Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 46 (13.6.1930)
- Date
- 1930-06-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2651273-2653156-2653199--21631-2679750- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 312 befördert werden sollte, so liegt darin heute nicht wehr jene Geste der Genugtuung, von der wir sprachen. Die Untersucht!ngskommission über die Vorfälle des August hat, wenn sie auch manche schwere Vorwürfe in höflicher Verkleidung gegen die Regierung richtet, im großen Ganzen den Eindruck erzielt, sie wolle die Regierung ״weißwaschen“. Und schließlich wurde die durch solche Vorkommnisse begreifliche Erregung der Judenheit zum Ueberkochen gebracht durch die völlig sinnlose, klein• liehe und jedes Verständnisses der psychologischen Si* tuation entbehrende Verordnung der Zurückziehung der 2300 Zertifikate, die, wie Dr. Shiels mehrmals sagte, auf ein bürokratisches ״Mißverständnis“ zurückzuführen sein soll. Wenn in einem solchen Moment die Juden fragen, ob England sie nicht verraten habe, dann genügt es nicht, mit frommem Augenaufschlag zu predigen, die Juden sollten mehr Vertrauen zu England haben. Es nützt nichts, sich darüber zu täuschen, daß dieses Vertrauen, das früher vorhanden war, aus triftigen Gründen zerrissen ist, und daß es durch bloße Worte nicht wiederhergestellt werden kann. In einer soeben erschienenen Broschüre ״Einige Bemerkungen über die Politik der Mandatartnacht in Palästina“ von dem bekannten Zionisten Jacobus Kann (in englischer Sprache, Verlag Martinus Nijhoff, den Haag, fl 1) wird die Politik der Mandatarmacht einer scharfen Kritik unterworfen und ausgesprochen, daß die freundlichen Gefühle der Juden gegenüber England, die nach der Balfour-Deklaration allgemein waren, einer bitteren Enttäuschung Platz gemacht haben. ״Große Gruppen von Juden in Palästina, die stets ihr Vertrauen auf das britische Prinzip des fair play gesetzt haben, sind jetzt der Meinung, daß es die bewußte Absicht der britischen Regierung war, Zwietracht zwischen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung zu säen.“ Man braucht diese von Kann zitierte Anschauung nicht zu akzeptieren, aber sie illustriert den Effekt des englischen Verhaltens. Kann, der auch für die schweren Fehler der Juden nicht blind ist, fordert von der Mandatarmacht, sie müsse ״alles Erdenkliche tun, um die Errichtung des Jüdischen Nationalheims zu fördern, in erster Linie durch den Versuch, die Juden und Araber miteinander auszusöhnen“. Dies ist, nach Dr. Shiels’ Worten, auch die Absicht der englischen Regierung, aber ihre wirkliche Haltung hat eher das Gegenteil bewirkt. Die englische Regierung hat niemals die Initiative zu einer großzügigen Lösung der jüdisch-arabischen Frage ergriffen, niemals ein konstruktives Programm vorgeschlagen, das vielleicht die Extremisten nicht befriedigt, aber einen Ausweg gezeigt und den Ausgangspunkt gemeinsamer Bemühungen hätte bilden können. Sie hat sich damit begnügt, die beiden Völker gegeneinander auszuspielen, indem sie die Forderungen : jeder Seite durchHinweis auf den Widerstand der anderen Seite zurückwies. Dies ist ein Verhalten, das Wicht nur unpsychologisch ist und beide Teile unnötig reizt, sondern das allmählich auch die Grundlage des Vertrauens zerstört, das, wie Dr. Shiels richtig in Genf sagte, eine unerläßliche Vorbedingung des Erfolges ist. Die jüdische Protestbewegung gegen die Einwanderungsbeschränkung hat inzwischen immer größere Dimensionen angenommen. England würde einen weisen Schritt tun, wenn es die Suspension der Zertifikate unverzüglich aufhöbe. Dies ist aber nur ein Einzelschritt, dem im Augenblick symptomatische Bedeutung zukäme. Was not