Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 49 (24.6.1930)
- Date
- 1930-06-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 334 JUED1SCHE RUNDSCHAU zum Zionismus. Dementsprechend lautet der Tendenz- Paragraph unserer Statuten: ״Der Makkabiweltverband erstrebt die Erziehung seiner Mitglieder durch körperliche und geistige Schulung zur verantwortungsbewußten Mitarbeit an allen nationalen Aufgaben des jüdischen Volkes, insbesondere am Aufbau von Erez-Israel. Er fördert die Keren Kajemeth- und Keren Hajessod-Arbeit in allen Landern.“ Wir haben durch das Prinzip der innerparteipoiitischen Ncutr aiit ä t die Möglichkeit gefunden, Menschen aller zionistischen Parteien von rechts bis links für unsere Arbeit zu gewinnen, und es ist sehr interessant, daß gerade in Polen im Makkabi sieh alle Lager zur gemeinsamen Arbeit vereinigt haben. Es ist selbstverständlich, daß eine so ausgedehnte Organisation wie die unsrige kein einheitliches Bild im Sinne der zionistischen Erziehung bieten kann. In manchen Ländern, z, B. in Rumänien, spielt die Frage der Hachscharah eine große Rolle und hat konkreten Ausdruck־ in Siedlungen gefunden, in anderen Ländern, z. B. Schweiz und Belgien stellen unsere Vereine am Anfang ihrer zionistischen Entwichhing. Die jedes Jahr in einem andern Lande stattfindenden Makkabitagungen und Sportfeste tragen wahrhaft interterritorialen Charakter und können als zionistische Tagungen angesprochen werden. Zahlenmäßig sind sie außer den zionistischcn Kongressen die grollten international-jüdischen Tagungen überhaupt. An der Spitze des Makkabiweitverbaiides stellt ein Präs i d i u m , das durch den alle vier Jahre zusammentretenden Weltturntag gewählt wird. Das jetzige Präsidium ist 1920 auf dem Turntag in _Mäl1riseh־Ostrau (Tschechoslowakei) gcwählt worden. Der Sitz des jetzigen Präsidiums ist Berlin. Zwischen den Turntagen wird ein Verbandsausschuß bcstehend aus je einem Delegierten für jedes Land alle Jahre mindestens einmal einberufen. Die Landesverbände sind in Kreise eingeteilt, die wiederum ihre eigene Leitung haben (Kreisleitung). Die zionistische Arbeit unserer Kreise findet in erster Reihe ihren Ausdruck in ihrer Tätigkeit für den Keren Kajemeth. Die Verbindung unseres Präsidiums mit dem Hauptbüro des Keren Kajemeth in Jerusalem sorgt ständig dafür, daß die Aktivität für diese Arbeit im Makkabi waehgelialtcn wird. In einer ganzen Reihe von Ländern, vor allem iit Litauen, Deutschland, Tschechoslowakei, Rumiinien, Bulgarien stellen die Makkabivereine in vielen Städten das Hauptkontingent der Sammler. Wir sind dabei, durch eine Enquete festzustellen, wie groß der Anteil unserer Vereine an dem Ergebnis der Aktionen des KKL. ist und werden durch diese Statistik beweisen können, daß der Keren Kajen1eth_ in der Makkabiorganisation stärkste Stützpunkte seiner Arbeit besitzt. Die Anwesenheit von Herrn Ussischkin im Juli vorigen Jahres benutzte das Präsidium um in ausführlieber Besprechung die Richtlinien fcstzusetzcn, nach denen die Zusammenarbeit beider Organisationen erfolgen so!!. Einer der wesentlichsten Beschlüsse von Ostrau, die bisher üblichen Sportpreise (Pokale, Plaketten usw.) durch Diplome für den KKL. zu ersetzen, ist in der Durchführung begriffen. In jedem Kreis ist ein Landeskommissar für die Keren Kajemeth- Arbeit eingesetzt. In verschiedenen Ländern bestanden bis vor kurzer Zeit sogenannte Protektoratsfonds, aus deren Eingängen zum Teil Sportgeräte nach Palästina gesandt wurden, zum Teil auf andere Weise die Arbeit des Makkabi