Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 40 (23.5.1930)
- Date
- 1930-05-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40, 23. V. 1930 JUED1SCHE RUNDSCHAU Einweihung des neuen M.-L- Hauses Jerusalem, 19. Mai. (f. T. A.) Am 16. Mai, dem Lag B’Omcr-Fcst, wurde das neuerbaute Haus des Jüdischen Nationalfonds in Jerusalem feierlich eingeweiht. Es ist eines der schönsten und monumentalsten Gebäude der Stadt. U s s i s c h - k i n leitete die Feier mit einer Ansprache ein, in der er ausführte: Unser Haus steht in seiner architektonischen Schönheit wie ein Bollwerk da, und in der Tat ist cs ein Bollwerk unseres Bestrebens für Auslösung des Bodens. Wenn wir den Boden unter unseren Füßen haben, brauchen wir keine Katastrophen zu fürchten; wenn wir aber keinen Boden unter den Füßen haben, dann werden uns auch die besten Freunde nicht retten können. Die Einweihung unseres Hauses findet am Lag B’Omer statt, dem Tage, der symbolisch mit dem Namen von Rabbi Akiba verbunden ist Gleich Rabbi Akiba wünschen wir, unsere politischen Aspirationen mit unseren kulturellen und geistigen Zielen zu verbinden. Von diesem Gebäude werden Aufforderungen an die Judenheit ergehen, sich zu beeilen, und das Land ohne Volk für das Volk ohne Land zurückzukaufen. Der Einweihungsfeier wohnten Herr Herbert B e n t w i c h , der die Statuten des Jüdischen Nationalfonds in London registrierte, der Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Herr Kurt Blumenfeld, Dr. Berthold reiwel und die Führer des jüdischen Jischuw in Palästina bei. Ansprachen hielten J. Ben Zwi im Namen des Waad Leumi, Leib Jaff e im Namen des Keren Hajessod, Rabbi Meir Ber• I i n im Namen der Exekutive der Jewish Agency und Miß Henrietta Szold im Namen der Hadassah. 12 Delegierte des ersten Zionisten-Kongresses pflanzten sodann 12 Bäume um das Gebäude zum Andenken an je einen verstorbenen Delegierten des ersten Kongresses. Ussischkin pflanzte einen Baum zur Erinnerung an Theodor HerzI, Jizchak Leib Goldberg zur Erinnerung an Max Nordau, Professor Joseph Klausner zur Erinnerung an Achad Ha’am und so fort. RaJibi Meir Berlin befestigte dann an dem Tür- Pfosten eine Mesusah, woraufhin Oberrabbiner Kuk, der ein Kohen ist, die Versammlung segnete, mit einem goldenen Schlüssel das Tor zum Gebäude öffnete und als erster das Haus betrat. Unter Führung des Architekten Ratner, des Erbauers? des Hauses, der Dozent am Haifaer Technikum ist, besichtigten dann die Teilnehmer an der Feier das neue Haus. Die Feier schloß mit Tänzen und hebräischen Gesängen der Chaluzlm. Die Kosten der Errichtung des Gebäudes betrugen 12000 Pfund. Auf dem gleichen Grundstückskonmlex werden Gebäude für den Keren Hajessod und die Zionistische Exekutive errichtet werden. Grappeiiverband Sachsen Leipzig: Sonntag, den II. Mai, fand in Leipzig die Tagung des Zionistischen Gruppenverbandes des Freistaates Sachsen statt. Die Veranstaltung war sehr besucht; alle Ortsgruppen von Sachsen: Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau, Plauen hatten eine große Anzahl von delegierten entsandt. Insbesondere waren die Jugendlichen stark vertreten. — Nach Eröffnung ijer Versammlung durch Dr. Loebensteln, Leipzig, der u. a. auch Herrn Dr. Sichel, Chemnitz, anläßlich seines 50. Geburtstages die guten