Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 86 (31.10.1930)
- Date
- 1930-10-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 502 JUE01SCHE RUNDSCHAU Nr. 86, 31. X1930 Nr. Die Protestbewegung in Amerika Das Londoner Sonntagsblatt ״O b s e r v e r“ erhält von seinem Berichterstatter aus New York folgenden Bericht vom 25. Oktober: Gerüchte besagen, daß die amerikanischen Zionisten bereits inolfiziell in Washington gegen die britische Erklärung■ über die Paliistinapolitik apellieren. Sie bestreiten das, doch treffen sie ausgebreitete Vorbereitungen für Massenver- Sammlungen in New York und anderen großen Städten am 2. November, dem 13. Jahrestag der Balfour-Dekiaration. 5000 Juden, die in der amerikanischen jüdischen Palästinalegion dienten, sandten an General Allenby ein Telegramm, in dem sie ihn auffordern, zu verhindern, daß Menschen, die unter ihm gefochten haben, nun betrogen werden. Man erwartet, daß sich die Behörden streng an ihrem wohlerwogenen Grundsatz ״Hände weg von der Politik“ halten werde, doch erwägt ein Riesenkomitec angesehener amerikanischer Juden eine Invasion in die Hauptstadt, um Staatssekretär Stirn son ein sorgfältig ausgearbeitetes Beweismaterial zu überreichen, aus dem hervorgehen soll, daß die neue britische Politik den Vertrag mit den Vereinigten Staaten vom Jahre 1924 ausdrücklieh verletzt, obwohl die offizielle Annahme dahin geht, daß dieger Vertrag lediglich eine unparteiische Verwaltung in Pa- Iästina ohne religiöse oder Rassenvorurteile und den Schutz der Heiligen Stätten vorsieht. Die charakteristische Erregbarkeit der jüdischen Führer dürfte allerdings eine vollständige Zurückhaltung unmöglich machen. Eine heute abend veröffentlichte Erklärung sagt in bitteren Worten: ״Als vor einem Jahre die Juden New Yorks in einer Massenversammlung gegen die arabischen Ausschreitungen protestierten, wurde MacDonalds Name geehrt, ln diesem Jahre wird es keine Ehre für ihn geben.“ Unter dem 26. Okt. meldet der New Yorker Korrespondent der ״Times“: Ungefähr 250 angesehene jüdische Bürger New Yorks trafen gestern Abend im Hotel Astor zu einer Sitzung zusammen und organisierten einen ״zionistischen Hilfsfonds . Im Laufe von 10 Minuten waren 25 000 Dollar für diesen Fonds gezeichnet. Es wurde beschlossen, im Laufe weniger Tage diese Summe zu verdoppeln und eine Kampagne zur Geldaufbringung im ganzen Lande durchzuführen. Stephen S. W i s e übersandte eine Botschaft, in der er Jeden Mann von Ehre, ob Jude oder Nkhtjude, aufruft, für den zionistischen Hilfsfonds beizutragen, den wir dazu verwenden werden, jüdische Interessen in Palästina zu beschützen, die von der ge* genwttrtigen britischen Regierung in •o schmählicher Welse v%aten worden sind. Wir brauchen Mittel, um die Oeffentlichk«l mit den wahren Vorgängen in Palästina bekanntzumachen und den Unwahrheiten entgegenzutreten, die aus dem britisehen Kolonialamt kommen, wir müssen die öffentliche Meinung erwecken, damit sie erkennt, daß von der britischen Regierung ein Bruch des internationalen Rechtes verübt worden ist, indem sie die Balfour-Deklaration als einen Fetzen Papier behandelte. Unser Kampf geht nicht gegen die Engländer. Wir glauben, daß der vornehme Geist der Engländer schließlich wieder die Oberhand gewinnen wird. Zugleich aber erwarten wir, daß jeder Jude, der sich der Würde seines Volkes bewußt ist, der erschauert bei dem Gedanken der Wiederbelebung unserer Kultur zum Wohle aller Menschen, seiner Pflicht genüge leisten wird.