in Palästina unterstützt wurde. "׳% haben diese Sammlungen, deren Durchführung durch ihre Dezentralisation immer wieder auf Schwierigkeiten stieß, nuntpehr zu einem einheitlichen Fonds unter dem Namen ״Ozar-Hamakkabi“ zusammengefaßt. Die Sammhingen für diesen Fonds dürfen nur unter den Mitgliedern des Weltverbandes erfolgen, ohne daß an die Ocffentlichkcit herangetreten werden darf. Es ist dafür gesorgt worden, daß keine Störung der Sammlungen für die nichtzionistischen Fonds erfolgen kann. Der Keren Kajemeth hat seine Zu- Stimmung zum Ozar Hamakkabi erteilt, und auch die Zionistische Organisation hat ihre anfänglichen Bedenken durch eine Erklärung ihres Vertreters, Herrn Dr. Hantke, zurückgestellt. Als Ergebnis der Protektoratsfonds können die Errichtung einer Turnhalle in Haifa durch den Deutschen Makkabikreis, und die Versorgung des Makkabi (Jerusalem) mit Sportgeräten durch den tschechischen Makkabikreis erwähnt werden. Mitglieder des Bar Kochba Berlin haben einen anderthalb Stunden laufenden Amateurfilm von 650 m Länge gedreht, der in lebendiger Weise Bilder aus dem Leben des Makkabi- Weltverbandes aneinanderreiht. Dieser Film, der mit der Tagung von Mährisch-Ostrau abschließt, wird' von uns zur Propaganda in allen Ländern benutzt. Eine Kopie dieses Films erfolgte unter großen materiellen Opfern einiger Makkabimitglieder in Berlin. Der Makkabi Antwerpen, der Im Juli 1930 sein zehnjähriges Jubiläum feiert, ist vom Präsidium mit der Vorbereitung und Durchführung eines Sportfestes für alle Kreise des Makkabiweltverbandes beauftragt worden. Vor allem erwarten wir eine große Wirkung auf die Kreise Westeuropas und besonders auf die Länder, in denen wir bisher nicht Fuß fassen konnten, in erster Linie England und Holland. Hoffentlich wird die Beteiligung aus Holland, wo es eine ganze Reihe indifferenter jüdischer Turnvereine gibt, stark sein. Das erste Jahr der Arbeitsjreriode des neuen Präsidiums seit Mührisch-Östrau geht zu Ende. Die Aufgaben des Weltverbandes sind während dieses letzten Jahres in einem Maße gestiegen, wie wir cs nicht voraussehen konnten. Es kommt alles darauf an, den eingeschlagenen Weg der zionistischen Erziehung einzuhalten und dafür zu sorgen, daß die noch an der Peripherie des Zionismus stehenden Bünde erfaßt und beeinflußt werden. Zahlreiche jüdische Sportvereine in allen Ländern stehen noch außerhalb unseres Lagers. Große Massen der jüdischen Jugend, besonders in den Ländern des Ostens, vegetieren in den Elendsvierteln der jüdischen Städte und verkümmern fern von Luft und Sonne seelisch und körperlich. Hier und überall, wo jüdische Jugend lebt, hat unsere Arbeit einzusetzen. Unser Ziel ist, die jüdische Jugend der ganzen Welt zusammenzuschließen zu einer machtvollen Organisation, die auf ihre Fahne die Idee von der geistigen und körperlichen Gesundung unseres Volkes und vom Aufbau Erez-Israels geschrieben hat. Die in Tel-AwIw erscheinende Wochenschrift ״P a I e s ti n e and Near East“ widmet am 15. Mai eine Spezi Inummer dem Problem der Wirkung der jüdischen Koionisati on auf die SteHungdes Fellachen. Die Abhandlung hat zum Verfasser Moscheh Smiianski, den Vorsitzenden der jüdischen Pflanzervereinigung, der bekanntlich auch vor der Untersuchungskommission ausführlich über diesen Gegenstand gesprochen hat und dessen Zeugenaussage im Shaw-Bericht als ein Beispiel angeführt wird, wie die jüdische Kolonisation allgemein Vorgehen sollte. Smiianski schildert die Entwicklung der Landwirtschaft des Fellachen und seinen allmählichen liebergang