Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 85 (28.10.1930)
- Date
- 1930-10-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 552 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 85, 28. X. 1930 Eine Erklärung Lloyd Georges London, 21. Oktober. (J. T. A.) Lloyd George hat heute nachmittag die folgende Erklärung der Oeffentlichkeit übergeben: Die ohne vorherige Befragung der Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, Belgiens, Italiens und unserer eigenen Dominions abgegebene Erklärung der englischen Regierung über ihre künftige Palästina-Politik bedeutet den Widerruf eines großen Teiles jenes feierlichen Ver- Sprechens, ein jüdisches Nationalheim in Palästina errichten zu helfen, das in einem feierlichen Augenblick gegeben wurde. Dieser Widerruf wird zur Folge haben, daß auf der ganzen Welt von einem ״perfiden Albion“ gesprochen werden wird. Ich will ernstlich hoffen, daß die Regierung ihre Stellungnahme einer Revision unterziehen wird, da ich kaum glauben kann, daß bei der Abfassung der letzten Regierungserklärmig allen Umständen voll Rechnung getragen worden ist. Ich setze mich restlos für eine gleichartige Behandlung der beiden Palästina bewohnenden Volksstämme ein, bin aber der Meinung, daß die von den Alliierten in bezug auf Palästina eingeschlagene Politik keine Ungerechtigkeit gegen die Araber bedeutet. * Hierzu meldet die ״Frankfurter Zeitung“ unter dem 25. Oktober: Lloyd George benützte die Gelegenheit eines Frühstücks in Cowbridge, einer kleinen Stadt in Wales, die ihm gestern das Ehrenbürgerrecht verliehen hat, sich dem Profest der* konservativen Führer gegen die neue Palästina- Politik der Regierung anzuschließen. Die Erklärung der Rejrierung, meinte Lloyd George, sehe sehr stark nach einem Wortbruch aus. Die Balfour-Deklaration sei eine Geste fewesen nicht nur Englands, sondern auch der englischen liiierten, um den guten Willen der Judenschaft während des Krieges zu gewinnen. Jetzt werde man wieder einmal von dem ״perfiden Albion“ sprechen. Man werde die Araber nicht versöhnen, aber sich dafür eine noch mächtigere Rasse entfremden. Lloyd Georges Gegnerschaft ist dem eifrigen ״Anwalt der Sache der Rechten“, nämlich der ״Morning rost", nicht willkommen, die sich heute veranlaßt sieht, die Labour-Regierung ln dieser Frage der Meinung der konservativen Führer gegenüber, darunter der Bakiwins, zu verleidigen. Sine Depesche des Generals Smnis London, 24, Oktober. (J.T,A.) General Srauts, der dem Kriegskabinett Lloyd Georges angehörte, welches die Balfour-Deklaration verkündet hat, hat aus Kapstadt an Ramsay MacDonald das folgende Telegramm gerichtet: Als einer derjenigen, die für die Balfour-Deklaration verantwörtlich sind, bin Ich tief beunruhigt über die von der gegenwärtigen englischen Regierung eingeschlagene neue Palästinapolitik, welche einen Rückzug von jener wiederholt durch Regierungserklärungen bekräftigten Pallstlnapolltik bedeutet, die der jüdischen Welt in dezidierter Form tatkräftige Unterstützung Englands beim Aufbau des Jüdischen Nationalheims versprochen hat.;jbh.fpj־dtej׳e von der englischen- 'RegienJteg nachdrücklichst '«Äe^Abfabe' elner Erkliruitg, Haß" $ie: dii dtttelF’die־‘BWöur-' Deklaration übernommene Verpflichtung treulich erfüllen und ihre Palästinapolitik dieser Verpflichtung entsprechend umgestalten wird. MacDonalds Antwort Kapstadt, 27. Oktober. (J.T.A.) MacDonald hat das Telegramm von General Sm uts mit folgendem Telegramm beantwortet: ״Ihre Auffassung beruht auf unvollständigen Berichten über die Regierungserklärung, die gerechterweise nicht als das Aufgeben der Balfour-Deklaration bezeichnet werden kann. Gewisse Methoden, die zur Errichtung einer jüdischen Heimstätte in Palästina angewendet werden, drohen, die Lage der nichtjüdischen Bevölkerung zu gefährden und rufen große Beunruhigung hervor. Diese Methoden haben uns von der Not- Wendigkeit überzeugt, die doppelte V e rpflichtung zu erfüllen, die das Mandat uns auferlegt.