“ ״New York Times“ schreiben zu der Bildung dieses Forums, es sei so konstruiert, um im Eventualfall die Verle* gung des Hauptsitzes der politischen Aktivität der zionistisehen Weltorganisation von London nach New York zu ermöglichen. In den ganzen Vereinigten Staaten sind am gestrigen Tage in Hunderten von Synagoge» A jp j p,y §,c. b e n «<.11 ä;lt «4- W ird <•.׳»,. ,*ekbe-JEBe ״aputjB»! lästtnapöHtik de r britischen Regierung ankiagten.‘ * Jerusalem, 28. Oktober. (J.T. A.) M. M. Ussisehkln erhielt ein Telegramm von der Zionistischen Organisation Amerikas, in dem er ersucht wird, im Hinblick aut die poiitische Lage seine Abreise nach Amerika zu beschleunigen. Protest der poMsehen A.-C.-Mitglieder Die polnischen Mitglieder des Zionistischen Aktions-Comitls, Präsident des Zionistischen Zentralkomitees, Abg. Grün bäum, Präsident des polnischen Komitees für die Jewish Agency, Leon Le vite, Präsident des polnischen Misrachi, H. Farbstein, Rabbi Brodt, da« Vorstandsmitglied der Hi* tachduth, Tartakower, und der Generalsekretär des Verbandes Poale Zion ־(Rechte Poale Zion), Ing. Reiß, haben an den Speaker des Unterhauses, ferner an den früheren Minister- Präsidenten Baldwin, den Führer der Liberalen, Lloyd George, und den Vertreter der Arbeiterpartei in der Shaw- Kommission, Harry Snell, Telegramme gerichtet, in denen gegen das politische Programm des neuen englischen Weißbuche« nachdrücklichst Protest erhoben wird. Diese Politik ziele darauf hin, die von England vor der zivilisierten Welt dem jüdischen Volk In bezug auf die Errichtung seines Nationalen Heims gegebenen feierlichen Versprechungen zu brechen. Das Vertrauen des jüdischen Volkes zu England, das durch die Erfahrungen des letzten Jahres schon stark er• schüttert worden sei, werde durch dieses Dokument vollkommen zerstört. Die Unterzeichneten richten an die Vertreter des englischen Volkes den dringenden Appell, im letzten Augenblick eine Schädigung des guten Namens Englands und eine weitere Untergrabung des Vertrauens der Juden zu Versprechungen englischer Staatsmänner hintanzuhalten. Die zionistische Bewegung werde niemals ein Programm akzep* tlcren, das die Rechte des jüdischen Volkes auf Palästina, wie sie im Mandat festgelegt wurden, beschränkt. Demonstrationen in Warschau, Lodz und Lemberg Warschau, 28. Oktober. (J.T.A.) Jugendliche Chaluzim veranstalteten neuerdings vor dem Gebäude der englischen Gesandtschaft in Warschau eine Demonstration. Etwa 300 Chaluzim sammelten sich auf der dem Gesandtschaftsgebäude gegenüberliegenden Straßenseite an und demonstrierten durch englandfeindliche Rufe und das Absingen der Hatikwah. Polizei zerstreute die Demonstranten. Zur selben Zeit demon* strierten ungefähr 300 Mitglieder der Rechten Poale Zion, des Hechaluz und des Haschomer Hazair vor dem englischen Konsulat. Einige der Demonstranten warfen Steine gegen das Konsulatsgebäude. Mittels Lastautos eingetroffene starke Polizei• abteilungen trieben die Demonstranten auseinander und verhafteten vier derselben. Gegen 10 Uhr abends versuchten die zer• streuten Demonstranten, sich abermals vor dem Gebäude der englischen Gesandtschaft zu sammeln, wurden jedoch von der Polizei, die wieder zwei Verhaftungen vornahm, daran gehin• dert. ln Lodz formierte sich nach Schluß eines von der Hitachduth einberufenen Protestmeetings gegen die englische Regierungserklärung ein Zug von etwa 1000 Personen, der sich unter fortwährenden Protestrufen gegen England nach dem eng• lischen Konsulat zu bewegte. Der Zug wurde