zu intensiveren Wirtschaftsformen unter dem Einfluß der benachbarten jüdischen Kolonien. Er zeigt auch, daß 94 ״ö aller jüdischen Böden von Großgrundbesitzern und nicht von Feilachen gekauft worden sind. Eine Brandeis - Biographie Von Dr. Nadja Stein. In diesem Augenblick, wo im zionistischen Lager der Name Brandeis wieder hervortritt, kommt die Biographie degen, die Brandeis’ langjähriger Intimus und Kampfgenosse, acob de Haas, kürzlich erscheinen ließ•). Man weiß eigentlieh in weiteren zionistischen Kreisen wenig über die umstrittene Persönlichkeit dieses Mannes. Seine zionistische Tätigkeit spielte sich hauptsächlich in den engeren Arbeits- Sitzungen ab, während nach außen meist seine engeren Oesiimungsgenossen sein Programm vertraten. Da er auch kaum außer programmatischen Erklärungen etwas Schriftliches veröffentlicht hat, blieb er für die Massen ״der schweigende Führer“. Man begrüßt es daher, durch eine ausführliche Dar- Stellung Näheres über ihn zu erfahren, wenn man sich gegen ihre Parteilichkeit mit Vorsicht wappnet. Das Buch von de Haas ist selbstverständlich ein durch und durch p a r t c i i s c h e s Buch und will auch gar nichts anderes sein. Es ist ein leidenschaftliches Bekenntnis zu einem sicherlich seltenen Menschen und berufenen Führer, eine wahre Apotheose vor! Brandeis, diktiert von schmerzlicher Entrüstung darüber, daß nicht er in diesen Zeiten zionistischer Bedrängnis die Geschicke Israels leitet. De Haas ist bekanntlich auch der amerikanische Biograph Her/.ls, zu dessen engeren Mitarbeitern er gehörte. Er ist also an große Maßstäbe gewöhnt. Man wäre daher geneigt, dem überlebensgroßen Portrait zu glauben, das er von Brandeis entwirft, wenn nicht so übertriebene Behauptungen wie die daß ״Brandeis der von der ganzen Welt anerkannte geistige Führer Israels in dieser Generation und sein praktischster Ratgeber sei“ oder der beifällig zitierte Ausspruch eines amerikanischen Senators, daß ״Brandeis der größte Jude seit Christus sei“, einen stutzig machten. Brandeis' Qualitäten sind jedoch offensichtlich so betrachtliehe, daß auch die allzu affektbetonte Darstellung seines schwärmerischen Anhängers sie nicht anzweifelbar machen kann. Jemand, den der Rektor der Havard Universität als den besten Kopf unter allen Studenten bezeichnet, die Je die Hochschule besucht hätten, der mit 22 Jahren sich als Anwalt in dem fremden Boston niederiäßt und in kurzem zu den gesuchtesten Rechtsanwälten der Stadt;gehört, aber trotz des zunehmenden Wohlstands auch nach seiner Heirat die strengen puritanischen Lebensgewohnheiten aus seiner kargen Studentenzeit beibehält, um der Vcrsklawung durch irdische Güter zu entgehen und sich für das freizuhalten, was ihm als das wichtigste erscheint: für den Kampf um größere soziale Gerechtigkeit, der in seinen frühen Dreißigern zur pcinliehen Uebcrraschung seiner kapitalistischen Klienten in einer Reihe von aufsehenerregenden Prozessen als unbezahlter A11walt die wirtschaftlich Schwachen und Ausgebeuteten gegen das vertrustete Kapital vertritt und sich so sehr für.sozialpolitische Gesetze und Schutzorganisationen einsetzt, daß man ihm den Ehrentitel eines ״Anwalts des Volkes“ beilegt, den der wählerische Wilson ״seines stets erleuchteten, scharfsinnigen, durchdringenden und von ethischen Gesichtspunkten bestimmten Rates willen“ mit einem solchen Vertrauen auszeichnet, daß er ihn zum Justizminister vorschlug, der schließlieh von dem Tag an, da er vom zionistischen Ideal gepackt wurde, sich restlos dafür einsetzte, alle damit