Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 73 (16.9.1930)
- Date
- 1930-09-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 480 ]UEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 73, 16. IX. 1630 Die Liquidierung des Konfliktes Von unserem Korrespondenten. K-y,, Genf, 14. September 1930. Zu den bereits veröffentlichen Berichten über die Um* stünde, in welchen der Palästina-Bericht der Mandatskommission vor dem Rate des Völkerbundes zur Sprache kam und von ihm bestätigt wurde, möchten wir einige Erläuterungen hinzufügen. Zunächst sei bemerkt, daß die mancherselts verbreiteten Nachrichten über die angeblich schweren Auseinandersetzungen zwischen der britischen Regierung und dem Berichterstatter des Völkerbundrates über den Wortlaut seines Berichtes wohl aus der Luft gegriffen waren. Tatsache ist vielmehr, daß der fragliche Bericht vom finnischen Außenminister, Herrn P r o c 0 p 4, schon drei Wochen vor der Ratssitzung, in Heisingfors, ausgearbeitet wurde und daß ihm hierbei — wie immer bei solchen Oelegenheiten — nur der Direktor der Mandatsabteilung des Völkerbundsekretariates (der sich zu diesem Zwecke am 9. August eigens nach Helsingfors begeben hat) behilflich war. Bereits am 22. August — wie dies aus dem dem Dokument beigefügten Datum ersichtlich ist — wurde der Bericht in seiner endgültigen Fassung an die Mitglieder des Rates verteilt und in dieser Fassung auch dem Rate vorgelegt. Der Bericht Procopes Ist ein Dokument, das in äußerst geschickter Weise über die Polemik der britischen Regierung mit der Mandatskommission zur Tagesordnung überging und dieser Regierung die konstruktiven, das Ziel des Mandates und die Verpflichtungen des Mandatars behandelnden T e i 1 e des Berichtes der Mandatskommission in einer der Form nach entsprechend sanften, jedoch dem Inhalt nach ganz unzweideutigen Weise zur Anjnahme vorlegte. Es ist u. E. nach von besonderer Bedeutung, «faß Herr Procopö hierbei den Einwand der britischen Regierung, die Mandatskommission hätte jenen Teil des Art. 2 des Mandates von der Wahrung der bürgerliehen und religiösen Rechte der einheimischen Bevölkerung ganz übersehen, unberücksichtigt gelassen hat. Die britische Regierung hatte in ihren schriftlichen Kommentaren zum Bericht der Mandatskommission mit höchstem Nachdruck darauf hingewiesen, daß sie diese Verpflichtung als ״d e n Brennpunkt des ganzen Problems״ ansieht. Herr Procopd 'hat sich jedoch strikte an dl• von der Mandatskommission gegebene Interpretation des Mandates gehalten und den diesbezüglichen Passus des Berichte der Mandatskommission in seinem Bericht an den Rat wörtlich aufgenommen. Das vorzeitige Eintreffen der britischen Delegation — in Begleitung der Herren Dr. S hl eis und Sif John Chancellor — In. Genf (drei Tage vor Beginn der Ratssitzung) wurde fälschlich dahin erklärt, daß die britische Delegation in elfter Stunde in den Bericht des Herrn Procope von ihr erwünschte Aenderungen einführen wollte. Des scheint gar nicht der Fall gewesen zu sein, und wir können jedenfalls mit Bestimmtheit behaupten, daß der ursprüngliche Wortlaut des Berichtes Procopds nicht die geringste Aenderung erfuhr. Es ist vielmehr anzunehmen, daß die britische Regierung nicht im klaren darüber war, welche Stellung die einzelnen Mitglieder des Rate zum Bericht des Rapporteurs und Im allgemeinen zur Palästina-Frage einnehmen werden und mit