Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 48 (20.6.1930)
- Date
- 1930-06-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 48 20 VI. 1930 JUEDFSCHE RUNDSCHAU Seite 327 Ein neuer Start Während in den letzten Monaten alles Interesse der zionistischen Kreise auf die politischen Ereignisse konzentriert war, ist das jüdische Aufbauwerk in Palästina in steter Entwicklung ein erhebliches Stück vorwärts gekommen. In einer ganzen Reihe von Artikeln konnte der palästinensische Korrespondent der ״Jüdisehen Rundschau“ eindrucksvoll schildern, welche Fortschritt edie jüdische Kolonisation gemacht hat. wie immer neue Strecken Bodens aus der Dürre zu glühendem Fruchtland umgewandelt werden, wie die nunmehr etwa 10 Jahre alten jüdischen Siedlungen, mit denen nach dem Krieg die praktische Arbeit des Zionismus begann, nach schwerem Ringen sich immer mehr und mehr festigen und allmählich in normale Dörfer verwandeln. Die jüdische Bautätigkeit in den Städten hat in den letzten Jahren ohnedies wieder einen Aufschwung genommen, den man nur dann ganz zu ermessen vermag, wenn man Palästina nach längerer Zeit wiedersieht. Neue jüdische Stadtviertel sind entstanden und entstehen immer von neuem, und dieser Tage konnten wir melden, daß die P. L. D. C. neben der Jerusalemer Vorstadt Rechawjah ein neues größeres Terrain erworben hat, wodurch dieser jüdischen städtischen Siedlung beträchtliche Erweiterungsmöglichkeiten geboten sind. Die jüdische Industrie, insbesondere in Tel Awiw und Haifa, konsolidiert sich immer mehr, je mehr sie sich akklimatisiert und rationalisiert. Der Vorsitzende des Industriellenverbandes, Herr Schenkar, der anläßlich seiner An- Wesenheit in Berlin vor etwa einem halben Jahre in der ״Jüdischen Rundschau“ sehr interessante Ausführungen über die hoffnungsvolle Entwicklung der Industrie machte, hat soeben auf einer Reise in Südafrika großes und aktives Interesse für die palästinensische Industrie zu erwecken vermocht. Das Interesse der Weltjudenheit an Palästina, das sich im letzten Jahre bei so vielen Gelegenheiten und zuletzt in der grandiosen Protestbewegung gegen die Suspendierung der Chaluz-Alijah gezeigt ־hat, muß sich jetzt auch in der praktischen Arbeit erweisen. # Das erste Jahr der erweiterten Jewish Agency war ein abnormales Jahr. Sollte, wie jetzt von der Zionistisehen Exekutive vorgeschlagen wird, ein Kongreß im Herbst stattfinden, so wird dieser wohl vorwiegend politischen Fragen gewidmet sein. Daneben aber geht die praktische Arbeit, die keine Unterbrechung duldet. Ende August wird in Berlin das Administrative Committee der jewish Agency zusammentreten, um die Bilanz des ersten Agency-Jahres abzuschließen und das Budget für das nächste Jahr aufzustellen. Die Deckung des Budgets des laufenden Jahres hat erhebliche Schwierigkeiten bereitet. In einer Pf«&sekonfere»ft^4»e״M»l»ch״inr|emsale» mt MäJO Vertretern der Presse stattfand, hat der Geschäftsführende Direktor des Keren Hajessod, Herr Leib Jaffe, einen überaus instruktiven Vortrag über die Arbeit des letzten Jahres gehalten. Herr Jaffe bereitete gewissermaßen die ganze Weltkarte vor der Versammlung aus und zeigte, mit wieviel Liebe und stiller Ergebenheit an den verschiedensten Punkten der Weltkugel für Ercz-Israel, das heißt für den Keren Hajessod, gearbeitet wird. Diese Arbeit stieß auf große Hindernisse: der Hilfsfonds nach den Unruhen hat erhebliche Mittel an sich gezogen, in vielen Ländern mußte wegen der Hilfsfonds-Sammlungen die Keren Hajessod-Kampagne verschoben werden, vor allem aber haben die außerhalb des Machtbereichs der jüdischen Welt eingetretenen Verhältnisse in unvorhergesehenem Maße die Möglichkeiten des Keren Hajessod beschnitten. In fast allen Ländern der Welt sind ernste Wirtschaftskrisen ausgebrochen; am empfindlichsten trifft uns dies in Amerika, und es ist zu befürchten, daß auch die letzte Deroute in New York, die Herrn Jaffe bei seinem Vortrag noch nicht bekannt war, die jüdischen Sammlungen wieder geschädigt hat. