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Jüdische Rundschau · 1930-09-16 · Heft 73 (16.9.1930) · page 1

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Sefmwahlen in Polen Eimebmmmer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedeaDienstag a- Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,־— Goldmark, vierteljährlich 5.75 GoWiaark. \usland.%abonnMnem8 w«rd«a in der Wahrung der etnrelnca Linder berechnet. Anreigenpreis: H g«8p. NasporeiUezefle 0,50 G.-M. Stell ®ngeetieh* 0,25 G.-M- Redaktion Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.Hn BerlinW15, Meinekestr.10 Telephon: J 1 Bismarck 7165-70. AaaaifmafKlnt: Diaaitag nod Fraiiag «*ehniitt«*• 4 Uht RedaktionsschluE Sonntag und Mittwoch nachmittag. Poaticbeck - K. o « t a e : Berti« 17392, Baaal V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 394 33. Budapest 596 93, Danzi» 1973, Haag 140 470, Pr.* $94 10 Riga 4155, Strassburg 164 30, Warschau 1907«, Wien 156 030. Bank.Konten: Danustidter und Nattenalbauk, Depositen Kasse Berlin, KurKimendamm 52t Baues de Eat. Cemauti (Humänien>, Anglo Palest Ine Co, ü) Halle, feruaalera, lei-Aviv. מג אלול* תר״צ | xxxv. jahrg. Per"Zionismus erstrebt fOr das }Odlncha Volk die Schatfung alnar Öffentlich-rechtlich g—Icharten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.*« ln aller Kürze Jerusalem, 11, Sepembetr. (J.T.AA 19 englische und 12 palästinensische Polizisten wurden nach Wadi Hawarith beordert, um die Räumung des vom Gericht den Juden zugesprochenen Territoriums zu erzwingen. Obwohl die Araber in allen Instanzen zur Freigabe des fraglichen Landkomplexes verurteilt worden waren, und obwohl sie eine reichliche Ent- Schädigung •vom Keren Kajemeth erhielten, weigern sie sich, das Territorium zu verlassen. Jerusalem, 12. September. (J.T.A.) Auf den Wadis Hawarith-Böden ist es zwischen der Polizei und den Arabern zu Kämpfen gekommen. Die arabische Zeitung ״Falastin“ meldet, daß bei diesen Kämpfen vier arabische Frauen und zwei P0Uzisten verwundet wurden, ebenso vier Juden, welche in der Nähe des Kampfplatzes pflügten. Die Araber sollen im Besitze von 200 Gewehren gewesen sein. London, 11, September. (J.T.A.) Wie ״Daily Express״ meldet, haben das Aldershoter erste Bataillon des Royal Lancaster Regiment, dessen Inhaber der König ist, und das erste Bataillon der Royal Warwicks Marschorder nach Palästina erhalten. Jerusalem, 10. September. (J.T.A.) ln dem Dorfe A b u a i n bei Jerusalem wurden von der Polizei mehr als 50 Revolver beschlagnahmt. Zahlreiche Verhaftungen wurden im Zusammenhang mit dem Waffenfund vorgenommen. Jerusalem, 12. September. (J.T.A) Die arabische Zeitung ״Meraat al Snark“ veröffentlicht drei Berichte, die der Regierung über die aufwiegelnde Tätigkeit des Leiters des Büros der Arabischen Exekutive, Subhi Al Kadra, zugekommen sind. Die Erhebung der Anklage gegen ihn wird in kurzem erwartet. Zunächst soll Subhi am 8. April gegen den Willen der Arabischen Exekutive eine Zusammenkunft mit Arabern aus Nordpalästina gehabt haben, auf der die Veranstaltung von Unruhen am Tage der Urteilsvollstreckung an den wegen Teilnahme an den Judentnassakres vom August 1929 zum Tode verurteilten Arabern erörtert wurde, weiter habe er am 28. Juli in einer Versammlung der Arabischen Exekutive erklärt, die Araber müßten der Regierung beweisen, daß sie keine Feiglinge seien, und sie würden für Feiglinge gehalten werden, wenn sie die Hinrichtung der verurteilten