Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 90 (14.11.1930)
- Date
- 1930-11-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 598 JUEDISCRE RUNDSCHAU Nr. 90, 14. XI. 1930 ״Keine Einstellung der Einwanderung, kein Bodenkaufsverbot“ Neue Erklärungen Lord Panfields London, 10. November. (J. T. A.) Lord Pass {leid hat den Vertretern des New Yorker ״Jewish Daily Forward“, Füllet Rogoff und J. L. Fine, ein Interview gewährt, in dem er u. a. ausführte: Die Regierung beabsichtigt nicht, den Bodenkauf In Patästina zu verbieten, oder irgendwelche Aenderungen der bisherigen Grundsätze bezüglich der Einwanderung nach Palästina vorzunehmen. Wir stehen im Begriffe, 1500 Einwandererzcrtifikate freizugeben. Nur aus wirtschaftlichen Gründen ist die Einwanderung im vergangenen Mai suspendfert worden. Die fetzt erfolgende Freigabe von Arbeitereinwanderungszertifikaten ist ein Beweis für die Absicht der Regierung, ihre Einwanderungspofitik nicht zu ändern. Die Juden werden auch weiterhin Land kaufen können wie bisher, nur will die Regierung Sicherheiten dafür schaffen, daß die auf den gekauften Bikien lebenden Araber durch diese Käufe nicht landlos gemacht werden. Die Regierung wird nur in jenen Fällen Eingreifen, in denen Bodentransaktionen die Entfernung arabischer Siedler von dem bisher innegehabten Land zur Folge haben könnten. Die Juden haben genug Boden, um fünf Jahre hindurch kolonisieren zu können. Sie mögen ihre Arbeit fortsetzen. Lord Passfield gab seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß von manchen Seiten die Meinung geäußert wurde, die Regierungserklärung sei vor ihrer Veröffentlichung dem Ministerrat nicht zur Genehmigung vorgelegt worden (wie z. B. in der vorigen Woche ״News Chronicie“ schrieb). Das Weißbuch, für das er nur in technischem Sinn verantwortlich sei, sei nicht ein von ihm, sondern ein vom Kabinett herausgegebe• nes Dokument. Auffallend war der feindselige Ton, in dem Lord Passfield als alter Sozialist über die Tätigkeit der jüdisch enArbei* terorganisation Palästinas und die auf deren Veranlassung nach Palästina kommenden Einwanderer sprach. Die jüdischen Gewerkschaften, erklärte Passfield, seien keine reinen Gewerkschaften, sondern zionistische Organisationen, und das sei der Grund, warum die arabischen Arbeiter ihnen nicht beitreten. Er ziehe den Vorkriegstypus des jüdischen Einwanderers, den ״frommen Juden", wie er sich ausdrückte, dem neuen Einwanderertyp vor. Die Juden dürften nicht den Grundsatz aufstellen, daß in bestimmten Gebieten des Landes keine Araberbesc 11 äftigt werden dürfen. Ein solcher Grundsatz erzeuge Mißstimmung. Was würden Sie dazu sagen, fragte Passfield, wenn wir erklären würden, daß in bestimmten Gegenden Englands keine Juden beschäftigt werden dürfen? Im weiteren Verlauf des Gesprächs gab Lord Passfield zu, daß die Juden in den Fällen, in denen Araber infolge von jüdi• sehen Bodenkäufen Grundstücke räumen mußten, für diese Araber entsprechend Vorsorge getroffen haben. In vielen FätfctFfWUA eS'dt*׳־tt*th!rf'de«״A»faB-Ä*t mögücht, auf einer kleineren Bodenfläche auskömmlicher zu leben als bisher, und jene Araber, die ihren Bodenbesitz vollständig aufgeben mußten, seien reichlich entschädigt worden. Häufig aber hätten die Araber das von den Juden erhalten e Geld vergeudet, seien verarmt und unzufrieden zurückgekommen und so zu einem unruhigen und gefährlichen Element im Lande geworden. Es sei die Absicht der Regierung, dies für die Zukunft zu verhindern. Die Regierung beabsichtigt, die Landentwicklung in großem Maßstabe durchzuführen. Lieber die A r t d e r PI ä n e zu dieser Landentwicklung und ihre Finanzierung