Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 66 (22.8.1930)
- Date
- 1930-08-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 436 JU.EDISCHE RUNDSCHAU Nr. 66, 22. VIII. 1930 Schekel-Ausweis abgeschlossen am 20. August 1930 Aachen 1, AHensteln 20, Arniwalde 3, Augsburg —, Asehaffenburg —, Aschersleben 15, Bamberg 20, Bedburg 7, Berlin 663, Beuthen 131, Bielefeld 40, Bochum —, Bonn 36, Braunschweig 1, Bremen 7, Bremerhaven —, Breslau 568, Buchau 6, Bunzlau 8, Bütow 6, Chemnitz 200, Coblenz —■, Cöthen —, Cottbus —, Darmstadt —, Dessau 75, Dt. Eylau —, Dortmund 47, Dresden 71, Duisburg 30, DUren 15, Düsseldorf 43, Eisenach —, Elberfeld 69, Elbing 11, Emden —, Erfurt 79, Erlangen —, Eschwege —, Essen 33, Eydtkuhnen —, Frankfurt a.M. 190, Frankfurt a.O. 9, Freiburg 2, Fulda 3, Gelsen- Kirchen —, Gießen 5, Gleiwitz —, Glogau 6, Görlitz 41, Gotha 14, Göttingen 1, Groß-Strelltz —, Grilnbaum 1, Guben 5, Gunzenhausen 3, Haigerloch 3, Halberstadt 48, Halle 33, Hambom 40, Hamburg 120, Hameln 27, Hanau 33, Hannover 92, Hattingen 5, Heidelberg 42, Heilbronn 13, Heilsberg 1, Herford —, Herne 2, Hersfeld 10, Hildeshefm —, Hindenburg 46, Idar 4, Ilmenau 3, Insterburg 33, Jessnitz 4, Johannisburg 1, Jülich 20, Karlsruhe 1, Kassel 50, Kiel 22, Kissingen 6, Kolberg 1, Köln 36, Königsberg 320, Konstanz 30, Landeck 4, Landsberg 1, Lauban 1, Leipzig 239, Liebstadt —, Liegnitz 30, Lübeck 101, Lüdenscheidt 8, Magdeburg 45, Mainz 36, Mannheim 73, Marburg 2, Melbrichstadt 4, Merzig 10, Millifsch 8, Mühchen 229, M.-GIadbach 19, Neidenburg 2, Neuenahr 5, Nordhausen 2, Nürnberg 249, Oberhausen 18, Oppeln 65, Osnabrück 48, Paderborn 2, Pforzheim 11, Pirmasens 5, Plauen —, Rastatt 6, Ratibor 37, Regensburg —, Reichensachsen 2, Rodges —, Rostock 16, Ruhla 3, Saarbrücken 140, Spandau —, Schlevelbeln 1, Schneidemühl —, Stettin 78, Stolp —, Stuftgart 23, Trachenberg 9, Trier —, Vacha 6, Waldenburg 16, Waltershausen 6, Wiesbaden 66, Würz bürg 19, Worms 1, Zwickau 30. Wie der vorstehende Ausweis zeigt, stehen unsere Gesinnungsgenossen In zahlreichen Orten noch ganz im Anfang der Schekelaktion. Eine entschiedene Steigerung der Bemühungen unserer Vertrauensleute um den Verkauf des Schekels ist u n ־ bedingt erforderlich. Wir stehen bereits dicht vor dem Abschluß der Aktion, und da dieses Jahr ein Kongreßjahr sein wird, würde eine Saumseligkeit auf Seiten unserer Gesinnungsgenossen eine erhebliche Schädigung unserer gesamten Arbeit und der Bedeutung des deutschen Zionismus In der Weltorganisation zur Folge haben. Wir rufen daher nochmals die Zionisten auf, alle zur Verfügung stehenden Kräfte zu sammeln und in den Dienst der Schekelaktlon zu stellen. Die Jugendorganisationen haben sich bereit erklärt, ihre Mitglieder für die Schekelwerbung einzusetzen. Wir erwarten von allen Gesinnungsgenossen, daß sie das bisher Versäumte nachholen und alle bereits gesammelten Schekelgelder umgehend an uns überweisen. Die Lande8scheMelR0ffl1nls8i0n der zionistischen Vereinigung rar Deutschland Berlin W 15, Meinekestr. 