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Jüdische Rundschau · 1930-05-23 · Heft 40 (23.5.1930) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 40 (23.5.1930)
Date
1930-05-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 274 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 40, 23. V. 1930 straße — selbst mit Zustimmung der Liberalen, die heute den konfessionellen Charakter der öffentlichen Volks* schulen nicht mehr verkennen — von 300 auf 1200 Schüler erweitert, ohne daß diese Erweiterung indessen dem Bedürfnis zahlreicher jüdischer Eltern gerecht wird. In der Jugendarbeit wurde ganz neu aufgebaut, das Jugenddezernat und der Jugendpflege-Ausschuß geschaffen, Turn- und Sportvereine unterstützt, neben der hebräischen Sprachschule auch die ״Schule der Jugend“ übernommen, den Jugendvereinen der verschiedenen Richtungen bei der Schaffung von Jugendheimen tatkräftig geholfen. Jetzt entsteht unter stärkster Förderung durch die Gemeinde der jüdische Sportplatz in Berlin, und ein zentrales jüdisches Jugendheim soll sobald als möglich folgen. Und dann die soziale Arbeit! Ein Riesenwerk ist hier geschaffen worden, neue Kindergärten, neue Volksküchen, die mensa academica sind entstanden, das Krankenhaus auf nahezu das Doppelte seiner Bettenzahl gebracht, die Apparatur modernisiert, und schließlich ist durch die ״Neue Poliklinik am Bülowplatz“ ein unerhört starkes Bedürfnis unserer Aermsten befriedigt; die mehr als 2000 Besucher des letzten Monats sprechen eine beredte, wenn auch erschütternde Sprache. Auf der ganzen Linie steht die Gemeindeverwaltung im Kampf — nicht gegen Menschen, sondern gegen Gleichgültigkeit und Abfall, gegen Hartherzigkeit und Leichtsinn, gegen Not und Ver* zweiflung. Und je höher die Not steigt, desto stärker werden die Anstrengungen. Neuerdings stellt die wirtschaftliche Not täglich schwerere Aufgaben. Durch Förderung der Darlehnskasse und der Genossenschaftsbanken, durch Ausbau des Arbeitsnachweises und der Berufsberatung, durch Kampf um jeden jüdischen Arbeitsplatz wird versucht, die Hochflut des Elends zu verlangsamen. Das Wort von der ״gemeindefremden“ Ausgabe ist im Repräsentantensaal verstummt und wühlt nur noch in dunklen Konventikeln; die Verbundenheit mit den Brüdern außerhalb der deutschen Grenzen ist durch Wort und — in bescheidenem Umfange — auch durch die Tat anerkannt. Aber über allem leuchten die Erfolge in den zwei schwersten Problemen der letzten Jahre: die pos itive Einstellung der jüdischen Jugend zur Gemeindearbeit und die Eingliederung des Ost Judentums in die Gemeinde. Und das alles — es ist nur ein Ausschnitt — hat nicht etwa zu einer unerträglichen Belastung der Gemeinde geführt; infolge sparsamer Wirtschaft sind die Finanzen der Gemeinde gesund geblieben. Wer hätte murren dürfen, wenn in dieser Zeit-ungeheuerster Not die Gemeinde 1 oder 2 «/o mehr an Steuern gefordert hätte! Aber \flj!rend andere Großgememden wie Frankfurt, schon pjf JC'Öfifgafaetg' «afWM gegangÄ hat Berlin mit seinen 10 «/o Steuern weitaus die niedrigsten Sätze aller preußischen Großgemeinden. Und auch das ist ein Akt der Wirtschaftshilfe. Wir kennen die Lage der Berliner Juden nur zu gut und wissen, daß wir uns keinen Luxus leisten dürfen. Wer glaubt, daß in dieser Zelt, da unsere Gemeinschaft von Gefahren. politischer, wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Natur bedroht ist, da jeden Tag neue Probleme geboren werden, mit den alten Verwaltungsmethoden regiert werden konnte? Ist es nicht, als ob das jüdische Volk von Berlin, gleichsam dem Instinktder Selbsterhaltung folgend, unmittelbar vor seinen schwersten Prüfungsjahren durch die Wahlen von 1926 den Kurswechsel ermöglicht und sich damit das Instrument zu seiner Behauptung geschaffen hat! Zufall?