Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 70 (5.9.1930)
- Date
- 1930-09-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 400 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 70, 5. IX. 1030 strecken, leider ist sie immer zurückgewiesen worden. Er polemisiert dann gegen die Erklärungen, welche Passfield Herrn Warburg abgegeben hat und wünscht, daß sich der Völkerbund - dem englischen Einspruch gegenüber dem Berichte der Mandatskommission anschließe. Dr. Baeck (Deutschland, Nichtzionist) drückt den Zionisten den Dank dafür aus, daß sie in die Tagung den Geist einer heiligen un nervösen Unruhe getragen haben. Wir brauchen Himmel und Erde, trotz Herrn Ussischkin, der in Zürich wundervoll dargestellt hat, was die Zionisten in die Jewish Agency eingebracht haben und auch heute den Nachdruck auf Erde gelegt hat. Wir haben wohl nicht genug Erde, aber wir haben auch nicht genug Himmel Jede Bewegung, die wahrhaften Bestand hatte, war von Religiösem erfüllt. Nach Wassermann soll Palästina ein Mikdosch werden. Dieses aber kann nur demokratisch und nicht plutokratisch sein. Am Schlüsse bekennt sich Redner zuaemokratischen Prinzipien, die die Grundlage unserer Politik auf der Zustimmung der Völker baut. Er begrüßt daher die Tätigkeit des Brith Schalom und definiert das Wesen des Aufbauwerkes als eine Verbindung von Religion, Boden und Volk. Ussischkins Antrag, Hebron wieder aufzubauen, findet seine Unterstützung. Man muß in Palästina eine rationelle Bevölkerüngspolitik im Auge behalten. Hierauf spricht Kurt Blumenfeld. Seine Rede bringen wir an anderer Stelle im vollen Wortlaut. Ruppin stellt fest, daß der natürliche Zuwachs in Palästina der stärkste aller jüdischen Siedlungen in der Welt ist. In Berlin leben ungefähr so viele Juden wie in Palästina. Nimmt man den natürlichen Zuwachs als Grundlage der Berechnung, so wird die jüdische Bevölkerung in Berlin in 50 Jahren Auf die Hälfte sinken und in Palästina sich in 20 Jahren verdoppeln. Zwischen privatem und nationalem Kapital besteht kein Gegensatz. Beide haben eine wichtige Rolle zu erfüllen. Ehe Agency soll sich bemühen, das private Kapital zu organisieren und ihm die Wege zu bahnen. Man darf sich aber nicht die Rosinen aus dem Kuchen herausholen und alle außerwirtschaftlichen Arbeiten vernachlässigen. Redner weist auf die dringende Notwendigkeit der Konsolidierung der Kolonien, besonders im Emek, hin. Der gegenwärtige Zustand ist verlustbringend. Für die Konsolidierung sind 300 000 Pfund erforderlich. Er fordert das Administra* tive Committee auf, dieser Frage besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Palästina soll eine Festung des Judentums dar-1 stellen, hinter der das Hinterland der jüdischen Gdamtheit steht. ן Dr. Schleicher (Lemberg, Nichtzionist) wendet sich gegen die zum Ausdruck gebrachte Kritik an der jewish Agency. Man darf nicht vergessen, 'daß die Agency den großen Erfolg des Emergency Fund auf ihr Konto buchen kann. Der Londoner Beschluß, tausend Arbeiterfamilien anzusiedeln, ist eine anerkennenswerte Leistung gewesen. Es würde nur zum Wohle der Agency gereichen, wenn die kritischen Behauptungen, die sich immer wieder in der Presse finden, unterlassen würden. Durch die ungerechte Kritik wird die Bevölkerung nur scheu gemacht. Redner wendet sich gegen die Vorgänge auf der Konferenz der Revisionisten in Prag und fordert; die Aufstellung eines für lange Sicht durchdachten Aufbauplanes. Ihm schwebt ein Fünf- oder Zehnjahrprogramm der Aufbauarbeit der Agency vor. In der Nachmfttagssitzung vom Sonntag referiert Dr. S e - nator über das Budget, Ussischkin über die Bodenfrage, sodann spricht Jndge Lewis (Amerika) über die Probleme der Allied Jewish Campaign. Darauf wird die Sitzung geschlossen und es beginnen die Kommissionsberatungen. Di« Sddugsihraikgen ,■•■•'־׳::ר׳'. ‘ Sitzung vom 3. September 