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Jüdische Rundschau · 1930-09-02 · Heft 69 (2.9.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 69 (2.9.1930)
Date
1930-09-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 69, 2.IX. 1930 ]UEDISCHE RUNDSCHAU Seite 455 Die Sitzung des A.-C. (Offizielles Bulletin) Schlußsitzung, 30. August 1930, 23 Uhr. ln der Schlußsitzung referierte El. Berligne über die Anträge der Politischen Kommission. Nach längerer Aussprache, an der sich Vertreter verschiedener Fraktionen betätigten, gelangte eine Reihe von Beschlüssen zur Annahme. Nach Erledigung des Berichtes der Politischen Kommission verlas Rubaschow die in der Nachtsitzung vom 28. zum 29. August beschlossene Resolution des A.-C., wonach das A.-C. die Erklärungen Sokolows in Anknüpfung an die Aussage Sachers vor der Shaw-Kommission gemäß den Instruktionen Prof. Weizmanns zur Kenntnis nimmt und Dr. Weizmann auffordert, die Arbeit fortzusetzen. Prof. Weizmann gab hierauf eine Erklärung ab, daß er sich freue, in dem Beschlüsse des A.-C. die Möglieh k e i t für eine Fortführung seiner Arbeit zu sehen. Er forderte alle Teile der Organisation auf, auf ihrem Posten zu verharren und betonte mit Nachdruck die Dringlichkeit und Notwendigkeit der gegenwärtigen Arbeit, die die unumgängliche Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung, einerlei wie man die Endziele formuliert, darstellt. Hierauf wurde um 1,30 Uhr nachts die Tagung des A.-C. geschlossen. Weitere Beschlüsse des A.-C. Wir haben in der letzten Nummer bereits den Beschluß über den Kongreß wiedergegeben. Nachstehend eine Reihe weiterer Beschlüsse. Politische Beschlüsse I. Bezüglich dies angekündigten Programms der englischen Regierung erwartet das A.-C., daß die englische Regierung das von der Exekutive der Jewish Agency gemäß Art. 4 des Palästina-Mandats eingereichte Memorandum über die Entwicklung des Jüdischen Nationalhein» in Erwägung ziehen und ein konstruktives Programm empfehlen wird, welches entsprechend dem Geist und dem Buchstaben des Mandates darauf gerichtet sein wird, die Errichtung des Jüdischen Nationalheims zu sichern und zu beschleunigen. Das A.-C. erklärt, daß die Zionistische Organisation bereit Ist, In vollem Umfange mit der Mandatarmacht bei der Ausarbeitung eines solchen Programms zusammen zuarbt״en. II. Zu den Beschlüssen der Mandatskommission und ihrer Tagung vom 3.—21 ־. Juli 1930 erklärt das A.-.C, daß es in ihnen eine von internationaler Stelle kommfende moralische und rechtliche Bestätigung der Notwendigkeit einer aktiven ״dynamischen“ Betätigung der Mandatarmacht zur Entwicklung Palästinas erblicke, um entsprechend dem Art. 2 des Mandates solche Bedingungen politischer, ökonomischer und administrativer Natur In Palästina zu schaffen, die die Errichtung des Jüdischen Nationalen Heimes sichern. (Ferner wurden verschiedene interne Richtlinien an die Exekutive gegeben.) Politische Sonderakiionen Das A.-C bringt in Erinnerung, daß außenpolitische Sonderverhandltmgen mit Regierungen und dem Völkerbund von Zionisten und zionistischen Gruppen nur mit Genehmigung der Exekutive geführt werden dürfen. In besonderen Fällen kann die Exekutive verlangen, daß auch politische Sonderaktionen anderer Art, die das Arbeite- Siblet der Exekutive berühren, nur «geh Verständigung iplt r vorgenommen Werden. Hebräische Erziehung Das A.-G begrüßt die Erklärung der Exekutive über die beabsichtigte Errichtung eines Departements für hebräische Erziehungsarbeit im Galuth und nimmt den Bericht der Exekutive über die Ausführung der betreffenden Beschlüsse des XVI. Kongresses zur Kenntnis. Das A.