Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 50 (27.6.1930)
- Date
- 1930-06-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 338 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 50, 27. VI. 1930 Nachdem die Aufgabe der Regierung nach dieser Richtung hin präzisiert wird, heißt es dann weiter: Wir teilen die Meinung der Zionisten, die sich mutig und als Optimisten zeigen. Weit über 10 Millionen Pfund Sterling haben Juden in Palästina investiert, 100000 Menschen wurden im Lande angesiedelt. Darin drückt sich die jüdische Initiative aus; Sache des Mandatars ist es, dieses Werk weiter zu führen. Unheilvoll könnte es sich auswirken, wenn dieses Werk als ein Experiment behandelt werden sollte, welches man bei der ersten Schlappe fallen läßt. Die allerletzten Tatsachen — Suspendierung der am 12. Mai gewährten Einwanderungszertifikate; das Weißbuch, m" welchem die britische Arbeiterregierung sich mit dem Bericht der Shaw-Kommission zu identifizieren scheint; das auftauchende Gespenst neuer, die jüdische Einwanderung und den Bodenkauf beschränkender Maßnahmen — haben das Weltjudentum in Erregung versetzt. Wir erklären hiermit, daß wir diese Erregung voll begreifen. Indem wir die vom beglaubigten Vertreter der britischen Regierung kürzlich vor der Mandatskommission abgegebenen Erklärungen zur Kenntnis nehmen, geben wir gleichzeitig der Ueberzcuguiig Ausdruck, daß diese Erklärungen nicht genügen können. Als Vertreter der französischen Freunde des Zionismus können wir dieser tragischen Situation gegenüber nicht gleichgültig bleiben. Beseelt von dem Gefühl aufrichtigster Freundschaft und lebhaftester Bewunderung für das große britische Reich, das in der Vergangenheit so viele delikate Regierungs- und Verwaltungsprobleme mit Mut und Entschlossenheit in Angriff genommen und aufs glücklichste zu lösen verstanden hat, unterbreiten wir diese Erwägungen der gegenwärtigen Regierung Großbritanniens. Das Einreiseverbot für Jabotinsky Nach Berichten, die bisher nicht offiziell bestätigt sind, soll das Kolonialamt in London Jabotinsky die Erlaubnis zur Rückkehr nach Palästina verweigert haben. Jabotinsky hat darauf in einem Brief an das Kolonialamt protestiert. Es heißt, daß die Londoner Regierung die Meinungsäußerung des High Commissioners einholte, der sich gegen die Erteilung des Visums ausgesprochen hat.! Jabotinsky äst bekanntlich im Dezember von Palästina abgereist und hat sich zuerst nach London und dann nach Südafrika begeben. Wenige Tage vor seiner Abreise hat er in einer Massenversammlung in Tel-Awiw gesprochen und das revisionistische Programm vertreten. Als später die Regierung Straf- und Vorbeugungsmaßnahmen gegen eine Anzahl nationalistischer Führer der Araber ergriff, wurde wiederholt von antizionistischen Abgeordneten im englischen Unterhaus interpeiliert, warum die kegierung nur einseitig die Araber verfolge, während Jabotinsky, der gleichfalls durch seine Propaganda zur Nichtachtung des Mandates aufgefordert habe, straf- Frei ‘gtblfebeti M Ke 'Regierung hat damals. geantwortet,( daß Jabotinsky zwei Tage nach seiner Rede vom 23. Dezember ohnedies Palästina verlassen habe. Der Versuch, Jabotinsky vom Lande fern zu halten, hat bereits einen Präzedenzfall. Bekanntlich hat schon vor Jahren die Regierung zunächst Jabotinsky das Visum verweigert und erst auf energische Intervention der Zionistischen Exekutive wurde das