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Jüdische Rundschau · 1930-08-05 · Heft 61 (5.8.1930) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 61 (5.8.1930)
Date
1930-08-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 404 J UEDISCH E RUNDSCHAU Nr. 61, S. VIH. 1930 0 des Problems hat nicht nötig, ausführlich zu werden. Es genügt, einige Fragen zu stellen und um deren Beantwortung zu bitten, Wieviel jüdische Eisenbahnarbdter, Straßenbahnschaffner, Polizeiwachtmeister, Oerichtsschreiber, Atntsdiener usw. gibt es im neuen Polen? Wie wird die Steuerpraxis in ganz Polen gehandhabt? Was ist mit der Zwangssonntagsruhe für jüdische Handwerker und Kaufleute? Wie noch ist die staatliche Subvention für jüdisch-religiöse und kulturelle Institutionen, verglichen mit den Subventionen an die katholische Kirche? Wieviel Juden werden (ohne einen gesetzlichen numerus clausus) an den Universitäten des Landes auf genommen? Zu bemerken ist, daß jeder zehnte Mensch in Polen sich zum Judentum bekennt und daß die Gleichberechtigung (abgesehen von Qualifikation und dem Grundsatz ״freie Bahn dem Tüchtigen“) sich bei der jüdischen Massenansiedlung im Lande statistisch erfassen ließe. Der neue Budget -Vorschlag Einnahmen-Schätzung 630 000 Pfund. In einem Leitartikel des ״Haarez“ (Tcl-Awiw) werden die Ergebnisse der jetzt Lu Jerusalem beendeten Beratungen über das den Sitzungen des A.-C. und des Administrative Committee vorzuschlagende Budget für das Jahr 5691 mitgeteilt und kommentiert. Während das in Zürich für 5690 beschlossene Budget 750000 Pfund betrug, wird für das nächste Jahr ein Budget von 630 000 Pfund vorgeschlagen, von dem jedoch nur 360000 Pfund für das eigentliche Palästina- Budget bestimmt sind, während der Rest für Schuldenzahlungen, verschiedene Investitionen, Deckung eines Teils des diesjährigen Defizits und administrative Ausgaben des Keren Hajessod und des Londoner Büros der Exekutive bestimmt sind. Dies ist, so schreibt ״Haarez“, kein Konsolidierungs-, sondern ein Liquidierungs-Budge t; es erweitert nicht die Arbeit, es ermöglicht nicht einmal die Konsolidierung des Bestehenden und ist unter den heutigen Umständen mangelnder zionistischer Glaube, mangelndes Vertrauen gegenüber dem zionistischen Willen des Volkes. Der Verfasser Ist damit einverstanden, daß die Aufgabe des Kolonisations-Budgets vom nächsten Jahre die Konsolidierung der bestehenden Sledlungen sein soll, da diese Frage endlich einmal gelöst werden muß und die ständige Verschiebung der Konsolidierung diese immer teurer macht, und da ohnehin außerhalb des regulären Budgets im nächsten Jahr eine Neukolonisation, nämlieh die Ansiedlung der 1000 Arbeiterfamilien in der Nähe der Pflanzungs-Kolonien, in Angriif genommen werden soll. Zum Zwecke der Konsolidierung hält die Kolonisations-Abteilung 262 000 Pfund für erforderlich, ein Betrag, der bei Berücksichtigung des durch die Mäuseplage erlittenen Verlustes das äußerste Minimum des Erforderlichen darstellen dürfte. Der Vorschlag der Treasury Ist jedoch!09 300 Pfund, so daß auch das nächte Jahr keine Konsolidierung bringen würde und wir erneut Geld verschwenden müßten. Der Verfasser geht dann zu einer Kritik der Geldaufbringungs-Aktion In diesem Jahre über, die mit einem Fehlbetrag von einer