Araber ruhig hinnehmen würden. Schließlich seien am 12. August auf einer Tagung der Arabischen Exekutive Subhi und einige andere dazu Bestimmt worden, auf einer. Rundreise durch״ das Land die Notabelh der« . September. (J.T.A) 'Ke hebrüsdie Pres«'drückt lhr-d|fp:e?ndet| darüber aus, daß 'es aiier dtn 35 Beatiiten des Hauptzollamtes nur einen einzigen Juden, unter den,32 Zollbeamten von Haifa nur 2 Juden, unter 60 Beamten in Jerusalem nur 15 und unter den 60 Zollwächtern aller übrigen Städte nur einen Juden gäbe. Unter den 15 Tabak-Kontrolleuren gibt es überhaupt keine Juden. Nach der J. T. A. lehnte die Palästina-Regierang das Niederlassungsgesuch eines jüdischen Arztes aus Jugoslawien, der als Tourist nach Palästina gekommen war, ab, obwohl er eine festbesoldete Stelle erlangt hatte und sich über den Besitz eines Barvermögens von 500 Pfund ausweisen konnte. Jerusalem, 12. September. (J.T.A.) Der neue Chef- Sekretär der Palästina-Regierung, Mark Aitchison Y 0 u n g, wird um den 20. September sein Amt antreten. Tel-Awiw, 12. September. (J.T.A.) Der Stadtrat von Te 1 -Awiw hat den Entwurf der neuen Stadtverf a s s u n g, der auch eine Bestimmung über Sabbatruhe enthält, fertiggestellt. Eine eigene Delegation wird sich zipn Oberstaatsanwalt Norman Bentwich begeben, um mit ihm die endgültige Formulierung der Bestimmung über die Sabbatruhe zu beraten. Jerusalem, 10. September. (J.T.A.) In Tel-Awiw verstarb an den Folgen eines Schlaganfalls David Wei ßbord im Alter von 60 Jahren. Weißbord gehörte zu den Gründern von Tel-Awiw. Er hat sich auch schriftstellerisch betätigt und u. a. ein Buch über Wilna verfaßt. Genf, 11. September. (J.T.A.) Am 9. September tagte in Genf eine allgemeine Konferenz der internationalen Organisationen mit pazifistischer Tendenz. Von jüdischen Gesellschaften nahm an der Konferenz* die jüdische Frauen- Iiga teil. Ferner befand sich in der Delegation des Verbandes der Völkerbundsligen ein Vertreter, der palästinensisehen jüdischen Völkerbundsliga. Auf der K011 ferenz ergriff im Namen der jüdischen Frauenliga Frau R. Aberson das Wort ln Genf wurde eine Beratung des Verbandes der Europäischen Minderheiten-Journalisten.abgehalten. Als Vertreter der jüdischen Journalisten nahm an der Beratung Herr Reuben Rubinstein, Chefredakteur der Kownoer jüdischen Tageszeitung ״Ydische Stirne״, teil. Genf, 12. September. (J.T. A.) Dr. Druritmond S hi eis ist nach London abgereist, von wo er sich am 19: September nach Palästina begibt. Gleichzeitig mit ihm wird Sir John Chancellor, dessen Gast Dr. Shiels in Jerusalem sein wird, in Palästina eintreffen Washington, 12. September. (J. T. A.) Im Verlauf des letzten Einwanderungsjahres; kamen unter 44 676 Einwanderern 11 526 Juden in die Vereinigten Staaten. Die dep Ländern Rußland, Polen, Litauen, Tschechoslowakei, Rumänien, Ungarn, Deutschland und Palästina zugestandene Einwandeirungsquote war während des im Juni 1930 abgelaufenen Einwanderungsjahresvoi. aus ge nutzt worden, Die hetfälsche Tageszeitung ״Hazef irah“, die vor dem Kriege Jahrtehnte hindurch von Nahura Sokolow redigiert worden war’ und die unter anderer Redaktion nach dem Kriege in Warschau längere Zeit wieder herausgegeben wurde, aber wegen Mangels an einer finanziellen Grundlage wieder eingestellt werden mußte, wird demnächst wieder als Tageszeitung in Warschau zu erscheinen beginnen. Die finanzielle Sicherung hat Herr Dr. Schallt übernommen. Der Staatspräsident Litauens, Professor