-C spricht gleichzeitig die Erwartung aus, daß das Departement als eine Zentralstelle für eine planmäßige, konstruktive hebräische Kulturarbeit im Galuth ausgebaut wird und beauftragt die Exekutive, die Budgetierungs-Möglichkeiten für ein solches Departement zu prüfen imd, falls 'möglich, ausfindig zu machen. Die zionistischen Landes- und Sanderverbände werden aufgefordert, ihre ernste Sorge der hebräischen Erziehungsarbeit zu widmen, die Bestrebungen der auf diesem Gebiet arbeitenden Institutionen zu fördern und sich um den Ausbau bzw. um die Schaffung von Institutionen zu bemühen, die sich die Pflege und die Verbreitung der hebräischen Sprache und Kultur zur Aufgabe stellen. Der Verlauf der Krise im A.-C Die Diskussion über den ״Judenstaate"-Gedanken Wir konnten in der vorigen Nummer noch berichten, daß in der Sitzung des A.-C. am Donnerstag abend eine Krise ausgebrochen ist, indem verschiedene Fraktionen sich gegen Weizmanns Rede über die zionistische Ziel- Setzung aussprachen. Das offizielle Bulletin des A.-C. gibt über die Entwicklung dieser Krise, die sich im Laufe einer Nacht abgespielt und wieder gelöst hat, nur ein ganz gedrängtes Bild. Wir folgen daher bei der Wiedergabe der Ereignisse im wesentlichen dem Bulletin der Jüdischen Telegraphen-Ägentur, sowie einiger Berliner Korrespondenten auswärtiger jüdischer Zeitungen, die offenbar nicht so wie wir zur Diskretion bezüglich der Vorgänge in der geheimen Sitzung verpflichtet sind. (Im übrigen trifft der Vorwurf der Indiskretion keineswegs die journalistischen Kollegen, die ihre Organe pflicht- •gemäß bedienen, sondern die Mitglieder des A.-C, die die Nachrichten an die Korrespondenten weitergeben.) Die Jüdische Telegraphen-Agentur berichtet über den Verlauf der Krise etwa folgendermaßen: Präsident Dr. Weizmann hat bekanntlich in seiner großen Rede am Mittwoch Abend, mit der er die politische Ausspräche abschloß, erklärt, daß Palästina nicht ein Judenstaat, sondern ein Staat für die beiden, das Land bewohnenden Völker, Juden und Araber, werden müsse, und daß der zionistischen Bewegung als Ziel die Schaffung eines konstruktiven autonomen Gemeinwesens, eines Jüdischen Nationalheims, vorschweben muß. Bei Wiederaufnahme der Plenarverhandhmgen im A.-C brachte Joseph Co wen (London) einen Antrag ein, der ungefähr lautet: Das Aktions-Comite der Zionistischen Organisation rückt a b von der Auffassung des Präsidenten. Hierauf gab im Namen des Misrachi Rabbi Brodt (Polen) ein« Erklärung ab, die nach Wiedergabe des Warschauer ״Hajnt“ und ״Moipent“ etwa nachstehende 5 Punkte enthalten hat: 1. Der Misrachi anerkennt als Endziel des Zionismus den Judenstaat. י 2. In Uebereinstimmung mit dem jüdischen Gebot, daß ein und dasselbe Recht für Juden und Fremdlinge im Lande zu gelten habe, erklärt der Misrachi seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Arabern und ohne jede Unterdrückung. 3. Der Misrachi stellt fest, daß Weizmann mit seiner Erklärung die Grundlagen des Zionismus erschüttert hat. 4. Der Misrachi beruft daher seine Vertreter aus der Exekutive ab. 5 ־. Der Misrachi erklärt, daß er in der jüdischen Welt weiter kämpfen w׳ird für vollen Zionismus und Judenstaat. (ln Ermangelung eines offiziellen Textes ist es unmöglich, festzustcllen, ob diese Wiedergabe authentisch ist.) Nach der Erklärung des Misrachi wurde auf Wunsch der Exekutive die Sitzung unterbrochen. Es war klar, daß eine Krise ausgebrochen war. Die Lage wurde dadurch verschärft, daß, während die Allgemeinen Zionisten Deutschlands sich mit Dr. Weizmann solidarisch erklärten, ein Teil der Allgemeinen Zionisten aus dem Auslande sich mit Weizmanns Erklärung hinsichtlich des Juden- Staates nicht identifizieren konnte und dein Wunsch nach einer neuen Formulierung Ansdruck gab. Die einzelnen Fraktionen traten zu Beratungen zusammen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung gab Dr. Weizmann eine Erklärung ab, die ungefähr besagte, er wolle sich in die Erörterung des Wortes Judenstaat, das überhaupt einen undefinierbaren, schemenhaften Begriff (leckt, nicht einlassen. Für ihn bleibe als nächstes Ziel der Bewegung bestehen: Die Schaffung eines konstruktiven entwicklungsfähigen autonomen Gemeinwesens. Diesem Ziele müsse man nach Kräften zustreben. Wenn erst 50)000 