Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1930-10-31 · Heft 86 (31.10.1930) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 86 (31.10.1930)
Date
1930-10-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2653156-2653235--21915-2680070
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

JÜEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 86, 31. X.!930 Sdte 560 Jischuw, unzerstörbare Beweise jüdwcher Tatkraft gegeben. Wir haben heute In Wahrheit bereits den Kern eines Jüdischen Naüonalheims, und 80 ungerecht und sachlich unbegründet die in dem neuen Weißbuch angekundigten neuen Maßnahmen sind, so heftig und unablässig wir — und in diesem Punkte steht die Jewish Agency, Zionisten und Nichtrionisten, geschlossen da -י eine Politik bekämpfen werden, die die volle Entfaltung des Jüdischen Nationalhelms, unter der auch von uns gewünschten Berücksichtigung der legitimen und wohlverstandenen Intcressen der gegenwärtigen Landesbewohner, künstlich behindern will, so wissen wir doch, daß auch unter den neuen Verhältnissen die jüdische Aufbauarbeit fortgeführt werden muß und mit Erfolg fortgeführt werden wird. Die Balfour-Deklaration ist nicht widerrufen worden. Die neue englische Palästinapolitik, die ihre Durchführung verhindern will, statt die Errichtung des Jüdischen Nationalhcims gemäß dem Text der Deklaration zu ״erleichtern“, kann und muß beseitigt werden. Gleichzeitig aber haben wir alle Hände voll zu tun, um auch nur einen Teil der Möglichkeiten, die uns auch in der neuen Deklaration zugesichert werden, auszunützen. Dazu bedarf es der An- Spannung aller Kräfte. Der Zionismus ist der Wille zur Wiedergeburt des jüdischen Volkes aus eigener Kraft. Vor der Balfour-Deklaration und nach ihr wußten wir stets, daß von unserer Kraft, von unserer Leistung alles abhängt. An diesem dreizehnten Jahrestag wird es uns vielleicht noch stärker als sonst zum Bewußtsein kommen, daß die Verantwortung für das Gelingen unserer Sache nicht bei anderen liegt, sondern bei uns selbst. Der einmal entfachte Lebenswille unseres Volkes kann nicht untergehen; aber die Verwirklichung kann uns auch nicht als Geschenk von außen in den Schoß fallen. Nur nach heißem Ringen, nur nach schwerer Not, mit vielen Hindernissen und Rückschlägen und mit Aufgebot aller unserer materiellen und intellektuellen Mittel können wir zum Ziele gelangen. Srnnts’ Rückantwort Auf das Telegramm Mac Donalds (s. erste Seite) antwortete General Staats am 24. Oktober: Ich bin Ihnen für Ihre schnelle und ausführliche Antwort sehr dankbar, die manche Mißverständnisse beseitigen wird, itn besonderen begrüße ich Ihre Zusicherung, daß die letzte Erklärung die Politik der Regierung hinsichtlich des Nationalheims nicht endgültig kristallisiert, da mein Eindruck bestehen bleibt, daß die Regierungserklärung, sowohl was den Bodenkauf, wie auch was die Ein- Wanderung betrifft, der in der Balfour-Deklaration übernommenen aktiven Verpflichtung für ein Nationalheim JAlfl!jt!״S4.tsPJMh,.ln 'Anbetracht, der öffentlichen Be- «Mfiiftg lihfes Käbenelegfainnis* %riaüht״Bh ׳ min dfeseKöftt-''- spondenz zum Zwecke der allgemeinen Information *zu veröffentlichen. Der Protest Baron Edmond Rothschilds Baron Edmond de Rothschild hat nach der Londoner ״Times“ an Dr. Weizmann anläßlich dessen Demission das folgende Schreiben gerichtet: Lieber Herr Weizmann, als Ehrenpräsident der Jewish Agency und als Begründer der ersten jüdischen Kolonien in Palästina schließe ich mich voll und ganz dem Profest an, den Sie gegen die britische Regierungserklärung über ihre Palästinapolitik erhoben haben. Die in dieser Erklärung niedergelegten Grundsätze widersprechen sowohl dem Geiste wie auch dem Wortlaut des Palistinamandats, das