“ Zum Schluß erklärt MacDonald, die neue Politik bilde keine dauernde oder vorübergehende Hemmung der Kolonisation auf den zahlreichen bereits im jüdischen Besitz befindlichen noch nicht erschlossenen Länder e i e n, betonte jedoch wieder den Grundsatz, daß die jüdische Einwanderung die gegebene Aufnahmefähigkeit des Landes nicht überschreiten darf. Ein Protest Godart’s Senator Justin Go darf, ehemaliger Minister und Präsider.t des französischen Pro Palästi na-Komitees, veröffentlicht eine Erklärung, in der es heißt: England rächt sich für den Tadel, der ihm anläßlich der durch seinen Mangel an Voraussicht entstandenen blutigen Unruhen im August 1929 seitens des Völkerbundes ausgesprochen worden ist. Es verleugnet die Balfour-Deklaration, die eines der glänzendsten Kwitei seiner Geschichte darstellt. Es versucht, sich den Verpflichtungen zu entziehen, die sich aus dem ihm übertragenen Mandat ergeben. Die Signatarmächte von San Remo werden diese flagrante Verletzung des MandatesvordenHaagerGerichtshofbringen. Das Werk der Juden in Palästina hat so viel Zukunft, daß ein rein politischer Anschlag, wie der der englischen Arbeiterregierung, seine Grundlagen nicht erschüttern wird. Ich fasse zusammen: Nicht der Zionismus, sondern das Mandat Englands ist in Frage gestellt. _ Es verlautet, daß der König von England in der Thronrede, mit der er die neue Session des Unterhauses eröffnen wird, auch die Einführung eines Legislative Council in Pa- 11 s t i n a erwähnen wird. Der Brie! der Honservalivea Die Tageszeitung der englischen Arbeiterpartei, ״Daily Harold“, bringt in ihrer Ausgabe vom 24. d. M. eine Antwert ihres ״diplomatischen Korrespondenten“ auf den Brief der drei konservativen Exminister in der Times: ״Mr. Baldwin, Sir Austen Chamberlain und Mr. Amery haben, offenbar um aas der zionistischen Krise politisches Kapital zu schlagen, Lord Passfield gestern in den Spalten der ״Times“ angegriffen. Neben vagen Beschuldigungen, daß man die von den früheren britischen Regierungen befolgte Politik verlassen habe, befindet sich eine konkrete Anklage. Es wird erklärt, daß die Anregung Dr. Welzmanns, eine Round-Table-Konferenz zu veranstalten, bei der die britische Regierung die Rolle des ״ehrlichen Maklers“ zwischen Juden und Arabern flbernehmen sollte, ״ignoriert“ worden sei. Das ist eine bestimmte Beschuldigung, und sie ist durchaus unrichtig. Der Plan einer Round-Table-Konferenz ist nicht ignoriert worden. Im Gegenteil wurde ein Versuch unternommen, ihn durchzuführen. Dieser Versuch blieb aber erfolglos. Die antizionistische ״D a i 1 v Mai 1“ greift am 24. d. M. unter der Ueberschrifl ״Wieder Herr Bald win!