Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 52 (4.7.1930)
- Date
- 1930-07-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52. 4. VU. 1930 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Seite 351 Brief aus Palästina Klagemauer. — Heuschrecken. — Arbeitskonflikte. Von unserem palästinensischen Korrespondenten. A. Q. Tel-Awiw, den 26. Juni 1930. Die Klagemauer-Kammission hat mit ihrer Arbeit begonnen. Nach ihrem Eintreffen in Jerusalem stattete sie der Mauer, der Omarmoschec und dem Tempelplatz einen Besuch ab, um das Gelände zu besichtigen und traf bei dieser Gelegenheit mit den Vertretern der moslemischen Gemeinde zusammen. An diesen Besuch schloß sich eine Besichtigung der beiden großen Sy n agngen (der aschkenastschen und der sephardischen) und eine Besprechung mit den Oberrabbiner n über die Gebräuche der Juden beim Gottesdienst. Ueber die ersten Sitzungen der Kommission wurde bereits berichtet. Die Sitzungen sind der Presse zugänglich und auch für die Unterbringung einer Anzahl Gäste ist Vorsorge getroffen. Die Frage der Publizität der Sitzungen wurde vom Journalistenverband vor dem Zusammentritt der Kommission ausführlich erörtert. Es lag ein Antrag detn Korrespondenten der ״T i tri e s“ vor, die Kommission um geschlossene Sitzungen zu ersuchen, da die Teilnahme der Presse an den Verhandlungen die ohnedies gespannte Atmosphäre des Landes noch erhitzen und daher eher Schaden als Nutzen bringen könnte. Die Kommission sollte ersucht werden, zweimal täglich Bulletins herauszugeben, so daß die Oeffentlichkeit über die Verhandlungen auf dem laufenden sei, dagegen die Presse nicht zuzulassen. Der Antrag wurde heftig diskutiert und von einer Majorität angenommen. Die Kommission stimmte jedoch der Ansicht der Mehrheit des Journalistenverbandes nicht zu und erklärte bei dem Pressecmpfang, daß sie den Korrespondenten eine Anzahl von Sitzen zur Verfügung stelle. Die Presseplätze sind zahlreicher als bei der Shaw-Kommission. Obwohl es sonderbar erscheinen mag, daß Vertreter der Presse den Antrag stellen, sich selbst von Sitzungen auszuschließen, und man annehmen dürfte, daß es eher Aufgabe der Regierung wäre, in solchen Umständen die Initiative zu ergreifen, steckt doch in diesem Antrag das richtige Empfinden, daß sich Palästina heute keinerlei neue Sensati orten leisten kann. Und man kann durchaus verstehen, daß ein Beobachter, dem eine Befriedigung wirklieh am Herzen liegt, alles tun will, um keinen neuen Zündstoff für Erregungen zu geben. Wie die Dinge jedoch einmal liegen, wird cs wohl kaum einen Unterschied machen, ob die Presse täglich die Bulletins kommentiert, die von der Kommission heransgegeben werden oder die Stenogramme, die von den Presse- Vertretern gemacht sind. Man muß nur hoffen, daß alle Beteiligten ihr äußerstes tun werden, um die Reibungsflächen zu verringern und große Vorsicht in der Presse walten lassen. Von arabischer Seite beteiligen sich an den Verhandlungen der Kommission außer den Vertretern des moslemischen Rates Repräsentanten aus Syrien und Aegypten. Es treffen zahlreiche Telegramme von verschiedenen Lindem ein, die das Interesse der gesamten moslemischen Welt an der Westmauer bekunden sollen. Nach dem ersten Eindruck scheint die arabische Führung die Absicht zu haben, den Verhandlungen der Kommission eine starke Publizität zu geben und das Interesse nicht nur Palästinas, sondern auch anderer Länder, in denen Moslems zahlreich sind, auf die Frage der Klagemauer zu