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Jüdische Rundschau · 1930-04-11 · Heft 29 (11.4.1930) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXV (1930)
Issue
Heft 29 (11.4.1930)
Date
1930-04-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 200 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 29, 11. IV.!930 stärkste Argument entgegensetzen. Was statt dessen getau wurde, ist allgemein bekannt. Die große Mehrheit der Zionisten hielt nach den Unruhen den Zeitpunkt für geeignet, mit extremen zionistischen Forderungen hervorzutreten. Man ließ denselben Sidebotham, der uns schon einmal mit seinen wohlmeinenden Interpretationen keinen guten Dienst erwiesen hat, in unsern offiziellen Organen einen Artikel schreiben, die Balfour-Deklaration bezwecke Errichtung des Judenstaates; man sprach davon daß nunmehr das Weißbuch durch ein ״Blauweißbuch“ ersetzt werden müsse (was nicht eingetreten ist, denn ein Blaubuch plus Weißbuch ergibt zusammen noch kein Blau-Weiß-Buch); die zionistische Welt, in ihrem berechtigten Schmerz über das Geschehene, glaubte, die ihr zustchende Satisfaktion müsse sich in irgendwelchen neuen politischen Erfolgen ausdrücken. Die Selbsttäuschung über die Realitäten ist im Zionismus beinahe schon zu einer Tugend proklamiert worden und wird durch die Kampagne gegen angeblichen ״Defaitismus“ künstlich bestärkt. Wir halten aber solche Selbsttäuschung nicht nur für keine Tugend, sondern für das schlimmste Laster, dessen sich ein Politiker schuldig machen kann. Denn Politik —- im Gegensatz zu bloßer Propaganda — besteht eben in der Erkenntnis und Einschätzung dieser Realitäten. Solche Anforderungen sind natürlich nicht an die breiten Massen eines Volkes zu stellen, die immer von Gefühl und Instinkt getrieben werden. Aber diese Gefühle der Masse, die wir respektieren, sind nur Material für die Politik, das gestaltet werden muß durch die verantwortlichen Führer, die sich dabei auf die Intelligenz des Volkes stützen können, der die Funktion, den Ausgleich zwischen den Gefühlen der Massen und den von ihr erkannten Realitäten herzustellen, zufällt; eine sicherlich sehr undankbare Aufgabe, die oft ihre Träger als der Masse ״Entfremdete“ erscheinen läßt, aber dies eben und nichts anderes ist der kleine Dienst, den diese soziologische Schicht innerhalb des Volksorganismus leisten kann, während das eigentliche Werk des Volkes von den arbeitenden Massen vollbracht wird. Das Volk lieben und ihm doch widerstehen, sich ganz zugehörig fühlen und doch die Veraniwortung für das, was das Volk nicht will, auf sich nehmen — das ist das übermenschlich schwere Los des Führers. Diese Problematik des Führertums ist in symbolhafter Größe verkörpert in der Gestalt des größten Führers unseres Volkes, dessen wir in diesen Peßachtagen gedenken. Die herzbewegende Größe der Er- Zahlung, die am Beginn der jüdischen Volksgeschichte steht,, liegt darin, daß hier über das einmalige historische Ereignis hinaus ein allgemein-gültiges, in jeder Generatiori neu sich auftuendes Problem gestaltet ist. Gegen Moses, der allein den Weg zur Freiheit kennt, murrt das Volk, immer wieder wird der Führer als Verräter bezeichnet Immer wieder hat er dieser schwersten aller Prüfungen standzuhalten. Denn das Volk sieht nur das Alltägliche, das Normale; es will die Einzigkeit seiner Situation und seiner Berufung nicht begreifen und lieber zurückkehren zur Knechtschaft Aegyptens. Dieses Spannungsverhältnis zwischen Führer und Volk zieht sich weiter durch unsere Geschichte. Das ״Wären wir doch gestorben bei den