10. Postscheckkonto: Berlin 8091, Zionistische Vereinigung für Deutschland. Bankkonten: Darmstädter und Nationalbank, Depositenkasse Berlin W 15, Kurfürstendamm 52, Volksbank Iwria, Berlin W 8, Französische Str. 8. Schekelpreis: N. 1.50 Der Sabbat-Weltkongreß Vom Kongreßbüro des Weltverbandes für Sabbatschutz Schomre Schabbos wird uns mitgeteiit: Ueber 220 Delegierte aus den verschiedensten Ländern werden zu der Tagung erwartet. Naturgemäß wird Deutschland am stärksten vertreten sein. Die Jüdische Gemeinde Berlin entsendet ihren ersten Vorsitzenden Herrn Direktor Kareski und ihren zweiten Vorsitzenden Herrn Kammergerichtsrat Wolff als Delegierte. Die Kultusgemeinde Wien hat ihr Mandat ihrem Vorstandsmitglied, Kommerzienrat Lettner, übertragen. Namhafteste Vertreter des jüdischen Geistes- und Wirtschaftslebens der verschiedensten Länder, hervorragende Persönlichkeiten der mannigfachen jüdisch-politischen Richtungen finden sich als Delegierte im Zeichen der überparteilichen Arbeit für den Sabbat zusammen. Neben den größten Rabbinen Litauens sind auch namhafte Rabbeim angemeldet, ebenso die Landesrabbinen einiger Länder des Balkans. Aus der Reihe der Delegierten seien genannt: Dr. Mirvish, Kapstadt (Südafrika), Dr. Drachman-New York, Dr. Dreistman, Vertreter der Young Israel-Organisation, New York, Redakteur Gedaljah Bublik, Vorsitzender der Misrachi- Organisation Amerikas, Großkaufmann Staviski-New York, Oberrabbiner Dr. Friediger-Kopenhagen, Fabrikant Frederik Hertz-Kopenhagen, Chief-Rabbi Dr. Herzog-Dublin, Dr. Gutnick-London, Alexander Rubens-London, Rabb. Dr. Langer- Paris, Großkaufmann Rekanati-Saloniki, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde und Stadtrepräsentant, E. Ascher-Amsterdam, Fabrikant Henry Guggenheim, Dr. Sluys und Rabbiner Saarlouis-Amsterdam, Rabbino Maggiore Dottore Gustavo CastellboIognesi-Padua, Dottore Alfonso Pacific!, Direktor des ״Israel“-Florenz, Oberrabbiner Dr. Frankfurter-Vinkovci (Jugoslawien), Sejm-Abgeordneter Dubin (Lettland), Großrabbiner Schneersohn (Lubawitscher Rcbbe), Samarius Gourary, Oberrabbiner Rubin-Vilkomir, Oberrabbiner Schapiro-Kowno, Rabbiner Kahnemann-Poniwesch, David Yellin, vormaliger Präsident des Waad Leumi-Jerusalem, Rabbi Meir Berlin, Präsident des Welt-Misrachi, Jakob Rosenheim, Präsident der Agudas Jisroel-Weltorganisation u. a. m. — Aus Anlaß des Kongresses veranstalten die Berliner Synagogen am Sabbat, dem 23. August, Festgottesdienste. Eine gesellige Zusammenkunft Vereinigt die anwesenden Delegierten am Sabbatausgang. Verschiedene Organisationen bereiten Zusammenkünfte mit ihren Freunden unter den Delegierten vor. In einer Massen- Versammlung am Montag, dem 25. August, abends, wird die Berliner jüdische Oeffentlichkeit Gelegenheit haben, die hervorragendsten Redner aus der Reihe der ausländischen Delegierten persönlich kennen zu lernen. — Die Tagesordnung des Kongresses haben wir in der vorigen Nummer veröffentlicht. Ausgrabungen in Palästina. Die gemeinsame Expedition des Pittsbourgher Zenia-Seminars und der amerikanischen Schule für Orientforschung in Jerusalem erstattet soeben einen Bericht über die Arbeiten, die sie in den letzten acht Wochen bei Tel Beit Mursim, dem alten Kirjath Sefer (südwestlich von Hebron) durchgeführt hat. Die Ausgrabungen geben eine vollständige Uebersicht über die Kulturgeschichte Palästinas angefangen vor 2000 v. Chr. bis zur Zerstörung der