Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 38 (16.5.1930)
- Date
- 1930-05-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 284 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38, 18. V. 1930 Hebräische Bibliographie Ara 15. April 1930 ist das Gebäude der Hebräischen Universitätsbibliothek in Jerusalem feierlich eröffnet worden. Die äußere und innere Entwicklung der Bibliothek in Verhältnismäßig kurzer Zeit stellt eine der erfreulichsten und unbestrittensten Leistungen dar, die in Palästina aus bescheidenen Anfängen durch die Anteilnahme und Liebe von Juden aller Länder und durch die hingebungsvolle Leistung ihres Beamtenkörpers zu verzeichnen ist. Für den palästinensischen Forscher und Schriftsteller stellt die Bibliothek die einzige Stätte dar, wo er hoffen darf, die ihm notwendige Literatur zu finden. Für eine weitere Oeffentlichkeit ist die Bibliothek vor allem durch ihre bibliographische Zeitschrift ״Kirjath S e p h e r“ von Bedeutung. Gleichzeitig mit der Eröffnung des Wolffsohn- Hauses ist das erste Heft des siebenten Jahrgangs dieser Vierteljahresschrsft in vergrößertem Format und in beträchtlich erweiterfem Umfang erschienen. Die Zeitschrift setzt es sich zur Aufgabe, die literarischen Erscheinungen in allen Sprachen zu verzeichnen, die in Palästina erscheinen, und daneben alle Werke der hebräischen und jiddischen Literatur, wo immer sie erscheinen mögen, und alle Werke, die auf das Judentum oder Palästina Bezug haben, in weleher Sprache auch immer sie erschienen sind. So gibt einem das Durchblättern der Bibliographie einen Einblick in den Aufbau und die geistigen Strömungen der jüdischen Literatur der letzten Monate. Zugleich spiegeln sich in den Publikationen vielfach auch die Ereignisse der letzten Zeit und aus ihrem Echo kann man auf die Wandlungen schließen, die sich unter ihrem Einfluß vollzogen haben. Ueber diese beiden Punkte seien im folgenden einige Beobachtungen mitgeteilt. Unter den hebräischen Büchern seien zwei Gruppen hervorgehoben, die angesichts der Armut der gegenwärtigen hebräischen Literatur von besonderer Bedeutung sind, pädagogische Schriften und Schriften für die Jugend einerseits, Uebersetzungen aus den europäischen Sprachen andererseits. Von den Büchern für die Jugend sind drei Sammlungen zu nennen, die klassische hebräische oder fremde Literatur irr Bearbeitung und Auswahl der paläsiinensischen Jugend vermitteln sollen. Der auf diesem Gebiete unermüdliche Bialik hat gemeinsam mit Rawnitzki und Jakob Fichmann in seinem Verlage Dwir eine literarische Anthologie für die Jugend und das Volk unter dem Namen ״Dor Dor Wesofraw“ herausgegeben, die Beiträge von Berdyczewski, Micha Joseph Lebensohn, David Frischmann und Nachmann Krochmal, stets mit einer kurzen Einleitung in das Wesen des Schriftstellers, umfaßt. Früher erschienene Bändchen dieser Sammlung umfaßten andere Schriftsteller der Haskala-Periode. Weiter ist der Umfang einer ähnlichen Sammlung, die mit Einleitungen und Erlauferungen unter dem Namen ״Megilloth Lewatei Hasepher“ im Verlag Amanut In Tel-Awiw mit Unterstützung des Erziehtmgsdepartements der Zionistischen Exekutive erscheint. Neben Schriftstellern der neueren hebräischen Literatur findet man hier auch Auswahlbändchen aus der Mischnah, aus Herodot, aus Charles Darwin und Josephus Flavius. Die dritte Sammlung, die älteste von ihnen, ist für jüngere Kinder bestimmt und erscheint unter dem Namen Ophar im Verlage Dwir. Die neuesten Bändchen bringen unter anderem auch Märchen der Brüder Grimm. Dienen diese Bändchen nur indirekt pädagogischen Zwecken, so sind auch in den letzten Monaten eine Reihe Bücher er- :«sAien.