Smetona, emp'.mg den gegenwärtig in Kowno weilenden litauischen Generalkonsul in Palästina, Dr. Simon Rosen bäum, und über reichte ihm den als hohe Auszeichnung *geltenden litauischen Orden ״Ged»mta״# 6400000 nationalsozialistische wanior Niederlage der bürgerlichen Demokratie Das Ergebnis der Reichstagswahlen ist viel schlechter, als die größten Pessimisten angenommen hatten. Durch diese Wahlen ist die politische Situation in Deutschland nur noch verworrener geworden. Vorläufig kann man noch gar nicht Voraussagen, ob eine Regierungsbildung möglich ist und nach welcher Richtung sie sich vollziehen wird. Eine Regierung der großen Koalition, von den Sozialdemokraten bis zur Volkspartei, wäre schon denkbar, obwohl sie nur eine sehr geringe Mehrheit haben würde. Möglich ist natürlieh auch eine Rechtsregierung mit Nationalsozialisten als stärkster Partei. Alle diese Möglichkeiten würden, zur Verwirklichung gebracht, keine Stabilisierung oder auch nur eine wesentliche Verbesserung der Verhältnisse bedeuten. Die Lage ist somit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch krisenhaft und chaotisch, ein Zustand, von dem die gesamte Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wird, unter dem aber wir Juden, hauptsächlich Mittelständler, eingekeilt zwischen dem verstärkten Radikalismus rechts und links, am meisten» zu leiden haben werden. Denn eines der auffallendsten Ergebnisse dieser Wahlen ist die Schwächung der Mitte, abgesehen vom Zentrum, das als Weltanschauungspartei, als einzige von allen bürgerlichen Parteien, aus den Waiden stärker hervorging. Geradezu^katastrophal Ist das Miß* (Ingen des Experimentes der Staatspartei. Es hat der demokratischen Partei nicht genützt, daß sie sich mit dem Jungdeutschen Orden verbunden hat Fast überall ist die Stimmenzahl der Staatspartei, verglichen mit den in der vorigen Wahl gezählten demokratischen Stimmen, zurückgegangen. Der in Berlin aufgestellte Dr. Bruno Weil hat kein Mandat bekommen, da nicht einmal der Spitzenkandidat die für die Wahl notwendige Anzahl von 60000 Stimmen erlangt hat Auch in Potsdam II, einem Wahlkreis in dem die Demokraten 1928 97090 Stimmen erhielten, hat die Deutsche Staatspartei, nur, 76 000 Stipmen-aui sich zu vereinigen [®Tisf» Stimmenzuwachs zu ■««Mi»®» twt)י Das hervorstechendste Meftaphl •.daf־־^<|cjBtagswahlen”. Ist aber, das ungeheure An wachsten der nationalsozialistischen Stimmen.. Gegenüber der Wahl im Mai 1928 hat sich die Zahl der nationalsozialistischen Wähler genau verachtfacht, die Zahl der von den National- Sozialisten errungenen Mandate jedoch hat sich verneunfacht, so daß die Nationalsozialisten im kommenden Reichstag, nach den vorläufigen Zählungen, 107 Abgeordnete haben und damit zur zweitstärksten Partei aufrücken werden. Was diese Tatsache für uns Juden bedeutet, braucht nicht besonders unterstrichen zu werden. In Deutschland leben ungefähr 560000 jüdische Seelen. Auf jede jüdische Seele kommen also 11 erwachsene Nichtjuden, die einem radikal-antisemitischen Programm zugestimmt haben und bereit sind, mit allen gesetzlichen und ungesetzlichen Mitteln die Juden zu schädigen. Das ist eine Tatsache, die in krassester Weise die Situation־ der deutschen Judenheit charakterisiert Es ist auffallend, daß die ersten Pressestimmen aller Richtungen, nachdem dieses Wahlergebnis bekanntgeworden ist, sich nicht mit einem Sterbenswörtchen mit dieser Seite des nationalsozialistischen Sieges beschäftigen. Für