Stadt durch Nebukadnezar 586 v. Chr. Es wurden die Ueberreste von zehn übereinanderliegenden Städten gefunden. Die ausgegrabenen Kultgegenstände und sonstigen Geräte beweisen nach der Meinung des Leiters der Expedition, Prof. M. G. Kyle, eine Uebereinstimmung der biblischen und weltlichen Geschichte und geben außerdem chronologischelnformationen, nach denen die Zeit Abrahams, die Zerstörung von Sodom und Gomorra, der Auszug aus Aegypten und die Eroberung Kanaans durch die Israeliten genau bestimmt werden kann. BERLINER KALENDER Ciga für 6m ar&riten&e paläfiina. Im ©onnnbenö, ben 28. Äugufi, 20>/a Ul)*, ßffcntlidje ffunbgc&ung im gro§en 6aale bet ajlufiferfeftfdle, Saiftr» 2ötIE)eIm«<Str. 81. Ifiema: ,/©eltfongrefi für tat flr6«ifenbepaläfHna".9teferenten: ®.Ben ffiurion, @ RaplanSft, ß.RapIart, Dr. ®.Äalefo, 9JI. Sleuffabt, @. Sftubafcfjonj, jj, Sprinjaf, Sorftfe: grife 97apf)tali, Der Bundestag des J. J. W. B. Die Bundesleitung des J. J. W. B. teilt uns mit, daß der in Nr. 64 der ״J. R.“ abgedruckte Bericht eine Reihe von sachlichen Fehlern und Lücken enthielt. Die Bundesleitung des J. J. W. B. legt darum Wert darauf, folgende Ergänzung zur Veröffentlichung zu bringen: Es waren vor allem innere Probleme des Palästina-Aufbaus, die, wie in den vergangenen Monaten, auch die große Aussprache des Bundestages bcherrschten. Die wachsende Verbindung mit Palästina führte die älteren Menschen des J. J. W. B., der aut einem nunmehr zehnjährigen Weg seine Entwicklung zur Nachwuchsbewegung der palästinensischen Arbeiterschaft genommen hat, dazu, die engeren Fragen des Aufbaus — unsere Beziehung zu den arabischen Arbeitern, unsere Stellung zur arabischen Arbeit in den Kolonien —- eingehend zu erörtern. Wenn auch die Gefahr naheliegt, daß die spezifischen Fragen eines Erziehungsbundes Gemeinde- und Verbandswahlen Sehet die Wählerlisten ein! Für Euch, Eure Familie, Eure Bekannten. Die Wählerlisten liegen bis zum 15. September aus: Gemeindebüro, Oranienburger Str. 29, Montag bis Donnerstag 8—4 Uhr, Freitag 8—3 Uhr, Sonntag 8—1 Uhr. Das Wahlrecht ist von der Steuerleistung unabhängig. Wahlberechtigt sind Männer und Frauen, die in Berlin seit einem Jahre ansässig sind. iiiuiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiniiiiiifiiniiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiimiiiiNiiiiiH darüber ins Hintertreffen geraten, entsprach es doch einem inneren Bedürfnis des Bundes, die allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Grundlagen der Verwirklichung einmal von Bundes wegen zu klären. In diesem Sinne brachte die Ausspräche des Bundestages sicherlich, was man von ihr erwartete. — Salman Rubaschow, der im Namen der Histadruth Gaowdim zum Bundestag erschienen war, beteiligte sich an allen Sitzungen des Bundestages und sprach vor dem Bundestag über die ״Grundlagen des Werkes der Arbeiterschaft in Pa- Iästina“. In einem anderen Referat gab er eine tiefgründige Analyse und Darstellung der Ereignisse in Palästina und der Araberfrage. — Aut dem Bundestag fand auch eine Zusammenkunft des Alijah-Kibuz ״Heh“ des Bundes statt, der noch in diesem Jahr zur Alijah zu kommen gedenkt. Die Hachscharah-Kibbuzim trafen sich zu einer Besprechung, auf der auch besondere