«r.!die:ii«l1.ans8eWleiich.p W־ag־#:gi.» cb-e *Fra gen widmen und deren Herausgabe oder Uebersetzung der Förderung des hebräischen Lehrers dienen soll. Von dem hebräischen Lehrer Chaim Arje Suta erschien der Versuch zu einem detaillierten Lehrplan für den Bibelunterrieht in den Volksschulen. Von dem bekannten deutschen Pädagogen Georg Kerschensteinerhatdie Lehrerorganisation zwei Bücher, das eine über das Wesen der Arbeiteschule, das andere über Charaktererziehung, ins Hebräische übersetzt. Zu dem letzteren hat der Verfasser eine besondere Vorrede geschrieben. Ebenso hat die Lehrerorganisation das Buch William Sterns über die Psychologie des frühen Kindesalters dem hebräischen Erzieher in einer Uebersetzung Jizchak Epsteins zugänglich gemacht, die ihren Wert auch dadurch erhält, daß der als Grammatiker bekannte Uebersetzer auf 24 Seiten des Anhangs eine Erklärung der von ihm eingeführten hebräischen Worte für psychologische und andere Termini hinzugefügt hat. Verhältnismäßig leicht ist die in der Bibliographie verzeichnete Uebersetzungsliteratur. An belletristischen Schriften wurden in den letzten Monaten ins Hebräische übertragen: Sinclair Lewis ״Babbit“, Dostojewskis ״Teufel“, Upton Sinclairs ״Petroleum“, Shakespeares ״Othello“ u. a., an wissenschaftlichen Werken ״Das Kapital“ von Karl Marx nach der populären Ausgabe von Julian Borchardt, Johann Gottlieb Fichtes ״Die Bestimmung des Menschen“, das freilich nur hektographiert vor allem für den Gebrauch der Studenten der Hebräischen Universität erschienen ist, und MacDonalds Schrift über die Politik der Arbeiterpartei. Das größte Interesse verdient aber das vorliegende Heft ״Kirjath Sepher“ durch den Versuch, einen Ueberblick über die Literatur zu geben, die im Anschluß an die Ereignisse vom August 1929 von Arabern und Juden in Palästina herausgegeben wurde. Die Bibliothek hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Sammlung all jener Broschüren, Flugblätter und Plakate anzulegen und so für den Historiker aufzubewahren, die ein Licht auf die Stimmung und die Tätigkeit der verschiedenen Parteien nach den Augustereignissen werfen können. Freilich ist diese Sammlung nicht vollständig, aber manches interessante Material wird dankenswerterweise von der Redaktion der Zeitschrift schon jetzt veröffentlicht oder kann aus den bibliographischen Angaben erschlossen werden. Die hebräischen und jüdischen Publikationen sind dem Leser dieses Blattes zum Teil bekannt. Daher sei 1m folgenden nur auf einige arabische hingewiesen. Nicht im direkten Zusammenhang mit den Ereignissen, aber dennoch charakteristisch für die Stirnmung im arabischen Lager ist ein Buch, das unter dem Titel ״Zwischen Gefangenschaft und Freiheit. Eine sozial-anagythische Erzählung von Konstantin Theodor!“ erschienen ist und wo unter anderem auch der Gedanke ausgeführt ist, daß Palästina einer kulturellen Wiedergeburt entgegengehe, an der die palästinensischen Juden zusammen mit den Mohammedanern und Christen Anteil nehmen müssen, und daß nur eine kulturelle Vereinigung zu gegenseitigem Verständnis und zur Einheit der Völker und Religionen in Palästina führen könne. Ein anderer Autor Nadschi el Saadi sieht in der Unbildung, die in den arabischen Ländern herrscht, die Grundursache für die Nichtverwirklichung der politischen Bestrebungen des arabibischen Volkes und verlangt daher die Einführung der allge״ meinen Schulpflicht. Von der Gesellschaft für die Renaissance des Islams in Palästina, deren Gründer und Vorsitzender Salach el Schall ist, ist das Flugblatt Nr. 4 verzeichnet, das es sich zur Aufgabe setzt, über das mohammedanische Eigentum im Lande und seinen Nichtübergang in fremde Hände zu wachen und die Volksschulbildung und die Entwicklung von Industrie und Handel der Mohammedaner in Palästina zu fördern. In einem direkten Zusammenhang mit den Ereignissen steht eine Erklärung an die mohammedanische Welt von der Gesellschaft zum Schutze der Aksa-Moschee und der mohammedanischen Heiligtümer. Dieses Flugblatt von acht Seiten umfaßt folgende Abschnitte: Die Juden erregen blutige Unruhen im Lande durch ihr Verlangen nach dem Burak und der Aksa-Moschee. Die Ausbreitung der Unruhen in den Provinzen Palästinas. Die Toten und Verwundeten. Die furchtbaren Untaten gegen die Mohammedaner. 