VlertelinHHon Pfund abgeschlossen habe. Er hebt rühmend das Verhalten von Herrn Felix War bürg :«ertöt;־ der;In'׳dtettMT״JWtre 800000 Dollar Wr Palästina‘gegeben habe und davor» 300000 Dollar für das Budget. Aber im übrigen habe die erweiterte Agency versagt. Wir verzweifeln nicht an den Hoffnungen, die wir an die Erweiterung geknüpft haben; denn wir wissen wohl, daß der Tod Marshalls, die Augustunruhen, die politische Spannung, die Wirtschaftskrise in allen Ländern der erweiterten Agency die Arbeit in diesem Jahre ungewöhnlich erschwert haben. Aber wir lehnen es auch entschieden ab, die schlechten Erfahrungen dieses Jahres zur Grundlage für die Budgets der folgenden Jahre zu machen und bereits jetzt zu erklären, daß wir uns bei unseren Hoffnungen auf die neuen Partner getäuscht haben. Wir dürfen im nächsten Jahre die diesjährigen Fehler und Sünden der Agency nicht weder gestatten, schreibt ״Haarez“ weiter; wir werden nicht zulassen, daß auch im folgenden Jahre in Amerika in einem allgemeinen jüdischen Drive der Palästinagedanke völlig verwischt wird. Wir verlangen ein Budget, das den Hoffnungen entspricht, die wir an die erweiterte Agency geknüpft haben. Kommen wir im Laufe der folgenden Jahre zu dem Ergebnis, daß sich diese Hoffnungen nicht bewahrheiten werden, so werden wir andere Wege suchen müssen, um die Sympathie der Nichtzionisten für unsere Sache fruchtbar zu machen. Neue Beschränkungen in der Klagemauer J e rus a 1 e m , 3, August. (J.T. A.) Für den Tischa-b-Aw- Gottesdienst an der Klagemauer wurde der Gebrauch von Kerzen zum Lesen der Kinoth und der Gebrauch von Sitzmatten verboten. Der Distriktskommissar von Jerusalem, Keith-Roach, teilte dem Waad Leumi und der Agudath Jisroel mit, daß die Zeremonie der Mondweihe (Kiddusch Levana) an der Klagemauer nicht abgehaiten werden darf. Diese Beschränkungen sind in der Vergangenheit präzedenzlos. * Jerusalem, 31. Juli. (J. T. A.) Die P a I ii s 11 n a - R e - g i e r u n g setzt die von der Klagemauer-Kommission begönnenen Bemühungen zur Erzielung einer gütliche «Einigung zwischen Juden und Arabern im Klagemauerstreit fort. Auf jüdischer Seite ist man, wie der JTA. berichtet wird, bereit, bedingungslos das Eigentum der Moslems an der Klagemauer und dem Platz vor der Klagemauer anzuerkennen, verlangt jedoch von den Moslems die Anerkennung des Rechts zur Ausübung des jüdischen Gottesd i e n st c s auf dem Platz vor der Klagemauer. Die Einigungs- Verhandlungen sind bisher nicht weiter gediehen, weil die Haitung der Partei des Mufti unverändert abweisend ist. ״Doar Hajom“ wieder revisionistisch Jerusalem, 31. Juli. (J. T. A.) Nach dem Bruch zwischen den Herausgebern des ״Doar Hajom“ und der revisionistischen Partei, der sich zuerst in einem Streik des Redaktionsstabes und dann in einer Erklärung der palästinensischen Revisionisten, daß ihre Beziehungen zum ״Doar Hajom“ abgebrochen sind, offenbarte, haben verschiedene Gruppen, unter ihnen die Lehrer-Organisation und der Misrachi, wegen Uebernähme der Redaktion mit den Besitzern der Zeitung verhandelt. Nachdem alle diese Verhandlungen zu keinem Ziele geführt haben, ist nunmehr die Wiederherstellung der revisionistischen R e d a ktionsfü h rung des Blattes sichergcstellt. Gemeinde und Verbandswahlen Für die am 