auf der Deklaration beruht, die Lord Balfour als Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten im Namen seiner Regierung erlassen hat. Die Juden der ganzen Welt sind in einem Zustande der Konsternation, und ich fühle mich von ihrer Bedrängnis mitbetroffen. Hat man aber eine so vornehme große Sache zu verteidigen, wie die unsrige, dann ist man berechtigt, Vertrauen in eine bessere Zukunftzuhaben. Eine Erklärung Churchills London, 27. Oktober. (J.T.A.) Der frühere Kolonialminister Mr. Winston Churchill, während dessen Amtsführurtg das erste englische Weißbuch über Palästfna im Jahre 1 922 erschien; hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er sich dem von Baidwin, Chamberlain and Amery erhobenen Protest gegen die englische Regierungserklärung über die künftige PilSstinapoütik vollinhaltlich anschließt. Die ProlestversammluDg in London L o n d o n, 27. Oktober. (J.T.A.) In einer im Piccadilly- Hotel zu London abgehaltenen Versammlung, in der Professor Weizmann, der Vorsitzende des Board of Deputies d’Avigdor Goldsmid und Harry Sacher sprachen, wurde ein Betrag von 5000 Pfund für den Keren Hajessod aufgebracht, der im Verlauf der nächsten Woche auf 15000 Pfund erhöht werden soll. D׳Avigdor Goldsmid hielt bd dieser Oelegenheit eine aufsehenerregende Ansprache, in der er u. a. ausführte: Die Protestbewegung der Juden richtet sich nicht gegen England, sondern nur gegen die englische Regierung. Das jüdische Volk hat kdne Ursache, alle Hoffnung aufzugeben. Als der Simon• Bericht veröffentlicht wurde, glaubte man, die künf* tige Politik In Indien werde auf Ihm basieren, und dort! wurde dieser Bericht, obwohl er das Ergebnis zweijähriger Studien maßgebender und angesehener Fachleute war, ad acta gelegt. Wir dürfen daher erwarten, daß mit dem jüngsten, auf Grund der Untersuchungen eines einzigen Menschen erstatteten, oberflächlichen Berichtes über Paläsiiiia nicht das letzte Wort bezüglich der Palästina-Rolitik gesprochen wurde, und daß diese nach einiger Zeit eine gründliche Aenderung erfahren wird. In einer Reihe von Resolutionen wurde der Protest der Versammlung gegen die Regierungserklärung, und ihr Bcdauern über Weizmanns Rücktritt zum Ausdruck gebracht and an die englische Judenheit der Appell gerichtet, mit verdoppelter Energie für den Keren Hajessod zu arbeiten, Do* XVII. Zionistenkongrefj Me Exekutive versendet nachstehende Mitteilung: Angesichts der durch die englische Regierungserklärung geschaffenen politischen Lage hat die Exekutive beschlossen, den ordentlichen Kongreß für Februar 1931 einzuberufen. Das genaue Datum wird vom A.-C., welches Anfang November In London Zusammentritt, festgesetzt werde«. Me Wahlen zum Kongreß werden auf Grund der Sehekolira der Jahre 5690 sind 5691 durchgeführt werden, woraus sich die Notwendigkeit eines sofortigen Abschlusses der Schekelaktion 5690 und einer baldigsten Inangriffnahme der neuen Schekelkampagne für das Jahr 5691 ergibt, die spätesfens Ende Dezember 1930 beendet werden muß, damit die Delegiertenwahlen rechtzeitig durchgeführt weiden können. Die Exekutive trifft zur Ermöglichung des Kongresses folgende An- Ordnungen: 1. Das Schekeljahr 5690 ist am 31. Oktober 1930 endgültig zum Abschluß zu bringen. Die Landes-Schekelkommissionen sollen sämtliche Schekelblocks von den Ortskommissionen und Vertrauensmännern einziehen und alle gesammelten Gelder einkassieren. Alle restlichen Sdiekelgelaer samt einer genauen Abrechnung und einem nach Ortschaften angelegten Schekelausweis sind schleunigst an die Exekutive abzuführen. Gerade im jetzigen Moment eines gesteigerten Geldbedarfes ist es von größter Wichtigkeit, daß alle Eingänge schleunigst an die Exekutive abgeführt werden. Da für die Berechnung der Delegierten zahl auch die Schekolim des Jahres 5690 maßgebend sind, soll alles angewendet werden, um das Ergebnis dieses Jahres so günstig ab möglich zu gestalten. 