Verbot zurückgezogen. Die Verweigerung des Visums an Jabotinsky ist eine überaus unkluge Maßregel der Regierung, denn sie wird allgemein als ein neues, den Juden zugefügtes Unrecht empfunden und wird die Erregung der palästinensischen Juden weit mehr erhöhen als die Agitation Jabotinskys cs vermocht hätte. Sip beraubt auch die lokalen Revisionisten der Kontrolle des verantwortlichen Führers. Sic erhöht das nationale Prestige Jabotinskys in stärkstem Maße und erreicht gerade das Gegenteil von dem, was der Regierung vielleicht vorschwebte. Unabhängig von inncrzionistischcn Parteiunterschieden und unabhängig von der Stellung zu Jabotinskys Person oder Programm werden alle Zionisten einig sein in dem Protest gegen diesen Versuch, einen formell noch nicht naturalisierten Juden, der seinen Wohnsitz und bürgerlichen Beruf in Palästina hat, ohne Nachweis einer ungesetzlichen oder strafbaren Handlung, aus dem Lande des Jüdischen Nationalheims auszuschließen. Wenn die Regierung Störung von Ruhe und Ordnung im Lande verhindern will, so gibt es viel bessere und wirksamere Mittel. Vor allem müßte die Regierung endlich versuchen, selbst positive Schritte• zu unternehmen, um die Probleme Palästinas zu lösen. Durch Zwangsmaßnahmen dieser Art ist noch niemals eine nationalistische Strömung unterdrückt worden. Das Verbot des ״Doar Hajom“ hat nichts genützt, denn er erschien unter anderem Namen weiter und man kann nicht gerade sagen, daß er seinen Ton gemäßigt hat. Man kann Extremisten nicht de« Mund verbinden, sondern man kann nur dafür sorgen, daß sie kein Gehör im Volke finden, indem man versucht, eine Politik zu fördern, die allen besonnenen Elementen mehr zusagt als jene Propaganda, die man abwchren will. Durch Verbote und Gewaltniaßnabmon aber bereitet man nur bei immer weiteren Kreisen den psychologischen Grund vor, auf welchem immer stärker abw ehrendes Ressentiment wuchert, das sich sehr leicht in extrcmistische Gesinnung umset/t. Der Kommunismus in Palästina Einer Meldung der ״Times“ zufolge veröffentlicht die Sowjetpresse die Richtlinien des neu von der komm«• nistischen Internationale herausgegebenen Programms über die künftige revolutionäre Politik in Palästina. Die Palästinensische Kommunistische Partei (P. K. P.) müsse, so heißt es darin, einer allgemeinen Arabisierung unterzogen werden und die Kampagne gegen den weißen Terror organisieren. Das Zentralkomitee der P. K. P., so wird weiter bcrichtet, hat Ende Mai in Palästina, anscheinend in Haifa, eine Konferenz abgehalten, bei der 27 Delegierte anwesend waren. Die Konferenz beschloß, sich in Zukunft auf die arabischen Bauernmassen zu stützen. Einige Delegierte widersprachen dieser Arabisierung, aber die Konferenz war der Ansicht, daß ״Arabisierung plus Bolschewisierung“ das beste Mittel sei, eine kämpferische Sektion der dritten Internationale aufzubauen. Weiter wurde mitgeteilt, daß die revolutionären Kräfte Palästinas bereits mobilisiert werden und die bäuerliehen Parteigenossen bereits zu arbeiten begonnen haben. Zur arabisch-jüdischen Frage Arabische Pressestimmen. In der englischen Ausgabe der arabischen Zeitung ״Felest in“ vom 7. d. M. veröffentlicht der Redakteur M. R. A., ein indischer Mohammedaner, einen bemerkenswerten Artikel ״Föderationen im Ernbryorial/ustand“. Der Verfasser geht davon aus, daß die materialistische Entwicklung der europäischen Kultur zu einer Verdrängung