Wünsche des Gruppenverbandes zum Ausdruck brachte, übernahm Dr. Sichel, Chemnitz, die Leitung, der seinerseits nun den besonderen Dank des Gruppenverbandes Sachsen dem bisherigen Vorsitzenden der Leipziger Zionistisehen Vereinigung — Herrn Tumpowsky — tür seine unermüdiiehe Arbeit abstattete und die Versammlung aufforderte, daß sie Herrn Tumpowsky zum Zeichen dieses Dankes 1p das Goldene Buch eintrage. Die Vertreter der einzelnen Ortsgruppen erstatteten Bericht über die Arbeit in ihren Städten. — Eine eingehendere Diskussion, die im Anschluß an diese Berichte erfolgte, drehte sich — neben der Behandlung der Frage Hachscharah und Aliah — hauptsächlich um den Punkt, ob eine organisatorische Zusammenfassung der Ortsgruppen des Freistaates Sachsen in einem Gruppenverband erfolgen soll. Aus sachlichen und persönlichen Gründen wurde die Beschlußfassung bis zu einer nächsten Zusammenkunft, die im Herbst erfolgen soll, vertagt. Den Mittelpunkt der Tagung bildete das sehr klare und eindeutig umrissene Referat zur politischen Frage nach dem Untersuchungsbericht von Herrn Dr. Kanowitz, Berlin, der als Vertreter der Z. V. f. D. erschienen war. Dr. Kanowitz warnte besonders vor der allzusehr gefühlsdurchwirkten Stellungnahme in politischen Fragen, wie sie im allgemeinen in Palästina üblich sei. Solche Ausbrüche des Temperaments können politisch sehr verhängnisvoll werden. Wenn auch die politische Frage von London aus gesehen, zurzeit sehr schwer sei, so müsse gerade im Hinblick auf diese Schwierigkeiten jeder wahre und ernste Zionist sich seiner Pflichten gegenüber Erez- Israel im doppelten Maße bewußt sein. Dr. Kanowitz kritisiert, daß es angesichts der Tendenzen innerhalb der zionistischen Meinung kaum möglich sei, zu den wahren Schwierigkeiten des Zionismus durchzudringen. Charakteristisch sei die Aufnahme des Shaw-Berichtes gewesen. Da er uns in vielen Punkten enttäuschte, haben wir uns darauf beschränkt, unserer Entrüstung über die Entstellungen und falsehen Urteile Ausdruck zu geben. Wir glaubten uns damit trösten zu können, daß dieser Bericht keine großen Wirkungen iiaben werde. Jetzt erweist sich das Gegenteil für richtig. Der Shaw-Bericht ist, so mangelhaft er auch in vielen Punkten ist, letzten Endes doch ein Ausdruck der wahren Schwierigkeiten im Zionismus. Die öffentliche Meinung der Welt verlangt heute von uns eine eindeutige Antwort darauf, wie wir uns das Zusammenleben zwischen Juden und Arabern vorstellen. Meinungen, wie sie Ussischkin In seiner letzten Rede geäußert habe, seien sowohl für uns, als auch für unsere Partner unakzeptabel und schädigen die Bewegung aufs schwerste. Die Diskussion wurde auf Anregung aus der Versammlung durch das Referat von Dr. Lo eben st ein, Leipzig, eröffnet, der eben von seiner Paiästinareise zurückgekehrt war. Wenn auch Dr. Loebenstein in den Grundanschauungen mit den von Dr. Kanowitz vorgetragenen Richtlinien konform geht, so kam er an Hand der tatsächlichen Stellungnahme, wie sie in Palästina zu der Frage Juden/Araber eingenommen wird, zu teilweise anderen Forderungen. Insbesondere hält Dr. Loebenstein es für dringend notwendig, daß die ״Jüdische Rundschau“ ganz anders als bisher über das Leben und die politische Lage in Erez-Israel unterrichte und vor allem Informationen bringe, nicht