auf seinem Wege von der Polizei aufgehalten und in die Nebengassen abgedrängt, wobei fünf Verhaftungen vorgenommen wurden. Besonders cmdrucksvoll verlief eine in Lemberg unter freiem Himmel abgehaltene Protestkundgebung, an der über 15 000 Personen teilnahmen. Nachdem mehrere Redner die politische Bedeutung des neuen englischen Weißbuchs beleuchtet hatten, wurde eine Reihe scharfer Protestresolutionen gefaßt Brief aus Prag Tagung dtr tschechoslowakischen Zionisten und Council- Mitglieder der Jewish Agency. (Von unserem Berichterstatter.) hl, Prag, 26. Oktober 193a Heute tagte in Prag die Landeskommission der Zionist!- sehen Organisation der Tschechoslowakei, an der zirka 150 Delegierte und Gäste teilnahmen. Nach einem Referate des Vorsitzenden des zionistischen Zentralverbandes, Dr, Josef Ruf eisen, und einer regen Debatte, an der sich die Vertreter sämtlicher Gruppen beteiligten, wurde einstimmig die folgende Resolution angenommen: Durch die Erklärung der britischen Regierung vom Z November 1917, bekannt unter dem Namen Balfour-Dekiaration, durch die Zustimmungserklärimgen der alliierten Machte und neutraler Regierungen, durch di« im Friedensvertrag von Sevres inkorporierten Beschlüsse des Obersten Rates der verbündeten Großmächte vom April 1920 in San Remo, durch den einstimmigen Beschluß beider Häuser des Kongresses der Vereinigten Staaten von Nordamerika vom Mai und Juli 1922 und durch das am 24. Juli 1922 vom Rat des Völkerbundes einstimmig beschlossene Mandat, ist das unveriihrbare Recht des ](Mischen Volkes auf Wiedererrichtung seiner Nationalen Heimstätte in Palästina feierlich anerkannt und die britische Regierung als Mandatar für die Erfüllung dieser feierlich von der ganzen Weit übernommenen Verpflichtung verantwortlich gemacht. Diese von der ganzen weit übernommene Internationale rechtliche und moralische Verpflichtung ist durch die am 20. Oktober 1930 veröffentlichte Erklärung der britischen Regierung verleugnet und eine Politik in Palästina an gekündigt worden, welche die Verwirklichung der Jüdischen Nationalen Heimstätte in Palästina unmöglich machen würde. Großbritannien hat seih Wort gebrochen. Die englische Regierung hat kein Recht, eine internationale Verpfnehtung einseitig abzuindem. Niemals werden wir anerkennen, daß durch diese Erklärung Recht geschaffen worden ist. Das jüdische Volk nimmt den ihm von der englischen Regienmg aufgezwungenen Kampf für seine historischen Rechte und deren volle Verwirklichung auf und wird ihn mit Leiden- Schaft und unbeugsamer Hirte führen. — Wir nehmen die Demission Weltmanns zur Kenntnis und billigen sie. Vir fordern die Verlegung des Sitzes der zionistischen Zentrale aus England. Es wird ferner die Demission der Oesamtexekutive gefordert — die Vertreter der Zionisten-Sozialisten gaben zu diesem Punkte die Erklärung ab, daß sie nur aus außenpolitischen Erwägungen für die Demission der Gesamtexekutive eintreten. In einer weiteren Resolution wird zu verstärkter Arbeit für Keren Hajessod und Keren K a j e m e t aufgefordert. ״Erhöhte Leistungen werden den besten Beweis unseres unerschütterlichen Willens erbringen.