Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 42-43 (30.5.1930)
- Date
- 1930-05-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2653156-2653197--21612-2679729- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 42/43, 30. V. 1030 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 295 Minderheit bleiben müsse, sollten politisch völlig u nabhängig voneinander sein. Zu diesem Ziel führten zwei Wege: einmal die Erweiterung der lokalen Selbstverwaltyng, andererseits, soweit möglich, die Ansiedelung der beiden verschiedenen Elemente der Bevölkerung in getrennten autonomen Distrikten, wo sie unter Leitung und Kon- (rolle der Mandatsmacht ihre eigenen Institutionen entwickeln sollten. Je mehr Kooperation es dann zwischen den Distrikten mi't Self-Govcrnment und dem Kommissar gäbe, um so besser werde cs für die spätere gegenseitige Zusammenarbeit sein. Eine arabisch-jüdische Konstitution käme gegenwärtig, und wohl noch für lange Zeit, nicht in Frage. Aber lokale Selbstverwaltung in Distrikten, wo Araber oder Juden die Mehrheit besäßen, könnte sehr nützlich werden, da sie dort Erfahrungen mit der Selbstverwaltung sammeln und sie später, wenn die politischen Beziehungen sich verbessert hätten und die Interessen der beiden Rassen Zusammenarbeit forderten, bei der Fusion dieser Lokalverwaltimgen gut würden brauchen können. Auch würde unter diesen Umständen die Gefahr von Rassenkämpfen auf ein Minimum herabgedrückt. Freilich würde die Gruppierung der beiden Rassen in getrennten Gegenden in Anbetracht ihrer jetzigen Verteilung schwierig sein und nur durch guten Willen, Zeit und Geduld erreicht werden können. — Im ganzen sei man in Palästina zu schnei( vor gegangen. Bisher seien die Juden — obwohl sie ständig das Gegenteil versicherten — der begünstigte Teil gewesen, und es würde ein verhängnisvoller F ehier sein, wenn sie jetzt grollen würden, wenn England ernstlieh versuchte, zum Nutzen der beiden Rassen Frieden zu stiften. Zuletzt schildert der Verfasser, wie sich die Araber gegenüber den Juden benachteiligt fühlten, weil diese einerseits durch dife Jewish Agency zur Palästina-Regierung, andererseits durch die Londoner Zentrale direkt zum Colonial Office Zutritt hätten, während den Arabern beide Möglichkeiten fehlten. Die Hauptaufgabe bestehe jetzt darin, den Arabern die Furcht vor einer Unterjochung zu nehmen, was auf folgende Weise zu erreichen sei: durch klare Definition der englischen Palästina-Politik und durch Regelung der Ei nWanderung auf der Basis einer ständigen jüdischen Minorität; ferner solle ein gewisses Maß von Selbstverwaltung gewährt werden, wobei eine Arab Agency mit der Jewish Agency auf gleichem Fuß zusammenarbelten solle, Diese Regelung würde, zusammen mit der geschilderten Verteilung der Araber und der Juden auf jetrennte Gegenden, beiden Völkern viele Vorteile bringen. Kopenhagener Brief Das jüdische Gemeinde- und Vereinsleben in Kopenhagen kann auf ein interessantes Wintersemester zurückbiicken. Den Auftakt gab eine von den national-jüdischen Organisationen angeregte Protestversammlung anläßlich der August-Unruhen in Palästina, welche von dem Präsidenten und Vizepräsidenten der Jüdischen Gemeinde geleitet wurde und an der etwa 1000 Personen teilnahmen. Eine größere Anzahl von öffentliehen und halböffentlichen Vorträgen befaßte sich mit jüdisehen Kultur- und Gegenwartsfragen, ln nicht geschlossenen Sitzungen der Danmark-Loge U. O. B. B. sprach Oberrabbiner Dr. Friediger über Moses Mendelsohn und seine Zeit, Rechtsanwalt Grone mann (Berlin) in einem außerordentlich beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema ״Kassierer Cohns theatralische Sendung“ (eine Schnitzlersche Episodenfigur, die zur jüdischen Selbstbesinnung mahnt), sowie Museumsfnspektor