der Möglichkeit einer größeren evtl, ihr unangenehmen öffentlichen Debatte rechnete. Erst nachdem sie sich an Ort und Stelle über die Dispositionen der einzelnen Mit- ' ';gSellr: 'ÄeFlitÄ’ÄfewIiserUlatti, arlÄet«;sie'c|te ,nachher' in öffentlicher Sitzung von H enderson vorgelesene Erklärang aus. De Herren Shids und Chancellor sollten dem Außenminister für den Fall einer größeren Debatte als Berater zur Seite stehen. Vielleicht dachte man in der englischen Delegation auch daran, daß der an der Ratssitzung teilnehmende stellvertretende Vorsitzende der Mandatskommission, van Rees, zu den schriftlichen, die Kommission angreifenden Kommentaren der britischen Regierung Stellung nehmen wird. Im Gegensatz zu der Haltung des Colonial Office scheint im Foreign Office die Ansicht vorgeherrscht zu haben, daß die erwähnten schrittliehen Kommentare in viel zu unfreundlichem Tone verfaßt waren und daß ein weiteres Fortsetzen der Polemik mit der Mandatskommission unangebracht sei, da es die sonst dem Völkerbund gegenüber respektvolle Haltung der Labour-Regierang nur diskreditieren könne. Deser Auffassung gab Henderson Ausdruck, indem er in seiner Erklärung zugab, daß ״Kritik üben eine Pflicht der Mandatskommission ist und daß die britische Regierung der Mandatskommission in dieser Beziehung volle Anerkennung zollt“. Dese vom Ton und vom Inhalt der schriftlichen Kommentare so stark abweichende Erklärung wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden der Mandatskommission in feiner Weise aufgegriffen und mit Dank quittiert. Auch die Befürchtungen eines eventuellen Eingreifens Italiens in die Debatte — wie es die langen Kommentare der faschistischen Presse vermuten lassen konnten — erwiesen sich als grundlos: Herr G r a nd i schwieg, denn die gemeinsame Front mit England in der Entwaffnungsfrage und in der Frage der europäischen Union mußten ihm wohl wichtiger sein, als die Genugtuung, die ihm ein Nadelstich in der Mandatsfrage hätte bereiten können... Auf diese Weise wurde die Streitaxt zwischen der britischen Regierung und der Mandatskommission unter gegenseitigen Komplimenten und in der Atmosphäre des allgemeinen Wohiwollens begraben. Zwei Tage später konnten die Herren Shieis und Chancellor mit ruhigem Herzen Genf verlassen. Auch vom zionistischen Standpunkt kann diese ruhige Annahme des Berichtes der Mandatskommission durch die britische Regierung und die dabei cingetretene Entgiftung der bei den maßgebenden englischen Regierungskreisen letztens vorherrschenden Stimmung nur mit Genugtuung begrüßt werden. Minister Henderson hat die baldige Veröffentlichung eines konstruktiven politischen Programmes, basiert auf den von der Mandatskommission als unantastbar anerkannten Grundprinzipien des Mandates, angekündigt. Es ist also sicher, daß in der allernächsten Zeit — wohl im Laufe des Monates Oktober der bereits unerträgliche Zustand der nervösen Spannung und Erwartung der politisch wichtigen Beschlüsse sein Ende nehmen wird. Wie diese programmatische britische Erklärung aussehen und ob sie eine weitere Zusammenarbeit der Jewish Agency mit der Mandatarmacht für die Zukunft ermöglichen wird, kann natürlich noch nicht vorausgesagt werden. