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Jüdische Rundschau · 1930-10-01 · Heft 77-78 (1.10.1930) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 77-78 (1.10.1930)
Date
1930-10-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 77/78, 1. X.!930 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 505 VON JÜDISCHER MUSIK -Hl- Musik der Habima Joel Engel halte in seinem ״Dybuk“ die Grundzüge einer Theatermusik, die gerade für diese Bühne und für dieses besondere Ensemble maligebend sind, so charakteristisch erfaßt, daß seine Nachfolger Alexander Krein (״Der ewige Jude“), Michael M i 1 n e r (״Jakobs Traum“ und ״Der Golem“) und Sch. Rosowsky (״Die Krone Davids“ und ״Der Schatz“) fruchtbar darauf aufbauen konnten, ohne daß es ihnen notwendig schien, mit Ausnahme ihrer individuellen stilistischen Eigenart prinzipielle Neuerungen formaler Art einzuführen. Mit den beiden neuesten Schöpfungen von Ernst To c h (Musik zu ״Was ihr wollt“) und Karol Rathaus (Musik zu ״Uriel Acosta“) — die für ״Habima“ eigentlich die ersten zeitgenössischen Theatermusiken geschrieben haben — ist die Musikeinstcllung dieser Bühne in ein neues Stadium getreten. Die Hinwendung zur ״Weltliteratur“ ermöglichen einen mehr internationalen Musikstil. Charakteristisch hierfür ist es, daß die beiden letztgenannten Komponisten in ihren überaus gelungenen, wohlklingenden und stilvollen Werken kaum jüdische Melodien verwenden. Da beide aus ״östlichen“ Zonen stammen, sind die Grundzüge des jüdischen Melos in ihnen lebendig, so daß man den ״timbre“ ihrer Musik als durchaus jüdisch empfindet. Tochs Musik zu ״Was ihr wollt“ ist eine spielhafte, übermutige und einfallsreiche Komödienmusik, absolut aus dem Geiste Shakespeares herauskonzipiert, jüdisch im Tanzhaft-Rezitativischen; sogar der ״treffsichere“ Schlager fehlt nicht, der sich bald eine ebenso breite Popularität errungen haben wird wie die ״Bettlertänze“ des ״Dybuk“. Diese Musik hat gerade soviel Lyrik, Groteskheit und schalkhaften Ernst, als von diesem Fastnachtsspiel und seinen eigenartigen Darstellern vertragen werden kann. Rathaus׳ Musik zu ״Uriel Acosta“ trägt — dem Stoff gemaß — eine feierlichere, gewichtigere Haltung. Der Stil erinnert an jüngere sefardisene Gesänge, aber auch an die Polyphonisten der alten niederländischen Schule. Man hat die Empfindung, daß hier gerade der Assimilationsgrad ausgedrückt wurde, den das holländische Judentum jener Zeit etwa erreicht haben mochte. — Bei aller erforderlichen Düsterkeit ist Rathaus’ Musik von bestrickendem Liebreiz. Die Tatsache, daß die schauspielerische Kunst unseres hebräischen Theaters zwei Künstler so hohen Ranges zu ganz neuartigen Leistungen inspiriert hat, mag ebenso erfreulich sein als es wichtig und wünschenswert wäre, wenn sich die Spieler der ״Habima“ — durch die lebendigen Impulse, die von solcher Musik notwendigerweise ausgehen müssen — in ihrer Beziehung zur Musik überhaupt Intensivieren lassen würden. In diesem Zusammenhang seien einige Worte dem gegenwärtigen Dirigenten der ״Habima“ gewidmet. Na t h a n F o rdhaus Bentzissy begann —- nach Absolvierung des Petersburger Konservatoriums - seine eigentliche interpretatorische Arbeit in Palästina. Viereinhalb Jahre spielte er in der Palästina-Oper (die er eine Zeitlang selbständig leitete) ein umfangreiches klassisches Opern-Repertoire und mit dem