“ den ehemaligen Ministerpräsidenten wegen des in der ״Times“ veröffentliehtcn Briefes gegen die neue Palästinapolitik der Regierung auf das schärfste an. Sie schreibt, das britische Publikutn habe erleichtert aufgeatmet, als die Regierungserklärung die Abkehr von der Politik der Balfour-Deklaration deutlich gemacht habe. Diesen Augenblick halten Baldwin, Chamberlain und Amery für richtig, um über die Regierung mit einem Briefe herzufallen, in dem sie für ihre einzige vernünftige Maßnahme in den letzten Monaten angegriffen wird. Dem englischen Volk drohen genug Gefahren. Der Balfour-Deklaration stehen andere Versprechungen gegenüber. Millionen an britischem Geld seien zur Einhaltung der Balfour-Deklaration aufgewendet worden, und das einzige Ergebnis sei eine Schädigung des britischen Prestige in der ganzen Welt gewesen. Man habe sich bemüht, der palästinensischen Bevölkerung die zionistische Vorherrschaft aufzuzwingen, die sie nicht wünscht und der sie sich nur beugt, solange sie durch britische Bajonette niedergehalten wird. * Entgegen der Behauptung des ״Daily Harold“, daß das Kolonialamt, entsprechend Weizmanns Anregung, den Versuch gemacht habe, eine Konferenz *wischen Juden und Arabern einzuberufen, daß aber dieser Versuch gescheitert sei, teilt Dr. Welzmann mit, daß die Behauptung im Briefe der konservativen Führer den Tatsachen entspreche und daß die von ihm gemachte Anregung vom Ko- Jonialamt nicht aufgegriffen wurde. Das Echo des Briefes von Lord Melchett Lord Melchetts (in der letzten Nummer der ״J. R.“ In voller deutscher Uebersetzung veröffentlichter) Brief an Weiztnann findet ln der englischen Presse, entsprechend der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Persönlichkeit des Schreibers, breitesten Widerhall. Alle hier vorliegenden englischen Zeitungen vom 22. Oktober drucken den Brief wenigstens teilweise ab, wobei sich die Stellungnahme des Blattes lediglich in der gewählten Ueberschrift erkennen läßt. ‘ Den vollständigen Text des Briefes drucken: ״Times“ mit der rein sachlichen Ueberschrift: ״Lord Melchetts Brief“, ״Manchester Guardian“ überschreibt die Veröffentlichung: L0rd s bj;tterc:k.ff, jwdsetzt.au» auf 'JMetffteft“'Md' ״Groteske Travesfle auT'äaf Untertitel vor den Text. ״Daily Telegraph“ hat die Titel: ״Lord Melchett und die Palästinapolitik. Der ,verräterische Akt* der Regierung. Ein heftiger Protestbrief“ und hebt in den einleitenden redaktionellen Sätzen diejenigen Wendungen des Melchett- Briefes hervor, die von der Undankbarkeit und dem Verrat der englischen Regierung an dem vertrauensseligen und gequälten Volk sprechen, das glaubte, einen Hafen unter der britischen Flagge und dem Ehrenwort britischer Staatsmänner gefunden zu haben. Die anderen Tageszeitungen veröffentlichen kürzere oder längere Auszüge aus dem Briefe; so ״Daily Mail“, die in der gleichen Nummer einen (in der ״J, R.“ an anderer Stelle wiedergegebenen) scharf antizlonistisehen Aufsatz bringt, die ebenfalls antizionistische ״M o r n f n g Post“, die das Schreiben in der Ueberschrift einen ״Ausbrach Lord Melchetts“ nennt und der Veröffentlichung Me Korrespondenz aus Genf anfügt, dahin lautend, daß man in Genfer Völkerbundskreisen, so weit sie nicht zionistisch beeinflußt seien, den Bericht Simpsons und dfe Regierungserklärung mit großer Befriedigung aufgenommen habe; ״Daily E x p r e s s“, ״Daily Ne ws“ und das Organ der Arbeiterpartei ״Daily H e r a 1 d“ bringen Auszüge von wenigen Zeilen. ״Daily News“ informieren anschließend ihre Leser in wenigen־ Worten über das Wesen der Jewish Agencv und schreiben dann charakteristischerweise: ״Die neue Regierungspolitik basiert auf dem Prinzip, daß Araber und Juden in Palästina in gleicher Weise behandelt werden müssen.