nur über das Dasein kleiner Gruppen, sondern auch des größten Teiles der jüdischen Bewohnerschaft — der KlaKZionisten. In der Diskussion kamen die verschiedenen Meinungen innerhalb des Zionismus zum Ausdruck. Es sprach u. a. ein misrachistischer Redner, der den Referenten Dr. Kanowitz wegen seiner Ausführungen über Ussischkins Rede angriff. Ferner sprach ein Vertreter der Revisionisten, der forderte, daß wir den von den Arabern hingeworfenen Fehdehandschuh aufnehmen müßten und der zu einer Politik der starken Hand aufforderte. Unter großem Beifall des Gruppenverbandes forderte Herr Otto Lehmann-Dresden eine zionistische Intervention gegen die Vollstreckung der über die Araber verhängten Todesurteile. Nach einem sehr entschiedenen Schlußwort von Herrn Dr. Kanowitz, in dem er mit den Aeußerungen der verschiedenen Diskussionsredner sehr ernst abrechnete, wurde die Tagung von Herrn Dr. Sichel mit einem Dank an die Leipziger Zionistische Ortsgruppe und das Oesterreichische Vaterlandsneim, das seine Räume in freundlichster Weise zur .Verfügung gestallt hattet g«< schlossen, Für Kursunterricht und Selbststudium empfehlen wir allen, die gründlich Hebräisch erlernen wollen, die von Wissenschaft» liehen und pSdagogl» sehen Autoritäten als auBerordentllche Leistung heurtellte Einführung In das Hebräisch der Gegenwart von DAVID JOSEF BORNSTEIN Broschiert UM. 7,S0, In Omalelnen g*fe. KM. zuzüglich RM• 0,50 tür Porto und Vorpackung. Ausland RM. 0,70. Lieferung erfolgt gegen Vorauszahlung oder per Nachnahme. Verlag und Alleinvertrieb t JÜDISCHE RUNDSCHAU 0. M. B. H. Berlin W IS, MeinefceatraSe to. Postscheck « Konto: 178 gt. Dr. Regensborg I Am 21. Mai verstarb in Berlin in der Charite Dr. Regensbürg aus Wilna, der Vorsitzende der Zionistischen Organisation in Wilna. Mit ihm ist eine der angesehensten Persönlichkeiten der Zionistischen Organisation dahingegangen, ein in weitesten Kreisen geschätzter unermüdlicher und treuer zionistischer Arbeiter, dessen Bedeutung weit über seinen lokalen Wirkungskreis hinaus ging. Die großen Einkünfte seiner ausgedehnten medizinischen Praxis — er war ein bekannter Nervenarzt — gab er für zionistische und allgemeine jüdische Zwecke hin. Seine im Hilfswerk der Wifnaer Juden während des Krieges, für Flüchtlinge und während der ersten Zeit der polnischen Okkupation geleisteten Dienste sind Tausenden zugute gekommen. Er stand an der Spitze der Tarbut-Organisation Wilnas, er gewährte auch der dortigen Presse seine ständige Unterstützung. Dr. Regensburg wurde schwer krank nach Berlin gebracht, um von einer noch nicht erkanntet? Krankheit geheilt zu werden. Es gelang den Bemühungen der Aerzte nicht, ihn zu retten. Aas den Gemeinden Wir erhalten folgenden Brief: Sehr geehrte Redaktion, Sie besinnen sich auf die Zustimmung, die neulich Gos- 1 a r in der Berliner Repräsentanten-Versammlung fand, als er von der Sachlichkeit und Ritterlichkeit sprach, in der der kommende Wählkampf geführt werden soll. Am lautesten war das ״Bravo“ der Liberalen. So war die Theorie. Die Praxis: Versammlung des liberalen Vereins Berlin, Gruppe Nord in den Unions-Festsälen. Erster Referent: Moritz Rosenthal: Die Gemeinde hat den Rahmen, der ihr als Religionsgemcinde gesteckt ist, gesprengt. Sie wird Volksgemeinde. Der Etat ist, besonders