2. Die neue Schekelaktion für das Jahr 5691 beginnt sofort nach dem 1. November 1930, und zwar so, daß sie am 31. Dezember 1930 abgeschlossen werden kann. Die Versendung der Schekelblocks an die einzelnen Länder hat bereits begonnen. Infolge der außerordentlichen Lage müssen außerordentliche Maßnahmen getroffen werden, um in dieser kurzen Zeit die Schekelkampagne erfolgreich durchzuführen. Zu diesem Zwecke ist es erforderlich, daß a) die Land cj-undOrts-Schekelkommisslonen unverzüglich konstituiert werden und an ihre Arbeit herantreten; grundsätzlich sollen, um keine Zeit zu verlieren, die bestehenden Kommissionen ihre Arbeiten auch aul das Jahr 5691 ansdehnen; b) die Schekelblocks sofort nach dem Eintreffen ordnungsgemäß verteilt werden; c) unter Heranziehung weitester Kreise (Zionistische Vereine und Vertrauensmänner aller Richtungen, Frauen- und Jugendverbände, sonstige nationale und religiöse Organ!- sationen) und unter Verwendung aller Propagandamittel (Versammlungen, Schekeitage, Haus- und Straßensammhingen, Presse, Flugblätter) eine gewaltige Simmel- Kampagne eingeleitet wird mit dem Ziel, das Ergebnlf der Schekelsammiung des letzten Kongreßjahres 5689 in jedem Lande zu vervielfachen, und zwar zumindest zu verdoppeln. Die entsprechend erhöhte Schekelquote eines jeden Landes ist von der Landesschekelkommission auf die einzelnen Ortschaften zu verteilen. In dieser schicksalsschweren Zeit muß der unzerstörbare Wille des jüdischen Volkes zur Erreichung seines nationalen Ideals sich in dem massenhaften Beitritt zur Zionistischen Organisation kundgeben. Den Weg dazu eröffnet die kommende organisiert werden soll. Wir fordern die Zionisten auf, an diese Aufgabe sofort heranzutreten. Exekutive der Zionistischen Organisation «IffllfflltlllllllllliilllilM Verurteilung durch de Monzie Paris, 27. Oktober. (J. T. A.) Senator Anatole de Monzie, welcher in den Regierungen Pai n 1 ev c und Briand Minister für öffentliche Arbeiten, war, äußerte sich in einem Gespräch mit dem Vertreter der J. T. A., anknüpfend an die neue Palästina-Politik Englands, folgendermaßen über die hierdurch aktuell gewordene Frage des Mandatssystems: Wenn jede Mandatartnacht ,das Recht für sich in Anspruch nimmt, das von ihr übernommene Mandat willkürlich zu modifizieren, dann erscheint eine allgemeine Aenderung des gesamten Mandatssystems dringend geboten. Die Aenderung der britischen Politik in bezug auf das Jüdische Nationalheim in Palästina macht eine Untersuchung und Ueberprüfung des Mandatssystems wünsehenswert. Ich bin über das Vorgehen der Arbeiterregterung, dessen logische Folgen unausweichlich sind, nicht weniger aufgebracht als die Juden. Uebrfgens muß ich sagen, daß mich die Ereignisse nicht überrascht haben. Schon vor langer Zeit sprach ich mit Dr. Welzmann über meine Befürchtungen in dieser Hinsicht. Im Jahre 1918, zur Zeit der Friedenskonferenz, habe ich verlangt, daß das Palästina-Mandat Frankreich übertragen werde. , Hfl« Proklamation des Misraefcl Jerusalem, 28. Oktober. (J.T.A.) Me Misrachi- Organisation hat an die palästinensische Judenheit und die jüdische Orthodoxie in allen Lindem nachstehende Prokiamation erlassen: Die durch die Tradition mit ihren Vorfahren verbundenen Zionisten sind sich dessen bewußt, daß das Schicksal des Zionismus nicht von Maßnahmen einer zeitlich begrenzten Regierung abhängt. In treuer Anhänglichkeit an ihre Vergangenheit verwerfen die Juden die schäd- Hdien Regierungserlässe, die darauf abzielen, die Bemühungen des jüdischen Volkes ant den Wiederaufbau des