“ * Anschließend an diese Tagung fand unter dem Vorsitze Dr. Josef Poppers, des Mitgliedes des Administrative Committee der Jewish Agency, eine Konferenz der zionistischen und nichtzionistischen Mitglieder des Agency-Caundis statt. Nach einer längeren Debatte wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, sich mit dem folgenden Aufruf an die gesamte Judenheit der Tschechoslowakei zu wenden: . Durch-die ,von der britischen Mandatsregierung am sSj). •mto»C»Ö wMW ל EitllXWjf 1fl» "*d#:• Par, lästina-Mandat ist das durch den Beschluß des Völkerbundzates vom 24, Juli 1922 feierlich anerkannte Recht des jüdisehen Volkes auf die Wiedererrichtung seiner Nationalen Heimstätte in Palästina verletzt worden. Dieses international verbriefte Recht kann durch rinseitigen Akt des Mandatars nicht hbgeändert werden. Wir werden darum diese Erklärung der britischen Regierung niemals als Rechtsbasis anerkennen und geben der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Juden der ganzen Welt hierin mit uns einig sind. Wir nehmen die Demission des Präsidenten der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann, des Präsidenten des Administrative Committee, Felix Warburg, und des Präsidenten des Council der Jewish Agency, Lord Melehett, zur Kenntnis und billigen sie. Wir verlangen die Einberufung der Jewish Agency. Wir fordern die Verlegung des Sitzes der leitenden Körperschaften der Jewish Agency atu England. Palästina wird durch die Kraft und die Opferwilligst des jüdischen Volkes aufgebaut werden. Keine Hindernisse werden uns von diesem Wege und von der Erreichung des Zieles abbringen. Sie werden vielmehr alle schlummernden Kräfte wecken und entfalten. Mit begeisterter Anstrengung und vervielfältigten Leistungen müssen wir die trotz der Erschwerang bestehenden Möglichkeiten positiver Aufbauarbeit ausnützen. Unsere Losung ist und bleibt: arbeiten und leisten. * Heute fanden auch Konferenzen der Poale Zion und der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Zionisten — die erstere in Brünn, die zweite in Prag — statt. Auf beiden Tagungen wurde in entschiedener Weise gegen die neue englische Regierungserklärung Stellung genommen und insbesondere auf ihre antisoriaüstische Tendenz hingewiesen. Am 2. November, dem Jahrestage der Balfourdeklaration, werden in allen größeren Städten Kundgebungen für die Jüdische Heimstätte in Palästina veranstaltet werden. Von den heutigen Konferenzen wurden Telegramme an den Waad Leitmi in Palästina gerichtet, in welchem die unerschütterliche Treue der tschechoslowakischen Juden zum Palästinaaufbau zum Ausdruck kam. * Prag, 26. Oktober. (J. T. A.) Die Präsidialkonfereriz des Obersten Rates der jüdischen Gemeinden in der Tschechoslowakei, die eben in Prag tagte, hat eine scharte Protestresolution gegen das Palästina-Weißbuch der engtischen Regierung der. Prager englischen Gesandtschaft übermfttelt. Eine Kundgebung der rumänischen Zionisten Bukarest, 26. Oktober. (J.T.A.) Die Zionistische Landesorganisation Rumäniens hat an die Zionistische Exekutive in London folgendes Telegramm abgeschickt: ״Der neuerliche Schlag, welcher durch den Simpsonbericht und die englische Regierungserklärung gegen unsere geheiligten völkerrechtlich garantierten Rechte aut Palästina geführt wurde, wird der Zionistischen Organisation die Energie und die Opfer- Willigkeit, für Palästina ungeschwächt weiter zu kämpfen, nicht nehmen, ln dieser schweren Schicksalsstunde erklärt die Zionistische Landesorganisation Rumäniens im Namen der gesamten zionistischen Bewegung des Landes, daß sie auch weiter trotz aller Schwierigkeiten an den endgültigen Sieg der zionistischen Sache glaubt, und daß alle Angriffe von außen auf eine geeinte Front der Zionisten stoßen werden. Das jüdische Volk wird sein zweitausendjähriges ideal nicht preisgeben, solange es existiert“ Proteste in Jugoslawien