30. November d. J. stattfindenden Wahlen in die ReprHsentanten-Versammhing der Berliner Jüdlsehen Gemeinde und zum Preußischen Landesverband jtidischer Gemeinden sind die Wählerlisten im Steuerbüro der jüdischen Gemeinde Berlin, Oranienburger Straße 29, In der Zeit vom 1. August bis 15. September während der Dienststunden zur Einsicht ausgelegt. Einsprach gegen die Richtigkeit der Liste ist innerhalb der angegebenen Zeit durch Zuschrift an den Vorstand der Jüdischen Gemeinde oder durch mündliche Erklärung im Büro der Gemeinde zu erheben. Spätere Einsprüche sind ungültig. Alle Wähler, insbesondere die jenigen, die in diesem Jahre zum ersten Male wählen sollen, werden auigefordert, sich davon zu überzeugen, ob sie in die auflTfegenden Listen aufgenommen sind. wwM1mM1111n1ns1111111mmm1iwi1m1u1w1uH1M1(^HWM1Bmnwu1H1111n11uiHm1i׳H1iit11i11u1M1i11a11ummBm1>1H111wiw1 Die politische Mischehe ״Die Welt am Montag“ vom 4. 4 M. veröffentlicht einen im nationalsozialistischen ״Angriff“ des Dr. Göbbels reproduzierten Brief des Jungdo-Führers Mahraun vom 1. Mai 1930 an einen seiner Vertrauensleute. In diesem Brief befindet sich nachstehender Passus: ״Im übrigen könnt Ihr beruhigt sein, daß die volksnationale Reichsvereini״ gung (die politische Organisation des Jungdo - A. d. Red.) mit aller Schärfe gegen das Judentum sich verwahren wird, das an den Grundsätzen unserer christlichen und deutschen Kultur rütteln will.“ Ferner berichtet in der gleichen Nummer der ״W. a. M.“ Hellmut v. Gerl ach über eine Pressebesprechung des Jungdo vor etwa 1 2'י Jahren. Damais wurden Herrn Mahraun eine Reihe klarer Fragen gestellt. Auf die Frage, wie der Jungdo zur Judenfrage steht, antwortete Mahraun: ״Er ist nicht antisemitisch, er ist asem 11 i s c h.“ Wir haben in der vorigen Nummer der ״J. R.“ unsere Betrachtung übei» die neue Staatspartei mit der Bemerkung abgeschlossen, daß man bis zur endgültigen Be- oder Verurtcilung der neuen Partei warten müsse, wie die Kandidatenliste dieser politischen Neubildung aussehen werde. Hierbei haben wir nicht verhehlt, da wir nicht nur mit kühler Reserve, sondern eher mic Mißtrauen diese Vereinigung der Demokraten mit dem Jungdo aufgenommen haben. Die Neubildung hat mittlerweile in der gesamten Presse ausführliche Betrachtungen erregt. Bei den Beteiligten, der Demokratischen Partei und dem Jungdo, scheint über den erfolgten Zusammen- Schluß keine reine Befriedigung zu herrschen. Um das Bild der ״Misch ehe“, das wir gebraucht haben und das merkwürdigerweise auch in vielen andern Organen zur Beleuchtung der Situation herangezogen wurde, noch einmal zu verwenden, kann man sagen, daß sich die Ehepartner in einem Zustände des Katzenjammers befinden. Die Deutsch-Demokratische Partei hoffte durch dieses Konnubium in vornehme Ge- Seilschaft zu kommen und der Jungdo versprach sich ein vorteilhaftes Rontjuerzium. Die,,i^ep^cr״״schei|1en sich abef gründlich getäuscht zu haben. Fraglich ist, ob im politischen Leben Scheidungen so leicht fallen wie im privaten Leben. Auch wenn dieses leicht möglich wäre, könnte es nicht ohne empfindliche Einbuße an gutem Ruf bei den engeren Familienangchörigen der Ehepartner erfolgen. Wieder nationalsozialistische Uebertälle Die strengen Verordnungen der preußischen Regierung und die