dortigen Sinfonie-Orchester Beethoven, Schumann usw. Als Chordirigent führte er die großen Oratorien auf. Seit anderthalb Jahren begleitet er die ״Habima“ auf ihren Reisen durch die Welt. Seine Arbeit ist immer schwer gewesen: die Musik, die für das Theater geschrieben wurde, war immer für einen weitaus anspruchsvolleren Apparat gedacht, als ihm zur Verfügung stand. Was er trotz dieser technischen Beschränkung, trotz des ewigen Wechsels des Orchesterenscmbles erreicht, ist erstaunlidi: die Musik von Krein, Milner, Engel, Rosowsky, Toch und Rathaus erklingt unter seinem Stabe so intensiv, rein und mit so weiser Zurückhaltung, die Darsteller reagieren so ״musikalisch“ auf seine Gestensprache, daß man es unmöglich bedauern kann, daß er seine Kraft — die freilich auf größere Taten abzielt — dieser Sache geliehen hat. Ernst Toch: Meine Begegnnng mit der Habima Als ich den Auftrag übernahm, für die ״Habima“ Musik zu schreiben, hatte ich dieses Theater noch nie gesehen. Damit ich in meine Aufgabe cingcfiihrt werde, sollten mir die Szenen, zu welchen Musik gebraucht wurde, vorgespielt werden. Das geschah in einem Zimmer ohne Podium, Vorhang, Kulissen. Ein Tisch und zwei Stühle bildeten das Requisit; die Schau- Spieler, alle in Zivil, ohne Schminke. Um es gleich zu sagen; Nie im Leben hatte ich einen stärkeren Theater-Eindruck als bei dieser Probe. Kaum hatte das Spiel begonnen, so hatte ich vergessen, was fehlte: Distanz, Rampe, Kostüm, und sah nur mehr, was da war: Besessenheit, glühender Fanatismus. Die meist kleinen, unscheinbaren Menschen wurden im Handumdrehen Gestalten, zwingend in Geste, Ausdruck und Sprache; daneben still und zurückhaltend der Regisseur, Michael Akxandrowitsch Tschechow, der, ohne jede Kenntnis der hebräischen Sprache nebenbei, dieses Spiel mit feinsten Nerven meisterte und beseelte. Ich schied aus dieser Vorführung, erfüllt von einem unerhörten und unauslöschlichen Eindruck. Die mir ihn vermittelt hatten, sind Menschen, welche, unter den größten Entbehrungen lebend und mit ihrer Existenz in der Luft hängend, nichts kennen als völlige Hingegebenheit an ihren l^lingjlfrberüt,4.׳ י ■י. ׳, ־*־ Karol Rathaus: Meine Mnsik zu ״Urlel Acosta” Der Auftrag der ״Habima“, Bühnenmusik zu ״Uriei Acosta“ zu schreiben, stellte mich vor eine ebenso reizvolle wie interessante Aufgabe, den Stilforderungen der Zeit und des Milieus gerecht zu werden. Die Besonderheit der kulturelien Stellung der Juden in den ״freien Niederlanden“ der damaligen Zeit wies deutlich darauf hin, daß die Juden in den Niederlanden ein freies, freilich nicht national betontes, aber in ihrem Glauben tiefst verwurzeltes geistiges Leben führen konnten. Musikalisch gedeutet gab es also wohl eine jüdisch überlieferte Musik, die ihren Ursprung in der Synagoge hatte, nicht aber die spezifische jiddische Musik, deren Quellen in dem fruchtbaren Schoß des Ostjudentums schlummerten. So entschloß ich mich, eine Musik 1'm ״alten Stil“ zu schreiben. Im Stil, der historisch betrachtet, der damaligen Zeit etwas voraus war, der aber das Ueppige, Barocke und doch Strenge der damaligen Zeit am besten zum Ausdruck bringt. Ich schrieb also eine ״Suite Im alten Stil“, die aus zehn Stücken besteht, und zwar: Präludium, Sarabande, Bourfie, Gigue, Pavane, dazu kommen einige Stöcke angewandter Musik, also zwei Lieder (Bettierlied und Ballade), ein ״frohlicher Tanz“ und ״Tanz der Judith“. Schon das Präludium, streng im Stil gehalten, in h-moll, erweckte bei vielen, die es hörten, den Eindruck, daß es so ״jüdisch“ klinge. Das liegt, glaube ich, an der leidenschaftliehen Moll-Versenkung, der damaligen Neueroberung der Musik aus den Engen der Kirchentonarten. So angehört, klingen viele Stücke von Bach und Händel ״jüdisch“. Jedenfalls war ich froh, auf diesem Wege einen legitimen Ausdruck für die Erfordernisse des Dramas gefunden zu haben. Zum Schl!!? sei mir noch gestattet zu sagen, wie sehr ich mich gefreut habe, für die und mit der ״Habima“ zu arbeiten. In Bühnenmusiken bin ich erfahren, kenne die hoffnungslose Lage jeder ernsten Musik bei Versuchen einer Liierung mit dem Schauspiel. Hier, bei der ״Habima“ ist es anders. Oft empfinde ich, daß die Schauspieler Musik brauchen, daß sic ihr ureigenstes Element ist. Es kommt hinzu, daß Alexis Granowski, der die Regie des Stückes hat, aus demselben Fleisch und Blut ist. Seine reiche Phantasie entzündet sich an der Musik und in der raschen Wertung ihrer Valeurs für das Bühnengeschehen ist er unerreicht. So hebt er oft ihre Wirkung durch stärkste Deutung und durch restloses Erfassen ihrer melodischen und rhythmischen Elemente. Kleine Masiknachrichten Ein Fonds von $ 100 000 wurde von den Hinterbliebenen Jacob und Rosa Sterns (San Francisco) ausgesetzt, der es dem Komponisten Ernest Bloch während der Dauer der nächsten zehn Jahre ermöglicht, sich ausschließlich seinen kompositorischen Arbeiten zu widmen. In Jerusalem erschien die erste Nummer einer Musikzeit- Schrift in hebräischer Sprache. (״Hai fei“, herausgegeben von Dr. M. Sandberg und M. Sch.. Geschuri.) Das Heft enthält Aufsätze über jüdische und moderne Musik und über Tondifferenzierung. Alice Jacob-Loewenson ist eingeladen worden, im November in vielen west- und süddeutschen Städten, in der Schweiz und in Frankreich Vorträge über jüdische Musik zu halten. ״Schire Simrah“ Der ״Allgemeine deutsche Kantoren-Verband“ ließ eine Sammlung synagogaler Kompositionen zeitgenössischer Autoren erscheinen (Verlag J. Kauffmann, Frankfurt). Es handelt sich um die preisgekrönten Ergebnisse eines Preisausschreibens, an dem sich namhafte Kantoren und Komponisten beteiligt haben. Die Veranstaltung derartiger Wettbewerbe ist verdienstvoll — besonders in einer Zeit der Verarmung des synagogalen Gesanges. Die Beurteilung und Bewertung solcher Arbeiten mag heikel genug sein. Das Resultat, soweit es in dieser Veröffentlichung vorliegt, ist leider eine Enttäuschung. Sicherlich finden sich innerhalb dieser Kompositionen Melodien und Einfälle von Bedeutung, die aus der Tradition heraus geboren sind. Jedoch scheint der Begriff der ״Tradition“, wie er hier verstanden wurde, doch recht unklar und unradikal und die Konsequenzen, die man aus dieser traditionellen Einstellung herleitet, sind bestimmt voller Inkonsequenzen. Eine traditionelle Bedeutung erhält ein derartiges Werk ja nicht allein durch das Zitieren von jüdischen Motiven zweifelhaften Alters. Maßgebend ist erst, wie durchgreifend und wie wesentlich solche überlieferten Elemente erfaßt werden und was man mit ihnen hernach anfängt. In diesem Fall wird der Wert der Ueberlieferung meist in Frage gestellt, oft aber direkt dadurch zerstört, daß die Bearbeitung (für Chor oder mit Orgelbegleitung) meist weder mit