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß die Berichte der Delegierten und Komitees des Keren Hajessod ״wie Klagerufe“ klingen. Und trotz all diesen Schwierigkeiten hat der Keren Hajessod Grund zur Annahme, daß am Abschluß des Budgetjahres die auf 280000 Pfund veranschlagten Beiträge der Länder außerhalb Amerikas sich faktisch auf 255 000 Pfund belaufen werden, während 1m vorhergehenden Jahre die Einnahmen dieser Länder nur 229 000 Pfund betrugen. Die Kampagne in Amerika hat erst im Monat März begonnen und die Nachrichten sind, wie Herr Jaffe ausführte, nicht ermutigend. Der Ausfall-wurde vorderhand durch drei Anleihen von 60000, 15 00Ö und schließlieh 100 000 Pfund gedeckt, die durch Vermittlung der Herren Felix Warburg und Oscar Wassermann besorgt wurden. Man darf also die Augen nicht vor der Möglichkeit verschließen, daß die Sitzung im August vor einer komplizierten materiellen Situation stehen wird, indem sie einerseits einen evtl. Ausfall des laufenden Jahres berücksichtigen, andererseits bei der Aufstellung des Budgets für das nächste Jahr mit den entstandenen Verhältnissen rechnen muß. Die Jewish Agency hatte bisher noch keine ausreichende Gelegenheit, die organisatorischen und technischen Grundlagen der Palästinaarbeit zu überprüfen; sie wird jedoch ihr Budget so aufbauen müssen, daß ein Maximum an kolonisatori scher Wirkung erzielt wird. Es gibt eine Fülle von Arbeit. Noch ist die von der Londoner Sitzung beschlossene Schaffung von 1000 Arbeiterwirtschäften in der P1 anzungsz0ne, für die die Mittel außerhalb des regulären Budgets der Jewish Agencv beschafft werden sollen, nicht in Angriff genommen. Noch gibt es unbesiedelten Nationalfonds־ boden, unausgeführte Pläne, brachliegende Energien. Unabhängig von den künftig auftauchenden Fragen, die den Gegenstand der Untersuchung von Sir John Simpson bilden, gibt es schon heute innerhalb der jüdischen Arbeitszone erhebliche Expansionsmöglichkeiten. Auch die Fragen, die Simpson zu beantworten hat, lassen sich nur im Zusammenhang mit dem wichtigsten Faktor, nämlich der Aufbaubereitschaft des Weltju den tu ms, beurteilen. Je mehr Kraft und Mittel das Judentum aufzuwenden bereit ist, um so größer ist die Aufnahmefähigkeit Palästinas. Nach der hitzigen Kontroverse, die — großenteils ohne sachliche Unterlagen — über die Frage der Aufnahmefähigkeit des Landes geführt wurde, beginnt jetzt eine neue Periode der praktischen Demonstration. Die Persönlichkeiten und Instanzen der internationalen Welt, die bisher nicht genügend Gelegenheit hatten, die Fragen in ihrem Berliner ZionistischeVereinigung Montag, den 30.3unl, abends 8K Uhr im Gartensaal der Loge, Kleiststraße 10 Dr. Ernst Simon, Jerusalem ״Der Zionismus in Palästina“ Freie Aussprache wahren Wesen zu studieren, sollen nun an Hand der tatsächlichen Entwicklung darüber belehrt werden, wie sich die jüdische Arbeit im Lande auswirkt, in der Förderung des allgemeinen Wohlstands, Erhöhung der Steuerkraft des Landes, bessere Ausnutzung des Bodens und der