konzentrieren. Daher auch die Forderung nach einer zahlreichen Vertretung vor der Kommission (man verlangte zuerst vierzehn arabische Repräsentanten) und die mannigfachen Berichte über Führer, Gelehrte und Delegationen aus verschiedenen Gegenden, die die Interessen syrischer, transjordanischer, ägyptischer, marokkantscher, indischer Moslems vertreten, interessant ist, daß auch Christen jetzt von der moslemischen Führung für die Sache der Mauer mobilisiert werden. Unter den mannigfachen Namen, die heute genannt werden, tauchen auch christliche auf. Die Ankunft der Kommission hat in der jüdischen Presse einen sehr geringen Wiederhall gefunden. Es erscheinen Berichte über die Sitzungen, Ausschnitte aus der arabischen Presse, aber im al'gemeinen besteht vorläufig die Tendenz, die Dinge nicht stark zu pointieren, sie nicht sensationell aufzumachen und aufzubauschen. Die Ursache für diese Zurückhaltung liegt vor allem in der Erkenntnis, daß eine neue Zuspitzung dieser Frage, bei der srh heute Politik und Religion fatal verquicken, äußerst unangenehm wirken kann. Die Ereignisse der Mauer im Zusammenhang mit den Augustunruhen sind noch frisch im Gedächlnis und üben eine warnende Wirkung. * Nach einer großen Anstrengung von vielen Monaten hat die Regierung den Kampf gegen die Heuschrecken als beendet erklärt. Die Gefahr ist abgewendet worden, dem Lande ist kein Schaden erwachsen und die stete Wachsamkeit durch lange Zeit hat ihre Früchte getragen. Zum Abschluß der Kampagne hat die Regierung in Beer-Schewah, dem Mittelpunkt der Aktion, ein großes Fest arrangiert, an dem die Scheichs der Umgebung in großer Zahl zusammen mit dem High Commissioner und Beamten der Regierung teilnahmen. Ein großes Festmahl, Reitübungen ünd Tänze hielten die große Versammlung bis Mitternacht beisammen. Während jedoch das ganze Land aufatmet bei der Nachricht, daß die große Gefahr dieses Mal vorübergegangen ist, wird die Freude aufs schwerste beeinträchtigt durch die Nachrichten über die Mäuseplage. Es gibt große Bezirke, bei denen der Schaden von Tag zu Tag anwächst. Die gemischten Wirtschaften der Zionistischen Organisation im Emek sind schwer getroffen. Die Existenz der Siedler für das kommende Jahr ist an manchen Stellen in Frage gestellt. An einigen Orten haben sich die jüdischen und arablsehen Dörfer zusammengeschlossen, uni bei der Regierung Erlassung der Steuern, Saatgut und ähnliche Hilfe zu erlangen. Auch Forderungen an die Zionistische Exekutive t׳m Hilfe werden laut. Die Schädigung der' Wirtschaften in diesem Fahre ist eine sehr ernste Frage und bedarf einer dringenden Lösung. ♦ Nach deri Unruhen ist bekanntlich — wie in den Jahren 1920/21) die Zahl der jüdischen Arbeiter in den Pflanzungskolonien ruckartig in die Höhe gegangen. Die Kolonien absorbierten im letzten Winter Tausende von Arheitern. Bestimmte Tätigkeiten gingen fast völlig in die Hände von Juden über. Zugleich mit diesem Ansteigen der jüdischen Arbeit in den alten Kolonien ging die Anlage neuer Pflanzungen, die großen Zahlen neuer Ankömmlinge Arbeitsmöglichkeiten hot. Die Entwicklung der Dinge führte schließlich dahin, daß zur Zeit der Hauptsaison in den neuen Pflanzungen an vielen Stallen Arbeitermangel herrschte und die Forderungen vieler Pflanzer »ach weiteren Arbeitskräften nicht befriedigt werden Die Klage - Mauer - Kommission (notiert in der ersten Sitzung am 25. Juni 1930 von M. V. BEN GAVRIEL) Van Kämpen (Holland) Barde (Genf) Lofgrcn, Vorsitzender (Schweden) Dr.Eliash (JudUther Vertreter) l /׳\« IIIIIIIIIIIMIIIIIII[IIINIIIIIIIIIHIIIIIII[ll1lllllllllllllll[IIMI;i|IMII[lllllllllllllllll[lllll[lllllllllllll!lllll[lll!llltlllllll!llllllllllll!llllllllllll[llllll;lllllllll);lllll|lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllltlllllllllllllll[|lllllllllllllll[ll[|illllllllllllllllllll!IIIIIIH1m1IHIIIIIIIIllllln1ll konnten. In dieser Zeit konnte auch an vielen Stellen ein Steigen der Löhne beobachtet werden. Während noch im vorigen Jahre der Lohn eines einfachen Arbeiters in den Kolonien 17'/» Piaster betrug, war er im Frühjahr an vielen Stellen auf 20 Piaster »gestiegen. Und hier und dort begannen bereits Verhandlungen über weitere Steigerungen, auf 22 bis 25 Piaster täglich. Während aber noch die Tendenz einer Lohnsteigerung bei den Arbeitern anhielt, begann die Nachfrage nach jüdischen Arbeitern rapid zu sinken. Die Ursache war zweifach. Einerseits sank der Prozentsatz der jüdischen Arbeiter in den alten Kolonien wieder auf die gewöhnliche Tiefe herab. Andererseits ,wurde die Nachfrage nach Arbeitern bei Abschluß der Pflanzungs- Periode geringer. Die Folge davon war, daß an verschiedenen Stellen die Tendenz aufkam, den Arbeitslohn wieder unter 20 Piaster täglich herunterzudrücken. Diese Tendenz stieß naturgemäß bei den Arbeitern auf scharfen Widerstand. Es werden verschiedene Verhandlungen geführt und in Ness-Zionah wurde gestern sogar ein Streik angesagt, weil es nicht gelang, zu einer Vereinbarung zu gelangen. Nach dem ersten Streiktag gelang es jedoch, ein Schiedsgericht zusammenzusfellen, das über den Fall entscheiden soll. Zur Vermeidung weiterer Schwierigkeiten wäre es sehr zu wünschen, daß die Kollektivverträge, wie sie in den letzten Wochen in einigen Punkten des Scharon abgeschlossen wurden, auch auf weitere Kolonien ausgedehnt würden. Man könnte dadurch viele Reibungen sparen, die unnütz Störungen in den Betrieben verursachen und meist keiner Partei Nutzen bringen. Da bisher alle Versuche, die Arbeitsregelung für den ganzen Jisehuw zustande zu bringen, fehlgeschlagen haben, bietet sich nur der Weg, Arrangements in jeder Kolonie besonders zu er־ zielen und so nach und nach größere Kreise in die Arbeite* vertrage hinein zu ziehen. Gerade heute könnten Arbei tskon• flikte sowohl wirtschaftlich wie politisch von unliebsamen von keiner Seite gewünschten Folgen sein. Aus der Kulturbewegung in Polen Von unserem Berichterstatter. g. Warschau, den 30. Juni 1930. Die hebräische Sprach- und Kulturbewegung im ehemaligen Galizien tragt einen anderen Charakter als in den übrigen Teilen Polens. Während hier das hebräische Buch, die hebräische Zeitung und vornehmlich die hebräische Schule oftmals die einzigen Bildungsstätten des Juden sind, während diese hebräischen Kulturinstitutionen dem natürlichen Volksquell entstammen, war und ist noch heute die hebräische Bewegung Ln Galizien, gewissermaßen ähnlich wie im jüdischen Westen, in erster Lime eine Sprach bewegung, vom Zionismus getragen und gefördert. Es gibt in Galizien eigentlich (mit wenigen Ausnahmen) keine hebräische Volks- oder Mittelschule. Dagegen existiert ein dichtes Netz hebräischer Sprachkurse, Bibliotheken, Konversationsklubs u. dgl. Die jüdische Jugend, welche hauptsächlich allgemeine Schulen besuch;, hat die Gelegenheit, in diesen Kursen die hebräische Sprache zu erlernen. Die in den letzten Jahren in Galizien entstandenen jüdischen Volks- und Mittelschulen haben zwar Hebräisch in ihr Programm in breitem