Notverordnung der Reichsregieumg betreffend den Gebrauch von Waffen verschiedenster Art haben die Kampflust der Nationalsozialisten nicht einzudämmen vermocht. Es wiederholen sich Fälle, in denen hakenkreuzlerische Horden jüdisehe Passanten belästigen und schlagen. Die Frechheit der verhetzten Hakenkreuzler geht so weit, daß sie nicht nur in den Vorstädten, sondern auch im Zentrum Berlins ihr Unwesen treiben. Hierbei ziehen sie besonders die großen Cafe- Häuser in der Berliner City und in der Gegend des Kurfürstendamms als Kampfstätten vor. Zuletzt überfielen sie in der Nähe des Cafe König, Unter den Linden Ecke Friedrichstraßc, in der Nacht jüdische Passanten, darunter eine Gruppe heimkehrender Mitglieder des Jüdischen Box-Clubs Maccabi. Es kam zu einer argen Schlägerei, an der sich die Gäste des Cafe König beteiligten. Als schließlich die Schutzpolizei auf der Kampfstätte erschien, waren die Hakenkreuzler geflüchtet. Nach den Ueberfälien im Freibad Wannsee ist das Recontrc Unter den Linden der fünfte radauantisemitische Exzeß innerhalb weniger Tage. _____ Kommnnisl'sclie Titigkeit in Palästina Jerusalem, 31. Juli. (J. T. A.) in den Straßen Jerusalems wurde eine Broschüre verteil t, als deren Herausgeber sich ein Zentralkomitee der kommunistischen Jugendliga Palast inas bezeichnet, in dieser Broschüre wird über die Organisation des Hungerstreiks der 88 politischen Häftlinge, die weitverzweigte kommunistische Propagandatätig־ keit und ihren Widerhall, besonders unter den Arabern, be* richtet. Ferner ist von einer im Mai abgehaltenen Plenarsitzung, an der 27 Delegierte, darunter 8 Araber, teilgenommen haben und die geheimen Vorbereitungen leiteten, zu lesen. Es wird mitgeteilt, daß zum erstenmal Araber nicht als Gäste, sondern als verantwortliche Partner tätig waren, und daß bei der Plenarsitzung die Unruhen des vergangenen Jahres, in dem Bericht ״Die August-Revolte“ genannt, ausführlich diskutiert worden seien. Die Sitzung habe der Anordnung der kommunistischen Internationale besondere Aufmerksamkeit geschenkt, die dahin ging, daß das Land, für welches die Bolschewisic rung die beste Garantie freier Entwicklung darstellr, arabisiert werden müsse. Demzufolge sei auch die Arabisienung der kommunistischen Jugendliga in einer Resolution beschlossen worden. Die Mutter des während der palästinensischen Unruhen im August vorigen Jahres tödlich verletzten jüdischen Bahnarbeiters Chaim Birnbaum, eine ältere arme Jüdin in Radom, erhielt in dieser Woche nach längeren Bemühungen von der Palästina-Regierung den Betrag von 250 Pfund als Entschädigung für den Verlust ihres Sohnes ausgezahlt. Hinter verschlossenen Türen fand im Dienstgebäude des Distriktskommissars von laffa die Verhandlung gegen den jiiduschen Kommunisten Jerachmiel l.okatscher statt, der angeklayt ist, zur Zeit der Unruhea die Beduinen im Distrikt von Tiberias au!'gewiegelt und eine kommunistische Versammlung ' von Arabern organisiert zu haben. Die revisionistische Weltionfereuz Wie bereits gemeldet, findet die diesjährige Weltkonferenz der Zionistea-Revisionisten vom 10. bis 14. August in Prag statt. Das Büro der Konferenz befindet sich ln Prag, Betn Haam, Dlouha tr. 41, und erteilt ebenso wie die revisionistisehen Landesorganisationen (in Deutschland: Charlottenburg, Philippistr. 