Juden in Palästina leben, dann werde eine so starke jüdische Geineinschaft auf die Millionen Juden der ganzen Welt eine stärkere Anziehungskraft ausüben, und (Tie Entwicklung werde mit kräftigeren Schriften weitergehen. Es folgten Erklärungen der Radikalen und der Rcvisionisten, daß sic für den Antrag Joseph Cowen stimmen werden, während die Vertreter der, Ar beiterparteien erklärten, daß sie an der Erörterung über ,,Judenstaat“ überhaupt kein Interesse hätten. Der Misrachi und die Allgemeinen Zionisten?»gen sielt zttrück, um über ihre Stellungnahme zu der neuen Erklärung des Präsidenten Weizmann 711 beraten. Nach Wiederaufnahme der Plenarsitzung gab Rabbi Brodt im Namen des Misrachi eine Erklärung ab, die ungefahr dahin lautete, daß Misrachi die Erklärung Dr. Weizmanns zur Kenntnis nehme in dem Sinne, daß das erstrebte konstrukfive Werk das jüdische Volk auf den Weg zum Juden- Staat führen werde. Präsident Dr. Weizmann erhob sich sofort und führte aus, die Deutung des Misrachi entspreche nicht seiner Auffassting, und da er glaube, daß er die Mehrheit nicht hinter sich hat, wolle er nicht mehr der politische Führer der Bewegung sein. Er sei aber bereit, provisorisch die politischen Geschäfte weiterzuführen. Wenn aber das A.-C. in der Lage sei, über eine neue Führerschaft zu beschließen, so sei er bereit, schon jetzt zurückzutreten. Nach Abgabe dieser Erklärung verließ Dr. Weizmann den Sitzungssaal. Diese Erklärung des Präsidenten der Organisation wirkte auf das Haus konsternierend, doch mehrten sich Stimmen, die glaubten, daß der Konflikt nicht so ernst sei, daß sich nicht vielleicht schon über Nacht oder in den allernächsten Tagen eine Lösung finden könnte. Das A.-C. ging dann, spät nachts, indieBeratungdes Budgets ein. Man einigte sich auf ein Budget von 832 000 Pfund und nahm auch sonstige Entschließungen finanzieller und budgetärer Natur an, die dem Administrative Committee der Jewish Agency zur Erwägung und Beschlußfassung empfohlen werden. Die Aussprache über die Krise wurde dann wieder aufgcnommen und erwogen, ob nicht das A.-C Dr. Weizmann ersuchen solle, seine Rücktrittserklärung zurückzuziehen. Schließlich wurde mit 24 gegen 2 Stimmen (Grünbaum und Stricker) der Ü esch.Iuß angenöwmen, Dt.'W thmiBit zli erstichefi, äFe Füllrerschaft definitiv zu behalten. (Zu dieser Zeit war das A.-C. bereits schwach besetzt. Die Vertreter der Revisionisteu fehlten, auch viele Allgemeine Zionisten.) Amerikanische Arbeiterführer in Tel-Awiw (Von unserem Korrespondenten.) AG, Tel-Awiw, 21. August Die Arbeiterschaft Tel-Awiws feierte gestern in großem Stil und mit ungewöhnlichem Enthusiasmus die Ankunft dreier Delegierter der jüdischen Arbeiter Amerikas, die für einen kurzen Aufenthalt ins Land gekommen sind, um vor der Konferenz des ״arbeitenden Palästina“ einen Einblick in die jüdische Kolonisation zu gewinnen. Nach einem Empfang an der Station kamen die Gäste mit den Führern der Arbeiterpartei zusammen, am Nachmittag fand ein Bankett statt und am Abend strömten große Massen im ״Beth Haam“ zusammen, um die Gäste zu begrüßen. Es war eine jener riesigen Ver- Sammlungen, wie man sie außerhalb Tel-Awiws nur sehr selten, in der Stadt jedoch mehrmals 1m Jahre finden kann. Eine Versammlung von vielen Tausenden, die sich auf den Sitzen und in den Gängen drängen und mit klassischer Geduld Disziplin halten, um die Worte der Redner zu hören. Die amerikanischen Gäste, Führer der jüdischen Gewerkschäften in Amerika, sind von der palästinensischen Arbeiterschaff mit großem Interesse auf genommen worden. Die Arbeitcrorganisation hat seit Jahren der zionistischen Propaganda unter den jüdischen Arbeitern Amerikas große Aufmerksamkeit zugewendet. Jahr um Jahr sind aus Palästina Delegationrn nach Amerika gegangen, um dort den Drive für die Fonds der Arbeiter durchzuführen. Die Resultate waren nicht unbeträchtliche Summen, die zur Entwicklung der kooperativen Institutionen der Arbeiter Im Lande