tut, ist eine herzhafte aktive Politik der Mandatarmacht zur Durchführung eines konstruktiven Programms, das die Interessen und Postulate beider Völker berücksichtigt und dadurch die unerträgliche Gespanntheit der palästinensischen Atmosphäre allmählich löst. Im heutigen Palästina stoßen sich die Ansprüche beider Völker hart im Raume; nur durch eine energische Politik des Aufbaus, die den Raum vergrößert, neue Möglichkeiten schafft, den Völkern große Aufgaben setzt, kann die Lage in Palästina grundlegend verbessert werden. Es ist noch nicht bekannt, welche Beschlüsse die Mandatskommission gefaßt hat. Ohne eine Kritik der englischen Mandatsverwaltung wird es wohl nicht abgehen. Die Hauptsache ist jedoch nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft. England hat viel an Verhauen ver- Ioren; es muß sich für die Zukunft das Vertrauen wieder erobern, und alle Gutgesinnten werden, wenn es ernst ist, dabei helfen. Simpsons Untersudrangen Jerusalem, 6. Juni. (J. T. A.) Sowohl jüdischen als auch arabischen Vertretern gegenüber wies Sir John Hope-Simpson darauf hin, daß nach der vor sich gehenden Entwicklung die Bevölkerung Palästinas innerhalb 30 Jahren sich ver doppelt haben wird. Die arabischen Effendis brachte Simpson in große Verlegenheit, als er an sie die folgende Frage richtete• Gesetzt den Fall, daß Armut die Fellachen gezwungen hat, ihren Boden an Juden zu verkaufen, warum verkauften aber die Oroßgrundbesitzer Boden an Juden? Dr. Arthur Ruppin hatte mit Sir John Hope-Simpson eine Unterredung, die drei Stunden dauerte. Ruppin übergab Simpson eine Liste jüdischer Autoritäten, deren Urteil ins Gewicht fallen müßte. Auch der Direktor der Central Cooperative Bank Harry Viteles hatte eine Unterredung mit Simpson. — Vor kurzem besuchte Simpson Petach Tikwah, Rechoboth und Rischon le Zion, wo er sich mit Smllansky und Miller länger unterhielt. Besonders interessierte sich Simpson für die Erfolge der Intensivwirtschaft. Später besuchte er Nablus, Dschenin und Beisan. Dazwischen nahm er Aufenthalt In der Arbeiterkolonie Ein Charod, wo er die Stallungen besichtigte. Die hebräische Arbeiterzeitung ״Dawar״ erfährt, daß Simpson nach Beendigung der Untersuchung ln Palästina auch TransjordanienindenKreisderUntersuchung z i e h e n w i rd. Jerusalem, 10- Juni. (J. T. A.) Der außerordentliche Bevollmächtigte der britischen Regierung für Palästina, Sir John Hope-Simpson, stattete dem Hauptbüro der Jewish Agency offiziell einen Besuch ab, Bei dieser Gelegenheit JOEDISCHE RUNDSCH AU_Nr. 4», 13. VT. 1830 Das Rächt auf Einwanderung Jüdische Kundgebungen In der ganzen Welt 50000 New Yorker Joden demonstrieren New York, 8. Juni (J.T.A.) Etwa 50000 New Yorker Juden marschierten ungeachtet der sengenden Hitze in einer geschlossenen Demonstration durch die Straßen New Yorks, um ihrem Proteste gegen die Politik der britischen Regierung in Palästina Ausdruck zu geben. Alle Schichten der Judenheit waren in dem Riesenzuge vertreten; es wurden Transparente mit Aufschriften getragen, in denen der Empörung über die Suspendierung der Einwanderung von Chaluzim Ausdruck gegeben wurde. Der Zug bewegte sich die Fifth Avenue entlang gegen East Side und Rutgers Square; viele Tausende von Personen flankierten den Zug und begrüßten seine Losungen stürmisch. An der Spitze marschierten jüdische Kriegsveteranen, hinterher gingen Hunderte zum größten Teil hochbetagte Rabbiner, die Gebete aufsagten, es folgten Delegationen der verschiedenen jüdischen religiösen (iruppierungen, Gruppen von Chaluzim, Delegationen der jüdischen Gewerkscliaften, viele tausende jüdische Schulkinder, die Palästinalieder sangen, und Vertreter zahlreicher Geselligkeits- Organisationen. Rabbi