könne er allerdings keine Mitteilungen machen. Nach Durchführung der Landentwicklung werden ln erster Reihe die depossedierten Araber bei der Boden- Verteilung berücksichtigt werden, doch sei dies kein Grund für Besorgnisse seitens der Juden, da die Zahl der in Betracht kommenden Araber vermutlich geringer als 30000 sein werde. Nach Befriedigung dieser Kategorie landloser Araber werden Juden und Araberin gleicherweise berücksichtigt werden. Auf die Frage, ob der Boden unter Juden und Arabern im Verhältnis der Bevölkerungszahl aufgeteilt werden würde, antwortete Passfield, dies würde die Juden vermutlich nicht zufriedenstellen. Er ließ durchblicken, daßdiejudeneinverhältnismäßig größeres Bodenausmaß erhalten würden. Beim Kolonialamt, erklärte Passfield, 'eieil Beschwerden eingelangt, daß in Polen bei der Auswahlder C h a 1 u z i m durch die Palästina-Aemter der alte Typus des jüdisehen Siedlers ferngehalten und nur radikale Elemente zur Auswanderung nach Palästina zugelassen werden. Passfield äußert sich sodann ausführlich über die Nichtbeschäftigung arabischer Arbeiter durch die Juden in Palästina. Die Interviewer wiesen darauf hin, daß nur in den durch nationale Fonds finanzierten Unternehmungen keine Araber beschäftigt werden. Sie führten im Zusammenhang damit die Bemerkung des ״Manchester Guardian“ an, ״ein anderer Vorgang wäre mehr als heroische Selbst- Verleugnung seitens der Juden“ und lenkten die Aufmerksamkeit Passfields auf das Beispiel Rußlands, wo die Regierung bestimmt habe, daß jüdisches Kapital nur zu Hilfswerken für die jüdische Bevölkerung verwendet werden soll. Lord Passfield setzte sich über diese Argumente vollkommen hinweg und beharrte darauf, daß das Prinzip ausschließlich jüdischer Arbeit Mißstimmung im Lande erzeugen müsse. Er erklärte: ״Wir werden die Juden nicht daran hindern, arabische Arbeit auszuschalten. Sie mögen es weiter tun, aber wir können es nicht billigen.“ Lord Passfield gab zu, daß die Araber einen niedrigeren Lohn- Standard als die Juden haben, verlangte aber, die Juden müßten darauf hinarbeiten, daß die Araber höhere Löhne be• kommen, nicht aber arabische Arbeit ausschalten. Auf die Frage, warum die Palästina-Regierung keine spezielle Arbeitsgesetzgebung erlassen habe, antwortete Lord Passfield, eine solche sei vor den Augustunruhen in Vorbereitung gewesen, hätte aber nachher nicht durchgeführt werden können. Passfield erklärte, die Regierung werde an den Bestimmungen des Mandats getreu festhaiten. Falls der Legislative Council eingesetzt werden sollte, werde er nicht die Macht haben, Beschlüsse zu fassen, die dem Mandat zuwiderlaufen. Es werde Aufgabe des High Commissioners sein, dafür zu sorgen, daß der Legislative Council seine Kompetenzen nicht überschreite. Der schlechte Eindruck, den das Weißbuch auf die jüdisch-öffentliche Meinung gemacht habe, sei darauf zurückzuführen, daß es in manchen Punkten nicht klar und ausführlich genug abgefaßt sei. Die Regierung werde kein neues Statement veröffentliehen, sondern versuchen, die Mißverständnisse durch Abgabe einer erläuternden Erklärung im Parlament zu beseitigen. * Weißbnch und Zertifikate Das Büro d erJewishAgencyin London versendet anläßlich der Erteilung der 1500 Zertifikate folgendes Communiquö: In Jewish Agency- und zionistischen Kreisen wird der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Bewilligung von 1500 Zertifikaten für jüdische Arbeiter-Immigration nach Palästina inketner Weise die durch dasletzte Weißbuch eschaffene Situation ändert. Wenn das Weißuch nicht geändert wird, so kann diese Bewilligung nur als ein zeitweiliger Versuch, die jüdische Entrüstung zu