Das Weißbuch der britischen Regierung löste in J u g o - siawien ungeheure Erregung aus. Alle jüdischen Organisationen wandten sich mit Aufrufen an die jüdische Oeffentlichkeit, die Aufbauarbeit in verstärktem Maße fortzusetzen, Am Balfoar-Tag finden statt der üblichen Feiern im ganzen Lande machtvolle Protestkundgebungen statt gegen die neue Palästina-Politik des Kabinetts MacDonald, die die tatsächliche Aufhebung der Balfour-Dekiaration bedeutet. Me Judenschaft Jugoslawiens erwartet, daß Jugoslawien der zionistenfreundlichen Aeußerung des Außenministers Marinkovitsch auf der letzten Tagung des Völkerbundrates treu bleiben wird. Eine Weltaküon der Ligen Hr i«8 «•bellende Palästina Jerusalem, 27. Oktober. (J• T.A.) Die allgemeine jüdische Arbeiterorganisation Palästinas (Hlstadratb Ha- 0 w d I m) hat die Ligen für das arbeitende Palästina to Europa und in Amerika aufgefordert, Unterschriften für eine Petition an die englische Arbeiterpartei zu sammeln, in der auf die ״Verrlterei, Heuchelei und Verleumdung“ hingewiesen werden soll, die in der brttbchcB Regierungserkllrung zum Ausdruck kirnen. Der Vorsitzende der HistadrutK Haowdim, Ben Ottrion, hat in einer Versammlung der palästinensischen Arbeiterpartei das englische Weißbuch einer Analyse unterzogen und der Meinung Ausdruck gegeben, daß seitens der bengalischen Mohammedaner ein ungeheurer Druck auf die englische Reglerung ausgeübt worden seL Er wies auf den Oe tat der Feindseligkeit gegen die Jaden hin, von dem die britische Regierungserklärung erfüllt sei, die nicht nur ein Dokument heuchlerischen Verrats darstefle, sondern auch ausgesprochen antisemitische Verleumdungen enthalte. Dr. Arlosoroff sprach bi dieser Versammlung über die Aufklärungsarbeit der Hlstadratb rmter den Mitgliedern den britischen Parlaments, der sozialistischen Intex« nationale und des Völkerbundes. Dr. Banlke ln SMesleirwp• Der geschiftsführende Direktor des Keren Haiessod, Dr. Arthur Hantke, ist soeben von einer längeren Reise durch Tschechoslowakei, Ungarn und Transsylvanien nach Berlin zurückgekehrt. Heit Dr. Hantke hatte Gelegenheit, in diesen drei Ländern eine Reihe von wichtigen Besprechungen über die Fortsetzung der Keren Hajessod-Arbeit mit den Führern der Zionisten und Nichtzionisten abzuhalten und auch an einer Reihe von Veranstaltungen teilzunehmen. Am 23. Oktober fand kn Prag eine Konferenz des Keren Hajessod für die Tschecho- Slowakei statt, in der Dr. Hantke referierte. Am selben Tage wurde auch eine Zusammenkunft mit den führenden Zionisten abgehalten und die Lage besprochen. Am 24. Oktober fand ta Budapest eine Aussprache mit den Führern der Zionistisehen Organisation für Ungarn statt Am 25. Oktober empfing Dr. Hantke in Budapest die Vertreter der Presse und gab ihnen Erklärungen über den Stand des Palästinaproblemi. Am Abend desselben Tages versammelten sich der Pro Palästina-Verband und das Keren Hajessod-Komitee für Ungarn, um die Darlegungen Dr. Hantkcs entgegenzunehmen. 