Stephan S. Wise eröffnete die Demonstration um 5 Uhr nachmittags mit einer Ansprache, in der er ausführte: ״Wir Juden wollen nicht länger der Sündenbock des britischen Imperialismus in Indien sein“. Es wäre besser gewesen, England hätte unser Verlangen von Anfang an abgelehnt, als daß es das Jüdische Nationalheim zuerst gewährt, um dann Verrat an uns zu üben. Im Verlauf der Demonstration hielten ferner Ansprachen der Führer der Poale Zion Berl Locker, Dr. Margoshes, Richter Rosenblatt, Dr. Juris und Chaim üreenberg. In den Ansprachen kam zum Ausdruck, daß die Kundgebung nicht eine Kundgebung der Verzweiflung ist, sondern daß sie den Geist der Entschlossenheit manifestiert, das Jüdische Nationalheim trotz aller Hindernisse aufzubauen. Einmütig wurde eine Resolution gefaßt, in der England aufgefordert wird, die mit dem Mandat übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen, die Tore Palästinas einer freien und uneingeschränkten Ein- Wanderung zu öffnen und die Verwaltung des Landes Beamten in die Hände zu geben, die den jüdischen Zielen in Palästina mitfühlend gegenÜDerstehen. Herr Alfred M. Cohen, Präsident des Unabhängigen Ordens Bnei Brith, hat dem britischen Botschafter in Washington einen Protest gegen die Suspendierung der Ein- Wanderung von Chaluzim übergeben. In einer in der Faneuil Hall zu Boston stattgefundenen Massenversammlung der Bostoner Juden erklärte der Präsident des Senats von Massachusetts, Gasper Bacon: Wir sind nicht hier, um die Aktion der britischen Regierung zu erklären, sondern um sie zu verurteilen. Der Vizebürgermeister von Boston Thomas Müllen erklärte, wenn England die in seine Regierung gesetzten Erwartungen enttäuscht, wird es als treulos angesehen werden, Der Vorsitzende der Ver- Sammlung Elihu Stone, Vizepräsident der Zionistischen Organisation Amerikas, erklärte: die Suspendierung der Ein- Wanderung bildet de« Höhepunkt einir Reihe von widerrechtliehen Zurücksetzungen der Juden, die den Eindruck erwecken müssen, daß England die Balfour - Deklaration als einen Fetzen Papier betrachtet. England möge gewarnt sein; cs könnte bei einer Fortsetzung dieser Politik den ewigen Fluch des ewigen Volkes auf sich laden. Prolestaktion der deutschen Mitglieder der Jewish Agency Namens der in Deutschland wohnenden Mitglieder des Councils der Jewish Agency hat Herr Direktor Wassermann ein Schreiben an den britischen Botschafter in Berlin gerichtet, in dem darauf hingewiesen wird, daß die vom Colonial Office verfügte zeitweilige Suspendierung der Ein- Wanderungszertifikate von der ganzen am Palästinaaufbau interessierten Judenheit mit größter Bestürzung aufgenommen wurde. Die offenbar ausschließlich aus politischen Gründen getroffene Maßnahme des Colonial Office werde von der Judenheit als unvereinbar mit dem Wortlaut und dem Geist des Palästinamandates empfunden. Die Errichtung des Jewish National Home in Palästina werde durch derartige Maßnahmen aufs schwerste gefährdet, denn sie könne ohne eine Immer wachsende jüdische Einwanderung nicht verwirklicht werden. Die deutschen Mitglieder der Jewish Agency bitten den Britischen Botschafter, ihren Protest und ihr Ersuchen, die erwähnte Verordnung rückgängig zu machen, zur Kenntnis der britischen Regierung zu bringen. Weitere Protestkundgebungen Die Protestbewegung gegen die Suspendierung der Zertifikate hält unvermindert an. Aus der ganzen Welt kommen Nachrichten über eindrucksvolle Kundgebungen, an denen sich Vertreter aller jüdischen Richtungen beteiligen. In der vergangenen Woche fand eine große Versammlung in London im großen Saale der Kingsway-Hall statt. Oberrabbiner Hertz, der den Vorsitz führen sollte, war durch