel zahlen, nicht die Absicht haben, ihre Verbindung mit der Zionistischen Organisation zu lösen, sie tun es aber in der Tat. Sie haben in dem Jahr, in dem sie nicht Schekel zahlen, nicht das Recht, sich Zionisten zu nennen. Die Organisation hat keine Berechtigung, sie als Mitglieder für sich zu reklamieren. Für die gesamte Organ!• sation und für die Außenstehenden hören sie auf, als Zionisten zu existieren. Sie schädigen das Ansehen der Organisation und schwächen die Zahl ihrer Mitglieder. Das zweite, was von denjenigen, die nicht Schekel zahlen, vergessen wird, ist, daß die Exekutive eine Fülle von Auf- §' ist. Auf jedem Kongreß, auf “jeder Aktions-Comit^Sitzung, in einer großen Anzahl von Briefen von Gesinnungsgenossen an die Exekutive wird von dieser gefordert, daß sie Aufgaben neu übernimmt, daß sie ihr bestehendes Tätigkeitsgebiet intensiviert, daß sie Subventionen zahlt, daß sie Tagungen von Kommissionen und Komitees einberuft, Reisen organsiert usw. Von dem Willen, diese Tätigkeiten der Exekutive auch materiell zu unterstützen, Ist weit weniger zu merken. Der Betrag des Schekels ist außerordentlich klein und nach der Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder abgestuft. Die Zahlung dieses Betrages ist nirgends ein Opfer. Für zionistische Fonds, für den Keren Hajessod, für den Keren Kajemeth werden Beträge verlangt, die ins Oewicht fallen, sie werden gezahlt. Das jüdische Volk bringt Opfer. Wenn es sich um Ausgaben für Organisation handelt, meint man, sie bagatellisieren zu können. Selbst wenn es sich aber um rein organisatorische Ausgaben handeln würde, wäre dieser Standpunkt falsch und gefährlich. Und unverständlich, weil gerade der Zionismus als erster im Judentum verstanden hat, wie bedeutungsvoll das Bestehen einer Organisation ist, daß hierauf nicht zuletzt unsere Stellung 1m Judentum und in der Oeffentlichkeit beruht. Aber der Schekel soll nicht nur organisatorische Ausgaben decken, er soll auch dazu dienen, unsere politische und propagandistische Arbeit zu erhalten, unsere Zentralorgane zu stützen und andere wichtige Arbeiten durchzuführen. Wir befinden uns jetzt in einem ״Kongreßjahr“, in dem ein besonderer Anreiz für die Schekelwerbung gegeben ist. Der Schekelzahler erwirbt das Wahlrecht zum Kongreß. Wie bedauerlich es auch ist, daß hierauf besonders hingewiesen werden muß, daß nicht Jahr für Jahr jeder Zionist daran denkt, den geringen Betrag für den Schekel zu bezahlen: in diesem Jahr sei auch dies erwähnt Wer den Schekel nicht punktlieh bezahlt, verliert das Wahlrecht zum Kongreß. Das Schekeljahr endet am 31. Dezember. Wer bis dahinden Schekel nicht bezahlt hat, geht seines Wahlrechts verlustig.. Der Kongreß hat diesmal seine besondere Bedeutung. Es gibt niemand innerhalb und wohl auch außerhalb der Reihen unserer Organisation, der nicht mit Spannung den Verhandlungen und Beschlüssen des 17. Kongresses entgegensieht, der nicht will und der nicht den Wunsch hat, daß seine Stimme ebenfalls bd den Wahlen ins Gewicht geworfen wird. Wer Zionist ist, eile deshalb jetzt, den Schekel zu zahlen, um diesmal den Kongreß zum Willensausdruck der vielen Hunderttausenden von Zionisten zu machen. Erwerbet nicht nur den Schekel! sondern werbet auch für ihn! Wei» Die Kon Ne ln ei im Nord! vember ü leitung se auferlegei der Regie Verband]! lichkeit n Zuriickha Nathw ist das unsere Bt müssen po li tts strikte die Exek tische K< des einz Gegner i Harry S verbinde! jüdischen ist, sollt« Bürger z oder geg Versamir ist kein solcher. Dr. die Verh gierung einige standen jüdische! in Whit! tn entii Wunsch infolge n atior geknüpfl um die dert häti daher < müsse, t binatlom scheinen und es ו tieren. I M ä n n 1 aulricht; Enttäusc Ich nicht den. Ai Feststeil hingt, nicht Weißl Wi! VVeizma Schicks! in der I sehen gierung dert, sic dem wi Volkes, gerte i j esso auch icl ter. W gegenü und nie Im Hajess( rierte. Pf un< Im Jewish Jewish Konf und da und al N! von 80 wurde Pro F Rcsolu Weiß Arbeit schloss Million letzte läßlich Masse! Kaha Alle R der Ai k eiten Ai listina Part Shiplia gespre züglicl

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