zusammenhängenden Fragen nach seiner Gewohnheit auf das Ernsthafteste studierte und ungemessen Zeit, Kraft, Einfluß und Vermögen dafür hingab — das ist gewiß eine Persönlichkeit von so ungewöhnlichem Gepräge, und nicht nur im heutigen Amerika, daß man sie nicht so leichthin abtun kann, wie das in europäischen Zionistenkreisen häufig geschieht. In den einleitenden Kapiteln schildert de Haas die wachsende Bedeutung des amerikanischen Judentums um die Wende des Jahrhunderts, die langsame Verlagerung des jüdischen Schwergewichts von Europa nath Amerika, aber auch die bescherdenen Ausmaße, die der amerikanische Zionismus vor dem Weltkrieg und vor der Brandeis-Aera einnahm. Um so kräftiger heben sich dann der Aufstieg und die Leistungen ab, die die Zionistische Organisation Amerikas währenddes siebenjährigen Brandeis-Regimes (1914 bis 1921) zu verzeichnen hatte, die zionistischen Errungenschaften, die Brandeis ganz persönlich zu verdanken sind und das Unrecht, das dadurch begangen wurde, daß die Weltorganisation und auch die überwiegende Mehrheit der amerikanischen Zionisten sich nicht für Brandeis, sondern für Weizmann entschied. Auf den Gegensatz von ״Pinsk und Washington“ und ihr Pro und Kontra soll hier nicht eingegangen werden. Nur soviel, daß de Haas für die Gegenseite ganze Argumentationsketten schuldig bleibt und es einem Unvoreingenommenen dadurch unmöglich macht, sich aus seiner oft von Rancuene strotzenden Darstellung ein wirkliches Bild der Differenzen zu formen. Nichts ist wesentlicher für die Beurteilung des Brandeissehen Zionismus als die Quellen, denen er entstammt. Brandeis ist zum Zionismus auf dem Umweg über seinen amerikanischen Idealismus gelangt. Bis zu seinem 54. Jahre gehörte seine Liebe ungeteilt Amerika, dem Amerika mit den Idealen seiner heroischen Zeit und denen des Wilsonschen Zeitalters. Unerkannt schlummert in ihm das Erbe im Blut, die messianische Mystik, die er väterlicherseits von den Brandeis überkommen hat, dem alten böhmischen Judengeschlecht, das dem Hohen Rabbi Loew, dem Golem-Rabbi, verschwägert war und mütterlicherseits von den Dembitz, die man im messianischen Gefolge der Frankistenbewegung findet. Und so wie die Brandeis mit zu den ersten gehören, die sich der nationalen Befreiungsbewegung der Tschechen anschließen, so haben die ernüchterten Exfrankisten, den polnischen Freiheitskampf zu dem ihren gemacht, und beide Familien flüchten vor der 48er Reaktion nach Amerika. Kein Wunder, daß ihr Sproß, Louis Dembitz Brandeis, ein heißer Patriot wird für Amerika, so weit es das Geburtsland der Menschenrechte ist, der Hort der Freiheit und Demokratie und der Vorkämpfer unter den Nationen für friedliche Bruderschaft der Menschen lind soziale Gerechtigkeit, ftn Augenblick, da er diese Ideale als die der jüdischen Antike erkennen lernt, denen das 20. Jahrhundert erst langsam nachhumpelt, da er mit jüdischen Massen in Berührung kommt, sie als Träger dieser Gedanken handein sieht und sie durch ihr historisches Schicksal als zu diesen Trägern prädestiniert begreift, da ersieh selbst als Sohn dieser Traditionen erfaßt, wird er ein leidenschaftlicher Liebhaber seines eigenen Volkes und Verteidiger von dessen Anspruch auf Bewahrung und Fortentwicklung seiner Individualität. Brandeis erblickt in ihm die Verkörperung des geistigen Lebensprinzips und des ethischen Pathos, das er über alles schätzt. In seinen Ansprachen, die de Haas dankenswerterweise im Anhang seines Buches zusammengestcllt hat, ist es immer wieder sein stolzer Appell an diese