Krankheit am Erscheinen verhindert, sandte jedoch eine Botschaft, in welcher er die Hoffnung ausspricht, daß der Premierminister die Suspendierung der Zertifikate mit aller Beschleunigung wieder aufheben wird. Ansteile von Dr. Hertz führte Harry Sacher den Vorsitz. In seiner Ansprache betonte er, daß die Juden jetzt Taten und nicht bloße Deklarationen von der Regierung erwarten. Der zweite Redner, Michael Marcus, UnterhausmitgHed der Arbeiterpartei, erklärte, er sei stets ein treuer Anhänger MacDonalds gewesen, aber Jetzt müsse er die Haltung der Arbeiterregierung in der Palästina-Frage schärfstens kritisieren. Es sprachen ferner Prof. Brodetsky, Frau Sieff, Paul Goodman, Morris Myer, Rev, Perl zweig. Sodann wurde folgende R esolution angenommen: ״Die Versammlung gibt der Bestürzung und dem Schmerze aller Kreise der britischen Judenheit über die ungerechtfertigte Handlung der Regierung Ausdruck. Die Suspendierung der Palästina-Zertifikate ist eine flagrante Verlefzting der Mandatsbestimmungen, die die Regierung verpflichten, die jüdische Einwanderung in Palästina zu erleichtern. Wir fordern die Regierung auf, die Suspendierung der Zertifikate zurückzuziehen und eine administrative Politik zu führen, die die klare Entschlossenheit der Regierung dartut, die ihr durch das Mandat auferlegten Verpflichtungen zu erfüllen und das jpdisehe Volk heim Wiederaufbau des Jüdischen Nationalheims zu unterstützen. Auch in anderen Städten Englands fanden Protestmeetings statt. Eine stark besuchte Versammlung in Leicester übersandte dem Premierminister Mac Donald das Ersuchen um Zurücknahme der Suspendierungsorder. Eine Versammlung in Liverpool brachte zum Ausdruck, daß die Suspendierung der Einwanderung einen flagranten Bruch der Verpflichtung Großbritanniens als Mandatarmacht bedeutet, ln der Versamtnlung in Manchester wurde eine Resolution gefaßt, in der die Regierung aufgefordert wird, eine Politik zu führen, die in Uebereinsfimmung steht mit den gegenüber dem jüdischen Volke übernommenen Verpflichtungen, die in der Balfour- Deklaration und im Mandat verankert sind. Protestversammlungen wurden in Glasgow, Leeds, Dublin, Belfast, Cardiff, Newport und in anderen Orten abgehalten. Ucberall wurden entsprechende Resolutionen gefaßt und dem Premierminister wie dem Kolonienminister übermittelt. Am 11. Juni fand in Warschau eine eigenartige Protestkundgebung gegen die Suspendierung der Einwanderung*- Zertifikate statt. Alle jüdischen Geschäfte und Werkstätten schlossen um 6 Uhr nachmittags ihre Läden und eine vieltausendköpfige Menge durchzog die jüdischen Wohnviertel. Aehnllche Demonstrationen sollen in anderen größeren Städten Polens folgen. In Pa ri s sprachen eine Reihe von Rednern In einer großen, von 6000 Juden besuchten Versammlung. Unter den Rednern waren auch Schalom Asch und Bernard Lecache. Einige Araber, die zu stören suchten, wurden von der Polizei entfernt. Die Versammlung überreichte dem britischen Botschafter ein Protestmemorandum. In Kapstadt (Südafrika) fand gleichfalls eine massenhaft besuchte Protestkundgebung statt, in der eine ähnliche Resolution gefaßt wurde. Der Präsident der italienischen Zionisten, Dante Lattes, überreichte dem britischen Botschafter in Rom ein scharfes Protestmemorandum. *Ein® von der jüdischen Gemeinde Jn Kairo einbernfene und von Vertretern aller jüdischen Parteien und Schichten massenhaft besuchte Versammlung sandte ein Protesttelegramm an das britische Kolonialamt. Der 49 jüdische Gemeinden umfassende Verband der mährischen Kultusgemeinden faßte auf seiner Tagung eine scharfe Protestresolution gegen die Suspendierung der Chaluz-Alijah. Die Resolution wurde dem englischen Gesandten in