Fleischtöpfen Aegyptens“ findet seine direkte Fortsetzung in dem ״Wir wollen sein wie alle Völker“ des Buches Samuel, und wir könnten, wenn wir an diesem Peßachfeste die Nacht hindurch über den Auszug aus Aegypten sprechen, manche Analogien zu unserem heutigen Volksleben finden. Um aber wieder zur heutigen Zeit zurückzukehren: Es ist schmerzlich, ein bitteres Wort der Selbstkritik sagen zu müssen, aber es darf, nach all dem, was an innerzionistischer Auseinandersetzung in diesen acht Monaten vorhergegangen ist, nicht unterdrückt werden. Wir glauben, daß unsere Position heute wesentlich anders sein könnte, wenn wir unsere Auffassung von der Durchführung des Mandates und von der Beziehung des Jüdischen Nationalheims zur arabischen Bevölkerung sowie von der auf Grund des Weißbuches von 1922 zu befolgenden Politik rechtzeitig unzweideutig dargelegt hätten. Unbegreiflicherweise begegnet man auch bei der Kritik des Blaubuches nicht dieser sich mit zwingender Logik aus dem Berichte (Kapitel XI) ergebenden Ueberlegung, sondern der Exekutive wird der Vorwurf gemacht, daß sie in der Formulierung zionistischer Ziele nicht genügend radikal war! * Der Bericht ist ein umfangreiches Dokument, das nicht in einer Betrachtung analysiert werden kann. An anderer Stelle bringen wir kritische Aeußerungen, denen ganz oder teilweise viele Zionisten beistimmen werden. Wir müssen uns in diesen Bemerkungen, die natürlich die persönlichen Anschauungen des Unterzeichneten Verfassers ausdrücken, auf einige kurze Hinweise beschränken. Abgesehen von der allgemeinen Politik beschäftigt sich der Bericht mit drei Hauptpunkten: Einwanderung, Bodenfrage und Konstitution. Auf diesen drei Gebieten hat die Kommission fast uneingeschränkt die arabische These akzeptiert. Zwar erkennt die Kommission an, daß die jüdische Arbeit dem ganzen Lande einschließlich der Araber materiellen Nutzen gebracht hat, aber sie stellt fest, ,daß dies nur ein unbeabsichtigtes Nebenprodukt ist, und daß bei der jüdischen Aufbauarbeit Ueberlegungen, die sich auf das Land als Ganzes beziehen, keine Rolle spielen. Hätte der Zionismus — und zwar nicht erst vor dieser Kommission, sondern schon lange vorher, wie manche Zionisten seit Jahren erfolglos gefordert haben, — ein Arbeitsprogramin aufgestellt, das mit vollem Bewußtsein und mit voller Bejahung der Tatsache der Binationalität Palästinas Rechnung trägt, dann wäre die Kommission auch hier zu andern Ergebnissen gekommen. Vielleicht wird der Bericht der Kommission nunmehr den Ausgangspunkt einer solchen gründlichen Neuorientierung der -zionistischen Theorie und Praxis sein. Anhaltspunkte hierzu sind in dem Bericht selbst bereits enthalten. Vor allem in den beiden wichtigsten Punkten, der Einwanderung und Bodenfrage. Hier sind der Kommission offenkundig manche Irr* tümer unterlaufen. Die Kommission hat z. B. sehr gründlich den Bericht der Joint Survey-Commission studiert, oline sich anscheinend über den Charakter dieses Berichtes im klaren zu sein. Sie hat verkannt, daß es sich hier um ein Sachverständigen-Gutachten handelt, das die Jewlsh Agency selbst eingeholt hat, um ihre ökonomische Arbeit in Zukunft auf die Ratschläge dieser Experten zu gründen. Schon in der Tatsache der Entsendung dieser Expertenkommission liegt doch ein Beweis dafür, daß die Jewish Agency selbst die Reformbedürftigkeit der ökonomischen Arbeit anerkannte, denn bei den Fehlern, die früher bei der Einwanderungspolitik gemacht wurden, war sie die Leidtragende. Aus ihren Kassen mußten die hohen Kosten der Arbeitslosigkeit gedeckt werden. D^ß