Kjaer über die dänischen Ausßira&Mflfi*« bei Schilöh. ״ Vielversprechende Maßnahmen für planmäßige Veranstattungen zur Förderung jüdischer Geschichte und Literatur in breiterer Öffentlichkeit wurden für das nächste Wintersemester beschlossen. Einen größeren Kreis von Interessenten versammelte Rechtsanwalt Gronemann zu einer Vorlesung aus neuen unveröffentlichten Werken von ihm. in einer infernen zionistischen Zusammenkunft berichtete er über die politische Lage nach den August-Ereignissen. Auf Einladung der Dansk Zionist Forening sprach Herr Alfred Berger in gut besuchter öffentlicher Versammlung über das jüdischarabische Problem und setzte sich insbesondere mit kommunistischen Gegnern auseinander. Anfang April veranstalteten die Zionisten eine Balfour-Gedenkfeier, Auf Einladung des Skandinavisk Ungdotn Forbund hielt Museumsdirektor Dr. Schwartz (Berlin) einen Lichtbilder-Vortrag über Jüdische Kunst, und auf Einladung desselben Verbandes sprach vor wenigen Tagen Professor Dr. Heinrich Löwe (Berlin) über ,Jüdische Kultur in Palästina‘‘, Mitveranstalter des letzteren Vortrages war das Lokalkomitee der Freunde der Jüdisehen Nationalbibliotbek, welches mit gutem Erfolge Bücher für diese Bibliothek sammelt. Von kulturellen Veranstaltungen verdienen hervorgehoben zu werden das jährliche Konzert des Gesangvereins ״Hasomir“, die mehr oder weniger regelmäßigen Zusammenkünfte des Hebräischen Klubs, an dessen Kon• versatlonsabenden sich eine für Kopenhagener Verhältnisse recht beträchtliche Anzahl hebräisch Sprechender beteiligten, sowie die Neugründung eines Jüdischen Theatervereins, zu dessen Eröffnungsvorstellung im April sich 500 Zuhörer einfanden und damit das Bedürfnis bewiesen. Eine größere Anzahl gesellschaftlicher Zusammenkünfte würden zugunsten des Keren Kajemeth, des ״Ikor“, der Chewra Kadisqha und anderer Wohlfahrtszwecke abgehalten. Eine solche Veranstaltung zu• gunsten der Errichtung eines Jüdischen Volkshauses fand leider nicht das Interesse, welches die Idee verdient. Die Agudath-Jisroel-Gruppe veranstaltete einen Propagandavortrag mit Lichtbildern, weiche ausschließlich historische Stätten und Gräber zeigten und das moderne jüdische Leben in Palästina vollkommen ignorierten. Einer Auseinandersetzung mit dem Zionismus ging man aus dem Wege. — Zeitweise lebhaft diskutiert wurden die Verhältnisse in der jüdischen Gemcindc. Von der sicbcnköpfigen Verwaltung, welche über Legate in Höhe von 8 Millionen Kronen verfügt, und die auf Grund eines mittelalterlichen Wahlrechts mit einfacher Stirnmenmehrheit nur von dänisch-naturaiisierten männlichen Gcmeindeangehörigen gewählt werden, waren im Dezember vier Mandate neu zu besetzen. Ein von interessierten Privat- Personen schlecht vorbereiteter Vorstoß mußte einen Mißerfolg zeitigen. Die Zionistische Landesorganisation war an dieser Aktion nicht beteiligt Vor wenigen Wochen überraschte die Gemeindeverwaltung die Mitglieder der Gemeinde mit einigen in der Stille beschlossenen Reformen, deren wesentlichste das aktive Frauenwahlrecht ist. Unverständlich bleibt, daß das sozialistische Ministerium Stauning Verfassungsänderungen seine Zustimmung gab, welche nicht das Verhäitmswahlrecht brachten und nicht mit den Beschränkungen aufräumten, die in der Forderung dänischer Staatsangehörigkeit liegen und damit Gemeindesieuerzahler 15 Jahre in der jüdischen Oemeinde wahlreehtslos lassen. Der Weiterentwicklung dieser Fragen wird man ernste Aufmerksamkeit zuwenden müssen. Es besteht kein Zweifel, daß man für eine radikale Demokratisierung der Gemeindeveffassung weite Kreise dänischer Juden gewinnen kann. — Im allgemeinen kann gesagt werden, daß das Interesse für jüdische Gemeinschaftsfragen und für einen Anschluß an das Weltjudcntum, mit welchem