11) alle näheren Auskünfte bezüglich Visa, Fahrpreisermäßigung auf den tschechoslowakischen Bai»- nen, Unterkunft, Verpflegung usw. Ab 8. August ist aut den beiden großen Prager Bahnhöfen ein permanenter Bahnhofsdienst eingerichtet, Ordner mit blau-weißen Armbinden werden den Dienst versehen. Die Telegrammadresse der Weltkonferenz lautet Zlorev, Praha. Zu der Konferenz werden auch Gastk a r te n ausgegeben. Das Büro teilt mit, daß nur diejenigen Teilnehmer Anspruch aut Karten haben, die solche rechtzeitig beim Konferenzbüro bestellen. Die Karten kosten zur Eröffmmgssitzung 15, 10, 8 Kronen, zu den Verhandlungen per Tag 10, 8, 5 Kronen. — Die Tagesordnung der Konferenz, auf weleher Jabotinsky, Großmann, Lichtheim, Soskin u. a. Referate halten werden, ist für vier Tage berechnet. Die Exekutive wird durch Prof. Brodetzky vertreten sein. Ein Vorschlag Harry SncIIs In dem soeben erschienenen fünften Heft der vom Brith Schalom in Palästina herausgegebenen periodischen Zeitschrift ״Sc heifotenu“ (Unsere Bestrebungen), das in seinem ersten Teil eine ausführliche, von Rabbi Benjamin brillant geschriebene Polemik gegen die letzten gegen den Brith Scha- 10m gerichteten Presseäußerungen in ihrem weiteren Inhalt u. a. einen Briefwechsel mit Einstein enthält, ist auch ein Brief des Mitgliedes der Untersuchungskommission Harry Sneli abgedruckt. Sneil, dessen Minoritätsvotum zum Shaw-Bericht mit großer Befriedigung von der zionistischen Geffentlichkeit aufgenommen wurde, schreibt am 1. Mai 1930 u. a.: ״Ich möchte anregen, daß der Brith Schaiom die Möglichkeit untersucht, in jedem Dorf und jeder Stadt, wo beide Völker wohnen, binationale Ausschüsse zu gründen, wie ich es in meinen Anmerkungen zum Bericht der Untersuchungskommission vorgeschlagen habe. Solche binationale Ausschüsse haben in den südamerikanischen Staaten viel zur Verbesserung der Beziehungen beigetragen. Die Aufgabe der binationalen Ausschüsse wäre es, sich mit lokalen Angelegenheiten zu befassen, nicht mit den Schwierigkeiten zwischen den beiden Völkern. Der jüdische Einwanderer, der eine größere Weltkenntnis besitzt, hat die moralische Verantwortung, Ln solcher Weise zu helfen; die Resultate können gar nicht abzuschätzen sein.“ — Der Brith Schalom teilt mit, daß er die Anregungen von Mr. Sneil in eine Reihe von konkreten VorschFäf“ ״ geben׳ werden. Kongreß für das arbeitende Palästina Die Allgemeine Jüdische Arbeiter-Organisation in Palästina hat in Berlin ein Büro für den ״Allweltlichen Kongreß für das arbeitende Palästina“ (N 24, Auguststr. 17) gegründet, das auch ein Bulletin herausgibt, dem wir folgendes entnehmen: Bereits vor U/s Jahren hat die ״Allgemeine Jüdische Arbeiter- Organisation in Palästina“ (Histadruth haklalith) beschlossen, den ״Allweltlichen Kongreß für das arbeitende Palästina“ einzuberufen. Dieser Kongreß soll die Zehntausende von Genossen und freunden der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina, die sich in allen Ländern befinden, sammeln für das Aufbauwerk der Histadruth in Palästina. Als Vorbereitung für den Allweltliehen Kongreß haben in einer Reihe von Ländern Landes- Konferenzen für das arbeitende Palästina stattgefunden. So in Polen, Deutschland, Frankreich, Belgien, Litauen und Lettland