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß die politische Linie, die England durch den Bericht der Shaw-Kommission und die darauf folgenden ״Statements“ im Begriffe war einzuschlagen, durch den Bericht der Mandatskommission und die Stellungnahme des Völkerbundes zur Palästina-Frage eine weitgehende und vielleicht entscheidende Rieh• tungsänderung erfahren hat. Daher der erste Zorn in der vom Colonial Office verfaßten Antwort auf den Bericht der Mandatskommission, daher aber auch die versöhnliche Erklärung Hendersons vor dem Rate, In Anbetracht dieser ״Liquidierung״ der Pallsüna-Ange• legenheit vor dem Völkerbundrate ist e» wenig wahrscheinlich, daß — wie dies früher zu erwarten war — es zu einer größeren Palästina-Debatte in der sechsten (politischen) Kommission der Völkerbundversammlung kommt % Hendersons Definition des Jfldlschen Nationalheims Genf, 10. September. (I.T.A.) Auf der Genfer Pressekonferenz richtete der Sonderberichterstatter der JTA. an den englischen Außenminister Henderson die folgende Frage: Wie definiert die gegenwärtige britische Regierung den Begriff ״Jüdisches Nationalheim“, der in dem Bericht der Mandatskommission enthalten ist? Sie haben ja selbst für diesen Bericht gestimmt. Henderson erwiderte: ״Wir verstehen die Baifour-Deklaration in dem Sinne, daß die arabischen Interessen nicht vernachlässigt werden dürfen. De Juden haben die Baifour-Deklaration nur in dem Sinne verstanden, daß England die Schaffung eines Jüdischen Nationalheims vorzubereiten nabe, sie haben aber dabei vergessen, daß England auch für den zweiten Teil des Mandates, der sich mit den Rechten der Araber bcfaßt, verantwortlich toi“ Genf, 10. September. (J. T. A.) Der polnische Außenminister Z ales ki machte in einem Interview nachstehende Aeußerungen: De Erklärung Hendersons vor dem Völkerbunds* rat läßt keinen Zweifel darüber bestehen, daß England die jüdische Einwanderung nach Palästina nicht einschränken wird. Hendersons Darlegungen über die Absichten der künftigen englischen Politik In Palästina erlauben mir, die zuversichtliche Hoffnung auszudrücken, daß die Entwicklung des Jü* dischen Nationalheims, wie es in der Balfour-Deklaration vorgesehen ist, unter höchst günstigen Bedingungen vor sich gehen wird. Diese Entwicklung wird gleichzeitig die allgemeine Lage des Landes so sehr zum Besseren wenden, daß die Errichtung Von Selbstverwaltungsinstitutionen zum Wohle der gesamten Bevölkerung Palästinas möglich sein wird.! Lord Mekhelt Ober die Genfer Verhandlungen New York, 12. September. (J. T. A.) Vor seiner Abreise nach London gewährte der Vorsitzende des Councils der Jewish Agency, Lord Melch ett, einem Vertreter der Jüdisehen Telegraphen-Agentur ein Interview, ln dessen Verlauf er nachstehende Ansichten äußerte: Der Verlauf der Genfer Beratungen ist für uns durchaus ermutigend. Die vom Völkerbundsrat angenommene Resolution stutzt sich auf den Bericht der Permanenten Mandatskommission und stellt das Palästinamandat endgültig auf eine unerschütter« 1 i c h e B a s i s. Ich hoffe, daß die Mandatskommission auch ln Zukunft die Durchführung des Mandates in so einsichtvoller Weise wie bisher überwachen wird. In bezug auf Welzm a n n s Rede auf der Berliner Sitzung des Akticns-Comitds sagte Lord Melchett, es handle sich hier um eine rein theoretische Frage. Die Geschichte beweise, daß die Juden imtger in guten Beziehungen zu ihren Nachbarn gestanden haben, sic würden es nun den Arabern gegenüber ebenso halten, auch wenn im Palästina-Mandat für deren Schutz nicht vorgesorgt wäre. Pressestlmmen ״Manchester