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Jüdische Rundschau · 1930-10-28 · Heft 85 (28.10.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 85 (28.10.1930)
Date
1930-10-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 85 28. X. 1930 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 553 Der Eindrude in Amerika Wir haben bereits kurz mitg«teilt, daß Harry Snell durch die Veröffentlichung der Regierungserklärung sich gezwungen sah, seine Vortragstournee in jüdische Versammlungen in Amerika abzubrechen. Ein Empfang für Harry Snell wurde abgesagt. An Stelle des geplanten Empfanges wurde spontan ein Protestmeeting gegen England abgehalten, zu dem Harry Snell nicht eingeladen wurde. * ״ f imes“ veröffentlichen täglich lange Depeschen ihres New Yorker Korrespondenten über die erregte Stimmung der amerikanischen Juden. Der Bericht vom 21. Oktober lautet: Die Veröffentlichung des Berichtes vott Sir John Hope Simpson und des Weißbuches der britischen Regierung über ihre Palästinapolitik hat die amerikanische Judenheit in eine solche erregte Bitterkeit gegen die britische Regierung versetzt, wie sie nicht einmal zur Zeit der palästinensischen Ausschreitungen im vergangenen Jahr erreicht wurde. Es gibt Gründe für die Annahme, daß die Opposition der mannigfaltigen jüdischen Organisationen in den Vereinigten Staaten gegen die Politik der britischen Regierung sich einheitlicher, schärfer und kompromißfeindlicher erweisen wird als je zuvor. Die Entscheidung der britischen Regierung ist den hiesigen jüdischen Führern offenbar vollständig überraschend gekommen, die in ihrer Mehrzahl bei der Schlußsitzung des amerikanisch-jüdischen Kongresses in Washington versammelt waren. Als die Nachrichten über den Bericht und die politische Regierungserklärung Washington erreichten, brachen viele der Kongreß-belegierten in Tränen aus, für den Nachmittag angesetzte Reden wurden abgesagt und die Sitzung verwandelte sich unwillkürlich in eine Protestversammlung gegen die britische Regierungserklärung, die in einer langen Resolution gekennzeichnet wird als «,Verletzung der von der britischen Regierung gegenüber dem jüdischen Volk übernommenen feierlichen Verpflichtung und als Bruch des Mandates, das vom Völkerbund ratifiziert und sanktioniert und von der Regierung der Vereinigten Staaten gebilligt ist“. Die Vertreter der verschiedenen jüdischen Organisationen und Gruppen, die in einer unter den Juden dieses Landes seitenen Einmütigkeit zusammenstehen, arbeiten heute die Linien der künftigen Aktionen aus. Der entschiedene Entschluß, mit allen möglichen Mitteln der deklarierten Politik der britischen Regierung zu widerstehen, hat, weniigstens für den Augenblick, die Reihen der Zionisten selbst geschlossen, mit dem Ergebnis, daß diejenigen, die früher als Vertreter der von dem Revisionistenführer Jabotlnsky verkündeten Anschauungen in schärfster Opposition zu den Anhängern Dr. Weizmanns standen, die gegnerische und stärkere Gruppe plötzlich in fast vollständiger Uebereinstimmung mit ihnen arbeiten sehen. Die Stimmen derjenigen, die abwarten und Vorsicht empfehlen, sind jetzt selten. Die Majorität ist geneigt, die Stellung und den politischen Einfluß in Amerika anzustreben, die bis zur Errichtung des jüdischen Freistaates die irischnationalistischen Organisationen in diesem Lande innehatten. ״Wir können und wollen in diesem Lande“, erklärte einer der Führer heute, ״eine anti-britische Bewegung unter den amerikanischen Juden entfachen, die umfassender, mächtiger und für Großbritannien gefährlicher sein wird, als die ,Sinn Fein‘־ Bewegung jemals aut dem Gipfel ihrer politischen Macht war.