den Melodien noch mit jüdischer Melodik überhaupt etwas zu tun hat. Wir haben es mit ganz willkürlichen (und dabei ganz unfruchtbaren und konventionellen) Akkordbildungen zu tun, die ebenso gut unter irgendwelchen anderen Melodien stehen könnten. — Aber auch in der Melodik — die sich vielfach äußerlicher, aufgeklebter Melismen bedient — herrscht meist ein völliges Mißverständnis über den ursprünglichen Charakter. Wenn nun in der Einleitung behauptet wird: ״Die Autoren haben sich nicht nur in alten Bahnen bewegt und auf jüdischtraditionellen Motiven aufgebaut, viele haben auch einen neuen Stil erfunden, der wie die Musik der Gegenwart überhaupt neue Entwicklungsstufen und Fortschritte aufweist“ — so muß leider gesagt werden, daß diese Behauptung ganz unzutreffend ist. Vielmehr scheint es, als ob die Autoren niemals ein Werk aus der letzten Jahrhunderthälfte gehört, geschweige denn sich auch nur im mindesten mit zeitgenössischer Tonsprache und ihren Problemen auseinandergesetzt haben. Es ist vielmehr so, als ob das jüngste Musikstadium nie gewesen wäre. Dieses Resultat ist traurig, aber wahr, Hoffen wir, daß der Wettbewerb, der kürzlich von der ״Jüdischen Gemeinde“ veranstaltet wurde, ein günstigeres Ergebnis zeitigt. Alice Jacob-Loewenson. Ungedrnckte Werke fOdlscher Musik _ (An dieser Stelle werden von nun an wesentliche Manuskripte angekündigt werden, deren Vorhandensein wir in Erfahrung bringen. Wir bitten Autoren, Interpreten, Verleger und Schallplattenfirmen um freundliche Beachtung dieser Rubrik.) Erich Walter Sternberg: Streichquartett I, ״ : Streichquartett II, ״ : Goliath und David, ״ : Oestliche Visionen, " ״ דAn eine Jaffaorange“, ״ : Moses׳ Wiegenlied, ״ : Jehuda Halevy-Lieder, ״ : Hebr. Balladen v. E. Lasker-Schüler, ״ : Kol Nidre für Chor und Orchester. Rudolf Rdti: Jankeies Tanz für Cello und Klavier. Hugo Adler: Jalkuth, ״ : S’miroth, ״ : Haggadah (f. 4-stim. Streicher-Chor). Mordechai Sandberg: Der 26. Psalm, ״ : Koheleth, 1: ״. Sinfonie. ״ : Klaviersonate. ״ : Lieder. Leo Kopf: Spaniolische Synagogenmusik für Solo, Chor, Orgel, Harfe und Geige. Alice Jacob-Loewenson: Sechs Gesänge der yemenitischen Juden, ״ Sechs Gesänge der sephardischen Juden, ״ Drei kleine hebr. Chöre, ״ Sechs ostjüdische Lieder. ״ ״Die Glasfenster“, Komponisten und Interpreten aal Grammophonplatten Die Kulturabteilung der Carl Lindström A. - G. brachte unlängst einen prachtvoll ausgestatteten Katalog unter dem Titel ״Kultur und Schallplatte“ heraus, der (wohl zum erstenmal auf diesem Gebiet) eine systematische Uebersicht unternimmt, was für den Musikwissenschaftler und -Pädagogen von ebenso großer Bedeutung ist wie für den Laien, der nicht stumpf an den Zusammenhängen innerhalb des welthistorischen Musikgeschehens der letzten tausend Jahre vorbeihören möchte. Für uns hat diese Publikation aber eine besondere Bedeutung dadurch, daß wir an Hand derselben z. B. die produktive Beteiligung des jüdischen Komponisten innerhalb der allgemeinen Musikproduktion studieren können, sofern sie innerhalb eines vielseitigen Schallplattenkonzerns vertreten ist. (Ebenso können wir natürlich daran feststellen, was noch alles der Aufnahme harrt!) — So finden wir hier Arien aus der ״Jüdin“ von Halevv und aus Korngolds Opern neben Kompositionen von Karl Goldmark, den ״Nigun“ aus dem ״Baal Schern“ des Westschweizer Juden Ernest