Guardian“ befaßt ..sich im Leitartikel mit Hender»«®׳׳ Antwort auf 4m׳'PÄtina־BerlehtÄersMand׳«t*• kommlssioh und schreibt: In seiner Rede hat Henderson, dessen versöhnliche Oesinnung besonders hoch einzuschätzen ist,- klar zum Ausdruck gebracht, daß ״dieRegierungSeiner Majestät die Pflicht der Mandatskommission, zu kritisieren, anerkenne“ und daß ״sie die Haltung der Kommission in diesem Belang gebührend zu schätzen wisse“. Diese Feststellungen sind nicht nur von Bedeutung im Hinblick auf Palästina allein; denn England hat noch andere Länder nach demselben Grundsatz zu verwalten, anderen Mächten obliegen ähnliche Aufgaben. Eine Verneinung des Rechtes der Mandatskommission, Kritik zu üben, hätte ihre Autorität in künftigen ähnlichen Fällen erschüttert und damit das ganze System, das in Versailles zum Schutze der Rechte unentwickelter Völker geschaffen wurde, zu Fall gebracht. Henderson hat sich nicht damit begnügt, den Fehler wieder gutzumachen , •der durch die scharfe Sprache der eng- Mschen Antwort auf den Bericht der Mandatskommission begangen wurde; er hat darüber hinaus dem Völkerbund die Unterbreitung einer ausführlichen Erklärung der englischen Regie• rang über deren künftige Politik in Palästina versprochen. Eine solche Erklärung ist notig, um eine Periode der Unsi* cherheit abzuschließen, welche das Experiment in Palästina länger als ein Jahr gehemmt hat Henderson gibt bekannt, daß Sir John Hope Simpson seinen Bericht über Einwanderung und Besiedlung vorgelegt hat. Er gibt weiter bekannt, daß die Einstellung der Einwanderung eine nur zeitweilige sei; Wann wird er uns sagen können, daß die Einwanderung wieder vor sich gehen könne? Der ״Daily Telegraph“ bemerkt zu den Genfer Ereignissen, daß der Komplex der Palästina-Fragen durch den Bericht der Mandatskommission und den Kommentar der englischen Regierung einen höchst heiklen, um nicht zu sagen unerfreulichen, Charakter an ge n om - men hatte. Eine Erörterung der Frage in offener Sitzung von scharf entgegengesetzten Gesichtspunkten aus hatte eine ohnehin unangenehme Sache noch erheblich schwieriger gemacht. Daher war es das wichtigste Ergebnis der Montags- Sitzung, daß eine Formel gefunden würde, mit der sich auch die englische Vertretung zufrieden geben konnte. Der Berichterstatter Procopö hatje besondere Betonung auf die Schwierigkeiten gelegt, welche die Mandatarmacht zu überwinden hatte, und wußte diese Erklärung mit einer Verbeugung* vor England zu verbinden, dem Lande, daß ״die größte Erfahrung in der Regierung von Völkern verschiedener Eigenart“ habe. Hender zur Annahme der Resolution, in der unsere Regierung aufgefordert wurde, die ihr geeignet erscheinenden Maßnahmen zu treffen, durch welche die Vorschläge der Kornmission verwirklicht werden können. Dagegen kann nun kein Einwand erhoben werden, da diese Vorschläge sich im wesentlichen mit denjenigen decken, welche die Shaw-Kommission bereits früher gemacht hat. Aber dieser glückliche Ausgang einer unangenehmen Episode enthebt uns mm nächste Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ wird am 19. September anl&fllich Rosch Haschen ah als Doppelnnmmer erscheinen. nicht der Notwendigkeit, einige Bemerkungen über einen unscrer Meinung nach bedeutungsvollen Mißbrauch der Stellung des Völkerbundes in der Frage der Mandate zu machen. Wenn die von unserer Regierung selbst angestelltc Untersuchung