die nichtjüdische Oeffentlichkeit in Deutschland steht natürlich das allgemeine politische Interesse im Vordergründe, und der Erfolg der Nationalsoriali|ten wird 1m Hinblick auf die möglichen allgemeinen außenpolitischen und innerpolitischen Wirkungen beurteilt. Daß der nationalsozialistische Wahl* erfolg'eine furchtbare Drohung für die Judenheit in Deutschland darstellt, das empfinden zunächst und zentral nur wir Juden allein. Es ist eine bittere Erkenntnis,* sich sagen zu müssen, daß man letzten Endes nur auf sich selbst angewiesen ist und daß die eigene Hauptsache selbst für die wohlwollend und gerecht Denkenden bei den anderen Partei« doch nur eine Angelegenheit zweiten Grades ist. Man kommt zur traurigen Erkenntnis, daß der ungeheure Aufwand, der in der Bekämpfung des Nationalsozialismus, besonders von jüdischer Seite, aufgeboten wurde, gegenüber der durch die antisemitische Hetze erzeugten Grund- Stimmung großer Teile des deutschen Volkes nutzlos verpufft ist. Wie eine Sintflut bricht eine Welle rücksichtsloseste» Feindschaft über die deutschen Juden herein. Man muß nur die Ohren offen haltet, an» wird es gegen’ die’ Judengehen,8 .sagen die Zeitüngshändler, die völkische Druckschriften vertreiben. ״Umsonst gefreut, Jude®, schreibt der ״Angriff“ als Antwort auf die Erwartungen, die man angesichts der Meutereien im Hitlerlager gehegt hat. Und in diesem Stile kann man solche Aussprüche, hundertfach variiert, an allen Ecken und Enden hören. ... Erst tfenn die endgültigen Zahlen vorliegen werden und eine abschließende Beurteilung möglich sein wird, soll unsererseits zu der geschaffenen Situation ein grundsätzliches Wort gesagt werden. j. r. Für di» arbeitende Palästina Schalom Asch, Eduard Bernstein, Ch. N. B i a I i k, Leon Blum, Julius Braunthal, Max Br0d, Hermann Badt, Martin Buber, Oskar CohP, S. Dubnow, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, A. B. Klerkoper, W.Latzki-BartoIdi, Fritz Naphtali, Ab. Schiplakoff «nd Arnold Zweig erlassen einen Aufrut an alle Freunde des arbeitenden Palästina, in dem es u. a. heißt: Das Aufbauwerk der jüdischen Arbeiter in Palästina ist schon lange über den Rahmen eines engen Parteikreises hinausgewachsen. Sein Schicksal berührt aufs innigste jeden, der sich für die jüdische Renaissancebewegung und ihren großen sozialistischen und volksbefreienden Inhalt verantwortlich fühlt. Und gerade jetzt, da das Werk vor große Prüfungen und schwere Aufgaben gestellt ist, muß auch noch auf eine noch sinnfälligere und greifbarere Weise als bisher unser aller Interesse für seine Zukunft klar zum Ausdruck kommen. Aufs neue ist in der Oeffentlichkeit die Frage der Durchführbarkeit des Jüdischen Nationalep Heims in Palästina zur Debatte gestellt worden. Die bisherigen Leistungen werden in ein falsches Licht gerückt, die Bedürfnisse und Ziele werden unrichtig dargestellt, die Möglichkeiten und Perspektiven werden nicht richtig gewertet und verstanden. Die sozialpolitischen Verhältnisse im Orient gefährden, die brüderliche Begegnung des jüdischen und arabischen Volkes auf ihrem historischen Weg. zu gemeinsamer Arbeit, internationaler Solidarität und nationaler Freiheit. Die Zunahme reaktionärer Tendenzen in der Welt stellt die Erhaltung und Ausdehnung der sozialistischen Errungenschaften der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas und die neuen Farmen menschlichen Zusammenlebens vor einen harten Kampf. Dieser. Kampf gejht um die Güter, die