im Kapitel ״Verwaltung", unverhältnismäßig gestiegen, die Rabbiner bekommen ungeheure Gehälter. Die Gemeinde muß sich um die Wirtschaftsnot ihrer Mitglieder kümmern, aber nicht, wie der Gemeindevorsitzende es plant, sondern durch Unterstützung der Siedlungsbestrebungen, die scheinbar nicht das Gefallen der Zionisten finden. Wenn man den Bogen überspannt, werden sich die 200-—250 Steuerzahler, die die finanzielle Hauptkraft der Gemeinde darstellen, ihr Verbleiben in der Gemeinde überlegen müssen. Wozu 15000 RM. für einen Lehrstuhl an der Universität Jerusalem, was geht uns diese ״englische Kolonie“ an? Was er nicht sagte: Daß man sich nicht im Rahmen einer reinen ״Religionsgemeinde“ um Wirtschaftsnot kümmern darf, daß Kreditkassen u. dgl. über diesen Rahmen hinausgehen; daß er und seine liberalen Freunde bislang das Bestehen einer spte■» zwischen jüdischen Wirtschaftsnot überhaupt leugnen und sie als eine Teilerscheinung der deutschen Wirtschaftskrise hinstelien; daß die Etatkapitel deshalb so gestiegen sind, weil die neue Verwaltung sich um Aufgaben kümmert, die die alte vernachlässigt hat, und daß sie es tut ohne die Steuern zu erhöhen; daß nicht die Rabbinergehälter erhöht, sondern alle Gehälter, von oben bis unten, denen der Staatsbeamten angeglichen wurden. Daß an der Spitze der Landsiedlungsbestrebungen in Deutschland die Zionisten Dyk und Franz Oppenheimer stehen, daß die ewige Austrittsdrohung das feigste politische Kampfmittel ist und zudem nicht mehr zieht; und daß die Liberalen selbst geschlossen für den Lehrstuhl gestimmt haben. Die andern Reden waren von unserem Standpunkt aus nicht so bedeutsam, außer den Angriffen die Direktor Outmann und Frau Falkenberg gegen die Personalpolitik der Volks- Partei richteten. Man hat dort vergessen, daß erst kürzlich der abgebaute Sekretär des liberalen Vereins von der Gemeinde angestellt worden ist. Das eigene Sündenregister und den Fal! von Dr. Emil Cohn kennt von den liberalen Herren keiner mehr. An unsere Abonnenten! Die Post verlangt die Anmeldung der vom t. Juli 1930 an zu liefernden Exemplare jetzt bereits 3 Wochen vor Quartalsbeginn. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die Jüdische Rundschau" direkt bei uns abonnieren, in den ersten Junitagen zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen. Wir bitten darum, im eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, dab diese Nachnahmen prompt eingelöst werden, da sonst UnregelmSbigkeiten in der Zustellung der ״Jüdischen Rundschau" nicht zu vermeiden sein dürften. Berlin, im Mai 1930. Verlag ,Jüdische Rundschau" ßAriln Wlft, MelnekestraBe 10 Seite 279* Das war die erste liberale Wahlversammlung. Daß ich diese Argumente im wesentlichen auch dort Vorbringen konnte, danke ich nicht dem Versammlungsleiter, der mir nach fünf ausführliehen Referaten ganze drei Minuten Redezeit bewilligte, sondem der viel loyaleren Mehrheit der Versammlungsteilnehmer selbst, die sie mir von sich aus auf meine Bitte hin verlängerte. Wir werden auch in Zukunft diese sehr ״liberale“ Form der Berichterstattung kontrollieren müssen. Aber die Gegner sollen es heute schon wissen: Nous sommes archiprcts! Ihr sehr ergebener Hans Klee. Ortsgruppen Dresden. Am Montag, dem 7. April, wurde die diesjährige Generalversammlung