die geschehenen Fehler bereits vor aller Oeffentiichkeit aufgedeckt hatte, und wenn die zur Abhilfe nötigen Maßnahmen bereits getroffen worden waren, so war es unverzeihlich, daß dieselben Punkte in Schulmeister- Jicher Art von einer Kommission aufgegriffen wurden, deren Aufgabe es nur sein kann, auf solche Fehler hinzuweisen, die nicht eingestanden wurden. Es ist nicht die Aufgabe der Völkerbund&organe, Maßnahmen zu treffen, welche die Autorität der Mandatarmichte untergraben können. Das ist die Lehre dieser Vorkommnisse. Der Verlauf der Montagssitzung gibt uns die Zuversicht, daß diese Lehre künftig berücksichtig? werden wird. ״Morning Post“ schreibt: Man muß annehmen, daß der völkerbundsrat hauptsächlich beeinflußt war von der Furcht vor den Folgen eines eventuellen Verzichtes Englands auf das Mandat. Denn selbst, wenn man geglaubt hätte, daß eine andere Macht bereit gewesen wäre, einesobeschwerlicheund undankbare Aufgabe zu übernehmen, so konnte man unmöglich glauben, daß jene andere Macht erfolgreicher bei dem Versuch gewesen Wäre, einen Ausgleich der Gegensätze in Palästina herbeizuführen. Der Bericht der Mandatskommission wirft uns vor. wir hätten Mangel an Voraussicht und Vorsorge gezeigt, wir hätten es verabsäumt, unser Mandat auszuführen und, was das Erstaunlichste ist, wir hätten nicht genügend britische Truppen im Lande gehabt. Eine Kommission de« Völkerbundes, die eine Vermehrung von bewaffneter Macht fordert, ist eine eigenartige Erscheinung. Aber für alle Wunden, die uns geschlagen worden sind, hat der Völkerbund einen Balsam gefunden, indem er unserem Lande die schlechte Zensur durch die Mandatskommission ersparte. De ״Basler Nachrichten“ schreiben am 9. September: In der gestrigen Ratssitzung war interessant der moralische Sieg, den die Mandatskommission des Völkerbundes in Sachen der vorjährigen Unruhen in Palästina über die britische Mandatsverwaltung davontrug. Der Berichterstatter, der finnische Außenminister Procopl, und der Rat selbst deckten, den Kommissionsbericht, ohne daß sich der britische Außenminister Henderson dagegen ins Zeug legte. Er war in einer gewissen Verlegenheft, weil die selbstherrlichen Beamten des Kolontalministeriums geglaubt hatten, den Bericht der Mandatskommission, der das Versagen der britischen Behörden bei den arabisch-jüdischen Kämpfen mit Recht kritisierte, mit bubenhafter Impertlnenz niederknüppeln zu können. De Arbeiter* regieruag hatte zu spät bemerkt, wie schlecht es ihr anstehe, wenn eines ihrer Organe eine Völkerbundsinstanz dermaßen anrüpelte. Nun scheint man sich auf Vermeidung einer peinlichen Dskusslon im Rate geeinigt zu haben, und Mr. Henderson fand sich damit ab, daß der Rat der britischen Regierung den angefochtenen Bericht zur Ergreifung der ihr geeignet scheinenden Maßnahmen überwies, ihn also mit seiner eigenen Autorität ausstattete. Man steht hier wieder vor einem der nicht seltenen Fälle, wo es sich zeigt, daß die Bureaukratie der britischen Ministerien sich um die ihr auf die Nase gesetzten Labourminister so wenig kümmert, daß diese sich schließlieh genötigt sehen, sie zu desavouieren. HI. Weltkonferenz des Haschomer Hazair. In Vrutky, n der Westslowakei, wird gegenwärtig die ies Haschomer Hazair in Anwesenheit von ^OJtfeltgtefetl aüs 50len, Rußland, Lettland, Litauen, Rumänien, Deutschland, der rschechosiowakei, Oesterreich, Ungarn, Transsylvanien, Belrien, Frankreich, Tunis