natürlichen Möglichkeiten, Erweiterung der Ab- Sorptionsmöglichkeit für neue schaffenskräftige Elemente. Dies alles ist jedoch abhängig von der Leistung der Juden selbst Wir empfinden heute, daß für uns nach einem Jahr der schrecklichsten Aufregungen eine Zeit organischer aufbauender Arbeit not tut, und wir sind überzeugt, daß auch die Welt eine solche Arbeit mit Interesse und Sympathie verfolgen wird. Die Schilderungen des Wachstums des Siedlungswerkes und der zähen Keren Hajessod-Arbeit gerade in den ärmsten jüdischen Ländern geben uns die Hoffnung und die Zuversicht, daß das jüdische Volk die Chance, die ihm jetzt gegeben ist, nicht ungenützt wird verstreichen lassen. ZioBlsteotag In Oesterreich abgebrochen Wien, 17. Juni (J. T. A.) Der Parteitag der Österreich!- sehen Zionisten fand diesmal — zum erstenmal seit mehreren Jahren — wieder unter Beteiligung der von Robert Stricker geführten demokratischen radikalen Zionisten statt. Nach eineinhalbtägigen schwierigen, aber von allseitigem Friedenswünsch beseelten Beratungen wurde der Parteitag unbeendigt vertagt. Wahrscheinlich werden die Beratungen Ende dieses Monats wieder aufgenommen werden, ohne daß es vorläufig zu der Wahl einer Leitung kommt, da die Allgemeinen Zionisten sich bemüht zeigen, eine Möglichkeit zur Erfüllung der Forderungen der Radikalen und Revisionisten zu finden und diesen Gruppen eine Teilnahme an der Leitung einzuräumen. Im Verlauf der Debatte wurde die Lage im Welt- Zionismus, insbesondere die Politik Dr. Weizmanns, lebhaft besprochen und die Frage der Einberufung eines ordentliehen oder außerordentlichen Zionistcnkorgresses e örtert. Die Hauptdifferenzen betrafen aber die österreichische L a n d e s p 0 li t i k , wie z. B. das Ausmaß der Erneuerung der nationalpolitischen Aktivität der österreichischen Zionistisehen Organisation, die Frage, ob den Allgemeinen Zionisten, wie den Angehörigen der im Landesverband vereinigten zionistischen Sondergruppen überhaupt, die Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie oder zu anderen nichtjüdiscnen politischen Organisationen zu verbieten sei. Bevor die Verhandlungen vertagt wurden, nahm der Parteitag noch eine scharfe Protestresolution gegen die Sperrung der Alijah nach Palästina, sowie gegen die mandatswidrige Politik der englischen Regierung an. Der Vorsitzende der Praoer jüdischen Gemeinde — ein Zionist (Von unserem Berichterstatter.) hl, Prag, 17. Juni. Bei der heute statfgefundenen Präsidentenwahl der Repräsenfanz der Prager jüdischen Gemeinde wurde der Zionist Abg. Dr. Ludwig Singer mit 16 von 18 abgegebenen Stimmen zum Vorsitzenden gewählt. Die Gruppe der tschechisehen Assimilanten, die bisher den Vorsitzenden gestellt hatte, verließ vor der Wahl den Saal. Es ist das erstemal, daß ein Zionist die Vorsteherstelle der größten jüdischen Gemeinde der Tschechoslowakei bekleidet. Der bisherige Vorsitzende, der Tschechojude Dr. A. Stein, war ein entschiedener Feind des Zionismus. In seittfc Aegide fiel der beschämende Prozeß, den die Prager jüdische Gemeinde mit dem jüdischen Sportklub Hagibor führte, um ihn seines Sportplatzes zu berauben, ferner die Affäre anläßlich der Anwesenheit Dr. Weizmanns in Prag. (Dr. Stein weigerte sich damals den Präsidenten der Zionistischen Organisation namens der Prager jüdischen Gemeinde zu empfangen und zu begrüßen) u. a. m. Mit der heutigen Wahl ist das letzte Bollwerk der tschecho-jüdischen Assimilation gefallen. Wenn auch die Zionisten in der jüdisehen Gemeinde noch nicht die absolute