abgehalten, die gut besucht war. Bei Er- Öffnung der Versammlung erwähnte der t. Vorsitzende, Herr Hermann Schocken, ehrend die zahlreichen im abgelaufenen Geschäftsjahr verstorbenen Persönlichkeiten, die Verdienste um die zionistische Bewegung aufzuweisen haben. Hierauf gab Herr Schocken einen allgemeinen Bericht über das Geschäftsjahr. Es sind eine ganze Reihe guter Veranstaltungen zu verzeichnen und im allgemeinen ist die Gruppe vorwärtsgekommen. Herr Schocken hat auch persönlich die Nationalfonds-Arbeit geleitet und die von ihm erzielten Erfolge können als vorbildlich dahingestellt werden. Es wurden im Jahre W29 insgesamt an Samm- Jungen und Spenden 8184 RM. und in den ersten drei Monaten des Jahres 1930 bereits 2587 RM. nach Berlin abgeführt. Dresden hat also einen verhältnismäßig großen Anteil an dem Gesamtergebnis des Keren Kajemeth. Auch der Keren Hajessod-Kommissar, Herr Ing. Tschemoff, konnte sehr befriedigende Angaben unterbreiten. Ueber die Jugendarbeit berichten Herr Paul Levien für den Gdud Keren Kajemeth Lejisrael und Herr Max Weiner für den Zeire Misrachi. Ersterer legte einen Beschluß des Gdud KKL vor, wonach dieser als korporatives Mitglied der Ortsgruppe mit einem festen Beitrag sich anschließt Da der Gdud sich in letzter Zeit sehr aktiv betätigt, so ist von dieser Mitarbeit für die Ortsgruppe viel zu erwarten. Einen ausführliehen Bericht über die Gemeindearbeit gab Herr Dr. John Levy, der sein Amt im Oeroeindevorstana vor kurzem leider niedergelegt hat. Er betonte, daß in bezug auf die Wahlrechtsfrage bei allen Gemeindevorstands- und Gemeinderatsmitgliedern, die der Jüdischen Volkspartei angehörten, die einmütige Auffassung bestand, daß das allgemeine Wahlrecht mit aller Macht durenzusetzen sei. Auch in bezug auf die Notwendigkeit der Einführung der jüdischen Schule waren die Ansichten nicht geteilt. Fast einstimmig wurde der folgende von Dr. Levy gestellte Antrag angenommen; ״Die Oeneralversamm- Iung der zionistischen Ortsgruppe macht sich die Ausführungen des Herrn Dr. Levy in seinem Schreiben vom 12. März 1930 an den Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde in der Wahlrechtsfrage in vollem Umfange zu eigen. Die Generalversammlung appelliert erneut an den gesamten Gemeinderat und erwartet, daß schnellstens die Satzungen dahingehend abgeändert werden, daß speziell in der Wahlrechtsfrage alle Oemeindemitglieder unabhängig von ihrer Steuerkraft und Staatsangehörigkeit gleiche Rechte erhalten. Nur durch eine Regejung der Wahlrechtsfrage in diesem Sinne kann eine im Interesse der Gemeinde liegende Beruhigung herbeigeführt werden.“ — Berichte wurden dann noch erteilt über die Kassenverwaitung: Bochner, Hebräische Sprachschule: Paul Levien, Ostjudenarbeit: Goldenblum. Nach einer eingehenden Aussprache gelangte ein Antrag von Herrn Lehmann zur Annahme: ״Die Oenerafver- Sammlung der zionistischen Ortsgruppe dankt sämtlich zionistisehen Vertretern im Gemeinderat ffir dl« imabgeUufeiieii Jäku geleistete Arbeit und stellt fest, daß die zionistischen Riehtlinien füg Gemeindearbeit in allen Punkten eingehalten wurden. Die Geireralversammiung spricht daher allen für die Gemeindearbeit des letzten Jahres verantwortlichen zionistischen Gemeindevertretem ihr Vertrauen aus.