die Einwanderung von 1925 die ökonomische Fassungskraft des Landes überstieg, ist eine Tatsache, die heute jeder weiß und die gerade wir teuer bezahlen mußten. Aber zu sagen, daß dies eine bewußte Abweichung von den Grundsätzen des Weißbuches war, ist doch dämm unrichtig, weil 1924 die Verantwortlichen glaubten, die große Einwanderung werde vom Lande verdaut werden, Fragen der Ein- Wanderung und des wirtschaftlichen Aufbaus sind zum großen Teil Fragen der Empirie und nicht der Theorie. Erst die Erfahrung lehrt, wie groß jeweils die Fassungskraft des Landes ist, und auch bei großer Vorsicht — die vielleicht 1925 nicht genügend angewandt wurde — werden doch stets Fehler unvermeidlich sein, die aber dann sich selbst regulieren, wie es auch bei der 4. Alijah der Fall war. Uebermäßige Einwanderung wird eine gewisse Auswanderung zur Folge haben. Dabei lassen die individuell Betroffenen gewöhnlich genug Geld im Lande, so daß zwar vom Standpunkt des Zionismus, aber schwerlich vom Standpunkt des Landes Schädigungen zu befürchten sind. In unsertn eigenen Interesse werden wir alles tun, um ähnliche Zustände wie 1926/27 zu verhüten. Die Behauptung der Kommission, daß die Arbeitslosigkeit mit Hilfe arabischer Steuergelder bekämpft worden ist, ist unhaltbar. Hierüber liefert ein ausgiebiges Material die Aussage des Direktors des APC. Hoofien, die soeben als Broschüre unter dem Titel ״Immigration and Prosperity“ erschienen ist und die Wirkung der jüdischen Immigration auf die Volkswirtschaft Palästinas in Ziffern nachweist. Die Frage der Einwanderung wird auch in Zukunft unter ökonomischen Gesichtspunkten behandelt werden. Bei ökonomischen Erwägungen aber steht an erster Stelle die Frage der Kolonisation. Die Kommission ist der Meinung, daß bei dem heutigen Stande der Land- Wirtschaft kein nennenswerter Boden für neue Siedler verfügbar ist. Aber im Grunde ist damit nur etwas ausgesprochen, was den Eingeweihten bereits bekannt war, wenn es auch nicht immer klar zum Ausdruck kam. Die Kommission sagt nämlich deutlich: ״Palästina kann keine größere landwirtschaftliche Bevölkerung als es jetzt hat, erhalten, wennnichtdielandwirtschaftlichen Methoden eine radikale Aenderung erfahr e n.“ Dies ist ja der Punkt, auf den der Zionismus stets hingewiesen hat: zur Entwicklung einer zurückgebliebenen Landwirtschaft gehört Rationalisierung, Kapital, wissenschaftüche Erforschung, Einführung moderner Methoden. Wir wußten stets, daß von diesen Bedingungen unsere Kolonisation abhängt. Werden nun die Araber in dieses Kolonisationssystem einbezogen, dann kann auch nach der Meinung der Shaw-Kommission, der Boden bedeutend mehr Siedler ernähren. Nach Berechnungen, die in London bei der letzten Sitzung mitgeteilt wurden, ist noch Platz für 50 000 Siedlerfamilien, ohne daß ein Araber aus dem Lande verdrängt werden müßte. Diese Ziffer nachzuprüfen, ist nicht unsere Sache, und die exakte Ziffer ist auch um so weniger von Belang, als ja die Kosten einer so enormen Kolonisation nur allmählich aufgebracht werden können. Aber wenn man bedenkt, daß ein einheitliches Irrigationssystem jüdisches und arabisches Land zugleich fruchtbar machen könnte, und so seine Produktivitat nach einer von der Kommission zitierten Aeußerung Ruppins verfünffacht, so ergeben sich hieraus so gewaltige Perspektiven, daß kein Pessimismus berechtigt wäre. So kann man an der Hand des Berichtes liachweiscii, daß gewaltige Möglichkeiten für eine Erweiterung der Fassungskraft des Landes vorhanden sind, vorausgesetzt, daß das Weltjudentum die Mittel und Kräfte