Impulse der jüdischen Seele, der ihm eine begeisterte Antwort sichert. Und wenn er sich 1919 bei seiner Reise durch Palästina den großen Schwierigkeiten gegenübersieht, die das Land der jüdischen Besiedlung entgegensetzt, so sind diese für seine heroische Lebensauffassung, in der er sich mit der seines Volkes eins weiß, nur ein Anreiz, um schöpferische Kräfte zu entwickeln und Geist und Charakter zu bewähren. Angesichts Palästinas versteht er, daß Moses das jüdische Volk aus dem üppigen Aegypten durch die Wüste in die Stein- •) Jacob de Haas: Louis D. Brandeis. Bloch Publishing Company, New York, Nr. 49, 24. VT. 1030 festungen von Judäa führen mußte, um in ihm wieder di. Kraft erstehen zu lassen, aus der allein tätiger Idealismus — der Sinn des Daseins für Israel — erwachsen kann. Brandeis' Zionismus ist also keine künstliche, angeflr gene Sache. Er keimt lebensnotwendig arc -.׳•iן «■ ׳■•׳!_;!! und seinen tiefsten Ueberzcugungen hervor. wenn er ., יי trotzdem von der gemeinsamen Arbeit absondert, sein.1״ eigenen demokratischen Forderung so ins Gesicht schlagm konnte, so erklärt sich das — folgt man der Auslegung de Haas — aus dem unerschütterlichen Urteil, das Brande;- der inappellable Richter, sich in jedem einzelnen Faii i gründlichstem und allseitigem Studium des Details zu bildei gewohnt ist. Als er 1921' mit seinen Anhängern aus der meinsamen Arbeit ausschied, ist es ״um das Kommen de: Tages abzuwarten, an dem ihre Politik als die e inet richtige erkannt werden würde“. Man mag sich zt Brandeis Palästinaprogramm und dessen Erfolgen stellen vit man will, man wird de Haas bei allem Vorbehalt gegen I'ar teiiiehkeit zugestehen müssen, daß er dazu beiget ragen hat um Gefühle aufrichtiger Bewunderung für den Mensche!•. Brandeis zu wecken und besseres Verständnis und tiefen. Achtung vor seinen Beweggründen zu vermitteln. Palästina-Frage und U.S.A. Kongreßmitglied Hamilton Fish!ordert eine Intervention der Vereinigten Staaten bei England Washington, 19. Juni. Die Frage der Suspendierung der Einwanderungszertifikatc für Palästina-Einwanderer ist nun auch im Kongreß der Vereinigten Staaten zur Sprache gekommen. Das Kongreßmitglied Hamilton Fish tadelte die englische Regierung wegen der Suspendierungsmaßnahme, die er als in Widerspruch zum Mandat stehend bezelchnete, und forderte die amerikanische Regierung auf, die Notwendigkeit zu erwägen, bei der Regierung Großbritanniens wegen der Suspendierung der Einwanderung Vor- Stellungen zu erheben und diese Regierung anzufragen, ob sie die mit dem Mandat übernommenen Verpflichtungen betreffend den Aufbau des Jüdischen Nationalheims auch zu erfüllen willens sei. Die Palästina «Resolution des Völkerbund - Ligen - Kongresses Mit Rücksicht darauf, daß in der Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ vom 13. Juni 1930 nicht der im letzten Völkerbundligcnkongrcß in Genf am 10. Juni angenommene Text, sondern der ursprüngliche Text der britiv tirn Palästina-Resolution zur Veröffentlichung gelangt ist, teilt uns Herr L. Motzkin namens der palästinensischen Assoziation für den Völkerbund folgendes mit: Der authentische Text der Resolution wurde nach langwierigen Verhandlungen mit der britischen Union der Volkerbundligen unter wesentlicher Aenderung des ursprünglichen Textes und unter Zustimmung der palästinensischen Assoziation dem Kongreß der Völkerbundligeti vorgelegt. Wie schon bcrichtet worden ist, hat die palästinensische Delegation außerdem sich das Recht ausbedungen, in einer besonderen Dcklaration ihre Annahme