wenig Kontakt besteht, im Wachsen ist. Leopold Landau, Berliner zionianscne ueraininuno Vortragszyklus Dr. S. Kanowits ״Das flfluiscne Judentum־־ im K. J. V., BleibtreustrsBe 50 3. Vortrag: Mittwoch! den 4. Juni, abends 8*/s Uhr« ״Das deutsche ludantum Im Sslctcl dar Statistik** 4. Vortrag: Mittwoch, denlS.Juni: ״DerAntisemitismusu. seine Wirkung auf die Juden“ 5. Vortrag: Mittwoch, den 5. Juli: ״Die Jugendbewegung des deutschen Judentum»“ Bezlrkskonlerenz der Poale-Zion Am 18. Mai fand in Duisburg eine Bezirkskonferenz der Poale Zion - Ortsgruppen in Rheinland-Westfalen statt. Dr. Kolski, Duisburg, eröffnete die Tagung und begrüßte die Vertreter der Ortsgruppen, die zahlreich erschienenen waren. 'Der Vertreter der Zentrale Dr. S. Kal eko (Berlin), referierte dann über die ״Politische Lage im Zionismus“ und die sich für die Poale Zion ergebenden Aufgaben. Er betonte, daß die Partei an ihrer absuloten Solidarität mit der Histadruth festhalte und wandte sich scharf gegen die Revisionisten und gegen die minimalistische Politik des Brith Schalom. Im weiteren Verlauf des Referats nahm er auch zu den Aufgaben im deutschen Judentum und zu den kommenden Gemeindewahlen Stellung, die sicher für die Partei erfolgreich sein würden. In der sich anschließenden sehr regen Diskussion sprachen fast alle Ortsgruppenvertreter und billigten die Haltung des Zentralkomitees. Der Rest der Tagung war Organisationstragen gewidmet. Das Bezirkssekretariat wurde neu gewählt, der Sitz desselben verbleibt in Duisburg. Am Abend vor der Konferenz sprach der Vertreter des Zentralkomitees Dr. S. Kaleko in Essen in einer stark besuchten öffentlichen Kundgebung, an der auch Vertreter der sozialdemokratischen Partei teilnahmen, über die politische Lage im Zionismus. Er legte die Stellung der Poale Zion za den aktuellen zionistischen Fragen dar, und forderte die Anwesenden auf, weiter am Werke des sozialistischen Zionismus mit aßen Kräften ndtzaarbeften. In Hamborn sprach Dr. Kaleko, am Montag, dem 19. Mal, über dasselbe Thema im überfüllten Heim des Ostjudenverbandes. üSSSS^ Die heutige Nummer der ״Jüd. Rundschau'‘ maßte wegen des auf denDonaerstag fallenden Feiertags bereits am Mittwoch, den 28. d. M. abgeschlossen werden. 8!ISRBISii!SRPSI!!wBS!iiHDDIMRi!SMBDSIIS Vom Weltverband der Schomre Schabbo» wird uns mltgeteilti 111״ Verwirklichung Seines soziale« Programms, das die Schaffung von Existenzmöglichkeiten und die Sicherung günsti- §er Versicherungs-Abschlüsse für Sabbathaltende Vorsicht, hat er Weltverband für Sabbatschutz Schomre Schabbos mit der Lebensversicherungsgesellschaft ״Phönix“ Verhandlungen gepflogen, die jetzt zum Abschluß eines Begünstigung»• und Empfehlungsvertrages geführt haben. Auf Grund dieses Verträges sollen sämtlichen Mitgliedern des Weltverbandes und der dem Weltverbande angeschlossenen Organisationen beim Ab- Schluß von Lebensversicherungen erhebliche und über die allgemeinen Versicherungsbedingungen hinausgehende Vorteile eingeräumt werden. Im Rahmen der planmäßigen sozialen Schomre Schabboa-Hllfsaktion verfolgt der Weltverband hierbei auch die Absicht, einer größeren Anzahl sabbattreuer Juden durch Aquisition von Lebensversicherungen die Möglichkeit zur Erlangung eines größeren Einkommens zu verschaffen. Der Phönix richtet im Rahmen des Weltverbandes eine Versieherungsabiellung ein, durch welche Ihm zugeführte Versieherangen geleitet werden sollen. Außerdem beabsichtigt der Weftverband in gemeinsamer Arbeit mit erstklassigen in- und ausländischen Versicherungsgesellschaften eine Abteilung für Sachversicherungen einzurichten, deren Erträge dem ausschließliehen Zwecke dienen sollen, einen Fonds zur Versicherung gegen Stellungslosigkeit für diejenigen Arbeitnehmer zu schaffen, die durch Heiligung des Sabbat stellungslos werden oder in der Erlangung von Stellen behindert sein sollten. Die Anschrift der Versicherungsabteilung des Weltverbandes Schomre Schabbos lautet: Berlin NW 87, AHonaer Str. 10, Geschäftsstelle der Lebensversicherungsgesellschaft ,Phönix‘, Ver- Sicherungsabteilung des Weltverbandes Schomre Schabbos. Der Weltverband erwartet von seinen Mitgliedern und Freunden eine starke direkte und Indirekte Mitarbeit an dem neuen Hilfswerk für Erleichterung der Lage der wirtschaftlich ringenden Sabbattreuen.