1930, vormittags. Felix Warburg teilt mit, daß die Kommissionen mit ihren Arbeiten fertig geworden sind, und daß die Vormittags-, und Nachmittagssitzung zur Entgegennahme der Kommissionsberichte bestimmt sind. Namens der Politischen Kommissfon liest der Obmann der Kommission, Dr. Cyrus Adler, eine Reihe von Anträgen vor, die nach längerer Aussprache angenommen werden. Nachstehend die für die Veröffentlichung bestimmten politisehen Resolutionen: 1. Im Hinblick auf die Ankündigung der englischen Regierung, daß sie nach Empfang des Berichts von Sir John Hope Simpson ihre Politik über die künftige Entwicklung Palästinas formulieren wird, erwartet das Administrative Committee, daß die Regierung der Mandatarmacht das von der Exekutive der Jewish Agency überreichte Memorandum über die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims gemäß Art. 4 des Palästina-Mandats in Erwägung ziehen und ein konstruktives Programm empfehlen wird, das entsprechend dem Geist una dem Buchstaben des Mandates darauf gerichtet sein wird, die Errichtung des Jüdischen Nationalheims za sichern und zu beschleunigen. Das Administrative Committee erklärt, daß die Jewish Agency bereit ist, in vollem Umfange mit der Mandatarmacht bei der Ausarbeitung eines solchen Programms zusammenzuarbeiten. 2. in den Beschlüssen der Mandatskommission vom 3. bis 21. Juli 1930 begrüßt das Administrative Committee «ine von internationaler Stelle kommende moralische und rechtliehe Bestätigung der Notwendigkeit einer aktiven, ״dynamischen“ Betätigung der Mandatarmacht zur Entwicklung Palästinas, um entsprechend Art. 2 des Mandates solche Bedingungen politischer, ökonomischer und administrativer Natur 1'n Palästina zu schaffen, die die Errichtung des Jüdischen Nationalheims sichern. 3. Das Administrative Committee bestätigt das von der Politischen Kommission der Jewish Agency im Juni 1930 angenommene Statement zur politischen Lage. Namens der Organisations-Kommission schlägt Dr. Mossinsohn die Annahme nachstehender Beschlüsse vor, welche vom Administrative Committee gebilligt werden: 1. Das Administrative Committee fordert die Exekutive auf, dahin zu wirken, daß die Jewish Agency systematisch ausgebaut wird, um in immer steigendem Maße in den Stand gesetzt zu werden, ihrer großen Aufbauaufgabe zu genügen, und zwar sowohl durch Bemühungen der Zionistischen Organisation zur Befestigung ihrer Grundlagen und Vergrößerung ihres Mitgliederbestandes, als auch durch andauernde Anstrengungen zur Heranziehung weiterer nichtzionfetischer Kreise zu den Arbeiten der Jewish Agency. Insbesondere ist es von größter Bedeutung, daß Zionisten und Nichtzionisten energisch an der Beschaffung von Mitteln für den Keren Hajessod mitwirken und zur aktiven Mitgliedschaft an den zentralen und lokalen Arbeitskomitees des Keren Hajessod herangezogen werden. 2. Das Administrative Committee empfiehlt, daß in den einzelnen Ländern von Zeit zu Zeit Konferenzen der Mitglieder der Agency-Organe, sowie der Mitglieder der Keren Hajessod-Komitees stattfinden, um Fragen der praktischen Palästina-Arbeit zu beraten. 3. Das Administrative Committee lenkt die Aufmerksamkeit der Exekutive auf § 5, Absatz 3 der Verfassung der Jewish Agency betreffend die Bestellung von Vertretern im Councn der Jewish Agency und fordert sie auf, rechtzeitig vor der nächsten ordentlichen Tagung des Couneil Vorbereitungen zu treffen, um die Durchführung dieser Bestimmung zu vermöglichen. 