der britischen Resolution unter glc. ... zeitiger Betonung der Vorkommnisse in Palästina und der üdischen' Forderungen zu verklausulieren. Der Text der Resoution ist ihit Ausnahme der Italiener, die sich der Abstimmung יCTtttbetten, vorn Vötkerbuudligeiik&RgMg des telep sehen Protestes der syrisch-palästinensischen Delegation in Genf einstimmig und unter Beifall angenommen. Die Resolution lautet folgende.maßen: ״ln der1' Erwägung, daß der Pakt des Völkerbundes und das Mandat die Wohlfahrt und die Entwicklung der Bewohner Palästinas als eine geheiligte Mission der Zivilisation erklären, daß das Mandat die historische Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina anerkennt und die Mandatarmacht dafür verantwortlich macht, ,in dem Lande einen derartigen politischen, administrativen und Wirtschaftliehen Zustand einzuordnen, der die Errichtung des Nafionalheims für das jüdische Volk zu sichern geeignet ist, wobei wohl klar zu verstehen ist, daß nichts getan werden soll, was die zivilen und religiösen Rechte nichtjüdischer Gemcinschaften in Palästina beeinträchtigen könnte', konstatiert der Kongreß mit Genugtuung, daß der Repräsentant der Mandatarmacht im Laufe der Sitzung der Permanenten Mandatskommission vom 4. Juni 1930 erklärt hat, daß alle Verpflichtungen des Mandats vereinigt werden können und müssen; begrüßt der Kongreß mit Genugtuung die Ernennung einer unparteiischen Kommission durch den Völkerbund, welche die Frage der KFagemauer zu regeln beauftragt ist; erinnert der Kongreß an die durch die Mandatarmacht übernommene Verpflichtung, daß die Administration Palästinas unter der gleichzeitigen Bürgschaft der Nichtbeeinträchtigung der Rechte und der Situation der arideren Teile, die jüdische Immigration unter geeigneten Bedingur.gen erleichtern, und in Uebereinstimmung mit der Jewish Agency, die intensive Etablierung von Juden auf dem Lande, einschließlich der Staatsböden und der unkultivierten für öffentliche Zwecke nicht benötigten Böden fördern wird; beda1*ert der Kongreß den Angriff des Augustmon;־*׳ 1929, der gegen die jüdische Bevölkerung Palästina: richtet war, und die Exzesse, die ihnen gefolgt sind; verdammt der Kongreß jeden Versuch, durch Gc:••..■■. irgendwelche Aenderung in der Mandatpolitik und in Methoden der Administration zu erlangen; und wendet sich an die Führer aller Gemeinsclui'u• Palästinas und an den Völkerbund, ihren ganzen Einfluß;!!: zuwenden, um die Beziehungen unter den verschieden« Teilen der Bevölkerung zu verbessern, damit das noble i״j des palästinensischen Mandats realisiert werden kann.“ ln oller Kürze Dr. Drummond S hi eis erklärte 1m Unterhaus, die Regierung werde ungefähr nach einem Monat eine definitive Lrklärung über die Veröffentlichung der Korrespondenz zwischen MacMahon und Sherif Hussein geben. Vorher wem.: sich noch die Regierung Indiens über die Frage der Verölte!.י lichung äußern. Im Unterhaus stellte Major EIHot an den Unterst,1a sekretär der Kolonien, Dr. Sniels die Anfrage, ob Sir Jol׳■! Hope Simpson auch den Auftrag erhalten habe, die Lind״ wirtschaftlichen Möglichkeiten Trans Jordaniens und das Problem der Ansiedlung der Beduinen zu untersuchen. In seiner Antwort erklärte Dr. Shiels, daß Simpson keine derartigen Aufträge bekommen habe. Der außerordentliche Bevollmächtigte der britischen Regierung Sir John Hope Simpson besuchte das Hauptbüro des jüdischen Nationalfonds im neuen Gebäude und hielt ein!־ eingehende Beratung mit dem Präsidenten des NationalfomJs. Ussischkin, und anderen Persönlichkeiten ab.