ihr Scherflcin beigetragen haben. Wie bei jeder Finanzaktion dieser Art mußte eine umfassende Aufklärungsarbeit den Boden für alles weitere vorbereiter!. Das wichtigste Arbeitsfeld boten die jüdischen Gewerkschaftsorganisationen, die am Anfang den Ideen und Aspirationen der palästinensischen Arbeiter ohne viel Interesse und Verständnis gegenüberstanden und im Laufe der Jahre nach und nach den Ideen des arbeitenden Palästina näher kamen. Für den Fortschritt zeugt die Tatsache, daß die Gewerkschaften die Wahl des Sekretärs für die Konferenz des arbeitenden Palästina in Berlin bestätigten und daß der Vorsitzende der ״American Federation of Labour“ diesem Delegierten ein besonderes Begrüßungsschreiben für die palästinensische Arbeiterorganisation übersandte. Achtung! Repräscniantcnwahlei»! Jüdische Frauen stehen zum grSAten Teil nicht in der Wählerliste' Sichert Euch Euer Wahlrecht! Seht die Wählerlisten ein! In dem Besuch der ersten amerikanischen Arbeitendegierten in Palästina und ihrer Teilnahme an der Berliner Konferenz reift der Arbeiterorganisation eine der Früchte ihrer langjährigen Bemühungen, und gerade unter den gegenwärtigen schweren Bedingungen bedeutet diese Delegation sowohl für die Führer wie auch für die Massen eine Genugtuuiig und Ermunterung. Und nicht nur die Arbeiter haben die Ankunft der Delegierten freudig begrüßt, sondern auch weite andere Kreise des Jischuw, die den Fortschritt dieser Propaganda in Amerika als einen zionistischen Fortschritt empfinden. Südafrikanischer Arbeiterführer in Pattstina Jerusalem, 26. August, (J. T. A.) Die arabische Zeitung ״Felestin“ greift die Regierung an, weil sie zugelassen habe, daß Morris Kentridge, ein jüdisches Mitglied der Arbeiterfraktion im südafrikanischen Parlament, nach Palästina gekommen sei, um auf eigene Faust Untersuchungen über die politische Lage anzustellen. Diese Untersuchungen seien durchaus überflüssig, nachdem zahlreiche Kommissionen mit dieser Aufgabe betraut worden waren. - Nach seinem Eintreffen in Jerusalem gewährte Morris Kentridge der JTA. ein interview׳. .Kentridge erzählte von dein ihm gegenüber zum Ausdruck gebrachten Wunsch britischer Regierungskreise nach mehr Freundschaff und Zutrauen seitens der Juden. Der Weltkongreß Iflr das Arbeitende Palästina Das Komitee zur Vorbereitung des Weltkongresses für das Arbeitende Palästina, der am 27. September in Berlin beginnt, hat die Vertreter der jüdischen Presse zu einer Konferenz eingeladen, in der die Führer der palästinensischen Arbeiterschaft, die gegenwärtig zur Teilnahme an den Sitzungen des zionistischeu A.-C. und des Administrative Committee der Jewish Agency in Berlin weilen, über die Ziele des Weltkongresses für das Arbeitende Palästina referierten. Nachdem M. Neustadt Mitteilungen darüber machte, welches Echo der Ruf der Histadruth (Palästinensische Arbeiterorganisation) zur Teilnahme an dem Kongreß in jüdischen und auch nichtjüdischen sozialistischen Kreisen in der ganzen Welt geweckt hat, referierte E. K a pl a n , Mitglied der Exekutive der Histadruth, über Struktur und Ziele dieser Gewerkschaft der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, die mehr als eine Gewerkschaft ist, da sie auch die politische, kulturelle und geistige Einheit der jüdischen Arbeiterschaft darstcllt. Histadruth zählt heute rund 27 000 Mitglieder, sie leitet die Arbeiterorganisation, sie begründete Kwuzoth und Moschawim, organisierte die Arbeiterkooperation, die Arbeiterkrankenkasse Kupath Cholim, begründete die Arbeiterbank und schuf verschiedene andere wirtschaftliche und kulturclle Arbeiterinstitutionen im Lande. Noch sei das Werk der jüdischen Arbeiterschaft umgeben von einet Wand des Ni ch t v e r s t ehe n s; Ziel des Kongresses für das Arbeitcndc Palästina ist cs: erstens die Welt über das wahre Wesen und die Ziele des jüdischen Arbeiterwerkes aufzuklären, zweitens eine politische Demonstration der Histadruth-Ziele zu sein, drittens, die