der Humanität geführt hat und daß es an der Zeit sei, daß die Rassen, die in alten Zeiten der Welt das Licht gebracht haben, jetzt Europa zu Hilfe kommen. Der Völkerbund, der einst eine Hoffnung schien, erweist sich heute als Interessengemeinschaft der großen europäischen Mächte gegen Asien. Jetzt wieder hat Briand seinen Plan einer europäischen Föderation vorgclegt. Angesichts dieser Be- Strebungen sei der Zeitpunkt gekommen, eine asiatische Liga zu gründen, die auf gesünderer Moral beruhe als die europäische. Zunächst sei der Moment reif für eine arabische Föderation. Im Zusammenhang damit kommt der Verfasser auf die J u d e n zu sprechen. Die Juden in Palästina seien in gewissem Sinne ein Hindernis für die erwähnte Idee, aber die letzten zwölf Jahre müßten die Juden gelehrt haben, daß sic mehr von einer semitischen Liga zu erhoffen haben als vom Völkerbund. Die Völkerbundstaaten selbstlvcrtreibcn die Juden durch ihren Antisemitismus aus ihren Gebieten. Es ist daher absurd zu sagen, es sei nur das Jüdische Nationalheim, welches die Aus- Wanderung veranlasse. ״Palästina mag sehr klein sein, aber das Gebiet von Basra (am Persischen Golf — Red. J.R.) bis Jaffa ist sehr groß. Die beiden Völker können einander von großer gegenseitiger Hilfe sein in fast jeder weltlichen Betätigung und cs ist ein Jammer, daß der leere Traum mancher Leute die Verwirklichung eines anderen Traum e s behindert, der leichter zu verwirklichen ist und beiden Völkern viel größere Vorteile bietet als jedes von ihnen für sich allein erreichen könnte. Es bedürfte nur der fünf Gcrechten, von denen Professor Einstein sprach und die Weit könnte wieder jene Fackel leuchten sehen, die in der Vergangenheit ganz Europa erhellte. Die Juden gedenken des Glanzes von Salomonis Zeiten, aber warum haben sie Bagdad und Andalusien vergessen? Gab es dort damals Pogrome und haben die Araber sie irgendwie bedrückt? Lehrt nicht das Andenken an Maimonidcs, daß die beiden Völker einst ihre geistigen Errungenschaften einsetzten und die Weit damit bcreicherten? Ist das heute unmöglich? Wir warten auf die Antwort.“ * Auf den vorstehend wiedergegebenen Artikel erwidert der bekannte hebräische Schriftsteller Rabbi Benjamin in ״Feiestin“ vom 14. d. M. Er drückt seine Befriedigung aus über den Gedanken einer Semitischen Föderation, beruhend auf der Zusammenarbeit von Arabern und Juden in der Schaffung eines großen Gemeinwesens von Basra bis Jaffa, das eine hohe Stufe der Entwicklung erreichen und alle Stämme Arabiens und ganz israel umfassen könne, ״in einem Augenblick — so fährt R. Benjamin fort — wo der Gegensatz zwischen Arabern und Juden einen Spannungsgrad erreicht hat wie nie zuvor in der Geschichte, entwirft der Verfasser ein faszinierendes Bild der Zusammenarbeit der zwei Völker, die ein Ende machen mit ihrem gegenseitigen bitteren Kampf, und statt: stets an einen dritten Schiedsrichter zu appellieren, sich zusammentun, und gemeinsam auch mit dem dritten Beteiligten Zusammenwirken. So könnten die beiden Völker, indem sie ein Gemeinwesen aufbauen, das nicht mehr ein Spielball in der Hand anderer wäre, sondern wichtigen europäischen Mächten gleichwertig wäre.’Oie-Jhfden,׳dibHn׳׳aade.r«nÄ.ä1j«iew**■ verfolgt sind, würden in diesem Staate volle Möglichkeit einer freien und unabhängigen Entwicklung finden. Sie würden als Partner in dieses gemeinsame Werk des Aufbaus alle ihre Energie und alle ihre Stärke einbringen und als gleichberechtigte Partner alle Vorrechte des Staatswesens genießen. So verstehe ich die mutige Anregung des Verfassers.