Maßstab aufgenommen, die Vortragssprache aber ist nicht hebräisch. Wenn man also von einer Tarbuthbewegung in Polen spricht, muß man sich diese Unterschiede vor Augen halten. Diese Feststellung soll aber keineswegs die Bedeutung und Zweckmäßigkeit der hebräischen Bewegung in Galizien herabsetzen. Im Gegenteil! Als in einem, zum großen Teil assimilierten Zentrum, war und ist es in Galizien viel schwieriger, Tarbutharbeit zu leisten, als z. B. auf dem an Tradition und anderen Bedingungen reicheren Boden Kongreßpolens oder gar der östliehen Randgebiete. Den Wuchs und die Stärke der hebräischen Bewegung In Galizien manifestierte nachdrücklich die unlängst in Przemysl unter starker Beteiligung abgehaltene Tarbuthkonferenz. Sie empfing ihren Glanz durch die Anwesenheit des speziell eingeladenen Oberrabbiners Dr. Markus Ehrenpreis ausStockholm, welcher an der Wiege der hebräischen Bewegung in Galizien gestanden hatte. Er gründete hier vor 40 Jahren die ״Agudath Dowrei Iwrith“, hat selbst später in der hebräischen Literatur einen verdienstvollen Platz erlangt und hat kls langjähriges geistiges Oberhaupt jüdischer Volkssplitter an den Peripherien des Golus, seine einstmaligen Beziehungen zur Juden- Schaft seines Geburtslandes aufrechterhalten. Es war also sozusagen für Galizien ein Fest des Wiedersehens mit einem seiner besten Söhne, für Ehrenpreis, wie er es selbst gestand, eine freudig ergriffene Gelegenheit zur lebendigen Urquelle — wenn auch für eine Weile — zurückzukehren. Dr. Ehrenpreis hat in seinem tiefschürfenden Relerat über ״die geistige Erneuerung des Judentums“ den Platz gezeigt, welchen das Hebräische in der jüdischen Renaissancebewegung einnehmen muß. Auf allen anderen Gebieten haben wir in der letzten Periode größere Fortschritte erreicht als auf dem hebräischen Kultur״ebiete. Und was Galizien anhelangt, bemerkte Ehrenpreis sehr treffend, wurde zwar, seitdem man hier die ersten Samen streute, sehr viel erreicht, aber nicht nur auf die Pflege der Sprache komme es am Es bandelt sich vielmehr um das jüdische geistige Schaffen, das vermittels der hebräischer! Sprache, erkannt und entwickelt werden soll. Darauf sei jetzt das Augenmerk zu richten. Die Tagung befaßte sich in mehreren Referaten (Dr. Kopei Schwarz und Dr. Meir Geier, Lemberg, Joachim Neiger, Tarnow) mit den konkreten Problemen der hebräischen Bildungs- und Schultätigkeit in Galizien, wies auf die Notwendigkeit der Heranbildung hebräischer Lehret1 und Koordinierung der erzieherischen und ideologischen Propaganda der Zionistischen Organisation mit der des ״Tarbuth“ hin. Als erfreuliches Zeichen soll die Mitwirkung der zionistischen Verbände und ihrer Führer an der Konferenz vermerkt werden. * Die Tarbuthbewegung in Kongreßpolen, insbesondere ihr Schulnetz, hat im letzten Jahre, trotz der größten finanziellen Schwierigkeiten, einen Aufschwung und innere Vervollkommnung aufzuweisen. Leider kamen letztens weitere rechtlichpolitische Schwierigkeiten hinzu. Man hoffte allenthalben, daß in diesem Jahre die polnische Regierung endlich nach längeren Bemühungen einigen von den zwölf hebräischen Mittelschulen Oeffentlichkeitsrecht gewähren werde, welche diese nach ihrem von den Behörden anerkannten pädagogischen Niveau vollauf beanspruchen dürfen. Nun wurden diese Rechte ohne Motivie* rung verweigert. Die jüdische Minderheit ist gegenwärtig in Polen die einzige, deren Mittelschulen mit nationaler Vortrags* spräche kein Oeffentlichkeitsrecht besitzen. Die jüdische