und Bulgarien, sowie aus Palästina *gehalten. Zur Konferenz erschienen 400 Schotnritn aus ver* ichiedenen Ländern, sowie zahlreiche Gaste. Nach der Eroftmng&rede von Meir J a a r i, die der heutigen Lage 1m Zionisnus und der Stellung des Haschomer Hazair zu den aktuellen ■ionistischen Problemen gewidmet war, überbrachte der Verreter des tschechoslowakischen zionistischen Landesverbandes lie Grüße der tschechoslowakischen Zionisten. In der Reihe ler mündlichen und telegraphischen Begrüßungen des Waad _eumi, der Jewish Agency und der Zionistischen Exekutive und ler Histadruth Haowdim machte besonderen Eindruck das herziche Begrüßungstelegramm M. M. Ussischkins. ׳ Im Mittelpunkt ler Beratungen der Tagung steht die Stellungnahme des w rerbandes Haschomer Hazair zu den Fragen des Kibbuz Arzi. Der zweite Verhandlungstag war ausgefüllt mit dem vom üeneralsekretir Zwi Luria erstatteten?^chtd״ Haupteitung des Verbandes. Nach diesem Bericht ist der Welt rerband Haschomer Hazair seit «einer II. Weltkonferenz »m lahre 1927 von 25000 auf 38p Mitglieder gestiegen. Der stärkste Landesverband, Polen, zahlt 17UD Mitglieder, ihm folgt Galizien mit 5000, Rumänien mit 4800 Mitgliedern. Insgesamt hat der Haschomer Hazair 600 Orts mippen, davon 250 in Polen, 105 in Galizien. Nach einer 15jährigen Arbeit ist der Haschomer Hazair zur stärksten!ionistischen Jugendbewegung geworden. Er bilde nit 70 0/0 die stärkste Gruppe der Jugendwelthga ״Brith Hanoar“. De Arbeit des Haschomer Hazair wird ausschließlich in hebräischer Sprache geführt. De von der Organisation herausgegebene Zeitschrift ״Haichomer Hazair“ hat eine Auflage von 3000 Exemplaren erreicht. De Leitung stellte einen Film her und gab eine Reihe hebräischer Schriften heraus. Zwei Aktionen unter lern Namen ״Keren Haschomer“ und ״Mosad Hachiiiuchi“ wurden durchgeführt. In einigen Ländern ist der Haschomer Hazair das einzige Reservoir der Chaluzbewegung, während er in anderen einen ausschlaggebenden Teil derselben ailde. Hervorzuheben ist die Aktivität für den Keren Kajemeth, dessen Eingänge etwa in Polen zu 20/0 [180000 Zloty) durch den Haschomer Hazair aufgebracht wurden. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Haschotner Hazair-Wald gewidmet, den der KKL in Mischmar Haemek pflanze. Im Berichtsjahre habe die Aiijah von schomrim trotz der schweren Lage in Palästina nicht aufje hört. Gegenwärtig bestehen in Palästina 18 Kibbuzim ies Haschomer Hazair, von denen 5 in eigenen landwirtschaftliehen Siedlungen sind. In Palästina leben mehr als ■00״ Mitglieder des Haschomer Hazair; der palästinensische sschomer Hazair hat gegenwärtig 10 seiner Mitglieder zur ikA■!■ •m J!a AiMnnnlnnltAM T AMrlomfO**K׳Iesr\(1 _ — ... w ommergern zugewendet, von denen über 100 errichtet waren, von 12 Führerlager mit einer Beteiligung von 1500 Führern, ißer geistiger und physischer Erziehungs- und Ku’ltrarbeit t der Haschomer Hazair teilgenommen an der AP eit der gemeinen Zionistischen Organisationen, der T a?1!b u t h - ganlsati onett in den einzelnen Ländern. Er ist ein tiver Förderer des Makkabi-Verbandes. Auf dem zten Zionistenkongreß war der Haschomer Hazair durch Delegierte '‘vertreten. Der Bericht erwähnt ferner die Beligung am Jugendweltkongreß für Frieden und die Mitarbeit 1 Weltkongreß der Ligen für das arbeitende Palästina, der mnichst in Berlin Zusammentritt