“ Der neue Vorstand setzt sich aus folgenden Personen zusammen: 1. Vorsitzender: Hermann Schocken; 2. Vorsitzender: Dr. John Levy; Schriftführer: Dipl.-Ing. Landau; Kassierer: Frau E.״Sternlieb; Keren Hajessod-Kommissar; Ing. Tschernoff; Gemeindearbeit: Boehner; Presse- und Werbearbeit: Dr. A. Strauß; Kultur-Arbeit: B. Korn; Jugendarbeit: Paul Levien; Frauenarbeit: Frau Fürstenfeld; Schekel: Wieselmann und GoWenbium; ferner die Herren: L. Anschel, O. Lehmann und A. Zimmering. Es wurde noch beschlossen, die Satzungen der Ortsgruppe neuauszuarbeiten, da sie in manchen Punkten als überholt und unvoll* ständig anzusehen sind. Kiel (Winterarbeit). Das Programm für die Winterarbeit in Kiel wies fast 30 Nummern auf. Aus der Anzahl der Veranstaltungen seien hervorgehoben: die Vorträge von Frau Rechtsanwalt Tannenwald über das jüdische Eheproblem, Oberrabbiner Dr. Carlebach über Bibelkritik, Rabbiner Dr. Pos ner über ״Feuer oder Erde?“, Frau Dr. Tannenwald (Hamburg) über Geselligkeit, Oberlehrer Dr. Blau (Hamburg) über Ghettoliteratur. Im Frontbund sprachen u. a. Dr. Warbürg, außenpolitische Tagesfragen, Rechtsanwalt Jacob- 9 o h n (Lübeck) über Schutz jüdischer Belange in Gesetz und Praxis, Rabbiner Dr. Posner über Mendelssohn-Anekdoten. Von allgemeiner Bedeutung war die von Rabbiner Dr. P o s n e r angeregte und geleitete ״Buchausstellung“, ebenso wurden größere Kreise in zwei Gemeindeabenden erfaßt. In diesem Winter kam die Gründung einer Misrachi-Ortsgruppe zustande, in der schon die Herren Alexander Adler und Dr. Schereschewsky (Hamburg) sprachen. Der C.-V. ließ auch mehrere Vorträge halten (Dr. Unas, Frau Anni Bauer, Referendar Buttenvvieser, Dr. Alfred Wiener). Die Chewra Kadischa beging nach langer Pause den 7. Adar in der üblichen Weise. Die gemeinsaiue Bibliothek des Jugendbundes (in dem Hans Löwenberg, Hamburg auch einmal sprach) und des Literaturvereines wurde erneuert und erfreut sich eines gutes Zuspruches, Fast am Ende des Winters sprach Prof. Heinrich Löwe über jüdischen Volkshumor. Die Kieler Juden können befriedigt auf die geis'tige und gesellschaftliche Kost des Winters zurückblicken. Konstanz. Herr Adolf Po Hak sprach hier am 12. Mal in einer hauptsächlich aus Jugendlichen und Nichtzionisten bcsuchten Versammlung über die sozialen Grundlagen des Palästinaaufbaus. Herr PoIIak hat es verstanden, durch seine klaren, sachlichen Ausführungen, die von einer tiefen Liebe für die zionistische Sache getragen waren, überzeugend und nachhaltend auf die Zuhörer zu wirken. Schlesische ReviskmisieBtagang Am II. Mai fand in Breslau eine Tagung von Revisionisten aus Schlesien und Oberschlesien statt. Das Hauptreferat hielt Richard Lichthefm-Berlin. Außerdem referierten Frau Edith Uachmann-Breslau und Herr Gold-Beuthen. Die Tagung faßte mehrere Resolutionen, in denen u. a. die Einberufung eines außerordentlichen Zionistenkongresses, ein genauer Berieht der Zionistischen Exekutive in London über die Vorfälle in Kfar Saba und die Gründung einer deutschsprachigen revisionistischen Wochenzeitung in Deutschland verlangt werden. — Am 10. Mai, am Vorabend der Tagung fand eine Versammhing statt, in der Richard Licht heim über den ״Shaw-Bericht ait Ergebnis der jetzigen zionistischen Poütik“ sprach. In der EMussion ergriffen auch Dr. Franz MSey*f and RM. Jaeobsohn das MZort