Mädchenfragen behandelt wurden. An dieser Besprechung beteiligte sich die Chaweralt Rachel Kaznelson- Rubaschow׳. — Unter Hinzuwahl von Alfred v. d. Walde, der in diesen Wochen aus Palästina erwartet wird, winde die bisherige Bundeskitung, die Chawerim Schura Oscherowitsch, Aharon NeUenbogen und Seew Orbach, von neuem gewählt. Nach dem notwendigen Schritt der inneren Klärung wird die Aufgabe des Bundes in der Zukunft vor allem in dem Hineintragen seiner Aufgaben in weitere Kreise der jüdischen Jugend liegen. Vermischtes Oberkantor Aron Friedmann, Berlin, vollendet — wie uns geschrieben wird — am 22. August sein 75. Lebensjahr in körperlicher und geistiger Frische. Der Jubilar war 41 Jahre als Kantor der Berliner Jüdischen Gemeinde tätig. Neben seiner erfolgreichen Amtstätigkeit schrieb Friedmann mehrere Werke, darunter ein großes Chasonnssches Werk ״Schir Lisch’laumau“. Die drei Bände ״Lebensbilder berühmter Kantoren‘• aller Länder erschienen schnell "hintereinander. Der dritte Band hat einen Anhang zur Geschichte des jüdischen Kantorats ״Der Vorbeter“, womit Fr. den Grundstein für eine Geschichte des jüdischen Kantorats legt. In seinen ״Er- 1'nnerungen, 50 Jahre in Berlin“, 1928 erschienen, schildert Fr. seinen Berliner Werdegang in höchst anschaulicher Weise. Möge ihm ein Lebensabend in ungebrochener Frische beschieden sein. D. K. Auftakt zum Kongreß für das Arbeitende Palästina. Im Zusammenhang mit dem ara 27. September in Berlin beginnenden Weltkongreß für das Arbeitende Palästina findet am Sonnabend, den 23. August, abends, im großen Saal der Musiker- Fcstsäle zu Berlin, eine öffentliche Massenkundgebung statt, aut der die Führer der Bewegung für das Arbeitende Palästina in Palästina und In Deutschland, D. Ben-Gurion, S. Kaplansky, J. Sprinzak, Fritz Naphtali, M. Neustadt, AI. Kaplan, S. Kaleko und S. Rubaschow, die Oeffentlichkeit über Wesen und Zie! des Kongresses informieren werden. Soeben erschien: Nr. 5 der Schriftenreihe der Jüdischen Rundschau Dokumente zur Palästina-Politik 1929-1930 □er Shaw-Bericht / Unsere Antwort auf den Shaw-Bericht / Politische Dokumente ■k Preis 1.— RM. Zu beziehen gegen Voreinsendung des Betrages oder per Nachnahme durch die nlRRliclie Rundschau“ Berlin W IS / Meinekestraße 10 Postscheck - Konto: Berlin Nr. 17392 ״Ort -Konferenz In Berlin. Gleichzeitig mit den Tagungen des Aktions-Comites und der Weltkonferenz der Schomre Schabbos-Bewegung findet in Berlin eine außerordentliche Beratung der Zentralverwaltung und des Ratspräsidiums des Verbandes ״Ort“ statt. An den Sitzungen nehmen Vertreter aus verschiedenen Ländern teil. Landeskonferenz des Hapoöl Hazair. Auf wiederholte Anfragen teilen wir mit, daß die Vormittagssitzung der Landeskonferenz am 31. August im Beth-Am, Charlottenburg, Grolmanstr. 