den Stolz' der jüdischen Kolonisationsarbeit ausmachen und um die ungestörte und wachsende .Möglichkeit ihrer erfolgreichen Entsyicklung. Der weltkongreß, der zum 27. September 1930 nach Berlin auf den Grundlagen der allgemeinen jüdisehen Arbeiterorganisation in Palästina einberufen wird, soll die Front der Arbeiterschaft im Lande stärken und ihre schöpferische Kraft vergrößern. Im Kreise Gleichgesinnter soll der Weg für wettere Taten freigemacht, sollen die Kräfte zur Schaffung der freien jüdischen arbeitenden Gesellschaft in Palästina mobilisiert werden. Die Freunde des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina sind über die verschiedenen Lager und Richtungen des jüdischen Lebens verstreut. Freunde, die das an Opfern reiche Aufbauwerk der jüdischen Arbeiterschaft bewundern, die mit ihren Leiden mitfühlen und sich mit an ihren Erfolgen freuen, sie alle, ohne Unterschied der Parteitradition, atiCh diejenigen, die sich nicht in allen Einzelheiten mit dem Histadrath-Prograram identifizieren, werden auf den aufrichtigen Ruf, der in prüfungsschwerer und verantwortungsvoller Zeit kommt, antworten und sich alle in die Reihen der Wähler stellen zum Weltkongreß für das arbeitende Palästina. Martnkowltsctis Erklärungen Es wurde verschiedentlich die Nachricht verbreitet, daß der jugoslawische Außenminister Marinko־witsch während der Palästinadebatte im Rate eine Erklärung zugunsten der Araber abgegeben hätte. Dies ist sicherlich eine falsche Auslegung der Erklärung Marinkowitschs. Nachdem der persische Vertreter seinem Bedauern Ausdruck gegeben hatte, daß die Kommission die Verpflichtung des Mandatars, die bürgerlichen und religiösen Interessen der nichtjüdischen Bevölkerung Palästinas zu wahren, nicht genug unterstrichen hat, ergriff Herr Marinkowitsch das Wort und erklärte folgendes: ״Herr Präsident!. Da ich die Ehre habe, im Rate ein Land zu vertreten, von dem der zehnte Teil der Bevölkerung muselmanisch ist uud in welchem der Islam als Staatsreligion anerkannt ist — die Mohammedaner gehören hierbei der gleichen Nationalität und Sprache an, wne die Mehrheit der Bevölkerung — verstehe ich vollkommen die Gefühle, die den Vertreter Persiens zu seiner Erklärung bewogen haben. Nichtsdestoweniger erachte ich es als meine Pflicht zu erklären, daß wir volles Vertrauen zur Mandatarmacht haben, daß keines der Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung verletzt werden wird, daß wir aber gleichzeitig hoffen, daß der andere Teil des Mandates, der in Wirklichkeit die Tilgung einer Schuld der Menschheit gegenüber einem der ,größten Völker der Geschichte darstellt, nicht vernachlässigt werden wird. Es scheint mir, daß die beiden großen Interessen vereinbar sind und daß die strikte Aus- Führung des Mandates nicht nur für Palästina, aber auch — Und dies ist meine tiefste Ueberzeugung — für seine jetzige Bevölkerung nützlich sein wird.“ Chatm Nachmaun Blalik In Kowno Chaim Nachman Bi ali k ist aus Berlin, wo er sich zuletzt aufgehalten hat, in Kowno eingetroffen, um für die Popularisierung der hebräischen Kultur- und Schulorganisation Tarbuth zu wirken. Die litauische jüdische Oeffentlichkeit bereitete Bialik einen großartigen Empfang. Bialik sprach am 13. September durch den litauischen Sender über die hebräische Literatur und die Ziele von Tarbuth. * Bia 1 ik spricht in Berlin am 20. d. M. abends in den Spichernsäkn, Spichernstraße.

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