י-־ Entwicklung! Und nun soll das Volk am 30. November dieses Jahres wiederum Versprechen und Erfüllung rückwirkend überblicken, Ziel ,und Wege dazu für weitere vier Jahre bestimmen. Glaubt Ihr es uns, die Ihr dies lest, daß wir mit gutem Gewissen depjSpruch der Wähler erwarten? Unser Wollen ist rein und stark geblieben, unser Wirken von Erfolg gekrönt, wie selbst unsere Gegner öffentlich zugeben müssen. Und noch eine Gefahr konnten wir vermeiden: sich in der Arbeit abzunutzen. Trotz der ungeheuren Arbeitslast dieser Jahre steht die Jüdische Volkspartei einig und geschlossen, arbeitsfähig und arbeitsfreudig wie je da, bereit, das Werk der Erneuerung, das Werk schöpferischen Aufbaus des jüdisehen Volkskörpers fortzusetzen. Mögen die anderen im stillen wühlen und sogar mit allerhand Unwahrheiten an egoistische Portemonnaieinteressen appellieren. Im Lichte der Oeffentlichkeit muß der Spuk zerstieben. Niemals werden die zweihunderttausend Berliner Juden es hinnehmen, daß versucht wird, den jüdischen Willen zu beugen, weil ein paar reiche Leute drohen. Kämpft mit uns, Ihr Gegner, um den Weg, wenn Ihr unseren nicht wollt, aber zeigt einen anderen, besseren und dann laßt die Wähler entscheiden! In einer Zeit des gleichen Wahlrechts auf das Portemonnaie pochen, ist falsche Politik, in der Gemeinde ebenso wie im Staat, und in der Gemeinde ״ein Spiel mit dem Feuer“. Wir kennen die Wege, die unsere Gemeinschaft braucht, und wir wollen sie gehen. Wias soll das Spiel mit den Worten ״Religionsgemeinde“ und ״Volksgemeinde“? Niemand will eine Gemeinde, die nichts weiter tut, als Gottesdienste veranstalten und die Toten begraben. Soziale Arbeit ist Volksarbeit, und ein Sturm würde diejenigen hinwegfegen, die die soziale Arbeit eliminieren wollten. Wir spielen nicht mit Begriffen, wir stolpern nicht über blasse Bedenken, wir wollen die rastlose jüdische Tat Wir haben die Leistung, wir haben die heiligen Ideen, wir haben die opferbereiten Menschen. Vor einigen Monaten, vor der liberalen Konferenz in schrieb Heinrich Stern, der liberale Führer ungefähr: ״Schon gibt es einige Großgemeinden, die keine liberale Mehrheit mehr haben. Das kann Zufall gewesen sein. Bestätigen die diesjährigen Wahlen dieses Ergebnis, dann ist es keinZufa 11, sonder neineEntwick- 1 u n g.“ Seitdem ist in drei Großstädten gewählt worden. In Hamburg verloren die Liberalen drei Sitze und damit die Mehrheit, in Königsberg verloren sie zwei Sitze und haben nur noch 8 von 28 und in Beuthen haben sie ebenfalls einen Sitz verloren und sind nur noch 10 unter 21. Zufall? Nein, Herr Rechtsanwalt Stern, Sie haben schon recht; es ist wirklich eine Entwicklung, und diese Entwicklung wird am 30. November den Sieg der Volkspartei vollenden. Parteien haben ihre Epochen, mindestens ihre Niedergangsperioden. Für die Der Sdtuiz der nidiijüdisdien Interessen Eine offizielle Erklärung der Palästina Regierung Wie ein Telegramm aus Jerusalem besagt, hat die Palästina-Reglerung am 20. Mai eine offizielleErkllrung über den Abbruch der Verhandlungen zwischen der Londoner Regierung und der arabischen Delegation veröffentlicht. Die Erklärung besagt zunächst, daß die arabischen Forderungen mit den von Großbritannien Übernommenen Mandatspflichten unvereinbar waren, kündigt aber zugleich ihre Absicht an, die Interessen der nichtjüdischen