“ Am 22. Oktober kabelt der New Yorker Korrespondent der ״T im e s“ folgendes: Die Bewegung gegen die britische Regierungserklärung über ihre Palästina-Politik dauert mit unverminderter Heftigkeit bei den hiesigen jüdischen Organisationen fort. Mit der einen Ausnahme des ״American Hebrew“, der schon seit Jahren eine starke antizionistische den Arabern gefordert worden ist und durch das die legitime Tätigkeit der Juden behindert worden wäre, ״von der britischen Regierung abgewehrt worden ist, um den Preis, daß sie dadurch eine Erregung der AraÄr verursacht habe“. Die Wirkung der neuen britischen Politik auf die jüdische Kapitalinvestierung in Palästina — auf die Felix Warburg in seiner anklagenden Erklärung, mit der er gestern seinen Rücktritt begründete, hinwies, — erregt in manchen Kreisen Aufmerksamkeit. Am 23. Oktober kabelt der Korrespondent folgendes: Baldwins Brief an die ״Times“, in dem er gegen DIE ANTWORT KEREN HAJESSOP FORTFÜHRUNG DES AUFBAUWERKESI DAHER VERSTÄRKTE WERBEARBEIT! GESTEIGERTE OPFERBEREITSCHAFT! ERFORDERLICH SIND ÜBERWEISUNG PER BEITRÄGE FÜR 1930 » NEUZEICHNUNG 5691(1930/31)t SONDERSPENDEN die Erklärung der Arbeiterregierung über ihre Palästina- Politik protestiert, ist in hiesigen jüdischen Kreisen mit großer Befriedigung aufgenommen worden. Er hatte eine Stärkung der Position derjenigen verursacht, die sich bisher schon in der Majorität befunden haben, und die die ganze Zeit über behaupteten, daß die im Weißbuch niedergelegte Politik über die Juden in Palästina nicht die wahren Meinungen des englischen Volkes wiedergebe und die keine Gelegenheit haben vorübergehen lassen, ihre Hoffnung auszudrücken, daß sie sich mit einer verhältnismäßig kleinen Gruppe, deren Anschauungen im Weißbuche zum Ausdruck kommen, im Kampfe befinden. Einige der gemäßigten Führer zeigen sich heute ein dlhifr. Wie schon gestern bemerkt, haben sich die Teile der zionistisehen Bewegung in der augenblicklichen Opposition gegen die britische Regierungspolitik zusammengeschlossen — eine plätzliehe Alliance, die die Anhänger Dr. Weizmanns und die Angehörigen der extremen Gruppen selbst überraschend finden. Die meisten Führer richten ihre Angriffe weiter ausdrücklich gegen die britische Regierung im allgemeinen und im besonderen gegen Lord Passfield. Anders Dr. John Havnes Holmes, der wohlbekannte irische Pastor der New Yorker Communite-Church, der in seiner gestrigen Ansprache vor der jüdischen Protestversammlung im Mekka-Tempie die Juden aufforderte, gemeinsame Sache mit den Arabern zu machen, um die frevelhaften englischen Imperialisten aus Palästina zu vertreiben. Die in der nichtjüdischen Presse erschienenen redaktioneben Kommentare geben in keiner Weise den in jüdischen Kreisen zum Ausdruck gebrachten Unwillen wieder. In einem dem Palästinabericht gewidmeten Leitartikel schreiben ״New Yorker Times“ heute morgen: ״Die neue englische Politik in Palästina bedeutet einen Schlag gegen die zionistischen Aspirationen nur in dem Sinn, daß sie das bereits durch die Tatsachen ausgesprochene Verdikt besiegelt. Die Ansprüche des politischen Zionismus waren schon immer unzulässig. Weder die Gerechtigkeit, noch die durch den Krieg entfachten Mächte des Nationalismus, noch auch die englischen Versprechungen an die Araber würden die Auferlegung eines jüdischen Uebergewichtes über eine zu «4 feindselige einheimische Bevölkerung durch Anwendung stärkster Druckmittel gestatten. Das in der Balfour-Deklaration versprochene jüdische ״Heimland“ war in jenem Dokument durch die Rechte der arabischen Majorität begrenzt worden. Allen, außer einer kleinen Gruppe von Zeloten, mußte von Anfang an klar sein, daß die Errichtung des Jüdischen Nationalheimes in der Form der Kolonisation geschehen muß. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß auf diesem Gebiet zu schnell gearbeitet worden ist. Wenn das Weißbuch feststellt, daß der Uebergang der Böden aus arabischen in jüdische Hände — durch ״ Kauf zu gewiß sehr hohen Preisen — so weit getrieben worden ist, als die Interessen der arabischen Bevölkerungsmassen es überhaupt zulassen, dann nimmt es noch etwas anderes als das gräßliche Zeugnis der Massakers in vergangenen Jahren zur Kenntnis. Sachverständigen-Urteile haben vor dem Simpson-Bericht das gleiche ergeben. Wenn die britische Regierung eine Sperre der jüdisdien Einwanderung verhängt, solange die vvirtschaftlichen Bedingungen nicht eine liberalere Politik zulassen, so bedeutet das wiederum eine Bestätigung der von der Erfahrung erteilten Lektion . . . Die neue britische Politik läuft hinaus auf die Feststellung, daß bei der Errichtung des Jüdischen Nationalheims zu schnell vorgegangen worden ist. Sie ist der Idee selbst keineswegs feindlich ... Es ist keineswegs als gewiß zu nehmen, daß die britische Mitarbeit an der Errichtung eines jüdischen Heimlandes, das auf nüchternen Realitäten aufgebaut wird, zurückgezogen wird.“ Dieser Leitartikel schließt mit der Feststellung, daß der Simpson-Bericht die Möglichkeit einer solchen Entwicklung der Landwirtschaft in Palästina vorsitht, daß sie noch eineinhalbmal soviel Juden zu efhalten imstande sein wird, als in den letzten zwölf Jahren intensiver zionistischer Anstrengungen in das Land gekommen sind und daß die Zusammenarbeit von Zionisten und britischer Regierung bei dieser Ent- Wicklung bestätigt wird durch den Vorschlag eines gesetzgebenden Rates im Simpson-Bericht. ״New York Times“ betonen, daß die wahre Gefahr eines Parlamentes, wie es von Bezirkslagnog der Jewish Agency Die Bezirkstagung der Jewish Agency in Frankfurt a. M״ vom 26. d. M״ beschloß nach Referaten Direktor Oscar Wassermanns und Dr. Adolf Friedemanns einstimmig, trotz der schweren Enttäuschung über die englische Regierungserklärung die Arbeit für das Palästinawerk fortzusetzen. Die Konferenz setzte einen Jewish Agency- Arbeltsausschuß für Süd - und Westdeutschland unter dem Vorsitz von Justizrat Blau (Frankfurt) ein. Ferner erließ die Konferenz einen Appell an alle Palästinafreunde, eine erhöhte Werbearbeit zu entfalten und gesteigerte Opfer- Willigkeit zu bekunden. Die Versammlung richtete an den Waad Leumi eine in herzlichen Worten gehaltene Depesche, in welcher dem Jlsch uw tatkräftige Sympathie zugesichert wird. Direktor Oscar Wassermann kritisierte in seinem Referat scharf die britische Regierungserklärung, die ohne vorherige Rücksprache mit Juden und Arabern veröffentlicht wurde. Diese Regierungserklärung widerspricht, trotz der dezidlerten Zustimmung Hendersons in Genf zu dem Bericht der Permanenten Mandatskommission, diesem in wesentlichen Punkten. Die Juden werden ihr Werk in Palästina fortsetzen und die Schwierigkeiten der politischen Konstellation überwinden. Die für den 9. November einberufene Sitzung des Landesvorgtandes der Z. V.f.D. Ist auf den 10. Novem« ber, eine Woche später, verlegt worden. E äußerungen haben könnten, wie auch Aeußerungen der unvorsichtigen Angehörigen der Bewegung in der Hitze der Erregung, die durch die Nachrichten über die neue Politik der Regierung verursacht wurden. Im Privatgespräch kündigen sie größtenteils an, daß, falls nicht eine radikale Aenderung in der gegenwärtigen Politik der britischen Regierung entsteht, sie gezwungen sein werden, eine neue heftige Kampagne gegen die britische Regierung in den Vereinigten Staaten und anderwärts zu entfalten. Definitive Pläne für ״Repressalien“, die auf die britische Regierung im Falle ihres Verharrens bei der gegenwärtigen Politik auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete zur An- Wendung kommen sollen, werden