“ Ein Schreiben Kaplanskys an Henderson London, 24. Oktober. (J.T.A.) In einem Schreiben an den englischen Außenminister und Vorsitzenden der englischen Arbeiterpartei, Arthur Henderson, legt der Führer der Poale Zion, S. Kaplansky, dar, daß die englische Regierungserklürung die tatsächlichen Verhältnisse in Palästina unrichtig darstellt und falsche Schlüsse zieht. In der Erklärung sei das große Gebiet Transjordanien und der kulturfähige Boden des Areals von BeerSheba unberücksichtigt geblieben, die kulturfähige Fläche des palästinensischen Berglandes um Millionen von Dunam kleiner angegeben worden. Ohne Berücksichtigung der allgemeinen ökonomischen Depression werde versucht, den Eindruck zu erwecken, daß die jüdische Einwanderung eine Verschlechterung der Wirtschaftliehen Lage in Palästina bewirkt habe. Auf Grund von einseitigen und ungenügenden Angaben werde eine Politik eingeschlagen, durch die die Ansiedlung von Juden in Palästina vermindert werden soll, obwohl die jüdische Einwanderung bewirkt hat, daß die arabische Bevölkerung Palästinas heute wohl habender ist als die Araber in den benachbarten Ländern. Die Politik der Arbeiterregierung widerspreche den vor 14 Tagen auf der Konferenz der Arbdterpartd gefaßten Resolutionen. Eine neue Erklärung Weizmanns London, 24. Oktober. (J.T.A.) In einem Aufruf ,an die Mitarbeiter des Jüdischen Nationalfonds führt Dr. W c i z m a n n u. a. aus: Ich bin überzeugt, daß die Logik der Tatsachen für uns sprechen wird, wenn wir vorbereitet sein werden, alle sich bictenden Gelegenheiten, Boden in Palästina zu erwerben, auszunützen. Ich fordere euch auf, der Welt zu zeigen, daß das jiidische Volk bei dem Aufbau seines Nationalheims von dem gleichen Mute beseelt ist, wie andere Völker, wo es gilt, Hindernisse auf ihrem Wege zu überwinden. Damit, daß ihr den Jüdischen Nationalfonds stärkt, werdet ihr eure Ueberzeugung von der Gerechtigkeit unserer Sache dartun, denn unsere Sache ist gerecht und wird darum siegen. Die Regierungserklärung ist ein unglückliches Dokument. Weniger wegen ihres Wortlauts im einzelnen als wegen ihres . Gesamteindrucks. Ihr Geist Im ganzen widerspricht den Traditionen Englands, und daher glaube Ich, daß sie früher oder splter Im Sinne dieser Tradition revidiert werden wird. Die beiden wesentlichen Voraussetzungen für das Jüdische Nationalheim sind Boden und Einwanderung. Der Landkauf wird auch durch die Regierungserklärung nicht vollkommen unmöglich gemacht. Bodentransaktionen werden auch weiterhin zugelassen werden, wenn sie die Billigung der von Simpson empfohlenen Landentwicklungskonimission finden. Sir John Hope Simpson gibt die Bodenreserve des Jüdisehen Nationalfonds mit 155 500 Dunam an. Ein großer Teil dieses Bodens ist noch nicht voll bezahlt, auf einzelne Ländereien besitzen wir erst eine Option. Die Bezahlung dieser Ländereien und deren Amelioration erfordern große Geldsummen. Die Regierungserklärung gibt weder offen noch verhüllt eine Absicht zu erkennen, diese Transaktionen zu verhindern, welche, was immer geschehen mag, der n 1 c h s t e S c h r| 11 in unserer künftigen Arbeit sein werden. Die Erklärung der Zionisten Englands London, 24. Oktober. (J.T.A.) Der Exekutive Council der English Zionist Federation hat am 21. Oktober nach einem Bericht Dr. Weizmanns (worüber wir bereits in der vorigen Nummer der ״J. R.