Gemeinschalten Palästinas voll zu wahren. Die Erklärung fährt fort: Die Regierung ist entschlossen, nichtzu gestatten, daß Irgendeine Politik in Palästina getrieben wird, die die Zukunft dieser Gemeinschaften gefährden könnte. Aus diesem Grunde und auch im Sinne der Empfehlungen der Shaw-Kommission, wurde Sir John Hope Simpson nach Palästina geschickt, um die Fragen des Bodens und der Immigration zu untersuchen und darüber zu berichten. Damit durch den Aufschub, der notwendigerweise eintreten wird, bevor eine definitive Entscheidung möglich ist, die nichtjüdischen Interessen nicht präjudiziert werden, werden jetzt von der Regierung spezielle Maßnahmen einer Prüfung unterzogen mit Hinblick auf eine baldige Aktion zugunsten desSchutzes der Interessen der landwirtschaftlichen Bevöikerung. Außerdem sind bereits provisorische Maßnahmen ergriffen worden, um zu verhüten, daß In der *Zwischenzeit die Einwanderung .die ,ökono« mische’:r£u'iunft Äs-Llihifes '■ge'ftt'ftflet. Dal Kommunique schließt mit der Mitteilung, daß die Regierung in London' entschlossen ist, alle ihre Kräfte und Hilfsmittel aufzubieten, um die ihr d u r״ h das Mandat auferlegten Pflichten auszuführen. * Der Londoner Vertreter des Kairoer ״Mokkatam“ meldet seinem Blatte, daß die englische Regierung den Arabern folgende Zusicherung gegeben habe: Palästina erhält einen gesetzgebenden Rat mit arabischer Mehrheit; es wird ein Bodenverkaufsverbot erlassen; die jüdische Einwanderung wird neu reguliert und die Anzahl der hohen arabischen Regierungsbeamten wird vergrößert. In dem Obersten Verwaltungsrat des Oberkommissars soll ein Vertreter der Araber Sitz und Stimme erhalten. ErldSnmg der Palästina-Exekotfve Die Exekutive der Jewish Agency für Pa- ISstina hat das folgende Statement erlassen: Die Exekutive der Jewish Agency hat den Wunsch, die Oeffentlichkeit über die Tatsachen, die mit der laufenden EinwanderungS'ScheduIe im Zusammenhang stehen, zu informieren. Am 17. Februar bewilligte die Palästina-Regierung auf Grund von Vorstellungen seitens der Exekutive 950 Einwandererzertifikate als Vorschuß auf die Schedule für das Halbjahr April- September. Am 17• März unterbreitete die Exekutive der Paläitlna-Administration in regulärer Form ein Ersuchen um Ge- Währung einer halbjährlichen Zuteilung von Zertifikaten für Arbeitereinwanderung in Höhe von 3143 Einwanderern. Am 12. Mai teilte der Haupteinwanderungsbeamte der Exekutive offiziell mit, daß er, nachdem der riigh Commissioner im Exekutiv-Rat die Vorschläge einer Beratung unterzogen hatte, ermächtigt worden sei, 3300 Zertifikate, die obigen 950 eingeschlossen! zu gewähren. Am 14. Mai wurde Colonel Kisch eingeladen, den Chefsekretär zu besuchen. Dort wurde ihm mitgeteilt, daß der High Commissioner auf Anweisung des Staatssekretärs für die Kolonien hin die Anullierung der in dem Schreiben vom 12. Mal bestätigten Zertifikate verfügt habe; diese bleiben bis zur Vorlegung der Ergebnisse der Untersuchung von Sir John Hope Simpson suspendiert. Colonel Kirsch suchte sofort um ein Gespräch mit dem High Commissioner an und legte diesem gegenüber im Namen der Jewish Agency nachdrücklichen Prot e s t ein gegen die Suspendierung der von der Palästina-Regierung als vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt gerechtfertigten Einwanderungsliste, eine Suspendierung, die aus pol ft IschenGrifnden erfolgt ist. Die Suspendierung ist nachher der Exekutive formell in einem vom 16. Mai datierten Schreiben des Haupteinwanderungsbeamten mitgeteilt worden; dieses Schreiben enthält zugleich die