und in einer Reihe weiterer Länder. Der ״Allweltliche Kongreß“, den die Histadruth jetzt endgültig auf den Monat September d. J. einzuberufen beschlossen hat, soll die zweijährigen Vorbereitungen abschließen, indem er die vielen Tausende von Freunden der palästinensischen Arbeiterschaft zu einem öffentlichen Forum versammelt. Er soll eine vollzählige Mobilisierung aller Freunde des arbeitenden Palästina in der jüdischen Welt und im internationalen Sozialismus bedeuten. Als Basis für den Allweltiichen Kongreß für das arbeitende Palästina hat die Histadruth folgende G rundsätze und Ziele festgesetzt: Grundsätze des arbeitenden Palästinas! Chaluz- und Volkseinwanderung nach Palästina auf breiter Basis; Arbeiteransiedlung in Palästina mit Hilfe nationalen Kapitals auf der Grundlage von kooperativer Selbstarbeit in Stadt und Landwirtschaft; Erwerb von Boden durch den Jüdischen Nationalfonds; organisierte jüdische Arbeit in der gesamten jüdischen Wirtschaft des Landes; eigenes Erziehungs- und Kulturwerk der Arbeiterschaft für die Jugend und den arbeitenden Erwachsenen; selbständige wirtschaftliche, potitische, kulturelie und organisatorische Tätigkeit der jüdischen Arbeiterschaff Erez-Israels; Stärkung des eigenen Fonds der Arbeiterschaff für ihre selbständige Tätigkeit; Kampf um eine Arbeiter- und Arbeiterinnen-Schutzgesetzgebung; Sicherung einer entsprechenden Interessenvertretung der Arbeiterschaft und der Volksmassen in allen Institutionen der jüdischen Gemeinschaft und den Verwaltungskörperschaften des Landes; gemeinsame Organisierung jüdischer und arabischer Arbeiter auf der Grundläge nationaler autonomer Einheiten; ständige Hilfeleistung zur Hebung des wirtschaftlichen und kulturellen Standards des arabischen Arbeiters. Ziele des Kongresses für das arbeitende Palästina: Moralische, politische und wirtschaftliche Unter- Stützung der Tätigkeit der Arbeiterschaft in Erez-Israel auf kolonisatorischem, wirtschaftlichem, kulturellem und gewerkschaftlichem Gebiete; Erziehung des jüdischen Volkes und insbesondere der Jugend im Geiste des arbeitenden Erez-Israel und ihre Vorbereitung zu der persönlichen Verwirklichung einer arbeitenden Gemeinschaft in Erez-Israel. Jüdische Jugendtagungen. Sonntag, den 3. August, wurde in Genf der für eine viertägige Tagungsdauer berechnete dritte Kongreß der ״Union Universelle ae Jeunesse Juive“ (Weltverband jüdischer Jugend) in der Aula der Genfer Universität eröffnet. Die Eröffnungsrede hielt der Vorsitzende der ״Union“, Aitne Paltiere. Gleichzeitig findet eine jüdische Jugendtagung statt, die von der ״Union Universelle de Jeunesse Juive“ (Paris), dem zionistischen Studentenverband ״Avukah“ (New York), dem Makkabi-Weltverband (Berlin), dem Schweizerischen jüdischen Jugendverband und einigen jüdischen Juf, .... - . . י•™ *-י —• ---■* »• -.י Jugend im Zusammenhang mit dem Problem der Assimilation“, 2. ״Was ist gegen Antisemitismus, Entjudung und die Gefahr der Uebertritte zu tun?“, 3. ״Synthese von Volk und Religion im Judentum“, 4. ״Was bedeutet die Wiedererrichtung der Jüdischcn Nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Bewußtsein im allgemeinen und die Renaissance-Bestrebungen * der jüdischen Jugend im besonderen?“

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