Bloch, ein Jazz-Konzert von George Gershwin, das ״Adagietto“ aus der fünften Mahler-Symphonie, Instrumental- und Vokalmusik von Mendelssohn-Bartholdy, Bekanntes aus Meyerbeer-Opern, Kurt Weills Dreigroschenmusik, Darius Milhaud, Offenbach-Operetten, den ״Kaddisch“ von Ravel und den ״Roi David“ von Honegger, die Vertonung biblischer Stoffe oder orientalischer Motive bei Händel, Saint-Saens, Verdi, Tschaikowsky, Rimsky-Korsakoff, Beethoven, Boieldieu, Gla• zounow, Popy, Puccini, Rossini, Carl Maria von Weber und — last not least — Beispiele des mit den Schicksalen jüdischer Musik eng verknüpften Gregorianischen Gesanges. * Da der Katalog nur eine Zusammenstellung der durch Lind• ström aufgenommenen Kunstmusik geben will, ist eigentliehe jüdische Musik natürlich hier ebensowenig vertreten wie Volksmusik oder Pädagogisches. — Jedenfalls legt diese kulturvolle und praktische Veröffentlichung wieder einmal bestes Zeugnis ab von den Bestrebungen der Lindström-Kulturabteilung. Die Elektrola-Gesellschaft bringt eine originelle Aufnahme heraus: eine bekannte ostjüdische Tanzmelodie, für Cimbal und Klavier gesetzt und virtuos auf diesem Instrument gespielt von Dino Jones co, der vermutlich ein rumänischer Jude ist (E. G. 849). Bei Ultraphon erschienen zwei jüdische Volkslieder, bearbeitet und begleitet von Wilhelm Groß: ״Eli, Eli lama asawtani“ und ״Amul is gewen a Masse“. Sängerin: Irene de Noiret. Die Interpretation ist zwar von starker Ausdruckskraft, steigert sich aber stellenweise zu so exaltierter Geste, daß der Stil dieser einfachen Gesänge bisweilen erheblieh leidet (A 222). Im Columbia- Repertoire gibt es ״M y yiddische M o m m e“, ein englisch und yiddisch gesungenes Stück der genialen amerikanisch-ost jüdischen Chansonette Sophie Tuckcr (Columbia 4962). Zwei wunderbare Rosenbl att - Aufnahmen bei Odeon: ״B’zes Jisroel“ und ,,Hajaum liaras Aulom“. Charakteristisch ist das Uebergehen aus der feierlichen Haltung in heiteres, kräftiges Dur, von westlichen Einflüssen zeugend. Alice Jacob-Loewenson. 1. Kammerkonzert Michael Taube Es ist erfreulich, daß die Konzertsaison mit einem so glänzenden, so kraftstrotzenden Ereignis beginnt, wie es der Bach- Abend von Taube war. Dirigent, Chor und Orchester waren ungewöhnlich gut ״in Form“. Kaum glaublich, welche Macht und Klangfülle aus den wenigen Stimmen und Spielern herausgeholt wurde. — Taubes Bach-Interpretation gewinnt immer mehr an Monumentalität und zeigt vieles in ganz neuer Beleuchtung. Den klarsten Eindruck vermittelten die beiden Schlußstücke: Das C-Dur-Konzert für zwei Cembali (Alice Ehlers und Gertrud Wertheim) und Streichorchester und die Chorpartien aus der Kantate: ״O ewiges Feuer, o Ur- Sprung der Liebe“. ״Two Songs of the Chalutzim“. Der englische Komponist Maurice Bannister bearbeitete zwei bekannte palästinensische Volkslieder (״B’schuw Adonai“ und ״Im cn ani li mi li“) für Stimme und Klavier, leicht singbar, leicht spielbar und anspruchslos. (Rowland’s, London.) ״Joh schimch o“. Eine Konzertbearbeitung des beliebten Synagogengesanges nach Motiven von Lcwandowsky fertigte Max Wachsmann vom Friedenstempel-Berlin. — Es gibt drei Ausgaben: außer der obenerwähnten, die für Konzertzwecke gedacht ist, noch je eine mit hebräischem und mit deutschem Text (Verlag P. Raasch, Berlin). A. J.-L

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