Prag übergeben. Das alle zionistischen Richtungen des Freistaats Danzig repräsentierende Zentralkomitee hat im Namen der Judenheit des Freistaats Danzig, der unter dem Schutz des Völkerbundes steht, an die Mandatskommission des Völkerbundes in Genf ein Memorandum übersandt, in welchem die jüdischen Postulate in Palästina dargelegt werden und freie Einwanderung und Kolonisation für Juden in Palästina ge-, fordert wird. Auch in mehreren Städten Deutschlands wurden Protestkundgebungen abgehalten, in denen Protestresolutionen beschlossen wurden. Die Poale Zion veranstaltete in Berlin eine Versammlung, in der Liebenstein und Dr. Kalecko sprachen; beide Redner betonten die Notwendigkeit, die palästinensische Arbeiterschaft ln ihrem hingebungsvollen Kampf um den Aufbau des Landes zu stärken. '* Wir haben bereits über das Echo berichtet, das die jüdisehe Protestbewegung ln der englischen Presse hervorgerufen hat. Außer der ״Times“, deren Artikel wir vollinhaltlich wiedergegeben haben, haben in der letzten Woche auch die Wochenschriften ״New Statesman“ und ״Sunday Times“ nachträglich auf die jüdische Protestbewegung hingewiesen. ״Sunday Times“ richtet bei dieser Gelegenheit sehr scharfe Angriffe gegen die Palästinapolitik der Regierung, die in der Judenheit das Vertrauen zur Entschlossenheit Englands, das Mandat durchzuführen, erschüttert hat. Bei unserer Wiedergabe des Artikels der ״Times“ vom 29. Mai in Nr. 44/45 der ״Jüdischen Rundschau“ hat sich leider ein unangenehmer Druckfehler eingeschlichen. Es heißt dort: ״Die Erregung und Unruhe in Jerusalem, die durch die Zurücknahme der Zertifikate verursacht worden sind usw.“ Es soll statt ״in Jerusalem“ richtig heißen: ״in der Judenschaft". 111i1iiit11n1tiiiiii1111t111111111M111HHHH11111m111111tH1H1H1m erklärte ihm Dr. H e xter die Haltung der Nichtzionisten innerhalb der Jewish Agency, während Colonel Kisch, Rabbi Meir Berlin und Joseph Sprinzak ihm die Ansichten der Führer der zionistischen Bewegung darlegten. Sir John Hope-Simpson besuchte auch das Büro des Waad Leuini. Später traf Hextcr mit Simpson bei einem Frühstück im Hause des Higli Commissioner Sir John Chancellor zusammen. Hexter ist von Simpsons Vorurteilslosigkeit und Aufrichtigkeit überzeugt. Dr. Ruppin, der in ständiger Berührung mit Simpson stellt, ist der gleichen Meinung über ihn. Jerusalem. (JTA.) Mit Rücksicht auf die bevorstehende Ankunft der vom Völkerbund entsandten Internationalen Klagemauer-Kommission entfernte die Polizei während der Andachtsstunde den etwa 10 Ellen von der Mauer entfernt aufgestellten, den Andächtigen unentbehrlichen rituellen Wasch- Ständer. Der jüdische Aufseher, der dagegen protestierte, wurde später von der Polizei in Haft genommen, aber einige Stunden später freigelassea. Zeitnngsverbote ta Jerusalem ״Doar Hajom“, ״Falestin“ und ״EI Jamea cl Arabla‘. Jerusalem, 10. Juni. (J.T.A.) Die in Jerusalem erscheinende hebräische Tageszeitung ״Doar Hajom“, Organ der Zionisten-Revisionisten, sowie die arabische Tageszeitung ״Felestin״, Organ der Arabischen Exekutive, und die ebenfalls als Organ der Arabischen Exekutive geltende Zeitung ״El Jamea el Arabia“ wurden durch die Palästina-Regierung bis auf weiteresverboten. Ein Grund für die Verbote wurde offiziell nicht angegeben. Es verlautet jedoch, daß das Verbot wegen erschienener aufreizender Artikel erfolgt ist. ״Doar Hajom“ erscheint weiter unter dem Namen ״Jeruschalajim“ unter der gleichen Redaktion und in der gleichen Druckerei wie bisher. Dies wurde ermöglicht auf Grund eines Abkommens mit einem Verlag, der unter diesem Namen früher eine hebräisehc Wochenschrift herausgab und die Berechtigung zur weitcren Herausgabe noch hat.