36 (Referate: E. Kaplan: Die politische Lage; G. Landauer: Die Lage in der zionistischen Bewegung) öffentlich ist. Zur Nachmittagssitzung (Referat über Ichud und Organisationsreferat) haben nur Chawerim des Hapoel Hazair Zutritt. Die Frauen •Arbeitsgemeinschaft für Palästina eröffnet ihre diesjährige Arbeit mit einer großen öffentlichen Ver- Sammlung am Mittwoch, dem 27. August, abends 81/3 Uhr, im Meistersaal, Köthener Str. 38. Es werden sprechen: Schoschana Persitz, Vizebürgermeister von Tcl-Awiw: ״Aus dem Leben der jüdischen Stadt“ und Arthur Ruppin, Exekutivmitglied der Jewish Agency: ״Die wirtschaftliche Perspektive in Palästina“. Gäste herzlich willkommen. Arbeitsgemeinschaft zionistischer Jugendverbände. Anläßlich der Anwesenheit von Herrn Dr. Werner Bloch in Floliand hatte der Zentralrat der Arbeitsgemeinschaft zionistischer Jugendverbände eine ausführliche Besprechung über die weitere Arbeit. Es stellte sich heraus, daß 18 zionistische Jugendverbände sich der Arbeitsgemeinschaft aut Grund der Beschlüsse der Budapester Konferenz angeschlossen haben. Von allen Ländern wird die Gründung beifällig aufgenommen und von der Zentralstelle eine initiativreiche Arbeit erwartet. Die Zentralstelle hat eine intensive Korrespondenz mit allen Verbänden aufgenommen und wird in den nächsten Tagen das erste umfangreiche Zirkular herausgehen lassen. Diese ״Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft zionistischer Jugendverbände“ werden neben mehreren grundsätzlichen Artikeln ein Protokoll der Budapester Konferenz enthalten. — Der Zentralrat der Arbeitsgemeinschaft beschloß, anläßlich des nächsten Zionistenkongresses eine Tagung abzuhalten, zu der jeder angeschlossene Verband einen Vertreter entsenden soll. Der Antisemitismus des Alpenvereins. Zophim, Bund jüdischer Pfadfinder, schreibt uns: Gelegentlich einer Tour durch die Hohen Tauern übernachtete eine Berliner Gruppe eines jüdischen Jugendbundes auf dem Glocknerhaus, welches der Sektion des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereins unterstellt ist. Bei der vorgeschriebenen Eintragung in das Hüttenbuch wurde selbstverständlich unter der Spalte ״Vereinszugehörigkeit“ der Name des Bundes notiert. Als später festgestellt wurde, daß dieser Name ausradiert war und sich an seiner Stelle ein großes Hakenkreuz befand und man sich daraufhin bei der Hüttenleitung beschwerte, erklärte diese, daß diese Maßnahme von der Leitung selbst vorgenommen worden sei mit der Begründung, daß Juden in den Deutsch-Oesterreichischen Alpenverein nicht aufgenommen würden, ja man verlangte sogar, daß der Bundesname, der inzwischen von einem Mitglied der Gruppe wieder eingefügt worden war, nunmehr von der Gruppe selbst wieder zu entfernen sei. Dies wurde selbstverständlich verweigert. — In Zukunft werden daher jüdische Besucher dieser schönen Alpengegend sich mit den anderen in der Nähe liegenden Unterkunftsmöglichkeiten begnügen müssen. Verband Jüdischer Ingenieure und Chemiker in Deutschland E. V. Wir sind in der Lage, folgende Stellen an Ingenieure nachzuweisen: 1 Betriebsleiter für Radio-Apparate-Fabrik im Ausland; Teilhaberschaft an Ingenieur- und Patentbüro in ostdeutscher Industriestadt. Bewerbungen sind an das Büro des Verbandes, Berlin N 24, Auguststr. 