in New York im gegenwärtigen Zeitpunkt diskutiert. Andererseits zeigt sich die nichtjüdische Presse, wie schon gestern erwähnt wurde, großtenteils entweder indifferent oder ausdrücklich kühl gegenüber dem Gedanken, die Vereinigten Staaten in die Kontroverse hineinzuziehen oder zum Hauptsitz für die zionistische Tätigkeit und Propaganda zu machen. Die Zionistische Organisation von Amerika hat heute ihren Beschluß veröffentlicht, eine Delegation nach Washington zu entsenden, die bei Präsident Hoover und dem Staatssekretär Stimson erscheinen soll, ״um ihre Aufmerksamkeit auf gewisse Aspekte der gegenwärtigen Situation zu lenken, durch weiche die Vereinigten Staaten berührt werden und an denen unsere Regierung interessiert sein sollte“. In Anbetracht dessen, daß ein Notstand eingetreten ist, hat die Organisation ein kleines Komitee mit weitgehenden Spezial- Vollmachten unter dem Vorsitz von Stephen S. Wise und Dr. Emanuel Neumann eingesetzt, ״um die amerikanisehen Zionisten zum Widerstand gegen die Zunichtemachung der Balfour-Deklaration durch die britische Regierung zu organisieren“. Der erste Schritt des Notkomitees war die Ankündigung einer Riesendemonstration in Madison-Square Garden am 2. November — dem 13. Jahrestag der Baitour- Deklaration. Der Eindrnck In Palästina Unter dem 23. Oktober läßt sich ״T i in e s“ von ihrem Jerusalemer Korrespondenten das folgende berichten: In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Waad Leumi übermittelte Ruthenberg (was wir bereits kurz erwähnt haben) heute morgen dem High Commissioner, formell den jüdischen Protest gegen die neue Politik ... Bezeichnend Ist es, daß die kleine, aber einflußreiche ״Brith-Schalom“ genannte Gruppe, die in den letzten fünf Jahren sich mit aller Stärke für die Einsetzung eines Parlaments und für Kon- Zessionen an die Araber in der Frage der Reform des Boden- Verkaufs eingesetzt hat und die auch die Preisgabe der jüdischen Majoritätshoffnungen forderte, jetzt erklärt hat, daß sie mit der Entscheidung des Jüdischen Nationalrates konform gehe, an dem gesetzgebenden Rat nicht teilzunehmen, in Anbetracht ihrer Enttäuschung und ihres Widerwillens gegen das, was als ver• härteter und zynischer Verrat selbst an dem Minimum jüdischer Hoffnungen bezeichnet wird. ... Die Haltung der Araber ist noch nicht formal zum Ausdruck gekommen, doch scheinen die Araber im Verhältnis zu der Hitze der jüdischen Entrüstung beruhigt zu sein. Aus jüdischen Quellen wird behauptet, daß in arabischen Wirtschaftskreisen angesichts des zu erwartenden Preissturzes in Grundstückswerten, der infolge der erwarteten Einschränkungsgesetze erfolgen muß, eine Konstellation eingetreten ist, Eine Kundgebung der VYizo Wir jüdischen Frauen, die wir in der Weltorganisation zionistischer Frauen vereint sind, betrachten die Erklärung, die die britische Regierung herausgegeben hat, als eine Mißachtung internationaler Verpflichtungen, die sich Großbritannien auferlegte, als es auf der Basis ein jüdisch-nationales Heim zu schaffen, das Mandat für Palästina übernahm. Im vollen Vertrauen und im Glauben an die Versprecht«-;en und Zusicherungen des britischen Volkes haben wir in den etzten zehn Jahren alle unsere Kräfte und unseren ganzen Enthusiasmus für die selbst gestellte Aufgabe eingesetzt: den Frauen Palästinas so beizustehen, daß sie imstande wären, ihren vollen Anteil an der schöpferischen Arbeit für das Land zu leisten. Mit diesem Ziel vor Augen haben wir eine landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Schule für Frauen und landwirtschaftliche Mädchenfarmen im ganzen Lande errichtet, die das Land mit beträchtlichen Mengen von Gemüsen und Früchten versehen. Wir haben in den Stadtsiedlungen Gartenkulturen