Freunde des Arbeitenden Palästina in der ganzen Welt zu ständiger Mitarbeit zu vereinigen. Zu der Avantgarde, die in Palästina steht, müssen sich die zehntausende, ja hunderttausende Freunde des zionistischen und sozialistischen Aufbaus gesellen. D. Ben Gurion definiert den Kongreßgedanken als den Willen der jüdischen Arbeiterschaft zum Volk und zu Palästina. Im einzelnen gab Ben Gurion einen Umriß von Wesen und Arbeit der Histadruth und kam zu dem Schlüsse, daß in keinem Lande der Welt die jüdische Arbeiterschaft das allgemeine jüdische. Leben so beeWJußt Palästina. Von, d« 172 TO , palästinensischen Juden sind 38 000 Arbeiter, davon sind 30 000 gewerkschaftlich organisiert. Die jüdische Arbeiterschaft in Palästina kann man in nicht weniger als 162 Fächer einteilen, wovon die landwirtschaftliche Arbeiterschaft (17000) dominiert Die Arbeiterschaft gab die Anregung zur Gründung der Knesseth Jisrael und es ist bezeichnend, daß 48 0/0 der Mitglieder des Waad Leumi Arbeitervertreter sind. Die Arbeit in Erez-Israel ist getragen von einem großen nationalen Pathos. Die Arbeiterschaft hat die hebräische Sprache als Instrument des Lebens gestaltet. — S. Kaplansky beleuchtete die Beziehung der palästinensischen Arbeiterschaft zur Internationale berichtete über die Tätigkeit des bei der zweiten Internationale bestehenden Palästina-Komitees und über das Interesse, das der Kongreß für das Arbeitende Palästina auch in nichtjüdischen internationalen sozialistischen Kreisen, insbesondere unter den Führern, geweckt hat. __ Kleine Nachrichten Der Unte.rstaatssekretär im Kolonialamt, Dr. Drummond Shi eis, wird, wie ״Jewish Chronkle“ erfährt, in Begleitung seines ■parlamentarischen Privatsekretärs, des Mitglieds des Unterhauses, George M at h e ws, am 19. September die Reise nach Palästina antreten. Die Rede von David Yellin vor der Klagemauer- Kommission wurde jetzt von jüdischer Seite als besondere Publikation in arabischer Sprache herausgegeben und an die arabischen Zeitungen in Palästina und in den Nachbarländern versandt. ״El Mokattem“ veröffentlichte den vollen Inhalt der Rede, während einige arabische Zeitungen Auszüge aus der Broschüre brachten. Am 12. August traf in Tel-Awiw eine Delegation der New Yorker ״Frauenliga für Palästina“ zu einer zehntägigen Besichtigung des Landes ein. Die Delegation nahm an einer Grundsteinlegung für ein Chaluzoth-Heim in Haifa teil. Am 17. August wurde im Hause von Col Kisch ein Empfang für das Mitglied des polnischen Sejms und Führer der polnischen Zionisten, Herrn Hartglas, veranstaltet. ' Am 17. August wurde in Anwesenheit von Vertretern verschkdener jüdischer Institutionen und hoher Regierungsbeamter der Grundstein für das Schlachthaus in Tel- A w i w gelegt. Der Distriktsgouverneur, Major Campbell, brachte in einer hebräischen Ansprache seine Hoffnung auf die weitere Entwicklung der Stadt und des Jischuw zum Ausdruck. (Ziko.) Der soeben veröffentlichte Jahresbericht des K o n s i s t o - riams der Juden in Frankreich enthält einen Protest der französischen Judenheit gegen ״die in Palästina vollzogenen Akte der Intoleranz und des Hasses“ im Zusammenhang mit den Unruhen im August des vergangenen Jahres und spricht die Hoffnung aus, daß die Mandatarmacht imstande sein werde, in Zukunft die Erhaltung von Frieden und Ruhe 1m Lande zu gewährleisten. Die Errichtung der Eisenhahn-Werkstätten in Haifa, für die ein Betrag von 57 705 Pfund vorgesehen ist, wurde an jüdische Unternehmer aus Jerusalem vergeben. An der Submission hatten sich auch arabische und englische Firmen beteiligt. (Ziko.) Jerusalem, 27. August. (J. T. A.) Der Leiter des Büros der Arabischen Exekutive, Subhi Bey el Hadra, wurde von der Polizei wegen der Veröffentlichung eines scharfen antihritischen Artikels in der arabischen Zeitung ״Al Jamea el Arabia“ verhört. Die Zeitung ist wegen Veröffentlichung dieses Aufsatzes verboten worden.

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