beschwichtigen, angesehen werden, während die Grundlagen der geschaffenen Position unverändert bleiben. Drohung der arabischen Exekutive Jerusalem, 11. November. (J.T.A.) Die PallstinensSsdi-Arabische Exekutive hat dem High Commlssioner Sir Jota Chancellor ein Memorandum zur Weiterleitung an die Regierung in London übergeben. In dem Memorandum wird die englische Regierung aufgefordert, dasneueWeißbuch keiner Abänderung zu unterziehen. Sollte der Druck von jüdischer Seite den Erfolg haben, daß die Regierung in ihrer Politik einen Rückzug antrete, so würde dadurch den Arabern ein Beispiel gegeben werden, das der englischen Regierung nicht erwünscht sein könnte. Sir John Chancellor erwiderte, er sei der Meinung, daß die von Regierungsmitgliedern abgegebenen Erklärungen das Weißbuch nur bekräftigen. Seiner Meinung nach könne von einer Modifikation des Weißbuches keine Rede sein. ״Feiestin“ schreibt, im Falle einer Modifizierung der britischen Palästinapolitik würden in Palästina jene Extremisten die Oberhand erlangen, die sich, ähnlich wie die Extremisten in Aegypten, im Irak und in Indien, für die Anwendung verfassungswidriger Kampfmethoden einsetzen. Simpson-Bericht und Sledlnngskosten Ein grober Rechenfehler. Ja dem Bericht, den Sir Simpson über Fragen der Einwanderung, Kolonisation nsw. enrtattet hat, wird euch die Frage der Siedlungskosten behandelt. Sir John berechnet auf Seite 42 des Berichtes die gesamten Siedlungs« kosten für die Siedlungen der Zionistischen Organisation, indem er die Gesamtausgaben des Jüdischen Nationalfonds in Höhe von 1 545 659 Pfund und des Keren Hajessod in Höhe von 3 345 531 Pfund unter Ausschaltung einiger Beträge für städtische Kolonisation, Investierungen usw. zusammenaddiert Der hohe Betrag von 4 89t 190 Pfund, der sich daraus ergibt, dient ihm zum Anlaß einer Bemerkung über die außerordentlich großen Siedlungskosten der zio״ nistischen Siedlungen. Ohne damit einer Entgegnung kompetenter Stellen der Jewish Agency auf den Bericht vorgreifen zu wollen, wird hierzu vom Hauptbüro des Keren Hajessod mitgeteilt, daß Sir John in dieser Berechnung einem schweren und angesichts der vorhandenen Unterlagen befremdlichen Irrtum zum Opfer gefallen ist. Bei der Berechnung der Siedlungskosten hätte er nach dieser Methode nur den ausschließlich für Zwecke der landwirtschaftlichen Kolonisation ausgegebenen Betrag berücksichtigen dürfen, ohne — wie er es tut —• sämtliche Ausgaben für Erziehung, Gesundheit, öffentliche Arbeiten und Einwanderung mit hinzuzurechnen. Statt der Summe von 3 345 531 Pfund, die Sir John Hope Simpson als Ausgaben des Keren Hajessod für die landwirtschaftliche Kolonisation einsetzt, hätte er mir den ausdrücklich» mit ״Landwirtschaftliche Kolonisation“ bezeichneten Posten in Höhe von 1 179027 Pfund nehmen können. Der von ihm ermittelte Betrag ist in keiner Weise identisch mit den tatsächlichen Ausgaben der zionistischen Fonds für die landwirtschaftliche Kolonisation. Mit dieser irrigen Berechnung werden auch die von ihm gezogenen Schlußfolgerungen über die Höhe der Siedlungskosten pro Familie hinfällig. Wir stehen hier vor einer Illustration für die Flüchtigkeit und Oberflächlichkeit, mit der ein so wichtiges und in seinen Schlußfolgerungen so schwerwiegendes Dokument wie der Simpson-Bericht selbst in Ziffernmäßig klaren Tatsachenfragen abgefaßt Ist. Dr. Samuel Wahrhaftig gestorben. In Krakau verstarb im Alter von 54 Jahren Dr. Samuel Wahrhaftig, einer der angesehensten Führer der Zionisten Westgaliziens, Mitglied des Zionistischen A.