eingeführt und lieferten durch die Anwendung modernster wissenschaftlicher Methoden den Beweis, daß wir imstande sind, auch das kleinste Stück steinigen Bodens in einen blühenden Garten zu verwandeln. Wir haben ferner auf sozialem Gebiet mitgearbeitet, indem wir nach den modernsten Methoden eine große Anzahl von Säuglings-Fürsorgestellen, eine Mutterschule und eine diätetische Klinik errichteten, die dazu beigetragen haben, den Gesundheitsstandard des Landes beträchtlich zu heben. Wir haben in zehn Jahren unermüdlicher Arbeit erkannt, wieviel getan werden kann, das Gedeihen und die Produktivität Palästinas zu steigern. Wir wünschten nicht mehr, als in unserer Arbeit ungehemmt zu bleiben und nicht durch Einschränkungen und Verbote, die niemandem von Nutzen sind, entmutigt zu werden. Wir vertrauen aut die Loyalität und den Gerechtigfefesin«;\di« I» britischen •Volkewurzeln und wÄen.ies.fa» uns, dieses übereilt verfaßte Weißbuch als das endgültige Urteil des britischen Volkes anzusehen. Wir werden uns durch keinen Staatibericht davon abhalten lassen, auch weiterhin eine Aufgabe zu erfüllen, die wir uns selbst gesetzt haben und unsere einzige Antwort auf diese Erklärung ist: Verdoppelung unserer Anstrengungen für den Aufbau unserer Heimstätte, unerschütterliches Vertrauen für die Zukunft, in unsere eigenen Kräfte und unsere innere Begeisterung! Die Exekutive der Weltorganisation zionistischer Frauen. Die Haltnng der Araber Die ״Times“ vom 25. d. M. lassen sich aus Jeru- Salem melden, daß die arabische Presse in wachsendem Maße ein Gefühl des Sieges bekundet. Während jedoch die mohammedanische Presse noch zurückhalt en d ist, jubelt die christlich-arabische Presse ganz offen und verlangt dringend die Zustimmung zum Legislative Council und die Beteiligung an ihm. Die Araber waren im Jahre 1922 im Rechte, aen Council zu verwerfen. Nunmehr sei aber die englische Politik ganz geändert, so daß nicht eine jüdisch-englische Mehrheit gegen die Araber, sondem eine arabische Mehrheit gegen die jüdischen Unzufriedenen zu erwarten sei. Dschamal Effendi Hussein!, d€r Sekretär der Arabischen Exekutive, begibt sich nach London, um die englische öffentliche Meinung im Zusammenhang mit der Palastinadebatte im Unterhaus im arabisehen Sinne zu beeinflussen. * Jerusalem, 22. Oktober. (J. T. A.) Im Verlauf eines Gesprächs mit dem J. T. A.-Vertreter führte der Sekretär der Palästinensisch-Arabischen Exekutive, Elias Effendi Moghanan, aus: Die Palästinensisch-Arabische Exekutive hat die Erklärung der englischen Regierung in der Sonderausgabe des ״P a I e s t i n e Bulletin“ gelesen. Die Arabische Exekutive ist nicht in der Lage mitzuteilen, welche Schritte sie angesichts dieser Regierungserklärung zu unternehmen gedenkt, solange nicht der vollständige Wortlaut des Statements der britischen Regierung und des Simpson- Berichtes offiziell kundgemacht ist. Soweit das Statement gegenwärtig vorliegt, bedeutet es für die Araber eine tiefe Enttäuschung, da es an dem Mandat und der Balfour-Deklaration festhält. Auch ist die vorgeschlagene Verfassungsreform völlig unzureichend. Aus Jerusalem wird der Londoner jüdischen Presse gemeldet, daß die Palästina-Regierung bereits Durchführungsbestimmungen in bezug aut Boden erwerb und Einwanderung im Einklang mit der letzten Regierungserklärung vorbereitet und diese Bestimmungen demnächst verlautbaren wird. Eine Bestätigung dieser Meldung bleibt abzuwarten. Am Sonnabend, dem 25. Oktober, wurde in allen Svnagogen Englands auf die letzte Regierungserklärung bezüglich Palästinas hingewiesen und zur stärksten Anteilnahme an den Fonds des Palästina-Aufbaus aufgefordert. Der Appell hatte einen großen Erfolg.

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