Bevölkerung empfindet dies als krasse Unge* rechtigkeit, wogegen aber bis nun sämtliche Proteste erfolglos blieben. Abg. Grünbaum hat, nachdem alle Anstrengungen nutzlos geblieben sind, in einem Brief an den Bildimgiminist«■ den Gefühlen der Juden wriärdigen Ausdruck gegeben. * Nicht ohne Unterstützung der polnischen Regierung wurde in Lublin ein großes Haus für die ״Jeschiwah Chachm e i Lublin“ erbaut. Die feierliche Eröffnung dieser orthodoxen Kulturanstalt erfolgte vor einigen Tagen mit großem Pomp, mit Beteiligung der prominentesten orthodoxen Rabbiner aus allen Teilen Polens, des Agudahführers Dr. Pinchas Kohn, Vertreter der Behörden u. a. Ehe Initiative zu dieser neuen Gründung gehört Rabbiner S c h a p r r o, einem der Führer der polnischen Agudah, welcher die hierzu nötigen Mittel hauptsächlich in Amerika sammelte. Diese neue Jeschiwa, unter Patronanz der Agudah gegründet, wird wohl von ihr als politisches Machtmittel ausgenützt werden. Sie soll jedoch als Stätte des Talmudstudiums und Hort der religiösen Ueberlieferung vollauf gewürdigt werden. Wird die Lubliner Jeschiwa, äußerlich modern eingerichtet, materiell gut fundiert, die Bedeutung ihrer berühmten Vorgänger erreichen? Wird sie ״Matmidim“ erziehen, die einst, wie Achad Haam, Bialik und andere, zum Stolz ihres Volkes wurden? Das wird über die Existenzberechtigung solcher Kulturstätten in der heutigen Periode entscheiden. Für viele sind sie aber heute schon exotische Pflanzen- So z. B. für manche Teilnehmer des vor kurzem in Warschau tagenden Kongresses der Pen-Klubs. Manche von ihnen begaben sich nach Lublin, um sich die Eröffnung der Jeschiwa anzusehen. * Nicht so exotisch wirkten schon auf dem Pen-Kongresse die Vertreter der hebräischen (Jakob Kahn und Jakob F i c h - m a n) und jiddischen Literatur (Schal om Asch). Die jüdisehen Schriftsteller Warschaus taten gut, daß sie anläßlich des Kongresses eine schöne Ausstellung des jüdischen Buches im Prachtgebäude des jüdischen akademischen Hauses veranstalteten. Die jüdische Bücher- und Zeitungsproduktion der letzten Jahre wurde den fachkundigen Angehörigen sämtlicher Nationen vorgeführt. Man merkte es: für die meisten waren es Exotica. Aber das Interessanteste dabei: am exotischsten waren diese Bücher für die Kongreßvvirte, die polnischen Schriftsteller. So eng wir beisammen wohnen, so wenig kennen sie uns. . . . Wizo und Dadassa Vom 23. bis 29. Juni fand in London eine außerordentliche Sitzung der Wizo-Exekufive in Anwesenheit von Vertreterinnen der Palästina-Exekutive der Wizo, sowie eines Exekutivmitgliedes vom Kontinent statt. Dieser Tagung ging eine zweitägige Aussprache mit den Repräsentantinnen der amerikanisehen zionistischen Frauenorganisation ״Hadassa“ in An- Wesenheit des Mitgliedes der Zionistischen Exekutive, Hfcnrietta Szold, Jerusalem, voraus. Inhalt der Sitzung war die Regulierung des Verhältnisses der beiden großen zionistischen Frauen- Organisationen und deren gemeinsame Vertretung gegenüber und innerhalb der jewish Agency, sowie die Beschlußfassung über die infolge der Gesamtsituation der Arbeit in Palästina und Gaiuth vorzunehmenden Schritte. Es handelte sich hierbei vor allem um die künftige Form der Zusammenarbeit mit dem Arbeiterinnenrate Palästinas und der palästinensischen Frauen- Organisation Histadruth Naschim Ivrioth, ferner um die Reor* gauisation einzelner Institutionen der Wizo in Palästina und um die Frage der Mitarbeit der Nichtzionistinnen mrt der Wizo im Gaiuth.