17, zu richten. Die palästinensischen Motorradfahrer in Polen. Auf ihrer Reise durch Polen besuchten die palästinensischen Motorradfahrer Posen, Warschau, Plock, Wlodawek, Zgierz, Lodz, Piotrkow, Czestochow, Bedzin, Sosnowice, Bielsko und Krakau, wo sie überall begeistert empfangen wurden. Schule der Jüdischen Jugend, Berlin. Im Sommertrimester (Mai-Juh) 1930 fanden 11 hebräische und 8 sonstige Kurse und Arbeitsgemeinschaften über jüdische Gegenstände statt. Die Zahl der Schüler betrug 200, davon 112 männlichen und 88 weiblichen Geschlechts. Ke Mehrzahl der Schüler belegte nur einen Kurs, ein Anzahl zwei, drei und vier Kurse. Zirka 100 Schüler hatten schon in früheren Trimestern Kurse der Schule besucht, während die andere Hälfte in diesem Trimester neu hinzugekommen, ist. Ueber die Zusammensetzung■ der Schülerschaft geben die folgenden Ziffern Auskunft: es gab 150 in jüdischen Jugendbünden organisierte, 50 nichtorganisierte Besucher . Die hündische Jugend verteilte sich wie folgt: Kameraden 52, Kadimah 41, Deutsch-Jüdische Jugendgemeinschaft 19, Jung - Jüdischer Wanderbund 14, K. J. V. 9, Bar Kochba 5, Zophim 4, sonstige 6, Von den Besuchern waren 90 Schüler, 37 Studenten, 48 berufstätig, 25 ohne Beruf(sangabe). Die 11 hebräischen Kurse waren von insgesamt 119, die übrigen 8 Kurse von 92 Teilnehmern besucht Außer den Kursen und Arbeitsgemeinschaften fanden noch mehrere Einzelabende statt, die regelmäßig von 200 bis 300 Jugendlichen besucht waren. Das H e r b s 11 r i - mester 1930 beginnt Mitte Oktober. Das Programm wird rechtzeitig bekanntgegeben. Ke bestehenden, hebräischen Kurse nehmen bereits am 20. August ihren Fortgang. Auskünfte erteilt der Leiter: Dr. Max Mayer, W 35, Kurfürstenstraße 49 (Tel.: Lützow 7343) oder das Sekretariat: Alice Goldmann, SW 61, Yorckstr. 88 (Tel.: Bergmann 472). Sammelt Wahlflugblätter! Das Gesamtarchiv der Deutschen Juden teilt mit; Der Reichstagswahlkampt wird voraussichtlich eine Fülle von Flugblättern hervor rufen, in denen die Parteien auch zur Judenfrage Stellung nehmen werden. Als Ausdruck politischer Anschauung und als Kenn- Zeichen einer auf die Psychologie der Massen abgestellten Agitation haben diese Wahlflugblätter ihren über den Tag hinausreichenden geschichtlichen Wert. Sie vergegenwärtigen in einem gewissen Sinne die Lage des deutschen Judentums und sind, richtig abgewogen, dazu geeignet, die Situation auch späterhin schlaglichtartig deutlich zu machen. Es ergibt sich daher die Notwendigkeit, diese Dokumente zu sammeln und möglichst vollständig zu erfassen, um sie dereinst der Forschung zur Verfügung stellen zu können. Kese Aufgabe hat sich aas Gesamtarchiv der Deutschen Juden gesetzt. Es ergeht daher an alle Organisationen und Einzelpersonen die dringende Bitte, die Bemühungen des Gesamtarchivs durch möglichst umfassende Sammlung und Ueberweisung von Flugblättern der bezeichneten Art und sonstigem einschlägigen Material, wenn möglich in mehreren Exemplaren, tatkräftig zu unterstützen. Alle Zusendungen werden erbeten an die Adresse: Gesamtarchiv der Deutschen Juden, Berlin N 24, Oranienburger Str. 28. K. J.V. Günstige Niederlassungsmöglichkeit für Frauenarzt in Norddeutschland kann nachgewiesen werden. Auskunft erteilt das Präsidium des K. J. V. Eingesandt. Alle Damen und Herren, die in ihrer Jugend die Fenenausflüge und Kinderfeste der Jüdisch-nationalen Frauenvereinigung mitgemacht haben, werden gebeten, zwecks Austausch von Jugenderinnerungen, sowohl ihre eigene Adresse, als auch die der damaligen Kameraden, soweit diese auffindbar sind, an Frau Lina ,Wagner-Tauber, Uhlaadstr, 116/117, zu senden.