“ Für Kursunterricht und Selbststudium empfehlen wir allen, die gründlich Hebräisch erlernen wollen. die von Wissenschaftliehen und pSdagoglsehen Autoritäten als aufierordantllche Leistung beurteilte Einführung In das Hebräisch der Gegenwart von DAVID JOSEF BORNSTEIN Broschiert ML 7,i0, In Oantielnan fleh. MM• S,-, xuzdgllcli RIA.O,SO tar Porto ■nd Verpackens• Ausland RM. 0,70. lletenina ertolat 808«! Vorauszahlung oder per Nachnahme. Verlag und Allelnvertrleh; JÜDISCHE RUNDSCHAU 6. M. B. H. Berti» W «, MeJfiokeetreoe M, Feeteeheek-Koatei Uttt* Schekelausweis 5690 (Abgeschlossen am 27. 5. 1930.) Aachen 1 Göttingen 1 Lübeck 50 Allensteta 6 Grünberg 1 Lüdenscheid 8 Aruswalde 3 Guben 5 Magdeburg 45 Berlin 83 Gunzenhausen 3 Mainz 2 Bielefeld 40 Halgerioch 2 Mannheim 10 Bonn 1 Hälfe 2 Mellrichstadt 4 Breslan 351 Hamburg 120 Militsch 8 Buchau 5 Hameln 27 München 83 Bunzlaa 8 Hanau 10 München- Bütow 6 Hattingen 5 Gladbach 19 Chemnitz 126 Heilbronn 13 Neuenahr ft Dessau 35 Heilsberg 1 Nordhausen 2 Dortmund 1 Herne 1 Oppeln 46 Dresden 39 Hindenburg 41 Osnabrück 48 Duisburg 30 Idar 4 Rastatt 6 Düsseldorf 38 Ilmenau 3 Reichensachsen 2 Elberfeld 41 Jeßnitz 4 Saarbrücken 33 Essen 1 Jülich 20 Schivelbein 1 Frankfurt/M. 136 Karlsruhe 1 Staßfurt 5 Frankfurt/O. 9 Kassel 40 Stettin 43 Freiburg o Kissingcn 6 Trachenberg 9 Fulda 3 Kolberg 1 Vacha 6 Gießen 2 Königsberg 50 Waldenburg 16 Görlitz 40 Konstanz 17 Waltershausen 6 Gotha 1 Landsberg 1 Worms 1 Wir haben allen Ortsgruppen und Schekelvertrauensleuten bereits mitgeteilt, welche besondere Bedeutung die Schekelaktion gerade in diesem Jahre hat. Ein großer Erfolg der Schekelaktion ist eine der wichtigsten Demonstrationen jiidischer Geschlossenheit und zionistischen Willens. In der Ueberzeugung, daß alle Zionisten sich dessen bewußt sind, welche außerordentliche Wichtigkeit einer machtvollen Demonstration der Stärke und Geschlossenheit unserer Bewegung zukommt, ermahnen wir hiermit alle unsere Freunde, sich in den Dienst der Schekelaktion zu stellen und für eine beschleunigte Durchführung der Aktion zu sorgen. Alle eingezogenen Beträge müssen sofort zur Weiterleitung an die Exekutive überwiesen werden auf das Postscheckkonto der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin Nr. £091. Die LandesscheKeiKommission der Zlonfstlseten Uerelnigunfl tor Deutecniand Berlin W15, MelnekestraBe 10. Neger singe■ biblische CesSnge Der Hampton-Chor, ein hochkultivierter, wenn auch schon bedenklich von Europa angekränkelter Negerchor, hat wie alle anderen Neger-Gesangvereine eine merkwürdige Vorliebe für alttestamentarische Stoffe, orientalische Motive, wortelose Gesänge und für die paraphrasierende Behandlung einzelner Worte durch große Melodiestrecken hindurch. — Das seltsame mystisehe Lied ״Father Abraham“ zeigt durch die charakteristische Verwendung der ״orientalischen Sekunde“ und des Mofldrei• klangs auch bewußte melodische Anklinge an Jüdisches. —- ״Babylons Falling“ versinnbildlicht den Fall Babylons durch das Stufengefälle ersterbender Stimmen. — Aehnliche Ausdrucksabsichten realisierte der Danftlgesang für Männerchor (״Daniel saw the Stone rolling, rolling“), während die Nigger-Fassung des 137. Psalm« (״As by the Streams of