13 Aeroplane über der Aksa-Moschee. Mohammedaner und Christen in der Verteidigung vereinigt. Hilfe an die Familien der Getöteten und Verwundeten. — Aehnlichen Inhalt haben eine Reihe weiterer Flugblätter von arabischer Seite, so eine Schrift der Vereinigung der mohammedanischen Jugend in Haifa, die vor allem die jüdische Demonstration vom 9. Ab angreift. Diese Flugschrift scheint nach den Ereignissen des 9. und 10. Ab, aber vor dem 23. August veröffentlicht worden zu sein. Sie schildert die Demonstrationen vom 9. und 10. Ab, spricht dann von Ueberfällen am nächsten Schabbat von Juden auf Fellachen, wobei 14 Fellachen und 7 Juden verwundet worden seien, beklagt sich über die Grausamkeit des Vorgehens der Polizei und schließt mit der Bitte an die Mohammedaner, daß, obwohl die Ueberfälle der Juden sie erregen und in ihnen den Rachedurst hervorrufen können, sie dennoch Ruhe wahren mögen, denn der Sieg der Wahrheit müsse kommen. Die Vereinigung der mohammedanischen Jugend in Hebron hat am 26. November 1929 ein Flugblatt mit der Bitte um Hilfe für die Hungernden in Hebron herausgegeben. In dem gleichen Monat erschien ein Flugblatt der Vereinigung der mohammedanischen Jugend in Nablus über die Verwendung der dort von der Jugend in der Form einer Selbstbesteuerong von einem halben Piaster wöchentlich gesammelten Hilfsgelder. Bis zum 22. November waren auf diese Weise 481/2' Pfund gesammelt worden, die teils für die Geschädigten und Verhafteten nach den Ereignissen, teils für die Ausgaben der nationalen Bewegung in Nablus und für den Kampf um das Heilige Land verwendet wurden. Im Zusammenhang mit der Proklamation des Hochkommissärs vom 1. September erschienen als Flugblätter u. a. der Protest der arabischen Exekutive gegen die Proklamation, ein Protest der arabischen Aerzte und Apotheker, ein Protest der arabischen Advokaten und schließlich ein Brief von Hassan el Chatib aus Akko. Von den Flugblättern wirtschaftlichen Inhaltes seien erwähnt: Ein Aufruf des Wirtschaftsausschusses der arabischen Kleinhändler und Schneider in Jaffa, der die Araber auffordert, nur einheimische Waren zu verbreiten und nicht bei den Feinden zu kaufen, ein Aufruf der arabischen Studentenvereinigung in Jaffa an die arabische Frau, sie solle erwachen und an der nationalen Wiedergeburt Anteil nehmen, jüdische Waren boykottieren und für die Geschädigten der Unruhen spenden, ein Aufruf der arabischen Studenten Jerusalems an die ״Kinder des Heimatlandes“, der in stark aufreizender Sprache zum Boykott auffordert. Wegen des Drucks dieses Flugblattes wurde die Druckerei des mohammedanischen Wai- ,,sento?f§, für, ,einige Zeit1pJer,,|ie|p[|y1M|g,£«chl.<«p1. Der ■־ert!« atiilschertWrtsd1afteläM|reÄ,'־aef amiföNovember 1929 in Haifa zusammengetreten war, hat einen achtseitigen Bericht veröffentlicht, der auch mit einem Aufruf zum Boykott jüdischer Waren schließt. So gibt die Bibliographie des ״Kirjath Sepher“ mehr als einen Behelf für Gelehrte und für Freunde der Entwicklung der hebräischen Literatur, sie eröffnet auch Einblicke in die jüngste Geschichte des Landes, dem zu dienen die Universitätsbibliothek sich als eine ihrer wichtigsten Aufgaben gesetzt hat. Joseph Friedfeld. Der Streit um die Mossnl ■ Del Röhrenleitung Jerusalem, 13. Mai. (J.T.A.) Der Präsident der unter französischem Mandat stehenden Libanesischen Republik, Charles Debbas, machte, wie die Beiruter Presse meldet, Mitteilung, daß der Endpunkt der Mossul-Oel-Röhrenleitung nach dem syrischen Tripolis und nicht nach Haifa verlegt werden würde. Letzte Nachrichten Hendersons Erklärung in Genf (Telegramm unseres Korrespondenten.) Ky, Genf, 15. Mai, Nachm. Heute hat in der öffentlichen Sitzung des Rates H e n d e r - s 0 n eine Erklärung über* die Lage in Palästina abgegeben. Er bemerkte zunächst, daß der Bericht der Shaw-Kommission bereits veröffentlicht ist und der Mandatskommission des Völkerbundes vorgelegt werden wird. Das gedruckte Protokol! der