“ — R. Benjamin weist dann darauf hin, daß er selbst seit vielen Jahren für diese Idee in verschiedensten Sprachen und Ländem eingetreten ist. Er nennt ferner als Anhänger dieses Gcdankens: Aron Aronsohn, Ben Jehuda, Jizchak Epstein und Dr. Ruppin. Mancher wird vielleicht erstaunt sein, wenn man sagt, daß auch heutige zionistische Führer diese Idee in ihrer ganzen Tiefe bejahen, und auch viele arabische Führer sind Anhänger dieser Idee. Aber leider schweigen beide, aus Furcht, mißverstanden zu werden, und überlassen den unfruchtbaren Extremisten das Feld. Die dritte Macht im Lande scheint manchmal es für ihren Vorteil gehalten zu haben, daß die beiden Völker im Streit sind. Dies ist ein fataler Irrtum. Die beiden Völker werden der dritten Macht auch dann das ihr Zukommende zollen, wenn sic nicht gegeneinander kämpfen. Zum Schluß spricht der Verfasser den Dank an M. R. A. aus, daß er trotz all dessen, was geschehen ist, den Mut zu diesem wichtigen Artikel gefunden hat. * Im ״Felestin“ vom 14. Juni ist eiii ungezeichneter Artikel über die Frage der Konstitution abgedruckt, der sich auf die Gerüchte über angebliche Pläne der Schaffung einer gesetzgebenden Versammlung in Palästina, die in manchen Zeitungen verzeichnet waren, bezieht. Ohne auf die Details dieser Gerüchte einzugehen, betont ,,Felestin“, er stimme völlig mit Dr. Shiels’ Aeußerung in Genf überein, daß der Erfolg in Palästina abhängt. von der Bereitschaft der beiden Völker, zusammen zu arbeiten. Bisher wurde eine repräsentative Regierung von den Arabern als Symbol ihrer nationalen Existenz und von den Juden als Uebergabe der Macht an eine dem Aufbau des Jüdischen Nationalheims feindliche Majorität aufgefaßt. Wenn aber die beiden Völker die gesetzgebende Versammlung als eine Maschinerie betrachteten, die dazu da ist, zu erproben, ob die beiden Völker etwas Gemeinsames finden können, dann würden die Chancen der Verwirklichung der legitimen. Ideale beider Völker größer. Niemand kann leugnen, daß persönlicher Kontakt manche Differenzen glättet und Mißverständnisse aufklärt. Bisher, sind die beiden Völker selten zusammengekommen, aber wenn cs der Fall war, zeigte es sich, daß die Resultäte besser waren als man nach den vorhergegangenen Reden und Presseäußerungen erwarten konnte. Freilich gibt cs viele Schwierigkeiten, fährt ״Felestfn“ fort. Die Araber sind jetzt in der Stimmung ״Alles oder nichts“, und die Juden wollen nichts von ökonomischen Theorien׳ hören, welche den Aufbau des lang ersehnten Heims verzögern könnten. Boden und Immigration sind die zwei Kernpunkte. Die Araber erklären, daß es 'keinen Boden mehr gibt und daher keine' Einwanderung stattfinden soll. Die Juden behaupten, daß cs genug Land gibt und fordern daher Ein׳״ Wanderung׳. Bcide’Teilc stimmen darin überein, daß der Pelfä'eite nicht enteignet werden soll. Die Zionisten haben bereits die Idee eines jüdischen Staates —׳ hoffentlich aufrichtig — fallen lassen, und dasselbe betonte Dr. Shiels in Genf. Wenn dies einmal klar verstanden und aufrichtig akzeptiert ist und wenn zugleich eine verständige und praktische Interpretation des Begriffes ״ökonomische Fassungskraft“ gegeben wird, dann ist große Hoffn u n g für di e Z u k u n f t. Die Regierung