Majorität innehaben, so bedeutet doch die Wahl eines Zionisten zum Vorsteher der Gemeinde einen bedeutenden Fortschritt auf dem Wege der Eroberung der jüdischen Gemeinde. Zu Stellvertretern des Vorsitzenden wurden Dr. Josef Popper (Demokrat), ein Mitglied des Administrativkomites der Jewish Agency und Dr. Emil Kafka (Mittelstandsparlei) gewählt. Laut dem soeben erschienenen Bericht der Gesellschaft für fffchutz jüdischer Einwanderer sind im Jahre 1929 in Argentinien 5986 Juden, davon 71 0/0 aus Polen, eingewandert. I Abraham Podlischewski | Wie aus Warschau gemeldet wird, ist Abraham Podlischewski im 68. Lebensjahr am 17. d. M. gestorben. Mit Abraham Podlischewski verliert der Zionismus wiederum eine der beinahe schon ״klassisch‘‘ gewordenen Figuren seiner alten Führergarde. Podlischewski kam zum Zionismus aus der Chowewe-Zion-Bewegung und hat den gesamten Werdegang der Palästina-Bewegung, von ihren Anfängen bis jetzt, in höchster aktiver Anteilnahme begleitet. Er war einer jener ostjüdischen Repräsentanten des zionistischen Gedanken■;, die nicht aus Ideologie und theoretischer Erkenntnis, auch nicht aus psychologischer Wandlung und revolutionärem Erlebnis zum Zionismus kamen, deren Weg vielmehr in natürlicher und beinahe selbstverständlicher Folgerichtigkeit aus der Fülle ihrer jüdischen Kindheits- und Jugenderlebnissc, aus der Totalität des — heute kaum noch vorhandenen — ostjüdischen Milieus der vorigen Generation in den Zionismus mündete. Das Charakteristische dieser Männer ist die große Spannweite ihrer jüdischen Betätigung. Wenn der Zionismus so häufig für sich in Anspruch nimmt, nicht eine Partei unter Parteien zu sein, sondern das Judentum in seiner Gesamthelt zu repräsentieren, so sind solche Erscheinungen wie Podlischewski die reale Bestätigung dieses Anspruchs, Es gab nichts Jüdisches, das ihm irgendwie fremd gewesen war. Ob es sich um ökonomische Fragen der jüdischen Kaufmannschaft oder um Probleme des politischen Kampfes im alten Rußland und im heutigen Polen handelte, ob es utn Probleme der hebräischen Kultur ging, des Schrifttums oder des Theaters, immer —• vom rein Zionistischen schon gar nicht zu sprechen — war Podlischewski in unermüdlicher Aktivität tätig, und alles stand ihm gleich nahe. Die Fülle seiner Betätigungen und Leistungen aufzuzählen würde daher bedeuten, einen kurzen Abriß der Geschichte des russischen und polnischen Judentums der letzten 40 Jahre zu geben, da es kaum eine Bewegung, kaum ein öffentliches Unternehmen größeren Stiles gibt, an dem er nicht führend mitbeteiligt war. Ungemein vielseitig, auch in seinen menschlichen und geistigen Interessen, erfolgreich als Kaufmann, aber auch begabt als Schriftsteller, von einer sehr impulsiven und natürliclien Vitalität, stets stolz darauf, als der ״Jüngste“ zu gelten und vor allem ausgestattet mit einem häufig sehr intuitiven, gesunden Menschenverstand, war Podlischewski eine der anziehendsten, sympathischsten und lange Jahre hindurch auch autoritativsten Figuren des osteuropäischen Zionismus. Er war selbstverständlich eine ständige und beliebte Erscheinung auf allen Kongressen, war lange Jahre hindurch Mitglied des großen Aktions-Comitös, einer der Mitbegründer der radikalen Gruppe, einer der intimsten Mitkämpfer Jizchak Grünbaums und in den letzten Jahren ein wahrer Patriarch des polnischen Judentums, zu dem alle Gruppen mit ihren Sorgen und Wünschen kamen. Sein plötzlicher Tod reißt eine sehr schmerzliche Lücke in die nicht zu große Führergruppe des polnischen Judentums, in den sehr gelichteten Kreis der ersten Führergeneration des Zionismus und bedeutet einen tief empfundenen Verlust für die große Zahl seiner Freunde. Zu seinen Freunden »Ha ..