-C. und des Council der Jewish Agency. Bei den kommenden Wahlen zum Senat kandidierte er an der Spitze der zionistischen Liste. Er war einer der Gründer der zionistischen Tageszeitung in polnischer Sprache ״Nowy Dziennik“. MISRACHl-CRUPPB BERLIN Sonnabend, den 15. November, abends 81/4 Uhr, Sophiensäle, Sophienstraße 17/18: Wähler •Versammlung Thema: עם ישראל׳ תורת ישראל׳ ארץ ישראל Redner: Rabbiner Dr. Freier / Dr. Alfred Klee Prof. Dr• Hermann Pick / Ministerialrat Hans Goslar Markus Hornstein / Raw Szimches Wir bitten um zahlreiches Erscheinen Eine antlzionislische Attacke In der vorigen Nummer der ״J. R.“ haben wir eine Aeußcrang des Organes der englischen liberalen Juden, des ״J e - wish Guardian“, wiedergegeben, die in der gegenwärtigen politischen Krise ihre volle Solidarität mit dem zionistisehen Standpunkt ausspricht. Bei aller Abgrenzung von der jüdisch-nationalen Weltanschauung erklärt aas Blatt, doch in den praktischen Zielen und in der Beurteilung der Haltung der englischen Regierung mit den Zionisten übereinzustimmen. Aber auch unter den englischen Jüdisch-Liberalen gibt es intransigente Assimilanten, die es nicht lassen können, sogar in einem so kritischen Moment dem jüdischen Volk in den Rücken zu fallen. Der Rabbiner der liberal-jüdischen Gemeinde in London, Dr. M attuck, veröffentlicht ausgerechnet in ״Dai 1 y Mail“ einen Artikel, worin er erklärt, nicht alle Juden forderten ein Jüdisches Nationalhdm in Palästina, und mit aller Schärfe gegen den Zionismus zu Felde zieht Mattuck wendet sich auch dagegen, daß die zionistischen Ziele in der englischen Politik eine Rolle spielen sollen, es gäbe zwar jüdische Wähler, aber keine geschlossene jüdisch-politische Gruppe in England, und die Wähler entscheiden nach ihren englischen, nicht nach ihren jüdischen Interessen. Diese Darlegungen können nicht anders verstanden werden, als daß der Verfasser auf die N a c h - wähl in Whitechapel anspielt, bei der bekanntlich als Kandidat der liberalen Partei ein Zionist auftritt, während der Kandidat der Arbeiterpartei, die bisher den Bezirk vertreten hat, fürchtet, die sehr zahlreichen jüdischen Stimmen des Wahlbezirkes (ein Drittel der Wählerschaft) wegen der Palästina- Politik der Arbeiterregierung, die in Whitechapel großen Unwillen hervorgerufen hat, gegen sich zu haben. Haben doch ernstzunehmende Blätter wie die ״Times“ die Nachricht verbreitet, die Regierung erwäge eine neue judenfreundlichere Interpretation des Weißbuches mit Rücksicht auf die Nachwahl in Whitechapel. Eine besondere Pikanterie besteht jedenfalls darin, daß gerade ״Daily Mail“, die schärfste Gegnerin der Arbeiterpartei, den Artikel Mattucks veröffentlicht, der in seinem Effekt doch nur eine Unterstützung der Arbeiteiyarfei bewirken kann, indem er für die Ausschaltung der Palästinafrage aus englischen Wahlkämpfen plädiert. — Zur Palästinafrage selbst schreibt Mattuck zum Schluß: ״Es besteht jetzt die Möglichkeit, Palästina aus der Sphäre politischen Streites herauszuheben. Durch ihre Erklärung über ihre künftige Politik hat die Regierung die Ungewißheit, die wie eine schwere Wolke über Palästina hing und Verdächtigung und Haß erzeugte, beseitigt. Jetzt besteht die Möglichkeit, In Palästina den Frieden wiederherzustellen upd ein Gefühl von Sicherheit in der Bevölkerung Palästinas zu erwecken. Diejenigen, welche aus politischen Gründen diese Möglichkeit vereiteln, sündigen gegen die Juden und die Humanität. Die Arbeit in Palästina kann unter philantropischen Gesichtspunkten fortgesetzt werden und wird am besten fortgesetzt werden können, wenn sie von dem Einfluß eines zweifelhaften Nationalismus befreit wird.