Zeugenaussagen, etwa 10(» Seiten stark, wird erst Mitte Juni fertig und erst dann der Mandatskommission zugesandt werden können. In der Sitzung der Mandatskommission wird der britische Vertreter volle Aufklärungen geben, Henderson selbst wolle nur einige vorläufige Bemerkungen machen. Henderson sagte, er möchte In erster Linie darauf hinweisen, daß die Mandatarmacht ihre primitivste Pflicht, nämlieh die Wiederherstellung der Ordnung nach den Unruhen, voll erfüllt hat. Die heute in Palästina stationierten Truppen werden dort unvermindert bleiben, bis militärische Sachverständige den notwendigen Umfang der ständigen Garnison testgestellt haben. Die Polizei wird gemäß den Ratschlägen von Dowbiggbi reorganisiert; Maßnahmen zwecks besseren Schutzes der indischen Kolonien sind bereits getroffen. Der britische Teil der Polizei bt um 479 Mann erhöht worden. In den Fragen der Immigration und des Bodens steht die Regierung unter dem Eindruck der Darstellung der Shaw-Kommission. Die Regierung hat daher Sir John Hope Simpson zwecks Prüfung dieser Probleme nach Palästina gesandt Die Besprechungen, die die Regierung in London mit der arabischen Delegation hatte, haben die Regierung mit den Wünschen der führenden Araber vollkommen bekannt gemacht. Die Regierung Ist jetzt damit beschäftigt, diese Probleme zu prüfen, und Wege zu suchen, um fm Rahmen des Mandates die legitimen Wünsche erfüllen und die Befürchtungen bombigen zu können• Klipp and kl«* Im Haushaltungsausschuß des Thüringischen Landtages fragte ein Vertreter der Sozialdemokratie den thüringischen nnenminiater, gegen welche ״art- und volksfremdc« Kräfte“ sich die von ihm angeordneten Schulgebete richten Fr ick antwortete wörtlich: ״Ich will ganz offen sein. Wir brauchen uns da nichts vorzumachen. Die Entsittlichung des deutschen Volkes geht aus von rassenfremden Elementen, nämlieh von den Juden.“ Der Interpellant der Sozialdemokratie stellte daraufhin fest daß diese Auslegung der Freiheitsgebete niedrigste Ju.! “ e ״ h e t z e sei, die sich mit den Grundbestimmungen der Weimarer Verfassung nicht vertrage. . Wir dürfen uns nicht täuschen: Das ist der Geist m welchem Zehntausende guter und idealistischer deutscher Jugendlicher heute erzogen werden. Das jüdische Volk jn Deutschland ist diesem Schimpf ausgeliefert. Nur Bes innung auf diese Lage und energische Selbsthilfe kann uns helfen. * Der Reichsinnenminister Dr. Wirth hat an den thüringisehen Ministerpräsidenten Baum ein Schreiben gerichtet, um die thüringische Regierung auf die Bedenken hinzuweisen, die das Vorgehen des Ministers Dr. Frick in mehrfacher Hinsicht hervorgerufen hat. Darin wird u. a. gegen die ״Schulgebete“, wie sie Minister Dr. Frick in Thüringen einführen will (und die, seiner eigenen Aussage zufolge, sich gegen die Juden riehten) protestiert, da sie die Verfassung verletzen, indem sie gegen die religiöse Freiheit deutscher Staatsbürger gerichtet sind und zur religiösen Unduldsamkeit aufstacheln. Rangliste der Wflrdenträger in Palästina Jerusalem, 12. Mai. (J.T.A.) Die ״Official Gazette“ veröffentlicht eine von der Krone genehmigte amtliche Rangliste der verschiedenen Würdenträger in Palästina, die ihre Plätze bei feierlichen Gelegenheiten bestimmt: An erster Stelle steht der High Commissionen als Repräsentant der Krone, ihm folgen: die Kommandanten der bntischen Streitkräfte in Palästina, der Chief Justice, die Mitglieder des Executive Council, der oberste britische Richter, der Distriktskommissar, der Großmufti, der orthodoxe, lateinische jind armenische Patriarch, der anglikanische Bischof von Jerusalem, die O b e r r a b b i n e r, der Präsident des Moslemischen Appellationsgerichtes, die Mitglieder des Advisory Council, die ausländischeu Konsuln, der Superior des Franziskanerordens in Palästina, Syrien, Aegypten und Cypem, der Solicitor-General (Justizbevollmächtigter der Krone), die Präsidenten und Mitglieder der Gerichtshöfe, verschiedene Regierungsbeamte, die