Mitteilung Uber die Bestätigung der 950 Zertifikate, die noch vor Bewilligung der Liste als Vorschuß gewährt wurden; 485 Zertifikate wurden gleichzeitig Uberwiesen. Die Einwanderung anderer Kategorien, heißt es am Schluß des Statements, wurde von der letzten Verfügung nicht betroffen. # Tel-Awiw, 19. Mal. (J.T.A.) Der Waad Leumi hat in einer außerordentlichen Sitzung den Beschluß gefaßt, die gesamte Judenheit Palästinas aufzufordem, am Donnerstag, dem 22. Mal, zum Protest gegen die Suspendierung der für April bis September gewährten 3300 Einwandererzertifikate die Arbeit niederzulegen. Dieser Generalstreik der palästinensischen Judenheit wird am Donnerstag mittags beginnen und bis zum Abend andauern. Sämtliche Vergnügungsstätten werden geschlossen sein. Es wurde ein Streikkomitee gebildet, dem der Bürgermeister von Tel-Awiw, Dizengoff, Eilezer Kaplan und der Bruder von Rabbi Kuk angehören. Gegenwart mit ihren Stürmen ist der Liberalismus nicht der Steuermann, den unser Gemeinschaftsschiff braucht. Es ist offenbar die historische Aufgabe der Volkspartei, auf die sie stolz sein darf, auch wenn sie ihre ganze Schwere empfindet, in dieser gefahrvollen Lage das Schiff führen zu dürfen. Dieses Schiff, das Raum haben soll für alle Juden, ob rechts, ob links, ob arm, ob reich, in dem es keine Bedrücker und keine Unterdrückten, in dem es nur Gleichberechtigte geben soll. Und darum denkt an den 30. November mit stolzer Zuversicht: ״Zu netten Ufern lockt ein neuer Tag.“ Der Protest der Z. V. f. D. Der Landesvorstand der Z. V. f. D. hat in seiner Sitzung am 18.d.M. die folgende Resolution einstimmig angenommen, die dem britischen Botschafter in Berlin überreicht wurde: Der Landesvorstand der Zionistischen Vereinigung für Deutschland erhebt Protest gegen die Suspendierung der von der Palästina-Regierung für das Halbjahr April/September 1930 bestätigten Elnwanderungszertifikate, die nach sorgfältiger Prüfung der Wirtschaftslage durch die Palästina-Regierung erteilt worden waren. Der Landes- Vorstand erblickt in der Suspendierung der Zertifikate einen politischen Vorgang, der im unvereinbaren Gegensatz zu den der Regierung aus dem Mandat erwachsenden Verpflichtungen bezüglich der Förderung der jüdischen Einwanderung nach Palästina steht und Anlaß zu ernsten Besorgnissen für die Wahrung dieser lebenswichtigen Grundlage des jüdischen Aufbauwerkes gibt. Stimmen der Presse Palästinas . Jerusalem, 20. Mai. (J. T. A.) Die hebräische Tageszcitung ״Haarez“ schreibt zur Suspendierung der Chaluz- Alijah: Es gibt eine Grenze für unsere Loyalität und Geduld. Die gesamte jüdische Welt wird die Verordnung zur Ein- Stellung der Chahizeinwanderung als eine Kriegserklärung aufnehmen. Die Verordnung greift das Fundament unserer nationalen Struktur an, verletzt die Seele des Zionismus und will unsere ganze Existenz und unsere Zukunft untergraben. A Die.hebräische Arbeiter-Tageszeitung *Dawar״.schreibt: Die Balfour-Deklaratiön, die Beschlüsse Voi Versailles «ad San Remo, alle Deklarationen der britischen Regierung und der britischen Arbeiterpartei, die Reden Ramsay MacDonalds und sein letztes Statement im Parlament, all das wird zu einer einzigen Lüge, wenn es keine jüdische Einwanderung gibt. Was war der Grund, daß die Arbeiterpartei die Einwanderung von Arbeitern nach Palästina stoppt zu einer Zeit, in der Arbeiter im Lande gebraucht werden. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für diese Maßnahme. Die Regierung der Arbeiterpartei handelte einzig und allein unter dem Druck von gegen sie gerichteten Drohungen. Von jetzt ab wird jede arabische Notabel die Fortführung der Einschüchterungspolitik fordern, die sich als so erfolgreich erwies. In einem zweiten Artikel fragt ״Dawar“: Ihr Herrscher über dem mächtigen britischen Reich, in welchem die Sonne nicht untergeht, was plant Ihr? Plant Ihr, daß Henkerbeil an die schöpferische Wurzel des kleinen, machtlosen, leidenden, unter alle Völker verstreuten jüdischen Volkes zu setzen? Die revisionistische Tageszeitung ״Doar Hajom“ schreibt: Unsere Forderung ist: bedingungslose und uneingeschränkte Einwanderung, unser Rechtsanspruch in Palästina ist unabhängig von der Meinung irgendeines Simpson. Die Chaluzim aus KtecWnew, Warschau, Wien, Lemberg oder anderswo interessieren die Resultate der Studien von Simpson nicht. Wenn die zionistischen Führer noch einen Rest von Ge« wissen haben, müssen sie demonstrativ zurücktreten und eine« außerordentlichen Zionistenkongreß einberufen, der über die fundamentale Frage der Beziehungen zwischen dem jüdischen Volke und Großbritannien zu entscheiden haben wird. Weitere Proteste Das Zentral-!Komitee des Weltverbandes H: e c h a I u z sandte an die Leitung der englischen Labour-Party das folgende Telegramm: Im Namen vön mehr als 30000 Chaluzim, die im Weltverband Hechafuz organisiert sind und sich für die Ein- Wanderung nach Palästina vorbereiten sowie im Namen von 4500 Chaluzim, die bereits alle Verbindungen mit der Diaspora abgebrochen haben, weil aus Palästina der Ruf nach neuen Arbeiterhänden gekommen ist, p r 01 e s t i e r e n wir gegen die unberechtigte Suspendierung der Zertifikate für das laufende Halbjahr April-Sejuember. wir bitten die Labour-Party, uns zu helfen, jeden Versuch, uns das elementarste Recht auf Arbeit in Palästina, das der einzige Ausweg für die jüdische Jugend ist, zu nehmen, auf das energischste abzuwehren. In einer gemeinsamen Sitzung der polnischen Mitglieder des Aktions-Comitds und der Mitglieder des Zentralkomitees der Zionisten in Ost- und Westgalizien wurde beschlossen, an die Zionistische Exekutive in London das folgende Telegramm zu senden; Die Mitglieder des Aktions- Comit6s in Polen und die Zentralkomitees der Zionisten in Ost- und Westgalizien, berührt von der Erregung, die sich der jüdisehen Massen infolge der Vergewaltigung uns zuerkannter Rechte infolge der letzten politischen Handlungen und besonders der Immigrationsverordnungen bemächtigt hat, haben beschlossen, einen gemeinsamen Aufruf an die polnischen Juden zu richten, und im ganzen Lande Manifestationen und Protestversammlungen abzuhalten, die Protestresohrtionen an den Völkerbund und die englische Regierung senden werden. Unterschrieben sind J. Grünbaum, H. Färbstein, Leon Levite, Dr. E. Schmorak, Dr. J. Schwarzbart, A. Dobkin. Eine aus Anlaß der Landeskonferenz der rechten Poa Ie Zion in Warschau stattgefundene Massenversammlung faßte eine scharfe Protestresolution gegen die Annullierung der gewährten Einwandererzertifikate und beschloß, an die britisehe Labour-Party zu appellieren, daß sie die an sie gesetzten Hoffnungen bezüglich der Hilfe für Verwirklichung des Jüdischen Nationalheims in Palästina erfüllen möge. (Siehe auch Seite 278J MIHIIIIWHIWIllinitnilHIIIUIIIMIIHIIIilllllMHIIIIIIIIIMIIIIWIHIIIIHIIIUmMIIWIIIHIIimilIHHIHIHHWIlUMIIIIIIIIIHIIIIHIIIIIIIItllHIIIIIIIIHIUIIIIIIIIIIIIIIIIimillMIIIIIIIIIMlIHtlimWIlHMinHIHIIHIIIIIlttliltllinillUllltlllHIBMmilinilUIIHIllllllllMBIIMtlMlltlinilltl Die Einwanderungs- Sperre (Fortsetzung von der 1. Seite.)

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