“ Agudas Jlsroe! zum Weißbuch Die Exekutive der Weltorganisation Agudas Jisroel veröffentlichte eine Erklärung, worin sie ihre schwerste Enttäuschung über das Weißbuch der englischen Regierung ausspricht, besonders über die darin ״im offenen Widerspruch zum Geist des Mandates verkündeten neuen Grundsätze der Einwanderung und Bodenverkaufspolitik, die praktisch zu einem Einwanderung- und Niederlassungsverbot der macht und daher schärfsten Protest herausfordert“. Im weiteren Verlaufe der Erklärung ruft die Aguda zur Fortsetzung der Arbeit des geistigen und wirtschaftlichen Aufbaus des Heiligen Landes auf. In den Schlußabsätzen wird der Primat der religiösen Forderung betont und an die Jewish Agency die Aufforderung gerichtet, die Kulturarbeit aus ihrem Arbeitsbereich auszuschalten, und die wirtschaftliche Arbeit der Autorität des Religionsgesetzes zu unterstellen. Die Erfolge der indischen Industrie Die palästinensische Industriellen-Vereinigung hat im Verläge von ״Mis’char Wetaasia“ einen schön ausgestatteten Ex• port-Katalog veröffentlicht, der neben den Anzeigen eine Reihe von Aufsätzen von L. Schenker, S. Hoofien, M. Smilansky, E. Echtmann enthält. Der Publikation geht ein Vorwortvon Mr. K. W. Stead, dem Leiter des Z p 11 - und Handelsdepartements der Regierung, sowie Lord Melchett voraus. Mr. Stead’s Vorwort lautet: ״Der erste Export-Katalog der palästinensi sehen Industrie wird der Oeffentlichkeit in Palästina und im Auslande in instruktiver Weise zeigen, welche Fülle von Gebrauchsartikeln, die bis vor kurzem noch importiert werden mußten, gegenwärtig in Palästina hergestellt werden. Der Weg der Industriellen in Palästina war kein leichter. Der lokale Markt ist in bezug auf gewisse Erzeugnisse sehr begrenzt und die Entwicklung eines Exporthandels selbst mit so nahen Ländern wie Syrien und Aegypten durch die Konkurrenz europäischer Industrieländer sehr erschwert. Trotz dieser Schwierigkeiten und einer Anzahl unvermeidlicher Mißerfolge macht die palästinensische Industrie gute Fortschritte. Wenn sich die Industriellen auf die Produktion von Massenartikeln konzentrieren, die nicht nur in Palästina, sondern auch in den benachbarten Ländern Syrien und Aegypten einen Markt finden, so besteht die berechtigte Hoffnung, daß der Wert des Exports in absehbarer Zeit viel zu einer Verbesserung der gegenwärtigen ungünstigen Handelsbilanz beitragen wird, wenn auch in den nächsten Jahren noch nicht mit einem Ausgleich der Handelsbilanz zu rechnen sein wird. Die Industriellen in Palästina haben einen wesentlichen Vorzug vor ihren europäischen Konkurrenten: Die große Nähe der Absatzgebiete in Aegypten und Syrien und die Möglichkeit der Anknüpfung persönlicher Beziehungen mit ihren Kunden. Auch können sie an Ort und Stelle die besonderen Bedürfnisse dieser Länder studieren. Die Fertigstellung eines solchen Katalogs ist ein schwieriges Unternehmen, und die Tatsache, daß er in Palästina vorbereitet und gedruckt wurde, ist ein schönes Zeichen für den hohen Standard des Druckereigewerbes in Palästina.“ Mr. Stead wünscht schließlich der Industrielkn-Vereinigung, daß ihr der neue Katalog bei der Erschließung neuer Märkte gute Dienste leisten möge. Ke Permanente Mandatskommission des Völkerbundes beschloß, daß eine Behandlung der Palästina-Frage im Verlauf der gegenwärtigen Tagung der Mandatskommission untunlich sei. New York, 10. November. (J. T. A.) Eine Konferenz von Vertretern aller jüdischen Gruppen, die an dem Palästina- Aufbau interessiert sind, hat die Einleitung eines großzügigen Drive für den Keren Kajemeth in Amerika beschlossen. Im Hinblick auf den bevorstehenden Besuch Ussischkins wurde die Organisierung von Empfangskomitees Im ganzen Lande be* schlossen. V" mmmmmmtmmmmmrnm