zur Entwicklung des Landes liefert und daß eine jüdisch-arabische Kooperation in der nächsten Zeit durchführbar wird. Auf dieses Ziel müßten alle zionistischen Bemühungen gerichtet sein. Von der Haltung der englischen Regierung in der nächsten Zeit wird viel abhängen. Nach Lage der Dinge können wir wohl mit keiner englischen Regierungserklärung rechnen, die inhaltlich über die letzte Erklärung MäcDonalds, die Regierung werde beiden Teilen gerecht zu werden suchen, hinausginge. Darum haben wir iinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiniiiniiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiHiiiiniiiiumiiiiininiiuiiiiiiiiiiiii Infolge der Feiertage erscheinen die nächsten Nummern der ״J&dischen Rundschau“ am 16. and 25. d. M. uu1111u1u11111u11m1i1u1m111111111111uu111111111111m1111n!mi111m1111u1!111111111m1i11m1111!1111111111111111111!11i1m1111H11111nm1(1 stets darauf gedrungen, daß von unserer Seite ein unzweideutiges Bekenntnis zum binationalen Staat abgegeben und ein auf diesem Prinzip fußendes Arbeitsprogramm aufgestellt wird. Auch heute kann sich eine zionistische Politik nur in dieser Linie bewegen, es ,gibt keine andere. * Die letzten politischen Ereignisse werden vielen eine Ernüchterung gebracht haben, aber auch eine Vertiefung des Verständnisses für die vor uns stehenden Probleme und Aufgaben. Nicht aus Tages-Ereignissen schöpfen wir die Kraft unserer nationalen Wiedergeburt, sondern aus den Tiefen der Geschichte unseres Volkstums, deren Einzigartigkeit im Grunde das zentrale Thema aller unserer Feste ist. Unsere Generation will sich dieser Geschichte wieder einfügen. E4 ist ein schwerer und langsamer Prozeß, voll innerer Schwankungen, Abfall und Ringen mit der Idee. Unser stärkster Freund und unsere Hilfe muß die Wahrheit sein, denn nur mit ihr im Bunde ist eine nationale Bewegung vor den ihr drohenden schweren moralischen Gefährdungen gefeit. Die Bewältigung des Palästina-Problems ist der Prüfstein für das heutige Judentum. Robert Weltsch. Groge Palästina-Kundgebung in Frankfurt a. M. Die Veranstaltung am 3. April in der Frankfurter Loge, ein• berufen von den Frankfurter Mitgliedern der Jewish Agency und des Initiativkomitees, mit dem Thema: ״Was ist uns deutsehen Juden Palästina?“, war eine der eindrucksvollsten Kund- 5' verschiedensten jüdischen Richtungen an, der zionistisciien, liberalen und konservativen, und» die individuelle Begründung, die jeder auf seine Weise dem Werke, dem alle dienen wollen, gab, bewies wie vielgestaltig diese einzigartige Aufbaubewegung ist. Der überparteiliche Charakter des Werkes wird ja im tiefsten Sinne nicht dadurch erwiesen, daß jetzt über die Verwendung gesammelter Gelder nicht mehr nur Zionisten, sondern auch andere bestimmen, sondern dadurch, daß Angehörige verschiedenster jüdischer Richtungen die Rückwirkung auf das Schicksal des gesamten Judentums betonen, wenn sie die Idee der Einheit hervorheben, für die das gemeinsame Werk der beste Garant sei, wenn, wie es z. B. der liberale Rabbiner Dr. Salzberger tat, die Lösung fundamentaler, religiöser Probleme von Palästina erhofft wird. Dem gleichen Wunsche gab der konservative Redner, Herr Rabbiner Dr. Hoffmann, naturgemäß auf seine Weise, Ausdruck. Den Höhepunkt des Abends bildete eine Rede B übers, der mit wunderbarer rhetorischer Kraft die Versammlung liinriß. Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden des Gcmeindevorstandes Justizrat Dr. Blau geleitet, der in seiner Eröffnungsansprache die unlösliche Verbundenheit des deutschen Juden mit seinem Vaterland, zugleich aber auch die Verpflichtung zur Mitwirkung an der Schaffung einer Hein» stltte in Palästina hervorhoR In ähnlichen Gedankengängen bewegte Sich das dann folgende Referat des 'Präsidenten des bayerischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neümeyer (München). Da er sich mit jeder Faser seines Herzens mit deutschem Wesen und deutscher ICultur verbunden fühle, müsse er zwar das nationale Programm des Zionismus ablehnen, aber dies schließe keineswegs die Bindungen einer mehr als tausendjährigen jüdischen Geschichte aus, und zu diesen Bindungen gehöre auch die Teilnahme an dem großen Werk in Palästina. Bei aller Fortdauer der weitanschaulichen Gegensätze müsse das in Zürich beschlossene Programm gemeinschaftlicher Arbeit am Aufbau Palästinas trotz aller Schwierigkeiten als eine Aufgabe unseres Gcschlechte durchgeführt werden. In einer längeren Rede setzte sich sodann der Präsident des württembergischen Oberrats, Ministerialrat Dr. Hirsch (Stuttgart), mit den verschiedenen Einwendungen außenpolitischer, innenpolitischer und wärtschaftlicher Art eingenend auseinander, die von deutschjüdischer Seite gegen aas Palästina-Werk erhoben werden. Aus den verschiedensten Gründen sei es gerade für die deutschen Juden im Interesse ihrer eigenen Geltung an der Zeit, zusammenzurücken und nicht abzurücken. Die sehr durchdachten und von ruhiger Sachlichkeit und warmem jüdischen Verantwortungsgefühl getragenen Ausführungen Dr. Hirschs waren besonders wirkungsvoll. Hierauf folgte eine von tiefer Begeisterung erfüllte Ansprache Dr. Martin Bubers. In geistvoller Ausdeutung der vier Menschengruppen der Peßachriagadah ließ er vor der Versammlung das in Palästina bereits Geschaffene und seine Vision des dort sich Formenden erstehen und verwies auf die drei in unserer Zeit hierzu gegebenen Einstellungen: den Arbeiter in Erez-Israel, den Zionisten in der Diaspora und den neuen Kreis der Jewish Agency. In einer tiefen chassidischen Erzählung fand Buber den stärksten Appell a'n die Gebefreudigkeit der Versammelten. Mit Schlußansprachen des liberalen Rabbiners Dr. Salzberger, des konservativen Rabbiners Dr. Hoffman 11 und des Vorsitzenden schloß die überaus eindrucksvoll verlaufene Kundgebung, die dazu berufen war. dem Palästinaedanken unter den Frankfurter Juden zahlreiche neue Anänger zu werben. MacDooalds Erklärung In unserer Wiedergabe der Erklärung des Primeministers MacDonald in Nr. 27 der ״J. R.“ ist eine kleine Auslassung unterlaufen, die sich als nicht belanglos erweist. Nach dem jetzt vorliegenden stenographischen Protokoll hat MacDonald wörtlich folgendes gesagt: ״Die Regierung studiert jetzt die verschiedenen Empfehlungen der Kommission unter dem Gesichtspunkt, die u n mittelbaren Ursachen des Ausbruches zu behandeln und ihre Wiederholung zu vermeiden. Die Regierung steht auch in Beratung mit den interessierten Beteiligten usw.“ Verschiedene englische Zeitungen legen gerade auf diesen Satz Gewicht, indem daraus geschlossen wird, daß die Reierung sich nur insoweit mit dem Bericht zu beschäftigen eabsichtige, als die unmitelbaren Ursachen der 0nruhen in Betracht kommen. Col. Kisch besuchte in der letzten Woche in Begleitung de Ingenieurs Green von der heb!Iischen Universität die siedlungen des Emek und Obergalüäis im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Relconstruktionsarbeiten in den zerstörten Siedlungen, Die beiden Herren hatten am 27. März auch eine Aussprache mit Mr. Thompson, dem leitenden Ingenieur des Hafenbaues. (Ziko.)

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