soll sich gewisse Dinge Vorbehalten und ein weitgehendes Vetor e c 111 haben, was die Befürchtungen aller Minoritäten 2erstreuen und sie ermutigen müßte, zu versuchen, ob nicht Parteien auf anderer Grundlage als der Scheidung in Kurien gebildet werden könnten. Genau wie vor den Unruhen haben die Zionisten jetzt eine große Chance für Zusammenarbeit, und man muß ehrlich hoffen, daß diesmal klügere und gesündere Meinungen das Uebergewicht behalten. Zum Schluß wendet sich der Artikel an die Araber mit der Aufforderung, ihre Intransigenz aufzugeben und auch eine unvollkommene Art von Gesetzgebendem Rat zu akzeptieren. Dies sei besser als nichts. Auch ein verhältnismäßig machtloser Gesetzgebender Rat hätte zum Beispiel die Verleihung der Tote Meer-Konzession verhindern können. * Die Aegyptische Zeitung ״Mokkatam“ äußert sich — wie wir ״Haarez“ entnehmen — in einem Leitartikel zur Palästina-Tagung der Mandatskommission. ״Das Hauptübel — so schreibt ״Mokkatarn“, — liegt darin, daß England beiden Seiten einander widersprechende Zusagen gemacht ha(. Als England aufgefordert wurde, diese Versprechungen einzulösen, geriet es in Verlegenheit und war gezwungen, einmal die eine und einmal die andere Seite zu unterstützen. ״Mokkatam“ hat schon früher einmal auf den Unterschied zwisehen dem Begriff ״Nationalheim in Palästina“ und ״Palästina als Nationalhcim“ hingewiesen. Hätte England von Anfang an energisch hieran fcstgchaltcn, hätte cs viele Konflikte zwischen Arabern und Juden ersparen können. Dies sagten wir zu Dr. Weizmann in einer langen Unterredung, die wir vor fünf Jahren mit ihm hatten. Wenn die englische Politik mit den Erklärungen von Shiels im Einklang gebracht wird, wenn man die Einwanderung gemäß der Fassungskraft des Landes regelt und wenn England den Verkauf von Grundstücken so wie im Sudan oder in Kenya beschränkt, dann wird ein großer Teil der Konfliktstoffe zwischen Juden und Arabern beseitigt werden. Aber Dr. Weizmann meint, wenn die Juden nicht danach streben, Palästina den Glanz der Vorzeit zurückzugeben, würden sie nicht genug Geld aufbringen. Wenn die Juden an diesem Gesichtspunkt festhalten, dann besteht kein Zweifel, daß die Konflikte sich erneuern werden.“ Zinn Schluß tritt das Blatt für Begnadigung der drei inzwischen gehenkten Araber ein. * Der Präsident der Arabischen Exekutive und Führer der arabischen Delegation in London Muza Kasim Pascha gewährte der Zeitung ״El Achram“ ein Interview, au? welchem ״Dawar“ einen Auszug veröffentlicht. Muza Kasim erklärte, daß nach der Rückkehr Auni Bcy’s aus Genf (die inzwischen erfolgt ist — A.d. R.) die arabische Delegation einen Bericht über ihre Tätigkeit in London und Genf veröffentlichen wird. Nicht alle Forderungen der Dclcgation, sagte Muza Kasim, sind von der englischen Regierung abgelehnt worden. Die Regierung befaßt sich energisch mit der Frage der Einwanderung und des Bodenverkaufs, und ‘sie wird auch dem Lande eine Verfassung vorschlagen, deren Charakter man freilich nicht vorausahnen kgnn. Nach Abschluß der Aktionen der Regierung •״i£.diesen drei Gebieten werden wir die Resultate prüf•'1' ,b unsere Stellung festsetzen. In' London sap׳׳״״ '׳*׳ , daß die Tätigkeit Simpsons der erste Sei, . .V '״ לKlictuing der im Weißbuch angedeuteten Im;י י*1 י*״ •׳• und Bodenpolitik ist. Die Delegation protestierte ep-Gri 'die Mission Simpsons, aber sie boykottiert ihn nicht. L) *“ Protest war nur eine Vorsichtsmaßregcl. Der Primerm fer hat Bus versprochen, daß die Regierung die EmpfeMJfigen Sinjfsons unverzüglich durchführen wird. In der ";feie der Kö'it üt i t u t i on hat man uns nichts Bestimmtes ge׳,!!