4. Das Administrative Committee hält es im Interesse einer gesunden wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas für außerordentlich wichtig, daß der Versuch zu einer Regelung der Beziehungen zwischen den verschiedenen öffentliehen und halböffentlichen Wirtschaftsunternehmungen in Palästina und der Jewish Agency unternommen wird und beauftragt die Exekutive, eine Untersuchung des Programrns und der Leistungen dieser Unternehmungen in Angriff zu nehmen und sobald diese Untersuchung beendet ist, dem Administrative Committee einen Bericht samt Vorschlägen bezüglich einer möglichen Kooperation dieser Unternehmungen, einer Koordinierung ihrer Arbeiten und evtl, einer Regelung ihrer Beziehungen zur Jewish Agency vorzulegen. Die Exekutive wird beauftragt, diese Untersuchung in möglichster Kooperation mit diesen Unternehmungen und im engsten Kontakt mit der ständigen Sub'-Kommission für Budget und Finanzen durchzuführen. 5. Etas Administrative Committee nimmt den Beschluß des Waad Leumi betreffend Uebernahme der Leitung der Er- Ziehungsangelegenheiten durch eine gemeinsame Institution der Jewish Agency und der Knesseth Israel mit Beginn des Jahres 5692 zur Kenntnis. Das Administrative Committee nimmt ferner den Berieht der gemeinsamen Kommission der Jewish Agency und des Waad Leumi «ir Kenntnis und beauftragt sie, ihre Arbeiten fortzuführen und einen detaillierten, auch das Gesundheitswesen umfassenden Vorschlag auszuarbeiten, der zur Beratung und Beschlußfassung der nächsten Sitzung des Administrative Committee vorzulegen ist. 6. Das Administrative Committee bestätigt den Beschluß des Administrative Committee vom März 1930 betr. Exekutive und Administrative Committee mit der Maßgabe, daß diese Bestimmung bis zur nächsten Sitzung des Council in Kraft bleibt. Nachmittags-Sitzung. In der Nachmittags-Sitzung erstattete Direktor Oscar Wassermann (Berlin) den Bericht der Budget-Kommission. Er sagte einleitend unter anderem: \ Sehr beschleunigt würde die Gesundung der Finanzen der Jewish Agency werden, falls die im Bericht des Präsidenten des Administrative Committee angedeuteten Vorschläge zur Beschaffung von Sondermitteln für die Fundierung der Schulden verwirklicht werden können. Wir geben der Zuversichtliehen Hoffnung Ausdruck, daß nach Ueberwindung des vor uns liegenden besonders schweren Wirtschaftsjahres die Tätigkelt der Jewish Agency auf neuer, breiterer und finanziell esfcherter Basis in erweiterter Form durchgeführt werden ann. In diesem Zusammenhang ist es besonders zu begrüßen, daß mit der Agency in enger Verbindung stehende Kreise in Deutschland und England gemeinsam mit der P. E. C. und dem Emergency Fund jetzt die Kolonisation beginnen wollen, die eine neue Ansiedlung von insgesamt 1000 Familien vorsieht. Es werden alle Anstrengungen gemacht werden, um in der allernächsten Zeit bereits 400 Familien anzusiedeln. Es ist hierbei insbesondere geplant, Familien aus dem jüdischen Mittelstand, die eigenes Kapital von £ 300—400 zur Verfügung haben, im Rahmen dieses Kolonisationsplanes anzusiedeln. 0״>^Dfe.|&a1iHssfon׳-Mt »ieh^^fötWid. »M-.der'Ärt <teär küHf-i tigen Aufbringung: der MUta für die Arbeit* der Jlwish Agency beschäftigt. Es besteht die einmütige Meinung, daß der Keren Hajessod weiter wie bisher das Finanzinstrument der Jewish Agency sein muß, und daß mit aller Kraft versucht werden muß, in allen Ländern seine Einnahmen zu vervielfachen. Die Kommission *hält es insbesondere auch für ihre Pflicht, auf die große moralische Kraft der Werbung des Keren Hajessod fiir den Palästinagedanken aufmerksam zu machen. Die Beratungen der Kommission, die vor eine besonders schwierige Aufgabe gestellt war angesichts der drückenden Finanzschwierigkeiten, haben gezeigt, daß alle Gruppen der Jewish Agency mit größtem Ernst den Ausweg aus den bestehenden Schwierigkeiten suchen. Es ist deshalb um so bedauerlicher, daß die Arbeitergruppe, wie sie zum Schluß der Beratungen mitgeteilt hat, es nicht für möglich hält, für das uns allen durch die Finanzlage leider aufgezwungene Budget zu stimmen. Wir hoffen zuversichtlich, daß die Ueber- Windung unserer Finanzschwierigkeiten uns gestatten wird, in Zukunft den berechtigten Ansprüchen Palästinas gerecht zu werden. י■ Hierauf wurde nachstehendes Budget mit einem Zusatzantrag von El. Kaplan angenommen: I. Administration: a) Palästina-Exekutive 1. Audit-Departement 2. Entschädigungen für zu entlassende Lehrer und warnte b) Exekutive in London c) Sitzungen des Administrative Committee und des Council der Jewish Agency d) Keren Hajessod, Propaganda und Verwaltung II. Sozialkulturelle Arbeiten: 1. Medizinische Arbeiten: ־ a) Hadassah £ 73 000 b) Kupath Choiim ,!