“ berichtet haben) über das neue Weißbuch eine Resolution gefaßt, deren vollen Wortlaut wir nachstehend veröffentlichen: Der Exekutive Goundl der English Zionist Federation stellt mit Bestürzung und tiefem Bedauern fest, daß die Mandatarmacht nunmehr endgültig Steilung genommen hat gegen die weitere Entwicklung des jüdischen Volkes in seinem Nationalheim, dessen Errichtung die zivilisierte Welt durch den Völkerbund gebilligt und der Regierung dieses Landes anvertraut hat. Der Council, der die Zionisten Großbritanniens und Irlands repräsentiert, bedauert es vom englischen wie vom jüdischen Standpunkt, daß die Regierung dieses Landes nicht nur bei der Erfüllung des dem jüdischen Volk in den historischen Tagen der Balfour-Deklaration gegebenen feierlichen Versprechens versagt hat, sondern daß sie es nunmehr auch für richtig befunden hat, vor der ganzen Welt zu erklären, daß sie sicht »ÄÄiltttätft, #»ttsf1ra1«^re«Äf1 ■m■ *vSSNÜrk n. Im besondeiettpretaHieit deHÄMdl gegeti thhuVersuch, einen Gegensatz zwischen den Interessen der Juden und denen der arabischen Bevölkerung zu konstruieren. Angesichts der Tatsache, daß Dr» Weizmanns Politik enger und loyaler Kooperation mit den britischen Behörden in London und Jerusalem zu Resultaten geführt hat, die für die zukünftige Entwicklung des Nationalheims so verhängnisvoll sind, billigt sie uneingeschränkt den Protest Dr. weizmanns gegen die Handlungsweise der Mandatarmacht, einen Protest, der in seiner Demission als Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency zum Ausdruck kommt. Der Council fordert die Exekutive der Jewish Agency auf, Maßnahmen zu treffen, durch die die Interessen des Jüdischen Nationalheims in vollem Umfange gewahrt werden, und verlangt die baldmögllchste EinberufungeinesaußerordentlichenKongresses der Zionistischen Organisation und einer außerordentflehen Tagung der Jewish Agency, damit die gewählten Vertreter des jüdischen Volkes Gelegenheit haben, zu der gegebenen bedrohlichen Situation und ihren voraussichtlichen Auswirkungen auf das jüdische Schicksal in der Zukunft pflichtgemäß Steifung zu nehmen. Die englische Regierung, nicht England New Y o r k, 24. Oktober. (J. T. A.) Wie der New Yorker ״Times“ aus London berichtet wird, hat Dr. Weizmann seiner tiefen Betrübnis über die englandfeindlichen Aeußerungen der amerikanischen Zionisten Ausdruck gegeben. Obwohl er die Empörung der amerikanischen Zionisten über die neue Palästina-Erklärung derengfischenRegierung begreife, müsse er jedoch darauf aufmerksam machen, daß Drohungen an die Adresse Englands dem Zionismus nur schaden können. Die von der britischen Regierung angekündigte Politik, erklärte Dr. Weizmann zum Schlüsse, halten wir zwar für unheilvoll. Es ist jedoch zu bedenken, daß weder das englische Parlament noch das englische Volk dieser Politik zugestimmt haben. Sitzung der Klagemauerkommission Genf, 24. Oktober. (J. T. A.) Der Schweizer Oberrichter Barde, Mitglied der Klagemauerkommission des Völkerbundes, teilte mit, daß die drei Mitglieder der Kommission im Verlauf der nächsten Woche in Stockholm zu einer Beratung zusammentreten, die voraussichtlich eine volle Woche in An- Spruch nehmen wird. Die Kommission wird die von den streitenden Parteien vertretenen Thesen eingehend prüfen, die vorliegenden Protokolle und Dokumente in einer gemeinsamen Aussprache analysieren, wobei die Kommissionsmitglieder untereinander ihre Meinungen austauschcn werden. Der endgiiltige Bericht wird in einer zweiten Sitzung der Kommission, die im Verlaufe des Jahres 1930 stattfinden wird, abgefaßt werden. AN BALFOURTAQE PRAKTISCHER PROTEST! Jerusalem 24/10 1324 via transradio orghip berlin -!•-beschlossen durohfiihrung massensammlung in- und ausland zweiten november zugunsten kkl als antwort jüdisohen Volkes regierungsangriff auf diese nationale Institution bitten staerkste beteiligung an praktischem Protest waad י eumi ARBEITET MIT! FÜR OIE DEKLARATION, FÜR BODEN, FÜR FREIHEIT!