Polizeichefs, der Kommandant des transjordanischen Grenzschutz-Korps, die Bürgermeister der verschiedenen Städte, die Mitglieder des Obersten Moslemischen Rates, die Mitglieder des Moslemischen Appellationsgerichtes, der Vorsitzende der Zionistischen Exekut ive, der Präsident des Waad Leumi, die Magistrate, Muftis, Bischöfe und Stadträte, Die ״Palästinensische Rangordnung“ ist für die Juden ein Schlag ins Gesicht, schreibt die hebräische Tageszeitung ״Doar Hajom“. Die Oberrabbiner kommen nach dem Großmufti und nach den Vertretern aller christlichen Konfessionen. Dem Präsidenten der Jewish Agency und dem Präsidenten des Waad Leumi wird auf der Liste der 27. Platz gegeben; sie kommen nach allen Beamten, Bürgermeistern der verschiedenen Munizipalitäten und Mitgliedern der moslemischen Gerichte, während die Leiter der jüdischen Gemeinden und die Mitglieder der Jewish.,Agency. J*. der• ,•sR11»f0rdm»g:-.picht1.p1»mäl •;erwähnt werden. Kleine Nachricliten In Wien verstarb im Alter von 63 Jahren der frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Lemberg Emil Parnes. Der Verstorbene war eine in Galizien außerordentlich populäre Persönlichkeit und nichtzionistischer Vertreter Polens innerhalb der Jewish Agency. Der Oberrabbiner von Prag, Dr. Heinrich Brody, der bekanntlich vor einigen Wochen sein Rücktrittsgesuch übergab, hat sich zu einer Aufforderung der Repräsentanz der Prager Jüdischen Gemeinde, im Amte zu verbleiben, ablehnend gestellt, so daß sein Rücktrittsgesuch als angenommen zu betrachten ist. Ueber die Nachfolge ist noch keine Entscheidung gefallen. 15 Delegierte zum Ersten Zionistenkongreß, die jetzt in Palästina leben, werden an dem auf den 16. Mai fallenden Lag B’Omer jeder einen Baum außerhalb c(es neuen Gebäudes des Jüdischen Nationalfonds-Hauptbüros anpflanzen als Teil der Eröffnungszeremonie, die für diesen Tag festgesetzt wurde. Die hebräische Arbeiterzeitung ״Dawar“ in Tel-Awiw erhielt vom, Berliner Sekretariat der ״Liga gegen Imperialismus und koloniale Unterdrückung“ ein Telegramm, in dem gegen die barbarische Behandlung der politischen Gefangenen in Palästina protestiert und Begnadigung für die zumTodeVerurteilten sowie eine allgemeine Amnestie verlangt werden. Rabbi Schapira aus Munkacz traf in Gesellschaft von sechs Rabbinern in der vorigen Woche in Jerusalem ein, wo er sich mehrere Wochen aufzuhalten beabsichtigt. Hunderte von Frommen und Rabbinern bereiteten ihm am Bahnhof einen festlichen Empfang. Fünf arabische Mitglieder der Jerusalemer Polizei wurden von ihrem Dienst entlassen. Man nimmt an, daß der Grund dafür ungehöriges Verhalten während der August-Unruhen ist. In Jerusalem wurde ein Araber aus Hebron verhaftet, nachdem er einem jüdischen Goldschmied Sefer Torah-Schmuck und Juwelen zum Kauf angeboten hatte, die von der Plünderung der jüdischen Häuser in Hebron herrühren. Der jüdische Arbeiterführer Ben Zwi erhob vor Gericht Klage gegen die arabische Zeitung ״Mereat el Shark“, die die Mitteilung brachte, Ben Zwi sei ein Führer der Kommunisten und habe am 1. Mai in einer Ansprache die jüdische Jugend aufgefordert, den Prinzipien Jabotinskys zu folgen und die Araber aus Palästina mit Gewalt auszutreiben, wie die amerikanischen Einwanderer die Indianer austrieben. Die Palästina-Loge der B n e i B r i t h erließ einen Aufruf an die Bnei Brith-Logen der ganzen Welt, die Aktion für Eintragung jüdischer Gemeinden und Institutionen in das Goldene Balf our-Buch des Jüdischen National-Fonds zu fördern. Der Hebron-Araber, der schon einmal wegen Teilnahme an der Ermordung der Familie Kastei in Hebron zum Tode verurteilt worden war, ist nun auch wegen Teilnahme an der Ermordung von fünf Jeschiwah-Studenten im Hause Kapiluto zum Tode verurteilt worden. Im ״Berliner Tageblatt“ vom 8. Mai veröffentlicht Armin T. Wegner einen Artikel ״Im Faltboot über den; Geigensee“, worin er in überaus anziehender Weise seinen Besuch bei den jüdischen Jordanischem schildert.