־L; nur nath Abschluß der Verhand- > im», «4 •׳?A^eru«g״wkde «ihn, Konstitution vorschlagen, die unsere Ho.mürigetF niphf' «ittSoschen wird:" Das letzte Weißbuch der Regierung gleicht den früheren englischen Erklärungen: es will'sowohl die Araber als auch die Juden befriedigen, mit dem Re«’-;iat, daß ׳es beide Seiten aufreizt. Protestieren muß r; in gegep die Mitteilung im Weißbuch, die sich auf die Bew.fiVung eine■; Teiles der Bevölkernng bezieht und damit zu gibt, daß England nicht imstande ist, selbst die Sicherheit zu gara״:tieren. Muza Kasim bemerkte G.mu, dal׳» Anti zur Sitzung der Mandatskommission in Genf;■.:blieben ist, erfahrungsgemäß sei aber den Beschlüssen der .Aandatskomminion kein großes Gewicht beizulegen. Der Schwerpunkt liege in London. Die Delegation und ihre englischen Freunde sind überzeugt, daß man den Zionisten nicht das Feld in London für ihre Propaganda überlassen darf und daher sei die Gründung eines arabischen Propagandabüros in London eine dringende Notwendigkeit. * Simpson äußert sich Aber die ZertMkite Jerusalem, 24. Juni. (J. T. A.) Das Kolonialamt in London ersuchte den High Commissioner für Palästina, Sir John Chancellor, mit Sir John Hope Simpson die Möglichkeit zu erörtern, die Angelegenheit der erfolgten Suspendierung der für jüdische Einwanderer bereits erwähnten 2300 Zertifikate zum Gegenstand seiner ersten Untersuchung und Berichterstattung zu machen. Sir John Hope Simpson erklärte aut dieses Ersuchen des Kolonialamtes, daß er nicht gegen die Aufhebung der Suspendierungsverordnung noch während der Dauer der Untersuchung ist, es aber nicht wünsche, daß diese Meinung dis für die Aufhebung der Suspendierung maßgebende sein solle, damit die Araber nicht sagen sollen, seine Meinungsäußerung wäre die Ursache gewesen, daß Großbritannien eine den Arabern gegebene Zusage nicht eingehalten hat. (Diese J. T. A.-Mekiung, die wir mit Vorbehalt wiedergeben, ist nicht ganz verstand[ich. Es geht daraus nicht hervor, aus welcher Quelle die Mitteilung über die Korrespondenz zwischen Kolonialamt und Simpson stammt. Interessant ist aber die Feststellung, daß die Rück Ziehung der Zertifikate als ein ״den Arabern gegebenes Versprechen“ bezeichnet wird. Man muß ah warten, wie das Kolonialamt auf diese Aeußerung Simpsons reagieren wird. - A.d.R.) Gegeiseitige Hilfe Jerusalem, 24. Juni. (J. T. A.) In dem arabischen Dorfe Safria in der Nähe von Jaffa gerieten ein Haus und eine Dachtenne in Brand und es bestand Gefahr für das ganze Dorf. Die freiwillige Feuerwehr von Tel- Awiw eilte an die Brandstätte und konnte nach kurzer Zeit das Feuer lokalisieren. Die Mukhtars der arabischen Dörfer Kaslot und Dorajah Hafen mit Vertretern der jüdischen Kolonien des Distriktes Afuleh zusammen, um den Plan einer gemeinsamen Aktion zur Bekämpfung der Feldmäuse-PIage auszuarbeiten. Es wurde ein aus drei Juden und zwei Arabern sich zusammensetzetides Komitee gewählt, das von der Regierung die Erlassung der Boden- und Zehent- Steuer für dieses Jahr, in dem die Ernte zu 00 °,0 vernichtet wurde, die Gewährung von Darlehen und Saatgut, sowie die Durchführung energischer Maßnahmen gegen die Mäuseplage fordern soll.