Land« Ihrer Väter zunichte zu!rachen. In festem Zusammenschluß muß der Jischuw alle inneren Schwierigkeiten überwinden, die Jüdische Tätigkeit In allen Teilen des Landes verstärken, jüdische Industrie und landwirtschaftliche Produktion festigen und die Energien für den Aufbau verdoppeln. Wir fordern die Juden aller Länder auf, herzukommen, um hier zu pflanzen und zu bauen, Protest der Apda Jerusalem, 28. Oktober. (J.T.A.) Die Agudath J i s ra el hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie ihrer tiefen Trauer über das englische Weißbuch Ausdruck gibt, das eine Beleidigung der Judenheit darstefle. Die politische Kommission der Weltorganisation Agudath Jisrad wird aufgefordert, zu den letzten Ereignissen in Palästina Steilung zu nehmen. Ein Schreiben Kenworlhys In der ״Times“ vom 28. Okt. Ist ein Schreiben Com. J. M. Kenworthys abgedruckt, das folgenden Inhalt hat: In Ihrer Ausgabe vom 23. Okt. war ein von Baidwin, Sir Austen Cham Berlain und Colonel Amery unterzeichnetes Schreib« abgedruckt, in dem Einwendungen gegen die in dem Regierungsweißbuch über Palästina dargelegte neue Politik erhoben werden. Um zu zeigen, daß es sich um keine Partei! rage handelt, uml daß die Arbeiter- Partei zusammen nut den anderen beiden Parteien sich v c r - pflichtet fühlt, die Bestimmungen des Mandats und der Balfour-Deklaration dem Worte und dem Geiste nach zu erfüllen, und daß die Arbeiterjiartei als Ganzes dieser Meinung ist, möchte ich Ihnen die beiden Resolutionen in Erinnerung bringen, die dem Geiste der Politik des Weißbuches vollständig entgegengesetzt sind und am 9. Oktober d. J. in der Jahreskonferenz der Arbeiter• partei gefaßt worden sind: — (hier folgt der in der ״J. R.“ bereits veröffentlichte Text der Resolutionen). Nach eine! kurzen, aber aufklärenden Debatte gelangten diese Resolutionen zur einstimmigen Annahme, nachdem die Exekutive ihre Annahme empfohlen hatte. Unter den 1200 anwesenden Dele gierten, darunter vielen Parlamentsmitgliedern, befanden sich aie folgenden Minister: der Außenminister, der In nenminister, der Arbeitsminister (Mitglieder der Exekutive), die Minister für Gesundheitswesen, Land• Wirtschaft und Erziehung und der Staatssekretär für Krieg. Eine weitere Bemerkung: Am Schluß der letzten Par■ lamentssession beabsichtigten diejenigen von uns, die im Unterhaus auf der Regierungsseite sitzen und an dem Gegenstand besonders Interessiert sind, in einer Debatte Informa• tionen zu erhalten, nachdem wir durch die Einstellung der Einwanderung und andere Ereignisse beunruhigt worden waren. Doch wurden wir besonders gebeten, es nicht zu tun, wobei uns versichert wurde, daß nicht die Absicht bestehe, von der Politik abzuweichen, die alle britischen Regierungen seit 1918 einschließlich der ersten Arbeiterregierung tffld det gegenwärtigen Regierung bis zu dem Zeitpunkt der mörde rischen Unruhen im vergangenen Jahre befolgt hatten. Es ist mir bekannt, daß Liberale und Konservative ähnliche Zusagen erhielten. Mir ist kein ähnlicher Fall einer Verspottung der Parlamentsmeinung in Erinnerung, wie er in dem Weißbuch vorliegt, und es würde für mich eine Ueberraschung bedeuten zu erfahren, daß das ganze Ka binett die neue Politik gebilligt hat. Eine Protestversammlung In Whitechapel ״firnes“ vom 28. Oktober berichten: 3000 bis 4000 jüdisch» Bewohner des Londoner Ostens nahmen gestern abend an eine! Versammlung im Pavillon-Theater Whitechapel teil, un gegen das von der Regierung veröffentlichte Weißbuch tu pro* testieren. Weitere Hunderte wurden von der Polizei von der Teilnahme an der Versammlung abgehalten und viele Menschen warteten außerhalb des Theaters, solange die Versammlung un Gange war. Hauptredner des Abends war Dr. Weizmann, Nahum Sokolow führte den Vorsitz. Nahutfi Sokolow, der seine Rede In jiddischer Sprache begann, sagte, die Versammlung sei einberufen worden, up dem sdiärfsten Protest gegen das Weißbuch Ausdruck zu rVeriÄtt;:״Me':Mhze־'iüdtechc׳.we1t and»׳viele: Ntefatjude»;«j«n *ttber.