«•)Sc* . t1■*** - Wf ״»•**_ ״*•»«י־* nistische Führer haben so wenig־ Gegner gehabt wie Podlischewski. Die Wärme seines Wesens, die absolute Aufrichtigkeit und Gradheit seines Charakters nahmen auch jene gefangen, die politisch oder taktisch nicht mit ihm übereinstimmten. Er war alles andere als ein Parteimensch, und im tiefsten Grunde seines Wesens eine heute sehr selten gewordene Verkörperung des jüdischen ״Balebos“ im besten Sinne dieses Wortes, jenes Typus, dem das osteuropäische Judentum vielleicht seine stärksten Energien und Leistungen verdankt, der in sich noch die Fülle eines ungebrochenen Vollblutjudentums trägt und daher fähig ist, in allen schwierigen Situationen jüdischer Kämpfe seinen Mann zu stellen. In der Galerie der Führerpersöniichkeiten des Zionismus der ersten Generation, die so reich an interessanten und? unvergeßlichen Erscheinungen ist, wird Abraham Podlischewski eine der sympathischsten tmd liebenswertesten bleiben. N. G. Die Ausgrabungen von Beth Alpha Einweihung des Schutzgebäudes. Ueber den im vorigen Jahr entdeckten und ausgegrabenen Ueberresten der alten Synagoge in Beth Alpha hat die Regierung ein Schützgebäude errichtet und dasselbe am 3. Juni in den Besitzder Hebräischen Universltät übergeben, die die Ausgrabungsarbeiten durch ihren Archäologen Dr. S u k e n i k geleitet hat Aus diesem Anlaß fand in Beth Alpha eine Feier statt. Es waren Vertreter des Keren Kajemeths als Eigentümers des Bodens, Vertreter der Universität, Gäste aus dem gesamten Nurisblock und einige arabische Beamte anwesend, die das Departement für öffentliehe Arbeiten vertraten, das die Bauarbeit durchgeführt hat. Dr. Magnes bemerkte in seiner Eröffnungsansprache 11. a., daß die Hebräische Universität sich seit Anfang um die Uebcrreste der Synagogen im Lande kümmert. Es sei ihm gelungen, die ״Adath Emamiel“ in New York und insbesondere ihren Vorsitzenden Louis Marsliall für diese Idee zu gewinnen, inzwischen sei die Synagoge in Beth Alpha entdeckt worden und .Marshall habe sich einverstanden erklärt, die Summe, die für die al'gemcinc Obsorge und die Uebcrreste der Svnagogen bestimmt war, für die Arbeit in Beth Alpha und für die Veröffentlichung des Werkes, das demnächst erscheinen wird, zu reservieren. Herr Ussischkin übergab dem Kanzler der Universität die Ueberwachurg der Svnagogcn in einer Anspräche, die auf die gegenwärtige Lage ansoieHe. Nachdem Dr, Magnes geantwortet hatte, sprachen noch Herr Loebl von derKwuzah Chefziba und Dr. Sukenik, der über die Mosaikarbeiten der Synagoge Aufklärungen gab. (Ziko.'t Zur Einwanderungsfrage.!11 der Verfügung der Mandatsregierung vom 2. 4. 30, betreffend Einwanderung von sögenannten Kapitalistenkreisen, also Kreisen, für die kein Zertifikat notwendig ist, sind an erster Steile Landwirte und industrieile aufgeführt, von denen der Nachweis eines Vermögens von & 1000 verlangt wird. Die!,;.lestine Land Development Co. Ltd., London-Jerusalem, teilt uns hierzu mit, daß in den Ausführungsbestimmungen auch landwirtschaftliche und städtische Böden in Palästina als Vermögenswerte betrachtet werden, daß also Eigentümer von Boden mit einer gewissen Erleichterung bei der Einwanderung rechnen können. Die Bestätigung der P. L. L). C, über die Einzahlungen der Bodenkäufer werden von der Regierung als beweisgültig angenonimen.