Babylon“) rieh nicht auffällig von gewissen protestantischen Oesangbuchliedem unterscheidet Manche Gesänge erinnern in ihrer anarchischen Polymelodik erstaunlich an den ekstatischen Stinunenwirrwarr in östlichen Gebetshäusern. Eine Form von kaskadenhafter Monumentaiität wird erreicht durch die Phantasie über die fünf Gebetworte: Lord, Our God, have merey. So entsteht ein ungeheuer buntes, vitales, nicht immer einwandfreies Stilgemisch aus Nigger-Blues und -Spirituals, American Songs, christlichen Chorälen und Mendelssohnscher Sen• timentalität, in die Konzertsphäre gerückt durch originellen Chorsatz des Neger-Dirigenten Dr. R. Nathaniel Dett. In diesem Zusammenhang sei auf eine für das ganze Gebiet äußerst aufschlußreiche Publikation des Verlages Albert & Charles Boni (New York) hin gewiesen: ״Blues“ (herausgegeben und bearbeitet von W. C. Ffa n dy und Abbe Nifes, illustriert von Miguel Covarrubias). — In diesem Werk wird die Entwicklung der Jazzmusik aus dem Nigger-Blues, ihre formalen, harmonischen, rhythmischen und melodischen Grandlagen durch Worte, Bilder, Noten aufs anschaulichste dargestellt. Es enthält u. a. Kompositionen der bekannten amerikanlsch-jüdischen Komponisten George Gershwin und Irwing Berlin und zeichnet sich durch gediegene und origineile drucktechnische Ausstattung aus. Alice Jacob-Loewenson. Bar Kochba - Hakoah - Berlin Potsdam-Berlin. Der große Lauf hat den Bar Kochba ln diesem Jahre wieder in die Reihe der Berliner Großvereine versetzt. Nach einem Kampf, der vom 1. bis zum 50. Mann an Schärfe gleich war, wurde unsere 1. Mannschaft Sechster, wie wir dies in der von manchen für zu optimistisch gehaltenen Vorschau vermutet hatten. Wir lagen den größten Teil der Strecke an fünfter Stelle, und hätten diesen Platz, den wir noch beim 45. Mann mit etwa 60 m Vorsprung hielten, vielleicht bis ins Ziel sicher behaupten können, wenn nicht zuletzt ein Platzregen niedergegangen wäre, der einen Läufer unserer Mannschaft zum mehrfachen Sturz brachte. Doch da cs ja auch dort regnete, wo der Gegner lief, so wollen wir uns nicht auf Pech berufen und können uns vielmehr mit dem Erreichten voll zufrieden geben. Wir verbesserten uns um vier Plätze und konnten den großen Verein Teutonia aus dem Felde schlagen. Die Reihenfolge im Ziel war: 1. S. C. C; 2, D.S.C.: 3. B.S. G; 4. Polizei; 5. Zehlendorf; 6. Bar Kochba; 7. Teutonia; 8. Dedl-Bank; 9. S.C.C. II; 10. P.S.V. II. —Recht erfreulich ist die Leistung der 2. Mannschaft. Hier wurde um jeden Meter mit der gleichen Verbissenheit gekämpft wie bei der ״Ersten“. Wenngleich etwa die Hälfte der Mannschaft aus völlig Ungeübten bestand, so konnte unsere Zweite unter den 44 Mannschaften des Hauptlaufs den 28. Platz belegen. Schon die Tatsache, daß es uns gelang, 2 Mannschaften im Mäiuierwettbewerb zu stellen, stellt der von uns verfolgten Breitenarbdt ein gutes Zeugnis aus. — Die Damen mannschaff konnte sich leider nicht verbessen. Sie wurde 9. von 28 Damenmannschaften und nur 3. in der R-Klasse. - Zuverlässig wie immer waren die Knaben. Sie wurden zwar wie im Vorjahr von dem dominierenden S. C. C. geschlagen, konnten sich aber gegen P.S.V., Humboldt und S..C.C. II und III auf dem 2. Platz sicher behaupten. — Iler Potsdam— Berlin-Lauf, der der wertvollste Prüfstein der Clubarbeit ist, hat uns in diesem Jahre bewiesen, daß es mit uns bergauf geht. Schwer wird es schon sein, sich auf diesem Leistungsstand zu halten; soll cs jedoch weiterhin vorwärts gehen, so werden besondere Energien mobil gemacht werden müssen! Hanns Braun-Statfel. Am Sonntag, dem 1. Juni, starten wi bei dem Städtekampf Budapest-Berlin in der Hanns-Braun-Ge denkstaffel, die über 50 x 300 m führt, gegen die Berlin« Qitt&vercfat«. Dan Fest findet au! dem S.C,C.־Platz statt