§ £ 13 000 c) Sekretariat f. raed. Angel. £ 800 2. Erziehungswesen: a) Allgemeines Erziehungsbudget £ 72300 b) Technikum £ .4500 3. Religiöse Angelegenheiten III. Wirtschaftliche Arbeiten: 1. Sekretariat für Handel und Industrie 2. Statistische Abteilung 3. Landwirtschaftliche Versuchsstation 4. Landwirtschaftliche Kolonisation 5. Zusatzbudget für landw. Kolonisation IV. Immigration? - und Arbeits- Departement V. Schulde ntilgung VL Besondere Ausgaben VII. Reserve £ 665 000 £21000 £ 750 £ 4 000 £ 18 000 £ 4 000 £ 38 000 £ 86 800 £ 76 800 £ 2000 £ 800 £ 700 £ 12 000 £ 94 650 £ 120000 £ 32000 £ 145 000 £ 5 500 £ 3 000 Zu vorstehendem Budget wurde im Antrag EL Kaplan angenommen, daß die Ausgaben für administrative Zwecke um 10 0/0 gekürzt werden. Diese Einsparung, zuzüglich einem Betrage von £ 1000 aus Kapitel VII (Reserve) soll für Hachscharah (£ 3000), Alijah (£ 4000) und Waadat Hatarbuth (£ 3000) verwendet werden. Das Zusatzbudget für landwirtschaftliche Kolonisation (Posten III, 5) darf erst im zweiten Halbjahr zur Auszahlung kommen. Sollten bis dahin die durchschnittlichen monatlichen Eingänge nicht die Höhe von £ 55 000 erreicht haben, so sind an allen Ausgabe», die es irgend zulassen, entsprechende Kürzungen vorzunehmen. ..— — — > .״♦..- —....—— Auf keinen Fall dürfen neue Schulden aufgenommen werden. Nachstehende Beschlüsse der Finanz-Kommission werden dem Administrative Committee zur Kenntnis gebracht und angenommen: Schuldentilgung. Das Administrative Committee ist der Ansicht, daß das vorliegende, lediglich auf die notwendigsten, zwangsläufigen Bedürfnisse beschränkte Budget nicht tragbar ist, wenn nicht gleichzeitig der Weg für neue Kolonisationarbeit freigemacht wird. Dies scheint nur möglich, wenn die vorhandenen drückenden Schulden getilgt werden. Das Administrative Committefe begrüßt daher die Möglichkeit, die in der Rede des Herrn Präsidenten des Administrative Committee angedeutet wurde, daß nämlich außerhalb der regulären Einkünfte eine Fundierung der vorhandenen Schulden durchgeführt werden soll. Das Administrative Committee bittet den Chairman und die Kreise, die mit ihm an diesem Plan gearbeitet haben, ihre Bemühungen in dieser Richtung mit größter Energie aufzunehmen und weiter zu verfolgen. Zu diesem Zweck setzt das Administrative Committee eine Sonderkommission ein. Hadassah. Im Zusammenhang mit den Verhandlungen, die mit der Hadassah über ihre Betreuung mit neuen Aufgabengebieten geführt werden, ersucht das Administrative Committee die Exekutive, von diesem Standpunkt aus die Frage der Gestaltung des Hadassahbudgets mit der Leitung der Hadassah erneut zu beraten. Reorganisations-Kommission. Das Administrative Committee beauftragt die Exekutive, unverzüglich aus ihrer Mitte unter Hinzuziehung ihr geeignet erscheinender Personen eine Kommission einzusetzen, die eine Prüfung der Administration und Organisation der Arbeit der Agency in ihrem gesamten Umfang und in ihren einzelnen Zweigen vorzunehmen hat. Das Ziel der Arbeit dieser Kommission soll sein, Ersparnisse und Vereinfachungen in der Tätigkeit der Jewish Agency vorzunehmen. Diese Kommission soll ihre Arbeiten sofort beginnen und die Durchführung ihrer Vorschläge nicht später als am 1. Januar 1931 in die Hand nehmen. Zusatzbudget für landwirtschaftliche Kolonisation. Das Administrative Cömmittee weist die Exekutive an, alle über den Betrag von £ 400 000 eingehenden Gelder für das landwirtschaftliche