60natag,ries 26. OktgbmifStaiMi tJDiriigtftamitig 4# atl**•׳ n i s t e n T r a ti s s y 1 v a ule n l tu Oradea Mare (uroßwardein) teil. Ebendort tagte am Abend das Kuratorium der Jewish Agency für Transsylvanien und anschließend daran ■wurde eine Besprechung des neu gewählten Keren Hajessod-Komitees abgehalten. Montag, den 27. Oktober, hie« Df. Hantke eine Ansprache bei der Konferenz der Wizo für Transsylvanien. Bei allen diesen Veranstaltungen zeigte sich, welches große Interesse in allen zionistischen und alchtzian»ti6chen Kreisen für Palästina besteht und mit welcher ungebrochenen Entschlossenheit die Arbeit für das jüdische Palästinawerk weitergeführt wird. Ueber den Delegiertentag der Zionisten Transsylvaniens erfahren wir noch, daß die Leitung des transsylvanischen Zionistenverbandes von Ctoj nach Tfmisoara (Temesvar) verlegt wurde. Präsident der transsylvanisehen Organisation bleibt Dr.Josef Fischer in Cluj, der auch mit der Führung der Landespotitik betraut wurde. Geschäftsführender Vorsitzender wurde Ernst Vermes in Timisoara. Zum Präsidenten des Jewish Agency-Komitees für Transsylvanfen wurde Oberrabbiner Dr. E1 s 1 e r(Chij) gewählt. * Aus Budapest wird uns berichtet: Dr. Arthur Hantke, der auf der Durchreise in Budap e s t weilte, erteilte den Vertretern der ungarischen Presse Auf- Klärungen über die jüngsten politischen Vorgänge im Bereiche des Zionismus. Dr. Hantke führte aus, daß aas neue englische Weißbuch für die jüdische Aufbauarbeit in Palästina einen politischen Schlag bedeute. Doch werden die in der Jewish Agency vereinigten Zionisten wie Nichtzionisten mit allen politischen Mitteln g>egen die Thesen des Weißbuches den Kampf aufnehmen. Das Judentum in Palästina und die zionistische Aufbauarbeit können ja in ihrem Wesenskern auch durch das englische Weißbuch nicht erschüttert werden. — Nachdem Dr. Hantke die Darlegungen des englischen Weißbuches im einzelnen widerlegt hat, schloß er mit der Erklärung, die Führer der palästinensischen Aufbauarbeit werden sich in die geplanten Beschränkungen der englischen Regierung nicht fügen und werden in ihrer Protestbewegung ernste Unter- Stützung finden bei namhaften Kreisen der englischen Politik. London, 28. Oktober. (J.T.A.) Alfred Felber, ein Londoner Jude, hat zum Zeichen des Protestes gegen die Palästina-Potitik der Regierung die Entrichtung seiner Einkommen- Steuer verweigert und, nach einer Meldung des ״NewsChronicle“, nachstehendes Schreiben an die Steuerbehörde gerichtet: ״Die Steuerverweigerung ist das einzige mir zur Verfügung stehende Mittel eines wirkungsvollen Protestes gegen den unsittlichen Versuch der britisch« Regierung, das jüdische Volk seiner Rechte zu berauben.“ ln Londoner Zeitungen veröffentlicht Nuri Pasc h a, der Ministerpräsident des Irak, eine Erklärung, daß er gegenwärtig mit dem Plane der ״Vereinigten arabischen Staaten“ beschäftigt sei. Weser Verband soll auch Trans- Jordanien, Nedschd und andere arabische Länaer umschließen, Weser Staatenbund sei notwendig im Hinblick auf die geplante Bahnlinie zwischen Bagdad und Haifa und auf die Legung der Rohöl-Röhrenldtungen aus Mossul nach dem Mittelländischen Meer. Der arabische Staatenbund soll mit England ein Bündnis schließen. König Feisal und Fbn Saud hätten bereits über den Plan beraten. Nach dem ״Commercial Bulletin“ betrug die Produktion an Tabakfabrikaten in Palästina im zweiten Quartal 131888 kg Zigaretten, 5435 kg Rauchtabak, 26593 ka Tombak, 472 kg Schnupftabak, insgesamt 164 38$ k& ״s Zionist zciclim sollen, liehen, giertin ln scheint ein sc Artikel Deklat hundei jüdiscl der S; das ö nicht die de sehe, ׳ rigkeit Fnglai nicht des A würdij jede Ir nimmt Lore schau bei d< gewes über Entstc durch: keine Immig sind 1 komm genau Wein nalhei dan r derun Fall datske Die Kritik Jüdisc starre in ihr Politil findet dient buch welch L inten L a n Agen sich t sie tr werk der b Jüdis auch OsCai haupt Palas von engli bew< Wah samt serv: giert mor; ben Regi serv zum Libe kanr und dem Heir ״Dal mori der. fahr neu(