־di‘ese.'11׳re1tt*;watote-׳Sta11:Wi(te1^«hwi«־:l«1terpr^tjp der Balfour-Deklaration entrüstet Was ist die BaKour-DeMaration? Man habe sich an die britische Regierung nicht mit einer leeren Formel gewandt. Die Deklaration habe eine Kommission nach der anderen passieren müssen und sei schließlich durch den Völkerbund bestätigt worden. ״Ich frage Sie - ist dieser Vertrag ein Fetzen Papier? Wenn er es ist, dann ist die Bibel ein Fetzen Papier“. Dr. Weizmann, der ebenfalls jiddisch sprach, sagte: man stehe einer Krisis gegenüber, die mit einem Pogrom angefangen hat, wie alle solche Dinge begonnen haben; immer wird den Juden die Schuld zugeschoben und stets werden ihnen neue Bestimmungen und Beschränkungen auferlegt. Das ist eine alte Geschichte. Das Weißbuch behauptet, die einzige richtige Interpretation der Balfour-Deklaration zu geben. Es hat den Kern herausgenommen und die Schalen zuijtekgetessen. In Genf ist der englischen Regierung von der Mandatskommission gesagt worden, daß es seine Pflichten sowohl gegenüber den Juden wie gegenüber den Arabern vernachlässigt habe. Jetzt denkt es aber nur an die Araber. Die palästinensische Ad-, mimstratkm ist rein gewaschen worden, und die jüdischen Verfehlungen wurden herausgestrichen. Was immer die Juden gemacht haben, wird als falsch bezeichnet. Es war Pflicht der Regierung, den Arabern zu sagen, daß das jüdische Volk ein Anrecht auf Palästina hat. Er greife nicht das britische Volk an, sondern die britische Regierung. Man hat dem jüdischen, Volk einen Dolchstoß von hinten versetzt, aber die Wunden werden heilen. Professor B rodet sky führte aus, daß das Weißbuch mehr noch durch seinen Ton als durch seinen Inhalt eitlen Angriff gegen das jüdische Volk in der ganzen Welt darstelle. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die im Weißbuch niedergelegte Regierungspolitik protestiert und von der Regierung gefordert wird, die Versprechungen der Balfour-Deklaration in Ehren zu halten. Die Klagemaaer - Kommission tagt in Stockholm Stockholm 27. Oktober. (J,T. A.) Die Kommission zur Beilegung des jüdisch-arabischen Streitfalles mit Bezug auf die Klagemauer in Jerusalem ist heute in Stockholm' zu einer Bcratung zusammengetreten, die voraussichtlich eine Woche dauern wird. Den Vorsitz bei der Beratung führt der ehemalige schwedische Außenminister Loefgren, die übrigen Mitglieder der Kommission sind der Präsident des Genfer App eil ationsgerichtshofes, Charles Barde, und der ehemalige Gouvemeur von Sumatra, der Holländer C. J. Van Kempen. In der Stockholmer Konferenz sollen nach einem erschöpfenden f” ' ־*־־*־’ '׳־■־ '־ J'־י"1 "י—" ־ den; der Bericht selbst wird in einer zweiten Sitzung der Kommission endgültig ausgearbeitet werden. Die Veröffentlichung des Berichtes wird erst durch das Völkerbundssekretariat erfolgen. Me Mehle Baltonrs dankt dem Keren KajemeUt Miß Blanche E. C Dugdale ließ der Abteilung des Keren Kajemeth für Deutschland, welche ein Portrait Lord Balfours herausgegeben und in Masse« verbreitet hat, eine Denkschrift zukommen, in welcher es u. a. heißt: Das Bild von Lord Balfour ist angekommen. Ich schreibe Ihnen, um Ihnen für das Geschenk zu danken, das mir große Freude bereitet hat. Es ist ein großes Glück zu wissen, wie sehr das Andenken meines Onkels im jüdischen Volk bewahrt wird. Lord Balfour hat die großen Eigenschaften Ihr« Volkes wirklieh verstanden und bewundert.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.