Kolonisierungs-Budget zu verwenden, selbstverständlich nachdem die fälligen Verbindlichkeiten der Exekutive und des Keren Hajessod erfüllt sind. Beschluß betreffend Einwanderung. Das Administrative Committee beauftragt die Exekutive, Mittel und Wege zu suchen, um die über das Budget hinaus benötigten Mittel für die Einwanderung zu beschaffen. Die Exekutive hat bei der nächsten Sitzung des Administrative Committee Bericht zu erstatten. Das Administrative Committee wird anläßlich seiner nächste» Sitzung Sn eine Beratung über diese Frage eingehen. Beschluß betreffend Mittelstands-Ansiedlung und -Einwanderung. , a) Die Exekutive der Iewish Agency in Jerusalem soll '1'•׳'J־eine׳^diifofestt»r־eiäsÄetff4׳fo dter'ExeWpre bet der AttÄ arbeitung der Ansiedhuigspläne und bei der Auswahl der Ansiedler beraten soll. b) Die vorstehend genannte Kommission soll sich bemühen, Mittel und Wege zu finden, um den anzusiedelnden. Familien den notwendigen Kredit zu beschaffen. c) Sollte es sich als unmöglich herausstelien, diesen Kredit von außenstehenden Finaiizinstitutionen zu erlangen, so soll dieser Betrag in die Budgets der Jewish Agency eingesetzt werden, soweit dies mit den früheren Beschlüssen, daß zunächst die bestehenden Siedlungen zu konsolidieren sind, vereinbar ist. Ansiedlung von 1000 Familien. Entsprechend dem Wunsche des Präsidenten des Ad״ ministrative Committee ersucht das Administrative Committee die Permanente Finanz- und Wirtschaftskommission der Jewish Agency, der geplanten Ansiedlung von 1000 . Familien, die im Rahmen der Arbeiten der Jewish Agency erfolgen soll, ihre besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Kommission soll sich mit allen an diesem Plan interessierten Instanzen in Verbindung setzen, um die schnellste Ausführung dieses Projektes durchzusetzen. Für diesen besonderen Zweck soll die Kommission auch das Recht der Kooptierung neuer Persönlichkeiten haben. Die in der Resolution ״Schuldentilgung״ vorgesehene Sonderkommission soll von Herrn Felix Warburg durch Nominierung geeigneter Persönlichkeiten bestellt werden. Nach der Erledigung des Budgets gibt Harzfeld eine Erklärung sb, daß die Arbeitervertreter im Administrative Committee sich nur darum an der Abstimmung über das Budget nicht beteiligt haben, weil die von ihnen dringend geforderte Konsolidierung der bestehenden Siedlungen im Budget keine Berücksichtigung gefunden hat. Die Arbeiter sind aber bereit, mit allen Teilen der Agency einträchtig für de« Aufbau zusammen zu arbeiten. Ergänzungswahl für die Exekutive. Nach einer kurzen Pause schlägt Dr. Wefzman(1 vor, Herrn Nahum Sokolow zum Ehren-Vizepräsidenten der Jewish Agency zu wählen (Beifall). Ferner schlägt «r für die Zionisten die Herren Berlin, Prof. Brodetsicy, Colonel Kisch und Dr. Ruppin, für die Nichtzionisten die Herren Dr. Hexter , Dr. Bern♦ hard Kahn, Dr. Senator und Julius .Simon vor. Diese Anträge werden einstimmig angenommen" Nach einer Schlußansprache Felix Warburgs und Dr, Weizmanns, welcher ausführt, daß in den Finanzbeschlüssen des Administrative Committee der goldene Mittelweg eingehalten wurde, fand die Tagung um 6 Uhr nachmittags ihren Abschluß. VeranslaHnogen anläßlich der Agency-Tagung Vorstand und Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin haben die Mitglieder des Administrative Committee der Jewish Agency für den 1. September, 2 Uhr nachm., zu Öaste geladen, zu dem Empfange hatten steh fast sämtliche Mitglieder des Administrative Committee unter Führung des Präsidenten des Committee Felix M. Warburg, mehrere Mitglieder des Vorstandes und der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde und prominente jüdische Persönlichkeiten Berlins eingefunden. Die liberalen Mitglieds des Gemeindevorstandes und der Repräsentantenversammlung wohnten dem Empfang nicht bei, dagegen hatten sich mehrere liberale Rabbiner eingefuQden.